DE3729068A1 - Klebstoffmischung - Google Patents
KlebstoffmischungInfo
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Description
Die Verklebung von Gummisohlen mit Polyurethanklebstoffen
liefert in vielen Fällen ohne spezielle Vorbehandlung
keine zufriedenstellenden Haftwerte. Daher
sind zahlreiche Vorschläge zur Verbesserung der Haftung
gemacht worden.
So wurde in der GB-PS 15 00 296 vorgeschlagen,
die Lauffläche von Sohlen vor dem Klebstoffauftrag
mit Lösungen von N-Halogenverbindungen einzustreichen
(sog. Primern). Derart vorbehandelte Sohlen
liefern bei Verwendung von Polyurethanklebstoffen (PUKR)
gute Haftwerte. Von Nachteil ist, daß ein zusätzlicher
Arbeitsgang vor der Verklebung erforderlich ist.
Es ist ferner bekannt, N-Halogenverbindungen mit dem
Klebstoff zur Reaktion zu bringen bzw. Gemische davon
als Primer zu verwenden (GB-PS 12 93 842). Auch hier
gelten die obengenannten Nachteile. Ein anderer Primer
wird in GB-PS 20 48 897 beschrieben, der ein Reaktionsprodukt
aus einer N-Halogenverbindung und einem SBS-
Blockpolymer ("SBS") darstellt. Auch in diesem Fall
enthalten frisch angesetzte Primerlösungen noch N-
Halogenverbindung, ferner bleibt die Notwendigkeit eines
zusätzlichen Arbeitsganges.
Es besteht daher nach wie vor
Bedarf an einem Klebstoff, der ohne Anwendung eines
Primers zum Verkleben von Sohlen, insbesondere aus
thermoplastischen Kautschuken vom Typ SBS, Ethylenvinyl
acetatpolymeren oder ähnlichen Produkten geeignet ist.
Diese Sohlenmaterialien können wegen ihrer unpolaren
Struktur gegenüber PU-Klebstoffen keine ausreichenden
Haftkräfte ausbilden. Gegenstand der Erfindung sind als
Klebstoffe geeignete Mischungen aus
A) 20-99 Gew.-Teilen eines Polyurethans
B) 0-50 Gew.-Teilen eines Vinylaromat/Dien- Blockpolymeren oder Polystyrol
C) 0,5-80 Gew.-Teilen eines modifizierten Polystyrols oder Vinylaromat/Dien-Polymeren.
D) 0-10 Gew.-Teilen eines Polyisocyanats
B) 0-50 Gew.-Teilen eines Vinylaromat/Dien- Blockpolymeren oder Polystyrol
C) 0,5-80 Gew.-Teilen eines modifizierten Polystyrols oder Vinylaromat/Dien-Polymeren.
D) 0-10 Gew.-Teilen eines Polyisocyanats
Als Klebstoffe liegen diese Mischungen in Lösungsmitteln
vor. Sie liefern ohne Anwendung eines Primers Verklebungen
aus SBS-Blockpolymeren (z. B. als Sohlenmaterial) mit
sich oder anderen Polymeren mit sowohl in der Anfangshaftung
als auch in der Endhaftung guten Werten. Mischungen
aus Polyurethanklebstoffen mit Styrol/Butadien
blockpolymeren allein geben keine brauchbaren Verklebungen.
Mischungen aus Polyurethan und dem modifizierten SBS und
gegebenenfalls der Komponente B in einem Lösungsmittel
stellen dagegen disperse Systeme dar, die insbesondere
bei Zusatz von Dispergatoren lange unverändert bleiben
und ausgezeichnete Haftwerte liefern.
In Form von Folien können die Mischungen zur Herstellung
von Verklebungen ohne Anwendung von Lösungsmitteln
verwendet werden.
Bei der für die erfindungsgemäßen, geeigneten Komponente
(A) handelt es sich z. B. um weitgehend lineare, endständige
Hydroxylgruppen aufweisende, lösliche oder schmelzbare
Polyurethane. Die Anwendung dieser Werkstoffe zum
Verkleben verschiedener Substrate ist bekannt.
