DE3535538C2 - Individual-Gesamtstaub-Probennehmer - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft
einen
Individual-Gesamtstaub-Probennehmer, der geeignet ist, in der Luft
getragenen Staub an Arbeitsplätzen zu sammeln.
Die Probennahme von luftgetragenem Staub für
Gesundheitszwecke wird in einer großen Vielfalt von
unterschiedlichen Wegen durchgeführt. Bei einem Verfahren
wird versucht, einen Probennehmer zu konstruieren, der in
ruhiger oder bewegter Luft eine Einatmungseffizienz von
eins über alle vorkommenden aerodynamischen
Partikeldurchmesser aufweist; dies kann als "wahrer
gesamter Staub" betrachtet werden. Im Falle von Individual-
Probennehmern, welche von einzelnen Individuen getragen
werden, um den Staub zu untersuchen, dem diese Individuen
ausgesetzt sind, kann die Leistung des Individual-
Probennehmers abgeschätzt werden, indem direkt die
Massenkonzentration einer jeden Fraktion von
aerodynamischen Teilchendurchmessern von luftgetragenem
Staub, der vom Probennehmer eingesammelt worden ist, wenn
er auf eine Puppe in Lebensgröße montiert worden ist,
welche dem Staub in einem Windtunnel exponiert worden ist,
verglichen wird mit derjenigen, die durch den Mund der
Puppe gesammelt worden ist. Wenn ein Aufnahmeverhältnis von
ungefähr eins über den gesamten Bereich der aerodynamischen
Durchmesser, die vom menschlichen Körper eingeatmet werden,
erreicht werden kann, so kann von diesem Probennehmer
behauptet werden, daß er dem Einatmungskonzept des
"gesamten Staubs" entspricht.
Es wird Bezug genommen auf die nicht vorveröffentlichte DE
35 15 432 A1 der Anmelderin, welche das Konzept einer
auswechselbaren Filtereinheit mit einem vorstehenden, mit
Lippen versehenen Eingang betrifft. Die frühere Anmeldung
jedoch ist ein statischer Probennehmer, welcher die
Bewegung des Menschen durch konstante Drehung des
Probennahmekopfes kompensiert. Ein Individual-Probennehmer
jedoch wird vom Benutzer ständig getragen und ist daher im
wesentlichen den gleichen Bedingungen ausgesetzt wie der
Benutzer.
Der zu der vorliegenden Erfindung nächstgelegene vorveröffentlichte Stand der
Technik ergibt sich aus der US-PS 41 78 794. Diese
Druckschrift zeigt bereits einen Individual-Gesamtstaub-
Probennehmer mit einem einen Filter einschließenden Körper,
einem Eingang für Luft in den Körper und einem Luftausgang,
der an einer Pumpeneinrichtung befestigbar ist, mittels der
Staub enthaltende Luft durch den Eingang gezogen werden
kann, so daß Staub am Filter abgelagert wird, wobei der
Eingang aus einer Öffnung mit einer Lippe besteht, die von
der Oberfläche des Körpers hervorsteht. Gemäß dieser
Entgegenhaltung soll ein Staubmeßgerät geschaffen werden,
welches den in der Luft vorhandenen Staub möglichst
objektiv mißt. Das bedeutet, daß alle in der Luft
vorhandenen Staubpartikel gleichermaßen aufgenommen werden
sollen. Zusätzlich soll dann noch eine möglichst
gleichmäßige Verteilung des in der Luft vorhandenen Staubes
auf der Filtermembran sichergestellt werden, um eine
möglichst gute Röntgenstreuungsanalyse der gesammelten
Staubproben zu ermöglichen.
Weiterer relevanter Stand der Technik ergibt sich aus der
GB-PS 12 25 107. Auch diese Entgegenhaltung
zeigt einen Staub-Probennehmer mit einem einen Filter
einschließenden Körper, einem Eingang für Luft in den
Körper und einem Luftausgang, wobei ebenfalls
staubenthaltende Luft durch den Eingang gepumpt werden
kann, so daß Staub am Filter abgelagert wird. Auch hier
geht es jedoch um eine objektive Messung des Staubgehaltes
der Luft. Die physiologische Wirksamkeit und Bedeutsamkeit
der physikalischen Eigenschaften der jeweiligen
Staubpartikel finden in den genannten Druckschriften
keine Berücksichtigung.
Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es die Aufgabe der
vorliegenden Erfindung, einen einfach gebauten, tragbaren
Probennehmer anzugeben, der die Einatmung des Menschen
nachahmt und somit den vom Menschen einatembaren Staub
charakterisiert.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des
Patentanspruchs 1 gelöst.
Der Eingang der Vorrichtung hat vorzugsweise einen Innendurchmesser von
ungefähr 15 mm, wenn eine konventionelle, batteriegetriebene Indivi
dual-Probenaufnahmepumpe verwendet wird, die in der Lage ist, bei
einer Durchflußrate von 2 l/min. zu arbeiten. Andere Abmessungen
des Eingangs können sich bei Tests als wünschenswert
erweisen, falls größere oder kleinere Gasdurchflußraten verwendet
werden, und Routinetests können zeigen ob eine bestimmte Größe
des Eingangs die erforderliche Einatmungseffizienz bei einer
bestimmten Gasdurchflußrate aufweist.
Vorzugsweise ist die das Filter tragende Vorrichtung in Form einer Kassette ausgebildet,
die den Eingang beinhaltet.
Zweckmäßigerweise kann die Filterkassette das Aus
tauschen des Filters ermöglichen. Diese Kassettenform
ermöglicht es, daß der gesamte eingetretene Staub gewogen werden
kann; wenn nur das Filter gewogen werden würde, um den einge
sammelten Staub zu bestimmen, wo würde der an den inneren Wandungen
der Filterkassette haftende Staub vernachlässigt werden und es würde auch
die Gefahr bestehen, daß der eingesammelte Staub zufälligerweise ge
ändert wird. Das Filter selbst ist nicht kritisch, vorausge
setzt, daß es in der Lage ist, sämtliche Staubpartikel im jeweiligen
Probennahme-Anwendungsfall aufzusammeln ("Staub" umfaßt teilchenför
miges und faserförmiges Material natürlichen oder von Menschen er
zeugten Ursprungs); geeignete Filter sind kommerziell erhält
lich.
Der Probennehmer kann aus für den jeweiligen Zweck geeigneten Materi
alien bestehen, beispielsweise aus einer Aluminiumlegierung oder aus
Messing zur Verwendung in Tiefbau-Kohlenminen.
Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand
der beigefügten Zeichnung beschrieben. In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 eine Explosionsdarstellung in Seitenansicht eines
Individual-Gesamtstaub-Probennehmers,
Fig. 2 eine perspektivische Ansicht des Probennehmers gemäß Fig. 1,
und
Fig. 3 eine grafische Darstellung des Aufnahmeverhältnisses gegen
den aerodynamischen Durchmesser der Staubpartikel in Mikrons
für unterschiedliche Windgeschwindigkeiten in einem Test-
Windtunnel für den Probennehmer gemäß Fig. 1 und 2.
Unter Bezugnahme auf die Fig. 1 und 2 ist erkennbar, daß der Proben
nehmer einen Körper 1 aus einem teilweise mit einem Gewinde versehe
nen Zylinder 2 umfaßt, der auf einer Basisplatte 3 befestigt ist.
Ein Gasansaugrohr 4 ist mit dem Inneren des Zylinders verbunden.
