DE3710188A1 - Spannoberbau - Google Patents
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Description
Die Erfindung "Spannoberbau" bezieht sich auf einen Gleisober
bau für schienengebundene Fahrzeuge, insbesondere Eisenbahnen mit durch
Schienen und Querschwellen gebildeten Gleisrahmen, die auf einer
Betonplatte kraftschlüssig mit einer bestimmten bzw. errechneten
Vorspannkraft, jedoch elastisch verlegt sind.
Mit den insbesondere bei den Eisenbahnen steigenden Fahrgeschwindigkeiten
werden ständig höhere Anforderungen an die Sicherheit des Gleisoberbaus
gestellt, die unter Berücksichtigung der darüberrollenden Betriebslast
bis heute überwiegend über eine Verbesserung der Schienenbefestigung an
den Querschwellen zu erreichen versucht wird. Die Belastungen der
Schienen und damit die Schienenspannungen, vor allem die zulässigen
Spannungen des Betriebsfestigkeitsnachweises, werden in kritischen
Temperaturbereichen erheblich überschritten und entsprechen aufgrund der
mit der Geschwindigkeitserhöhung progressiv steigenden Schienenbelastung
nicht mehr den "Allgemein anerkannten Regeln der Technik". Unvermeidbare
Zwangspunkte, wie Kreuzungen aller Art, unterschiedliche Bodensetzungen,
Übergänge, Brücke-Damm, Weichenanschlüsse, Weichenverbindungen usw.
tragen zusätzlich zu einer Erhöhung der Schienenspannungen und zur
erhöhten Belastung des Oberbaues bei. Schienenbrüche in den ver
schiedensten Formen, Ausbrüche an der Fahrkante der Schiene und erhöhte
Riffelbildung sind die Folge. Überbeanspruchung des Schienenmaterials aus
der Verkehrslast sind sehr häufig durch Ausbrüche in Form von Shelling zu
beklagen.
Der Erfindung liegt mithin die Aufgabe zugrunde, einen insbesondere für
den Schnellverkehr und für höhere darüberrollende Betriebslasten
geeigneten Gleisoberbau "Feste Fahrbahn" für schienengebundene Fahrzeuge,
insbesondere Eisenbahnen, zur Verfügung zu stellen, der mit ver
gleichsweise geringeren Errichtungs- und Unterhaltungskosten eine höhere
Sicherheit ergibt.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einem Gleisoberbau der eingangs
genannten Art dadurch gelöst, daß ein elastisch günstig wirkendes
Verbundsytem aus Schienen, Querschwellen und Widerstandsträgern (aus
Schienen, sog. Beischienen oder anderen Profilen) zusätzlich eine
elastische Federwirkung erhält. Diese elastische Federwirkung wird
einerseits dadurch erreicht, daß unter die Schwelle und auf die Schwelle
elastische, stoßdämpfende Monoelemente oder besser Verbundelemente mit
Zwischenlagen aus Stahl (wie z. B. gem. DIN 4141) oder aus hochfesten
Kunststoffplatten und elastischen Federelementen, abwechelnd in sich
fest verbunden, und dergleichen gelegt werden, die mit der Betonplatte und
der Schwelle dazwischen mittels hochfesten Spannstählen (z. B. Gewi-Stahl)
mit Schraubverbindung und Ankerplatten zusammengespannt werden, so daß
sich die Schwelle bei Verkehrsbelastung elastisch nach unten und nach
oben bewegen kann, wobei in jedem Fall die Spannkraft den Gleis
verschiebewiderstand, sowohl längs als auch quer, durch den Sohl
reibungswiderstand bei zweifacher Sicherheit garantiert. Hierbei kann
zusätzlich die elastische Einfederung durch die Spannkraft des
Spannstahles bei Berücksichtigung des elastischen Gesamtsystems
einschließlich der Schienenfahrzeuge und des Untergrundes entsprechend
gesteuert bzw. eingestellt werden; ist z. B. die Spannkraft größer als die
statische Radlast, so werden auch die zusätzlichen erhöhten dynamischen
Radlasten durch das Spannsystem gedämpft bzw. herausgefiltert und
entsprechend abgefedert.