Ihre Herstellung
ist beispielsweise in der DE-PS 12 56 822,
19 30 336 oder 21 61 340 beschrieben. Es handelt sich
um auf Basis kristalliner Dihydroxypolyester vom Mole
kulargewicht 800-4000 unter Verwendung von Kettenver
längerungsmitteln und Diisocyanaten aufgebaute Polyurethane.
Gleichermaßen verwendbar sind Polyesterpolyurethane,
in denen die Polyesterkomponente aus einer
Mischung verschiedener Alkohole hergestellt wurde (DE-OS
35 02 379). Solche Polyurethane haben ein günstiges
Wärmeaktivierverhalten. Nähere Angaben über Polyester
komponenten und deren Mengenverhältnisse, über die Diolkomponenten
sowie über die Diisocyanatkomponenten sind
in den obengenannten Patentschriften ausführlich gemacht.
Die Zusammensetzung der Komponente A in den beanspruchten
Mischungen ist jedoch nicht nur auf die genannten
Polyurethane beschränkt. Möglich ist auch die
Anwendung von Polyether- oder Polyetheresterdiole enthaltende
Reaktionsprodukte mit Polyisocyanaten. Auch
analoge Polyurethane, deren Polyesterkomponente ein
Polycarbonat ist, oder in denen Polycarbonatgruppen
neben Carbonsäureestergruppen vorliegen, sind möglich.
Ferner können auch Polyester verwendet werden, in denen
die Säurekomponente eine Mischung aus verschiedenen Carbonsäuren
ist. Außer Polyestern auf Basis von C4-Diolen
lassen sich auch solche einsetzen, die aus C2-C3-Diolen
bzw. Gemischen daraus mit C4-Diolen hergestellt wurden.
Bevorzugt sind die Verfahrensprodukte nach den DE-PS
12 56 822, 19 30 336 und 21 61 430 sowie nach der DE-OS
35 02 379.
Die Blockpolymeren (B) enthalten mindestens einen Block
aus polymerisierten vinylaromatischen Verbindungen, wie
Styrol, Vinyltoluol, α-Methylstyrol, Vinylnaphthalin und
in besonderen Fällen auch zusätzlich kleine Mengen von
Divinylverbindungen wie Divinylbenzol. Bevorzugt sind
Styrol und a-Methylstyrol, besonders bevorzugt ist
Styrol. Das Polymerisat dieser Monomeren bildet den
sogenannten harten Block (auch als "S" für Styrol be
zeichnet).
Der Dienblock enthält als polymerisierte Diene bevorzugt
1.3-Diene mit 4 bis 6 C-Atomen. Beispiele hierfür sind
1.3-Butadien, Isopren, 2.3-Dimethyl-1.3-butadien. Bevorzugt
sind Butadien und Isopren, besonders bevorzugt ist
Butadien. Der Dienblock wird deshalb auch mit "B" (für
Butadien) bezeichnet. Es handelt sich hier um den sogenannten
Weichblock.
Die Blockpolymeren können in bekannter Weise durch anionische
Polymerisation in flüssigen Kohlenwasserstoffen
als Lösungsmittel hergestellt werden. Die Struktur der
hierbei erhältlichen Blockpolymeren kann vielmehr sehr vielfältig
sein. Im einfachsten Fall handelt es sich um Blockpolymere
vom Typ S-B. Eine Abwandlung hiervon sind die
Blockpolymeren mit Übergangsblöcken (tapered structures)
symbolisiert durch S-SB-B, worin SB einen sich in der
Zusammensetzung von "styrolreich" bis "butadienreich"
kontinuierlich ändernden Block darstellt. Sie entstehen
bei der gleichzeitigen Polymerisation beider Monomeren.
Durch Kopplung von lebenden Blockpolymeren können Strukturen
der Form S-B-S oder mit mehrfunktionellen Kopplern
(SB) n K entstehen, worin K das Kopplermolekül und n dessen
Kopplungswertigkeit symbolisieren. Möglich ist auch die
Herstellung von Blockpolymeren durch abwechselnde Zugabe
von Monomeren, wobei Blockpolymere vom Typ (SB) n -S gebildet
werden. Möglich ist ferner auch die Herstellung
von Polymeren mit endständigen Dienblöcken. Ferner kann
man durch abwechselnde Kombination der getrennten und
der gemeinsamen Zugabe der Monomeren und von Kopplern
weitere Strukturvarianten herstellen. Dem Fachmann ist
weiter bekannt, daß durch Wahl der Reaktionstemperatur
und des Lösungsmittels die Struktur der Blockpolymeren
(Vinylgehalt der Dienkomponente, statistische Verteilung
der Monomeren) beeinflußt werden kann.
