DE362105C - Verfahren zur Herstellung subtraktiver Mehrfarbenbilder mittels Rasterverfahrens - Google Patents

Verfahren zur Herstellung subtraktiver Mehrfarbenbilder mittels Rasterverfahrens

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DE362105C DEF50056D DEF0050056D DE362105C DE 362105 C DE362105 C DE 362105C DE F50056 D DEF50056 D DE F50056D DE F0050056 D DEF0050056 D DE F0050056D DE 362105 C DE362105 C DE 362105C
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    • G03C7/00Multicolour photographic processes or agents therefor; Regeneration of such processing agents; Photosensitive materials for multicolour processes
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Description

. AUSGEGEBEN
AM 25. OKTOBER 1922
KLASSE 57b GRUPPE
(F5Oo5G VIl5Jb)
Otto Fielitz in Dresden.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung subtraktiver naturfarbiger Papierbilder oder anderer Aufsichtsbilder mittels mehrfarbiger Rasterfilter.
Die bisher bekannten Farbrasterplatten haben aus den additiven Filterfarben zusammengesetzte Raster und dienen lediglich zur Herstellung von Diapositiven, wobei die Aufnahmeraster gleichzeitig als Betrachtungsraster bei durchfallendem Licht benutzt werden. Bei dem Verfahren nach der Erfindung wird ein Rasterfilter in den subtraktiven Filterfanben, die bekanntlich andere spektrale Eigenschaften haben als die additiven, auch zur Erzeugung eines subtrativen Aufsichtsbildes verwendet. Es ist nun schon vorgeschlagen worden, das durch additive Strahlenmischung entstandene farbige Bild der bisherigen Rasterplatte auf weißes Papier zu übertragen, indem man einfach die Farben des Rasters bis zu der für ein Aufsichtsbild nötigen Durchsichtigkeit nachträglich abschwächt. Ein solcher Vorschlag ist z. B. in der deutschen Patentschrift 288598 enthalten, in der der erwähnte Gedanke in Zeile 12 bis 21 ausgesprochen ist. Man hat dabei übersehen, daß Weiß mittels mehrfarbiger Rasterteilchen zwar im durchfallenden Licht darzustellen ist, nicht aber im auffallenden, denn die bei farbenphotographischen Aufsichtsbildern einzig mögliche Wiedergabe von Weiß, die durch die reine weiße Papierfläche, findet hier nicht statt. An den weiß sein sollenden Stellen liegen nämlich blaue, grüne und rote Farbteilchen nebeneinander und verschlucken mindestens zwei Drittel des von der Papierfläche reflektierten Lichtes. Die betreffende Stelle kann also nicht weiß aussehen, sondern entspricht einem Grau, das aus einem Drittel Weiß und zwei Dritteln Schwarz gemischt ist. Auch alle anderen Farben sind entsprechend mit Schwarz durchsetzt.
862105
Ein anderer Vorschlag, additive Aufsichtsbilder zu erzeugen, ist der, den Farbraster aus Gelatine herzustellen, ihn nachträglich mit Bichromat lichtempfindlich zu' machen und das vorher erhaltene Silberbild darauf zu kopieren mittels des sonst bei Pigmentbildern üblichen Verfahrens. Die im warmen Wasser unlöslich gebliebenen Filterteilchen sollen dann, auf Papier übertragen, ein naturfarbiges Bild ergeben (deutsche Patentschrift 254181). Hier ist es nun wieder die starkeBeimischung von Weiß, die das Entstehen eines farbenrichtigen Bildes verhindert. An einer Stelle z. B., die eigentlich ein reines sattes Rot zeigen soll, liegen zwei Drittel der weißen Papierfläche frei, nur ein Drittel wird von roten Farbpünktchen eingenommen. Ähnlich ist es bei den anderen Farben. Schwarz kann überhaupt nicht entstehen, denn an einer schwarz sein sollenden Stelle liegen blaue, rote und grüne Farbteilchen selbständig nebeneinander, die bei der vorliegenden additiven Strahlenmischung kein Schwarz ergeben können. Eine nachträglich etwa herbeigeführte Substanzmischung der Farbteilchen, die denkbar wäre, aber in der angeführten Patentschrift nicht vorgesehen ist, würde keine richtigen Mischfarben ergeben, denn die additiven Grundfarben Blau, Grün und Rot sind zur subtraktiven Mischung ungeeignet. Es ist also weder auf dem einen noch auf dem anderen Wege möglich, ein farbenrichtiges additives Aufsichtsbild herzustellen. Die subtraktiven Grundfarben Blau, Rot und Gelb sind wiederum für sich als Filterfarben unbrauchbar. Sie müssen ferner auf der Bildfläche ineinander verlaufen oder sich gegenseitig überdecken. Sie dürfen nicht, wie bei den erwähnten und ähnlichen Abfahren, in Form getrennter selbständiger Farbteilchen nebeneinander stehen.
