DE3943708C2 - Hydrodynamischer Retarder - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft einen hydrodynamischen Retarder, insbesondere zum
Einbau in Nutzfahrzeuge, gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
Ein Retarder dieser Gattung ist aus der DE-AS 22 38 726 bekannt. Dort ist ein
Retarder in kompakter Bauweise mit einem Wärmetauscher und einem
Sammelbehälter für die Arbeitsflüssigkeit in einem gemeinsamen Gehäuse
zusammengebaut. Der Wärmetauscher und der Sammelbehälter befinden sich
unterhalb des Arbeitsraumes, ein weiterer Behälter zur Aufnahme von Lecköl
aus dem Arbeitsraum und den Lagern befindet sich innerhalb des Gehäuses.
Es handelt sich um einen Retarder ohne Pumpe zum Füllen des
Arbeitsraumes. Das Füllen des Retarders erfolgt dadurch, daß der
Sammelbehälter unter Luftdruck gesetzt wird, so daß sich das ganze
Leitungssystem mit Arbeitsflüssigkeit füllt, wobei dann der Rotor die
Umwälzung übernimmt. Nach Beendigung eines Bremsvorganges entleert
sich das System wieder, wobei der Rotor die Arbeitsflüssigkeit zurück in den
Wärmetauscher und in den Sammelbehälter verdrängt.
Aus der DE 35 45 660 C1 (Fig. 5) ist ein Retarder bekannt, bei dem die
Arbeitsflüssigkeit ebenfalls ohne Pumpe nur durch die Blaswirkung des Rotors
umgewälzt wird. Vom Austritt am Retarder führt eine Leitung zu einem separat
angeordneten Wärmetauscher und von dort wieder zurück zum Retarder. Zur
Einleitung eines Bremsvorganges wird Arbeitsflüssigkeit aus einem separaten
Sammelbehälter der Kreislaufleitung zugeführt.
Die Besonderheiten dieses bekannten Retarders liegen insbesondere in den
vielfältigen Möglichkeiten zur Reduktion der Luftventilationsverluste durch
Einblasen eines Flüssigkeitsstrahls in den Arbeitsraum zur Bildung eines
blendenartigen Schleiers, der einen energieverzehrenden Toruswirbel aus
Luft, insbesondere im radial äußeren Teil des Arbeitsraumes verhindert. Die
Besonderheit der Ausbildung gemäß Fig. 5 besteht darin, daß von der
Flüssigkeitsoberfläche im Wärmetauscher durch das zirkulierende Gemisch
aus Luft und Arbeitsflüssigkeit gerade so viel Flüssigkeit mitgerissen wird, daß
sich im Arbeitsraum ein Flüssigkeitsschleier bilden kann.
Nachteilig ist bei dieser Ausbildung der Umstand, daß bei einem Füllvorgang
zwar zunächst der Arbeitsraum des Retarders gefüllt wird, danach aber sich
erst die Leitungen zum Wärmetauscher, der Wärmetauscher selbst und die
Rückleitung füllen müssen. Bis zur Herstellung eines bremsenwirksamen
Überlagerungsdruckes innerhalb des Retarders vergeht daher viel kostbare
Zeit.
Auch bei dem zuerstgenannten Retarder nach DE-AS 22 38 726 muß erst das
gesamte Leitungssystem gefüllt und unter Überlagerungsdruck gesetzt
werden, bevor die Bremswirkung voll einsetzt. Dies kann bei dem bekannten
Retarder bei der kompakten Bauweise vielleicht noch in Kauf genommen
werden. Ist der Retarder jedoch derart im Antriebssystem des Fahrzeuges
untergebracht, daß zwischen dem Arbeitsraum selbst und dem
Wärmetauscher bzw. dem Sammelbehälter für Arbeitsflüssigkeit größere
Entfernungen liegen, so wäre verzögertes und nur allmähliches Einsetzen der
Bremskraft der Retarders ein schwerwiegender betrieblicher Nachteil.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Steuersystem für einen Retarder
zu schaffen, welches auch bei räumlicher Trennung des Retarders von
dessen Wärmetauscher ohne Umwälzpumpe eine rasche Verfügbarkeit der
Bremswirkung und sichere Betriebsweise in den Bremspausen bei minimalem
Bauaufwand gewährleistet.