Ferner können durch Zugabe geringer Mengen Divinylbenzol
zusätzliche Verzweigungen eingebaut werden. Eine weitere
Variable ist das Mengenverhältnis der Monomeren und die
gemeinsame Verwendung verschiedener Dien- und Vinylaro
matkomponenten.
Möglich ist auch die Verwendung von Monomergemischen zum
Aufbau der harten und der weichen Blöcke, beispielsweise
Styrol und α-Methylstyrol oder Butadien und Isopren,
wobei die Polymeren dieser Monomeren getrennte Blöcke
darstellen können.
In speziellen Fällen sind auch partiell oder vollständig
hydrierte Blockpolymere einsetzbar. Weitere Typen, die
zur Herstellung der nachstehend beschriebenen modifizierten
Komponente (C) eingesetzt werden können, sind
styrolgepfropfte SB-Blockcopolymere oder statistische
Styrol/Butadiencopolymere.
Das Mengenverhältnis von Dien/Vinylaromat kann in den
Polymeren variieren. Bevorzugt sind Polymere mit einem
Styrolgehalt über 20%, besonders bevorzugt solche mit
über 40%. In Sonderfällen können auch Polymere mit
einem nur sehr geringen Dienanteil von etwa 1% verwendet
werden. Insbesondere sind diese Polymeren zur
Herstellung der Komponente C verwendbar, wobei in diesem
Fall auch Polystyrol als Endglied dieser Reihe eingesetzt
werden kann.
Die modifizierten Vinylaromat/Dien-Copolymeren C lassen
sich ausgehend von den oben beschriebenen Dien/Vinyl
aromatpolymeren B oder Polystyrol nach verschiedenen
Methoden herstellen. Bevorzugt ist die Pfropfung mit
Monomeren. Möglich sind aber auch andere Methoden z. B.
die mechano-chemischen Umsetzungen der Polymeren vom Typ
Komponente B mit bereits vorgebildeten (Co)-Polymeren
oder z. B. die Umsetzung mit lithiierten Polymeren mit
Monomeren mittels anionischer Polymerisation.
Zur Pfropfreaktion mit Dien/Vinylaromatpolymeren
geeignete Monomere besitzen vorzugsweise polaren Charakter.
Ihre Auswahl hängt ab von der Art des zu verklebenden
Substrats. Zur Verklebung von SBS-Sohlenmaterial
haben sich beispielsweise Acrylat-gepfropfte
Dien-Vinylaromatpolymere als geeignet erwiesen. Pfropfkomponenten
sind z. B. C₁-C₈-Ester der Acrylsäure und der
Methacrylsäure, Hydroxy- und Alkoxialkylester der genannten
Säuren, ferner Ester der Itaconsäure und der
Citraconsäure. Auch Nitrile der Acrylsäuren z. B. Acrylnitril
und Methacrylnitril sind verwendbar, desgleichen
die entsprechenden freien Carbonsäuren der oben beschriebenen
Ester ferner Maleinsäure(-derivate). Beispiele
für zur Pfropfung verwendbare Vinylmonomere sind
Vinylhalogenide, z. B. Vinylchlorid, Vinylester wie Vinylacetat,
Vinylbutyrat, Vinylalkylether wie z. B. Vinylmethylether,
Vinylbutylether. Ferner sind geeignet
Vinylalkylketone mit C₁-C₈-Alkylresten.
Zur Anpassung an spezielle Klebprobleme ist auch die
Pfropfung von Gemischen aus Monomeren der gleichen
Klasse aber auch aus verschiedenen Klassen erforderlich.
Bei Anwendung von mehr als einem Monomeren ist die
Verwendung von weniger polaren Monomeren z. B. Styrol, Isopren,
Butadien als weiteres Monomer möglich. Die
Pfropfung von mehreren Monomeren kann gemeinsam oder
aber zur Erzielung besonderer Eigenschaften nacheinander
erfolgen.
