DE3587741T2 - Behandlung von Hautkrankheiten. - Google Patents

Behandlung von Hautkrankheiten.

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Description

    BEREICH DER ERFINDUNG
  • Die Erfindung bezieht sich auf Probleme bei der entzündungshemmenden Glukokortikoidbehandlung der Haut.
  • HINTERGRUND UND ERKLÄRUNG DER ERFINDUNG
  • In den letzten Jahren wurde dem Metabolismus von essentiellen Fettsäuren, insbesondere in seiner Beziehung zum Metabolismus von Prostaglandin (PG) und noch spezieller dem Gleichgewicht von PGs der Reihe 1 und der Reihe 2 im Körper große Aufmerksamkeit geschenkt.
  • Die im vollkommen gesunden Körper des Menschen verwendete hauptsächliche essentielle Fettsäure (EFA) bei der Diät ist Linolsäure, doch weist die Delta-6- Desaturase, welche diese in die nächste Säure der Reihe n-6, d. h. Gammalinolensäure (GLS) umwandelt, bei vielen Krankheiten einen geringen Aktivitätsgrad auf. Die Verabreichung von Gammalinolensäure ist bei solchen Krankheiten vorteilhaft und war Gegenstand von früheren Patentanmeldungen dieses Erfinders, in welchen die essentiellen Fettsäuren und ihr Verhältnis zum PG-Metabolismus diskutiert werden.
  • Spezifisch gehören zu den Prostaglandinvorläufern Linolsäure, Gammalinolensäure und Dihomogammalinolensäure (DGLS), deren Umwandlung im Körper wie folgt verläuft:
  • HAUTERKRANKUNGEN
  • Viele Entzündungskrankheiten der Haut hängen mit der übermäßigen Bildung von Prostaglandinen und Zyklo-Oxigenas. und Lipoxygenase von Arachidonsäureprodukten zusammen. Allgemein wird angenommen, daß Glukokortikoidsalben u.ä. bei diesen Krankheiten erfolgreich sind, weil sie (anscheinend durch Inhibition der betreffenden Phospholipasen) die Freisetzung von Arachidonsäure aus dem Phospholipid und aus anderen gebundenen Vorläufern oder Reserven blockieren. Sie haben eine ähnliche Wirkung auf die Freisetzung von DGLS. Die Behandlung mit Glukokortikoiden führt somit zu einer Situation, in der sowohl DGLS als auch die Arachidonsäure keine Metabolite verursachen, weil sie nicht aus den Depots freigegeben werden.
  • Diese Wirkung des Blockierens der EFA-Freisetzung aus den Depots hält der Erfinder in bezug auf die Arachidonsäure (von welcher der Körper große Reserven aufweist) für wünschenswert und wahrscheinlich, um ihre therapeutischen Wirkungen zu erklären. Andererseits spielen sowohl freie EFAs als auch PGs und andere EFA-Metabolite wichtige Rollen in der Haut und es wird angenommen, daß ihr Fehlen einige der unerwünschten Nebenwirkungen der langfristigen äußeren Steroidbehandlung, wie z. B. Hautatrophie erklärt. Insbesondere die PGs der Reihe 1 haben wünschenswerte Wirkungen und der Erfinder hat festgestellt, daß bei Ausgleich der blockierenden Wirkung der Steroide auf die Bildung aller PGs und anderer Produkte durch selektive Wiederherstellung der Bildung von PG der Reihe 1 ein wünschenswertes therapeutisches Ergebnis eintreten wird, und zwar insbesondere bei langfristiger Anwendung. Diese Situation wird durch Kombination einer Glukokortikoidsalbe oder einer anderen Zusammensetzung mit einem Vorläufer der PGs der Reihe 1, wie z. B. Linolsäure, GLS oder DGLS erreicht. Diese Fettsäuren bewirken eine Zunahme des Vorläufers von PG der Reihe 1, DGLS, in einer Form, die selbst bei Vorhandensein von Glukokortikoiden in PGE1 umgewandelt werden kann.
