DE3835687A1 - Schieberverschluss fuer metallurgische gefaesse - Google Patents
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Description
Die Erfindung geht aus von einem Schieberverschluß gemäß dem
Oberbegriff des Patentanspruches 1.
Es ist aus der GB-PS 10 93 478 ein derartiger Schieberverschluß be
kannt geworden, bei dem die Schieberplatten mit ebenen Führungsschienen
versehen und die Andruckschienen jeweils an einer Anzahl zweiarmiger Hebel
befestigt sind, deren freier Hebelarm von einer Druckfeder beaufschlagt
sind. Die bekannten Verschlüsse können im Betrieb einen einwandfreien Ver
schluß des Gefäßes nicht gewährleisten. Abgesehen von bei der Herstellung
unvermeidbarer Fertigungstoleranzen ist im Betrieb das Auftreten von Ver
ziehungen einerseits der Andruckschiene und andererseits der Führungs
schiene unvermeidbar, so daß aufgrund der auf der gesamten Länge der An
druckschiene ausgeübten Andruckkräfte ein einseitiges Abheben der Schie
berplatte von der Verschlußplatte insbesondere unter Wirkung des hohen
von der metallurgischen Schmelze auf die Schieberplatte ausgeübten Druckes
nicht mit ausreichender Sicherheit ausgeschlossen werden kann. Darüber
hinaus erfordert das Auswechseln verbrauchter Schieberplatten und die
Installation einer neuen Platte einen erheblichen Aufwand.
Der vorliegenden Erfindung liegt als Aufgabe die Schaffung eines einen
sicheren Verschluß des metallurgischen Gefäßes gewährleistenden Schieber
verschlusses der beschriebenen Art zugrunde. Diese Aufgabe wird mit einem
Schieberschluß mit den im Patentanspruch 1 wiedergegebenen Merkmalen
gelöst.
Bei dem Schieberverschluß wird der Anpreßdruck nicht an vielen über
die gesamte Länge der Andruckschiene verteilten Stellen sondern lediglich
an einer Stelle aufgebracht, wobei durch die Gegenwölbung der Führungsbahn
der Schieberplatte in Verbindung mit der freien, wippenartigen Lagerung
der Andruckschiene auf einer in der Mittelebene der Durchflußbohrung ange
ordneten Achse bewirkt wird, daß die Andruckkraft nur jeweils an einer
Stelle bzw. Linie auf die Platten wirkt. Es werden auf diese Weise auch
größere Fertigungstoleranzen oder durch Aufarbeiten verbrauchter Platten
entstandene Stärkenunterschiede ohne Eingriff in das System und ohne
Einbuße an Verschlußkraft ausgeglichen. In diesem Sinne kann insbesondere
in Fällen, in denen ausschließlich Platten mit Durchflußbohrung verwendet
werden, die Wölbung außerhalb der Plattenmitte angeordnet sein, während
der Kulminationspunkt der Wölbung bei Verwendung eines gemischten Platten
satzes aus geschlossenen Platten und eine Durchflußbohrung aufweisenden
Platten zweckmäßig in der Mittelebene der Platten liegt.
Weitere Ausführungsformen und Vorteile ergeben sich aus der nachfol
genden Beschreibung, in der die Erfindung anhand der Zeich
nung beispielsweise erläutert ist. Es zeigt
Fig. 1 einen Querschnitt durch einen Schieberverschluß,
Fig. 2 einen Schnitt nach II-II durch Fig. 1.
Der in der Zeichnung wiedergegebene Schieberverschluß für den Ausguß
von metallurgischen Gießgefäßen 1 weist eine gefäßfeste Verschlußplatte 2
und drei in Schubrichtung hintereinanderliegende Schieberplatten 3 A, 3 B,
3 c aus hitzebeständigem Material auf, die jede mit einer Durchflußbohrung
6 bzw. 7 für die Schmelze versehen sind. Die Schieberplatten 3 sind jede
für sich auf Führungsbahnen 8 derart in federnd gelagerten Andruckschienen
10 axial verschieblich geführt, daß die Platten 2, 3 mit ihren gegenein
ander weisenden Verschlußflächen aufeinander gleiten und die Durchfluß
bohrungen 6, 7 in Deckung und außer Deckung gebracht werden können, so daß
die Durchflußbohrung 6 der Verschlußplatte von einem geschlossenen Bereich
vor oder hinter - gesehen in Schubrichtung - der Schieberplatte abgedeckt
ist. Anstelle eines Satzes von mit einer Durchflußbohrung versehenen
Schieberplatten 3 kann auch eine gemischter Plattensatz vorgesehen sein,
von denen eine oder auch zwei Platten als Verschlußplatten geschlossen
sind, während entsprechend lediglich eine Platte oder zwei Platten eine
Durchflußbohrung 7 aufweisen. Die Andruckschienen 10 sind jede für sich
nach Art einer Wippe frei auf einer Achse 11 gehalten, die sich quer zur
Mittellinie M 1 der Durchflußbohrung 6 der Verschlußplatte 2 erstreckt und
in einem Lager 13 entgegen der Andruckrichtung federnd gelagert ist. Im
Falle des in der Zeichnung wiedergegebenen Beispiels ist die Andruck
schiene 10 auf der nach Art eines zweiarmigen Hebels gelagerten und an
ihrem freien Ende mittels einer Feder 9 beaufschlagten Achse 11 gehalten,
es kann jedoch auch die Achse selbst aus federndem Material bestehen und
an ihrem freien Ende fest eingespannt sein, so daß ihre Federwirkung auf
ihren Materialeigenschaften beruht. Weiterhin weisen die Führungsbahnen 8
der Schieberplatte 3 jeweils eine gegen die Andruckschiene 10 gerichtete
Wölbung auf, deren Kulminationspunkt im Falle der in der Zeichnung wie
dergegebenen Ausführungsform in der Mittelebene der Durchflußbohrung 7 der
Schieberplatte 3 liegt, jedoch zum Zwecke der Erhöhung des Anpreßdruckes
im Bereich der Verschlußfläche der Schieberplatte 3 auch außerhalb der
Mittelebene der Durchflußbohrung 7 angeordnet sein kann.