Die bei der Pfropfung erhaltenen Produkte stellen natürlich
keine einheitlichen Pfropfpolymeren dar, sondern es
handelt sich stets um Gemische der Pfropfpolymeren mit
gleichzeitig entstandenem Homopolymer bzw. bei Anwendung
von mehreren Pfropfmonomeren um die entsprechenden Copolymeren.
Wenn nachstehend von "Pfropfpolymeren" die
Rede ist, so ist darunter das unter den üblichen
Pfropfbedingungen entstandene Gemisch zu verstehen,
dessen Zusammsetzung von der Wahl der Pfropfbedingungen
abhängig ist, die im Extremfall natürlich auch
reine Pfropfpolymere liefern können.
Die Pfropfreaktion wird vorzugsweise in Lösung ausgeführt.
Als Lösungsmittel sind beispielsweise geeignet
aromatische Kohlenwasserstoffe, wie Benzol oder Toluol
ferner Carbonsäureester, Ketone, Alkohole oder Gemische
daraus. Bevorzugt ist Toluol, besonders bevorzugt eine
Mischung aus Toluol und Ethylacetat. Gegebenenfalls kann
auch das Monomer als Lösungsmittel dienen. Die Pfropfung
kann aber auch als Emulsions- und Fällungspolymerisation
erfolgen.
Die Pfropftemperatur richtet sich nach der Wahl des
Initiators und ist von deren Zerfallsgeschwindigkeit
abhängig. Bevorzugt ist eine Temperatur in der Nähe des
Siedepunktes des Lösungsmittels bzw. des Gemisches.
Als Initiatoren sind übliche für Pfropfreaktionen in
Lösungsmitteln gebräuchliche Substanzen vom Typ
der Peroxid- und Azoverbindungen brauchbar.
Die Isolierung der Pfropfpolymeren kann nach bekannten
Methoden erfolgen, z. B. durch Fällen mit Nichtlösern
oder durch Strippen. Möglich ist auch die direkte Verwendung
der Pfropflösungen.
Die Mischungen aus den Komponenten A, B und C können
sowohl unverdünnt als auch unter Verwendung eines Lösungs-
bzw. Quellungsmittels angewendet werden. Im
ersten Falle ist eine Anwendung aus der Schmelze, im
anderen, bevorzugten Falle die Anwendung durch Auftragen
der Lösung bzw. der Dispersion und Verdunsten des Lösungsmittels
möglich. Als Lösungsmittel kommen niedrigsiedende
Flüssigkeiten in Frage. Bevorzugt eignen sich
aromatische und cycloaliphatische Kohlenwasserstoffe und
Alkohole. Besonders bevorzugt sind Ketone wie Butanon,
Aceton. Ester wie Ethylacetat sowie Toluol. Häufig sind
besonders günstig Gemische der obengenannten
Lösungsmittel.
Die Herstellung der erfindungsgemäßen Mischungen kann
auf üblichem Wege erfolgen, wobei durch Versuch leicht
zu ermitteln ist, in welcher Reihenfolge die Bestandteile
gelöst werden müssen. Die erfindungsgemäßen Mischungen
können die üblichen bekannten Stabilisatoren
enthalten beispielsweise zur Stabilisierung der Komponente
B ein phenolisches Antioxidans.
Zur Verbesserung der Stabilität der dispersen Klebstofflösungen
können Dispergierstabilisatoren zugesetzt werden.
Beispiele hierfür sind Metalloxide wie TiO₂, MgO,
Carbonate z. B. CaCO₃, Metallsalze von Abietinsäuren,
oder anderen organischen Carbonsäuren oder Sulfonsäuren,
Schichtsilikate, z. B. Bentonite und deren Derivate wie
z. B. Bentonetypen, ferner hochdisperse Kieselsäure.
Ferner können die Mischungen auch Füllstoffe, Farbstoffe
und weitere Polymere enthalten. Zur Erreichung spezieller
Eigenschaften können den Mischungen natürliche oder
synthetische Harze wie Phenolharze, Ketonharze, Kolo
phoniumderivate, Phthalatharze, Acetyl- oder Nitrocellulose
zugefügt werden auch ein Zusatz von Extenderölen,
Kohlenwasserstoffharzen oder Esterweichmachern ist
möglich.