Bei dem Verfahren der Erfindung sind die vorstehenden Erwägungen berücksichtigt. Es ist ein subtraktives Dreifarbenverfahren und unterscheidet sich daher von dem bekannten additiven Rasterverfahren dadurch, daß das endgültige Bild nicht aus einzelnen kleinen Elementen in den additiven Grundfarben zusammengesetzt ist, sondern daß die drei sub- ' traktiven Grundfarben Blau, Rot und Gelb auf der Bildfläche zur substantiellen Mischung gebracht werden. Das Neue und Eigenartige des Verfahrens besteht darin, daß dieser Erfolg nicht mit Hilfe von drei Negativen und drei Positiven erreicht wird oder wie beim autotypischen Dreifarbendruck und bei dem Verfahren der Patentschrift 326710 mit Hilfe ! eines Rasters in den subtraktiven Grundfarben, sondern mittels eines Rasterfilters, das die richtigen subtraktiven Absorptionsfarben Violett, Orange und Grün enthält, während das mit seiner Hilfe entstehende Farbenbild aus den subtraktiven Grundfarben Blau, Gelb und Rot gebildet wird. Dies wird dadurch ! erreicht, daß die Rasterfarben Mischfarben j aus den subtraktiven Grundfarben sind, und daß jede Mischfarbe aus Farbstoffen von verschiedenen Eigenschaften besteht, so daß sich aus jeder Rasterfarbe eine einzelne Grundfarbe aussondern und in die bildtragende ; Schicht überführen läßt. Es ist bekannt, daß, j wenn man die Farbraster diffendieren läßt, ! sich die Farbteilchen auch seitlich etwas ausbreiten und dadurch zu gegenseitiger subtraktiver Wirkung kommen, ferner daß man außer durch Diffusion die Ausbreitung der Farbteilchen auch durch mechanischen Eingriff erreichen kann (vgl. Patentschrift 326710).
Beim subtraktiven Dreifarbenverfahren werden die vom Aufnahmegegenstand ausgehenden farbigen Strahlen bekanntlich wie folgt absorbiert: vom Orangefilter die blauen, vom Violettfilter die gelben, vom Grünfilter die roten. Die nicht absorbierten beiden anderen Farben werden jeweils hindurchgelassen. Die Filterfarben kann man nun aus den Grundfarben wie folgt zusammensetzen: Orange — Gelb + Rot, Violett = Blau + Rot, Grün = Blau -f- Gelb. Zum Anfärben go der Filterteilchen nach der Erfindung wählt man beispielsweise je zwei rote, blaue und gelbe Farbstoffe, von denen der eine in einem bestimmten Mittel löslich ist, der andere nicht. In diesem Sinne werden die Farbstoffe weiterhin als »löslich« und »unlöslich« bezeichnet. Man kann nun die Filterfarben z. B. folgendermaßen zusammensetzen: Orange = lösliches Gelb + unlösliches Rot, Violett = lösliches Rot -f- unlösliches Blau, Grün = lösliches Blau + unlösliches Gelb. Mit Hilfe des Lösungsmittels läßt sich dann aus jeder Rasterfarbe je eine subtraktive Grundfarbe aussondern und in die bildtragende Schicht überführen.
Je nach der Art des verwendeten Rasters sind nun verschiedene Ausführungsformen des Verfahrens möglich:
1. Verwendung je eines Harzrasters für Negativ und Positiv: Form A.
2. Verwendung je eines Gelatinerasters für Negativ und Positiv: Form B.
3. Verwendung eines regelmäßigen Linienrasters aus Gelatine zum Kopieren eines auf beliebige Art hergestellten farbigen Diapositivs: Form C.
Die Formen A und B sind bei beliebiger Rasterstruktur (Strich-, Punkt- oder Kreuzraster) möglich, die Form C nur mit Linienraster. Die nachstehenden Ausführungen über die Form A· treffen sinngemäß auch für die Formen B und C zu.