Andererseits kann dieses elastische Verhalten der Schwelle auch über die
mögliche Durchbiegung einer entsprechend dimensionierten Schwelle aus
einem hierfür geeigneten Stahlprofil oder einem anderen elastischen
Material erreicht werden. Hier gibt es die Möglichkeit über einen
Einfeldträger, Zweifeldträger, Einfeldträger mit belasteten Kragarmen
mittels Spannstählen und Zweifeldträger mit belasteten Kragarmen
ebenfalls mittels Spannstählen die elastische Verbundwirkung des
Gesamtsystems zu optimieren. Die Schwelle ist hierbei an allen
Auflagerpunkten fest mit der Bodenplatte über Distanzplatten und gering
elastische Zwischenlagen fest verankert, so daß jegliche Bewegungen und
Verschiebungen außerhalb des elastischen Bereiches unterbunden werden.
Der Vorteil auch dieser Konstruktionen besteht vor allem darin, daß
Hochgeschwindigkeitsfahrten unter Einhaltung der zulässigen Schienenspannungen
und erforderlichen Sicherheiten möglich sind, aber auch darin,
daß diese Konstruktionen ebenfalls problemlos und in kürzester Zeit exakt
maschinell oder von Hand montiert werden können und aber auch bei
eventuellen Bodensetzungen und den daraus sich einstellenden
Gleislagefehlern die ursprüngliche Gleislage, ebenfalls in kürzester
Zeit, wieder hergestellt werden kann. Aneinandergereihte
Bodenplattenfertigteile können bei Fehlern im Fugenbereich ebenfalls
problemlos und schnell wieder gerichtet werden. Bei diesem
Baukastenverbundsystem ist es möglich, in kürzester Zeit und mit einem
wesentlich geringen Kostenaufwand als dies bisher der Fall ist,
Streckengleise zu bauen bzw. maschinell zu montieren und zu unterhalten.
Zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung schematisch
dargestellt und werden nachfolgend näher beschrieben. Es zeigt
Fig. 1 einen Querschnitt eines Spannoberbaues - Gleisober
bau "Feste Fahrbahn" - mit einer Stahlbetonschwelle im
Längsschnitt,
Fig. 2 einen Teilausschnitt eines Längsschnittes eines Spannober
baues - Gleisoberbau "Feste Fahrbahn" - mit einer
Stahlbetonschwelle im Querschnitt,
Fig. 3 wie Fig. 1, jedoch mit einer Stahlschwelle,
Fig. 4 wie Fig. 2, jedoch mit einer Stahlschwelle nach Fig. 3.
Der in Fig. 1 und 2 im Querschnitt bzw. Längsschnitt gezeigte Spann
oberbau - Gleisoberbau "Feste Fahrbahn" - zeigt die beiden
Fahrschienen 1 und 2 eines Stammgleises, links und rechts daneben die
Widerstandsträger aus den Schienenprofilen 3, 4, 5 und 6, die mittels
nicht näher gezeigten Schienenbefestigungen an der Querschwelle 7
befestigt sind. Unter der Querschwelle liegen im Bereich der beiden
Fahrschienen die elastischen, stoßdämpfenden Federelemente bzw.
Zwischenlagen 8, die über zwei auf den äußeren Bereichen der Schwelle
liegenden Mehrschicht-Federelementen bzw. Zwischenlagen 9 mittels
Ankerplatten 10, Spannstählen 11, Ankermuttern 12 und Kontermuttern 13
mit der Fahrbahntafel 14 über einen Ankerkanal bzw. Ankerlöcher und
Bohrungben 15 zusammengespannt sind.
