DE3318149C2 - - Google Patents
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft das in den
Patentansprüchen angegebene Verfahren zur Herstellung von
spiralgewickelten Dichtungen. Solche Dichtungen sind
wohlbekannt. Sie bestehen aus einem profilierten
Metallstreifen, der zu einer Spirale gewickelt ist und einen
zwischengelegten Streifen eines Dichtungsmaterials, wie PTFE
(Polytetrafluorethylen), Papier oder Graphitfolie aufweist.
Zu typischen Profilen gehören zumindest eine Nut oder ein
Kanal, die sich in Längsrichtung des Streifens erstrecken
und durch eine Walzoperation gebildet werden.
Eine derartige spiralgewickelte Dichtung wird zwischen zu
verbindenden Teilen eingeklemmt, so daß die Kanten des
profilierten Metallstreifens die abzudichtenden Teile
berühren. Die Klemmkraft wird in einer Richtung senkrecht
zur Ebene der Spirale angelegt, so daß die Spirale in der
gleichen Richtung durch elastische Deformation des Streifens
um die Nut oder den Kanal komprimiert wird, welche das
Dichtungsprofil ausmachen. Bei der Anwendung bewirken
wechselnde thermische und/oder Druckbelastungen der
Verbindungsstelle Veränderungen in der Klemmkraft. Die
Elastizität der spiralgewickelten Dichtung ist gewöhnlich
so, daß diese Veränderungen ohne Schwierigkeit aufgenommen
werden, wenigstens bei herkömmlichen Leitungsdichtungen.
Wo es sich um komplizierte Anordnungen handelt und der
Bereich der Wechselbewegung durch thermische Belastung
und/oder Druck verhältnismäßig groß ist, weisen übliche
bekannte spiralgewickelte Dichtungen oftmals keinen genügend
hohen Grad an elastischer Erholung auf. Elastische Erholung
bedeutet in diesem Zusammenhang das Ausmaß bis zu welchem
die spiralgewickelte Dichtung axial komprimiert werden kann,
ohne eine permanente Deformation zu erleiden. Sie ist ein
Maß für die Fähigkeit einer spiralgewickelten Dichtung, eine
Relativbewegung zwischen den durch die Dichtung verbundenen
Teilen auszuhalten.
Die Verbesserung des elastischen Verhaltens
spiralgewickelter Dichtungen erfolgt gemäß DE-OS 31 17 933
dadurch, daß ein kaltverfestigter Streifen aus warmhärtbarem
Metall hoher Zugfestigkeit zunächst profiliert und dann zur
Form einer spiralig gewickelten Dichtung gewickelt wird. Aus
der DE-OS 19 28 323 ist es bekannt, zwischen den spiraligen
Windungen eines profilierten Metallstreifens in üblicher
Weise ein Dichtungsmaterial vorzusehen.
Es wurde auch schon versucht, spiralgewickelte Dichtungen in
Tandem-Anordnung zu verwenden mit dem Ziele, das Problem
mäßiger elastischer Erholung zu überwinden.
Wenn jedoch die Bewegung durch thermische Belastung und/oder
Druck extrem ist, besteht nach wie vor ein Bedürfnis nach
spiralgewickelten Dichtungen mit einer höheren Fähigkeit zur
eleastischen Erholung als bisher üblich.
Es gibt zwar Metalle mit hoher elastischer Erholung, doch
sind diese der Herstellung von üblichen Dichtungen an sich
nicht zugänglich, da die Eigenschaften der hohen elastischen
Erholung nur dadurch entwickelt werden können, daß das
Metall Wärmebehandlungen unterzogen wird, welche für die
verwendeten Dichtungsmaterialien zu hart und demzufolge
unverträglich sind. Bedauerlicherweise ist es nicht zu
bewerkstelligen, die Wärmebehandlung vor dem Profilieren und
dem Wickeln des Metallstreifens zu einer Dichtung
vorzunehmen, da das behandelte Metall sehr schwer zu
bearbeiten ist.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein in einfacher und
vorteilhafter Weise durchzuführendes Verfahren zur
Herstellung selbst großer spiralgewickelter Dichtungen mit
mehreren Metern Durchmesser auszugeben, die sich auch unter
extremen Bedingungen und nicht nur bei großen, sondern auch
bei rasch erfolgenden Temperaturänderungen durch eine
verbesserte elastische Erholung auszeichnen.
Erfindungsgemäß wird eine spiralig gewickelte Dichtung
dadurch hergestellt, daß ein getemperter hitzehärtbarer
Metallstreifen hoher Zugfestigkeit zunächst profiliert, dann
zu seiner Härtung wärmebehandelt und schließlich zusammen
mit einem Streifen eines Dichtungsmaterials zur Form einer
spiralig gewickelten Dichtung gewickelt wird. Der Streifen
kann nach dem Profilieren lose spiralig gewunden werden, um
die Größe der nötigen Wärmebehandlungskammer zu vermindern.
