DE3519111C2 - - Google Patents
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer
hochmanganhaltigen Eisenlegierung, wie Ferromangan, durch Schmelzreduktion. Insbeson
dere betrifft diese Erfindung ein Verfahren, welches die preis
werte Herstellung von hochmanganhaltiger Eisenlegierung, die
bisher unter Verwendung von elektrischer Energie als Wärme
quelle erhalten wurde, ermöglicht, wobei Mangan in einer ho
hen Ausbeute gewonnen wird, durch die Schmelzreduktion von
Manganoxid, wie Manganerz, mit einer festen kohlenstoffhaltigen
Substanz, wie Koks, als Wärmequelle und Reduktionsmittel.
Der Ausdruck "hochmanganhaltige Eisenlegierung", wie er in
dieser Beschreibung verwendet wird, bedeutet eine überwiegend
aus Mn-Fe gebildete und als Desoxidationsmittel bei der Stahl
herstellung oder als Manganquelle bei der Herstellung von
hochmanganhaltigem Stahl eingesetzte Legierung. Von dieser Le
gierung wird verlangt, daß sie nicht weniger als 20 Gewichts
prozent Mangan enthält. Ferner werden die hochmanganhaltigen
Eisenlegierungsprodukte der Sorten, die gewöhnlich auf dem
Markt verfügbar sind, nach ihren Kohlenstoffgehalten einge
stuft und unterschieden. Da Phosphor
eine nachteilige Wirkung bei der Stahlherstellung besitzt,
ist es erwünscht, daß der Phosphorgehalt dieser Legierung so
niedrig wie möglich ist.
Bisher wurden die hochmanganhaltigen Eisenlegierungen, wie bei
spielsweise Ferromangan mit einem Gehalt von nicht unter 60%
Mangan, durch Erhitzen, Schmelzen und Reduzieren von Manganerz
und/oder dem Vorreduktionsprodukt davon, zusammen mit einem
kohlenstoffhaltigen Reduktionsmittel, wie Koks und einem
schlackenbildenden Mittel in einem elektrischen Ofen herge
stellt. Dies trifft auch für die Herstellung Kohlenstoff ungesättigter, hochman
ganhaltiger Eisenlegierungen über Siliciummangan und die nachfolgende Entsili
zierung zu Ferromangan mit mittlerem bis niedrigem C-Gehalt zu.
Die bei diesen Verfahren verbrauchte elektrische Energie
stellt einen
Hauptfaktor für die hohen Produktionskosten dar.
Daraus folgt, daß der energetische Wirkungs
grad dieser Verfahren vom Standpunkt der Primärenergie aus
bemerkenswert niedrig ist. Wenn eine Vorrichtung konstruiert
würde, welche die Herstellung von hochmanganhaltiger Eisenle
gierung durch Verwendung einer Primärenergie (insbesondere
der Energie der Verbrennung einer festen kohlenstoffhaltigen
Substanz vom Kohletyp, wie Kohle oder Koks) an Stelle von elek
trischer Energie erlaubt, dann würde sich die Herstellung vom
ökonomischen Standpunkt aus als höchst vorteilhaft erweisen.
Ferner hat die Herstellung des hochkohlenstoffhaltigen Ferro
mangans unter Verwendung eines Elektroofens den Nachteil, daß
der Mangangehalt in der aus dem Elektroofen ausgetragenen
Schlacke gewöhnlich so hoch ist, daß er in den Bereich von 20
bis 30% fällt und die Produktion demzufolge an einer niedri
gen Ausbeute an Mangan krankt.
Als ein Mittel zur Herstellung des hochkohlenstoffhaltigen
Ferromangans ohne die Verwendung von elektrischer Energie hat
seit kurzem das Verfahren unter Verwendung eines Blasofens
erneut starke Beachtung gefunden. Da die sinkende Geschwindig
keit der geschmolzenen Masse und die Reduktionsgeschwindig
keit von Maganoxid gemäß diesem Verfahren nicht leicht
koordiniert werden und da ferner die durch Umwandlung des
durch die Reduktion gebildeten CO-Gases durch Verbrennung
in CO₂ erzeugte Wärme nicht vorteilhaft verwendet wird, ist
es erforderlich, das kohlenstoffhaltige Material als Wärme
quelle in großer Menge zu verbrauchen, und als natürliche Fol
ge davon tritt das CO-Gas in einer großen Menge auf. Demzufolge
leidet dieses Verfahren an einem gravierenden Energiever
lust.
An Stelle des oben erwähnten Siliciummangan-Verfahrens
wurden in den japanischen Patentveröffentlichungen SHO 55
(1980)-4238 und SHO 57 (1982)-27166 Verfahren beschrieben,
welche Ferromangan mit mittlerem bis niedrigen Kohlenstoffge
halt durch Einblasen von Sauerstoff in geschmolzenes hochkoh
lenstoffhaltiges Ferromangan liefern. Das Verfahren der erst
genannten Patentveröffentlichung bewirkt die Einführung von
Sauerstoff durch einen in der Seitenwand eines Konverters an
geordnete ummantelte Düse und das Verfahren der letztgenannten
Patentveröffentlichung führt Sauerstoff und Erdgas durch
eine am Boden eines Konverters angeordnete Düse mit Doppelrohr-
Ausführung ein.
Auch die GB-PS 14 99 049 offenbart ein Verfahren zur Herstellung von
Ferromangan mit mittlerem bis niedrigem C-Gehalt durch Einblasen von Sauerstoff
in eine Ferromangan-Schmelze mit hohem C-Gehalt. Der Sauerstoff wird
gemäß dieser Druckschrift über ummantelte Düsen im Konverter unter Ansteigen
der Temperaturen auf oberhalb von 1650 bis 1900°C unter Bildung einer
hochschmelzenden Manganoxid-Phase eingeblasen. Diese wird dann durch Zu
satz von Kalk und reduzierenden Stoffen, wie Silicium, Aluminium oder deren
Legierungen, reduziert.
Die US-PS 33 05 352 sowie die Veröffentlichung
"People's Republic of China Journal of Steel and Iron", Vol. 16,
No. 5, Mai 1981, beschreiben Verfahren, welche das Einblasen
von Sauerstoff in den Innenraum des Konverters durch eine Lan
ze von oben her bewirken, und die japanische Offenlegungsschrift
SHO 54 (1979)-97521 offenbart ein Herstellungsverfahren, das
von der Verwendung eines Konverters mit von unten her eintre
tendem Wind Gebrauch macht.
Gemäß der Offenbarung in der DE-OS 29 01 707 wird der Kohlenstoff-Ge
halt in Ferromanganen dadurch gesenkt, daß man ein oxidierendes Gas wie
Sauerstoff, Wasserdampf und/oder ein Inertgas unterhalb des Metallschmelzen-
Spiegels mittels eingetauchter Düsen einbläst. Der Sauerstoffanteil in der
insgesamt eingeblasenen Gasmenge, die eine Mischung der genannten Gase sein
oder auch die genannten Gase einzeln umfassen kann, wird in Abhängigkeit
vom aktuellen Kohlenstoffgehalt gewählt und - ausgehend von reinem Sauer
stoff bei der Behandlung hochkohlenstoffhaltiger Ferromangane - mit sinkendem
C-Gehalt erniedrigt.
Nebenbei bemerkt wird Mangan im Vergleich zu Eisen oder Chrom
leicht oxidiert und der Dampfdruck von Mangan liegt ziemlich
hoch. Während des Schmelzens durch die zwangsläufige Einfüh
rung von Sauerstoff wird demzufolge Mangan in die Schlacke
überführt und die Menge an Mangan, die verdampft und aus dem
System entweicht, ist groß. Obwohl die herkömmlichen Verfahren
die Entkarbonisation ermöglichen, treffen sie keine Maß
nahmen für ein ökonomisches Schmelzen bezüglich der Ausbeute
an Mangan. Daher wurden die Verfahren, welche Ferromangan mit
mittlerem bis niedrigen Kohlenstoffgehalt durch Einblasen von
Sauerstoff nach unten, von den Seiten oder nach oben in den
Konverterinnenraum erzeugen, noch niemals im technischen Maß
stab verwirklicht.
Bei der Raffination von Stahl wird die hochmanganhaltige Eisen
legierung als Desoxidationsmittel für geschmolzenen Stahl zum
Zweck der Verbesserung der Qualität des Stahls und als Addi
tiv zur Ergänzung des Mangans eingesetzt. Vom Phosphor, der
als Verunreinigung in der hochmanganhaltigen Eisenlegierung
enthalten ist, weiß man, daß er eine nachteilige Wirkung auf
die Qualität des fertiggestellten erhaltenen Stahls ausübt.
Die Erwünschtheit der Erniedrigung des Phosphorgehalts in der
hochmanganhaltigen Eisenlegierung bis zum höchstmöglichsten
Ausmaß hat wachsende Anerkennung gefunden.
Bezüglich der Herstellung von niedrigphosphorhaltiger hoch
manganhaltiger Eisenlegierung wurden bisher die nachfolgenden
Verfahren für einen Betrieb im technischen Maßstab akzep
tiert.
Das erste Verfahren liefert eine niedrigphosphorhaltige hoch
manganhaltige Eisenlegierung durch Herstellen einer hochman
ganhaltigen Eisenlegierung mit einem hohen Siliciumgehalt (Si
liciummangan mit einem Silicium-Gehalt von 35%) in einem
Elektroofen, Abtrennen der Legierung von der Schlacke, Pla
zieren der Legierung in einen mit einer Rührvorrichtung (wie
beispielsweise ein Rührer oder ein Schüttelapparat) versehenen
Reaktor, Rühren der Legierung zusammen mit einem nach un
ten gerichtet zugegebenen entphosphorierenden Mittel (wie CaO,
CaC₂, CaSi oder CaF₂), wobei die Legierung entphosphoriert
wird, und weiter Unterwerfen der dephosphorierten Legierung
einer Entsilizierung, beispielsweise mit Manganerz in einem
Elektroofen. Das zweite Verfahren umfaßt die Herstellung einer
hochkohlenstoffhaltigen hochmanganhaltigen Eisenlegierung in
einem Elektroofen, Abtrennen der Legierung von der Schlacke,
Placieren der Legierung in einen Konverter mit von oben ein
tretendem Wind, Einblasen von Sauerstoff in die Legierung und
dadurch Bildung einer kohlenstoffungesättigten, hochmanganhaltigen
Eisenlegierung, Abtrennen der neuen Legierung von der
Schlacke, Placieren der Legierung in einen mit einer Rührvor
richtung (wie beispielsweise ein Rührer oder ein Schüttelap
parat) versehenen Reaktor und Rühren der Legierung zusammen
mit einem in Abwärtsrichtung zugegebenen Entphosphorierungs
mittel (wie beispielsweise CaO, CaC₂, CaSi oder CaF₂) und Ent
phosphorisieren der Legierung durch diese Maßnahme.
Ein weiteres Verfahren zum Entphosphoren von eisenhaltigen Schmelzen wird
in der DE-PS 26 29 020 beschrieben. Im Rahmen des offenbarten Verfahrens
kann eine an Kohlenstoff ungesättigte Eisenschmelze mit hohem C-Gehalt mit
Hilfe eines Entphosphorungsmittels aus überwiegend Calciumcarbid und einer
geringen Menge eines Erdalkalimetallhalogenids, beispielsweise Calciumfluorid,
in nichtoxidierender Atmosphäre entphosphort, anschließend entschlackt und
nachfolgend die Schmelze bis auf einen vorgegebenen C-Gehalt entkohlt wer
den.
Diese Verfahren sind jedoch insofern kompliziert, als sie
nicht weniger als drei Stufen aufweisen, welche die abwech
selnde Verwendung eines Elektroofens und anderer Reaktoren,
wie sie oben beschrieben sind, notwendig machen. Ferner erwie
sen sich diese Verfahren infolge der unvermeidlichen Verwen
dung eines Elektroofens als sehr kostspielig und damit als wenig wirtschaftlich.
Wenn ein Verfahren für die sogenannte Schmelzreduktion ent
wickelt ist, die es erlaubt, die Energie für die Reduktion
von der kostspieligen elektrischen Energie zu einer weniger
kostspieligen Primärenergie (insbesondere der Verbrennungs
wärme einer festen kohlenstoffhaltigen Substanz, wie beispiels
weise Kohle oder Koks) umzuschalten und Betriebsbedingungen
gefunden sind, um den Mangangehalt in der während des Betriebs
ablaufs dieses Verfahrens zu bildenden Schlacke zu erniedri
gen, sollte dieses Verfahren sich als sehr vorteilhaft erweisen.
Für die Entwicklung des so beschaffenen Verfahrens stellt
die Lösung der folgenden Probleme eine erste Vorbedingung dar.
- (1) Bei der Reduktion von Mangan wird der zulässige untere Grenzwert des Manganoxid-Gehalts in der geschmolzenen Schlacke durch das Gleichgewichtsverhältnis reguliert. Wenn der Mangan-Gehalt in der Schlacke bis auf einen ge wissen Wert abgesenkt ist, hört demzufolge die weitere Reduktion auf. Damit der Mangan-Gehalt in der Schlacke erniedrigt und die Ausbeute an Mangan erhöht ist, wird es daher erforderlich sein, Bedingungen (wie solche der Temperatur und der Schlackenzusammensetzung) zu finden, welche es erlauben, das Verhältnis von zu erniedrigen.
- (2) Mangan selbst weist bei erhöhten Temperaturen einen hohen Dampfdruck auf. Daher ist der Verlust an Mangan infolge der Verdampfung während des Verlaufes der Herstellung groß. Das Elektroofen-Verfahren erlaubt eine deutliche Unterdrückung der Verdampfung des Mangans, weil der Be trieb unter Bedingungen fortgesetzt wird, derart, daß die obere Oberfläche der geschmolzenen Masse mit einer ziem lich dicken Schicht des noch zu schmelzenden Rohmaterials bedeckt gehalten wird. In dem Falle des Schmelzreduktions verfahrens ist es ein ungelöstes Problem, wie die Verdampfung von Mangan unterdrückt wird.