Dieser Spannoberbau mit elastischem Verbundsystem kann dabei
auch die in Fig. 3 und Fig. 4 gezeigte alternative Ausbildung haben. Der
Querschnitt zeigt - wie in Fig. 1 und 2 - die beiden Fahrschienen 16 und
17 eines Stammgleises, links und rechts daneben die Widerstandsträger -
hier aus IPB-Profilen 18, 19, 20 und 21 -, die mit nicht näher gezeigten
üblichen Schienenbefestigungen, jedoch an einer entsprechend auf
elastische Durchbiegung dimensionierten Querschwelle 22 aus einem
Stahlträgerprofil befestigt sind. Distanzbleche 23, soweit erforderlich,
entsprechend elastische Zwischenlagen 24 - unter der Schwelle als
Schwellenauflager dienend - und auf der Schwelle mit ebenfalls
elastischen Zwischenlagen 24 liegende Ankerplatten 25 werden mit
Spannstählen 26 und Ankerschrauben 27 über Federring 28 mit der
Fahrbahntafel 30 über sechs Ankerkanäle bzw. Ankerbohrungen 29 in der
Mitte der Schwelle und außen mit je 2 Ankern zusammengespannt.
Durch diese und ähnliche Gleisoberbauarten "Feste Fahrbahn", die
ebenfalls auf dem Konstruktionsprinzip der elastischen Verbundwirkung mit
entsprechend, je nach Erfordernis, dimensionierten elastischen,
stoßdämpfenden Mono- oder Verbundelementen, die mit der Schwelle und der
Fahrbahntafel mittels eines Spannstahles zusammengespannt werden,
beruhen, stellen aufgrund ihrer optimalen elastischen Gesamtver
bundwirkung für schienengebundene Fahrzeuge eine ideale Oberbauform der
"Festen Fahrbahn" dar, die sehr hohen Belastungen standhält, das
elastische Gesamtfeld berücksichtigt und deshalb für den
Hochgeschwindigkeitsverkehr der Schnellfahrstrecken sehr geeignet ist.
Dieser "Spannoberbau" kann in kürzester Zeit erstellt werden.
Ein wesentlicher Vorteil liegt aber vor allem darin, daß dieser
"Spannoberbau" in bezug auf die dynamische Belastung bzw. auf
die jeweilige Höchstgeschwindigkeit, aber auch auf die jeweiligen
Untergrundverhältnisse und deren unterschiedlichen Setzungen und auf die
damit zu erwartenden Gleislagefehler in der Höhe abgestimmt und, wenn
erforderlich, in kürzester Zeit auch wieder korrigiert werden kann.
Wird die Schwelle der Fig. 1 und 2 beispielsweise auf die elastischen
Verbundelemente mit einer erforderlichen Vorspannkraft von 125 KN je
Seite gespannt bzw. gepreßt, so werden Schienenbelastungen von über
125 KN, also größer dieser Vorspannkraft, die aus der zusätzlichen
dynamischen Belastung herrühren, herausgefiltert und zusätzlich
entsprechend abgedämpft, soweit dies nicht durch die üblichen
Zwischenlagen in einem kleinen Bereich entsprechend geschieht. Die
Toleranzen der Durchmesser für die Spannkanäle können entsprechend groß
sein, so daß horizontale Verschiebungskorrekturen von 1 cm oder bei
entsprechender Ausbildung, z. B. Langlochkanäle in Schwellenlängsrichtung,
sogar über mehrere Zentimeter möglich sind. Auch Höhenfehler können
ebenso schnell in beliebiger Höhe durch Zwischenlagen aus Blechen,
Betonplatten und auch durch schnell erhärtenden Kunststoffmörtel oder
durch anderes geeignetes Material ausgeglichen werden.
Ein Verschieben der Schwelle ist bei entsprechend erforderlichem
Anpreßdruck, bei dem die Verschiebewiderstände bei weitem höher liegen
können als beim Schotteroberbau, auch unter hoher dynamischer Belastung,
nicht mehr möglich. Reibflächenvorbereitung durch gleitfesten Anstrich
oder durch Strahlen mit Strahlmitteln wie bei den hochfesten
Schraubenverbindungen im Stahlbau sind auch beim Spannoberbau möglich, so
daß die Seitenstabilität zur Aufnahme von hohen Seitenkräften optimal
ausgestattet ist.