Die Wärmebehandlung wird vorteilhafterweise in einem
Vakuumofen durchgeführt, so daß die Größe desselben ein
wichtiger Faktor für die praktische Durchführung des
Verfahrens ist. Besonders bevorzugte Metalle sind
Legierungsstähle des wärmehärtbaren Typs, wie Inconel X 750
oder Armco 17/7 (fällungsgehärtet) aus rostfreiem Stahl.
Die erfindungsgemäße Verwendung von hochzugfesten
wärmehärtbarem Material ergibt eine spiralig gewickelte
Dichtung mit ausgezeichneter elastischer Erholung, verbunden
mit hoher Beständigkeit gegen Kompression. Sie ermöglicht
die Herstellung von Dichtungen mit verhältnismäßig großen
Durchmessern, beispielsweise solcher von einem Meter oder
mehreren Metern Durchmesser. Als weiterer Vorteil kommt
hinzu, daß das Verfahren der Erfindung die Wärmebehandlung
des Metallstreifens in Form einer gewundenen Spirale von
relativ geringen Durchmesser ermöglicht, was keine sehr
große Vakuumkammer erfordert, die normalerweise zur Aufnahme
des Dichtungsmaterials notwendig wäre, selbst wenn dieses
einer Wärmebehandlung, die zur Härtung des Metallstreifens
ausreicht, widerstehen könnte.
Die Erfindung wird unter Bezugnahme auf das folgende
Beispiel näher erläutert. Eine spiralig gewickelte Dichtung
wurde hergestellt, indem ein schmaler Streifen von
getempertem (Zustand "A") ARMCO 17/7 PH Edelstahl zu einem
falschen V-Querschnitt profiliert wurde (in Längsrichtung
des Streifens).
Der profilierte Streifen wurde lose spiralförmig gewickelt
und in einen Vakuumofen eingebracht und einer
Standardwärmebehandlung unterworfen, welche das
kontrollierte Erhitzen und Abkühlen umfaßte, gefolgt von
weiterem Erwärmen zur Ausfällungshärtung des Streifens (zur
Kondition TH1050). Die Konditionen "A" und "TH1050" sind
Ausdrücke, welche von den Herstellern benutzt werden, um die
physikalischen Eigenschaften des Metalls zu beschreiben.
Nach Abkühlen an Luft wurde der profilierte Streifen mit
einem Streifen von Graphitfolie gewickelt, um eine spiral
gewickelte Standarddichtung von 4 Zoll (10 cm) nominaler
lichter Weite Klasse 600 zu bilden, in welcher die
Graphitfolie das zwischengelegte Dichtungsmaterial bildete.
Die erhaltene Dichtung wurde zu einem herkömmlichen
Führungsring zusammengebaut und auf elastische Erholung
unter Bedingungen von thermischer und Druckzyklisieren auf
einem üblichen Dichtungsprüfgerät untersucht. Es wurde
festgestellt, daß die elastische Erholung beträchtlich
größer war als die einer entsprechenden Dichtung, welche
durch herkömmliche Methoden hergestellt war unter Verwendung
gewöhnlichen rostfreien Stahls der Sorte 316-L. In beiden
Fällen wurde das Dichtungsverhalten der Dichtung sorgfältig
überwacht, um die Vergleichbarkeit der Prüfungen zu
gewährleisten.
Das Prüfprogramm bestand zu allererst darin, die Dichtung
bis zur Dicke ihres stützenden äußeren Führungsringes
herunterzupressen. Das Innere der Dichtung wurde ebenfalls
auf 104 kg/cm2 gemäß ANSI Grundspezifikation B 16.5
komprimiert. Die Belastung, die hierzu erforderlich war,
betrug 120 t für die herkömmliche Dichtung und 140 t für die
Dichtung gemäß der Erfindung. Die Belastung wurde dann
progressiv auf 10 t vermindert, während auf Leckagen und auf
elastische Erholung, bezogen auf die ursprünglich
nicht-komprimierte Dicke, überprüft wurde. Die herkömmliche
Dichtung erholte sich um 7 Tausendstel Zoll (0,1778 mm),
während sich die Dichtung gemäß der Erfindung um 10
Tausendstel Zoll (0,254 mm) erholte. Die Verbesserung in der
Erholung betrug somit über 40%, was ein überaus
zufriedenstellendes Ergebnis darstellt.
Claims (4)
1. Verfahren zur Herstellung spiralgewickelter Dichtungen,
wobei man einen Streifen aus wärmehärtbarem Metall hoher
Zugfestigkeit zunächst profiliert und dann zur Form einer
spiralig gewickelten Dichtung wickelt, dadurch gekenn
zeichnet, daß man einen Streifen aus getempertem wärme
härtbarem Metall verwendet und nach dem Profilieren den
Streifen wärmebehandelt und ihn danach mit einem Streifen
eines Dichtungsmaterials zur Form einer spiralig ge
wickelten Dichtung wickelt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der profilierte Streifen vor der Wärmebehandlung lose
spiralig gewickelt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Wärmebehandlung in einem Vakuumofen durchgeführt
wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß als Dichtungsmaterial PTFE,
Papier oder eine Graphitfolie eingesetzt wird.
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