Ausführungsform A:
Man setzt die Filterfarhen für den Harzraster der Aufnahmeplatte (Negativraster) beispielsweise wie folgt zusammen: Orange = lösliches Gelb + unlösliches Rot, Violett = lösliches Rot + unlösliches Blau, Grün = lösliches Blau + unlösliches Gelb. In der Zeichnung (Abb. i) ist dies in Zeile b rein schmatisch dargestellt, wobei die löslichen Anteile jeder Mischfarbe durch Schlangenlinien gekennzeichnet sind. In der Zeichnung sind nur die für die Wirkung in Betracht kommenden Schichten in den einzelnen Zeilen a bis g dargestellt, die Schichtträger sind fortgelassen, α sei ein mehrfarbiges Band, das beispielsweise aufgenommen werden soll, b, wie erwähnt, ein Schema der ein dreifarbiges Raster (z. B. aus angefärbten Harzkörnchen) bildenden Filterschicht, c die dem Raster unmittelbar aufliegende panchromatisch lichtempfindliche j Schicht. Die Aufnahmeplatte entspricht in ihrem sonstigen Aufbau den bekannten Farbrasterplatten und wird auch nach denselben Regeln verwendet.
Es genügt zum Verständnis, wenn zunächst nur eine Farbe, beispielsweise Blau, besprochen wird. Das Zutreffende für die übrigen Farben läßt sich dann aus dem Schema ohne weitere Erklärung entnehmen.
Blau wird von Orange absorbiert, von Violett und Grün durchgelassen. Nach der Belichtung und einfachen Entwicklung (eine Bildumkehrung findet nicht statt) ist also hinter den violetten und grünen Filterteilchen ein Silberniederschlag entstanden, hinter den orangeroten Teilchen nicht. Nun wird die Platte mit einer der aus dem Bromöldruckverfahren bekannten Lösungen behandelt, die metallisches Silber in Bromsilber überführen und gleichzeitig die Gelatine an den Stellen, an denen ein Silberniederschlag eingebettet ist, gerben. Es befindet sich danach hinter den violetten und grünen Filterteilchen gegerbte Gelatine (der vorherigen Schwärzung entsprechend), hinter den orangeroten ungegerbte. Die Platte wird dann ähnlich wie beim Pigmentverfahren im warmen Wasserbade behandelt und die löslich gebliebene Gelatine fortgelöst. Die stehengebliebene wird mit Tannin nachgegerbt, da sie sonst für die Farbstoffe zu leicht durchdringbar ist.
Der zurückgebliebene Rest der Gelatineschicht ist nunmehr mit Poren durchsetzt, die zu den orangeroten Filterteilchen führen, während die violetten und grünen durch gegerbte Gelatine geschützt sind. Nun wird die farblose saugfähige Schicht d mit dem Lösungsmittel der löslichen Farben durchfeuchtet, auf die Plattenschicht aufgequetscht und eine undurchlässige Schicht, z. B. eine Glasplatte, darübergelegt. Das Lösungsmittel, durch die beiden undurchlässigen Schichten am Verdunsten verhindert, durchdringt die stehengebliebene Gelatine je nach deren Stärke langsamer oder schneller und bringt die löslichen Teile der Rasterfarben zur Lösung. Im vorliegenden Fall, wo Violett und Grün stark gedeckt sind, Orange freiliegt, löst es aus den orangefarbenen Filterteilchen den löslichen gelben Farbstoff, der in die Schicht d wandert und sie gelb färbt. Diese gelb gefärbte Schicht dient nun weiterhin als Negativ für die Erzeugung der endgültigen blauen Farbe auf dem Papierbild.
Der Positivraster e ist ähnlich wie der Negativraster zusammengesetzt, nur sind jedesmal die Eigenschaften der verwendeten Färbstoffe in bezug auf diejenigen des Negativrasters vertauscht, wie auch aus der Zeichnung ersichtlich ist. Es besteht also beim Positivraster Orange aus unlöslichem Gelb + löslichem Rot, Violett aus löslichem Blau + unlöslichem Rot, Grün aus löslichem Gelb -f- unlöslichem Blau. Als Schichtträger dieses Positivrasters und der panchromatisch empfindlichen Schicht/ kann man beispielsweise eine dünne, durchsichtige Folie verwenden. Auf diese wird das vorher gewonnene Negativ entweder direkt im Kopierrahmen gelegt oder mittels Kamera projiziert. Beim vorliegenden Beispiel wird das Gelb des Negativs durch die violetten Filterteilchen des Positivrasters absorbiert, von den orangeroten und grünen aber durchgelassen. Nun wird die Positivschicht entwickelt und weiterhin wie vorher die Aufnahmeplatte behandelt. Danach sind diesmal die orangeroten und grünen Filterteilchen mit gegerbter Gelatine bedeckt, die violetten liegen frei. Die mit dem Lösungsmittel der Farben durchfeuchtete saugfähige Schicht g befindet sich auf der endgültigen Papierunterlage und wird nunmehr durch den aus den violetten Filterteilchen austretenden löslichen blauen Farbstoff blau gefärbt, stimmt also in der Farbe mit dem Aufnahmegegenstand in Zeile a überein.