- (3) Der herkömmliche Elektroofen Niedrigschacht-Typ hat den Vorzug, daß er im wesentlichen keinen Abbrand des feuer festen Futters der Wand des Ofens mit sich bringt, weil der mit dem Lichtbogen erhitzte Hochtemperatur-Innenraum und die Ofenwand durch das dazwischenliegende Innenmate rial wechselseitig isoliert sind und auch weil die ge schmolzene Masse kaum in der Nähe der Ofenwand fließt. Im Gegensatz hierzu ist in dem Schmelzreduktionsverfahren, da der Konzentrationsgrad der Wärme niedrig ist, die auf die feuerfeste Auskleidung ausgeübte Belastung erhöht, wenn das Rohmaterial intensiv gerührt und die Gesamttemperatur der Reaktionszone zur Förderung der Reaktion erhöht wird. Demzufolge ergibt sich das Problem, wie die feuerfeste Auskleidung vor einer Beschädigung durch die schwere Be lastung geschützt werden soll.
Weil diese Probleme bis jetzt noch ungelöst geblieben waren,
wurde, abgesehen von dem Verfahren, das Ferromangan unter Ver
wendung eines Elektroofens herstellt und den Verfahren, wel
che kohlenstoffhaltiges Ferromangan unter Verwendung
eines Blasofens liefern, kein gangbares Verfahren entwickelt.
Keiner der bis heute veröffentlichten Forschungsberichte
schlägt irgendeinen angenäherten Weg zur Lösung dieser Proble
me vor.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin,
ein technisch
durchführbares Verfahren zur Herstellung einer Eisenlegierung mit hohem Mangangehalt
aus Manganerz und/oder dem Vorreduktionsprodukt davon unter
Verwendung eines Konverters vorzugschlagen, welches die Schmelz
reduktion von Manganoxid, beispielsweise aus Manganerz, ohne
die Verwendung von elektrischer Energie bewirkt, indem man
diese Schmelzreduktion
mit einem weniger kostspieligen kohlenstoffhaltigen
Material und Sauerstoff als Wärmequellen durchführt und es
dadurch ermöglicht, das Mangan in einer höheren Ausbeute als
nach dem herkömmlichen Elektroofen-Verfahren zu gewinnen.
Die gestellte technische Aufgabe wurde gemäß
dieser Erfindung durch ein Verfahren
mit den kennzeichnenden Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.
In den Unteransprüchen 2 bis 5 sind Ausbildungen des Verfahrens
nach Anspruch 1 angegeben.
Der erfindungsgemäß verwendete Konverter enthält eine geschmol
zene hochmanganhaltige Eisenlegierung und geschmolzene Schlacke
in entsprechend festgesetzten Mengen, wobei die
obere Grenze der Menge der vorerwähnten geschmolzenen hoch
manganhaltigen Eisenlegierung bei 50% des geschätzten Innen
volumens des vorerwähnten Konverters und die Menge der vorer
wähnten geschmolzenen Schlacke auf eine solche Höhe festgesetzt ist,
daß der Strahl des von oben eingeblasenen Gases ein
Hindurchstoßen durch die Schlacke und einen Kontakt mit dem
geschmolzenen Metall vermeidet.
Die Aufgabe, dieses Verfahren der Schmelzreduktion wirksamer durchzuführen
und es zu ermöglichen, das zu gewinnende Mangan in einer höhe
ren Ausbeute zu erhalten, wird durch Teilen des Verfahrens in
zwei Abschnitte gelöst, d. h. in einen ersten Abschnitt
der regulären Schmelzreduktion und in den zweiten Abschnitt der
abschließenden Reduktion. Die Temperatur des geschmolzenen
Metalles wird während des Verlaufs des Schmelzreduktionsab
schnittes, in welchem das Verfahren durchgeführt wird, im Be
reich von 1500+α°C (wobei α≦100°C) gehalten, während die
Zufuhr der Rohmaterialien einschließend Manganoxid (Erz) fort
gesetzt und das von unten eingeblasene Gas auf Sauerstoff oder
auf ein keinen Sauerstoff enthaltendes Gas umgeschaltet und
die Temperatur des geschmolzenen Metalls während des Verlaufs
des abschließenden Reduktionsabschnittes, in welchem die Zu
fuhr der Rohmaterialien einschließlich Manganoxid unterbro
chen ist, im Bereich von 1500+β°C (worin β≦200°C und a≦β)
gehalten wird.
Ferner kann in dem oben erwähnten Schmelzreduktionsverfahren
nach der Bildung der kohlenstoffgesättigten hochmanganhaltigen
Eisenlegierung kohlenstoffungesättigte hochmanganhaltige
Eisenlegierung hergestellt werden, indem man einen Teil der
gebildeten Schlacke, die gleichzeitig mit der kohlenstoffge
sättigten hochmanganhaltigen Eisenlegierung gebildet worden
ist, entfernt und anschließend Sauerstoff oder ein Sauerstoff
enthaltendes Gas erneut in das geschmolzene Metall einbläst
und hierdurch das geschmolzene Metall entkarbonisiert. In ähn
licher Weise kann nach der Bildung der kohlenstoffungesättigten
hochmanganhaltigen Eisenlegierung eine niedrigphos
phorhaltige hochmanganhaltige Eisenlegierung hergestellt werden,
indem man die gesamte Schlacke entfernt, zu dem geschmol
zenen Metall eine Mischung von zumindest einer Substanz, aus
gewählt aus der Gruppe bestehend aus Ätzkalk, Calciumcarbid
und Calciumsilicium, mit einem Halogenid eines Erdalkalimetalls
zugibt, ein Inertgas in das geschmolzene Metall von unten ein
bläst und dadurch das geschmolzene Metall rührt und entphos
phoriert. Gegebenenfalls kann eine niedrigphorphorhaltige
hochmanganhaltige Eisenlegierung hergestellt werden, indem
man die nach dem oben beschriebenen Verfahren erhaltene koh
lenstoffgesättigte oder -ungesättigte hochmanganhaltige Eisen
legierung mit einer Mischung von Bariumoxid oder -carbonat und
unter Zusatz von Bariumchlorid hierzu, rührt.
Die anderen Funktionen und charakteristischen Merkmale dieser
Erfindung können aus der weiteren nachstehenden Offenbarung
unter Bezugnahme auf die begleitenden Zeichnungen entnommen
werden.
Fig. 1 ist ein Längsschnitt, der einen für die Verwen
dung in der vorliegenden Erfindung typischen Apparat erläutert.
Fig. 2 ist ein Diagramm, welches typische Reduktionskur
ven erläutert, die nach dem Schmelzen von Manganerz bei Mangan
oxid und Eisenoxid auftreten.
Fig. 3 ist ein Diagramm, welches die Beziehung zwischen
dem Mangangehalt in dem Metall und der Reduktionsgeschwindigkeits
konstanten k von Manganoxid in der Schlacke erläutert.
Fig. 4 ist ein Diagramm, welches die Beziehung des Gleich
gewichts zwischen dem Mangangehalt in dem Metall und dem Man
ganoxid-Gehalt in der Schlacke für variierende Basizität
(CaO/SiO₂) der Schlacke zeigt.
Fig. 5 ist ein Diagramm, welches die Beziehung zwischen
der Basizität der Schlacke und der Gleichgewichtskonzentra
tion von Manganoxid in der Schlacke zeigt.
Fig. 65 ist ein Diagramm, welches die Wirkung der Temperatur
auf die Gleichgewichtskonzentration von Manganoxid in
der Schlacke zeigt.
Fig. 7 ist ein Diagramm, welches die Wirkung der Temperatur
auf die Reduktionsgeschwindigkeitskonstante von Manganoxid
in der Schlacke zeigt.
Fig. 8 ist ein Diagramm, welches die Beziehung zwischen
der Geschwindigkeit der Verdampfung von Mangan und der Dicke der Schicht
der geschmolzenen Schlacke zeigt.
Fig. 9 ist ein Diagramm, welches die Wirkung der Temperatur
auf die Geschwindigkeit der Manganverdampfung zeigt.
Fig. 10 ist ein Diagramm, welches die Wirkungen des Man
gangehalts in dem Metall und der Art des von unten eingebla
senen Gases auf die Verdampfungsgeschwindigkeit von Mangan
zeigt.
Fig. 11 ist ein Diagramm, welches die Beziehung zwischen
der Verschleißrate der feuerfesten Auskleidung durch die Schmelze
und der Temperatur zeigt.
Fig. 12 ist ein Diagramm, welches die Wirkung der Art des
von unten eingeblasenen Gases auf die Geschwindigkeit der Reduktion von
Manganoxid und die Gleichgewichtskonzentration von Manganoxid
in der Schlacke zeigt.
Fig. 13 ist ein Diagramm, welches die Wirkung des Kohlen
stoffgehaltes in dem geschmolzenen Metall auf das Entphospho
rungsverhältnis während des Verlaufs der Entphosphorungsbe
handlung zeigt.
Fig. 14 ist ein Diagramm, welches die Wirkungen der
Schlackenzusammensetzung und der Zusammensetzungsbedingung
([Mn]-[C]) der geschmolzenen Legierung auf das Entphospho
rungsverhältnis während des Verlaufs der Entphosphorungsbe
handlung durch die Verwendung eines Flußmittels auf Barium
basis zeigt.
Im Rahmen von Untersuchungen, die zu der vorliegenden Erfindung
führten, wurde zunächst eine Studie über das Verfahren
zur Reduktion von Manganoxid durchgeführt und anschließend
eine detaillierte Untersuchung der verschiedenen, oben aufge
zählten Probleme gemacht.
Das in der geschmolzenen Schlacke, die als Folge des Schmel
zens des Manganerzes auftritt, enthaltene Manganoxid und das
Eisenoxid werden durch den überschüssigen Kohlenstoff, der
in den Ofen zur gleichen Zeit wie die anderen Rohmaterialien
eingebracht wird, reduziert. Typische hier auftretende Reak
tionen werden durch die nachfolgenden Reaktionsgleichungen
(1) und (2) wiedergegeben:
MnO + C = Mn + CO (1)
FeO + C = Fe + CO (2)
Fig. 2 beschreibt ein typisches Reduktionsverfahren.
Das Eisenoxid in der Schlacke ist bevorzugterweise erniedrigt.
Demzufolge fällt der Eisengehalt in der Schlacke rasch ab und
erreicht den Gehalt von etwa 0,5% und bleibt danach unverän
dert. Bei der Überprüfung hat sich gezeigt, daß dieser Wert
von etwa 0,5% hauptsächlich dem Eisen in den innerhalb der
Schlacke suspendierten Metallteilchen zuzuschreiben ist. Dies
bedeutet, daß die Gesamtmenge an Eisen im wesentlichen rasch
reduziert wird. Inzwischen wird das Manganoxid gemäß der For
mel für die primäre Reaktionsgeschwindigkeit, die in der nach
stehenden Formel (3) angegeben ist, reduziert und nähert sich
dem Gleichgewicht.
In dieser Formel bedeutet (MnO) t₀ die Anfangskonzentration
des Manganoxids in der Schlacke, (MnO) t die Konzentration
des Manganoxids in der Schlacke nach einer Reduktionszeit
von t Minuten, (MnO) e die Gleichgewichtskonzentration an Man
ganoxid in der Schlacke und k die Reduktionsgeschwindigkeits
konstante.
In der vorstehenden Formel (3) bedeutet k die Konstante, wel
che die Reduktionsgeschwindigkeit von Manganoxid angibt und
der Wert von k steigt mit steigender Reduktionsgeschwindigkeit
an. Diese Konstante stellt einen wichtigen Faktor dar
für die Abnahme der für das Arbeitsverfahren erforderlichen
Zeit, für die Verbesserung der Produktivität des Verfahrens
und für die Verhinderung der Beschädigung von feuerfester
Auskleidung durch die Schmelze.
Weiterhin bedeutet in der Formel (3) der Ausdruck (MnO) e den
Wert, welcher die Gleichgewichtskonzentration von Manganoxid
in der Schlacke angibt. Unter festgelegten Bedingungen nimmt
dieser Ausdruck (MnO) e immer einen konstanten Wert an. Dem
zufolge kann der Manganoxid-Gehalt in der Schlacke nicht un
terhalb dieses Wertes herabgesetzt werden. Diese Tatsache
bedeutet, daß die Formel (1) eine Gleichgewichtsreaktion dar
stellt. Mit anderen Worten gesagt, sind die Bemühungen, das
Verfahren unter Bedingungen durchzuführen, welche es ermög
lichen, dieses durch die Formel (1) angegebene Gleichgewicht
so weit wie möglich nach rechts zu verschieben, eine wichtige
Voraussetzung für die Erniedrigung des Manganoxid-Gehalts in
der Schlacke und für die Verbesserung der Ausbeute an Mangan.
Es ist bekannt, daß in der Gleichgewichtsreaktion dieser Art
die Temperatur und die Konzentration des Reaktionssystems
ganz allgemein ihre Wirkung bezüglich der Reaktion ausüben.
Weiterhin wird die Reduktion von Manganoxid durch die Basizi
tät (CaO/SiO₂) der Schlacke beeinflußt.
Anschließend wurden die Effekte studiert, welche durch ver
schiedenartige Faktoren auf die Reduktionsgeschwindigkeits
konstante k und die Gleichgewichtsreaktion hervorgerufen wurden.
Die Ergebnisse sind weiter unten angegeben.
Fig. 3 zeigt die Beziehung zwischen dem Mangangehalt in
dem Metall und der Reduktionsgeschwindigkeitskonstanten k von
Manganoxid in der Schlacke, bestimmt bei einer Temperatur
von 1600°C in dem geschmolzenen Metall und bei einer variierenden
Basizität der Schlacke im Bereich von 0,7 bis 1,4. Es
sei darauf hingewiesen, daß die Konstante k im wesentlichen
konstant ist, wo der Mangangehalt in dem Metall etwa 30%
übersteigt. Aus diesem Sachverhalt ist es klar, daß bei der
Herstellung einer Mangan-Eisen-Legierung mit einem Mangange
halt von nicht weniger als 30% der Mangangehalt in dem Metall
im wesentlichen keinen Zusammenhang mit der Reduktionsgeschwindig
keit des Manganoxids in der Schlacke aufweist.
Die aus der Gleichgewichtsbeziehung zwischen Manganoxid in der
Schlacke und Mangan in dem Metall erhaltenen Ergebnisse sind
in Fig. 4 und Fig. 5 wiedergegeben. Es sei bezüglich Fig. 4
darauf hingewiesen, daß, solang der Mangangehalt in dem Me
tall bis zu etwa 20% ansteigt, das Manganoxid in der Schlacke
im wesentlichen proportional zu dem Mangangehalt in dem Metall
ansteigt, daß jedoch, wenn der Mangangehalt in dem Metall über
den Wert von etwa 30% ansteigt, die Wirkung des Mangangehalts
in dem Metall auf den Mangangehalt in der Schlacke sehr gering
ist. Aus Fig. 5 ist zu ersehen, daß die Basizität der Schlacke
den Manganoxid-Gehalt in der Schlacke stark beeinflußt.