Diese Aufgabe wird durch die im Anspruch 1 genannten Merkmale gelöst.
Dadurch werden folgende Vorteile erzielt: Der Arbeitsraum des Retarders wird
wie bekannt dadurch gefüllt, daß in den Sammelbehälter für Arbeitsflüssigkeit
Druckluft eingeleitet wird, wodurch das ganze Leitungssystem unter Druck
gesetzt wird. Nach Beendigung des Bremsvorganges, wenn also durch ein
vom Fahrzeugführer ausgehendes Signal der Luftdruck im Sammelbehälter
abgebaut wird, füllt sich dieser wieder mit Arbeitsflüssigkeit durch den
Blasdruck des Bremsrotors. Aufgrund der Teilung der Kühlkreislaufleitung wird
jedoch nicht die gesamte Arbeitsflüssigkeitsmenge des Leitungssystems in
den Sammelbehälter gedrückt. Durch die Aufteilung der Kühlkreislaufleitung in
zwei Leitungen unterschiedlichen Querschnittes wird nämlich auch nach
Abschluß eines Bremsvorganges eine fortwährende Zirkulation einer
Teilmenge von Arbeitsflüssigkeit durch die im Querschnitt kleinere Leitung
aufrechterhalten. Durch die Anordnung von Rückschlagventilen in der Leitung
für den größeren Teilstrom hinter der Trennstelle am Austritt des Retarders
und vor dem Wärmetauscher und vor der Mündungsstelle am Eintritt des
Retarders hinter dem Wärmetauscher jeweils in naher Anordnung wird
sichergestellt, daß diese Leitung mit größerem Querschnitt nach Beendigung
eines Bremsvorganges gefüllt bleibt, so daß bei erneutem Bremsbefehl ein
rascheres Reagieren des Retarders möglich ist. Die Leitung mit dem kleineren
Querschnitt hingegen unterliegt auch in Bremspausen dem vom Bremsrotor
erzeugten Blasdruck, so daß durch die Leitung fortwährend eine Zirkulation
stattfindet.
Da ein großer Teil der Arbeitsflüssigkeit in den erwähnten Sammelbehälter
gedrängt wurde, ist durch ein aus der DE-AS 22 38 726 bekanntes
Belüftungsventil Außenluft in den Arbeitsraum des Retarders nachgeströmt.
Demzufolge zirkuliert in der Leitung durch den kleineren Teilstrom in aller
Regel ein Flüssigkeits-Luft-Gemisch, das wie während eines Bremsvorganges
fortwährend durch eine Kühleinrichtung, vorzugsweise durch den bereits
vorhandenen Wärmetauscher, gekühlt wird. Dies hat den Vorzug, daß der
Retarder auch in Bremspausen einer Nachkühlung unterliegt und es nicht zu
einem Wärmestau im Retarder kommen kann. Dadurch ist auch ein
Abtransport von Wärme gewährleistet, die z. B. aus benachbarten Aggregaten,
wie Schaltgetrieben, den Retarderteilen zuströmt. Auch Wärme, die von außen
auf das Retardergehäuse einwirkt, z. B. durch den Verbrennungsmotor, wenn
dieser eine Lärmschutzkapselung aufweist, wird auf diese Weise laufend
abgeführt. Das Einführen des in Bremspausen umgewälzten Teilölstromes in
den Arbeitsraum des Retarders hinein kann in einer aus der DE 35 45 660 C1
beschriebenen Weise erfolgen.
Es besteht die Möglichkeit, die Rückschlagventile in der größeren Teilstrom-
Leitung auf unterschiedliche Öffnungsdrücke einzustellen. Die
unterschiedliche Wahl der Öffnungsdrücke an den Rückschlagventilen
gewährleistet die richtige Zirkulationsrichtung, so daß sich der Retarder nicht
über den Retarderauslaß füllen kann.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
angegeben.
