DE3718193C2 - Stahlcord - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft einen Stahlcord für Formkörper aus
elastomerem Material, bestehend aus wendelförmigen Drähten,
wobei ein Hülldraht oder mehrere Hülldrähte um mindestens zwei
den Cordkern bildende Kerndrähte gewunden sind und die
Kerndrähte eine wendelförmige Litze bilden.
Derartige Stahlcorde sind zur Verstärkung von elastomeren
Formkörpern, wie z. B. Fahrzeugreifen, nach der US-PS 3273978
und DE-PS 26 19 086 bekannt.
Bei dem bekannten Stahlcord sind die wendelförmigen Kerndrähte
mit einem größeren Radialabstand zueinander angeordnet, um
Zwischenräume für eine günstige Einbettung in die Gummierung
zu schaffen. Die Elastizität des Stahlcords wird dadurch in
Cordlängsrichtung verbessert. Bei Zugbelastungen tragen die
Hülldrähte deutlich weniger zur Festigkeit bei als die
Kerndrähte.
Bei dem weiter bekannten Stahlcord sind die wendelförmigen
Kerndrähte parallel und im wesentlichen mit Linienberührung
aneinanderliegend angeordnet. Die Hülldrähte in einer
Wendelform der gleichen Richtung und Ganghöhe wie die
Kerndrähte sind innerhalb der Kerndrähte verschoben
angeordnet. Bei diesem Stahlcord ist die Kraftverteilung in
allen Drähten bei einer Zugbelastung im wesentlichen gleich.
Das Spannungsmodul in den Drähten und die Beständigkeit gegen
Druckermüdung sind hier verbessert. Bei diesem Stahlcord ist
die dynamische Tüchtigkeit weiter verbesserungsfähig, da
aufgrund der parallelen Anordnung der Kerndrähte diese bei
einer Zugbeanspruchung eher reißen als die Hülldrähte.
Derartige Stahlcorde sind beispielsweise auch aus der US-PS-
4506500 und DE-OS-22 23 981 bekannt.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, den eingangs
beschriebenen Stahlcord so auszubilden, daß die wendelförmigen
Kerndrähte zur Verbesserung der dynamischen Tüchtigkeit
zusätzlich eine Federarbeit leisten sollen und daß der
Cordkern eine günstige Zuordnung zu dem Hülldraht bzw. zu den
Hülldrähten aufweisen soll.
Erfindungsgemäß wird dies durch die Merkmale des Anspruchs 1
gelöst.
Die Drähte der wendelförmigen Seelenlitze sind in Bezug auf
die Zugfestigkeit im wesentlichen gleich wie die Hülldrähte.
Aufgrund der Ausbildung der Kerndrähte als Litze ist sie in
der Lage, eine zusätzliche Federarbeit bei Zugbeanspruchung zu
leisten, so daß die Kerndrähte die gleiche Verformungs
beanspruchung aushalten wie die Hülldrähte. Die
Ineinanderschachtelung von Drähten in Form von Wendeln
unterschiedlicher Drehrichtung ergibt eine im wesentlichen
kurze Linienberührung zwischen den Kerndrähten und dem
Hülldraht bzw. den Hülldrähten und eine Kordkonstruktion mit
einem günstigen geringen Gesamtdurchmesser. Durch
Litzenschlaglänge von 50 bis 200 mm und durch Cordschlag
länge l des Hülldrahts oder der Hülldrähte mit 6 bis 24 mm
werden erzielbare Festigkeitsansprüche zusätzlich erhöht.
Vorteilhaft weisen die wendelförmigen Kerndrähte und der
wendelförmige Hülldraht bzw. die wendelförmigen Hülldrähte den
gleichen Durchmesser auf, der im Bereich von 0,15 bis
0,30 mm vorliegt. Bei Verwendung einer Seelenlitze, die aus
zwei Drähten besteht, liegt des weiteren vorteilhaft die
Litzenlänge mit 50 bis 200 mm, insbesondere mit 100 mm, vor
und bei Verwendung von zwei einzelnen Hülldrähten liegt
bevorzugt die Cordschlaglänge mit 6 bis 24 mm, insbesondere
14 mm, vor. Hierdurch erhält man eine Stahlcordkonstruktion
mit einem verhältnismäßig günstigen Corddurchmesser. Der
Stahlcord ist für eine sehr gute Gummierbarkeit günstig offen
und der Kern ist andererseits so günstig umhüllt, daß er hohen
Festigkeitsansprüchen gerecht wird.