  • Von diesen drei Fettsäuren ist GLS am wünschenswertesten, weil sie im Gegensatz zu DGLS andere Wirkungen auf die Haut hat, die nicht von ihrer Umwandlung in PGs abhängen. GLS und Linolsäure, nicht aber DGLS, können zum Beispiel bei Tieren mit Mangel an essentiellen Fettsäuren die normale Wasserpermeabilität der Haut wiederherstellen. Von beiden ist GLS aufgrund der vielen Faktoren, die bekanntlich die Δ&sup6;-desaturase verhindern, der Linolsäure vorzuziehen. Nur wenig von der GLS wird bis zu Arachidonsäure umgewandelt, weil der Grad der γ&sup5; desaturase-Wirkung beim Menschen gering ist und auch aufgrund einer weiteren, für wichtig angesehenen Wirkung von Glukokortikoiden, nämlich daß berichtet wird, daß sie tatsächlich die γ&sup5;-desaturase verhindern (De Gomez Dumm et al, J. Lipid. Res. 20: 834-9, 1979) . Sie würden somit das Verhältnis von DGLS und ihrer Produkte zu Arachidonsäure und ihren Produkten erhöhen. Da die aus Arachidonsäure abgeleiteten Produkte beträchtlich entzündungsfördernder zu sein scheinen als diejenigen, die aus DGLS gebildet werden, trägt eine solche Enzyminhibition zur entzündungshemmenden Wirkung bei.
  • ANDERE FETTSÄUREN
  • Die Betonung liegt oben auf dem Verhältnis der EFAs zu Prostaglandinen. Wie festgestellt, haben sowohl die EFAs selbst als auch ihre biologischen Zyklo- Oxygenase- und Lipoxygenaseprodukte jedoch unabhängige Funktionen in der Haut. Die Wirkung der EFAs als solche wird von der ungewöhnlichen 18 : 3 Fettsäure, Niobsäure (n-6,9,13 trans) gut illustriert, die nicht in Prostaglandine umgewandelt werden kann (Houtsmuller, Progr. Lipid. Res. 20: 889- 96, 1982). Diese Fettsäure ist in der Lage, die meisten Folgen des EFA-Mangels in der Haut zu korrigieren, wobei illustriert wird, daß die Fettsäuren selbst Schlüsselrollen in der Haut spielen. Ein Übermaß von Niobsäure findet man in den Samen der Aquileqia vulgaris.
  • Eine weitere Gruppe von Fettsäuren, deren Funktion in der Haut nicht sicher ist, von denen jedoch angenommen wird, daß sie eine Rolle spielen, weil sie in signifikanten Mengen vorhanden sind, ist die Reihe n-3 der EFAs, die von einer α-Linolensäure abgeleitet ist.
  • Es wird erwartet, daß die Glukokortikoidinhibition von Phospholipaseenzymen auch die Verfügbarkeit der n-3 Säuren auch für die Haut begrenzt. Sie sind zusammen mit dem Verhältnis ihres Umwandlungspfades zu dem der n-6 EFAs in folgender Tabelle dargestellt:
  • n-6 n-3
  • 18 : 2 Δ9,12 (Linolsäure) 18 : 3 Δ9,12,15 (α-Linolensäure
  • Δ&sup6;desaturase
  • 18 : 3 Δ6,9,12 (γLinolensäure) 18 : 4 Δ6,9,12,15
  • Elongation
  • 20 : 3 Δ8,11,14 (Dihomo-γ-Linolensäure 20 : 4 Δ8,11,14,17
  • Δ5desaturase
  • 20 : 4 Δ5,8,l1,14 (Arachidonsäure 20 : 5 Δ5,8,11,14,17
  • Elongation
  • 22 : 4 Δ7,10,13,l6 (Adrensäure) 22 : 5 Δ7,10,13,16,19
  • Δ&sup4;desaturase
  • 22 : 5 Δ4,7,10,13,l6 22:6 Δ4,7,10,13,16,19
  • Die Pfade sind normalerweise weder reversibel noch sind beim Menschen die Säuren der Reihen n-3 und n-6 untereinander konvertibel.