Das vorstehend für die blaue Farbe durch- no geführte Beispiel trifft sinngemäß auch für die übrigen Farben zu. Wie man an dem Schema verfolgen kann, entsprechen die endgültigen Farben jedesmal denen des Aufnahmegegenstandes. Weiß wird, da alle FiI-terteilchen stark gedeckt sind, schließlich durch die reine Papierfläche dargestellt, Schwarz durch ein Gemisch aller drei Grundfarben.
Im einzelnen ist noch zu bemerken:
Da die Filterteilchen des Rasters zum Zwecke guter Absorption stark angefärbt sein
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müssen, enthalten sie mehr Farbstoff, als zur Erzeugung des subtraktiven Bildes erforderlich ist. Dieser Umstand bietet einen großen Vorteil, denn dadurch ist es möglich, jeder Filterfarbe gerade so viel löslichen Farbstoff zuzusetzen, als dessen Löslichkeit und Färbekraft im Verhältnis zu den beiden anderen löslichen Farben entspricht. Das zur Bildung der richtigen Filterfarben darüber hinaus noch to erforderliche Mehr an einer Farbe wird in Form von unlöslichem Farbstoff hinzugesetzt. Angenommen z. B. das Violett des Aufnahmerasters müßte ein halb Blau und ein halb Rot enthalten, im ganzen aber nur ein Drittel lösliches Rot, dann setzt man die Farbe aus drei Sechsteln unlöslichem Blau + einem Sechstel unlöslichem Rot + zwei Sechsteln löslichem Rot zusammen. Man ist so imstande den Zusatz an löslichen Farbstoffen zu den einzelnen FiI-terfarben genau gegeneinander abzustimmen und zu dosieren, ohne die FiIt er färb en in bezug auf ihre absorbierenden Eigenschaften ändern zu müssen. Man kann also den beiden ganz verschiedenen Zwecken, die die Rasterfarben erfüllen sollen, unabhängig voneinander gerecht werden und jede Eigenschaft für sich zur bestmöglichen Wirkung bringen, ohne hierin durch Rücksichten auf die andere gehindert zu sein.
Die lichtempfindliche Schicht braucht nicht dünner zu sein als die der gewöhnlichen Trokkenplatten, denn eine Umkehrung des Bildes findet ja nicht statt. Die dickere Schicht gewährt den Vorteil, daß ein größerer Spielraum in der Belichtungszeit gegeben ist und Lichtgegensätze besser überwunden werden können als mit den bisherigen Farbraster- < platten, die nur eine ganz dünne und daher j auch leicht verletzliche Schicht haben dürfen, j Die Form und Größe der Rasterelemente j spielt nicht die Rolle wie bei den bisherigen ! Farbrasterplatten, denn die Struktur des Rasters verwischt sich bei der seitlichen Diffusion der Farben. Die Rasterteilchen brauchen also nicht von mikroskopischer Kleinheit zu | sein, sie müssen im Gegenteil eine gewisse j Ausdehnung haben, damit die gegerbten und ungegerbten Schichtteilchen sicher gegenein- ! ander abgegrenzt bleiben.
Eine beispielsweise Ausführungsform des Rasters ist die, daß man in bekannter Weise einen Harzraster herstellt und als unlösliche Farbstoffe im Sinne des Verfahrens solche wählt, die in geschmolzenem Harz löslich, in einer wässerigen Alkohollösung aber unlöslich sind. Als lösliche nimmt man solche, die außer im geschmolzenen Harz auch in Wasser und Alkohol löslich sind. Nimmt man dann als Lösungsmittel zum Durchfeuchten der saugfähigen Schicht eine Mischung von Wasser und Alkohol, so erweicht diese die Harz- ! körnchen und läßt die löslichen Farben diffundieren.
Aus der schon erwähnten deutschen Patentschrift .288598 ist es zwar auch bekannt ! geworden, daß jedes Rasterelement zwei j Farbstoffe enthält, die verschieden schwer entfernt werden können, doch handelt es sich hier um je zwei miteinander vereinigte Farbstoffe gleicher Färbung (Seite 1, Zeile 37 und 38), ,und der Zweck ist ein ganz anderer, nämlich der, die bilderzeugenden farbigen Elemente lichtdurchlässiger zu machen (Seite i, Zeile 13 bis 15).
Das Aufnahmeverfahren entspricht dem mit den üblichen Farbrasterplatten. Die Platte wird gleichfalls mit der Glasseite nach ! außen in die Kassette gelegt. Die Entwick- ! lung muß in einem nicht gerbenden Entwickler, z. B. Amidol, erfolgen. Ein Fixieren nach So der Entwicklung ist nicht nötig, wenn der Entwickler gut ausgewaschen wird. Das gewährt nebenbei den Vorteil, daß sich bei der durch das Bromsilter weiß gefärbten Gelatineschicht die spätere Entwicklung im warmen Wasser besser verfolgen läßt.
