DE3347038C2 - Verfahren zum Beschichten von Trägern mit Metallen - Google Patents

Verfahren zum Beschichten von Trägern mit Metallen

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Abstract

Das Verfahren zum Beschichten von Trägern mit Metallen umfaßt die folgenden Verfahrensschritte: a) Einbinden der abzuscheidenden Metalle als Kerne in eine oder mehrere metallorganische Sandwich-Verbindungen, b) Erzeugen einer diese metallorganischen Sandwich-Verbindungen enthaltenden, flüssigen oder pastösen Zubereitung, c) Auftragen der so erzeugten Zubereitung auf einen zu beschichtenden Träger, d) Freisetzen der als Kerne in die metallorganischen Sandwich-Verbindungen eingebundenen Metalle durch Zuführen von Energie zu der auf den Träger aufgetragenen Zubereitung, e) Entfernen der Reste der Zubereitung vom Träger.

Description

Beschreibung
Die Erfindung geht aus von einem Verfahren mit den im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 angegebenen Merkmalen.
In der US-PS 31 59 658 ist die Herstellung von dimeren Pd- und Pt-Verbindungen von Cyclopentenyl, Cyclohexenyl und Cycloheptenyl sowie ihre thermische Zersetzung unter Metallabscheidung beschrieben. LJm sie zur Metallabscheidung zu verwenden, werden die Verbindungen in organischen Lösungsmitteln gelöst. Als konkrete Anwendung ist die Herstellung von Metallspiegeln genannt.
Aus der AT-PS 2 31 236, AT-PS 2 85 276 und aus der GB-PS 12 49 624 ist es bekannt, Substrate mit Metallen zu beschichten, indem man die Substrate in Lösungen von Sandwichverbindungen dieser Metalle eintaucht, die Sandwichverbindungen thermisch zersetzt, wobei die Metalle abgeschieden werden, und anschließend die Reste der Plattierlösung vom Substrat entfernt.
In allen Fällen ist eine Metallabscheidung aus flüssigen Zubereitungen beschrieben. Solche flüssigen Zubereitungen eignen sich für die vollflächige Beschichtung von Substraten, aber weniger für die selektive Beschichtung von Substraten, denn selbst wenn man kein Tauchverfahren anwendet, besteht die Gefahr, daß eine nur stellenweise auf das Substrat aufgetragene Plattierlösung in nicht zu beschichtende Bereiche verläuft.
Aus der DD-PS 1 04 563 ist es bereits bekannt, auf ein Substrat eine aus verschiedenen Metallen bestehende Metallschicht durch thermische Zersetzung einer in einer flüssigen Zubereitung gelösten organischen Mehrkernkomplexverbindung abzuscheiden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Beschichten von Trägern mit Metallen verfügbar zu machen, weiches auf relativ preiswerte Weise das selektive Abscheiden von Metallen aus metallorganischen Sandwichverbindungen ermöglicht
Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren mit den im Patentanspruch 1 angegebenen Merkmalen. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche. Überraschenderweise hat es sich gezeigt, daß man auch durch die Metallabscheidung aus metallorganischen Sandwich-Verbindungen enthaltenden Pasten brauchbare und hinreichend fest haftende Metallüberzüge erzeugen kann, obwohl anders als beim Eintauchen der Substrate in eine Lösung von metallorganischen Sandwich-Verbindungen die Abscheidung der freigesetzten Metallatome behindert ist.
Die Zähigkeit der pastösen Zubereitung, welche die metallorganischen Sandwich-Verbindungen enthält, richtet sich nach dem gewünschten Auftragsverfahren. Als Auftragsverfahren kommen jene in Betracht, die auch zum Auftragen von Leitpasten bekannt sind (Pinseln, Aufstreichen, Spritzen, Siebdruck und ähnliches). Die Zubereitungen sollen außer den metallorganischen Verbindungen allenfalls solche Substanzen enthalten, die sich nach dem Abscheiden der Metalle aus den metallorganischen Sandwich-Verbindungen möglichst rückstandslos von dem beschichteten Träger entfernen lassen. Besonders geeignet sind Lösungsmittel, welche bereits während des Zersetzens der Sandwich-Verbindungen verdunsten. Ferner eignen sich solche Substanzen als Bestandteil der Zubereitungen, welche sich leicht in flüchtige Bestandteile zersetzen oder durch Lösungsmittel entfernen lassen.
Das Freisetzen der als Kerne in die metallorganischen Sandwich-Verbindungen eingebundenen Metalle kann im einfachsten Fall durch thermische Zersetzung der Sandwich-Verbindungen erfolgen. Außerdem können die Sandwich-Verbindungen dadurch zersetzt und die in ihnen als Kerne enthaltenen Metalle freigesetzt werden, daß man sie gezielt mit einer Strahlung beaufschlagt und ihnen dadurch dosiert Energie zuführt. Hierzu eignet sich jede Strahlung, deren Energieinhalt und Wechselwirkung mit der auf den Trägei aufgetragenen Zubereitung ausreicht, um die als Kerne in die metallorganischen Sandwich-Verbindungen eingebauten Metalle freizusetzen. Es kommen demnach insbesondere folgende Strahlungsarten in Betracht: Röntgenstrahlung, ultraviolette Strahlung, Laser-Strahlung und Elektronenstrahlen. Da sich die genannten Strahlungsarten scharf bündeln lassen, bieten sie die Möglichkeit, einen großflächig mit einer pastösen Zubereitung, welche die metallorganischen Sandwich-Verbindungen enthält, beschichteten Träger nur selektiv mit Metallen zu beschichten, indem man die gebündelten Strahlen nur an vorbestimmten Stellen des Trägers auf treffen läßt. Nur an diesen Stellen werden dann die metallorganischen Sandwich-Verbindungen zersetzt und die in sie eingebundenen Metalle freigesetzt, sodaß sie sich auf dem Träger festsetzen können. Letzteres tun die Metalle sehr bereitwillig, da sie in atomarer Form aus den Sandwich-Verbindungen freigesetzt werden, mithin sehr reaktiv sind. Dieses Vorgehen bietet die Möglichkeit, daß die aufgetragenen Substanzen von nicht bestrahlten Flächen leicht abgelöst und einer weiteren Verwendung
zugeführt werden können.