  • Die Säuren, die natürlich die all-cis- Konfiguration aufweisen, werden systematisch als Derivate der entsprechenden Oktadekan-, Eikosan- oder Dokosansäuren bezeichnet, z. B. Δ(9-12)-Oktadekadiensäure oder Δ(4,7,10,13,16,19)-Dokosahexansäure, doch ist die numerische Bezeichnung wie zum Beispiel dementsprechend 18 : 2 n-6 oder 22 : 6 n-3 passend. Abkürzungen, zum Beispiel, DHA für 22 : 6 n-3 (Dokosahexansäure) werden auch verwendet, allerdings nicht, wenn n-3- und n-6-Säuren von gleicher Kettenlänge und Sättigungsgrad existieren. Die mehr oder weniger gebräuchlichen Trivialnamen in der Reihe n-6 lauten wie angegeben. Von der Reihe n-3 hat nur 18 : 3 n-3 einen gebräuchlichen Trivialnamen: α-Linolensäure. Sie wurde früher als die γ-Linolensäure bestimmt und die Bezugnahme in der Literatur allein auf Linolensäure, besonders in der früheren Literatur, ist eine Bezugnahme auf α-säure.
  • Weiterhin läßt sich im Hinblick auf die Bedeutung der Säuren der Reihe n-3 feststellen, daß wie bei Säuren der Reihe n-6 und n-3 die Elongationsreaktionen (d. h. GLS zu DGLS) hochwirksam sind und bei beiden sehr geringe Konkurrenz besteht. Die beiden Reihen der Fettsäuren konkurrieren hingegen in den Entsättigungsprozessen. Die n-3 Fettsäuren stören sowohl die Δ&sup6; als auch die Δ&sup5; Entsättigung in der n-6 Reihe. Diese Konkurrenz scheint selbst dann aufzutreten, wenn die n-3 Fettsäure kein wirkliches Substrat für die betreffenden Enzyme ist. Zum Beispiel verhindert 20 : 5 n-3 konkurrierend die Δ&sup6; Entsättigung mit der Bildung von GLS aus Linolsäure und insgesamt führt das Vorhandensein von n-3 Fettsäuren in einer Kombination zu einer gewissen Verhinderung der Umwandlung von DGLS in Arachidonsäure durch die Δ&sup5; desaturase. Infolge des Vorhandenseins von n-3 EFAs wird die Wirksamkeit entweder von GLS oder DGLS bei der Erhöhung des Verhältnisses der DGLS-Produkte (PGs der Reihe 1) in Arachidonsäureprodukte (PGs der Reihe 2) demzufolge gesteigert, so daß Zusammensetzungen, in welchen n-3 Säuren mit GLS oder DGLs vorhanden sind, von besonderem Wert sind.
  • VORHERIGE TECHNIK
  • Das Vorstehende wäre eine Darstellung der vorliegenden Erfindung in groben Zügen. Im Mai 1959 jedoch veröffentlichte die Chemisch-Pharmazeutische Fabrik GmbH eine Broschüre, deren englische Übersetzung lautet:
  • "Linola-H-Fett. Neu
  • 0,2% Prednisolon in Wasser-/Ölemulsion mit Linol- Linolensäure (Vitamin F), 65% Fettgehalt, und einer Mischung aus Provitamin A, Vitamin D&sub2; und Vitamin E.
  • Dermatosen mit trockener Haut (Neurodermatitis);
  • Ekzeme bei Kindern und Jugendlichen; crusta lactea;
  • Altersekzeme und Hautreizungen aller Art. 10 g Tube DM 4,90".