Eine O-Ringdichtung 5 aus synthetischem Kautschuk sitzt auf einer
Schulter an der Oberseite des Zylinders auf und kommt in zusammenge
bautem Zustand dichtend mit der Bodenschulter einer Filterkassette
6 in Eingriff. Die Filterkassette 6 umfaßt einen ringförmigen Bodenteil 7,
der mit dem Inneren des Zylinders 2 in Verbindung steht, eine Filterpapierscheibe
8, vorzugsweise auf einem (nicht dargestellten) Träger
aus feinem Metallgitter, eine dünne PTFE-Beilagscheibe 9 und ein
Kassettenoberteil 10. Die Filterkassette 6 kann in jeder geeigneten Weise
zusammengebaut werden, wobei das Kassettenoberteil 10 die Beilagscheibe 9
und den Filter 8 im Bodenteil 7 hält, indem ein Reibungssitz oder ein
Bajonettverschlußmechanismus oder ein sonstiger Verschluß vorgesehen
ist. Das Kassettenoberteil 10 weist einen oberen zylindrischen Abschnitt
11 auf, der als lippenartiger bzw. mit Lippen versehener Eingang für
die Filterkassette 6 wirkt. Ein PTFE-Zylinder 12 sitzt auf der unteren
Schulter des Kassettenoberteils 10 auf und überträgt Druck von einer
mit einem Gewinde versehenen Kappe 13, welche mit dem Gewinde auf
dem Zylinder 2 in Eingriff steht. Die Kappe 13 weist eine mittlere Öffnung
14 auf, durch die sich im zusammengebauten Zustand ungefähr
1,5 mm des lippenartigen Eingangs 11 erstreckt. Wenn die Kappe 13
nach unten auf den Körper 1 des Probennehmers aufgeschraubt und vor
zugsweise nur mit den Fingern angezogen wird, so wird das Kassettenober
teil 10 in dichtenden Eingriff mit der PFTE-Beilagscheibe 9 gedrückt
und der Bodenteil 7 der Filterkassette 6 wird in dichtenden Eingriff mit der
O-Ringdichtung 5 und dem Körper 1 des Probennehmers gedrückt.
Im Gebrauch wird eine Filterkassette 6 unter Standardbedingungen vorge
wogen und, falls notwendig, in einem abgeschlossenen und numerierten
Behälter od. dgl. aufbewahrt. Ein Probennehmer wird zusammengebaut
und im Knopfloch eines Benutzers befestigt, so daß der lippenartige
Eingang 11 nach außen weist, und eine Standard-Individual-Probennehmer
pumpe (nicht dargestellt) wird am Gasansaugrohr 4 befestigt. Am
Ende der Schicht oder einer anderen vorbestimmten Probenaufnahmezeit
kann der Probennehmer auseinandergebaut werden und die Filterkassette 6 wie
der gewogen werden. Bei dem vorstehend beschriebenen Ausführungsbei
spiel der Erfindung ist der gesamte Staub, der innerhalb der Filter
kassette 6 gesammelt ist, als der gesamte einatembare Staub zu betrach
ten und daher im Gesamtgewicht des Staubes eingeschlossen. Falls gewünscht,
kann der an den inneren Wandungen abgelagerte Staub durch
Auswaschen oder Ausbürsten wiedergewonnen werden und einer detaillierteren
Untersuchung unterzogen werden.
Unter Bezugnahme auf Fig. 3 kann gesehen werden, daß der Prototyp-
Probennehmer über einen großen Bereich der Teilchengröße ein durch
schnittliches Aufnahmeverhältnis zeigt, welches nahe beim Wert Eins
eines idealen Individual-Probennehmers liegt.
Claims (3)
1. Individual-Gesamtstaub-Probennehmer mit einem einen Filter
(8) einschließenden Körper (1, 2, 13), einem Eingang (11, 14) für
Luft in den Körper (1, 2, 13) und einem Luftausgang (4), der an
einer Pumpeneinrichtung befestigbar ist, mittels der
staubenthaltende Luft durch den Eingang (11, 14) gezogen werden
kann, so daß Staub am Filter (8) abgelagert wird, wobei der
Eingang (11, 14) aus einer Öffnung (14) mit einer Lippe (11)
besteht, die von der Oberfläche des Körpers (1, 2, 13)
hervorsteht, dadurch gekennzeichnet, daß der Körper (1, 2, 13)
im wesentlichen als Zylinder mit ebenen Flächen ausgebildet
ist, und die Lippe (11) des Eingangs (11, 14) senkrecht zu
einer der ebenen Flächen des Körpers (1, 2, 13) 1 bis 2 mm von
dieser vorsteht, so daß eine einatembare Fraktion von Staub
mit einer Einatmungseffizienz von ca. eins bezüglich des vom
menschlichen Körper eingeatmeten Staubs gesammelt wird.
2. Individual-Gesamtstaub-Probennehmer nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Lippe (11) des Eingangs
(11, 14) einen Durchmesser von etwa 15 mm aufweist.
3. Individual-Gesamtstaub-Probennehmer nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß der Filter (8) innerhalb einer Filter
kassette (6) angeordnet ist, die den mit Lippen (11)
versehenen Eingang (11, 14) umfaßt.
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