DE3729700C2 - Verfahren zur Herstellung von preßfähigem Granulat für die Fertigung von Produkten aus gesintertem keramischen Werkstoff - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von preßfähigem Granulat für die Fertigung von Produkten aus gesintertem keramischen WerkstoffInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von
preßfähigem Granulat für die Fertigung von Produkten aus
gesintertem keramischen Werkstoff, nach dem Oberbegriff des
Patentanspruchs 1.
Aus dem Derwent-Kurzreferat 18675 T-L ist ein Herstellungs
verfahren der gattungsgemäßen Art für Ferrite aus Oxiden
bekannt, bei dem die einzelnen Oxide getrennt in flüssiger
Suspension gemahlen, die gemischten Oxide gemahlen, eine
Sprühtrocknung durchgeführt, bei möglichst geringer Tempera
tur gesintert und gegebenenfalls zwischen den zwei letztge
nannten Schritten eine Vorsinterung und ein erneutes Mahlen
des vorgesinterten Materials durchgeführt wird.
Das Mischen und Mahlen der pulverförmigen Rohstoffkomponenten
der Ausgangsoxide soll eine ausreichend hohe Kornfeinheit,
die im µm-Bereich liegt, und eine möglichst homogene Vertei
lung der einzelnen Rohstoffkomponenten im Gemisch bewirken.
Die homogene Verteilung wird weitgehend am Ende eines genü
gend langen Misch- und Mahlprozesses erzielt. Nach Entleerung
des Schlickers aus den Mahlbehältern in Rührwerke, wie sie
für die Sprühgranulatfertigung erforderlich sind, oder in
sonstige Behälter, die zum Trocknen dienen, besteht jedoch
die Gefahr, daß die durch das Mischen und Mahlen erreichte
Ordnung bzw. Homogenität wieder zerstört wird, indem die
einzelnen Rohstoffkomponenten bzw. Oxide auseinanderdriften.
Dies geschieht auch bei vorgebranntem, bzw. vorgesintertem
Material, da die einzelnen Oxide nicht quantitativ miteinan
der reagieren.
Tritt die vorstehend erwähnte Inhomogenität auf, so führt
diese stets zu oxidkeramischen Werkstoffen mit ungünstigen
elektrischen bzw. im Falle der Ferrite ungünstigen magneti
schen Eigenschaften. Ein Maß für die Höhe der Homogenität ist
dabei z. B. bei Ferriten ihre Permeabilität. Bei gegebener
Werkstoffzusammensetzung hat nämlich stets das Material mit
höherer Permeabilität die höhere Homogenität. Inhomogenitäten
im Ferrit behindern nämlich die Blochwandbeweglichkeit,
woraus niedrigere Permeabilitäten resultieren.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das
Verfahren der eingangs genannten Art so zu gestalten, daß ein
Granulat mit hoher Kornfeinheit und Homogenität seiner Kompo
nenten erhalten wird.
Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs genannten
Art durch das Merkmal des kennzeichnenden Teils des Patent
anspruchs 1 gelöst.
Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand von Unteran
sprüchen.
Vor einer näheren Erläuterung des erfindungsgemäßen Verfah
rens sei darauf hingewiesen, daß der nicht vorveröffentlich
ten DE-OS 36 17 687 ein Verfahren zur Herstellung von oxid
keramischen Pulvergemischen entnehmbar ist, die zur Herstel
lung preßfähiger Granulate für die Fertigung gesinterter
keramischer Werkstoffe geeignet sind. Dabei fehlt jedoch
insbesondere das Vorsintern, so daß ein erneutes Mahlen des
vorgesinterten Materials nicht erfolgt.
Aus der DE-OS 23 59 424 ist es bekannt, daß durch Zugabe von
Verflüssigern eine hohe Mischqualität beim Mischen der Roh
stoffkomponenten und eine ausgezeichnete Mahlwirkung beim
Mahlen der gemischten Rohstoffkomponenten erreicht wird.
Beim erfindungsgemäßen Verfahren werden zunächst pulverför
mige Rohstoffkomponenten von Ausgangsoxiden gemischt, die
gemischten Rohstoffkomponenten gemahlen, vorgesintert sowie
erneut diskontinuierlich gemahlen und der so erhaltene
Schlicker anschließend granuliert, wie dies grundsätzlich dem
oben genannten Derwent-Kurzreferat entnehmbar ist.
Es hat sich bei Vorsinterung der gemischten und gemahlenen
Rohstoffkomponenten der Ausgangsoxide gezeigt, daß die ge
wünschte hohe Kornfeinheit und Homogenität des Granulats
bereits weitgehend erreicht wird, wenn zumindest der der
Vorsinterung nachgeschaltete Mahlvorgang diskontinuierlich
durchgeführt wird.
Der diskontinuierliche Mahlprozeß wird bevorzugt in an sich
bekannten Attritoren durchgeführt, die selbst dann eine hohe
Homogenität des Granulats ermöglichen und damit z. B. Ferrite
hoher Permeabilität schaffen, wenn der feingemahlene Schlamm
anschließend, d. h. nach Beendigung des diskontinuierlichen
Mahlprozesses längere Zeit in einem Behälter gerührt wird.
Verstärkt bzw. stabilisiert wird die so erreichte hohe Homo
genität dadurch, daß gemäß der Erfindung während des diskon
tinuierlichen Mahlens oder anschließend im Schlammbehälter
mindestens ein Teil des Bindemittels, insbesondere Poly
vinylalkohol, zugesetzt wird. Das Bindemittel wirkt dabei als
Antiabsetzmittel, d. h. als ein Mittel, das einer Entmischung
entgegenwirkt. Durch das Bindemittel wird nämlich die innere
Viskosität des Schlickers erhöht und so ein Auseinanderdrif
ten der einzelnen Komponenten des Werkstoffes in hohem Maße
unterdrückt. Über die verbesserte Schlickerhomogenität werden
deutlich bessere magnetische und elektrische Eigenschaften
erreicht.
Das vorstehend beschriebene Verfahren eignet sich in ausge
zeichneter Weise zur Wiederaufbereitung von Ferrit-Feinstan
teilen insbesondere einer Partikelgröße 90 µm, da dieses
Material bereits Bindemittel enthält und folglich nach der
Attritormahlung die erzielte Homogenität erhalten bleibt.
Claims (4)
1. Verfahren zur Herstellung von preßfähigem Granulat für die
Fertigung von Produkten aus gesintertem keramischen Werk
stoff, bei dem pulverförmige Rohstoffkomponenten von Aus
gangsoxiden gemischt, die gemischten Rohstoffkomponenten
gemahlen, vorgesintert sowie erneut diskontinuierlich gemah
len werden und der so erhaltene Schlicker anschließend
granuliert wird,
dadurch gekennzeichnet, daß bei dem erneuten Mahlen mindestens
ein Teil eines Bindemittels zugesetzt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch die Verwendung von Attritoren zur
Durchführung des diskontinuierlichen Mahlens.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch die Verwendung zur Wiederaufbereitung
von bindemittelhaltigen Ferrit-Feinstanteilen, insbesondere
einer Partikelgröße 90 µm.
4. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß als Bindemittel Polyvinylalkohol
eingesetzt wird.
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