  • DIE ERFINDUNG
  • Angesichts des Vorstehenden wird die Erfindung beansprucht für:
  • (a) die Verwendung zur Herstellung eines Medikamentes zur Bekämpfung der Reduzierung der Produktion von Prostaglandinen der Reihe 1 und des freien Gammalinolensäuregehalts in der Haut im Laufe der entzündungshemmenden Behandlung der Haut mit Glukokortikoiden, des Glukokortikoids zusammen mit einer oder mehreren essentiellen Fettsäuren, wobei die oder jede einzelne der genannten essentiellen Fettsäuren eine Säure der Reihe n-6, Gammalinolensäure und ihre Metaboliten, und/oder der Reihe n-3, Delta-6,9,12,15-Oktadekatetraen und ihre Metaboliten ist und wobei das besagte Medikament eine Präparation zur äußeren Anwendung ist, die 0,01 bis 30 Gewichtsprozent Fettsäure und 0,01 bis 10 Gewichtsprozent Glukokortikoid auf der Basis einer äußeren Anwendung enthält.
  • (b) die Verwendung zur Herstellung eines Medikamentes zur Bekämpfung der Reduzierung der Produktion von Prostaglandinen der Reihe 1 und des freien Gammalinolensäuregehalts in der Haut im Laufe der entzündungshemmenden Behandlung der Haut mit Glukokortikoiden mit einer Präparation zur äußeren Anwendung, die zwischen 0,01 und 10 Gewichtsprozent Glukokortikoid enthält, einer oral oder innerlich absorptionsfähigen Präparation, die eine oder mehrere essentielle Fettsäuren der Reihe n-6, Gammalinolensäure und ihre Metaboliten, und/oder der Reihe n-3, Delta-6,9,12,15-Oktadekatetraen und ihre Metaboliten ist und die Menge der besagten essentiellen Fettsäure zwischen 0,1 und 10 g oder einen ohne Rest teilbarer Teil von diesen beträgt, der für die tägliche Verabreichung dieser Menge geeignet ist.
  • Insbesondere können die Fettsäuren ausgewählt werden aus Gammalinolensäure, Dihomogammalinolensäure, den essentiellen Fettsäuren 22 : 4 und 22 : 5 n-6, den essentiellen Fettsäuren 18 : 4, 20 : 4, 20 : 5, 22 : 5 und 22 : 6 n-3 und der Niobsäure.
  • Vorzugsweise sind die Säuren im Hinblick auf die spezifische Wirkung auf das PG-Gleichgewicht die früheren n-6 EFAs Linolsäure, GLS und DGLS, von welchen aus den dargelegten Gründen GLS und DGLS vorzuziehen sind und GLS am besten geeignet ist.
  • Entzündungshemmende Glukokortikoide sind eine anerkannte Klasse von natürlichen oder synthetischen Steroiden mit einer biologischen Wirkung, die dem natürlich auftretenden Hydrocortison (Cortisol) ähnlich ist und die vollständig beschrieben sind z. B. in Martindale's Extra Pharmacopeia, 27. Auflage, 1977, Seite 389 bis 440, oder in Goodman and Gilman Pharmacological Basis of Therapeutics, 6. Auflage, Seite 1470 bis 1492, 1980, auf die Bezug genommen werden kann. Zu den Beispielen gehören Hydrocortison selbst, Cortison, Betamethason, Dexamethason, Fluprednisolon, Methylprednisolon, Paramethason, Prednison, Prednisolon, Triamcinolon, Beclometason, Clobetasol, Cloprednol, Cortivazol, Desoxycorton, Desonid, Desoxymethason, Diflucortolon, Fluclorolon, Fludrocortison, Flumethason, Flunisolid, Flucinolon, Fluocinoid, Fluocortolon, Fluorometholon, Fluperolon, Flupredniden, Fluradrenolon, Formocortol, Halcinonid, Hydrocortamat, Medryson, Methylprednison, Paramethason, Prednisolamat und Prednyliden.
  • Die entzündungshemmende Glukokortikoidbehandlung kann zum Beispiel für Kontaktdermatitis, atopische Dermatitis, Psoriasis oder Dermatitis seborrhoides erfolgen.