Fig. 6 ist ein Diagramm, welches die Wirkung der Temperatur
des geschmolzenen Metalls auf die Gleichgewichtskonzentra
tion von Manganoxid in der Schlacke zeigt. Es sei darauf hin
gewiesen, daß aus den Daten zu ersehen ist, daß die Gleichge
wichtskonzentration von Manganoxid mit ansteigender Temperatur
des geschmolzenen Metalls abnimmt.
Fig. 7 zeigt die Wirkung der Temperatur des geschmolzenen
Metalls auf die Reduktionsgeschwindigkeitskonstante k. Aus den
in dieser Figur enthaltenen Daten ist zu ersehen, daß die Kon
stante k mit steigender Temperatur des geschmolzenen Metalls
ansteigt. Die Reaktionsgeschwindigkeit wird erhöht, wenn man
die für das Rühren des geschmolzenen Metalls und der geschmol
zenen Schlacke angewandte Energie durch das Einblasen von Gas
durch den Boden vergrößert. Es ist erwünscht, daß die Rühr
wirkung durch das durch den Boden eingeblasene Gas so kräftig
wie zulässig ist. Wenn jedoch die Rührenergie eine geeignete
Größe überschreitet, kann der Strahl des durch den Boden ein
geblasenen Gases die das geschmolzene Metall bedeckende ge
schmolzene Schlackenschicht durchstoßen, möglicherweise bis
zu einem Ausmaß, daß die Rührbedingungen nachteilig beeinflußt
werden. Es ist daher von Wichtigkeit, daß die für das Rühren
verwendete Menge an durch den Boden eingeblasenem Gas unter
halb der oben erwähnten zweckmäßigen Höhe gehalten wird.
Als Ergebnis der oben beschriebenen Untersuchungen wurde fest
gestellt, daß es bei der Herstellung einer hochmanganhaltigen
Eisenlegierung durch Schmelzreduktion von Vorteil ist, die Ba
sizität der Schlacke und die Temperatur des geschmolzenen Me
talles ohne Bezug auf den Mangangehalt in dem Metall zum Zweck
der Erhöhung der Reduktionsgeschwindigkeit und der Erniedrigung
des Manganoxid-Gehalts in der Schlacke zu steigern. Wenn
die Basizität der Schlacke übermäßig hoch ist, steigt der
Schmelzpunkt der Schlacke selbst so stark an, daß der Betrieb
erschwert wird. Demzufolge fällt das optimale CaO/SiO₂-Verhältnis
in den Bereichen von 1,4 bis 1,6. Wenn die Temperatur des
geschmolzenen Metalls übermäßig hoch ist, erhöht sich der
Manganverlust durch Verdampfung und der Verlust an feuerfester
Auskleidung durch die Schmelze wird verstärkt.
Die Beziehung zwischen der Verdampfungsgeschwindigkeit von
Mangan und der Dicke der geschmolzenen Schlacke, die das ge
schmolzene Metall bedeckt, wird in Fig. 8 erläutert. Es sei
darauf hingewiesen, daß die in dieser Figur angegebenen Daten
erkennen lassen, daß dort, wo die Durchflußleistungen von
O₂, das durch Einblasen von oben eingeführt wird, beispiels
weise 2000 Nl/min beträgt, die Verdampfungsgeschwindigkeit
von Mangan ansteigt, wenn die Dicke der Schicht auf der ge
schmolzenen Schlacke nicht mehr als etwa 90 mm beträgt. Die
ser Anstieg in der Verdampfungsgeschwindigkeit des Mangans
kann logischerweise durch die Annahme erklärt werden, daß
der Strahl des von oben eingeblasenen Gases bei einer dünnen
Schicht von geschmolzener Schlacke seinen Weg durch die
Schicht der die Oberfläche des geschmolzenen Metalls bedeckenden
geschmolzenen Schlacke erzwingt, so daß der Sauerstoff
in dem von oben eingeblasenen Gas mit dem geschmolzenen Me
tall in Berührung kommt und am Punkt des Kontakts das Mangan
und den Kohlenstoff in dem geschmolzenen Metall oxidiert,
so daß der Teil des überhitzten geschmolzenen Metalls durch
seine Oxidationswärme die Verdampfung des Mangans unterstützt.
Zum Zweck der Weiterführung des Verfahrens, während man die
Verdampfung von Mangan zurückdrängt, ist es erforderlich,
der Schicht der geschmolzenen Schlacke eine Dicke zu geben,
welche verhindert, daß der Strahl des von oben eingeblasenen
Gases die Schicht der geschmolzenen Schlacke durchstößt und
mit dem geschmolzenen Metall in Berührung kommt. Die für diesen
Zweck notwendige Dicke der geschmolzenen Schlacke D op
(mm), wird in Form einer Funktion der Durchflußleistung des
von oben eingeblasenen Gases (O₂), R t-O₂ (Nm³/h) durch die
nachfolgende Gleichung (3)′ wiedergegeben:
D op = 18 F t-O₂ 1/3 (3)′
Beim Betriebsablauf in der Praxis steigt die Menge der Schlacke
an, wenn die Einführung des Rohmaterials vonstatten geht.
Dem oben beschriebenen, die Dicke der Schlacke betreffenden
Problem sollte daher während der Anfangsstufe des gesamten
Ablaufs der Schmelzreduktion und während der unmittelbar
folgenden Stufe der Entfernung der Schlacke aus dem Ofen in
jedem Ansatz besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden.
Die entsprechenden Beziehungen der Temperatur des geschmolze
nen Metalls und des Mangangehalts in dem geschmolzenen Metall
zu dem Manganverlust infolge Verdampfung sind in Fig. 9 und
Fig. 10 angegeben. Es geht aus Fig. 9 eindeutig hervor, daß
die verdampfte Manganmenge mit dem Anstieg der Temperatur des
geschmolzenen Metalls verhältnismäßig ansteigt. Diese Bezie
hung widerspricht den vorerwähnten Auswirkungen der Temperatur
auf die Reaktionsgeschwindigkeit und das Gleichgewicht. Die
optimalen Bedingungen sollten daher unter angemessener Berück
sichtigung dieser widersprechenden Effekte bestimmt werden.
Die Ergebnisse in Fig. 10 zeigen an, daß die Menge an ver
dampftem Mangan verhältnismäßig ansteigt, wenn der Mangange
halt in dem geschmolzenen Metall ansteigt.
Die Zurückdrängung des Manganverlustes infolge der Verdampfung
wird in wirksamer Weise erzielt, indem man die Blasdüse am
Boden als Dreifach-Rohr-Konstruktion ausbildet und durch den
Boden pulverisierte Kohle oder pulverisierten Koks zusammen
mit einem Trägergas durch das Innenrohr der Düse einbläst. Die
Wirkung der so erhaltenen Zurückdrängung der Verdampfung ist
in Fig. 10 erläutert. Die Ergebnisse lassen sich logisch durch
die Annahme erklären, daß, wenn die geschmolzene Mangan-Eisen-
Legierung innerhalb des Konverters gebildet ist, das Mangan
und der Kohlenstoff in der geschmolzenen Legierung in der Nähe
der Bodeneinblasdüse partiell durch den Sauerstoff des am Boden
eingeblasenen Gases oxidiert sind und daß, obwohl die Entwick
lung von Wärme durch diese Oxidation zu Zeiten die Verdampfung
von Mangan aus der überhitzten Zone durch die vorerwähnte Wärme
induzieren kann, die pulverisierte Kohle oder der pulverisierte
Koks, der durch die Dreifach-Rohr-Bodeneinblasdüse ein
geblasen wird, die Temperatur der überhitzten Zone erniedrigen,
und im Ergebnis die sonst mögliche Verdampfung von Mangan aus
der überhitzten Zone unterdrückt wird.
Wenn ein Gas, das keinen Sauerstoff enthält, ausschließlich
für das Einblasen durch den Boden eingesetzt wird, ist die
erzielte Unterdrückung der Verdampfung des Mangans wirksamer.
Diese Situation ist aus den Ergebnissen der Fig. 10 ersicht
lich. Die Verwendung dieses Gases schließt das Auftreten der
überhitzten Zone auf Grund des vorerwähnten Mechanismus unter
Einbezug des Sauerstoffs in dem durch den Boden eingeblasenen
Gas aus, und als Ergebnis wird der Manganverlust infolge der
durch da durch den Boden eingeblasene Gas bewirkten Verdamp
fung vollständig eliminiert.
Zur Auskleidung des Konverters werden hochschmelzende Magne
sia-Dolomit-Steine verwendet. Die Wirkung der Temperatur auf
die Verschleißrate der feuerfesten Auskleidung durch die Schmelze
wird in Fig. 11 gezeigt. Es sei darauf hingewiesen, daß die
in dieser Figur angegebenen Daten zeigen, daß die Verschleißrate
der feuerfesten Auskleidung durch die Schmelze mit steigender
Temperatur jenseits einer Grenze von etwa 1550°C ansteigt.
Die Verschleißrate der feuerfesten Auskleidung durch die Schmelze
hängt von der Anzahl der Ansätze des Betriebs ab, die in dem
Konverter hergestellt wurden und bedeutet einen wichtigen Faktor,
der die Produktivität des Verfahrens in seiner tatsäch
lichen Arbeitsweise beeinflußt. In dieser Hinsicht kann es an
gemessen sein, die Betriebstemperatur des Konverters in den
meisten Fällen irgendwo unterhalb der Grenze von 1550°C fest
zulegen.
Das keinen Sauerstoff enthaltende, durch den Boden eingebla
sene Gas ist für die Erniedrigung des Manganoxid-Gehalts
(Gleichgewichtskonzentration) in der Schlacke wirksam. Fig. 12
vergleicht die Ergebnisse eines durch den Boden geblasenen,
üblichen Sauerstoff enthaltenden Gases mit denjenigen Ergeb
nissen, die man erhält, wenn man durch den Boden ausschließlich
Argon-Gas bläst. Aus den Ergebnissen der Fig. 12 ist ein
deutig zu entnehmen, daß die Reduktion von Manganoxid in der
Schlacke rascher abläuft und die Endkonzentration von Mangan
oxid niedriger ist, wenn Argon-Gas allein durch den Boden ge
blasen wird. Dieser klare Unterschied wird logisch durch die
Annahme erklärt, daß in dem Fall, wo Sauerstoff durch den Bo
den eingeblasen wird, das Mangan in dem geschmolzenen Metall
oxidiert und diese Oxidation zum Teil durch die Reduktion des
Manganoxids in der Schlacke ausgeglichen und, als Ergebnis,
die Reduktion als Ganzes entsprechend verzögert und der Man
ganoxid-Gehalt in der Schlacke angehoben wird, und daß, falls
das durch den Boden eingeblasene Gas keinen Sauerstoff enthält,
das Mangan in dem geschmolzenen Metall nicht oxidiert wird
und, als Ergebnis, es allein der Reduktion von Manganoxid er
laubt ist, abzulaufen.
Basierend auf den Ergebnissen der oben beschriebenen Untersu
chungen wurde das optimale Betriebsverfahren für die Herstellung
einer hochmanganhaltigen Eisenlegierung durch die Verwendung
eines Konverters mit von oben und unten eintretendem Wind
festgelegt. Die so erworbene Kenntnis hat zur Vervollkommnung
der vorliegenden Erfindung geführt.
Nachstehend wird die vorliegende Erfindung näher im Detail
beschrieben.
Ein typischer Apparat, der beim Arbeiten in der vorliegenden
Erfindung eingesetzt werden kann, wird schematisch in Fig. 1
gezeigt. Ein Konverter 2 mit von unten und oben eintretendem
Wind ist gewünschterweise ein solcher des Typs, bei welchem
man von oben und von unten Gas einblasen kann. Dieser Konver
ter ist an seinem Boden mit einer oder mehreren Düsen 3 ver
sehen. Die Anzahl derartiger Düsen ist durch die Kapazität
des Konverters und die Gasmenge, die in den Konverter einge
blasen werden soll, bestimmt. Die Düse 3 ist als Doppelrohr-
Konstruktion oder als Dreifach-Rohr-Konstruktion ausgebildet.
Die Düse der Doppelrohr-Konstruktion ist gewünschterweise so
angepaßt, daß das Innenrohr für den Transport von Sauerstoff
oder eines Sauerstoff enthaltenden Gases, irgendeines Kohlen
wasserstoffgases, wie Propan, eines Inertgases, wie N₂ oder
Ar, CO₂ oder Dampf und das äußere Rohr für den Transport eines
Kühlgases, welches irgendein Kohlenwasserstoffgas, wie Propan,
ein Inertgas, wie N₂ oder Ar, CO₂ oder Dampf ist, eingesetzt
wird. Die Düse der Dreifach-Rohr-Konstruktion ist gewünschter
maßen so angepaßt, daß das Innenrohr für den Transport
eines Gases, das pulverisierte Kohle oder pulverisierten Koks
enthält, das mittlere Rohr für den Transport von Sauerstoff
oder eines Sauerstoff enthaltenden Gases, irgendeines Kohlen
wasserstoffgases, sowie Propan, eines Inertgases, wie N₂ oder
Ar, CO₂ oder Dampf, und das äußere Rohr für den Transport des
vorerwähnten Kühlgases eingesetzt wird. In Fig. 1 bedeutet
die Bezugsziffer 4 eine Lanze, die für das Einblasen von Gas
von oben her verwendet wird. Der in der vorliegenden Erfin
dung verwendete Apparat besteht grundsätzlich aus dem Konver
ter 2, der Düse zum Blasen durch den Boden 3 und der Lanze 4
zum Einblasen von oben.
Als Rohmaterial kann das Manganerz in Form von trockenem Roh
erz vorliegen. Andererseits kann das Manganerz vorreduziert
oder in einem Drehrohrofen, einem Wirbelbett-Reduktionsofen
oder einer Sintermaschine gesintert sein. Die drei Formen von
oben beschriebenem Manganerz können entweder einzeln oder in
Form einer Mischung von zumindest zwei Sorten eingesetzt wer
den.
Die feste kohlenstoffhaltige Substanz kann eine feste kohlen
stoffhaltige Substanz vom Kohlentyp, wie Kohle oder Koks sein.
Als schlackenbildendes Mittel wird hauptsächlich Kalk oder
Kalkstein eingesetzt. Von all den hier verwendeten Rohmate
rialien ist erwünscht, daß sie im trockenen Zustand vorliegen.