Danach ist vorgesehen, daß die Teilströme in den entsprechenden
Kühlkreislaufleitungen im Verhältnis 20 : 80 aufgeteilt sind, wobei beide
Teilströme durch einen gemeinsamen Wärmetauscher geleitet werden
können, der seinerseits verschieden große getrennte Kammern aufweist und
mit den jeweiligen Leitungen für die Teilströme der Arbeitsflüssigkeit
verbunden ist.
Es ist ferner vorgesehen, den mit Druck beaufschlagbaren Sammelbehälter für
Arbeitsflüssigkeit am strömungsseitigen Ausgang des Wärmetauschers mit
der Leitung für den größeren Teilstrom zu verbinden. Mit dem Merkmal des
Gegenstandes nach Anspruch 5 wird erreicht, daß die Luft, die zur Einleitung
eines Bremsvorganges die Arbeitsflüssigkeit aus dem Sammelbehälter in die
Kühlkreislaufleitung gedrängt hat, nicht unmittelbar ins Freie entspannt wird.
In dieser Luft nämlich befinden sich feine Partikel von Arbeitsflüssigkeit, die
nach jedem Ende eines Bremsvorganges ins Freie getragen würden. Dies
hätte eine Umweltbelastung zur Folge sowie einen raschen Verlust an
Arbeitsflüssigkeit. Statt dessen wird die Luft aus dem Sammelbehälter bei
Druckentlastung über eine separate Leitung dem Retarder wieder zugeführt
und erst dort über eine Einrichtung zur Profilentlüftung ins Freie geleitet.
Bei Stillstand des Rotors, also bei Fahrzeugstillstand, kann aufgrund der
Anordnung von Wärmetauscher und Sammelbehälter auch aus der Leitung für
den kleineren Teilstrom keine Arbeitsflüssigkeit in den Arbeitsraum des
Retarders strömen. Dreht sich der Bremsrotor und erzeugt dieser einen
genügend hohen Blasdruck am Austritt des Retarders, zirkuliert ein Teil der
Arbeitsflüssigkeit in der Leitung mit kleinerem Querschnitt.
Die Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnung mit einem
Ausführungsbeispiel näher erläutert. Diese zeigt einen Retarder mit tiefer
gelegenem Wärmetauscher und Sammelbehälter.
In der Figur ist ein Retarder 1 dargestellt, der mit einer nicht dargestellten
Antriebsanlage, z. B. eines Nutzfahrzeuges, verbunden ist, ein
Rotorschaufelrad 2 und ein Statorschaufelrad 3 aufweist, die in einem
gemeinsamen Gehäuse 4 angeordnet sind und einen gemeinsamen
torusförmigen Arbeitsraum 5 bilden. Im radial äußeren Bereich des
Statorschaufelrades 3 befindet sich ein Anschluß 6 für eine
Kühlkreislaufleitung, die sich kurz hinter dem Retarder an einer Trennstelle 8
in zwei Leitungen 10 und 11 teilt. Die beiden Leitungen 10 und 11 haben
unterschiedlichen Querschnitt, wobei die Leitung 10 etwa 80% und die
Leitung 11 etwa 20% des maximal umlaufenden Arbeitsmittelstromes
aufnimmt. Beide Leitungen 10 und 11 münden in einen Wärmetauscher 12,
der im vorliegenden Ausführungsbeispiel in einiger Entfernung vom Retarder
selbst angeordnet ist. Wärmetauscher 12, Sammelbehälter 16 für
Arbeitsflüssigkeit sowie Druckluftregelventil 17 sind tiefer als der Retarder 1
angeordnet. Der Wärmetauscher 12 weist zwei Kammern 13 und 14 auf, die
mit den Leitungen 10 bzw. 11 verbunden sind und deren Wärmekapazität auf
die jeweils angeschlossenen Leitungen und die darin fließenden
Flüssigkeitsmengen ausgelegt sind. Beide Kammern 13 und 14 des
Wärmetauschers 12 werden von demselben Medium umspült, in der Regel ist
dies das Kühlwasser des Antriebsmotors. Die wasserdurchflossene Kammer
des Wärmetauschers ist mit 15 bezeichnet. Die Leitung 10 führt vom Austritt
am Wärmetauscher 12 wieder zurück zum Retarder 1, passiert dabei eine
Mündungsstelle 9, bei der eine Zusammenführung mit der vom
Wärmetauscher 12 ebenfalls austretenden Leitung 11 erfolgt, bevor die
gemeinsame Kühlmittelleitung wieder in eine Eintrittsöffnung 7 am Retarder
mündet.