Aufgrund der Wölbung der Führungsbahnen 8 der Schieberplatten 3 A, 3 B,
3 C, aufgrund deren die Andruckschiene 10 in einem die Dicke der Platte im
Kantenbereich übersteigenden Abstand von der Verschlußplatte 2 gehalten
wird, gestaltet sich das Auswechseln verbrauchter Platten außerordentlich
einfach durch lediglich Ausschieben der verbrauchten Platte mit einer
neuen Platte. Dieser Wechsel ist zum Unterschied von allen bekannten
Schieberverschlüssen auch bei gefülltem Gefäß, d. h. gegebenenfalls sogar
während des Gießbetriebes möglich, da durch die wippenartige Lagerung der
Andruckschiene in Verbindung mit der Wölbung der Führungsbahn der Schie
berplatten ein fester Andruck der jeweils für den Verschluß maßgeblichen
Platte sichergestellt ist und durch die direkte Anlage der Stirnflächen
der beiden Schieberplatten beim Durchschub eine einwandfreie Dichtung der
Ausflußöffnung 6 auch beim Passieren der Plattenkanten gewährleistet ist.
Es ist hierbei lediglich dafür Sorge zu tragen, daß die wirksame Andruck
länge der Andruckschienen 10 größer als der in Schubrichtung gemessene
Abstand zwischen den Kulminationspunkten der Führungsbahnen zweier
hintereinanderliegender Schieberplatten jedoch kleiner als der Abstand der
äußeren Kulminationspunkte dreier hintereinanderliegender Platten ist. Im
Falle der in der Zeichnung dargestellten Verwendung eines Plattensatzes
aus Platten mit mittig gelegenem Kulminationspunkt der Führungsbahnen
entspricht diese mindestens der Länge einer Schieberplatte und maximal der
Gesamtlänge zweier hintereinanderliegender Schieberplatten 3. Zur Er
leichterung des Einfädelns und Vereinfachung des Plattenwechsels können
die Andruckschienen 10 beidseitig ihrer wirksamen Andrucklänge durch
angefaste Einführungszonen 12 verlängert sein. In einem solchen Falle ist
es möglich, in der Verschlußeinheit ständig drei Platten zu halten, von
denen lediglich die mittlere als wirksame Verschlußplatte in festem An
druck steht, während die beiden anderen aufgrund der Wölbung der Führungs
bahnen einerseits und der Anfasung der Andruckschienen andererseits nur
lose durch die Andruckschienen geführt sind und einerseits als Reserve für
den Notfall eines unvorhersehbaren Durchbruches des Verschlusses und ande
rerseits zur Vermittlung der Schiebekraft für die Verstellung der wirksa
men Schieberplatte dienen. Durch den erfindungsgemäßen Schieberverschluß
wird daher auch die Betriebssicherheit beim Vergießen metallurgischer
Schmelzen erheblich erhöht.
Der erfindungsgemäße Verschluß arbeitet wie folgt:
In Fig. 2 der Zeichnung ist der Verschluß in seiner Schließstellung
wiedergegeben, in der die mittlere Schieberplatte 3 B mit ihrem die Durch
flußbohrung 7 umgebenden Bereich die Ausflußbohrung 6 überdeckt. Es sind
in dem Verschluß jeweils in Vorschubrichtung vor und hinter der wirksamen
Platte 3 B eine weitere Platte 3 A bzw. 3 B gehalten, von denen sich die in
Schubrichtung gelegene Platte 3 A mit ihrem Kulminationspunkt noch im
wirksamen Bereich der Andruckschiene 10 befindet, während der
Kulminationspunkt der Schieberplatte 3 C noch außerhalb des wirksamen
Bereichs der Andruckschiene liegt. Die Kulminationspunkte der Platten 3 A
und 3 B befinden sich somit beidseitig der Achse 11 innerhalb der wirksamen
Länge der Andruckschiene, so daß beide Platten fest an die Verschlußplatte
2 angedrückt werden. Da sich der Kulminationspunkt der Führungsbahn der
Platte 3 C außerhalb der wirksamen Länge der Andruckschiene 10 befindet,
ist eine Brückenbildung - etwa aufgrund von Dickenunterschieden der
Platten - zwischen den Platten 3 A und 3 C unter Entlastung der Platte 3 B
sicher ausgeschlossen.
