DE342098C - Verfahren, chemische Apparate oder deren Teile durch Herstellen aus oder Umkleiden mit Hartgummi chlor-, saeure- und alkalibestaendig zu machen - Google Patents

Verfahren, chemische Apparate oder deren Teile durch Herstellen aus oder Umkleiden mit Hartgummi chlor-, saeure- und alkalibestaendig zu machen

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DE342098C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08KUse of inorganic or non-macromolecular organic substances as compounding ingredients
    • C08K3/00Use of inorganic substances as compounding ingredients
    • C08K3/18Oxygen-containing compounds, e.g. metal carbonyls
    • C08K3/20Oxides; Hydroxides
    • C08K3/22Oxides; Hydroxides of metals

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Description

  • Verfahren, chemische Apparate oder deren Teile durch Herstellen aus oder Umkleiden mit Hartgummi chlor-, säure- und alkalibeständig zu machen. In der chemischen Industrie besteht ein dringendes Bedürfnis, Gegenstände und Bekleidungen für chemische Apparate oder Gefäße säure-, chlor- und alkalibeständig zu machen. Man hatte sich damit abgefunden, derartige Gegenstände aus Ton, -Eisen oder anderen Metallen herzustellen und diese, da sie nur kurze Zeit den chemischen Einwirkungen standhielten, von Zeit zu Zeit zu ersetzen. Auch durch Lacke o. dgl. lassen sie sich nicht für längere Zeit widerstandsfähig machen.
  • Im Kautschuk ist nun ein Material bekannt, das sich zur Herstellung massiver Gegenstände und auch zum Umkleiden von Metallen gut eignet und das, wenn der Kautschuk-Kohlenwasserstoff vollständig mit `Schwefel gesättigt ist, eine große Säurebeständigkeit besitzt.' Bei der normalen Vulkanisationsdauer von 5 bis 8 Stunden wird der Sättigungszustand Clo His S2 aber nicht erreicht; es entsteht hierbei ein Hartgummi, der zwar gute mechanische Eigenschaften hat, aber gegen Chlor, Säure und Alkali nicht sehr beständig ist. Um den Sättigungszustand herbeizuführen, wurde vorgeschlagen, den Kautschuk überlzuvulkanisieren. Durch einen an sich bekannten Zusatz von Graphit oder anderen gegen Säure usw. beständigen Füllstoffen, wie Schwerspat usw., wird diese chemische Beständigkeit noch erhöht.
  • DieÜbervulkanisation des Hartgummis wurde bisher durch eine Vulkanisationsdauer von zz bis 48 Stunden, gegenüber der üblichen von 5 bis 8 Stunden, erreicht; damit ist der Nachteil verbunden, daß die Formen und die Vulkanisieröfen sehr wenig ausgenutzt werden können, was um so mehr ins Gewicht fällt, als die von der chemischen Industrie gebrauchten Behälter und Apparate ziemlich groß sind und viel Raum beanspruchen.
  • Es wäre denkbar, statt durch eine lange Vulkanisationsdauer die übervulkanisation dadurch zu erzielen, daß der Vulkanisierdruck und die Temperatur gesteigert werden, doch ist dies nicht angängig, weil der Hartgummi schon bei 5 bis 6 Atm. Dampfdruck porös und undicht wird.
  • Durch das neue Verfahren läßt sich jedoch ein gegen Säure, Chlor und Alkali beständiger Hartgummi schon bei der normalen Vulkanisationsdauer von 5 bis 8 Stunden herstellen, und zwar durch den Zusatz von Vulkanisationsbeschleunigern, wie Kalk, Bleiglätte, Magnesiumoxyd, Braunstein, Bleimennige o. dgl. Die Verwendung derartiger Vulkanisationsbeschleuniger ist aus der Weichgummifabrikation bekannt. Für die Herstellung von Hartgummi, der chlor-, alkali- und säurebeständig sein soll, wurde die Verwendung dieser Oxyde bisher deswegen für nicht angängig gehalten, weil die Oxyde bekanntlich für sich allein sehr leicht von Chlor usw. angegriffen werden.
  • Es wurde nun gefunden, daß diese Vulkanisationsbeschleuniger, trotzdem sie an sich. nicht chlor-, alkäli- und säurebeständig sind, wenn sie den Hartgummimischungen zugesetzt werden, nicht mehr angegriffen werden, wenn die Menge der zugesetzten Oxyde in bestimmten Grenzen liegt; sie muß einerseits so groß sein, daß das Erdprodukt in 5 bis 8 Stunden, der normalen Vulkanisationszeit für Hartgummi, schon übervulkanisiert ist, anderseits darf sie im Verhältnis zu der angewendeten Kautschukmenge nur so groß sein, daß der Kautschuk in der Lage ist. eine genügend schützende Wirkung auszuüben gegen den Angriff von Chlor, Säure oder Alkali. Bei Bleiglätte z. B., die vorzugsweise als Vulkanisationsbeschleuniger brauchbar ist, hat sich ein Zusatz zwischen 5 und zo Prozcnt auf die ganze Mischung oder zwischen 12 und 15 Prozent, auf den Kautschukgehalt bezogen, als am günstigsten erwiesen. Nach diesem Verfahren läßt sich alEo die Eigenschaft der Vulkanisationsbeschleuniger, den Vulkanisierprozeß wesentlich abzukürzen, auch zur Erzielung eines übervulkanisierten, gegen Chlor, Alkali und Säure beständigen Hartgummis verwenden.
  • Bei der Herstellung der Mischung wird so verfahren, daß in bekannter Weise, um eine möglichste Sättigung' des Kautschuk-Kohlenwasserstoffes mit Schwefel zu erzielen, auf 67 Teile Kautschuk etwa 33 Teile Schwefel verwendet werden. Außerdem werden zweckmäßig zur Verbilligung Füllmittel zugesetzt, wie Graphit, Schwerspat o. dgl., die gegen Chlor, Säure und Alkali unempfindlich sind. Der Anteil der Bleiglätte oder anderer Vulkanisationsbeschleuniger beträgt ungefähr 5 bis to Prozent von dieser Mischung.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSpRUcIi: Verfahren, chemische Apparate cder deren Teile durch Herstellung aus oder Umkleiden mit Hartgummi chlor-, säure-und alkalibeständig zu machen, wobei der Rohkautschuk Schwefel in solcher Menge, als zur Sättigung der reinen Kautschuk Kohlenwasserstoffe nötig ist, und Graphit oder andere von Chlor, Säure und Alkali nicht angreifbare Substanzen enthält, dadurch gekennzeichnet, daß der Kautschukmischung 5 bis zo Prozent vulkanisationsbeschleunigende Mittel, wie.Bleioxyd, zugesetzt werden, und daß die chemischen Apparate oder deren Teile 5 bis 8 Stunden vulkanisiert werden.
DE1913342098D 1913-05-09 1913-05-09 Verfahren, chemische Apparate oder deren Teile durch Herstellen aus oder Umkleiden mit Hartgummi chlor-, saeure- und alkalibestaendig zu machen Expired DE342098C (de)

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