Den Mischungen der Komponenten A-C können als Komponente
(D) gegebenenfalls Polyisocyanate kurz vor dem Gebrauch
zugemischt werden, um die Wärmefestigkeit der Verklebungen
zu verbessern. Typische Beispiele hierfür sind
Diisocyanate und Triisocyanate. Bevorzugt sind Triisocyanate
z. B. Triphenylmethantriisocyanat oder Thiophosphorsäure-
tris(p-isocyanatophenylester).
Nachstehend sind die Komponenten der Mischungen charak
terisiert.
PU 1:
gering kristallisierendes Polyesterpolyurethan von hoher Thermoplastizität. Lösungsviskosität in Methylethylketon (MEK) 15 proz. = 0,2 ± 0,1 Pas (Brookfield, Spindel 3, 60 upm, 23°) (Desmocoll 110 der Bayer AG).
gering kristallisierendes Polyesterpolyurethan von hoher Thermoplastizität. Lösungsviskosität in Methylethylketon (MEK) 15 proz. = 0,2 ± 0,1 Pas (Brookfield, Spindel 3, 60 upm, 23°) (Desmocoll 110 der Bayer AG).
PU 2:
stark kristallisierendes Polyesterpolyurethan von hoher Thermoplastizität mit einer Lösungsviskosität von 0,6 ± 0,2 Pas (Desmocoll 400).
stark kristallisierendes Polyesterpolyurethan von hoher Thermoplastizität mit einer Lösungsviskosität von 0,6 ± 0,2 Pas (Desmocoll 400).
PU 3:
sehr stark kristallisierendes Polyesterpolyurethan von mittlerer Thermoplastizität mit einer Lösungsviskosität von 1,2 ± 0,2 Pas (Desmocoll 510 S).
sehr stark kristallisierendes Polyesterpolyurethan von mittlerer Thermoplastizität mit einer Lösungsviskosität von 1,2 ± 0,2 Pas (Desmocoll 510 S).
PU 4:
sehr stark kristallisierendes Polyesterpolyurethan von geringer Thermoplastizität mit einer Lösungsviskosität von 1,2 ±0,2 Pas (Desmocoll 530).
sehr stark kristallisierendes Polyesterpolyurethan von geringer Thermoplastizität mit einer Lösungsviskosität von 1,2 ±0,2 Pas (Desmocoll 530).
SB 1:
Styrol/Butadien-Blockpolymer vom Typ SBS, Butadiengehalt 64%, [η] 79 (cm³/g in CH₂Cl₂) (Cariflex 1102 der Shell AG).
Styrol/Butadien-Blockpolymer vom Typ SBS, Butadiengehalt 64%, [η] 79 (cm³/g in CH₂Cl₂) (Cariflex 1102 der Shell AG).
SB 2:
Styrol/Butadien-Blockpolymer vom Typ SBS mit Übergangsblöcken (tapered structure) und einem Butadiengehalt von 57% [η] = 88 cm³/g (Stereon 840 A von Firestone).
Styrol/Butadien-Blockpolymer vom Typ SBS mit Übergangsblöcken (tapered structure) und einem Butadiengehalt von 57% [η] = 88 cm³/g (Stereon 840 A von Firestone).
SB 3:
SB-Blockpolymer mit 20% Butadien Tg-80°, MFI (10 kg/200°) = 87, Vicat B = 56° (Styrolux der BASF)
SB-Blockpolymer mit 20% Butadien Tg-80°, MFI (10 kg/200°) = 87, Vicat B = 56° (Styrolux der BASF)
SB 4:
SB-Blockpolymer mit 60% Butadien, Diblockpolymer SB (BUNA BL 6533 der Bayer AG).
SB-Blockpolymer mit 60% Butadien, Diblockpolymer SB (BUNA BL 6533 der Bayer AG).
SB 5:
SIS-Blockpolymer mit 86% Isopren (Dreiblockcopolymer Cariflex TR 1107 der Shell AG).
SIS-Blockpolymer mit 86% Isopren (Dreiblockcopolymer Cariflex TR 1107 der Shell AG).
