-
Maschine zum Entlüften und luftdichten Verschließen von Konservendosen.
Bei der Konservierung von Nahrungsmitteln ist eine haltbare Ware, besonders wenn
es sich um Fleischkonserven handelt, nur zu erzielen, wenn die Dosen vor ihrem hermetischen
Verschluß entlüftet werden, weil es bei Entfernung der Luft aus den Dosen möglich
ist, mit niederen Sterilisationstemperaturen und kürzeren Sterilisationsdaten auszukommen.
Diese Vorteile auch in der Massenfabrikation zu erringen, ist in der Konservierungstechnik
erstrebenswert, denn mit steigender Temperatur und verlängerter Zeitdauer des Sterilisationsvorganges
treten innere Veränderungen der Nahrungsmittel ein, die sich in vielen Fällen -schon
rein äußerlich in der Konsistenz (Verkochen) oder im Geschmack (Kochgeschmack) sowie
in der Farbe äußern. Ferner büßen die Eiweißkörper an Verdaulichkeit und Bekömmlichkeit
ein. Bei Fleischkonserven ist schließlich festgestellt worden, daß mit der Steigerung
der Temperätur die Festigkeit, Zähigkeit und Derbheit des Fleisches zunimmt, der
Saft und Fettgehalt dagegen herabgesetzt wird.
-
Mit den bisher bekannten Mitteln kann die Entlüftung der Dosen im
Großbetriebe nicht bewerkstelligt werden, weil in der Konservenindustrie das berechtigte
Verlangen vorherrscht, däß die Leistungsfähigkeit durch die Anwendung des Entlüftungsverfahrens
nicht merklich herabgesetzt werden darf.
-
Unter Anwendung des Entlüftungsverfahrens die in letzterem begründeten
Vorteile voll und ganz zu erzielen, ist es deshalb unerläßlich, daß zum Verschließen
der Dosen die bekannten selbsttätig arbeitenden Dosenverschließmaschinen verwendet
werden.
-
Gemäß der Erfindung wird den geschilderten Anforderungen voll und
ganz dadurch entsprochen, daß eine Maschine zum Entlüften und luftdichten Verschließen
von Konservendosen verwendet wird, bei der die Entlüftungskammer in an sich bekannter
Weise zur Aufnahme einer Mehrzahl von Dosen eingerichtet ist. Das Wesentliche der
Erfindung besteht dabei in der Anordnung, daß in der Entlüftungskammer eine selbsttätige
Dosenverschließmaschine eingebaut ist, die die Dosen nach der Entlüftung verschließt.
-
Ein weiteres kennzeichnendes Merkmal der Erfindung besteht darin,
daß die Dosen am Eingang der Entlüftungskammer durch eine Fördervorrichtung einzeln
übernommen und schrittweise zunächst der Verschließmaschine überliefert und nach
ihrem luftdichten Verschluß dem Ausgang der Kammer zugeführt werden.
-
Auf der beiliegenden Zeichnung ist eine Ausführungsform der Erfindung
zur Darstellung gebracht worden, und zwar zeigen Fig. = die neuartige Verschlußmaschine
in Vorderansicht, Fig. 2 in einem wagerechten Schnitt: Die mit den zu konservierenden
Nahrungsmitteln gefüllten Dosen x, die in der durch die Rohrleitung 2 an eine Entlüftungsanlage
geeigneter Art angeschlossenen Kammer 3 entlüftet und hermetisch verschlossen werden
sollen, werden durch eine Schleuse befördert, die in dem Ausführungsbeispiel der
Zeichnung
äus einer um die senkrechte Achse q. drehbaren Zellentrommel
5 besteht. In den Zellen dieser Trommel 5 sind am Boden Anschläge oder Ausschnitte
6 vorgesehen, die die Einführung der Dosen = begrenzen und dafür sorgen, daß die
Dosen in einer bestimmten Stellung in die Kammer 3 gelangen.