Eine nur teilweise Beschichtung von Trägern mit Metallen läßt sich außer durch selektives Bestrahlen des Trägers auch dadurch erzielen, daß man den Träger an jenen Stellen, an welchen sich kein Metall niederschlagen soll, maskiert oder passiviert und anschließend die Zubereitung vollflächig auf den Träger aufträgt. Man braucht den Träger dann nicht selektiv zu bestrahlen, sondern kann ihn insgesamt einheitlich erwärmen und dadurch die Sandwich-Verbindungen zersetzen. Die freigesetzten Metalle setzen sich dann lediglich an den nicht maskierten bzw. nicht passivierten Bereichen des Trägers fest und können an den maskierten bzw. passivierten Bereichen leicht wieder entfernt werden. Mittel zum Maskieren oder Passivieren von Trägern vor der Beschichtung sind im Bereich der Beschichtungstechnik Stand der Technik und stehen dem Fachmann zur Verfügung.
Eine weitere Möglichkeit, einen Träger nicht vollflächig, sondern lediglich in Teilbereichen zu beschichten, besteht darin, die pastöse Zubereitung, weiche die metallorganischen Sandwich-Verbindungen enthält, nur in den zu beschichtenden Teilbereichen des Trägers aufzutragen und danach durch Erwärmen die Metalle aus den Sandwich-Verbindungen freizusetzen. Als Auftragsverfahren eignet sich hier besonders das Siebdruckverfahren, welches dem Fachmann z. B. aus Verfahren zur Herstellung von elektrischen Leiterplatten bekannt ist.
Die einfachste Art und Weise der Freisetzung der Kerne aus den metallorganischen Sandwich-Verbindungen ist — wie bereits erwähnt — das Erwärmen. Dieses hat den Vorteil, daß in demselben Verfahrensschritt in der auf den Träger aufgetragenen Zubereitung enthaltene flüchtige Substanzen ausgetrieben werden können. Außerdem beschleunigt erhöhte Temperatur die Abscheidung der Metalle aus den Sandwich-Verbindungen und begünstigt Diffusionsvorgänge, welche zu einer besseren Haftung der abgeschiedenen Metalle auf dem Träger führen können.
Enthält die Zubereitung eine Mischung von Sandwich-Verbindungen mit unterschiedlichen Metallkernen, welche zur Legierungsbildung geeignet sind, dann kann sich beim Zersetzen der Sandwich-Verbindungen auf der Oberfläche des Trägers unmittelbar eine Legierung aus diesen Metallen bilden, wobei die Legierungsbildung durch erhöhte Temperatur noch begünstigt wird.
Enthält die Zubereitung, welche auf den Träger aufgetragen wird, eine Mischung von Sandwich-Verbindungen mit unterschiedlichen Metallkernen, welche nicht zur Legierungsbildung neigen, dann scheiden sich die Metalle beim Zersetzen der Sandwich-Verbindungen auf der Oberfläche des Trägers in Form eines sehr fein verteilten Gemenges ab.
Durch mehrfaches Wiederholen des im Anspruch 1 definierten Beschichtungsverfahrens lassen sich auf einem Träger auch mehrere metallische Schichten übereinander erzeugen. Dies ist besonders interessant zur Erzeugung von Schichten aus unterschiedlichen Metallen.
Ein Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens liegt darin, daß man der Zubereitung, welche die metallorganischen Sandwich-Verbindungen enthält, polymerisierbare, insbesondere strahlenpolymerisierbare Monomere zusetzen kann. Dies hat zur Folge, daß man beim Zersetzen der metallorganischen Sandwich-Verbindungen durch Erwärmen oder Bestrahlen nicht nur Metalle aus den metallorganischen Sandwich-Verbindungen freisetzt, sondern gleichzeitig die Monomere zur Polymerisation anregt Es kommt deshalb zu einer gemeinsamen Abscheidung von Metallen und polymeren Substanzen auf dem Träger. Hierfür gibt es interessante Anwendungen. Erwähnt sei, daß man auf diese Weise in die abgeschiedenen Metalle z. B. Festschmierstoffe einlagern kann, weiche dem so behandelten Werkstück selbstschmierende Eigenschaften verleihen. Solche Deckschichten mit selbstschmierenden Eigenschaften können eingesetzt werden für lösbare Steckverbindungen, insbesondere für elektrische Steckkontakte, aber auch für elektrische Gleitkontakte.
Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich zum Beschichten von metallischen Trägern, z. B. von elektrischen Kontaktmaterialien, sowie von nichtmetallischen Trägern. Besonders vielversprechend ist seine Anwendung zur Herstellung von elektrischen Schaltungsmustern auf elektrisch isolierenden Trägern, z. B. von Schichtschaltungen.
Nachstehend sind noch zwei Ausführungsbeispiele angegeben:
Beispiel 1
Der Palladium- Palladium-Zweikernkomplex
(μ-2-CH3C3H4)^-C5H5) Pd2(PPr3T)2
mit einem Zersetzungspunkt von 61° C wird als Pulver mit einer ungefähr gleich großen Menge handelsüblichen Paraffinöls (Siedpunkt 360°) zwischen zwei aufgerauhten Glasplatten zu einer Paste verrieben, in welcher der Pd-Zweikernkomplex in sehr feiner Form und gleichmäßiger Verteilung vorliegt. (In dieser Formel bezeichnet PrT eine Propylengruppe in trans-Stellung). Die so hergestellte Paste wird mit einer Klinge in dünner Schicht auf einen ebenen Träger aus CuSnö-Legierung aufgestrichen und an Luft mit einem Excimer-Laser mit einer Wellenlänge von 308 nm bestrahlt. Nach Bestrahlung mit 30 000 Laserimpulsen mit einer Energiedichte von mehr als 100 mj/cm2 wurde die Paste vom Träger durch Abwischen mit Pentan als Lösungsmittel entfernt.
Untersuchungen des Trägers mit einem Rasterelektronenmikroskop und mittels Auger-Mikrosonde (AES) zeigten eine zwischen 50,0 nm und 80,0 nm dicke, im bestrahlten Bereich zusammenhängende, spiegelnde Palladiumschicht, welche durch nachfolgendes kräftiges Abreiben mit Äthanol, Aceton und Trichloräthan nicht abgelöst werden konnte.
Beispiel 2
Das Beispiel 1 wurde dahingehend abgewandelt, daß als Trägerwerkstoff anstelle CuSnö-Legierung eine CuZnLegierung genommen wurde. Die Laserbestrahlung wurde nicht in Luft, sondern unter Helium als Schutzgas durchgeführt. Es wurde eine Palladiumschicht abgeschieden, deren Erscheinungsbild jener aus dem 1. Beispiel ähnelte.