Polyisocyanat A:
Thiophosphorsäure-tris-(p-isocyanatophenylester), Lösung in Methylenchlorid, NCO-Gehalt 5,4 ± 0,2%.
Thiophosphorsäure-tris-(p-isocyanatophenylester), Lösung in Methylenchlorid, NCO-Gehalt 5,4 ± 0,2%.
Unter Verwendung der nachstehend beschriebenen 20 proz.
Klebstofflösungen wurden Verklebungen von Weich-PVC
(45% DOP) mit einem gefüllten Sohlenmaterial auf Basis
von Styrol/Butadien-Blockpolymeren ausgeführt (SBS R4
vom PFI Prüf- und Forschungsinstitut Pirmasens). Nach
dem Auftragen auf Streifen von 15×3 cm ließ man beide
Seiten 30 Minuten ablüften und unterzog dann die Probe
mit dem thermoplastischen Kautschuk 4 Sekunden einer
Schockaktivierung mit Hilfe eines IR-Strahlers (Funck-
Aktiviergerät Typ A 1000).
Sofort danach wurden die Prüfkörper aufeinandergelegt
und innerhalb von 10 Sekunden in einer Presse bei Raumtemperatur
und einem Druck von 0,4 MPa 10 Sekunden lang
verpreßt.
Sofort danach (innerhalb von 30 Sekunden) wurde die
erste Prüfung auf Schälfestigkeit in einer Zerreißmaschine
ausgeführt (Sofortwert, Abzugsgeschwindigkeit
100 mm/Min.). Eine weitere Prüfung erfolgte nach 1 Tag,
eine weitere nach 9 Tagen. Eine Variante bestand darin,
daß unmittelbar vor dem Klebstoffauftrag der Lösung 5
phr Polyisocyanat A zugefügt wurden. Die Ergebnisse sind
jeweils gekennzeichnet durch "ohne" bzw. "mit
Isocyanat".
Man löst 100 g Blockpolymer SB 1 in 600 ml Toluol auf,
verdrängt die Luft mit Stickstoff, fügt 200 g Methylmethacrylat
(MMA) und 300 mg n-Dodecylmercaptan (n-DDM)
zu und erwärmt auf 90°. Dann aktiviert man unter Zugabe
von 1,0 g Benzoylperoxid (BPO). Man polymerisiert bei
der gleichen Temperatur 2 Stunden und fügt dann abermals
1,0 g BPO zu. Nach weiteren 2 Stunden wird die Lösung
mit 1,5 g Stabilisator Vulkanox KB (Di-tert.-butyl
methylphenol) versetzt und das Polymer durch Fällen mit
Methanol abgetrennt. Nach Trocknen im Vakuum wird der
L-Wert zu 90,5 dl/g (Toluol, 25°C = 0,5%) bestimmt
(= PF 1).
Analog Beispiel 1 wird ein Pfropfpolymer hergestellt
unter Anwendung von 400 g MMA und 2 g n-DDM. Aktiviert
wird zweimal mit je 2,0 g BPO zu Beginn und nach 2 Stunden.
Nach der Aufarbeitung werden 380 g Polymer erhalten.
Der L-Wert beträgt 50,2 dl/g (= PF 2).
Analog Beispiel 1 werden folgende Pfropfpolymere herge
stellt:
Das nach Beispiel 2 hergestellte Pfropfpolymer PF 2
wurde in Ethylacetat gelöst zu einer 20%igen Lösung.
Diese Lösung wurde mit einer 20-proz. acetonischen
Lösung des Polyesterurethans PU 3 und analog dazu mit
PU 4 (Beispiel 20) im Verhältnis 3 : 7 vermischt. Man
erhält eine 2-phasige Dispersion, die durch geeignete
Zusätze stabilisiert werden kann. Bei sofortigem Gebrauch
im Verlauf von etwa einer Woche nach Herstellung
der Mischung ist kein Zusatz erforderlich. Wie voranstehend
beschrieben, wurden mit der Klebstofflösung
Verklebungen von Weich-PVC mit dem Testmaterial SBS R4
ausgeführt. In Tabelle 1 sind die Versuchsergebnisse
im Vergleich zu unverschnittenem PU 3 dargestellt. In
Beispiel 21 werden die Werte des Klebstoffs nach Beispiel 19
unter alleiniger Verwendung von Methylethylketon
(MEK) wiedergegeben.