Bei einem bekannten Textilcord ist der Grundaufbau einer
wendelförmigen Litze mit einem Hüllfaden an sich nach
US-PS 3540512, Ausführungsform gemäß Fig. 4, bekannt. Hier
wird eine Verbesserung der Knickfestigkeit eines Textilcordes
durch einen begrenzten Schrumpf der Kernfadenlitze und des in
entgegengesetzter Richtung umhüllenden Fadens erreicht.
Der Stahlcord nach Anmeldung, der aus einer linksgängigen
wendelförmigen Litze und einer rechtsgängigen wendelförmigen
Umwicklung oder umgekehrt besteht, weist die Vorzüge auf, daß
dieser Stahlcord allseits von Gummierungsmasse umgeben ist,
wobei eine vollkommene Durchdringung vorliegt und daß eine
verbesserte Haftung des Gummi zum Cord aufgrund einer
vergrößerten Oberfläche vorhanden ist.
Dieser Stahlcord kann als Leichtkord aus drei bis fünf Drähten ge
bildet werden,bei dem alle Drähte im wesentlichen gleich hoch be
anspruchbar sind, wobei die Kerndrähte nicht vorzeitiger spröder
reißen als die Hülldrähte und insoweit die dynamische Tüchtigkeit
bei Beanspruchung in einem Reifen verbessert ist.
Die Erfindung wird an Hand von Ausführungsbeispielen erläutert.
Es zeigt
Fig. 1 einen Stahlcord in räumlicher Darstellung,
Fig. 2 einen Querschnitt durch den Stahlcord nach Fig. 1,
Konstruktion (2×1)+ 2,
Fig. 3 einen Querschnitt durch einen weiteren Stahlcord,
Konstruktion (2×1)+ 1,
Fig. 4 einen Querschnitt durch einen weiteren Stahlcord,
Konstruktion (3×1)+ 1,
Fig. 5 einen Querschnitt durch einen weiteren Stahlcord,
Konstruktion (3×1)+ 2.
Der Stahlcord 1 nach Fig. 1 besteht aus einer wendelförmigen Litze 2
und aus zwei einzelnen wendelförmigen Umhüllungsdrähten 5 und 6. Die
Litze 2 ist aus zwei einzelnen Kerndrähten 3 und 4 gebildet. Sie liegt
in einer rechtsgängigen Schraubenlinie (Wendel) vor. Die Umhüllungs
drähte 5 und 6 liegen in einer linksgängigen Schraubenlinie (Wendel) vor.
Die Umwicklungsdrähte und die Kerndrähte sind derart miteinander ver
seilt, daß die Litze und die Umwicklungsdrähte mit ihren jeweiligen
Wendelinnenseiten aneinander anliegen.
Aus Fig. 2 ist ersichtlich, daß die Litze 2 rechtsgängig ausgebildet ist,
vgl. den Pfeil in Uhrzeigerrichtung, und daß die einzelnen Umwicklungs
drähte 5, 6 linksgängig ausgebildet sind, vgl. den Pfeil entgegen der
Uhrzeigerrichtung.
Wenn der Stahlcord linksgängig verseilt wird, wobei die einzelnen Ele
mente des Stahlcordes eine linksgängige Schraube oder Wendel bilden,
so besteht die Seelenlitze aus einer rechtsgängigen Schraube oder
Wendel. Die Schlaglänge L der Litze, d.i. die Ganghöhe der Schraube,
ist bevorzugt zwischen 50 und 200 mm ausgebildet.
In der Ausführung nach Fig. 1 beträgt die Schlaglänge L 100 mm. Der
Drehsinn, mit dem Litze 2 mit den beiden einzelnen Umhüllungsdrähten
5, 6 zu einem Stahlcord verdrillt ist, liegt entgegengesetzt zur Dreh
richtung der Litze vor. Die Schlaglänge l des Cordes beträgt bevorzugt
zwischen 6 und 24 mm. In der Ausführung nach Fig. 1 beträgt die Schlag
länge l 14 mm.
Der Stahlcord trägt die Bezeichnung (2×1)+2 x Drahtdurchmesser. Ist der
Durchmesser der Drähte gleich groß und mit 0,25 mm ausgewählt, so handelt
es sich hierbei um einen Stahlcord (2×1)+2×0,25. Ist die Litze rechts
gängig ausgebildet und der Cord linksgängig, so wird ein Z/S angefügt.