Claims (4)

Patentansprüche
1. Verfahren zum Beschichten von Trägern mit Metallen durch
a) Einbinden der abzuscheidenden Metalle als Kerne in eine oder mehrere metallorganische Sandwich-Verbindungen,
b) Erzeugen einer diese metallorganischen Sandwich-Verbindungen enthaltenden Zubereitung.
c) Auftragen der so erzeugten Zubereitung auf einen zu beschichtenden Träger,
d) Freisetzen der als Kerne in die metallorganischen Sandwich-Verbindungen eingebundenen Metalle durch Zuführen von Energie zu der auf den Träger aufgetragenen Zubereitung,
e) Entfernen der Reste der Zubereitung von Träger,
dadurch gekennzeichnet, daß metallorganische Sandwich-Verbindungen enthaltenden pastöse Zubereitungen verwendet werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zubereitung vollflächig oder wenigstens in einem Teilbereiche umfassenden größeren Bereich auf den Träger aufgetragen wird und danach nur die zu beschichtenden Teilbereiche des Trägers zur Freisetzung der Metalle mit energiereichen Strahlen bestrahlt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zubereitung nur in Teilbereichen auf den Träger aufgetragen wird und danach die Metalle durch Erwärmen freigesetzt werden.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine Zubereitung, die zusätzliche polymerisierbare insbesondere strahlenpolymerisierbare Monomere enthält, verwendet wird.
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