Es wurden zwei Klebstoffe (20% Feststoffgehalt) hergestellt,
die die Komponenten PU 3 und jeweils die Pfropfpolymeren
aus Beispiel 14 und 15 im Gewichtsverhältnis
7 : 3 enthielten. Als Lösungsmittel diente ein Gemisch aus
Aceton/Ethylacetat 3 : 1.
Unter Verwendung des Pfropfpolymeren aus Beispiel 16
wurde eine Klebstoffmischung in MEK (20%ig), die die
Komponenten PU 3 und Beispiel 16 im Verhältnis 75 : 25
enthielt, hergestellt. Die Prüfergebnisse mit
Beimischung von 5% Desmodur RF waren:
Analog Beispiel 25 wurde ein Klebstoff mit dem Pfropfpolymer
Beispiel 17 hergestellt. Die Prüfung ergab
folgende Werte:
75 Teile einer 20%igen Lösung von PU 3 in MEK wurden
mit 25 Teilen einer 200%igen Lösung des Pfropfpolymeren
nach Beispiel 12 vermischt. Analog wurde eine Lösung aus
dem nach Beispiel 13 erhaltenen Polymeren hergestellt.
Mit beiden Klebstofflösungen wurden Verklebungen von
Leder an Glas durchgeführt. Der 180°-Peeltest lieferte
ohne Verwendung von Desmodur RF Schälfestigkeit von
4,8 (Verwendung von Polymer nach Beispiel 12) und
6,2 N/mm (Polymer nach Beispiel 13). Ein Vergleich mit
dem reinen PU 3 bzw. mit Pfropfpolymeren ohne Zusatz von
Acrylsäure bzw. Hydroxiethylacrylat zeigte praktisch
keine Haftfestigkeit auf Glas.
Dieses Beispiel zeigt die Verwendbarkeit von reinem
Polystyrol das mit MMA gepfropft worden ist (Beispiel 18).
Hierzu wurden 80 Teile PU 3, 10 Teile SB 1 und 10 Teile
des Pfropfpolymeren aus Beispiel 18 in 400 Teilen
Methylethylketon zu einem 2-phasigen System gelöst. Die
Verklebung von PVC/TR ergab folgende Haftwerte:
Analog Beispiel 19 wurde aus dem Polyesterpolyurethan
PU 2 und dem Pfropfpolymer nach Beispiel 15 eine Kleb
stoffdispersion hergestellt. Die Verklebungen von SBS
R4 mit Weich-PVC lieferten folgende Schälfestigkeiten
(N/mm):
Claims (12)
1. Mischungen aus
A) 20-99 Gew.-Teilen eines löslichen
Polyurethans
B) 0-50 Gew.-Teilen eines Vinylaromat/Dien- Blockpolymeren oder Polystyrol
C) 0,5-80 Gew.-Teilen eines modifizierten Polystyrols oder Vinylaromat/Dien- Polymeren
D) 0-10 Gew.-Teilen eines Polyisocyanatsgegebenenfalls gelöst in einem organischen Lösungsmittel.
B) 0-50 Gew.-Teilen eines Vinylaromat/Dien- Blockpolymeren oder Polystyrol
C) 0,5-80 Gew.-Teilen eines modifizierten Polystyrols oder Vinylaromat/Dien- Polymeren
D) 0-10 Gew.-Teilen eines Polyisocyanatsgegebenenfalls gelöst in einem organischen Lösungsmittel.
2. Mischungen nach Anspruch 1, in denen die Komponente
C ein getropftes Vinylaromat/Dienpolymer darstellt,
wobei die Pfropfung entweder durch Reaktion
mit Monomeren oder durch Umsetzung mit bereits vorgebildeten
Polymerketten erfolgen kann.
3. Mischungen nach den Ansprüchen 1 und 2 in denen
Pfropfpolymere, hergestellt unter Verwendung von
(Meth)-acrylsäureestern, (Meth)-acrylsäurenitrilen
und (Meth)-acrylsäure, enthalten sind.
