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Beizmaschine. Bei den bekannt gewordenenBeizmaschinen wird das Beizgut
inKörben durch Maschinenkraft in die Beizflüssigkeit niedergelassen und darin auf
und ab bewegt. Um den Arbeitsaufwand hierbei möglichst klein zu halten, balanigert
man das Gut durch Gegengewichte aus, deren Bewegung jedoch durch Reibung usw. unnütz
Kräfte verloren gehen läßt. Vor allem aber erhöhen solche Vorrichtungen die Anlagekosten,
und feste Gegengewichte lassen sich nur schwer der wirklichen Belastung der Maschine
anpassen.
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Es ist ferner vorgeschlagen worden, das Gewicht -von zwei Beizkörben
.mit dem darin eingebrachten Beizgut gegenseitig auszugleichen, indem man beide
Körbe an Winkelhebeln aufhängt, die miteinander durch ein Ausgleichsgestänge in
Verbindung stehen. Die Durchführung dieses Vorschlages ist jedoch insofern auf besondere
Schwierigkeiten gestoßen, als es nicht gelang, eine einwandfrei arbeitende Vorrichtung
zü finden, mit der man die gefüllten Beizkörbe sicher und zuverlässig in die Tragzapfen
der Winkelhebel maschinenmäßig ein- und aushängen und von Bottich zu Bottich weiterbefördern
lassen kann. Man hat diese Aufgabe durch Verwendung von Drehkreuzen zu lösen versucht,
durch deren Arme die Körbe von den Winkelhebeln abgehoben und weiterbefördert werden.»
Dabei muß ein Arbeiter für eine stets peinlich genaue Einstellung des Drehkreuzes
sorgen, bevor er von einem Arbeitsgangezum andern übergehen kann. Somit war ein
sicheres und schnelles Arbeiten mit jener Maschine nicht möglich. Vor allem aber
hat sie den Nachteil, daß nur wenige Tröge mit einem Drehkreuz bedient werden können,
wenn man zu große und teure Abmessungen desselben vermeiden und weiter ein richtiges
Einhängen der Beizkörbe in die Tragzapfen der Winkelhebel überwachen lassen will.
Es ist nicht möglich, die Hilfsmittel dieser bekannten Beizmaschine für größere
Anlagen mit vielen Trögen anzuwenden, namentlich dann nicht, wenn drei und mehr
Tröge für (las Beizv erfahren notwendig sind.
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All diese Nachteile werden nach der Erfindung dadurch beseitigt, daß
stets zwei vollständige Beizmaschinensätze derart zusammenarbeiten, daß die beladenen
Beizkörbe der einen Maschine durch die entsprechenden Beizkörbe der anderen im Gleichgewicht
gehalten werden.
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Ein weiteres Merkmal der Erfindung besteht darin, daß die verfahrbar
aufgehängten Beizl;iirbe über den Trögen auf Schienenstücke aufgefahren werden,
die in der Höhe verstellbar sind und sich je zu zweit mitsamt den an ihnen hängenden
Beizgutmengen während des Auf- und Niedertauchens derselben in der Beizflüssigkeit
im Gleichgewicht halten.
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Schließlich sind noch die verstellbaren Schienenstücke gleichzeitig
je an zwei unstarren Strängen, wie Ketten, Seilen, Rieinen u. dgl., aufgehängt,
von denen aber nur der eine zu dem entsprechenden Schienenstück des zweiten Maschinensatzes
führt und so dem Gewichtsausgleich dient, während der andere unter dem Einfluß einer
Hubmaschine, z. B. eines Wassermotors, steht und das
Hochziehen
des betreffenden Schienenteiles mit der an ihm hängenden Last vermittelt.
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_: Das Beizgut wird naturgemäß jeweils nur von dem einen der beiden
Stränge gehalten., während der andere, ohne abgehängt zu werden oder sonst das Loskuppeln
eines Teiles notwendig zu machen, einfach im ungespannten Zustand durchhängt. Dadurch
wird nicht nur die Betriebssicherheit gefördert, sondern auch das Arbeiten an der
Maschine selbst erleichtert, weil die Aufmerksamkeit des Arbeiters nicht durch eine
genaue Einstellung von Maschinenteilen zum Zweck ihrer ordnungsmäßigen Kupplung
in Anspruch genommen wird.
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Einzelheiten eines Ausführungsbeispiels sind in der Zeichnung dargestellt.
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Fig. i zeigt einen Aufriß der Beizmaschine in der Stellung, in welcher
eine Beschickung beiderseitig durch Beizgut mittels Hängebahn o. dgl. erfolgen kann.
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Fig. a stellt gleichfalls den Erfindungsgegenstand im Aufriß dar,
wobei aber die Beizlast so weit gesenkt ist, daß das Beizgut auf beiden Seiten in
die Beizflüssigkeit hineintaucht und unter Auf- und Abschwenken gebeizt wird.
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Fig.3 gibt die vollständige Maschinenanlage im Grundriß wieder.