Zum Öffnen des Verschlusses werden die Platten gemeinsam bis zur
Deckung der Bohrungen 6 und 7 nach links verschoben, wobei einerseits der
Bahnkulminationspunkt der Platte 3 C in den Bereich der wirksamen Länge der
Andruckschiene 10 gelangt und gleichzeitig bzw. unmittelbar vor diesem
Zeitpunkt der Bahnkulminationspunkt der Platte 3 A aus der wirksamen Länge
austritt, während weiterhin der Bahnkulminationspunkt der Platte 3 B die
Achse 11 passiert und damit von der rechten Seite auf die linke Seite der
Wippe übertritt. Hierdurch ist sichergestellt, daß die wirksame Platte 3 B
mit der maximalen Kraft in Verschlußrichtung beaufschlagt und die Andruck
schiene ohne Bildung einer Brücke zwischen den äußeren Platten 3 A und 3 C
in der Waage gehalten wird. Es befinden sich somit auch in der Wechsel
phase zu jeder Zeit lediglich die Bahnkulminationspunkte zweier unmittel
bar benachbarter Platten - nunmehr der Platten 3 B und 3 C - auf jeweils
einer Seite der Achse 11 im Bereich der wirksamen Länge der Andruckschiene
10, während die dritte Platte - nunmehr die Platte 3 A - mit außerhalb der
wirksamen Länge der Andruckschiene 10 liegendem Kulminationspunkt ihrer
Führungsbahnen nur lose im Verschluß gehalten wird. Dieselben Vorgänge in
umgekehrter Richtung treten ein für den Fall, daß das Gefäß durch Zurück
schieben der Platten wieder verschlossen werden soll.
Zum Wechsel einer verbrauchten Verschlußplatte bedarf es in entspre
chender Weise lediglich des Durchschiebens der Platten - etwa nach links -
unter Einschub einer neuen Platte. Hierbei wird die derzeitige Platte 3 A
ausgeworfen, es gelangen die bisherige Platte 3 B in die Stellung 3 A und
die derzeitige Platte 3 C in die Stellung 3 B, während die neu eingeschobene
Platte an die Stelle der bisherigen Platte 3 C tritt.
Claims (5)
1. Schieberverschluß für den Ausguß von metallurgischen Gießgefäßen
mit einer gefäßfesten Verschlußplatte und einer Schieberplatte aus hitze
beständigem Material, die jede mit einer Durchflußbohrung für die metal
lurgische Schmelze versehen sind und von denen die Schieberplatte mit Füh
rungsbahnen derart in federnd gelagerten Andruckschienen axial verschieb
lich geführt ist, daß die Platten mit ihren gegeneinander weisenden Ver
schlußflächen aufeinander abgleiten und die Durchflußbohrungen in und
außer Deckung gebracht werden können, dadurch gekennzeichnet, daß die An
druckschienen (10) frei auf jeweils einer sich quer zur Mittellinie (M 1)
der Durchflußbohrung (6) der Verschlußplatte (2) erstreckenden, entgegen
der Andruckrichtung federnd gelagerten Achse (11) gehalten sind und die
Führungsbahnen (8) der Schieberplatte (3) eine gegen die Andruckschienen
(10) weisende Wölbung aufweisen.
2. Schieberverschluß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Kulminationspunkt der Führungsbahn der Schieberplatte außerhalb der
Mittelebene der Durchflußbohrung (7) im Bereich der Verschlußfläche der
Schieberplatte (3) angeordnet ist.
3. Schieberverschluß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in
dem Verschluß mehrere Schieberplatten hintereinander gehalten sind, von
denen eine Platte als geschlossene Platte ausgebildet ist, d. h. keine
Durchflußbohrung aufweist.
4. Schieberverschluß nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß die wirksame Andrucklänge der Andruckschienen (10) größer
als der in Schubrichtung gemessene Abstand zwischen den Kulminations
punkten der Führungsbahnen zweier hintereinanderliegender Schieberplatten
jedoch kleiner als der Abstand der äußeren Kulminationspunkte dreier
hintereinanderliegender Platten ist, entsprechend - bei mittiger Anordnung
der Kulminationspunkte - mindestens der Länge einer Schieberplatte und
maximal der Gesamtlänge zweier hintereinanderliegender Schieberplatten (3)
entspricht.
5. Schieberverschluß nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Andruckschienen (10) beidseitig ihrer wirksamen Andruck
länge mit angefasten Einführungszonen (12) versehen sind.
Priority Applications (5)
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Publications (1)
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Family Applications (1)
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