Durch die Beibehaltung des Schwellensystems und die daraus sich
ergebenden sukzessiv engen Auflagerbereiche von 60 cm, sowie durch die
optimal mechanisch einstellbaren elastischen Verbundfedersysteme, lassen
sich Zwänge und somit Sprünge in der Dynamik hier völlig problemlos
ausschalten. Eine dosiert harmonische Ausgewogenheit im Zusammenwirken
Schienenfahrzeug und Oberbau wird durch diese Art der "Festen Fahrbahn"
durch den "Spannoberbau" erreicht, was diesem Oberbau einen
speziellen Vorzug für den Einbau auf Hochgeschwindigkeitsstrecken gibt.
Selbstverständlich ist es auch möglich, allen Konstruktionselementen eine
konstruktiv andere Ausbildung zu geben, um diese optimal problemlos
einstellbare elastische Verbundwirkung zwischen den Schienen, Quer
schwellen oder Platten und der Fahrbahntafel zu erhalten.
Claims (2)
1. Spannoberbau-Feste Fahrbahn (schotterloser Oberbau) mit ela
stischem Verbundsystem, dadurch gekennzeichnet, daß im Auf
lagerbereich der Schienen auf der Fahrbahntafel (aus Ortbeton- oder
Fertigteilbetonplatte) unter der Schwelle - also zwischen Schwelle und
Fahrbahntafel - und auf der Schwelle außerhalb der Schienen oder
beiderseits der Schienen bzw. beiderseits der Fahr- und Beischiene oder
auch dazwischen, je nach Erfordernis, elastische, stoßdämpfende Monoele
mente oder Verbundelemente beispielsweise mit festen mehrschichtigen
Zwischeneinlagen abwechselnd aus Stahl oder hochfestem Kunststoff und
elastischen Federelementen und dergleichen in der erforderlichen Anzahl
und Stärke in sich fest verbunden als ein Federelement, jedoch in jedem
Falle mit der erforderlichen und gegenseitig abgestimmten Elastizität
bzw. Federwirkung bei Berücksichtigung des jeweiligen elastischen
Gesamtsystems einschließlich Schienenfahrzeug und Untergrund, wobei die
Verkehrslasten bei deren Bemessung miteinzubeziehen sind, verlegt werden
und diese Elemente mittels den zahlenmäßig maximal erforderlichen
Spannstählen, Ankerplatten, Federringen, Muttern und ev. Kontermuttern
mit der jeweils rechnerisch erforderlichen Spannkraft zentrisch
zusammengespannt werden bzw. die Schwelle mit der Fahrbahntafel
(Betonplatte) mit einer rechnerisch bestimmten Druckkraft, die den
zulässigen elastischen Bereich und den erforderlichen Quer- und
Längsverschiebewiderstand abgrenzt, verankert wird, wobei alle
vorgenannten Konstruktionselemente dieses sogenannten "Spann
oberbaues" nach statischen und dynamischen Erfordernissen auf der
Grundlage der "Allgemein anerkannten Regeln der Technik" zu bemessen
sind.
2. Gleisoberbau-Feste Fahrbahn nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß unter dem Bereich der Schienen zwischen der Schwelle
und der Fahrbahntafel (aus Ortbeton- oder Fertigteilbetonplatten) statt
der elastischen Federelemente nach Anspruch 1 ein Zwischenraum in der
erforderlichen Höhe vorhanden ist, der in diesem Bereich die
erforderliche elastische Durchbiegung einer elastischen Schwelle aus
Stahl, Beton oder anderem geeignetem Material oder aber auch aus einer
elastischen Platte aus Stahl, Beton oder anderem geeignetem Material
gewährleistet, wobei im Bereich der Fahrschienen auch die Schwelle oder
Platte durch entsprechende Vorbelastung seitlicher Kragarme oder
Nachbarfelder mit Spannankern eine für die elastische Einfederung
erforderliche Überhöhung erhalten kann.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19873710188 DE3710188A1 (de) | 1987-03-27 | 1987-03-27 | Spannoberbau |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE19873710188 DE3710188A1 (de) | 1987-03-27 | 1987-03-27 | Spannoberbau |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3710188A1 true DE3710188A1 (de) | 1988-10-13 |
Family
ID=6324167
Family Applications (1)
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| DE19873710188 Ceased DE3710188A1 (de) | 1987-03-27 | 1987-03-27 | Spannoberbau |
Country Status (1)
| Country | Link |
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