Mit der Leitung 10, also derjenigen mit dem größeren Querschnitt, ist am
Austritt aus der größeren Kammer 14 des Wärmetauschers 12 ein
Sammelbehälter 16 für Arbeitsflüssigkeit dauernd verbunden. In diesen
Sammelbehälter mündet eine Druckluftleitung 19, die über ein
Druckluftregelventil 17 und eine Verbindungsleitung 20 den Sammelbehälter
unter Überdruck setzen kann. Die Steuerung des Druckluftregelventils erfolgt
über ein Steuergerät 18, welches die Bremsbefehle z. B. des Fahrers oder
weitere Signale in einen variablen Druck umsetzt.
Mit dem Inneren des Arbeitsraumes 5 ist über eine Entlüftungsleitung 28 ein
für sich allein bekanntes Entlüftungsventil 27 verbunden, das einen
Schwimmer 29 aufweist sowie eine ins Freie führende Druckentlastung 30. In
dieses Entlüftungsventil mündet ferner eine hier nicht dargestellte
Entlüftungsleitung, die zum Druckregelventil 17 führt und in Ruhestellung
dieses Druckregelventiles 17 die Verbindung zum Sammelbehälter 16 für
Arbeitsflüssigkeit bildet.
In der Leitung 10 mit dem größeren Querschnitt ist in Durchflußrichtung hinter
der Trennstelle 8 vor dem Wärmetauscher 12 ein federbelastetes
Rückschlagventil 31 angeordnet; ein weiteres Rückschlagventil 32 befindet
sich in derselben Leitung 10 in Durchflußrichtung hinter dem Wärmetauscher.
Die Rückschlagventile 31 und 32 sind jeweils in naher Anordnung des Eintritts
bzw. Austritts der Leitung 10 in die bzw. aus der Kammer 14 des
Wärmetauschers 12 angeordnet. Durch diese Anordnung wird sichergestellt,
daß die Leitung 10 zwischen der Trennstelle 8 und der Mündungsstelle 9 in
den Bremspausen voll gefüllt bleibt. Beide Rückschlagventile sind so
angeordnet, daß nur eine Flußrichtung von der Austrittsöffnung 6 zum
Wärmetauscher bzw. vom Wärmetauscher zur Eintrittsöffnung 7 möglich ist.
Ein Bremsvorgang läuft wie folgt ab: Ein Bremsbefehl kommt vom Steuergerät
18, so daß Druckluft aus der Leitung 19 zum Sammelbehälter 16 gelangt.
Dadurch wird die Arbeitsflüssigkeit aus dem Sammelbehälter 16 in die Leitung
10 gedrückt und von dort über die Eintrittsöffnung 7 in den Arbeitsraum 5 des
Retarders 1. Das Rotorschaufelrad 2 fördert nun während des nunmehr
eingeleiteten Bremsvorganges Arbeitsflüssigkeit zur Austrittsöffnung 6 und von
dort in die beiden Leitungen 10 und 11 jeweils zum Wärmetauscher 12. Der
Sammelbehälter 16 steht dabei während des gesamten Bremsvorganges
unter Luftdruck, so daß das ganze Kreislaufsystem mit Arbeitsflüssigkeit gefüllt
ist. Durch die beiden Leitungen 10 und 11 strömt dabei die gesamte
umgewälzte Menge an Arbeitsflüssigkeit, die zwar in einem gemeinsamen
vom Kühlwasser der Antriebsmaschine durchströmten Wärmetauscher, jedoch
in voneinander getrennten Kammern gekühlt und wieder zurückgeleitet wird.