Wenn irgendeines der Rohmaterialien zum Zeitpunkt, wo die Roh
materialien in den vorerwähnten Konverter mit von oben und unten
eintretendem Wind eingeführt werden, irgendeiner Vorbe
handlung unterzogen worden war, wird das frisch aus der Vor
behandlungsvorrichtung ausgetragene Rohmaterial direkt in
den vorerwähnten Konverter eingeführt, bevor es Zeit zum Ab
kühlen hat. Diese Praxis hat sich als wirksam für die Ökonomisierung
des Gesamtenergieverbrauchs erwiesen, weil die la
tente Wärme dieses Rohmaterials in vollem Umfang verwertet
werden kann. Wenn Manganerz beispielsweise in einem Drehrohr
ofen vorreduziert wird, werden das Manganerz und eine kohlen
stoffhaltige Substanz in den vorerwähnten Ofen placiert und
thermisch bei einer Temperatur von etwa 1000°C eduziert.
Durch direktes Verbinden des vorerwähnten Ofens mit dem Kon
verter mit von oben und unten eintretendem Wind können die
bis auf etwa 1000°C erhitzten Rohmaterialien direkt in den
Konverter eingeführt werden. Eine typische Anordnung für die
Durchführung dieses direkten Transfers ist in Fig. 1 erläu
tert. In Fig. 1 bedeutet 1 einen Drehrohrofen und 6 eine Vor
richtung zum Einspeisen von sekundären Rohmaterialien, wie
beispielsweise einem schlackenbildenden Mittel.
Anschließend wird nun die Art und Weise, in welcher das er
findungsgemäße Verfahren durchgeführt wird, im Detail beschrie
ben.
Ein Konverter, in den man sowohl von oben als auch von unten
Gas einglasen kann, wird mit Manganerz und/oder dem Vorreduk
tionsprodukt davon, einer festen kohlenstoffhaltigen Substanz
und einem schlackenbildenden Mittel beschickt und dem Konver
ter ebenso auch Sauerstoff oder ein Sauerstoff enthaltendes
Gas zugeführt, um die Reduktion des Manganoxids zu bewerkstelligen.
In diesem Verfahren zur Herstellung von hochmanganhaltiger
Eisenlegierung durch Schmelzreduktion wird das grundlegende
Betriebsschema angenommen, in welchem der nachfolgende
Ablauf der Stufen einen Zyklus bildet. Gegebenenfalls kann
sich an den Abschnitt der abschließenden Reduktion eine Be
handlung zur Entkarbonisation und eine Behandlung zur Entphos
phorung anschließen.
Der Abschnitt der Schmelzreduktion stellt eine Stufe dar, in
welcher Manganoxid als Hauptrohmaterial in den Konverter ein
geführt wird, der bereits darin die vorgeschriebenen Mengen
einer geschmolzenen hochmanganhaltigen Eisenlegierung und ge
schmolzener Schlacke enthält und in den gleichzeitig Sauer
stoff oder ein Sauerstoff enthaltendes Gas eingeführt wird,
um die Schmelzreduktion des Manganoxids thermisch zu bewirken.
Die geschmolzene hochmanganhaltige Eisenlegierung soll als
Ausgangsschmelze verwendet werden mit dem Zweck, den Konver
terinhalt stabil in der Nähe der Winddüse am Boden zu halten.
Die Menge dieser geschmolzenen Legierung ist daher erwünschter
maßen so niedrig wie möglich unter der Bedingung, daß sie
für den eben erwähnten Zweck ausreicht. Obwohl diese Menge
mit dem Innenvolumen des Konverters variabel ist, ist sie im
allgemeinen ausreichend, so lange sie etwa 30% der abge
schätzten Kapazität des Konverters beträgt. Es ist unzulässig,
daß sie eine Menge von höchstens 50% übersteigt.
Die am Angang in dem Konverter enthaltene geschmolzene Schlacke
ist notwendig, um einen Manganverlust infolge Verdampfung
zu verhindern. Die erforderliche Menge der geschmolzenen
Schlacke ist daher so groß, daß die auf dem geschmolzenen Me
tall gebildete Schlackenschicht verhindert, daß der von oben
einblasende Gasstrahl durch die Schlackenschicht hindurch
dringt und mit dem darunterliegenden geschmolzenen Metall in
Berührung kommt. Die Dicke der Schicht ist, obwohl variabel
mit der Betriebsgröße, nicht kleiner als etwa 170 mm in dem
Fall des zur Erläuterung angegebenen Maßstabs in Fig. 8. Es
ist auch erforderlich, daß diese Dicke ausreichend genug ist,
um das während des Rührens des geschmolzenen Metalls durch
das Einblasen von Gas durch den Boden verursachte Spratzen
und das Hindurchfliegen von Teilen des geschmolzenen Metalls
durch die Schicht der geschmolzenen Schlacke zu verhindern.
Diese Dicke beträgt etwa 100 mm. Sie kann kleiner sein als
die im Falle des vorerwähnten Einblases von Gas von oben her
erforderliche Dicke. Demzufolge kann die Dicke der geschmolzenen
Schlackenschicht ausschließlich unter Berücksichtigung
der Wirkung des von oben eingeblasenen Gases bestimmt werden.
Wenn der Konverter periodisch für aufeinanderfolgende Betriebs
ansätze verwendet wird, können das für den Beginn eines gege
benen Betriebsansatzes benötigte geschmolzene Metall und die
benötigte geschmolzene Schlacke zurückbehaltene Teile von
geschmolzenem Metall und der geschmolzenen Schlacke sein, die
während des unmittelbar vorausgehenden Betriebsansatzes her
gestellt wurden. Bei der Verwendung in dem ersten Betriebs
ansatz ist das geschmolzene Metall nicht spezifisch auf eine
geschmolzene hochmanganhaltige Eisenlegierung beschränkt. Bei
spielsweise kann an Stelle dieser Legierung geschmolzenes Roh
eisen eingesetzt werden.
Es ist erforderlich, daß in den Konverter, der bereits die
vorerwähnten Mengen an geschmolzenem Metall und geschmolzener
Schlacke enthält, das von unten eingeblasene Gas im voraus
eingeführt wird. Wenn die am Boden angebrachte Düse eine Doppel
rohr-Konstruktion besitzt, wird zumindest eines aus der
Gruppe der nachstehen aufgeführten Gase nämlich Sauerstoff,
Sauerstoff enthaltendes Gas, Kohlenwasserstoffgase, wie Pro
pan, ein Inertgas, wie N₂ oder Ar, und CO₂ oder Dampf durch
das Innenrohr und zumindest eines der Gase, ausgewählt aus
der Gruppe bestehend aus Kohlenwasserstoffgasen, wie Propan,
ein Inertgas, wie N₂ oder Ar, und CO₂ oder Dampf durch das
äußere Rohr geblasen. Wenn die am Boden angebrachte Düse eine
Dreifach-Rohr-Konstruktion besitzt, werden pulverisierte Koh
le oder pulverisierter Koks und/oder pulverisierter Kalk durch
das Innenrohr zusammen mit einem Trägergas, eines der Gase,
ausgewählt aus der nachstehend aufgeführten Gruppe, nämlich
Sauerstoff, Sauerstoff enthaltendes Gas, Kohlenwasserstoffgase,
wie Propan, ein Inertgas, wie N₂ oder Ar, und CO₂ oder
Dampf durch das mittlere Rohr und zumindest eines der aus der
nachstehenden Gruppe ausgewählten Gase, nämlich Kohlenwasser
stoffgase, wie Propan, ein Inertgas, wie N₂ oder Ar, und CO₂
oder Dampf durch das Außenrohr geblasen. Als das oben erwähnte
Trägergas kann irgendein beliebiges Gas, das für das äußere
Rohr verwendet wird, oder ein Teil des Gases, das während
des Ablaufs des Verfahrens hergestellt wird, eingesetzt wer
den.
Wenn der Konverter wie oben beschrieben vorbereitet ist, wird
die feste kohlenstoffhaltige Substanz in den Konverter pla
ciert und die Einleitung von Sauerstoff oder einem Sauerstoff
enthaltenden Gas durch die von oben blasende Lanze begonnen,
um die vorerwähnte feste kohlenstoffhaltige Substanz in Brand
zu setzen. Falls Sauerstoff oder ein Sauerstoff enthaltendes
Gas als das durch den Boden eingeblasene Gas eingesetzt wird,
wird es gewünscht, daß das Verhältnis der Menge an Sauerstoff
für das Einblasen von oben her zu dem Sauerstoff für das Ein
blasen durch den Boden in den Bereich von 97 : 3 bis 80 : 20
fällt.
Dann wird das Manganerz und/oder das Vorreduktionsprodukt davon,
die feste kohlenstoffhaltige Substanz und das schlacken
bildende Mittel in den vorerwählten Konverter eingeführt. In
diesem Fall können die oben erwähnten Rohmaterialien gemein
sam in Form einer Mischung oder getrennt voneinander eingetra
gen werden. Das schlackenbildende Mittel wird in einer Menge
eingesetzt, derart, daß die daraus anschließend gebildete
Schlacke eine geeignete Zusammensetzung aufweist. Spezifischer
gesagt ist die optimale Menge des schlackenbildenden Mittels
so groß, daß die Basizität der geschmolzenen Schlacke schließ
lich in den Bereichen von 1,4 bis 1,6 fällt.
Während des Abschnitts der Schmelzreduktion werden die vorer
wähnten Rohmaterialien kontinuierlich oder intermittierend in
den Konverter eingespeist, um das Rohmaterial durch die Ver
brennung der kohlenstoffhaltigen Substanz mit Sauerstoff zu
erwärmen und zu schmelzen. In dem Fall werden die Mengen an
einzuführendem Rohmaterial, die Höhe der von oben nach unten
blasenden Lanze und die Menge des von oben eingeblasenen Gases
so eingestellt, daß die Temperatur des geschmolzenen Metalls
in dem Konverter in einem Bereich von 1500+a°C (worin α
≦100°C) gehalten wird. Wenn die Temperatur des geschmolzenen
Metalls nicht über 1500°C liegt, ist die Viskosität des ge
schmolzenen Metalls höher als erwünscht und die Reduktionsge
schwindigkeit niedriger als gefordert (Fig. 7). Wenn diese
Temperatur einen Wert von 1600°C übersteigt, wird die feuer
feste Auskleidung stark korrodiert, wie dies aus den Ergeb
nissen von Fig. 11 ersichtlich ist und der Verlust von Mangan
in dem geschmolzenen Metall infolge der Verdampfung ist er
höht, wie dies durch die Ergebnisse von Fig. 9 gezeigt wird.
Während des Abschnittes der Schmelzreduktion ist es daher
geeignet, die Temperatur des geschmolzenen Metalls im Bereich
von 1500+α°C (worin α≦100°C) zu halten. Vorzugsweise ist
es erwünscht, daß diese Temperatur während des Abschnittes
der Schmelzreduktion in der Nähe von 1550°C gehalten wird.
Wie bereits beschrieben, ist die Einführung von pulverisierter
Kohle oder pulverisiertem Koks durch die am Boden ange
brachte Düse der Dreifach-Rohr-Konstruktion während des Ab
schnittes der Schmelzreduktion in hohem Maße für das Zurück
drängen des Verlustes von Mangan infolge der Verdampfung
(Fig. 10) wirksam.
Nachdem die vorgeschriebenen Mengen der Rohmaterialien in den
Konverter eingeführt worden und, wie oben beschrieben, durch
greifend geschmolzen sind, tritt das Konverterverfahren in
den Abschnitt der abschließenden Reduktion ein.
Der Abschnitt der abschließenden Reduktion stellt eine Stufe
dar, in welcher das in den geschmolzenen Rohmaterialien ent
haltene Manganoxid mit überschüssigem Kohlenstoff im vollständig
möglichen Ausmaß reduziert wird.
Wenn der Abschnitt der abschließenden Reduktion beginnt,
wird die Einführung der Rohmaterialien abgestellt und dort,
wo das durch den Boden eingeblasene Gas Sauerstoff oder ein
Sauerstoff enthaltendes Gas ist, dieses Gas auf ein solches
umgestellt, das keinen Sauerstoff enthält, wie beispielsweise
auf ein Gas, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Kohlen
wasserstoffgasen, wie Propan, ein Inertgas, wie N₂ oder Ar,
und CO₂ oder Dampf. Da Mangan gegen eine Oxidation empfindlicher
als Eisen und Chrom ist und die Wärme dieser Oxidation
für die Entstehung einer überhitzten Zone in dem geschmolze
nen Metall verantwortlich zeichnet, ist dieses Umschalten
des durch den Boden eingeblasenen Gases zum Zweck des Aus
schlusses eines Verlustes von Mangan infolge der Verdampfung,
die durch die überhitzte Zone bewirkt würde, erforderlich.
Diese Maßnahme zur Verhinderung des Manganverlustes infolge
Verdampfung ist wirksam, wie dies in Fig. 10 gezeigt wird.
Das Abstellen der Einspeisung von Rohmaterialien führt zu
einem Anstieg der Temperatur des geschmolzenen Metalls inner
halb des Konverters. Wie dies durch die Daten von Fig. 6 und
Fig. 7 gezeigt wird, nimmt die Gleichgewichtskonzentration
von Manganoxid in der Schlacke ab und die Reduktionsgeschwin
digkeit erhöht sich proportional, wenn die Temperatur des
geschmolzenen Metalls ansteigt. Es ist daher erwünscht, die
Temperatur des geschmolzenen Metalls während des Abschnittes
der abschließenden Reduktion auf einem höheren Wert zu halten
als während des Abschnittes der Schmelzreduktion und die
Reduktion so rasch wir möglich zum Abschluß zu bringen. Es
ist nichtsdestoweniger ersichtlich, daß der Manganverlust
infolge Verdampfung und der Verschleiß der feuerfesten Aus
kleidung durch die Schmelze proportional verschlechtert werden,
wenn die Temperatur des geschmolzenen Metalls ansteigt.
Unter Berücksichtigung dieses Sachverhaltes ist es eine siche
re Folgerung, daß die Temperatur des geschmolzenen Metalls
während des Abschnittes der abschließenden Reduktion im Be
reich von 1500+β°C (β≦200°C), vorzugsweise im Bereich von
1600°C bis 1650°C gehalten werden sollte. Diese Steuerung der
Temperatur im oben erwähnten Bereich wird durch Einstellen
der Rate des eingeblasenen Sauerstoffs erzielt.
