DE4036470A1 - Ueberlastsicherung fuer eine mechanisch angetriebene presse - Google Patents

Ueberlastsicherung fuer eine mechanisch angetriebene presse

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Description

Die Erfindung geht aus von einer Überlastsicherung für eine mechanisch angetriebene Presse nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Stand der Technik
Hydraulische Überlastsicherungen für eine mechanisch angetriebene Presse sind beispielsweise aus der DE-PS 10 46 500 oder der DE-PS 15 77 202 bekannt. Bei derartigen Einrichtungen ist der Pressenantrieb, z. B. die exzentrisch umlaufende Pleuelstange mit einem Kolben verbunden, der gegen ein hydraulisches Kissen innerhalb des Pressenstößels verspannt ist. Solche sogenannte Antriebsgarnituren sind symmetrisch paarweise oder in den Ecken des Stößels oder aber auch des den Stößel umgebenden Blechhalters angeordnet. Jede Garnitur steht in Verbindung mit einem gemeinsamen Drucküberlastungsventil, das eine schlagartige Druckentlastung des Druckkissens in der Druckgarnitur dann ausführt, wenn bestimmte Toleranzgrenzen überschritten werden. Hierdurch kann eine Überbelastung der Presse vermieden werden, d. h. der Stößel wird beim Ansprechen des Überlastungsventils schlagartig um die Höhe der Druckkissen, z. B. 30 bis 70 mm angehoben, d. h. die hydraulische Vorspannung entfällt.
Bei den heute bekannten Überlastsicherungen wird die Höhe der Vorspannung des hydraulischen Kissens in den Antriebsgarnituren derart gewählt, daß sich eine möglichst starre Kraftübertragung ergibt. Je geringer der Vorspanndruck im hydraulischen Kissen, um so nachgiebiger verhält sich der Stößel, d. h. die Höhe der Vorspannung im hydraulischen Kissen bestimmt das elastische Verhalten des Stößels.
Im Normalfall wird die Vorspannung des hydraulischen Kissens derart gewählt, daß z. B. bei einer Drucküberschreitung von ca. 20% das Überlastungsventil anspricht. Bei diesem Wert darf dann die Summe der Pressenkräfte auf alle Antriebsgarnituren die maximale Pressenkraft bzw. die Pressennennkraft nicht überschreiten.
Diese Regelung bzw. Steuerung des gleichen Vorspanndrucks in allen hydraulischen Kissen der Antriebsgarnituren mit gemeinsamen zugehörigen Drucküberlastungsventil ist unproblematisch, soweit die Belastung des Pressenstößels durch das Werkzeug bzw. des zu formenden Werkstücks eine entsprechend symmetrische, d. h. gleichmäßige Kraftbeaufschlagung auf den Pressenstößel bewirkt. Die Regel sind jedoch ungleichmäßig, d. h. asymmetrisch geformte Werkzeuge bzw. Werkstücke, was zur Folge hat, daß der Pressenstößel zum Teil sehr ungleichmäßig mit Gegenkräften beaufschlagt wird. Dies hat aber zur Folge, daß die Kraftsymmetrie auf die Antriebsgarnituren aufgehoben wird. Z. B. muß der Pressenstößel auf der einen Seite die Antriebsgarnitur mit 60% und auf der anderen Seite mit nur 40% seiner Pressenkraft beaufschlagen, um der Werkzeug- bzw. Werkstückformgebung gerecht zu werden. Bei einer starken einseitigen Kraft- bzw. Drucküberschreitung in einer Antriebsgarnitur in einer Größenordnung, die deutlich über dem Mittelwert aller Antriebsgarnituren liegt, wird jedoch das Überlastventil, d. h. die Überlastsicherung wirksam, obwohl die maximale Nennkraft der Presse noch nicht erreicht ist. Die maximale Pressenkraft kann damit nicht voll ausgeschöpft werden.