Das eigentlich weiterzuverwendende Negativ entsteht auf der Schicht d, die z. B. eine abziehbare Gelatineschicht auf einer Papierunterlage sein kann. Die Schicht der Aufnahmeplatte wird bei dem Übertrag zerstört : und findet keine weitere Verwendung. ! Das auf der Schicht d entstandene Bild ist komplementär, als Blau· durch Gelb, Gelb durch Rot und Rot durch Blau ersetzt ist; in den Lichtwerten ist es positiv. Die dem Positivraster aufliegende Schicht muß natürlich auch panchromatisch empfindlich sein, im übrigen soll sie aber geringe Lichtempfindlichkeit haben, um das Arbeiten damit nicht unnötig zu erschweren. Die Schicht für das endgültige Bild ist beispielsweise eine Gelatineschicht auf einer Papierunterlage.
Anstatt die Grundfarben bereits im Raster aus den Filterfarben auszusondern, kann man auch die Mischfarben des Rasters als solche in die bildtragende Schicht diffundieren lassen und die Trennung nachträglich vornehmen, indem man z. B. lichtechte Farben mit lichtunechten mischt und die letzteren durch Aus- bleichen zum Verschwinden bringt oder Farben wählt, die teils von Gelatine festgehalten werden, teils aus ihr wieder auswaschbar sind. Innerhalb des Erfindungsgedankens liegt jeder Weg, auf dem die Grundfarben aus den FiI-terfarben ausgesondert und für sich in die bildtragende Schicht überführt werden. Aber erst dadurch, daß die Eigenschaften der einzelnen Farbstoffe, aus denen die Filterfarben zusammengesetzt sind, beim Raster der Aufnahmeplatte (Negativraster) und beim Positivraster gegeneinander vertauscht sind, ist
der Erfindungsgedanke praktisch verwertbar, indem es nunmehr möglich ist, ein subtraktives Farbnegativ zu erzeugen und nach diesem beliebig viele positive Kopien herzustellen.
Ausführungform B:
An Stelle des Harzrasters wird ein Farbraster aus ungehärteter Gelatine oder ähnliehen für das Bichromatverfahren geeigneten Stoffen verwendet. Während bei der Form A das Silberbild durch Einwirkung einer Bleichlösung in ein solches aus gehärteter und ungehärteter Gelatine verwandelt wird, wird bei der Form B mittels des Chromatverfahrens der Raster in ein solches Bild verwandelt. In diesem Punkte stimmt das Verfahren B mit dem aus der deutschen Patentschrift 254181 bekannten überein, bei dem gleichfalls ein Gelatineraster mit Bichromat lichtempfindlich gemacht, durch das vorher erhaltene Silberbild hindurch belichtet und im warmen Wasser zu einem Bilde entwickelt wird. Während bei dem Verfahren der Patentschrift 254181 ein additiver Raster verwendet wird (Seite i, Zeile 27 bis 29), das tei der ersten Entwicklung entstandene negative Silberbild durch Umkehrung in ein Positiv verwandelt wird (Seite i, Zeile 52 bis 59, und Seite 2, Zeile 30-und 31) und die Herstellung eines additiven Pigmentbildes (Seite 2, Zeile 9 bis 14) angestrebt wird, wird heim Verfahren nach Form B ähnlich· wie bei Form A ein subtraktives Diffusionsbild erzeugt mittels der aus den Filterfarben herausgelösten subtraktiven Grundfarben. Eine Umkehrung des Siiberbildes findet auch bei Form B nicht statt.
Wie bei Form A wird das bei der Aufnahme entstandene latente Bild einfach entwickelt, dann aber ausfixiert. Durch das erhaltene Silbernegativ hindurch wird der mit Bichromat lichtempfindlich gemachte Gelatineraster belichtet und die löslich gebliebenen Teile des Rasters im warmen Wasser forigelöst. Es entsteht ein positives, farbenverkehrtes Bild, aus dem man, ähnlich wie bei Form A, die subtraktiven Grundfarben in die Schicht d Jiff midieren läßt, die für das Positiwerfahren als '
Farbnegativ dient. ',
Das über die Entstehung der Bildfarben j
hei Form A Gesagte gilt auch für die Form B, I
denn es ist offenbar von ähnlicher Wirkung, !
ob, wie bei Form A, der Rest der Bildschicht als Diffusionsfilter zwischen Raster und bildtragender Schicht liegt und den Übergang der Farben in letztere regelt oder ob, wie bei Form B, der stehengebliebene Teil des Rasters nur noch die zur Erzeugung des Farb-
Ro bildes erforderlichen Farbstoffmengen, enthält.