Wenn man die Reaktion während eines vorgeschriebenen Zeitraums
fortsetzt, wird das Manganoxid in den geschmolzenen Rohmate
rialien mit überschüssigem Kohlenstoff unter Bildung einer
geschmolzenen hochmanganhaltigen Eisenlegierung und geschmolzener
Schlacke reduziert.
Die bis zu diesem Zeitpunkt hochmanganhaltige Eisen
legierung ist im wesentlichen vollständig mit Kohlenstoff ge
sättigt und enthält demzufolge Kohlenstoff in einer Menge von
etwa 7%. Der Manganoxid-Gehalt in der Schlacke liegt im Be
reich von etwa 5 bis 10%. Wenn das Verfahren auf eine hoch
kohlenstoffhaltige hochmanganhaltige Eisenlegierung abzielt,
werden das geschmolzene Metall und die geschmolzene Schlacke
zu diesem Zeitpunkt aus dem Konverter abgezogen und das ge
schmolzene Metall nach herkömmlichem Verfahren gegossen. Ein
Teil des so gebildeten geschmolzenen Metalls und der geschmolzenen
Schlacke wird in dem Konverter zurückgelassen, um in
dem nachfolgenden Verfahrensansatz als Ausgangsschmelze zu
dienen.
Anschließend wird eine Verkörperung der vorliegenden Erfindung
zur Herstellung einer kohlenstoffungesättigten hochman
ganhaltigen Eisenlegierung beschrieben.
Nachdem durch das oben beschriebene Verfahren eine geschmolzene
kohlenstoffgesättigte hochmanganhaltige Eisenlegierung
und geschmolzene Schlacke hergestellt worden sind, wird ein
Teil der geschmolzenen Schlacke aus dem Konverter entfernt.
In die in dem Konverter zurückbleibende geschmolzene Schlacke
und die geschmolzene kohlenstoffgesättigte hochmanganhaltige
Eisenlegierung wird hauptsächlich durch Einblasen vom Boden
Sauerstoff oder ein Sauerstoff enthaltendes Gas eingeführt,
um eine Entkarbonisation des geschmolzenen Metalls zu bewir
ken.
Während der Anfangsstufe des Einblasens von Sauerstoff wird
das Mangan in dem geschmolzenne Metall oxidiert, die Tempe
ratur des geschmolzenen Metalls steigt scharf an, und anschließend
beginnt die Oxidation des Kohlenstoffs. Demzufolge hält
der Anstieg der Temperatur des geschmolzenen Metalls an. Zu
diesem Zeitpunkt wird die Temperatur des geschmolzenen Metalls
auf einen Bereich von 1650° bis 1850°C einreguliert, um den
Kohlenstoffgehalt in dem Endprodukt unterhalb 2% herabzudrücken,
wird die Endtemperatur des geschmolzenen Metalls auf einen Wert
innerhalb des Bereiches von 1750° bis 1780°C einreguliert. Um
den Kohlenstoffgehalt auf einen Wert von unterhalb 1% herab
zudrücken, wird die Endtemperatur auf einen Wert innerhalb
des Bereiches von 1820° bis 1850°C einreguliert.
Wenn die Temperatur des geschmolzenen Metalls niedriger als
1650°C ist, läuft die Oxidation von Mangan gegenüber der von
Kohlenstoff bevorzugt ab. Wenn die Temperatur höher als 1850°C
liegt, wird die Verdampfung von Mangan intensiviert und der
daraus folgende Manganverlust vergrößert. Demzufolge ist es
erwünscht, daß die Temperatur des geschmolzenen Metalls während
der Reduktion innerhalb eines Bereiches von 1650° bis
1850°C gehalten wird. Diese Steuerung der Temperatur des ge
schmolzenen Metalls kann neben der Zugabe eines kühlenden
Materials, wie hoch-, mittel- oder niedrigkohlenstoffhaltiges
Ferromangan oder Flußmittel zu dem geschmolzenen Metall
durch Einstellen der Menge des zugeführten Sauerstoffs in
das geschmolzene Metall bewirkt werden.
Wenn der Kohlenstoffgehalt in dem geschmolzenen Metall auf
einen vorgeschriebenen Wert erniedrigt wird, ist zu Mangan
oxid oxidiertes Mangan in der gebildeten Schlacke in einer
Konzentration von 30 bis 50% als Mangan enthalten. Die wie
oben beschriebene, Manganoxid enthaltende Schlacke kann als
Teil der Rohmaterialien für die Herstellung von hochkohlen
stoffhaltigem Ferromangan eingesetzt werden. Das in dem Kon
verter gebildete Metall wird aus dem Konverter als Fertigpro
dukt abgezogen.
Anschließend wird das für die Herstellung einer niedrigphos
phorhaltigen hochmanganhaltigen Eisenlegierung erforderliche
Behandlungsverfahren beschrieben.
Der Phosphorgehalt in der hochmanganhaltigen Legierung hängt
stark von dem Phosphorgehalt in dem Manganerz als dem haupt
sächlichen Rohmaterial ab. Der Wunsch, den Phosphorgehalt in
der hergestellten hochmanganhaltigen Eisenlegierung zu senken,
wird in der Praxis erfüllt, indem man die wie oben beschrieben
hergestellte Legierung einer Entphosphorung nach irgendeiner
der nachfolgend beschriebenen, an sich bekannten Methoden unterwirft.
Es wird die Ansicht vertreten, daß die Entphosphorung einer
geschmolzenen hochmanganhaltigen Eisenlegierung mit einer Cal
cium-Verbindung, wie beispielsweise mit Calciumcarbid gemäß
den nachfolgenden Gleichungen abläuft:
3 CaC₂ + 14 Mn → 3 [Ca] + 2 Mn₇C₃ (4)
3 [Ca] + 2 P → Ca₃P₂ (5)
In der Reaktionsgleichung (4) zeigt Mn₇C₃ das Auftreten der
Sättigung mit Kohlenstoff an. Im Falle einer kohlenstoffge
sättigen hochmanganhaltigen Eisenlegierung tritt die Reak
tion der Gleichung (4) nicht ein und deshalb natürlich die
der Gleichung (5) auch nicht. Das Verfahren, welches den
Phosphorgehalt einer geschmolzenen hochmanganhaltigen Eisen
legierung durch Verteilen einer mit Kohlenstoff ungesättig
ten Lage auf der geschmolzenen Legierung und Herbeiführen
der Reaktion der geschmolzenen Legierung gemäß der Reaktions
gleichung (4) erniedrigt, wodurch bewirkt wird, daß der Phophor in das
geschmolzene Flußmittel geht, hat sich daher als wirksam er
wiesen.
Es wurden daher Versuche mit hochmanganhaltigen Eisenlegie
rungen durchgeführt, um das Verhältnis zwischen dem Kohlen
stoffgehalt und dem Entphosphorungsverhältnis zu bestimmen.
Als Ergebnis wurde hierzu ermittelt, daß, wie dies in Fig. 13
gezeigt wird, eine ausreichende Entphosphorung erzielbar ist,
wenn der Kohlenstoffgehalt nicht höher als 4% beträgt.
Gemäß den Ergebnissen der Versuche wurde gefunden, daß man
eine niedrigphosphorhaltige hochmanganhaltige Eisenlegierung
herstellt, indem man eine geschmolzene kohlenstoffungesättigte
hochmanganhaltige Eisenlegierung gemäß dem vorerwähnten
Verfahren bereitet, im wesentlichen die gesamte gebildete
Schlacke zu dem Zeitpunkt entfernt, zu der zurückbleibenden
geschmolzenen kohlenstoffungesättigten hochmanganhaltigen
Eisenlegierung eine geeignete Menge eines entphosphorierenden
Flußmittels zugibt und ein Inertgas durch den Boden einbläst
und hierdurch das geschmolzene Metall zwangsweise mischt.
Als entphosphorierendes Flußmittel wird eine Mischung von
zumindest einer aus der nachfolgenden Gruppe ausgewählten
Verbindung, nämlich Ätzkalk, Calciumcarbid und Calciumsili
cium, mit einem Halogenid eines Erdalkalimetalls eingesetzt.
Ätzkalk, Calciumcarbid oder Calciumsilicium reagiert leicht
mit der hochmanganhaltigen Eisenlegierung unter Bildung von
elementarem Calcium und das so gebildete Calcium im status
nascendi verbindet sich leicht mit Phosphor unter Bildung
von Ca₃P₂.
Damit sich das in der Reaktion der Reaktionsgleichung (5)
gebildete Ca₃P₂ in dem Flußmittel löst und in stabiler Form
darin verbleibt, ist es erforderlich, daß das Flußmittel das
vorerwähnte Halogenid eines Erdalkalimetalls enthält. Es ist
daher erforderlich, daß das vorerwähnte Halogenid in einer
Konzentration von nicht unter 5% in dem Flußmittel enthalten ist.
Die Komponenten der Mischung werden daher in solchen
Mengen kombiniert, daß die Halogenidkonzentration in der Mi
schung den eben erwähnten unteren Grenzwert überschreitet.
Dieses Halogenid kann ein Chlorid sein. Da das Chlorid hygro
skopisch ist, ist es besonders vorteilhaft, als Halogenid
Fluorit (CaF₂) einzusetzen.
Es genügt, dieses Flußmittel zu dem geschmolzenen Metall in
einer Menge zuzusetzen, die ausreicht, um die gewünschte Ent
phosphorung zu bewerkstelligen. In dem Falle einer hochman
ganhaltigen Legierung, wenn das geschmolzene Metall durch
die Oberfläche der geschmolzenen Schlacke exponiert ist, wird
der Manganverlust in dem geschmolzenen Metall infolge Verdampfung
verstärkt. Der Zusatz des Flußmittels liefert zufrieden
stellende Ergebnisse, wenn das Flußmittel in einer Menge ange
wandt wird, die der geschmolzenen Schlackenschicht eine Dicke
verleiht, die ausreicht, das Durchstoßen der geschmolzenen
Schlackenschicht mit dem durch den Boden eingeblasenen Gas
strahl und das dadurch bewirkte Spratzen des Metalls während
des Rührens zu verhindern.
Da es gefordert wird, daß diese Schlacke fähig ist, das ge
schmolzene Metall zu entphosphorieren, ist es notwendig, daß
die Gesamtmenge der in der ersten Stufe eingesetzten Schlacke
ausgetragen und das entphosphorierende Flußmittel von neuem
zugesetzt wird. Dieses entphosphorierende Flußmittel wird in
Form von festem Granulat oder von Teilchen verwendet. Beim
Kontakt mit der geschmolzenen kohlenstoffungesättigten hoch
manganhaltigen Eisenlegierung wird das Flußmittel durch die
Wärme des geschmolzenen Metalls geschmolzen und die Induzie
rung einer Entphosphorungsreaktion ermöglicht. In diesem Fall
ist es erforderlich, daß das geschmolzene Metall und das zuge
setzte Flußmittel wirksam gerührt werden, um die Verfahrens
zeit abzukürzen. Die Zwangsrührung vermittels des Einblasens
von Gasen, wie es von der vorliegenden Erfindung angewandt
wird, kann innerhalb von 1/2 bis 2/3 der Zeit, die ein her
kömmliches Verfahren unter Verwendung eines mechanischen Rüh
rers oder eines Schüttelapparats benötigt, vollendet werden.
Diese Verringerung der erforderlichen Zeit für das Rühren er
gibt als Effekt eine Erniedrigung des vorerwähnten Manganver
lustes infolge Verdampfung.
Die Zwangsrührung durch das durch den Boden eingeblasene Gas,
in Verbindung mit dem durch den Boden eingeblasenen Teil des
Flußmittels in pulverisierter Form in Mischung mit dem durch
den Boden eingeblasenen Gas in das geschmolzene Metall erwies
sich als vorteilhafte Maßnahme, die wirksam für die Abkürzung
der für das Rühren erforderlichen Zeit und für die Verbesserung
des Entphosphorungsverhältnisses war.
Bezüglich der Temperatur des geschmolzenen Metalls in dieser
Stufe wird gefordert, daß diese im Bereich von 1300° bis 2200°C
liegt, um es den Reaktionen gemäß den Gleichungen (4), (5) un
ter anderen oben beschriebenen Reaktionsgleichungen der Ent
phosphorung zu ermöglichen, reibungslos abzulaufen. Dies des
halb, weil die Reaktion der Gleichung (4) nicht voranschreitet,
wenn die Temperatur von dem erwähnten Bereich ab
weicht. Es ist ungeachtet dessen erwünscht, die Behandlung
der Entphosphorung bei einer Temperatur so niedrig wie mög
lich durchzuführen, um den Manganverlust durch Verdampfung
zu senken und den Schaden, der durch das Entphosphorierungs-
Flußmittel an dem Auskleidungsmaterial des Konverters ent
steht, klein zu halten. Wenn die Temperatur übermäßig niedrig
ist, steigt die Viskosität des geschmolzenen Metalls an und
das Rühren des geschmolzenen Metalls kann nicht mehr reibungs
los durchgeführt werden. Daher liegt die optimale Temperatur
des geschmolzenen Metalls in dieser Stufe im Bereich von 1400°
bis 1500°C.
In der Stufe der vorstehenden Beschreibung kann der Konverter
mit von oben und unten eintretendem Wind, der zuerst für die
Herstellung von hochkohlenstoffhaltiger hochmanganhaltiger
Eisenlegierung verwendet wurde, in seiner ungeänderten Form
eingesetzt werden. Es ist selbstverständlich für die Stufe
der Herstellung der hochkohlenstoffhaltigen Legierung zulässig,
die Stufe der Entkarbonisierung und die Stufe der Ent
phosphorung in verschiedenen Konvertern durchzuführen.
Es wurde im Rahmen von Untersuchungen festgestellt, daß eine
nach dem vorerwähnten Schmelzreduktionsverfahren hergestellte
geschmolzene hochmanganhaltige Eisenlegierung, die einen Koh
lenstoffgehalt besitzt, der gleich oder über dem Sättigungs
gehalt (0,3%) liegt, entphosphoriert werden kann, wenn das
geschmolzene Metall und eine geeignete Menge eines zugesetzten
Flußmittels, d. h. eine Mischung von Bariumoxid oder -car
bonat mit Bariumchlorid, gerührt werden.