Vorteile der Erfindung
Die erfindungsgemäße Überlastsicherung mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 hat demgegenüber den Vorteil, daß auch bei stark ungleichmäßiger Belastung der Antriebsgarnituren im Stößel die maximale Pressenkraft, d. h. die Pressennennkraft ausgeschöpft werden kann, ohne daß die Überlastsicherung vorher wirksam wird. Der Erfindung liegt hierfür der Kerngedanke zugrunde, daß die maximal zulässige Pressennennkraft nie überschritten wird, d. h. eine höhere Kraft auf eine Antriebsgarnitur muß durch eine entsprechende Kraftbeaufschlagung auf der anderen Antriebsgarnitur kompensiert werden, um auf das jeweilige hydraulische Druckkissen mit gleichem Druck einwirken zu können. Hierfür ist auf der Seite des Stößels mit verminderter Krafteinwirkung die Erzeugung einer entsprechenden Zusatzkraft durch Druckbeaufschlagung erforderlich. Dabei überschreitet die Summe der Gesamtkräfte der Pressenkraft auf die Garnituren nie die maximale Pressennennkraft.
Auf vorteilhafte Weise wird gemäß der Erfindung die zusätzliche Druckbeaufschlagung der "unterbelasteten" Antriebsgarnitur dadurch bewirkt, daß eine Druckbeaufschlagung auf eine zusätzliche Ringfläche in Richtung der Pressenkraft des Stößels erfolgt. Die Größe dieser Zusatzkraft wird derart gewählt, daß die Differenz der Kräfte in den Garnituren ausgeglichen wird, d. h. es wird in der "unterbelasteten" Garnitur eine Zusatzkraft so simuliert, daß alle Garnituren scheinbar gleichmäßig überlastet werden, obwohl in der Summe die Pressennennkraft nicht überschritten wird.
Der Druckübersetzer im Drucküberlastungsventil (Pressensicherheits-Ventil) wird auf eine an sich bekannte Toleranzgröße ausgelegt, die bei dessen Überschreitung eine Auslösung des Überlastungsventils, d. h. eine schlagartige Druckentlastung des hydraulischen Kissens bewirkt. Dies geschieht vorzugsweise durch einen Stufenkolben, dessen druckbeaufschlagte Gegenflächen sich so verhalten, wie dies der gewünschten Ansprechgröße entspricht. Die maximale Vorspannkraft auf die hydraulischen Garniturkissen wird normalerweise bei symmetrischer Stößelbelastung unter Berücksichtigung des entsprechenden Flächenverhältnisses des Drucküberlastungsventils eingestellt. Das Überlastungsventil wird dabei erst dann ausgelöst, wenn die Vorspannkraft um den Wert der Flächendifferenz des Stufenkolbens des Sicherheitsventils überschritten wird. Durch diesen Vorgang wird die Presse maximal entsprechend der Pressennennkraft belastet.
Im Falle der asymmetrischen Stößelbelastung mit einer einseitigen Garniturenbelastung, die größer als der symmetrische Mittelwert ist, wird jedoch mit einem insgesamt höheren Druckniveau gearbeitet, als dies bei einer symmetrischen Belastung der Garnituren der Fall ist. Die Höhe der Vorspannkraft richtet sich nach dem Wert, der der Asymmetrie der Werkzeugbelastung entspricht.
Die Erfindung wird vorteilhafterweise mit zwei oder vier symmetrisch im Pressenstößel oder auch in einem eventuell einen Ziehstößel umgebenden Blechhalter verwirklicht.
Die Regelung und Steuerung der hydraulischen Garniturkissen sowie der Zusatzdruckpolster in den unterbelasteten Antriebsgarnituren geschieht mittels Servoventilen oder Druckregelventilen mit entsprechender Regelung.
Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung sind in der nachfolgenden Beschreibung anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen
Fig. 1 eine Anordnung einer Überlastsicherung mit zwei symmetrisch angeordneten Antriebsgarnituren mit einem Drucküberlastungsventil und
Fig. 2 eine entsprechende Anordnung mit vier Antriebsgarnituren.