; Auch bei Form B haben die zur Bildung jeder Rasterfarbe verwendeten einzelnen . Farbstoffe beim Positivraster die umgekehrt ten. Eigenschaften wie beim; Negativraster. Da der Gelatineraster für wässerige Lösungen leicht durchdringbar ist, kann man für die Farben, die bei der Bilderzeugung nicht mitwirken sollen, die also im Verfahren nach Form A als »unlöslich« bezeichnet sind, solche Farbstoffe wählen, die sich besonders leicht aus der mit ihnen angefärbten Gelatine wieder auswaschen lassen. Es bleiben iann nur diejenigen zurück, die man zur Erzeugung des Farbbildes benötigt. Sind diese beispielsweise in einer Mischung von Alkohol und Wasser löslich, so kann man eine solche Mischung als Lösungsmittel für die Diffusion benutzen.
Beim Verfahren nach Form B ist es nun nicht unbedingt erforderlich, die Mischung der Bildfarben durch seitliche Diffusion eintreten zu lassen. Man kann z. B. die nach der Entwicklung im warmen Wasser stehengebliebenen Rasterteilchen auf mechanischem Wege, beispielsweise durch ein Walzverfahren, derartig verbreitern, daß sich die benachbarten gegenseitig überdecken, wodurch gleichfalls die richtigen Mischfarben entstehen können. go
Wenn man das Silberbild nachträglich zum Verschwinden bringt (z. B. durch Farmerschen Abschwächer), kann man das" Rasterbild auch auf der ursprünglichen Schicht belassen und erhält so ein Durchsichtsnegativ bzw. -positiv, welch letzteres einen mit additivem Raster hergestellten (z. B. Autochrom) an Lichtdurchlässigkeit erheblich überlegen ist. Raster und lichtempfindliche Schicht, die ja beide aus Gelatine bestehen, sind durch eine dünne, für Flüssigkeiten undurchdringliche Zwischenschicht getrennt. Bei größeren Bildformaten, die eine etwas gröbere Rasterstruktur vertragen, wo es also nicht so sehr darauf ankommt, daß die Silberemulsionsschicht dem Raster ganz dicht aufliegt, kann man auch bei der Aufnahme und bei beliebiger Rasterform einen doppelschichtigen Film anwenden, wie er nebst der dazugehörigen Doppelschale weiter unten beim Verfahren nach Form C näher beschrieben ist. Für Kopierzwecke ist ein solcher Film auch bei feiner Rasterstruktur anwendbar, wenn man das Kopieren bei parallel gerichtetem Licht, etwa mittels einer Kondensorlinse, vornimmt, denn wenn die dazwischenliegende Filmschicht im Verhältnis zur Größe der Rasterelemente zu dick ist, fällt bei zerstreutem Licht das von den einzelnen Teilchen des Silberbildes durchgelassene Licht nicht genau und begrenzt genug auf die zugehörigen Teilchen des Rasters, und es tritt eine uner-
wünschte Farbenverschiebung bei dem fertigen Bilde ein.
Ausführungsform C:
"5 Beim Verfahren nach Form C findet ein regelmäßiger Linienraster Verwendung. Dadurch, daß sich Raster und lichtempfindliche Schicht auf derselben Unterlage befinden und während der gesamten Behandlung auf derselben verbleiben, wird die bei getrennten Linienrastern durch verschiedene Dehnung der Schichtträger fast unvermeidliche Moirebildung vermieden.
Die Ausführungsform C soll in der Hauptsache zum Kopieren naturfarbiger Diapositive dienen und kann daher in Verbindung mit additiven Farbrasterplatten (Autochrom usw.) zur Herstellung von Papierkopien verwendet werden.
Zur Erzeugung einer solchen Kopie nach Form C dient eine dünne, durchsichtige Folie, z. B. aus Zelluloid, die nach Art der »nichtrollenden« Filme beiderseits mit einer Schicht versehen ist. Einerseits befindet sich auf der Folie eine panchromatisch empfindliche Silberemulsion, anderseits ein Linienraster aus Gelatine oder einem ähnlichen für das Bichromatverfahren geeigneten Stoff, der in der gleichen Weise wie bei Form B angefärbt ist. Das zu kopierende Diapositiv wird mit der Schichtseite auf die Filterschicht der Folie gelegt und bei senkrecht einfallendem Licht belichtet. Dann wird die lichtempfindliche Schicht entwickelt und fixiert. Im Raster sind wiederum die subtraktiven Grundfarben ; Blau, Gelb und Rot in löslicher Form enthalten. Es gilt nun, sie in den richtigen Anteilen herauszulösen unter ähnlicher Benutzung des Chromatverfahrens wie bei Form B. Nur soll diesmal gleich ein positives Farbbild ent- . stehen.
