DE3522155C2 - Faustfeuerwaffe - Google Patents
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Faustfeuerwaffe.
Aus der AT-PS 368 807 ist eine Faustfeuerwaffe bekannt, bei
der auf einem einstückigen Griffstück ein Schlitten mittels
Nut- und Federführung verschiebbar angeordnet ist. Im
Griffstück befindet sich ein Schacht für das Patronenmagazin,
die Abzugvorrichtung und die Rückholfeder. Der Schlitten
dient zur Halterung des Laufs und des axial unbeweglichen
Verschlusses. Dieser weist lediglich Zentrierflächen auf, die
mit entsprechenden Gegenflächen des Laufs korrespondieren. Im
Verschluß ist der Schlagbolzen mit dem Zündstift verschiebbar
angeordnet, der mit der Schlagbolzenfeder in Ruhestellung ge
halten ist. Der Lauf ist als Kipplauf ausgebildet und beim
Laden der Pistole muß der gesamte Schlitten entgegen der
Kraft der Rückholfeder nach hinten gezogen werden. Der Lauf
kippt dabei nach unten und kann eine Patrone aufnehmen, die
beim nachfolgenden Zurückgleiten mittels des Verschlusses in
das Patronenlager geschoben wird. Aus dieser Veröffentlichung
ist es auch bekannt geworden, das Griffstück aus Kunststoff
zu formen.
Aus dem "Handbuch der Faustfeuerwaffen" von G. Bock und W.
Weigel, Verlag Neumann-Neudamm Melsungen, 5. Auflage, 1971,
S. 276-282, ist eine weitere Faustfeuerwaffe bekannt, bei
welcher der Lauf starr eingebaut ist. Ein Verschlußgehäuse
wird durch ein Griffstück umschlossen, das Visier ist auf dem
Verschlußgehäuse angebracht. Eine Schließfeder ist zentrisch
hinter dem Verschluß angeordnet.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine
Faustfeuerwaffe derart auszubilden, daß sie eine hohe Präzi
sion hat und Kunststoff als Werkstoff eingesetzt werden kann.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmalskombination des An
spruchs 1 gelöst.
Durch die erfindungsgemäße Ausbildung wird die Faustfeuerwaf
fe im Bereich ihrer Längsmitte erheblich leichter als her
kömmliche Sportpistolen. Das eingesparte Gewicht kann nun ge
zielt benachbart dem vorderen und hinteren Ende der Pistole
durch Zusatzgewichte auf das gewünschte Maß ergänzt werden.
Dadurch wird eine erhebliche Vergrößerung des Massenträg
heitsmoments um die Hoch- und Querachse erreicht. Dies ist
sowohl für das Zielen als auch für das Verhalten der Pistole
bei der Schußabgabe von entscheidendem Vorteil. Außerdem kann
durch die erfindungsgemäße Ausbildung der Schwerpunkt sehr
leicht in die gewünschte Lage gebracht werden, was bei her
kömmlichen Pistolen oft nur unter Inkaufnahme von Nachteilen
möglich war.
Durch die erfindungsgemäße Anordnung und Aufteilung der ein
zelnen Bauteile der Waffe erstrecken sich sowohl Griffstück
als auch Verschlußgehäuse praktisch über die gesamte Waffen
länge. Dadurch wird eine optimale Kraftübertragung zwischen
diesen beiden Teilen bei der Biegebeanspruchung bei der
Schußabgabe erreicht.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend an
hand der Zeichnung erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 einen Aufriß der Faustfeuerwaffe, zum Teil im
Schnitt dargestellt,
Fig. 2 eine Ansicht von der Linie II-II aus betrachtet,
Fig. 3 einen Aufriß des Verschlußstückes allein, zum
Teil im Schnitt nach der Schnittlinie III-III
in Fig. 4,
Fig. 4 eine Ansicht von der Linie IV-IV von Fig. 3 aus
betrachtet, und
Fig. 5 eine Schnittansicht nach der Schnittlinie V-V
in Fig. 4.
Die in Fig. 1 und 2 dargestellte Faustfeuerwaffe ist derart
ausgebildet, daß das Griffstück 1 und das Verschlußgehäuse
2 je einstückig aus einem Kunststoff hergestellt werden können.
Im Griffstück 1 sind das Patronenmagazin 3, die Abzugsvor
richtung 4 und die Schließfeder 5 untergebracht. Im Ver
schlußgehäuse 2 ist der Lauf 6 ortsfest befestigt. Der
Verschluß 7 ist axialbeweglich geführt.
Die Abzugsvorrichtung ist vereinfacht dargestellt, da sie
in dieser Beschreibung lediglich für die Vollständigkeit
eines funktionstüchtigen Ausführungsbeispiels eingezeichnet ist.