Beschreibung der Erfindung
Die in der Fig. 1 dargestellte schematische Anordnung einer Überlastsicherung dient dazu, um Presse und Werkzeug vor den schädlichen Folgen eines Bedienungsfehlers oder bei Überschreitung der maximalen Preßkraft zu schützen. Hierfür sind gemäß der Darstellung in Fig. 1 zwei Antriebsgarnituren 1, 2 symmetrisch in einem nicht näher dargestellten Pressenstößel oder auch einem den Pressenstößel umgebenden Blechhalter angeordnet. Die Fig. 2 zeigt eine entsprechende symmetrische Anordnung von vier Antriebsgarnituren 1 bis 4, die in Tandemschaltung prinzipiell gleichgeschaltet sind wie die Anordnung in Fig. 1. Jeder der vier Antriebsgarnituren kann selbstverständlich jeweils mit einer eigenen Regeleinheit versehen sein.
Die Antriebsgarnituren 1 bis 4 weisen einen Kraftübertragungskolben 5 auf, der über eine Kolbenstange 6 z. B. mit dem Exzenterpleuel des mechanischen Pressenantriebs verbunden ist. Der Kolben 5 ist in einem Zylindergehäuse 7 innerhalb des Pressenstößels angeordnet. Für die gewünschte hydraulische Kraftübertragung des Stößelantriebs über die Kolbenstange 6 und den Kolben 5 ist letzterer gegenüber dem Zylindergehäuse 7 über ein hydraulisches Kissen 8 verspannt. Jedes hydraulische Kissen 8 der Antriebsgarnituren 1 bis 4 gemäß den Darstellungen in Fig. 1 und 2 ist über eine Druckleitung 9 miteinander verbunden. Der Vorspanndruck Pv zur Erzeugung der auf den Kolben 5 wirkenden Vorspannkraft Fv wird über eine hydraulische Motorpumpe 10 erzeugt, die das Hydraulikmedium über ein Druckregelventil 11 und über die Druckleitungen 12 an die Druckleitung 9 zu den hydraulischen Kissen 8 weiterleitet. Ein Manometer 13 dient zur Druckerfassung.
Die hydraulischen Rissen 8 sind über die Druckleitung 9 und einer Zusatzleitung 14 mit einem Drucküberlastungsventil 15 verbunden. Gleichermaßen führt die Druckleitung 12 über eine Abzweigleitung 12′ ebenfalls zum Drucküberlastungsventil 15. Wie der Figurendarstellung 1 und 2 zu entnehmen ist, besteht das Drucküberlastungsventil aus einem Stufenkolben 16 mit unterer, kleinerer Kolbenfläche 17 und oberer, größerer Kolbenfläche 18. An beiden Kolbenflächen 17, 18 liegt der gleiche Druck pv an, wie er im hydraulischen Kissen 8 zunächst belastungsfrei ansteht. Das Flächenverhältnis zwischen der unteren Kolbenfläche 17 und der oberen Kolbenfläche 18 beträgt z. B. F17= 0,8 F18, d. h. die Fläche 17 ist 20% kleiner als die Fläche 18. Dies hat zur Folge, daß der Stufenkolben 16 über die Kolbenfläche 17 nur dann nach oben gedrückt wird, wenn der Druck um 20% überschritten wird, da die obere Druckfläche 18 eine 20%ig höhere Druckkraft ausübt. Der Vorspanndruck pv in den hydraulischen Kissen 8 wird demnach z. B. auf 80% des maximal möglichen Druckes eingestellt, der der Nennkraft der Presse entspricht. Erst bei Überschreitung der maximalen Pressennennkraft erhöht sich der Vorspanndruck im hydraulischen Kissen 8 auf einen solchen Wert, der den Toleranzwert von z. B. 20% überschreitet und den Stufenkolben 16 anhebt. In diesem Fall erfolgt eine schlagartige Druckentlastung der hydraulischen Kissen 8 über die Öffnungen 19 in die Überströmbehälter 20.
Die Rückschlagventile 21 verhindern eine Druckübertragung auf die Drückfläche 18 bei sich erhöhendem Druck im hydraulischen Kissen 8.