Nun ergeben beispielsweise sämtliche hinter
den violetten Fiiterlinien entstandenen Linien des Silbernegativs zusammengenommen ein 1 Negativ, wie es bei einer getrennten Drei- '
farbenaufnahme hinter dem Violettfilter ent- I standen wäre und wie es für den positiven ; Gelbdruck Verwendung fände. Es müssen also auch hier die hinter dem violetten Rasterteil entstandenen Negativteile zur Erzeugung j der gelben Positivteile dienen. Entsprechend j müssen weiterhin mittels der hinter den !
orangefarbenen Filterteilen entstandenen Ne- :
gativteile die blauen, mittels der hinter den i grünen Filterteilen entstandenen die roten | Positivteile erzeugt werden. Die so entstan- j denen drei positiven Farbteile ergeben dann j
bei ihrer \Terschmelzung ein farbenrichtiges 1
Abbild des Originals. j
Betrachtet man daraufhin Abb. 1, so sieht j
man, daß immer die links neben den Linien ; j von einer bestimmten Filterfarbe gelegenen Rasterlinien die gewünschte Grundfarbe in löslicher Form enthalten. Wenn man also so verfahren könnte, daß man, nachdem man den ; Gelatineraster mittels Bichromatlösung lichtempfindlich gemacht hat, das auf der anderen Seite befindliche Silbernegativ um eine Linienbreite nach links verschiebt, dann den Farbraster durch das Silbernegativ hindurch belichtet und die löslich gebliebenen Teile des '■ Farbrasters im warmen Wasser fortlöst, so ' enthielten die stehengebliebenen Teile des Farbrasters die zur Erzeugung des positiven Farbbildes erforderlichen Farbanteile. Man [ brauchte dann z. B. nur eine saugfähige weiße Schicht mit dem Lösungsmittel der löslichen : Farben zu befeuchten und auf den Rest des ; Farbrasters aufzuquetschen, um auf dieser
Schicht durch Diffusion der Farben das end-■ gültige Bild, das eine farbenrichtige Wieder- ; gäbe des Originals ist, zu erhalten.
Nun ist es aber praktisch fast unmöglich, ; die eine Schicht des Films um eine Linienbreite gegen die andere zu verschieben. Man kann aber denselben Erfolg, nämlich daß jede Linie des Silbernegativs auf einer Nebenlinie des Farbrasters kopiert wird, sehr viel einfacher dadurch erreichen, v daß man das Kopieren bei parallel gerichtetem, aber schräg einfallendem Licht vornimmt, wie es in der Abb. 2 angedeutet ist, denn Silberbild und Raster werden ja durch die dazwischenliegende durchsichtige Folie in einem bestimmten gleichmäßigen Abstand voneinander gehalten. Man kann sich beispielsweise hierzu des in Abb. 3 im Querschnitt dargestellten Glasstreifensatzes bedienen. Diese Vorrichtung entspricht in der Grundfläche der Größe des Bildformats und besteht aus einer Reihe dünner, schmaler Glasstreifen, die in schräger Stellung mit den Seitenflächen aneinandergekittet sind. Zum Verkitten wählt man einen lichtundurchlässigen Kitt. Die obere und untere Fläche des Satzes ist eben abgeschliffen. Zum Gebrauch wird der Glasstreifensatz so auf den die Folie enthaltenden Kopierrahmen gelegt, daß die Kittlinien parallel zu den Rasterlinien laufen. Er bildet dann ein System von parallelen, schräg zur Bildebene ge- no richteten Lichtspalten, die auch bei Anwendung von zerstreutem Tageslicht nur das in der Richtung der einzelnen Glasstreifen einfallende Licht durchlassen. Entspricht z. B. die Stärke der Rasterlinie der Dicke der zur Herstellung des Films verwendeten durchsichtigen Folie und sind die Streifen des Satzes um 450 zur Bildebene geneigt, so wird jede Linie des Silbernegativs mit praktisch ausreichender Genauigkeit auf die danebenliegende Linie des Rasters projiziert. Der Erfolg ist also derselbe, als wenn man bei
Verwendung senkrecht einfallenden Lichtes die beiden auf dem Film befindlichen Liniensysteme um eine Linienbreite gegeneinander j verschoben hätte. Dasselbe kann man bei i halber Winkelstellung des Streifensatzes er- ■· reichen (im obigen Beispiel also 221J2 0), wenn man denselben sowohl beim ersten als auch '. beim zweiten Belichtungsprozeß des Verfahrens \ verwendet und dadurch die Wirkung der Schrägstellung verdoppelt.