Anstelle dieser beschriebenen Abzugsvorrichtung könnte jede
beliebige andere Abzugsvorrichtung benützt werden, sofern
diese als Einheit in das Griffstück 1 einsetzbar ist.
Demgemäß weist diese Abzugsvorrichtung 4 einen durch einen
Abzugbügel 40 geschützten Abzug 41 auf, der über eine Wiege
42 mit einem Abzughebel 43 gelenkig verbunden ist. Der Ab
zughebel 43 ist mit einem Zahn 44 an seinem hinteren Ende
im Eingriff mit einem Rastenstück 45. Das Rastenstück 45
liegt mit einer Rastnase 451 auf einer Rastfläche 461 des
Abzugstollen 46. Dieser Abzugstollen 46 liegt mit einer
weiteren Rastnase 462 auf einer Rastfläche 471 des Hammers
47 auf und eine Federführungsstange 481 ist drehbeweglich
und axial verschiebbar in einem Lagerzapfen 482 geführt und
trägt an ihrem Ende 483 ein am Hammer 47 angelenktes Zwischen
stück 484. Die Schlagfeder 48 ist einerseits am Lagerzapfen 482
und anderseits am Zwischenstück 484 abgestützt.
Der Abzugstollen 46 ist mit einer ersten Spiralfeder 463 an
einem gehäusefest am Griffstück 1 befestigten Stift 464 ge
gen den Hammer 47 gepreßt und eine zweite am Abzugstollen 46
abgestützte Spiralfeder 465 drückt die Rastfläche 471 des Ham
mers 47 ebenfalls gegen die Rastnase 462 des Abzugstollens
46. Die beiden Spiralfedern 463 und 465 können wie darge
stellt einstückig ausgebildet sein und die zweitgenannte
Spiralfeder 465 kann auf dem Drehzapfen 466 des Abzugstollens
aufgesetzt sein.
Bei der Betätigung des Abzuges 41 wird daher der Abzughebel
43 nach links in Fig. 1 bewegt und die Rastnase 451 kommt
zum Anliegen auf der Rastfläche 461. Bei weiterer Betätigung
des Abzugs 41 läßt nun das Rastenstück 45 den Abzugstollen
46 unter Federkraft im Uhrzeigersinn drehen und gibt den
Hammer 47 frei.
Das Patronenmagazin 3 befindet sich vor dem Abzugbügel 40.
Dadurch können die Patronen senkrecht von unten zwischen den
Verschluß 7 und den Lauf 6 gestoßen werden und nicht unter
einem stumpfen Winkel, wie es der Fall ist, wenn sich das
Magazin im Griff selbst befindet. Außerdem wird dadurch
der Schwerpunkt etwas nach vorn verschoben, was bei Sport
pistolen eine erwünschte Schwerpunktslage ist.
Wie schon erwähnt, ist der Lauf 6 im Verschlußgehäuse 2
starr befestigt. Dies kann bei Verwendung von Kunststoff
beispielsweise durch Verschweißen geschehen. Auf dem Ver
schlußgehäuse 2 sind überdies das Korn 8 und die Kimme 9
mit den üblichen Einstellvorrichtungen zur individuellen
Einstellung versehen angeordnet. Damit können der Lauf 6
und die Visiervorrichtung 8, 9 schon bei der Herstellung
auf größtmögliche Genauigkeit ausgerichtet werden, so daß
auch bei einem allfälligen Auswechseln des Laufs lediglich
ein vorgefertigtes neues Verschlußgehäuse 2 auf den Griff
teil 1 aufzusetzen ist. Mit einer Schraube 21 beispielsweise
mit Innensechskantkopf werden Lauf 6 und damit das Verschluß
gehäuse 2 und Griffteil 1 starr zusammengehalten.
Eine zusätzliche Führung zwischen Griffteil 1 und Verschluß
gehäuse 2 kann einerseits mit der Schraube 13 vorn an der Waf
fe und mit ineinandergreifenden Partien 23 und 24 hinten an
der Waffe vorgesehen sein.
Der Verschluß 7 ist in Fig. 3 bis 5 herausgezeichnet. Er
besteht insbesondere aus dem eigentlichen Verschlußstück 71
mit der Bohrung 72 für die Führung des Schlagbolzens 73 mit
Zündstiftfeder 74 und Zündstift 75, wobei die axiale Bewe
gungsfreiheit des Schlagbolzens 73 mittels Nut 76 und Halte
stift 77 (Fig. 1) begrenzt ist.