Die symmetrische Belastung der Anordnung nach Fig. 1 wird in einem Beispiel wie folgt beschrieben. Die Presse soll eine maximale Pressennennkraft von z. B. FN = 2000 t Preßkraft besitzen. Dies entspricht 100% Pressennennkraft, wobei bei einer symmetrischen Anordnung und Kraftverteilung in Fig. 1 jede der beiden Antriebsgarnituren 1, 2 mit einer gleichen Pressenkraft F1 = F2= 1000 t maximal beaufschlagbar ist.
Zur Erzeugung einer Vorspannkraft Fv werden die hydraulischen Kissen 8 über die hydraulische Motorpumpe 10 fit einem Vorspanndruck pv beaufschlagt, der eine Vorspannkraft Fv erzeugt, die z. B. 80 96 von F1 umfaßt (Fv = 0,8 F1; Fv = 0,8 F2). Die Vorspannkraft beträgt demnach z. B. Fv = 800 t. Ein zugehöriger Vorspanndruck pv wäre z. B. 80 bar.
Liegt ein Druck von z. B. 80 bar an der Druckfläche 17 des Überlastungsventils 15 an, so spricht dieses Ventil aufgrund des Flächenverhältnisses F17= 0,8 F18 erst dann an, wenn dieser Druck um 20% erhöht ist, d. h. wenn sich der Druck im hydraulischen Kissen 8 auf einen Wert von pv = 100 bar erhöht hat. Dieser Druck entspricht dann der anteiligen maximalen Preßkraft F1 bzw. F2 auf die jeweilige Antriebsgarnitur 1, 2. Die Summe der Kräfte F1+F2 darf die Gesamtpressennennkraft FN nicht überschreiten. Die Reaktionskraft des Werkzeugs ist mit Fw1 und Fw2 angegeben.
Dieses zuvor beschriebene Ausführungsbeispiel berücksichtigt nicht eine ungleichmäßige Belastung der Antriebsgarnituren 1, 2 in Fig. 1. Dies ist z. B. dann der Fall, wenn die Werkzeuge bzw. die Werkstücke sehr unterschiedlich bzw. asymmetrisch aufgebaut sind, so daß der Gegendruck auf den Pressenstößel sich sehr unterschiedlich auf der Gesamtfläche verteilt. Bei der zuvor beschriebenen Anordnung kann es deshalb vorkommen, daß eine stark einseitige Kraft bzw. Druckbeaufschlagung einer Antriebsgarnitur 1 über den anteiligen maximalen Mittelwert hinaus zu einer vorzeitigen Öffnung des Überlastventils 15 führt, noch bevor die maximale Nennkraft FN der Presse erreicht ist. Hierdurch wird aber die maximale Nennkraft der Presse nicht mehr ausgenützt.
Um diesem Nachteil zu begegnen, wird gemäß der Erfindung ein Belastungsprofil des Pressenstößels oder auch des Blechhalters in Abhängigkeit des Werkzeugs oder des Werkstücks durch Versuche erfaßt. Z. B. soll in der Darstellung nach Fig. 1 die Krafteinwirkung auf die Antriebsgarnitur 1 z. B. größer sein als bei symmetrischer Belastung, während die Krafteinwirkung auf die Antriebsgarnitur 2 kleiner ist. Beläßt man in einem solchen Fall die Vorspannkraft pv auf einen Wert der z. B. 20% unterhalb der maximalen Vorspannkraft liegt, so kann bereits die über dem maximalen Mittelwert liegende einseitige Belastung der Antriebsgarnitur 1 zu einem Druckanstieg im zugehörigen hydraulischen Kissen 8 führen, der über der normalen maximalen Vorspannkraft bei symmetrischer Belastung liegt und zu einer Auslösung des Drucküberlastungsventils 15 führt. Eine höhere Garniturbelastung als 50% erfordert deshalb eine Erhöhung der Vorspannkraft pv auf einen Wert, der über dem zuvor beschriebenen maximalen Vorspanndruck bei symmetrischer Belastung liegt und dem vorher ermittelten Belastungsprofil des Pressenstößels entspricht. Die volle Ausnutzung dieser Vorspannkraft würde eine maximale Pressenbelastung hervorrufen, die über der Pressennennkraft liegt, was unzulässig ist.