Das Verfahren nach Form C gestattet bei etwas verändertem Arbeitsgang" auch die Anwendung eines zweifarbigen Linienrasters. Ein solcher ist viel leichter und billiger herzu- ] stellen als ein dreifarbiger, denn die eigent- | liehen Schwierigkeiten stellen sich erst durch I das Hinzutreten der dritten Farbe ein. Außerdem ist bei nur zwei Farben die Rasterperiode kürzer, wodurch das Ineinandergehen der Farben und das Verschwinden der ! Rasterstruktur auf der bildtragenden Schicht j erleichtert wird. Ein Zweifarbenraster bietet also verschiedene praktische Vorteile. Trotz- j dem der Raster nur zweifarbig" ist, kommen alle drei Farben zur Geltung, denn man kann den Anteil an einer Grundfarbe ohne den Umweg über einen Raster direkt von dem zu kopierenden Diapositiv erhalten. Es ist vorteilhaft, daß dies gerade der Anteil an Gelb ist, der für die Kontur und Zeichnung des Bildes weniger in Betracht kommt. Bekanntlich sind Bichromatschichten praktisch nur für die blauvioletten Strahlen empfindlich, man kann daher von dem zu kopierenden Farbendiapositiv durch direktes Kopieren desselben auf eine mit Bichromatgelatine überzogene Glasplatte eine brauchbare Gelbdruckplatte z. B. für das Pinatypieverfahren herstellen.
Mittels einer solchen Druckplatte kann man den gelben Farbanteil für eine Reihe von Abzügen auf die bildtragende Schicht übertragen. Die Anteile an Blau und Rot werden unter Anwendung eines zweifarbigen grünorangeroten Rasters in derselben Art gewonnen, wie es vorstehend für den dreifarbigen Raster beschrieben ist.
Um zu vermeiden, daß die Rasterschicht mit den photographischen Lösungen in Berührung kommt, kann man vorteilhaft einen aus zwei beweglich miteinander verbundenen Teilen bestehenden Rahmen verwenden, in den der Film zwischen Gummiränder wasserdicht eingespannt wird. Er bildet dann gewissermaßen den gemeinschaftlichen Boden einer doppelseitigen Entwicklungsschale (Abb. 4). Man kann dann jede Seite für sich mit Flüssigkeiten behandeln, ohne die andere Seite mit diesen in Berührung zu bringen.

Claims (4)

Patent-Ansprüche:
1. Verfahren zur Herstellung subtraktiver Mehrfarbenbilder mittels Rasterverfahrens, dadurch gekennzeichnet, daß man ein Mehrfarbenraster mit den subtraktiven Filterfarben verwendet, daß diese Mischfarben aus Farbstoffen verschiedener Eigenschaften sind, und daß man zur Erzeugung des Farbbildes aus jeder dieser Rasterfarben je eine subtraktive Grundfarbe aussondert und in die bildtragende Schicht überführt.
2. Aufnahmeraster (Negativraster) für das Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Rasterteilchen mit den subtraktiven Filterfarben (z. B. Violett, Orange und Grün) angefärbt sind, die Mischfarben aus den subtraktiven Grundfarben (z. B. Blau, Rot und Gelb) sind, und daß jede Mischfarbe aus Farbstoffen von verschiedenen Eigenschaften besteht, so daß sich aus jeder Raster farbe eine einzelne Grundfarbe aussondern und in die bildtragende Schicht überführen läßt.
3. Kopierraster (Positivraster) für das Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zur Bildung jeder Rasterfarbe verwendeten einzelnen Farbstoffe die umgekehrten Eigenschaften haben wie die beim Aufnahmeraster zu An-Spruch 2 verwendeten von gleicher Färbung.
4. Verfahren zum Kopieren naturfarbiger Diapositive nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man eine dünne, durchsichtige Folie, die auf der einen Seite mit einer panchromatisch empfindlichen Schicht versehen ist, auf der anderen Seite mit einem Gelatinelinienraster nach Anspruch 2 überzieht, und daß man das bei der Entwicklung in der panchromatischen Schicht entstandene negative Rasterbild mittels schräg gerichteten Lichtes so durch die Folie hindurch auf den lichtempfindlich gemachten Farbraster kopiert, daß das von jeder Linie des Rasterbildes hindurchgelassene Licht auf eine danebenliegende Linie des Farbrasters fallt.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
PEKLIN. OBPRUCKT IN PBH
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