Der vom Rotorschaufelrad 2 entwickelte Flüssigkeitsdruck ist dabei so hoch
daß das Rückschlagventil 31 in der größeren Leitung zum Wärmetauscher
geöffnet ist.
Soll während eines Bremsvorganges die erforderliche Bremskraft reduziert
werden, so erfolgt durch das Steuergerät 18 eine Reduktion des Luftdruckes
im Sammelbehälter 16. Dadurch kann das Rotorschaufelrad mittels des von
ihm entwickelten Blasdruckes über die Leitung 10 einen Teil der umlaufenden
Arbeitsflüssigkeit in den Behälter 16 zurückdrängen. Dabei vermag der
Blasdruck das Rückschlagventil 31 in der größeren Leitung offenzuhalten. Bei
abgeschlossenem Bremsvorgang, wenn also die Luftzufuhr zum
Sammelbehälter 16 unterbrochen ist, wird so lange Arbeitsflüssigkeit durch
die größere Leitung 10 sowie durch die Kammer 14 im Wärmetauscher 12 in
den Sammelbehälter 16 gefördert, bis zum Schließdruck des
Rückschlagventils 31. Die dabei noch im System vorhandene
Flüssigkeitsmenge wird sodann ständig durch die kleinere Leitung 11, die
zugehörige Kammer 13 im Wärmetauscher 12 in den Retarder gefördert. Bei
diesem weitgehenden Entleervorgang entsteht im Inneren des Arbeitsraumes
5 ein Teilvakuum. Dadurch entsteht in der Leitung 11 auch in den
Bremspausen ein ständiger Kreislauf an Gemisch, so daß nach einem
Bremsvorgang eine Nachkühlung des Retarders und der Arbeitsflüssigkeit
selbst stattfindet. Die aus dem Sammelbehälter 16 verdrängte Luft wird dabei
in das Entlüftungsventil 27 verdrängt, und von dort zurück in das Innere des
Arbeitsraumes. Das Entlüftungsventil 27 ist ferner dazu geeignet,
Flüssigkeitspartikel, die über eine hier nicht dargestellte Leitung aus dem
Sammelbehälter in die Luft gelangt sind, auszuscheiden, so daß die
überschüssige Luft über den Auslaß 30 entfeuchtet entweichen kann.
Wesentlich ist bei dieser Anordnung der Rückschlagventile 31 und 32, daß die
Leitung 10 mit dem größeren Querschnitt in Bremspausen gefüllt bleibt, so
daß bei einem Bremsvorgang aus dem Sammelbehälter 16 nur die
Flüssigkeitsmenge neu eingespeist werden muß, um den Retarder selbst und
die Leitung 11 wieder vollständig zu füllen. Nach Abschluß eines
Bremsvorganges kann die Luft, die sich erfahrungsgemäß bei hohem Druck in
der Arbeitsflüssigkeit löst, aus der in Bremspausen ja gefüllten Leitung 10
wieder in den Sammelbehälter 16 hinein entweichen, von wo aus sie über die
nicht dargestellte, oben erwähnte Entlüftungsleistung wieder in das
Entlüftungsventil 27 gelangen kann. Ein weiterer Vorteil der auch in
Bremspausen fortwährenden Umwälzung eines Flüssigkeits-Luftgemisches ist
nicht nur der fortwährende Abtransport von einströmender Wärme von außen
her, sondern auch eine - wie für sich allein bekannt - reduzierte
Verlustleistung durch Luftventilation sowie vor allem auch deren Stabilisierung.
