DE3586251T2 - Kosmetisches praeparat. - Google Patents
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Description
- Die Erfindung betrifft die Verwendung von silanisiertem Kieselgel in speziellen antiseborroischen Zusammensetzungen.
- Silanisiertes Kieselgel ist ein bekanntes Adsorptionsmittel und kann entweder durch
- a) Behandlung von feinen Kieselgelteilchen mit einem reaktiven Silan, wodurch viele Hydroxylgruppen durch substituierte Siloxygruppen ersetzt werden,
- oder durch
- b) Polymerisation eines geeigneten Siloxanmonomers in Gegenwart von feinen Kieselgelteilchen, wodurch die Teilchen mit einem Polysiloxan beschichtet werden,
- hergestellt werden.
- Reaktive Silane für das Verfahren a) beinhalten Alkyl-, Aryl-, insbesondere Phenyl-, und Aralkyl-, insbesondere Benzyl-halosilane und -silazane und Alkyl-, Aryl-, insbesondere Phenyl-, und Aralkyl-, insbesondere Benzyl-alkoxysilane und -silazane.
- Spezielle Beispiele solcher Silane sind:
- Dimethylmonochlorsilan,
- Dimethyldichlorsilan,
- Trimethylchlorsilan,
- Hexamethyldisilazan,
- Trichloroctadecylsilan.
- Zur Verwendung im Verfahren b) geeignete Siloxanmonomere beinhalten Wasserstoffpolysiloxane, wie Methylwasserstoffpolysiloxan, und Alkyl- Aryl- und Aralkylcyclotetrasiloxane, insbesondere Octamethylcyclotetrasiloxan. Die Polymerisation kann durch Erhitzen oder chemische Katalyse erfolgen.
- Ähnliche Techniken können angewendet werden, um silanisiertes Aluminiumoxid, Calciumcarbonat, Hydroxyapatit, Eisenoxidglimmer, Talcum und Derivate davon, einschließlich titanisierter Glimmer und Talcum, herzustellen. Das vorstehende Verfahren a) ist für die Silanisierung von Adsorptionsmitteln mit freien Hydroxylgruppen geeignet, das Verfahren b) kann zur Herstellung eines silanisierten Adsorptionsmittels bei sehr fein verteilten Feststoffen angewendet werden.
- Die hier verwendeten Begriffe "Seborrhoe" und "seborrhoische Erscheinungen" bezeichnen einen weiten Bereich von Erscheinungen, der von einfacher kosmetisch fettiger Haut und Haaren bis zur klinischen Seborrhoe reicht, die häufig mit Pustelbildung oder Akne, was trockene Akne umfaßt, einhergeht. In allen Fällen von Seborrhoe liefert die übermäßige Ausscheidung von Hauttalg, der sich in und auf der Hornschicht der Haut und den Haaren und/oder den Talgfollikeln ansammelt einen Hauptbeitrag. Ein weiterer Beitrag zur abnorm hohen Fettansammlung kommt von Fetten, die aus differenzierenden Hautzellen ausgeschieden werden. Die Verwendung von silanisierten Adsorptionsmitteln ist bei allen seborrhoischen Erscheinungen wirksam.
- Es wird angenommen, daß silanisiertes Kieselgel nicht nur Fett an der Oberfläche entfernt, sondern auch den Hauttalg von den Fettvorräten in der Hornschicht und den Talgfollikeln entzieht. Der letztere Effekt ist wichtig, da durch Austrocknung der Talgvorräte die Geschwindigkeit, mit der die Hautoberfläche wieder fettig wird, unter erheblicher Verbesserung der Erscheinungsform der Haut verringert werden kann.
- Silanisiertes Kieselgel weist ebenfalls eine sofortige kosmetische Mattwirkung auf, was augenblicklich die Erscheinungsform von fettiger Haut verbessert. Da Kieselgel kein Wasser adsorbiert, neigt es nicht zum Verkrusten und es bleibt unabhängig von Schweiß und hoher Umgebungsfeuchtigkeit wirksam.
- Wir haben gefunden, daß bestimmte Formulierungen von silanisiertem Kieselgel eine entfettende Wirkung und gleichzeitig auch eine feuchtigkeitsspendende Wirkung aufweisen, wodurch die Behandlung von seborrhoischen Erscheinungen ermöglicht wird ohne daß die Haut trocken wird.
- Erfindungsgemäß wird eine entfettende oder feuchtigkeitsspendende Zusammensetzung zur Verfügung gestellt, die 0,1 bis 5 Gew.-% silanisiertes Kieselgel und 2,5 bis 15 Gew.-% eines feuchtigkeitspendenden anfeuchtenden Mittels und einen inerten Träger oder ein Verdünnungsmittel dafür umfaßt.
- Geeigneterweise weist das silanisierte Kieselgel eine mittlere Teilchengröße von 0,1 bis 20 x 10&supmin;&sup6; m auf, wobei die "Teilchen" aus Aggregaten von sehr feinen "Primärteilchen" von wesentlich kleinerer Größe bestehen.
- Geeignete feuchtigkeitsspendende anfeuchtende Mittel beinhalten Sorbit, Propylenglycol, Glycerin und "Lubragel " ("Lubragel" ist ein gesetzlich geschützter Stoff, der ein Clathrat umfaßt, das durch Umsetzung von Natriumglycerat mit einem Acrylsäurepolymer gebildet wird). Bevorzugte feuchtigkeitsspendende Anfeuchter sind Glycerin und Lubragel.