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Bei jeder Maschine sind in zwei Reihen je drei Bottiche
a, b, c bzw. d, b', c' angeordnet. Oberhalb dieser Bottiche führen
zwei Schienenstränge entlang, von denen die unmittelbar über den Bottichen befindlichen
Schienenstücke d-e bzw. d'-e' in ihrer Höhe verstellbar sind. Hierzu sind sie an
je einer Führungsvorrichtung f bzw. f' befestigt, und diese hängen an mehreren Seilen,
Ketten, Riemen o. dgl. i, k bzw. i', k'. Die Zugorgane k und
k' sind über die Leitrollen l
bzw. l' zu den Kolbenmaschinen g bzw.
g' geführt, die beispielsweise als Wassermotore ausgebildet sind und durch den Druck
des gewöhnlichen Leitungswassers angetrieben werden können. Das von ihnen verbrauchte
Wasser kann zur Spülung des gebeizten Gutes verwendet werden, so daß der Antrieb
dieser Motore g bzw. g' keine besonderen Kosten verursacht. Außer an den Seilen
k bzw. k' hängen die Schienen d-e bzw. d'-e' noch an den Zugorganen
i bzw. i, die über die Leitrollen h bzw. h' geführt und durch das
Schloß zn miteinander verbunden sind. Eine der beiden Leitrollen, z. B. die Rolle
lt,
wird von dem Rlektromotor ia aus durch Vermittlung einer Zahnradübersetzung,
der Kurbel o und der Pleuelstange p, die an dem starr mit der Rolle h verbundenen
Hebel q angreift, gleichmäßig hin und her, geschwenkt. Dadurch werden auch
die Schienen d-e bzw. d'-e', abwechselnd gehoben und gesenkt, und zwar derart, daß
die eine Maschine diese Last hebt, wenn sie bei der anderen gesenkt wird und umgekehrt.
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Auf den Schienen laufen die Rollen r bzw. r', an denen in an sich
bekannter Weise die Traggerüste s bzw. s' für odas Beizgut t bzw.
t'
aufgehängt sind. Sobald nun letzteres an der Aufhängevorrichtung s bzw.
s' befestigt ist und in die Bottiche a, b, c bzw. d, b', c'
hinabgelassen
werden soll, läßt man dieSchienen d-e bzw. d'-e' durch die Kolbenmaschinen g bzw.
g' senken. Umgekehrt läßt man durch diese auch das Beizgut aus der Flüssigkeit herausheben,
sobald man dies für nötig hält. Dabei hängen dann die Schienen d-e bzw. d'-e' nur
an den Seilen k bzw. k', während die Seile i. bzw.
i schlaff: über den Rollen h bzw. hä liegen (Fig. i). Umgekehrt geben die
Kolbenmaschinen g und g' die Seile k bzw. k' während des Beizens, Spulens und Neutralisierens
soweit nach, daß letztere die Schienen d-e bzw. d'-e' nicht mehr halten, sondern
diese an den Seilen i und i hängen und durch den oben beschriebenen
Schwenkantrieb der Rollen h bzw. h' abwechselnd gehoben und gesenkt werden.
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Die große Anzahl der Bottiche a, b, c bzw.
a', b', c'
ermöglicht ein schnelles und gleichmäßiges Durcharbeiten des angelieferten Beizgutes.
Hierzu kann man beispielsweise die Bottiche a und d mit Säure, die Bottiche
b
und b' mit Spülwasser und die Bottiche c und c' mit Kalkmilch füllen.
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Dann wird das Beizgut auf jeder Maschine erst eine Zeit lang in die
Säurebottiche gebracht. Nachdem es eine Zeit lang darin auf und ab geschwenkt und
genügend gebeizt ist, wird der Elektromotor sa abgestellt und die beiden Gleisstücke
durch den Wassermotor g in die ursprüngliche Höhe gebracht.
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Die beiden Beizlasten t und t' werden nun über die Bottiche
b und b' verschoben und neues Gut über die Bottiche a, a' gefahren.
Dann beginnt der Prozeß von neuem; das vordem gebeitze Material wird abgespült und
das neue gebeizt. Nach Beendigung dieses Arbeitsganges wird das gespülte Gut über
die mit Kalkmilch gefüllten Bottiche gebracht, das gebeizte über die Bottiche
b, b'
und über die Bottiche a, a'. Jetzt arbeitet die Anlage voll,
d. h. zu gleicher Zeit wird gebeiztes und abgespültes Gut neutralisiert, das vorher.-
nur gebeizte gespült und ungebeiztes gebeizt. Das fertige Arbeitsgut wird endlich
zur weiteren Behandlung abgeschoben und neues zugebracht. Für den Fall, .daß die
Stoffart des Beizgutes oder andere Umstände umfassendere Maßnahmen für das Beizen
notwendig machen, kann man für jede Maschine noch mehr Bottiche vorsehen, als es
in der Zeichnung dargestellt ist. Dies
wird auch dann notwendig,
wenn- das Beizgut verschieden lange Zeit in den mannigfachen Flüssigkeiten bleiben
muß. Zu diesem Zweck kann man das Beizgut nacheinander in mehrere Bottiche tauchen,
die gruppenweise mit gleichen Flüssigkeiten gefüllt sind. Dabei läßt sich auch der
Konzentrationsgrad oder die Reinheit der einzelnen Flüssigkeiten abstufen, z. B.
das Spülwasser nacheinander durch mehrere Bottiche hindurchführen, von denen nur
der letzte frisches Wasser erhält, das dann nacheinander durch die davorliegenden
Bottiche fließt.
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Auf welche Weise im übrigen der maschinenmäßigeAntrieb für das Heben
und Senken des Beizgutes erfolgt, der nach dem beschriebenen Ausführungsbeispiel
durch zwei Wassermotore g und g' und einen Elektromotor ia erfolgen kann, ist beliebig.
Die beschriebene Anordnung hat aber den wirtschaftlichen Vorteil geringer Betriebskosten.