4. Mischungen nach den Ansprüchen 1 und 2 in denen
Pfropfpolymere, hergestellt unter Verwendung von
Vinylhalogeniden, Vinylestern von Carbonsäuren,
Alkylvinylketonen und Alkylvinylethern, enthalten
sind.
5. Mischungen nach den Ansprüchen 1 bis 4 in denen
Pfropfpolymere, hergestellt unter Verwendung von
Abmischungen der in 3-4 genannten Monomeren,
enthalten sind.
6. Mischungen nach den Ansprüchen 1 bis 5 in denen
Pfropfcopolymere, hergestellt aus den in den Ansprüchen
3 bis 5 genannten Monomeren zusammen mit
ungesättigten Kohlenwasserstoffmonomeren, verwendet
werden.
7. Zweiphasengemische aus den in Anspruch 1 genannten
Komponenten.
8. Verwendung von Mischungen nach den Ansprüchen 1 bis
7 zur Verwendung von Teilen aus Gummi, Leder oder
Kunststoffen.
9. Verwendung von Mischungen gemäß Anspruch 1 zur
Verklebung von Teilen aus Styrol/Butadien-Block
copolymeren und Gummi oder Leder.
10. Verwendung von Mischungen nach Anspruch 1 in denen
zusätzlich ein Polyisocyanat enthalten ist.
11. Verwendung von Mischungen nach Anspruch 1 zur Beschichtung
von Teilen aus Gummi, Leder oder Kunst
stoffen.
12. Verwendung von Mischungen nach Anspruch 1 in Form
von Folien zur Herstellung von Verklebungen.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19873729068 DE3729068A1 (de) | 1987-09-01 | 1987-09-01 | Klebstoffmischung |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19873729068 DE3729068A1 (de) | 1987-09-01 | 1987-09-01 | Klebstoffmischung |
Publications (1)
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| DE3729068A1 true DE3729068A1 (de) | 1989-03-09 |
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ID=6334903
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19873729068 Withdrawn DE3729068A1 (de) | 1987-09-01 | 1987-09-01 | Klebstoffmischung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3729068A1 (de) |
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US6207224B1 (en) | 1999-10-06 | 2001-03-27 | E. I. Du Pont De Nemours And Company | Process for coating thermoplastic substrates with a coating composition containing a non-aggressive solvent |
| WO2018206555A1 (de) | 2017-05-09 | 2018-11-15 | Covestro Deutschland Ag | Kunststofffolie mit einer uv-härtenden klebeschicht für den schutz eines hologramms in einem photopolymer-folienverbund |
| WO2018206498A1 (de) | 2017-05-09 | 2018-11-15 | Covestro Deutschland Ag | System aus zwei trocken übertragbaren uv-härtenden lackschichten für den schutz eines hologramms in einem photopolymer-folienverbund |
| US11267943B2 (en) | 2017-05-09 | 2022-03-08 | Covestro Deutschland Ag | Film structure containing a photopolymer layer for holographic exposure and a coating layer of high resistance |
-
1987
- 1987-09-01 DE DE19873729068 patent/DE3729068A1/de not_active Withdrawn
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| US6436478B2 (en) | 1999-10-06 | 2002-08-20 | E. I. De Pont De Nemours & Company | Process for coating thermoplastic substrates with a coating composition containing a non-aggressive solvent |
| WO2018206555A1 (de) | 2017-05-09 | 2018-11-15 | Covestro Deutschland Ag | Kunststofffolie mit einer uv-härtenden klebeschicht für den schutz eines hologramms in einem photopolymer-folienverbund |
| WO2018206498A1 (de) | 2017-05-09 | 2018-11-15 | Covestro Deutschland Ag | System aus zwei trocken übertragbaren uv-härtenden lackschichten für den schutz eines hologramms in einem photopolymer-folienverbund |
| US11267943B2 (en) | 2017-05-09 | 2022-03-08 | Covestro Deutschland Ag | Film structure containing a photopolymer layer for holographic exposure and a coating layer of high resistance |
| US11640136B2 (en) | 2017-05-09 | 2023-05-02 | Covestro Deutschland Ag | System consisting of two UV-curing dry-transfer coating layers for the protection of a hologram in a photopolymer film composite |
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