Ist die Litze linksgängig ausgebildet und der Cord rechtsgängig, so wird
statt dessen ein S/Z angefügt.
In Fig. 3 ist der Querschnitt eines weiteren Stahlcordes dargestellt,
der aus einer rechtsgängigen Litze 7 und einem linksgängigen Umhüllungs
draht 8 besteht. Die Litze wird aus zwei Drähten 9, 10 gebildet. Der
Stahlcord trägt die Bezeichnung (2×1)+1 x Drahtdurchmesser. Ist der
Drahtdurchmesser für alle Drähte gleich groß und mit 0,28 mm ausge
wählt worden, so handelt sich hierbei um einen Stahlcord mit der Be
zeichnung (2×1)+1×0,28 Z/S.
In Fig. 4 ist der Querschnitt eines weiteren Stahlcordes dargestellt,
der aus einer wendelförmigen rechtsgängigen Litze 11 und einem wendel
förmigen linksgängigen Umhüllungsdraht 12 besteht. Die Litze wird hier
bei aus den drei Drähten 13, 14, 15 gebildet. Der Stahlcord trägt die
Bezeichnung (3×1)+1 x Drahtdurchmesser. Ist der Durchmesser der Drähte
gleich groß gewählt und mit 0,20 mm ausgewählt worden, so handelt es
sich hierbei um einen Stahlcord (3×1)+1×0,20 Z/S.
In Fig. 5 ist der Querschnitt eines weiteren Drahtcordes dargestellt,
der aus einer rechtsgängigen Litze 16 und zwei einzelnen linksgängigen
Umhüllungsdrähten 20, 21 besteht. Die Litzendrähte sind mit 17, 18, 19
bezeichnet. Dieser Stahlcord trägt die Bezeichnung (3×1)+2 x Draht
durchmesser. Beträgt hier der Durchmesser des Drahtes beispielsweise
0,15 mm, so handelt es sich hierbei um einen Stahlcord (3×1)+2×0,15 Z/S.
Allen diesen genannten Stahlcorden ist wegen der Ausbildung der Kern
drähte als Seelenlitze, die von ein oder mehreren Umhüllungsdrähten
umgeben sind, gemeinsam, daß sie aufgrund der Litzenausbildung eine
mehr oder weniger große Federarbeit zu leisten vermögen, wenn sie einer
Zug- oder Druckbelastung unterworfen werden, so daß die Kerndrähte der
Litze nicht früher spröde reißen als die im wesentlichen gleich hoch
beanspruchten Umhüllungsdrähte. Kostengünstig herzustellende Stahlcorde,
die auch einen verhältnismäßig kleinen Corddurchmesser ergeben und da
rüberhinaus als hoch zugfester Leichtkord angesehen werden, sind die
Stahlcorde, die aus drei bis fünf Drähten bestehen, wobei in jedem
Falle die Kerndrähte als Seelenlitze vorliegen.
Claims (4)
1. Stahlcord für Formkörper aus elastomerem Material, bestehend aus wendel
förmigen Drähten, wobei ein Hülldraht oder mehrere Hülldrähte um min
destens zwei den Cordkern bildende Kerndrähte gewunden sind, die Kern
drähte (3, 4) eine wendelförmige Litze (2) bilden, der Hülldraht (5)
oder die Hülldrähte (5, 6) je eine Wendel mit gegenüber der Litze (2)
entgegengesetzter Richtung und geringerer Ganghöhe bilden und die Litzen- und
Hülldrahtwendel innen aneinander anliegen, wobei die Litzenschlag
länge L mit 50 bis 200 mm und die Cordschlaglänge l des Hülldrahtes (5)
oder der Hülldrähte (5, 6) mit 6 bis 24 mm vorliegen.
2. Stahlcord nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kerndrähte
(3, 4) und der Hülldraht (5) oder die Hülldrähte (5, 6) den gleichen
Durchmesser (d) aufweisen, der im Bereich von 0,15 bis 0,30 mm vorliegt.
3. Stahlcord nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß bei der
Seelenlitze (2), bestehend aus zwei Drähten (3, 4), die Litzenschlaglänge
L 100 mm beträgt.
4. Stahlcord nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß bei einer aus zwei einzelnen Hülldrähten (5, 6) bestehenden Umwick
lung die Cordschlaglänge l 14 mm beträgt.
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