Ein solcher erhöhter Vorspanndruck pv, der durch die hydraulische Motorpumpe 10 erzeugt und am Druckeinstellventil 11 eingestellt wird, liegt dann auch an den Druckflächen F17, F18 an, d. h. das Drucküberlastungsventil würde erst bei einem Gesamtdruck von z. B. p = 120 bar wirksam werden, d. h. bei Überschreitung der Pressennennkraft um 20%. Diese Drucküberlastung würde durch eine einseitige über dem maximalen Mittelwert überhöhte Krafteinwirkung auf eine Antriebsgarnitur erfolgen, ohne daß eine Reduzierung einer anteiligen Preßkraft an einer anderen Antriebsgarnitur erfolgt, so daß eine Überschreitung der maximalen Pressennennkraft eintreten würde.
Um dies zu vermeiden, sieht die Erfindung ein zusätzliches Druckpolster 22 in einem Ringkanal 23 zur Erzeugung einer Zusatzkraft Fz an der Antriebsgarnitur vor, die gemäß dem Belastungsprofil des Pressenstößels "unterbelastet" ist. Dies ist in der Darstellung nach Fig. 1 z. B. die Antriebsgarnitur 2, was wie folgt erläutert wird.
Laut ermitteltem Belastungsprofil des Pressenstößels soll beispielsweise die Antriebsgarnitur 1 mit einer Kraft F1, belastet werden, die 10% über dem Mittelwert F1 liegt, d. h. die Antriebsgarnitur 1 ist mit 60% der maximalen Pressennennkraft FN beaufschlagt. Um bei der Vorgabe zu bleiben, daß die erhöhte Kraft F1′ an der einen Antriebsgarnitur 1 eine verminderte Krafteinwirkung F2′ an der anderen Antriebsgarnitur 2 zur Folge haben muß, damit F1′+F2′ maximal FN beträgt, muß die Antriebsgarnitur 2 Maßnahmen aufweisen, daß F2′ auf jeden Fall einen verminderten nutzbaren Wert aufweist. Dies geschieht dadurch, daß man über eine zusätzliche Druckleitung 24 den Ringkanal 23 mit Druckmittel beaufschlagt, um ein Druckpolster 22 zu erzeugen, welches die Zusatzkraft Fz bewirkt. Diese Zusatzkraft Fz entgegen der Preßkraftrichtung muß so groß sein, daß sie zuzüglich der verminderten Werkzeugkraft Fw2′ der Preßkraft F2′ entspricht (Fz+Fw2′ = F2′). Die Zusatzkraft Fz simuliert demnach eine bereits vorliegende Werkzeuggegenkraft.
Beträgt demnach die Preßkraft F1′ an der Antriebsgarnitur 1 60% der Pressennennkraft FN so darf die nutzbare Preßkraft F2′ maximal nur noch 40% von FN betragen, um die Pressennennkraft insgesamt nicht zu überschreiten. Die Zusatzkraft Fz wird demnach so groß gewählt, daß die Preßkraft F2′ nur noch einen solchen Betrag erreichen kann. Wird dieser Betrag überschritten, so wird auch die maximale Druckkraft im hydraulischen Kissen 8 überschritten, was das Drucküberlastungsventil 15 auslöst.
Zur Erzeugung des Druckpolsters 22 im Ringkanal 23 sind in der Druckleitung 24 ein Servoventil 25 oder Druckregelventil 25 angeordnet mit einem Regler 26 zur Regelung des Drucks. Ein Manometer 27 dient zur Druckanzeige. Die Druckbeaufschlagung erfolgt über die gemeinsame hydraulische Motorpumpe 10. Ein Druckspeicher 28 dient zur eventuellen Nachförderung von Druckmedium in den Ringkanal 23, wenn eine Komprimierung des hydraulischen Kissens 8 stattfindet.