  • FORMEN DER ESSENTIELLEN FETT SÄURE
  • Die Säuren können als solche oder in ihnen gleichwertiger physiologisch kompatibler Form verwendet werden, wie zum Beispiel hier weiter unten für Gammalinolensäure dargestellt ist, und die Bezugnahme auf die Säuren hier, einschließlich in den Ansprüchen, soll so erachtet werden, daß die Bezugnahme auf solche Derivate eingeschlossen ist. Die Gleichwertigkeit wird durch Eintragung in den hier angegebenen Pfaden gezeigt, wie durch die Wirkungen nachgewiesen wird, die jenen der Säuren selbst oder von ihren natürlichen Glyzerinestern entsprechen. Somit erfolgt die indirekte Identifizierung von nützlichen Derivaten dadurch, daß sie die wertvolle Wirkung der Säure selbst im Körper besitzen, doch kann die Umwandlung direkt durch Gas-Chromatographie der Konzentrationen in Blut, Körperfett oder anderen Geweben mit Standardtechniken, zum Beispiel jenen von Pelick et al., Seite 23, "Analysis of Lipids and Lipoproteins" Ed. Perkins, American Oil Chemists Society, Champaign, Illinois, USA, gezeigt werden.
  • Im Überblick ist das Verfahren geeignet, bei dem Plasmaproben (1 ml) mit Chloroform:Methanol (2:1) extrahiert werden. Der Extrakt wird durch neutrales Natriumsalz gefiltert, bis zum trockenen Zustand verdampft und in 0,5 ml Chloroform:Methanol aufgenommen. Die Lipidanteile werden durch Dünnschichtchromatographie auf Silikagelplättchen getrennt. Der Phospholipidanteil, der so erachtet wird, daß er auf den Gehalt an essentiellen Fettsäuren am empfindlichsten reagiert, wird unter Verwendung von Bortrifluoridmethanol methyliert. Die resultierenden Methylester der Fettsäuren werden getrennt und mit einem Hewlett-Packard 5880 Gas-Chromatographen mit einer sechs Fuß (183 cm) Säule gemessen, die mit 10% Silar auf chromosorben WAW 106/230 gefüllt ist. Das Trägergas ist Helium (30 ml/Min.). Die Ofentemperatur wird so programmiert, daß sie mit 2 C/Min. von 165ºC auf 190ºC ansteigt. Die Detektortemperatur beträgt 220ºC, die Injektortemperatur 200ºC. Stehzeiten und spitzenbereiche werden automatisch mit dem Hewlett- Packard Level 4 Integrator berechnet. Die Spitzen werden durch Vergleich mit Standardfettsäuremethylestern festgestellt.
  • PACKUNGEN
  • Wenn Zusammensetzungen aus verschiedenen aktiven Stoffen nicht erwünscht sind, können Packungen zusammengestellt werden, welche die vorgestellten Stoffe zur gesonderten oder teilweise gemeinsamen und teilweise gesonderten Anwendung in den betreffenden jeweiligen Mengen enthalten und solche Packungen liegen im Anwendungsbereich dieser Erfindung. Insbesondere das Glukokortikoid kann zur Anwendung auf der Haut bestimmt sein, die EFA jedoch kann zur gleichen Zeit als orale oder andere Präparation angewendet werden. Eine solche Verabreichung kann in einem geeigneten pharmazeutischen Medium erfolgen, wie detailliert zum Beispiel in Williams British Patent Specification Nr. 1.082.624, auf die Bezug genommen werden kann, besprochen ist und das in jedem Fall für jede einzelne Art der Herstellung sehr gut bekannt ist. So können zum Beispiel nach Erfordernis Tabletten, Kapseln, oral einzunehmende Präparate in flüssiger oder Pulverform präpariert werden. Als Injektion zu verabreichende Lösungen von hydrolysiertem Oenatheraöl können unter Verwendung von Albumin zum Lösen der freien Säure präpariert werden. Die Mengen der EFA sind solcher Art, daß tägliche Dosierungen von 0,1 mg bis 10 g, vorzugsweise 30 mg bis 1 g erhalten werden.
  • ANWENDUNGEN IM VETERINÄRBEREICH
  • Es ist zu verstehen, daß in Fällen, in welchen bei Tieren eine Störung auftritt, die eine Behandlung erfordert, die Erfindung, obwohl sie primär aus humanmedizinischer Sicht beschrieben wird, auch im Veterinärbereich anwendbar ist.