In der dargestellten Ausführungsform können die Leitungen 10 und 11, wenn
der Wärmetauscher und der Sammelbehälter vom Retarder selbst weit
entfernt liegen, mittels nachgiebiger Leitungsverbindungen 33, z. B.
Schlauchverbindungen, unterbrochen sein, wenn es die Einbauverhältnisse
erfordern. Mit 34 ist ein Temperaturgeber bezeichnet, der an einer oder
mehreren Stellen des gesamten Systems angeordnet sein kann (wie auch
weitere, nicht dargestellte Sensoren), deren Signale im Steuergerät 18 weiter
verarbeitet werden können.
Claims (5)
1. Hydrodynamischer Retarder (1), insbesondere für den Einsatz in
Nutzfahrzeugen, mit mindestens je einem Rotor- und einem
Statorschaufelrad (2, 3), die in einem gemeinsamen Gehäuse (4)
angeordnet sind und miteinander einen torusförmigen Arbeitsraum (5)
bilden, der zum Ein- und Ausschalten des Retarders mit
Arbeitsflüssigkeit füll- und entleerbar ist, und mit einer vom Arbeitsraum
(5) zu einem Kühler (12) und von dort wieder zurück führenden
äußeren Kühlkreislaufleitung sowie einem Behälter (16) für
Arbeitsflüssigkeit, an den eine zur Kühlkreislaufleitung führende Füll-
und Entleerleitung (10 und 11) angeschlossen ist und der zum Füllen
des Arbeitsraumes (5) mit Druckluft beaufschlagbar ist, wobei der
Umlauf der Arbeitsflüssigkeit durch das Rotorschaufelrad (2) bewirkt
wird, gekennzeichnet durch die folgenden weiteren Merkmale:
- a) die vom Retarder herausgehende äußere Kühlkreislaufleitung ist in zwei Leitungen (10 und 11) unterschiedlichen Durchflußquerschnittes unterteilt;
- b) die Aufteilung (Trennstelle 8) des aus dem Retarder austretenden Stromes an Arbeitsflüssigkeit in zwei Teilströme und deren Zusammenführung (Mündungsstelle 9) erfolgt nahe der Austritts- bzw. Eintrittsöffnung (6 bzw. 7) am Retarder;
- c) die durch die beiden Leitungen (10 und 11) fließenden Teilmengen von Arbeitsflüssigkeit werden jeweils getrennt voneinander gekühlt;
- d) der Behälter (16) für Arbeitsflüssigkeit und der Kühler (12) sind unterhalb des Retarderarbeitsraumes (5) angeordnet;
- e) in der Leitung mit dem größeren Querschnitt (10) ist hinter der Trennstelle (8) vor dem Behälter (16) und hinter dem Behälter (16) vor der Mündungsstelle (9) in naher Anordnung jeweils ein federbelastetes Rückschlagventil (31 und 32) vorgesehen.
2. Retarder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der aus dem
Retarder im Bremsbetrieb austretende Strom von Arbeitsflüssigkeit im
Verhältnis 80 zu 20 in den beiden Leitungen (10, 11) unterteilt ist.
3. Retarder nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß zur Kühlung der Arbeitsflüssigkeit ein
gemeinsamer Wärmetauscher (Kühler 12) vorgesehen ist, dessen von
Arbeitsflüssigkeit durchflossener Teil in zwei verschieden große
getrennte Kammern (13, 14) unterteilt und mit den jeweiligen Leitungen
(10, 11) für die Teilströme verbunden ist.
4. Retarder nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der mit Druckluft beaufschlagbare Behälter (16) am
strömungsseitigen Ausgang des Wärmetauschers (12) mit der Leitung
(10) für den größeren Teilstrom verbunden ist.
5. Retarder nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß zur Druckbeaufschlagung des Behälters (16) für Arbeitsflüssigkeit
ein Druckregelventil (17) vorgesehen ist und die Luft bei
Druckentlastung des Behälters (16) über eine Leitung zum Retarder (1,
27) zurückgeführt wird.
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