In diesem Falle wirkt das Bariumoxid oder -carbonat als Fluß
mittel von höherer Basizität als CaO und erniedrigt den Akti
vitätskoeffizient von P₂O₅. In der Zwischenzeit erniedrigt
das Bariumchlorid den Schmelzpukt und die Viskosität der
Schlacke und führt zu physikalischen Bedingungen, die für
den Fortschritt der Entphosphorung vorteilhaft sind. Wenn
man ferner Carbonat einsetzt, wird das durch die Zersetzung
dieses Carbonats gebildete CO₂ für die Oxidation des Phosphors
in der Mangan-Eisen-Legierung verwendet, wie dies durch die
nachfolgende Formel gezeigt wird:
2 [P] + 5 CO₂ → (P₂O₅) + 5 CO
Auf diese Weise ist der so oxidierte Phosphor innerhalb der
Schlacke in Form von P₂O₅ gebunden.
Falls man das Bariumoxid einsetzt, ist es, da dieser Verbin
dung die Oxidationskraft fehlt, erforderlich, es in Kombination
mit einem Oxidationsmittel für Phosphor einzusetzen,
d. h. mit zumindest einer Verbindung, ausgewählt aus der Gruppe
bestehend aus oxidierenden Gasen, wie O₂ und CO₂, Oxiden
von Eisen und Mangan, und Carbonaten von Alkalimetallen und
Erdalkalimetallen, wie Li₂CO₃ und CaCO₃.
Das zu verwendende Flußmittel liegt in der Form von festem
Granulat oder in Form von Teilchen vor. Es kann zugesetzt
werden, indem man es über das geschmolzene Metall schichtet
und/oder in das geschmolzene Metall injiziert. Zum Zwecke der
Verringerung des Zeitbedarfs für das Rühren und der Verbesse
rung der Wirksamkeit der Entphosphorung wird diese Zugabe
besonders wirksam durch Injizieren des Flußmittels in Form
von Granulaten durchgeführt.
Bezüglich der Art und Weise des Rührens sei gesagt, daß das
Rühren durch Einblasen von Gas eine wirksame Abnahme des Zeit
bedarfs der Rührung im Vergleich zu dem herkömmlichen Verfahren
unter Verwendung eines mechanischen Rührers oder eines
Schüttelapparates liefert, und es kann in dem gleichen Konver
ter durchgeführt werden, der für die Herstellung einer hoch
kohlenstoffhaltigen hochmanganhaltigen Eisenlegierung einge
setzt wird. Gegebenenfalls kann die in dem ersten Konverter
hergestellte geschmolzene hochmanganhaltige Eisenlegierung
in den anderen Konverter überführt und darin durch ein abwei
chendes Verfahren des Rührens (wie beispielsweise durch Rühren
mit einem mechanischen Rührer oder einem Schüttelapparat) der
Entphosphorung unterworfen werden. Falls das Rühren durch Ein
blasen von Gas bewirkt wird, kann das für das Einblasen ver
wendete Gas ein oxidierendes oder ein inertes Gas sein. Konkre
te Beispiele für das eingesetzte Gas schließen daher vorteil
hafterweise Ar, N₂ und CO₂ ein.
Bezüglich der Arbeitstemperatur in der vorliegenden Stufe wird
es gewünscht, diese so niedrig wie zulässig zu halten, weil
der Verteilungskoeffizient von (P₂O₅)/[P], der durch das
Gleichgewicht der Reaktion von
bestimmt ist, mit abnehmender Arbeitstemperatur ansteigt. Die
Tatsache, daß die Flüssigkeitentemperatur zwischen der ge
schmolzenen Schlacke und dem geschmolzenen Metall ihre Grenzen
hat, verdient nicht übersehen zu werden. Daher liegt die optimale
Arbeitstemperatur im Bereich von 1250° bis 1400°C.
Es wurden weiterhin Versuche an Mangan-Eisen-Legierungen mit
dem Ziel durchgeführt, einerseits das Verhältnis zwischen dem
Kohlenstoffgehalt in der Legierung und der Flußmittelzusammen
setzung und andererseits das Entphosphorungsverhältnis zu
bestimmen. Die Ergebnisse der Versuche werden in Fig. 14
gezeigt. Es sei darauf hingewiesen, daß die Ergebnisse zeigen,
daß die Entphosphorung wirksam vonstatten geht, solange der
Kohlenstoffgehalt innerhalb des Bereiches von gesättigtem
Kohlenstoffgehalt (%) zu [gesättigtem Kohlenstoffgehalt (%)
- 0,7%] liegt. Bezüglich der Flußmittelzusammensetzung sei
bemerkt, daß das Flußmittel eine zufriedenstellende Entphos
phorung liefert, wenn seine Zusammensetzung derart ist, daß
das Verhältnis
innerhalb des Bereiches von 0,2 bis 2,0 liegt. Wenn dieses
Verhältnis kleiner als 0,2 ist, wird die Fluidität der Schlacke
erniedrigt und die Wirksamkeit der Entphosphorung ist ver
schlechtert. Wenn das Verhältnis den Wert 2,0 übersteigt, ist
die Fähigkeit der Schlacke, das geschmolzene Metall zu ent
phosphorieren, verschlechtert.
Es wird gefordert, daß die Menge des zuzusetzenden Flußmittels
im Bereich von 1 bis 12%, vorzugsweise im Bereich von
2 bis 7% liegt. Wenn die Menge nicht mehr als 1% beträgt,
ist das Entphosphorungsverhältnis unzureichend. Wenn die Men
ge 12% übersteigt, ist die Entphosphorungswirksamkeit ver
schlechtert, weil das oxidierende Mittel (wie beispielsweise
das durch die Zersetzung des Carbonats gebildete CO₂) eher
für die Oxidation von Mangan als für die Oxidation von Phos
phor wirkt.
Bei der Herstellung einer hochmanganhaltigen Eisenlegierung
durch das Verfahren der vorliegenden Erfindung kann der Man
ganoxid-Gehalt in der auszutragenden Schlacke unterhalb des
Wertes von 10% abgesenkt werden. Zum Zwecke der weiteren Er
niedrigung des Manganoxid-Gehaltes und der Erhöhung des Rück
gewinnungsverhältnisses von Mangan ist es wirksam, die gebildete
geschmolzene Schlacke mit einem geschmolzenen Metall oder
geschmolzenem Roheisen mit einem niedrigen Mangangehalt zu be
handeln.
Bei der Erniedrigung des Manganoxid-Gehaltes in der gebildeten
Schlacke, wirft, wie bereits früher erwähnt, die Gleich
gewichtskonzentration des Manganoxids in der Schlacke und
die Reaktionsgeschwindigkeitskonstante ein Problem im Falle
einer Mangan-Eisen-Legierung auf.
Die Gleichgewichtskonzentration des Manganoxids in der Schlacke
stellt den Schwellenwert dar, bis zu welchem der Mangan
oxid-Gehalt in der Schlacke abgesenkt werden kann. Die Reduk
tionsgeschwindigkeitskonstante stellt die Geschwindigkeits der
Reduktion dar, bei welcher sich der Manganoxid-Gehalt dem
oben erwähnten Schwellenwert nähert. Dies bedeutet, daß eine
lange Zeit zur Erniedrigung des Manganoxid-Gehaltes in der
Schlacke benötigt wird, so lange die Reaktionsgeschwindigkeit
klein ist, auch wenn die Gleichgewichtskonzentration niedrig
ist. Im gegenwärtigen Betrieb hat das verzögerte Verfahren den
Nachteil, daß der energetische Wirkungsgrad erniedrigt und
der Verschleiß der feuerfesten Auskleidung durch die Schmelze
erhöht ist, abgesehen noch von der zusätzliche Beeinträchtigung
der Produktivität.
Diese Erfindung, basierend auf dem Befund, daß die Reduktions
geschwindigkeit des Manganoxids in der geschmolzenen Schlacke
ansteigt und der Mangangehalt in der geschmolzenen Schlacke
proportional abnimmt, wenn der Mangangehalt in dem geschmol
zenen Metall abnimmt (Fig. 3 und Fig. 4), hat ein Betriebs
verfahren des Typs angenommen, welches absichtlich den Mangan
gehalt in dem geschmolzenen Metall während des Austragens der
Schlacke erniedrigt und demzufolge den Mangangehalt in der
Schlacke befähigt, in einer kurzen Zeitspanne kleiner zu werden.
Das heißt, es wurde ein vorteilhaftes Verfahren zur Bil
dung einer hochmanganhaltigen Eisenlegierung gefunden, bei
welchem der Mangangehalt in der der Schlacke in ausreichendem
Maß herabgesetzt ist.
Es sei bezüglich von Fig. 3 bemerkt, daß die Reduktionsge
schwindigkeitskonstante ansteigt, wenn der Mangangehalt in
dem geschmolzenen Metall unterhalb des Werts von etwa 20%
fällt. Es ist aus Fig. 4 eindeutig ersichtlich, daß die
Gleichgewichtskonzentration von Manganoxid in der Schlacke
scharf abfällt, wenn der Mangangehalt in dem geschmolzenen
Metall unterhalb des Wertes von 20% absinkt.
Basierend auf der Entdeckung derartiger Tatsachen, wie sie
oben beschrieben sind, liefert die vorliegende Erfindung ein
Verfahren zur Herstellung einer hochmanganhaltigen Eisenle
gierung, welches die nachstehend geschilderte Maßnahmen um
faßt: Zunächst wird in einer kurzen Zeit die hochmanganhal
tige Eisenlegierung hergestellt; dann wird die hochmanganhal
tige Eisenlegierung ausschließlich abgezogen; anschließend
wird es ermöglicht, daß die geschmolzene Schlacke mit einem
relativ hohen Manganoxid-Gehalt, der sich gleichzeitig mit
der vorerwähnten Eisenlegierung gebildet und der noch kein
Gleichgewicht erreicht hat, eine Kontaktreaktion mit bei
spielsweise geschmolzenem Roheisen eingeht, wodurch der Man
ganoxid-Gehalt in der Schlacke rasch erniedrigt wird; und an
schließendes Austragen der Schlacke.
Die in Rede stehende Schlacke, die während des Ablaufs der
Herstellung der hochmanganhaltigen Eisenlegierung gebildet
worden ist, kann erstens beseitigt werden, indem man sie mit
geschmolzenem Roheisen mischt und hierdurch die Schlacke be
fähigt, als Entoxidationsmittel für geschmolzenes Roheisen
zu wirken, wobei man konsequenterweise bewirkt, daß der Manganoxid-
Gehalt der Schlacke auf unterhalb 5% abgesenkt wird,
und danach die Schlacke verwirft.
Daneben ist das Verfahren, welches nacheinander eine hochman
ganhaltige Eisenlegierung und eine niedrigmanganhaltige Eisen
legierung liefert, ebenfalls für die Beseitigung der Schlacke
wirksam.
Spezifischer gesagt wechselt in diesem Verfahren eine Stufe
für die Herstellung einer hochmanganhaltigen Eisenlegierung
und eine Stufe für die Austragung der Schlacke ab; die erstge
nannte Stufe umfaßt das Einführen eines Rohmaterials, beste
hend aus Manganerz oder dem Vorreduktionsprodukt davon oder
der Mischung daraus und einem schlackenbildenden Mittel, in
einen Konverter mit von oben und unten eintretendem Wind, der
bereits als Ausgangsschmelze eine geschmolzene Eisenlegierung
mit einem Mangangehalt von nicht mehr als 20 Gewichtsprozent
enthält, das Zuführen von Sauerstoff oder einem Sauerstoff
enthaltenden Gas in den vorstehend erwähnten Konverter, wodurch
das vorerwähnte Rohmaterial erhitzt, geschmolzen und redu
ziert wird, die Durchführung von Maßnahmen, durch welche der
Mangangehalt in der vorerwähnten geschmolzenne Legierung auf
über 40 Gewichtsprozent erhöht wird und das Abziehen eines
Teils oder der Gesamtmenge der vorerwähnten hochmanganhalti
gen Eisenlegierung zum Gießen, und die letztgenannte Stufe
umfaßt das Einführen eines Rohmaterials, bestehend aus einer
Eisenquelle, wie beispielsweise aus Eisenerz, und einem
schlackenbildenden Mittel in Verbindung mit einem kohlen
stoffhaltigen Material, in die in der vorausgehenden Stufe
gebildete geschmolzene Schlacke, das Einführen von Sauer
stoff oder eines Sauerstoff enthaltenden Gases in den vor
erwähnten Konverter und hierdurch das Erhitzen, Schmelzen
und Reduzieren des vorerwähnten Rohmaterials und die Bildung
einer geschmolzenen Eisenlegierung mit einem Mangangehalt
von nicht mehr als 20 Gewichtsprozent und folgerichtig die
Erniedrigung des Manganoxid-Gehaltes in der Schlacke auf
unterhalb 10 Gewichtsprozent und anschließend das Austragen
der Schlacke. Die geschmolzene Eisenlegierung mit einem Man
gangehalt von nicht mehr als 20 Gewichtsprozent, die man wäh
rend der letztgenannten Stufe erhält, wird als Ausgangsschmelze
für die nachfolgende Stufe verwendet.
In dem oben beschriebenen Arbeitsvorgang geht das CO-Gas,
welches durch die Verbrennung von fester kohlenstoffhalti
ger Substanz und der Reduktion von Manganoxid und Eisenoxid
mit der festen kohlenstoffhaltigen Substanz erzeugt wurde,
beim Kontakt mit dem von oben eingeblasenen Sauerstoff die
nachfolgende Reaktion
2 CO + O₂ → 2 CO₂
ein, und die durch diese Reaktion erzeugte Wärme wird als Wär
mequelle verwendet. Demzufolge wird bei dem erfindungsgemäßen
Verfahren eine bemerkenswert große Wärmemenge pro Einheits
menge der festen kohlenstoffhaltigen Substanz im Vergleich
zu dem herkömmlichen Verfahren erzeugt, welches von einem
Gebläseofen Gebrauch macht, d. h. einem Konverter des Typs,
der eine Schicht Koks verwendet und sich ausschließlich auf
die durch die nachfolgende Reaktionsgleichung
2 C + O₂ → 2 CO
wiedergegebene Reaktion stützt.
Ferner hat das Einblasen von Gas von oben und von unten her
den Vorteil, daß die Reaktion des Aufheizens, Schmelzens und
Reduzierens leicht durch Steuerung der in den entgegengesetzten
Richtungen eingeführten Gasmengen reguliert wird. Weiter
hin kann das Problem der Standzeit der feuerfesten Ausklei
dung in dem vorerwähnten Konverter rationell gelöst werden,
da die Zwangsrührung des geschmolzenen Metalls mit dem von
unten her eingeblasenen Gas die Reduktionsgeschwindigkeit
bemerkenswert erhöht und es ermöglicht, daß das Verfahren
selbst bei einer relativ niedrigen Temperatur durchgeführt
werden kann.