  • FORMEN UND QUELLEN VON γ-LINOLEN- UND DIHOMO-º-LINOLENSÄUREN
  • Zu den geeigneten physiologisch funktionalen Derivaten der γ-Linolensäure und Dihomo-γ-Linolensäure für die erfindungsgemäße Verwendung gehören Salze, Amide, Ester einschließlich Glyzeride und Alkyl- (z. B. C&sub1; bis C&sub4;) Ester und Phospholipide.
  • Wenn gewünscht, können pharmazeutische Zusammensetzungen zur Verwendung im Rahmen der Erfindung hergestellt werden, indem die natürlichen oder synthetischen Säuren als solche oder als Derivate mit einem akzeptablen pharmazeutischen Medium verbunden werden. Es ist jedoch zur Zeit passend, mindestens die γ-Linolensäure in Form eines verfügbaren Öls in Zusammensetzungen einzubeziehen, das einen hohen γ- Linolensäuregehalt hat, aus welchem Grund in dieser Erfindung auf "Öl" Bezug genommen wird.
  • Zum jetzigen Zeitpunkt sind nur wenige natürliche Quellen für Öle mit hohem γ-Linolensäuregehalt bekannt (Es gibt keine bekannten natürlichen Quellen für signifikante Mengen von Dihomo-γ-Linolensäure). Eine Quelle für Öle, die zur Zeit zur Verfügung steht, ist jedoch der Samen von Nachtkerzenarten wie zum Beispiel Oenothera biennis L. und Oenothera Lamarckiana, deren Ölextrakt γ-Linolensäure (ca. 8%) und Linolsäure (ca. 72%) in Form ihrer Glyceride zusammen mit anderen Glyceriden enthält (Prozentsätze auf der Basis von Fettsäuren insgesamt). Andere Quellen für γ-Linolensäure sind Borretscharten wie Boraqo officinalis, die obwohl der derzeitige Ertrag pro Hektar gering ist, eine reichere Quelle für γ- Linolensäuren bieten als Oenotheraöl. Jüngere Untersuchungen an Pilzen, die durch Fermentierung kultiviert werden können, versprechen eine Ölquelle pilzlichen Ursprungs.
  • Die obengenannten Ölsamenextrakte können als solche verwendet oder falls gewünscht z. B. fraktioniert werden, um eine ölige Zusammensetzung zu ergeben, welche die Triglyzeride von γ-Linol und Linolen als Hauptfettsäurekomponenten enthält und wobei der γ- Linolensäuregehalt falls gewünscht den größeren Anteil ausmacht. Ölsamenextrakte scheinen eine stabilisierende Wirkung auf ggf. vorhandene Dihomo-γ -Linolensäure zu haben.
  • Das Oenotheraöl wird mittels einem der herkömmlichen Extraktionsverfahren wie zum Beispiel Kaltpressen, Schraubenpressen nach teilweisem Kochen des Samens oder Solvent-Extraktion aus den Samen extrahiert.
  • Die Fraktionierung einer typischen Probe dieses Öls in Form von Methylestern zeigt die relativen Anteile:
  • Palmitat 6,15
  • Stearat 1,6
  • Oleat 10,15
  • Linoleat 72,6
  • γ-Linolenat 8,9
  • Als Konservierungsmittel kann dem Öl (x-Tocopherol einer Konzentration von 0,1% beigegeben werden.
  • BEISPIELE
  • Folgende Beispiele sind Salben zur Anwendung gegen Psoriasis und Kontaktdermatitis, atopische Dermatitis oder Dermatitis seborrhoides, die ein- oder mehrmals täglich angewandt werden.
  • In jedem dieser Beispiele besteht die Zusammensetzung zu 100% aus einer Creme, einer Salbe, Lotion oder sonstigen Basis, die zur äußeren Anwendung als Norm der Technik geeignet ist.