- Mit silanisiertem Kieselgel kann ein weißer Rückstand übrig bleiben, wenn die Zusammensetzung mehr als 2,5 Gew.-% des silanisierten Kieselgels enthält und vorzugsweise ist dieser Stoff in einer Menge von 0,25 bis 2,5 Gew.-% insbesondere in einer Menge von 0,5 Gew.-% vorhanden. Geeigneterweise umfaßt die Zusammensetzung 2,5 bis 15 Gew.-% insbesondere 5 bis 10 Gew.-% des feuchtigkeitsspenden anfeuchtenden Mittels.
- Die Zusammensetzung kann gegebenenfalls zusätzliche Inhaltsstoffe wie Suspensionsmsittel, Parfüm, Farb- und Konservierungsstoffe, Pigmente, Keratolytika, antibakterielle und antimikrobielle Wirkstoffe, wie Irgasan oder Chlorhexidin enthalten.
- Beispiele von Suspensionsmitteln beinhalten Polyacrylsäure, Carbomere, Hydroxyalkylcellulose, Xanthangummi und Magnesiumaluminiumsilikat.
- Vorzugsweise ist in den vorstehend erwähnten Zusammensetzungen ein niederes Alkanol, wie Isopropanol oder Ethanol in einer Menge von 5 bis 40 Gew.-%, insbesondere in einer Menge von etwa 10 Gew.-% enthalten, um eine adstringierende und kühlende Wirkung zu verleihen. Ethanol ist bevorzugt.
- Die Zusammensetzungen können als übliche kosmetische Formulierungen, wie als wäßrige Lotionen oder wäßrige Emulsionen vorliegen. Besonders geeignete Darreichungsformen beinhalten eine Reinigungslotion auf wäßriger Basis und eine Behandlungscreme oder -lotion, die eine Wasser-in-Lösungsmittel-bzw. eine Lösungsmittel-in-Wasser-Emulsion umfaßt. In solchen Emulsionsdarreichungsformen ist es vorteilhaft, daß das Lösungsmittel flüchtig ist, damit es nach der Anwendung verdampft und keinen öligen Rückstand auf der Haut hinterläßt. Zur Verwendung in diesen Emulsionen geeignete Lösungsmittel beinhalten Isoparaffine, lineare und cyclische Polysiloxane, insbesondere lineare Polydimethylsiloxane und Cyclomethicon. Diese können in den Zusammensetzungen in einer Menge von von 5 bis 25 Gew.-%, vorzugsweise von 10 bis 20 Gew.-% enthalten sein.
- Das Verdünnungsmittel oder der Träger ist normalerweise Wasser oder eine Wasser/Lösungsmittelemulsion. Geeigneterweise umfassen diese Zusammensetzungen 60 bis 80 Gew.-% Wasser.
- Die Zusammensetzungen werden nach Bedarf auf der Haut angewendet. Die vorstehend erwähnten Reinigungslotionen werden üblicherweise zweimal am Tag verwendet, während die Behandlungscremes und -lotionen geeigneterweise als "leave- on"-Erzeugnisse formuliert werden, und einmal am Tag, üblicherweise am Abend verwendet und dann am Morgen weggewaschen werden.
- Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen können durch Zusammenmischen der Inhaltsstoffe bei einer Temperatur von 0º bis 100ºC und im wesentlichen unter Atmosphärendruck hergestellt werden, wobei sie gegebenenfalls innerhalb des Temperaturbereiches erhitzt werden, um eine möglichst gute Mischung zu erreichen.
- Die folgenden Beispiele erläutern die Erfindung. Beispiel 1 Reinigungslotion Silanisiertes Kieselgel (Sipernat D10) Ethanol Suspensionsmittel Lubragel Deionisiertes Wasser
- Die Formulierung kann direkt mittels eines Baumwolltuches aufgebracht werden oder sie kann in Gewebetücher imprägniert werden. Beispiel 2 a) Cyclomethicon/Dimethiconpolyol Cyclomethicon Natriumchlorid Silanisiertes Kieselgel Ethanol Lubragel Deionisiertes Wasser b) P.E.G. 22/Dodecylglycol-Copolymer Cyclomethicon Silanisiertes Kieselgel Ethanol Glycerin Deionisiertes Wasser c) Glyceryloleat Cyclomethicon Silanisiertes Kieselgel Ethanol Lubragel Deionisiertes Wasser Beispiel 3 Lösungsmittel in Wasserlotionen a) Stearinsäure Cyclomethicon Ethanol Triethanolamin Silanisiertes Kieselgel Deionisiertes Wasser Glycerin b) Sorbitstearat Polysorbat 60 c) Hydriertes Talg-Glyceridcitrat Glycerylpalmitatlactat
Claims (4)
1. Entfettende oder feuchtigkeitsspendende Zusammensetzung,
dadurch gekennzeichnet, daß sie 0,1 bis 5 Gew.-%
silanisiertes Kieselgel und 2,5 bis 15 Gew.-% eines
feuchtigkeitgebenden anfeuchtenden Mittels und einen inerten
Träger oder ein Verdünnungsmittel hierfür enthält.
2. Zusammensetzung nach Anspruch 1, in der das Kieselgel
eine mittlere Teilchengröße von 0,1 bis 20 x 10&supmin;&sup6; m hat.
3. Zusammensetzung nach Anspruch 1 oder 2, in der der
Feuchtigkeitsspender Sorbit, Propylenglykol, Glycerin
oder Lubragel umfaßt.
4. Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
enthaltend 5 bis 40 % w/w eines niederen Alkanols.
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