-
In der Kammer 3 ist eine Fördervorrichtung vorgesehen, welche die
durch die Zellentrommel 5 zugebrachten Dosen einzeln übernimmt, der selbsttätigen
Verschließmaschine überliefert und nach dem Aufsetzen sowie hermetischen Verschließen
des Deckels dem Ausgang zuführt.
-
In dem Ausführungsbeispiel der Zeichnung besteht die Fördervorrichtung
aus einer in der Kammer '3 geradlinig hin und her beweglichen Zangeneinrichtung,
deren beide Backen 7 mit gegenüberliegenden Ausschnitten oder Rundungen 8 in solchen
Abständen versehen sind, daß-die durch die Zellentrommel 5 zugeführten Dosen = verläßlich
erfaßt und absatzweise weiterbefördert werden. Die Drehung der Zellentrommel 5 und
die Hin- und Herbewegung der Zangeneinrichtung sind zu diesem Zwecke so bemessen,
daß die Zange in geöffnetem Zustande in die der Kammer 3 zugewendete Zelle -der
Trommel 5 eindringt, die darin befindliche Dose i erfaßt und aus der Zelle herausbefördert,
ohne die Drehung der Trommel zu beeinträchtigen. Bis zu dem Zeitpunkt, wo die nächste
Trommelzelle dem Innern der Kammer 3 zugewendet ist, hat die Zangeneinrichtung eine
Hin- und Herbewegung ausgeführt und dabei die zuerst aufgenommene Dose auf eine
solche Entfernung. weiterbefördert, daß sie bei der Umkehr der Bewegungsrichtung
der Zange in dem nächsten Zangenmaul erfaßt wird. Die Dosen werden mithin schrittweise
der ' selbsttätigen. VerschEeßmaschine und dem Ausgang zugeführt.
-
Die in die Kammer 3 eingebaute selbsttätige Verschließmaschine g irgendeiner
bekannten Bauart ist so eingerichtet, daß sie die ihr einzeln zugeführten Dosen
mit einem hermetisch schließenden Deckel versieht, während die Zangeneinrichtung
zur Aufnahme einer frischen Dose mit geöffneten Backen der Zellentrommel 5 zuwandert.
-
Das hermetische Verschließen der Dosen ist der schrittweisen Beförderung
der letzteren derart angepaßt, daß beim Schließen der Zangenbacken zur Übernahme
einer durch die Zellentrommel 5 zugeführten Dose die von der Verschließmaschine
freigegebene, verschlossene Dose mit erfaßt und einen Schritt weitergeschoben wird.
-
Am Ausgang der Kämmen 3 gelangen die von der Zangeneinrichtung freigegebenen
Dosen auf ein Leitblech =o, durch das sie umgelegt werden und in eine in dem Ausführungsbeispiel
der Zeichnung ebenfalls aus einer Zellentrommel ii bestehende Schleuse gelangen,
welche sie ins Freie befördert.
-
Um. die Luftverdünnung in der Kammer 3 möglichst gleichmäßig zu erhalten
sind Rohrleitungen vorgesehen, die mit der Entlüftungsanlage in Verbindung stehen
und an beiden Enden der Kammer 3 in den dort für die Zellentrommelns und il angeordneten
Zylindermänteln in solcher Anordnung münden, daß sie die Luft aus den Zellen befördern,
bevor diese sich nach der Kammer 3 zu öffnen. In dem Ausführungsbeispiel der Zeichnung
dient zu diesem Zweck das Rohr i2 für die Entlüftung der Zellentrommel 5, das Rohr
13 für die Entlüftung der Zellentrommel il.
-
Der Antrieb der beschriebenen Maschine wird von der die Fest- und
Losscheibe 14 bzw. 15 tragenden, geeignet gelagerten Welle 16 bewirkt, die mit der
in der Kammer 3 eingebauten selbsttätigen Verschließmaschine durch geeignete Zwischentriebe
in Verbindung steht, so daß die Dosendeckel auf die der Verschließmaschine zugeführten
Dosen aufgepreßt und letztere in an- sich bekannter Weise hermetisch verschlossen
werden.