Der in Fig. 1 dargestellte Ringkanal 23′ der überbelasteten Garnitur 1 bleibt bei dieser beispielhaft angegebenen Regelung drucklos. Eine Druckbeaufschlagung in diesem Ringkanal erfolgt nur dann, wenn eine unterdurchschnittliche Kraftbeaufschlagung dieser Antriebsgarnitur 1 erfolgt. Demzufolge wird die zugehörige Druckregelung 29 nur im Bedarfsfall gebraucht. Über ein zusätzlich vorgesehenes Wegeventil 30 in Leitung 24 kann die Regeleinrichtung 29′ entfallen.
Der Kolben 5 der Antriebsgarnitur 14 ist als Stufenkolben mit oberer Anschlagsfläche 31 ausgebildet. Ist der Druckraum 22 nicht belastet, so wirkt die volle Vorspannkraft Fv auf diese Fläche. Die Druckentlastung der Fläche 31 erfolgt zum einen über die durch das Druckpolster 22 erzeugte Zusatzkraft Fz zuzüglich der nutzbaren Preßkraft F2′. Wird die Zusatzkraft Fz Null gewählt, so kann die volle Preßkraft genutzt werden (Symmetriefall). Wird die Zusatzkraft Fz gleich groß wie die Vorspannkraft Fz gewählt, so steht keine weitere nutzbare Preßkraft F2′ zur Verfügung.
Das Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 arbeitet prinzipiell gleich wie das Ausführungsbeispiel nach Fig. 1. Anstelle der Antriebsgarnituren 1, 2 in Fig. 1 sind lediglich zwei weitere Antriebsgarnituren 3, 4 vorgesehen, die jeweils parallel zu den Antriebsgarnituren 1, 2 geschaltet sind. Demzufolge würden die beiden Antriebsgarnituren 2, 4 in Fig. 2 mit der Druckregelung 29 in gleicher Weise behandelt, wie die zusätzliche Druckregelung in Fig. 1. Rein schematisch ist deshalb lediglich der gemeinsam zu beaufschlagende Ringkanal 23 in Fig. 2 angedeutet. Selbstverständlich können sich die Verhältnisse bei anderer Werkzeuggestaltung derart ändern, daß die Antriebsgarnituren 2, 4 eine höhere und die Antriebsgarnituren 1, 2 eine niedrigere Kraftbeaufschlagung aufweisen. In diesem Fall müßten die Ringkanäle 23′ zusätzlich mit Druck über die Druckregelung 29′ beaufschlagt werden. Die Garnituren 1 bis 4 können selbstverständlich auch einzeln geregelt werden.
Die Erfindung ist nicht auf das beschriebene und dargestellte Ausführungsbeispiel beschränkt. Sie umfaßt auch vielmehr alle fachmännischen Weiterbildungen im Rahmen des Erfindungsgedankens.

Claims (10)

1. Überlastsicherung für eine mechanisch angetriebene Presse, mit einer über wenigstens zwei Antriebsgarnituren (1 bis 4) erfolgenden, bei gleichmäßiger Stößelgegenbelastung symmetrischen Krafteinleitung in den Pressenstößel, wobei jede Antriebsgarnitur (1 bis 4) einen, mit dem mechanischen Pressenantrieb verbundenen Kolben (5) aufweist, der in einem, im Pressenstößel angeordneten Zylindergehäuse (7) gegen ein hydraulisches Druckkissen (8) mit einer Vorspannkraft (Fv) verspannt ist, wobei allen gemeinsam vorgespannten Druckkissen (8) ein gemeinsames Drucküberlastungsventil (15) mit Druckübersetzer (16) zugeordnet ist, das bei Überschreitung eines vorgegebenen Toleranzwertes den Druck in allen Druckkissen (8) schlagartig entspannt, dadurch gekennzeichnet, daß bei einer unsymmetrischen Belastung des Pressenstößels ein vom Werkzeug und/oder Werkstück abhängiges Belastungsprofil mit unterschiedlicher Kraftaufteilung der Antriebsgarnituren (1 bis 4) ermittelbar ist, welches eine über dem bei gleichmäßiger Belastung liegenden Mittelwert liegende Überbelastung und unter dem Mittelwert liegende Unterbelastung einer jeweiligen Antriebsgarnitur feststellt und daß die unterbelastete Antriebsgarnitur über ein zusätzliches regelbares Druckpolster (22) mit einem Druck beaufschlagbar ist, der eine zusätzliche, der zugehörigen Preßkraft (F2′) entgegengerichtete Zusatzkraft (Fz) erzeugt, wobei die Zusatzkraft (Fz) derart bemessen ist, daß ein Überschreiten der maximal zulässigen Pressennennkraft das Drucküberlastungsventil (15) auslöst.