  • BEISPIEL 1
  • Hydrocortison 1%
  • GLS 1%
  • BEISPIEL 2
  • Hydrocortison 2%
  • EPA 1%
  • BEISPIEL 3
  • Hydrocortison 1%
  • Niobsäure 2%
  • BEISPIEL 4
  • Hydrocortison 2%
  • GLS 1%
  • EPA 0,1%
  • Niobsäure 1%
  • BEISPIEL 5
  • Hydrocortison 1%
  • GLS 2%
  • EPA 0,5%
  • BEISPIEL 6
  • Hydrocortison 2%
  • GLS 2%
  • Niobsäure 1%
  • Bei den obigen Formeln kann Hydrocortison durch gleichwertige Steroide ersetzt werden, z. B. Prednisolon 0,5%, Triamcinolon 0,1%, Betamethason 0,1%.
  • Eine Packung kann eine Salbe zur äußeren Anwendung mit Steroiden in solchen Mengen, zusammen mit Kapseln des obengenannten Nachtkerzenöls mit einem Gehalt von 0,5 g Ölextrakt = ca. 0,045 g Gammalinolensäure, die in den erforderlichen Mengen einzunehmen sind.

Claims (4)

1. Die Verwendung zur Herstellung eines Medikamentes zur Bekämpfung der Reduzierung der Produktion von Prostaglandinen der Reihe 1 und des freien Gammalinolensäuregehalts in der Haut im Laufe der entzündungshemmenden Behandlung der Haut mit Glukokortikoiden, des Glukokortikoids zusammen mit einer oder mehreren essentiellen Fettsäuren, wobei die oder jede einzelne der genannten essentiellen Fettsäuren eine Säure der Reihe n-6, Gammalinolensäure und ihre Metaboliten, und/oder der Reihe n-3, Delta-6, 9,12, 15-Oktadekatetraensäure und ihre Metaboliten ist und wobei das besagte Medikament eine Präparation zur äußeren Anwendung ist, die 0,01 bis 30 Gewichtsprozent Fettsäure und 0,01 bis 10 Gewichtsprozent Glukokortikoid auf der Basis einer äußeren Anwendung enthält.
2. Ein Verfahren gemäß Anspruch 1, wobei die oder jede Fettsäuren ausgewählt werden aus Gammalinolensäure, Dihomogammalinolensäure, den essentiellen Fettsäuren 22 : 4 und 22 : 5 n-6, den essentiellen Fettsäuren 18 : 4, 20 : 4, 20 : 5, 22 : 5 und 22 : 6 n-3 und der Niobsäure.
3. Ein Verfahren gemäß Anspruch 1 oder 2, wobei das Glukokortikoid Hydrocortison, Cortison, Betamethason, Dexamethason, Fluprednisolon, Methylprednisolon, Paramethason, Prednison, Prednisolon, Triamcinolon, Beclometason, Clobetasol, Cloprednol, Cortivazol, Desoxycorton, Desonid, Desoxymethason, Diflucortolon, Fluclorolon, Fludrocortison, Flumethason, Flunisolid, Flucinolon, Fluocinoid, Fluocortolon, Fluorometholon, Fluperolon, Flupredniden, Fluradrenolon, Formocortol, Halcinonid, Hydrocortamat, Medryson, Methylprednison, Paramethason, Prednisolamat und Prednyliden ist.
4. Die Verwendung zur Herstellung eines Medikamentes zur Bekämpfung der Reduzierung der Produktion von Prostaglandinen der Reihe 1 und des freien Gammalinolensäuregehalts in der Haut im Laufe der entzündungshemmenden Behandlung der Haut mit Glukokortikoiden mit einer Präparation zur äußeren Anwendung, die zwischen 0,01 und 10 Gewichtsprozent Glukokortikoid enthält, einer oral oder innerlich absorptionsfähigen Präparation, die eine oder mehrere essentielle Fettsäuren der Reihe n-6, Gammalinolensäure und ihre Metaboliten, und/oder der Reihe n-3, Delta-6,9,12,15-Oktadekatetraensäure und ihre Metaboliten ist und die Menge der besagten essentiellen Fettsäure zwischen 0,1 und 10 g oder einen ohne Rest teilbarer Teil von diesen beträgt, der für die tägliche Verabreichung dieser Menge geeignet ist.
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