Unter den Vorteilen, welche das Einblasen von Gas von unten
her liefert, werden die Förderung der Freisetzung des durch
die Reaktion aus dem geschmolzenen Metall gebildeten Gas,
die Unterdrückung derartiger nachteiliger Phänomene, wie
schäumender Schlacke und Überfluten, und die Eliminierung
der lokalen Erhitzung des Rohmaterials oder des geschmolzenen
Metalls und die konsequente Vereinheitlichung der Tempe
raturverteilung, genannt.
Ferner kann der Manganverlust infolge der Verdampfung durch
lokale Erhitzung, der bisher von der Fachwelt resignierend
als unvermeidliche Folge der Herstellung einer Legierung vom
Mangan-Typ durch die Arbeitsweie des Sauerstoffblasens ak
zeptiert wurde, zum größten Teil durch Ausführung der Blas
düse am Boden als Dreifach-Rohr-Konstruktion abgeschwächt
werden. Diese Maßnahme macht es möglich, das kohlenstoffhal
tige Material beispielsweise in Verbindung mit Sauerstoff
während der Schmelzreduktionsstufe von unten her einzublasen
und sie erlaubt das Umschalten des von unten her eingeblase
nen Gases auf ein solches, das zu Beginn der Stufe der ab
schließenden Reduktion keinen Sauerstoff enthält.
Wie bereits oben beschrieben, ist es durch die vorliegende
Erfindung möglich, eine hochmanganhaltige Eisenlegierung
von beliebiger Beschreibung kostengünstig und wirksam in
einem Konverter mit von oben und unten eintretendem Wind
herzustellen. Die als Nebenprodukt in dem Verfahren erzeugte
Schlacke hat einen Manganoxid-Gehalt, der gerade richtig
für eine Verwendung der Schlacke in unveränderter Form als
Düngemittel für landwirtschaftliche Ansaaten ist. Diese Er
findung, welche Beiträge zur Herstellung von hochmanganhal
tigem Stahl, der Reduktion der Stahlherstellungskosten und
der Steigerung der Produktqualität verspricht, besitzt daher
einen sehr hohen ökonomischen Wert.
Anschließend wird die vorliegende Erfindung mehr im Detail
unter Bezug auf die Arbeitsbeispiele beschrieben.
Es wurde ein kleiner Konverter mit einer Kapazität von 5 t
verwendet. Der Konverter wurde in der Mitte des Bodens mit
einer dort angebrachten Düse von einer Doppelrohr-Konstruk
tion zum Einblasen von Gas versehen. Die in diesem und in
folgenden Beispielen verwendeten Rohmaterialien und deren
Qualität werden in der nachfolgenden Tabelle I gezeigt.
Das hier verwendete Manganerz war thermisch bei 1000°C in
einem Drehrohrofen zusammen mit Koks als Reduktionsmittel
reduziert worden. Zu diesem Zeitpunkt betrug der Oxidations
grad des Mangans (das Verhältnis des oxidierten Mangans, be
rechnet als vierwertiges Mangan zum Gesamtmangan) 5%. Das so
vorbereitend zur Einführung in heißem Zustand in den vorer
wähnten Konverter reduzierte Manganerz wurde in einem dicht
verschlossenen Behälter transportiert und gelagert.
Der vorerwähnte Konverter enthielt vorher als Beschickung
1000 kg einer geschmolzenen hochmanganhaltigen Eisenlegie
rung, die in einem getrennten Schmelzofen hergestellt worden
war, mit über die Oberfläche des geschmolzenen Metalls
ausgebreiteter Schlacke in einer Dicke von etwa 150 mm.
In der Zwischenzeit wurde Sauerstoff durch das Innenrohr und
Argon als Kühlgas durch das Außenrohr der am Boden angebrach
ten Düse unter einem Druck von 3 kg/cm², jeweils bei einer
Strömungsrate von 200 Liter/min eingeblasen.
Nachdem alle oben beschriebenen Vorbereitungen beendet waren,
wurden 30 kg trockener Koks in den Konverter mit Blasmöglich
keit von oben und unten eingeworfen und Sauerstoff über die
von oben blasende Lanze bei einer Strömungsrate von 7 Nm³/min
unter einem Druck von 5 kg/cm² eingeblasen, um das Innere des
Konverters zu zünden.
Nachdem die Zündung festgestellt worden war, wurden 1000 kg
des vorerwähnten vorreduzierten Manganerzes kontinuierlich
und 600 kg Koks sowie 230 kg Kalkstein intermittierend in den
Konverter im Verlaufe eines Zeitraums von 90 Minuten einge
speist. In diese Zeitraum wurde die Höhe der von oben bla
senden Lanze und die durch das Blasen eingeführte Sauerstoff
menge von Zeit zu Zeit so eingestellt, daß die Temperatur des
geschmolzenen Metalls in der Nähe von 1550°C gehalten wurde.
Nachdem die Einführung der Rohmaterialien beendet war, wur
den 20 kg Koks zugesetzt, die Stellung der Lanze erhöht und
die Bedingungen des Sauerstoffblasens auf 4 kg/cm² und 4 Nm³/min
geändert, um die Rückgewinnung von Mangan in der Schlacke
zu bewirken. Das durch den Boden eingeblasene Gas wurde
auf Argon umgeschaltet und das Einblasen von Argon durch
den Boden 15 Minuten lang zur Verhinderung einer erneuten
Oxidation von Mangan fortgesetzt. In diesem Zeitraum wurde
die Höhe der von oben blasenden Lanze und die durch das Ein
blasen eingeführte Sauerstoffmenge von Zeit zu Zeit einge
stellt, um die Temperatur des geschmolzenen Metalls in der
Nähe von 1600°C zu halten.
Die Einführung des Gases durch die von oben blasende Lanze
wurde abgestellt und das geschmolzene Metall und die geschmolzene
Schlacke wurden gleichzeitig auf das Produktbett ablauf
fen und dort selbst abkühlen gelassen. Nach dem Abkühlen wurde
das Metall und die Schlacke voneinander getrennt, gewogen
und analysiert.
Das Gewicht des so erhaltenen Metalls betrug 1570 kg und
dasjenige der Schlacke 490 kg. Das Metall war gemäß der Ana
lyse aus 74,7% Mn, 0,1% Si, 7,2% C und 0,15% P zusammen
gesetzt. Die Zusammensetzung zeigt an, daß dieses Metall eine
mit Kohlenstoff gesättigte hochmanganhaltige Eisenlegierung
ist. Die Zusammensetzung der Schlacke war 7,8% MnO, 0,8% FeO,
30% SiO₂ und 39%CaO.
Diese Ergebnisse zeigen, daß von dem gesamten in Form von
Erz gelieferten Mangan 6% in der Schlacke enthalten sind,
4% durch Verdampfung verlorengingen und demzufolge 90% für
die Legierungsherstellung verwendet wurden.
Eine mit Kohlenstoff gesättigte geschmolzene hochmanganhaltige
Eisenlegierung und geschmolzene Schlacke wurden nach
dem Verfahren von Beispiel 1 hergestellt. Dann wurde die Ein
führung von Sauerstoff durch die von oben blasende Lanze
abgestellt, die Lanze aufgezogen, das überschüssige kohlen
stoffhaltige Material entfernt, etwa Dreiviertel der Schlacke
entfernt und anschließend die Einführung von Sauerstoff durch
die von oben blasende Lanze begonnen. Zum gleichen Zeitpunkt
wurde das innere Rohr der am Boden angebrachten Dü
se eingeführte Argon erneut auf Sauerstoff umgeschaltet, um
die Temperatur des geschmolzenen Metalls beizubehalten. Zu
diesem Zeitpunkt wurde die Zündung ohne Schwierigkeit bewerk
stelligt und die Entkarbonisation begonnen.
Die Durchflußleistung des von oben her durch Blasen eingeführ
ten Sauerstoffs betrug 5,0 Nm³/min während der ersten 10 Minuten
udn 4,0 Nm³/min während der nächsten 15 Minuten. Das Ein
blasen durch den Boden wurde bei einer Durchflußleistung von
200 Liter/min fortgesetzt. Die Gesamtmenge an für das Einbla
sen von oben her verwendetem Sauerstoff betrug 113 Nm³. Die
Durchflußleistung des eingeblasenen Sauerstoffs wurde in
geeigneter Weise variiert, um die Temperatur des geschmolzenen
Metalls beizubehalten. Die Durchflußleistung von Sauerstoff
wurde bei 5,0 Nm³/min gehalten, bis die Temperatur des
geschmolzenen Metalls 1650°C erreichte, den Wert, bei welchem
die Oxidation von Mangan bevorzugt gegenüber der Oxidation
von Kohlenstoff abläuft. Als die Temperatur auf 1770°C
stieg, wurde die Einführung von Sauerstoff durch das Einblasen
von oben abgestellt und das geschmolzene Metall von der
geschmolzenen Schlacke befreit, damit es fertig zum Gießen
war.
Das Gewicht des so hergestellten Metalls betrug 1430 kg. Das
Metall trennte sich leicht von der Schlacke, wobei sich im
wesentlichen kein Metall mit der Schlacke vermischt. Die
zuerst entfernte Schlacke enthielt 8% Mangan.
Die folgerichtig hergestellte kohlenstoffungesättigte hoch
manganhaltige Eisenlegierung hatte gemäß der Analyse eine
Zusammensetzung von 76,70% Mn, 0,10% Si und 1,51% C.
Der Kohlenstoffgehalt in dem Endprodukt konnte durch Regu
lieren der Endtemperatur, welche von dem geschmolzenen Metall
erreicht wurde, eingestellt werden. Der Kohlenstoffgehalt des
Produkts betrug beispielsweise 0,95%, wenn die durch das
geschmolzene Metall erreichte Endtemperatur auf 1830°C ange
hoben wurde.
Wie oben gezeigt, ermöglicht es die vorliegende Erfindung,
eine hochmanganhaltige Eisenlegierung mit einem Kohlenstoff
gehalt, der in einem weiten Bereich frei variiert ist, leicht
und wirksam in einem einzigen Verfahren ohne Verwendung ir
gendwelcher elektrischer Energie herzustellen.
Nach dem Verfahren von Beispiel 1 und Beispiel 2 wurde eine
geschmolzene kohlenstoffungesättigte hochmanganhaltige Eisen
legierung hergestellt. Die zur gleichen Zeit gebildete ge
schmolzene Schlacke wurde im wesentlichen vollständig ent
fernt. Anschließend, als die Temperatur der zurückgebliebenen
geschmolzenen hochmanganhaltigen Eisenlegierung 1650°C
erreichte (in einem Zeitraum von etwa 10 Minuten, einschließlich
der für die Entfernung der Schlacke nach der Einstellung
des Einblasens von Gas von oben verbrachten Zeit), wurde
60 kg CaC₂ und 10 kg CaF₂ (5 bis 15 mm Korngröße und mit
einer Temperatur von 200°C) durch das Oberteil des Konverters
zugegeben und eine Mischung von 40 kg feinzerteiltem CaC₂
(Teilchendurchmesser von nicht mehr als 100 µm) mit 2 Nm³ N₂-
Gas durch das Innenrohr der am Boden angebrachten Düse einer
Doppelrohr-Konstruktion und 2 Nm³ N₂-Gas zum Rühren durch das
äußere Rohr 10 Minuten lang eingeblasen. Nachdem das Einblasen
dieser Materialien beendet war, wurde die Schlacke ent
fernt und das hergestellte Metall gegossen.
Es wurde gefunden, daß die so hergestellte kohlenstoffunge
sättigte hochmanganhaltige Eisenlegierung und die niedrig
phosphorhaltige hochmanganhaltige Eisenlegierung die in der
Tabelle II angegebene chemische Zusammensetzung hatten.
Es wurde nach dem Verfahren von Beispiel 1 eine geschmolzene
kohlenstoffgesättigte hochmanganhaltige Eisenlegierung
hergestellt. Die gleichzeitig gebildete geschmolzene Schlacke
wurde im wesentlichen zur Gänze daraus entfernt. Anschließend,
als die Temperatur der zurückgebliebenen geschmolzenen
hochmanganhaltigen Eisenlegierung 1350°C erreichte, wurden
40 kg BaCO₃ und 30 kg BaCl₂ durch das Oberteil des Konverters
zugegeben und eine Mischung von 30 kg feinzerteiltem BaCO₃
mit 22 Nm³ N₂-Gas durch das Innenrohr der am Boden angebrachten
Düse mit Doppelrohr-Konstruktion und 2 Nm³ N₂-Gas zum
Rühren durch das Außenrohr der gleichen Düse 10 Minuten lang
eingeblasen. Nachdem das Einblasen der Materialien beendet
war, wurde die Schlacke entfernt und das Produkt gegossen.
Die so erhaltene niedrigphosphorhaltige hochmanganhaltige
Eisenlegierung hatte gemäß Analyse die in der nachfolgenden
Tabelle II gezeigte Zusammensetzung.
Es wurde ein kleiner Konverter mit einer Kapazität von 5 t
eingesetzt. Dieser Konverter war in der Mitte seines Bodens
mit einer dort angebrachten Düse mit einer Dreifach-Rohr-
Konstruktion versehen. Das in diesem Beispiel verwendete
Manganerz, der Koks und der Kalkstein waren die gleichen
wie im Beispiel 1. Durch das Innenrohr der am Boden ange
brachten Düse wurde eine Mischung von 100 g/min feinzer
teiltem Koks (nicht mehr als 5 mm Teilchendurchmesser) mit
200 Liter/min Argon-Gas als Trägergas unter einem Druck von
3 kg/cm² eingeblasen. Durch das Mittelrohr wurde Sauerstoff
gas mit einer Durchflußleistung von 350 Liter/min unter einem
Druck von 3 kg/cm² eingeblasen. Durch das äußere Rohr wurde
Argon-Gas mit einer Durchflußleistung von 350 Liter/min unter
einem Druck von 3 kg/cm² eingeblasen.
Ähnlich wie in Beispiel 1 wurden in den Konverter 1000 kg
einer getrennt hergestellten geschmolzenen hochmanganhaltigen
Eisenlegierung vorgelegt und geschmolzene Schlacke in
einer Dicke von etwa 150 mm über die Oberfläche des geschmolzenen
Metalls ausgebreitet.