-
Der Antrieb der beiden Zellentrommeln 5 und il sowie der Zangeneinrichtung
wird von der Welle 16 mit Hilfe der Schnecke 17 und des Schneckenrades 18 abgeleitet.
Das Schnekkenrad 18 sitzt auf der Welle 1g, die zwei Riemenscheiben 2o, 21 zur wechselseitigen
Bewegung der Zellentrommeln 5 und ii und der Zangeneinrichtung trägt. Beide Scheiben
2o, 21 haben lose Gegenscheiben, die mit Kupplungslosscheiben auf den Antriebswellen
22 und 23 der Zellentrommeln und der Zangeneinrichtung fest verbunden sind. Die
Drehung dieser beiden Wellen 22 und 23 wird durch eine auf der Schneckenradwelle
1g sitzende Kurvenscheibe 24 erreicht, indem zwei durch diese Kurvenscheibe beeinfiußteHebelgestänge
25 und 26 die Kupplungen 27 und 28 abwechselnd einrücken, Die Drehung der Welle
22, die den Antrieb der Schleusentrommeln 5 und ix bewirkt, wird unter Einschaltung
von Kegelradsätzen auf die Trommelachsen q. und 30 übertragen.
-
Die Antriebswelle 23 hat der Zangeneinrichtung eine hin und her gehende
Bewegung zu erteilen, außerdem aber für die Öffnung der Zange bei. der Bewegung
in Richtung auf die Zellentrommel 5 und für die Schließung der Zange bei der umgekehrten
Bewegung zu sorgen.
-
Die Hin- -und Herbewegung der Zange wird unter Vermittlung geeigneter.Zwischengetriebe
durch eine auf der Welle 31 sitzende Kurbelscheibe 32 erreicht, die durch den Lenker
33 an den Schlitten 34 der Zangeneinrichtung angeschlossen -ist. Der Schlitten 34
wird durch
zwei parallel zueinander in der Kammer 3 drehbar, aber
unverschiebbar gelagerte Wellen 35, 36 geführt. Zur Sicherung der geradlinigen Bewegung
ist auch an dem anderen Ende der Zangeneinrichtung ein Schlitten 37 vorgesehen,
der wie der Schlitten 34 auf den Wellen 35 und 36 geführt wird.
-
Das Öffnen und Schließen der Zangeneinrichtung wird durch eine im
Innern der Kammer 3 auf der Antriebswelle 23 aufgekeilte Kurvenscheibe 38 unter
Vermittlung geeigneter - Hebelgestänge erreicht. Diese Hebelgestänge versetzen die
Wellen 35 und 36 im geeigneten Augenblick in Drehung, so daß die Zangenbacken 7,
die mit den Wellen 35 und 36 durch Nut und Feder zwangläufig verbunden sind, geöffnet
oder geschlossen werden.
-
Alle in das Innere der Kammer 3 führenden Wellen ruhen in Stopfbüchsen,
die den Luftzutritt zur Kammer 3 verhindern. Ebenso sind die Zellenwände der Trommeln
5 und =i an den Gleitflächen mit Packungen versehen, um einen luftdichten Abschluß
zu erzielen.
-
Durch eine dichtschließende Tür 39 ist der Innenraum der Kammer 3
für das Auswechseln der Deckelstapel 40 und für etwa an der Verschließmaschine notwendige
Arbeiten bequem zugängig. Es wird ferner darauf aufmerksam gemacht, daß gegenüber
dem Darstellungsbeispiel der Zeichnung Abänderungen in der Ausführung und in den
Maßverhältnissen der einzelnen Teile vorgenommen werden können, ohne den Rahmen
der Erfindung überschreiten zu müssen. Als Abänderungsbeispiel wird die Verwendung
einer Förderkette an Stelle der Zangeneinrichtung erwähnt.