Das Verschlußstück 71 besitzt an seiner hinteren unteren
Partie 78 eine Auflaufkurve 79 zur Betätigung des Abzugs
hebels 43 und Spannen des Hammers 47 bei der jeweiligen Rück
laufbewegung des Verschlusses.
Wie aus der Zeichnung ersichtlich ist, besteht der Verschluß
7 aus dem soeben beschriebenen Verschlußstück 71 und aus
der Spannvorrichtung 11. Diese Spannvorrichtung 11 ist, wie
Fig. 2 zeigt, mit seitlich aus dem Griffteil 1 herausragen
den Griffflügeln 110, 111 versehen, die über Arme 112, 113
mit einem Zentralteil 114 verbunden sind. Dieser Zentral
teil 114 ist mit einer Bohrung 119 für die Aufnahme einer
Federführungsstange 51 für die Schließfeder 5 (Fig. 1) ver
sehen. Zwei seitliche Übertragerstangen 115, 116 bilden
die Verbindung zwischen dem Zentralteil 114 und dem Ver
schlußstück 71.
Wie Fig. 1 und 5 erkennen lassen, liegt die gesamte Spann
vorrichtung 11 im Griffteil 1 eingebettet, während das Ver
schlußstück 71 über dem Griffteil 1 liegt und damit in das
Verschlußgehäuse 2 hineingreift. Dies wird insbesondere aus
Fig. 3 deutlich, indem die Übertragerstangen 115, 116 im Be
reich des Verschlußstückes 71 höher werden. In diesem hin
teren Bereich sind die Übertragerstangen 115, 116 mit Kufen
117, 118 ausgebildet, mit denen das Verschlußstück 71 auf
dem Griffteil 1 geführt ist.
Wie Fig. 1 zeigt, ist die Federführungsstange 51 hohl ausge
bildet und am vorderen Ende mit einem Führungszapfen 52 ver
sehen, der mit einer Schraubendruckfeder 53 im Hohlraum der
Federführungsstange 51 nach vorn gepreßt wird. Dieser
Führungszapfen greift durch die Bohrung 119 im Zentralteil
114 in die Bohrung eines Stützflansches 12 des Griffteils
1 ein. Eine von vorn durch den Schild 22 eingeschraubte
Schraube 13 greift ebenfalls in die genannte Bohrung des
Stützflansches 12 ein, wodurch auch vorn an der Waffe eine
Verbindung zwischen Griffteil 1 und Verschlußgehäuse 2 ge
bildet ist.
Claims (7)
1. Faustfeuerwaffe, umfassend
- - ein Griffstück (1) enthaltend eine Abzugsvorrichtung mit Abzughebel, Hammer und Schlagfeder, einen Schacht vor dem Abzugbügel zur Aufnahme eines Patronenmagazins (3), einen im Griffstück (1) verschiebbar gelagerten Verschluß (7) sowie eine vor dem Schacht angeordnete Schließfeder (5); und
- - ein Verschlußgehäuse (2), welches das Griffstück (1) nach oben bis auf die Auswurföffnung (14) vollständig verschließt und einen im Verschlußgehäuse (2) starr eingesetzten Lauf (6) enthält, wobei eine Visiereinrichtung (8, 9) auf das Verschlußgehäuse (2) aufgesetzt ist;
- - wobei das Griffstück (1) und das Verschlußgehäuse (2) je einstückig aus Kunststoff bestehen.
2. Waffe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Schließfeder (5) unterhalb des Laufes (6) angeordnet ist.
3. Waffe nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
Griffstück (1) und Verschlußgehäuse (2) starr miteinander
verbunden sind.
4. Waffe nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
starre Verbindung durch eine vom Schacht aus zugängliche
Schraube (21) bewirkt ist.
5. Waffe nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß bei dem Verschluß (7) das den
Schlagbolzen mit Zündstift (75) und Zündstiftfeder (74)
enthaltende Verschlußstück (71) axial beweglich geführt ist,
daß seitlich aus dem Griffstück (1) herausragende
Griffflügel (110, 111) mit einem einen Auflageteller für die
Schließfeder (5) bildenden Zentralteil (114) einstückig
verbunden sind, und daß zwei jeweils seitlich der
Schließfeder (5) angeordnete Übertragerstangen (115, 116)
zur Verbindung des Zentralteils (114) mit dem Verschlußstück
(71) vorhanden sind.
6. Verschluß nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
die Griffflügel (110, 111) bis nahe an die die Mündung des
Laufs (6) enthaltende Ebene reichen.
7. Verschluß nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet,
daß die Übertragerstangen (115, 116) im Bereich unter dem
Verschlußstück (71) mit Gleitkufen (117, 118) zur
Gleitführung des Verschlußstückes (71) versehen sind.
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