2. Überlastsicherung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Preßkraft (F1′) der überbelasteten Antriebsgarnitur (1) zuzüglich der nutzbaren Preßkraft (F2′) der unterbelasteten Antriebsgarnitur (2) ihrem Wert nach maximal der Pressennennkraft entspricht.
3. Überlastsicherung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorspannkraft (Fv) in den hydraulischen Druckkissen (8) der Antriebsgarnituren (1 bis 4) auf einen Wert einstellbar sind, der der maximalen Druckbelastung (pv) bei symmetrischer Stößelbelastung entspricht oder überschreitet.
4. Überlastsicherung nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Summe der Kolbenkräfte (F1+F2; F1′+F2′) der überbelasteten (1) und der unterbelasteten (2) Antriebsgarnituren (1, 2) nach Überschreitung des maximal zulässigen Druckanstiegs in den Garnitur-Druckkissen (8) die Pressennennkraft (FN) nicht überschreitet.
5. Überlastsicherung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckbeaufschlagung (pv) zur Einstellung der Vorspannkraft in den Druckkissen (8) bei unbelasteten Pressenstößel gemeinsam mit dem Zusatz-Ringkanal (23) in der unterbelasteten Antriebsgarnitur (2) erfolgt, wobei die Größe der Zusatzkraft (Fz) auf die Ringfläche (23) in Abhängigkeit der sich im Betrieb einstellenden verminderten nutzbaren Preßkraft (F2′) derart einstellbar ist, daß die Summe beider Kräfte das Drucküberlastungsventil dann auslöst, wenn F1′+F2′ größer FN.
6. Überlastsicherung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Drucküberlastungsventil (15) einen Druckübersetzer (16), insbesondere einen Stufenkolben (16) aufweist, wobei die Druckkissen (8) mit einer um die Größe des Druckanstiegs D (z. B. 20%) verbundenen kleineren Druckfläche (A17) verbunden sind, deren Druckkraft gegen eine mit gleichem Druck beaufschlagte größere Gegendruckfläche (A18) wirkt, wobei A17 = D·A18; z. B. A17=0,8·A18.
7. Überlastsicherung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Regelung der Drücke in den Druckkissen (8) sowie im Ringkanal (23) mittels Servoventilen oder Proportionalventilen (11, 25) erfolgt.
8. Überlastsicherung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in einem Pressenstößel oder Ziehstößel oder in einem den Ziehstößel umgebenden Blechhalter zwei oder vier Antriebsgarnituren (1 bis 4) vorhanden sind, deren hydraulische Druckkissen (8) über ein gemeinsames Drucküberlastungsventil (15) gesteuert sind.
9. Überlastsicherung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß vorzugsweise jeweils zwei Antriebsgarnituren (1, 3 sowie 2, 4) hinsichtlich der zusätzlichen Druckbeaufschlagung der Ringkanäle (23, 23′) parallel geschaltet sind.
10. Überlastsicherung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Kolben (5) der Antriebsgarnituren (1 bis 4) als Stufenkolben ausgebildet ist, der im Garniturzylinder (7) einen Druckraum (22) und eine Anschlagsfläche (31) für eine Kraftabstützung (31) bildet, wobei die Größe der Abstützkraft (F31) durch die Vorspannkraft (Fv) abzüglich der Zusatzkraft (Fz) bestimmt ist.
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