Zuerst wurden 30 kg Koks zugegeben und Sauerstoff durch die
Lanze mit einer Durchflußleistung von 7 Nm³/min unter einem
Druck von 5 kg/cm² zur Zündung des Inhalts des Konverters
eingeblasen. Nachdem die Zündung festgestellt worden war,
wurden 1000 kg vorreduziertes Manganerz und 600 kg Koks kon
tinuierlich und 230 kg Kalkstein intermittierend im Verlaufe
eines Zeitraums von 90 Minuten eingespeist. In diesem Zeit
punkt wurden die durch Blasen eingeführte Sauerstoffmenge
und die Höhe der Lanze von Zeit zu Zeit eingestellt, um die
Temperatur des geschmolzenen Metalls in der Nähe von 1550°C
zu halten. Diese Einstellung war leicht im Vergleich zu der
jenigen in dem Konverter mit einer am Boden angebrachten Dü
se mit Doppelrohr-Konstruktion.
Nachdem die Einführung des Manganerzes beendet war, wurde
die Durchflußleistung des durch Blasen von oben eingeführten
Sauerstoffs auf 6 Nm³/min geändert, um die Temperatur
des geschmolzenen Metalls bei 1650°C beizubehalten. Zu diesem
Zeitpunkt wurde die Einführung von pulverisiertem Koks
durch das Innenrohr der am Boden angebrachten Düse abgestellt
und die Einführung von Argon-Gas allein fortgesetzt. Die Ein
führung von Koks in den Konverter wurde fortgesetzt, obzwar
bei einer verringerten Beschickungsrate von 6 kg/min. Das
Schmelzen mit dem eingeblasenen Gas wurde während eines Zeit
raums von 10 Minuten fortgesetzt. Nachdem das Schmelzen abge
stellt worden war, wurden das geschmolzene Metall und die
geschmolzene Schlacke ausgetragen, wobei etwa 1000 kg geschmolzenes
Metall in dem Konverter zurückgelassen wurden. Anschließend
wurde ein Teil der entfernten Schlacke in den Konverter
zurückgegeben, so daß die Oberfläche des geschmolzenen Metalls
mit einer Schicht von geschmolzener Schlacke in einer Dicke von
etwa 150 mm bedeckt war. Das geschmolzene Metall und die ge
schmolzene Schlacke wurden in das Produktbett abgelassen und
darin abgekühlt. Nach dem Kühlen wurden sie voneinander ge
trennt, gewogen und analysiert. Anschließend wurden 30 kg Koks
in den vorerwähnten Konverter, der das übriggebliebene ge
schmolzene Metall und die geschmolzene Schlacke von dem vor
hergehenden Zyklus enthielt, zugegeben, um das oben beschriebene
Verfahren zu wiederholen. Das Verfahren wurde nachein
ander in insgesamt sechs Zyklen durchgeführt. Die Ergebnisse
sind in der nachfolgenden Tabelle IV niedergelegt.
Die oben angegebenen Gewichte von Metall und Schlacke reprä
sentieren die Nettogewichte, die man nach dem Schmelzen
durch Blasen mit Sauerstoff erhält.
Die Daten für die Manganaufrechnung zeigen, daß der Verlust
von Mangan durch Verdampfung die Hälfte des Wertes betrug,
den man in dem Verfahren unter Verwendung der am Boden ange
brachten Düse einer Doppelrohr-Konstruktion (nicht einbezogen
die Einführung von pulverisierten Koks durch Blasen) erhält.
Es wurde ein Konverter mit Blasmöglichkeit von oben und unten
mit einer Kapazität von 10 t eingesetzt. Er wurde in der Mitte
seines Bodens mit einer dort eingepaßten Düse mit Doppel
rohr-Konstruktion versehen. Die Rohmaterialien waren die
gleichen, wie sie in Tabelle I gezeigt werden.
Das hier eingesetzte Manganerz war in einem Drehrohrofen bei
1000°C zusammen mit Koks als Reduktionsmittel vorreduziert.
Zu diese Zeitpunkt betrug der Oxidationsgrad des Mangans
(das Verhältnis von oxidiertem Mangan, berechnet als vier
wertiges Mangan, zum Gesamtmangan) 5%.
In den Konverter mit Blasmöglichkeit von oben und unten wurden
1000 kg einer geschmolzenen niedrigmanganhaltigen Eisen
legierung placiert und geschmolzene Schlacke mit der gleichen
Zusammensetzung wie die abschließend ausgetragene Schlacke
in dem Verfahren dieser Erfindung wurde in einer Dicke von
etwa 200 mm (etwa 1000 kg) auf die Oberfläche des geschmolzenen
Metalls aufgebracht. In diesem Falle wurde Sauerstoff
durch das Innenrohr und Argon als Kühlgas durch das äußere
Rohr in den Konverter unter einem Druck von 3 kg/cm², jeweils
bei einer Durchflußleistung von 700 Liter/min, geblasen.
Nachdem die oben beschriebenen Vorbereitungen beendet waren,
wurde die Herstellung einer hochmanganhaltigen Eisenlegierung
durch Einspeisen von 30 kg trockenem Koks in den Konverter
und Einblasen von Sauerstoff durch die von nach unten
blasende Lanze bei einer Durchflußgeschwindigkeit von 15 Nm³/min
unter einem Druck von 5 kg/cm² zur Zündung des Konverter
inneren in Angriff genommen. Nachdem die Zündung festgestellt
worden war, wurde das vorreduzierte Manganerz kontinuierlich
heiß in den vorerwähnten Konverter und Koks und Kalkstein
intermittierend eingespeist. Auf diese Weise wurde der Kon
verter mit 3650 kg Manganerz, 1500 kg Koks und 300 kg Kalk
stein beschickt. In der Zwischenzeit wurde die Höhe der Lanze
und die durch Einblasen eingeführte Sauerstoffmenge einge
stellt, um die Temperatur des geschmolzenen Metalls in der
Nähe von 1550°C zu halten.
Dann wurde die Einführung 04267 00070 552 001000280000000200012000285910415600040 0002003519111 00004 04148 von Sauerstoff durch die von oben
blasende Lanze abgestellt und das in dem Konverter gebildete
geschmolzene Metall im wesentlichen vollständig abgestochen,
wobei das Entweichen der geschmolzenen Schlacke wirksam durch
einen gegen die Auslaßöffnung zu errichteten Damm verhindert
wurde.
Die Stufe der Schlackenbehandlung, welche auf eine Rückgewinnung
des in der geschmolzenen Schlacke, die in dem Konverter
zurückgeblieben war, enthaltenen Manganoxids abzielt, wurde
begonnen, indem man die Einleitung von Sauerstoff durch die
von oben blasende Lanze startete. In diesem Fall erfolgte
die Zündung sehr leicht, weil noch zurückgebliebener Koks
vermischt in der Schlacke vorlag. Die Einführung von Sauer
stoff durch Einblasen wurde in einer Durchflußleistung von
10 Nm³/min unter einem Druck von 5 kg/cm² durchgeführt. Es
wurden unmittelbar 800 kg geschmolzenes Roheisen und 200 kg
Koks und 50 kg Ätzkalk intermittierend zugegeben, wobei
darauf geachtet wurde, die Temperatur des geschmolzenen
Metalls beizubehalten. Nachdem die Zugabe dieser Materialien
beendet war, wurde eine erzwungene Einleitung von
Sauerstoff gemacht, um die Temperatur des geschmolzenen
Metalls zu erhöhen. Als die Temperatur 1600°C erreicht hatte,
wurde die Einführung von Sauerstoff durch die von oben
blasende Lanze abgestellt. Dann wurde die gebildete Schlacke
allein ausgetragen, bis die Dicke der Schicht der ge
schmolzenen Schlacke, welche das geschmolzene Metall bedeckte,
bis auf etwa 200 mm verringert war.
In dem tatsächlichen technischen Betriebsverfahren würde
die in dem Konverter mit Blasmöglichkeit von oben und unten
zurückgelassene geschmolzene niedrigmanganhaltige Eisenle
gierung und die geschmolzene Schlacke wiederholt für die Her
stellung einer hochmanganhaltigen Eisenlegierung eingesetzt
werden.
Die Mengen der so hergestellten hochmanganhaltigen Eisenle
gierung und der gleichzeitig gebildeten geschmolzenen Schlacke
und die der niedrigmanganhaltigen Eisenlegierung und der
gleichzeitig gebildeten Schlacke und die chemischen Zusammen
setzungen derselben werden gemeinsam in der nachfolgenden
Tabelle V gezeigt.
Der Konverter und die hier verwendeten Rohmaterialien waren
die gleichen wie die in Beispiel 6. Der Mangangehalt der her
gestellten hochmanganhaltigen Eisenlegierung wurde auf etwa
45% festgesetzt.
In den Konverter wurden 1000 kg einer geschmolzenen niedrig
manganhaltigen Eisenlegierung placiert und die in Beispiel 6
gebildete Schlacke in einer Dicke von etwa 200 mm über die
Oberfläche des geschmolzenen Metalls ausgebreitet. Die Her
stellungen erfolgten in der Art und Weise von Beispiel 5.
Anschließend wurden 3600 kg Manganerz kontinuierlich und
1500 kg Koks und 310 kg Ätzkalk intermittierend eingespeist.
Das Manganerz der Beschreibung von Tabelle I war vorreduziert
und wurde dem Konverter heiß zugeführt. Während man die Ein
führung von Sauerstoff durch Einblasen für einen vorgeschriebenen
Zeitraum fortsetzte, wurde das gebildete geschmolzene
Metall zum Gießen abgezogen, wobei etwa 100 kg des geschmolzenen
Metalls in dem Konverter belassen wurden.
Das Blasen dies in dem Konverter zurückgebliebenen geschmolzenen
Metalls mit Sauerstoff wurde erneut gestartet. In diesem
Fall erfolgte die Zündung im Vergleich mit derjenigen in Bei
spiel 5 sehr leicht, weil das geschmolzene Metall in einer
kleinen Menge zurückgelassen worden war. Während man die Ein
führung von Sauerstoff durch Einblasen unter den gleichen Be
dingungen wie in Beispiel 6 fortsetzte, wurden 1030 kg Eisen
erz, 500 kg Koks und 140 kg Ätzkalk intermittierend einge
speist und die Temperatur des geschmolzenen Metalls bis zu
1600°C erhöht. Anschließend wurde die gebildete Schlacke allein
entfernt.
Die in den oben beschriebenen Stufen gebildeten Mengen an Metall
und Schlacke und deren chemische Zusammensetzung werden
in der nachstehenden Tabelle VI gezeigt.
Claims (5)
1. Verfahren zur Herstellung einer Eisenlegierung mit
hohem Mangangehalt aus Manganerz und/oder dem Vor
reduktionsprodukt davon unter Verwendung eines
Reaktionsgefäßes vom Typ eines Konverters, bei dem
Gase von oben und unten eingeblasen werden können,
dadurch gekennzeichnet,
daß man
- a) die Rohmaterialien, die aus Manganerz und/oder dem Vorreduktionsprodukt davon, einem kohlen stoffhaltigen Material und einem Schlackenbildner bestehen, aufeinanderfolgend in das Reak tionsgefäß einbringt, das bereits eine kleine Menge einer Eisenschmelze oder Mangen-Eisen- Legierungsschmelze und geschmolzene Schlacke enthält, und gleichzeitig Gas durch eine Boden düse eingeblasen wird, und zur gleichen Zeit Sauerstoff oder eine Sauerstoff enthaltendes Gas durch eine Lanze von oben eingeblasen wird, wo bei der Sauerstoff dieses Einblasgases eine Verbrennung der kohlenstoffhaltigen Substanz ermöglicht und dabei die Rohmaterialien auf eine Temperatur oberhalb ihres Schmelzpunktes erhitzt werden und die Rohmaterialien schmelzen, das Manganoxid und Eisenoxid in den geschmolzenen Rohmaterialien durch überschüssiges kohlen stoffhaltiges Material reduziert werden und, während der Betrieb weitergeht, die Bildung einer Mangan-Eisen-Legierungsschmelze bewirkt wird, wobei der Konverter in dem Zeitraum, in welchem das Rohmaterial eingeführt, erhitzt und geschmolzen wird, bei einer Temperatur von 1500+α°C (mit α≦100) betrieben wird.
- b) dann nach Beendigung der Zugabe der Rohmaterialien durch Verbrennung zwischen dem Sauerstoff des von oben eingeblasenen Gases und dem in dem Reaktionsgefäß enthaltenen kohlenstoffhaltigen Material die innere Temperatur des Reaktionsge fäßes auf einem Wert gehalten wird, der höher ist als der Schmelzpunkt des Inhalts des Reaktions gefäßes, die geschmolzene Masse in dem Reaktionsgefäß durch das von unten eingeblasene Gas unter Rühren gehalten wird, und dadurch zur gleichen Zeit Manganoxid und Eisenoxid in dem geschmolzenen Rohmaterial durch einen Überschuß von kohlenstoffhaltigem Material vollkommen reduziert wird und die Bildung einer Eisenlegierungs schmelze mit einem hohen Mangangehalt und von geschmolzener Schlacke bewirkt wird, wobei die Temperatur der geschmolzenen Masse 1500°C+b°C (mit β200 und α≦β beträgt,und
- c) danach das Einbläsen von Sauerstoff oder eines Sauerstoff enthaltenden Gases über die Lanze unterbrochen wird und die Eisenlegierungsschmelze mit hohem Mangangehalt und geschmolzene Schlacke aus dem Reaktionsgefäß zum Gießen abgezogen werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die in
Verfahrensstufe c) gewonnene Ferrromanganschmelze
in bekannter Weise entkohlt wird und/oder in be
kannter Weise eine Entphosphorung durchgeführt
wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß nach dem
teilweise oder vollstädigen Abziehen der Schlacke
in der Verfahrensstufe c) zur Entphosphorung
Bariumchlorid oder ein Gemisch aus Carbonat und
Bariumchlorid der Schmelze im Reaktionsgefäß
zugegeben wird und anschließend die geschmolzene
Schlacke und die gebildete geschmolzene, hochmangan
haltige Legierung mit niedrigem Phosphorgehalt zum
Gießen abgezogen wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß in Stufe a) eine geschmolzene Eisenlegierung
und eine geschmolzene Schlacke eingesetzt wird,
die von einem vorhergehenden Konverterzyklus
stammt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß in der Verfahrensstufe b) nach Beendigung der
Zufuhr des Rohmaterials in den Konverter von unten
ein Gas eingeblasen wird, das keinen Sauerstoff
enthält.
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