DE406074C - Verfahren zum Kaustischbrennen von natuerlichen Kristallinischen Magnesiten im Drehofen - Google Patents

Verfahren zum Kaustischbrennen von natuerlichen Kristallinischen Magnesiten im Drehofen

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DE406074C
DE406074C DEA27870D DEA0027870D DE406074C DE 406074 C DE406074 C DE 406074C DE A27870 D DEA27870 D DE A27870D DE A0027870 D DEA0027870 D DE A0027870D DE 406074 C DE406074 C DE 406074C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C04CEMENTS; CONCRETE; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES
    • C04BLIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
    • C04B2/00Lime, magnesia or dolomite
    • C04B2/10Preheating, burning calcining or cooling
    • C04B2/102Preheating, burning calcining or cooling of magnesia, e.g. dead burning

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Description

  • Verfahren zum Kaustischbrennen von natürlichen kristallinischen magnesiten im Drehofen. Beim Kaustischbrennen von Doloniit wird derselbe entweder vollständig gebrannt, d. h. es «-erden sowohl die Karbonate des Magnesituns als auch die des Kalkes in die Oxydform ausgeführt, oder es wird auch nur das Magnesiumkarbonat in Oxyd umgewandelt und der kohlensaure Kalk ganz oder teilweise unier setzt gelassen. Ersteres Produkt findet an Stelle des Kalkmörtels für sich oder in Mischung mit hydraulischen Zementen und Traßmörteln Anwendung. Das als Produkt des unvollständigen Brennens von Dolomit gewonnene Gemisch von Magnesia und unzersetztein Kalzitunkarbonat wird als Wasserin5rtel und auch zur Verarbeitung auf Sorelzement mit Chlormagnesitunlösung wie die aus Nlagnesit hergestellte kaustische Magnesia verwendet. Zum Brennen des Doloinits wurde bereits vielfach vorgeschlagen, den Drehrohrofen zu verwenden, und zwar wurde das Brennen im Gleichstrom bevorzugt.
  • Ein großer übelstand, der sich bei diesen Prozessen geltend macht, liegt in der Verdichtung der Magnesia bei hoher Temperatur und längerer Erhitzungsdauer, welche zur Folge hat, daß die kaustische Magnesia mit Chlormagnesiümlösung träge abbindet und die Mörtel ?um Treiben neigen. Aber auch die Erhärtungsgeschwindigkeit mit Wasser nimmt durch die Verdichtung sehr stark ab. Dieser Mißstand macht sich schon beim Retortenbrand störend geltend; bei direkter Beheizung, z. B. beim Drehofenbrand, wird die Gefahr der Überhitzung des Brenngutes außerordentlich groß. Bei indirekter Beheizung, z. B. in Retorten, erfolgt die Wärmeübertragung im wesentlichen durch Leitung von der äußeren Ofenwand aus, und auch die U"andtemperatur, die natürlich stets niedriger ist als die Flammentemperatur, nimmt nur jene Anteile der Ofenfüllung an, die mit der Wand unmittelbar in Berührung kommen. Beim Drehofenbrand hingegen wird die in ummittelbarer Berührung reit der Flamme stehende obere Materialschicht annähernd auf die I# lainnienteniperatur erhitzt. Indem diese oberste Schicht beim Drehen des Ofens von unteren kälteren Partien überschüttet wird (an die sie Wärme abgibt), kommen immer neue Schichten an die Oberfläche, so daß beim Drehofenbrand fast alle Masseteile nach und ::ach, wenn auch auf kurze Zeit, Temperaiuren ausgesetzt sind, clie höher sind als die Mischtemperatur des Brenngutes. Es ist daher die Temperatur, mit der das Brenngut den Ofen verläßt, für die Aktivität der Masse nicht maßgebend, vielmehr hat sich herausgestellt, daß bei der direkten Beheizung die Flammentemperatur von größtem Einfluß auf die . Oualität des Brennproduktes ist. Das wird verständlich, wenn man berücksichtigt, elaß die Geschwindigkeit, mit der die Magnesia sich beim Erhitzen verdichtet, mit steigender Temperatur außerordentlich wächst. So kann kaustische Magnesia bei 500° stundenlang erhitzt werden, ohne daß sie totgebrannt wird, bei 65o° genügt hierzu 1!. Stunde vollständig und bei noch höherer Temperatur erfolgt das Totbrennen nahezu plötzlich. Diese Beobachtungen gelten nicht,,Eiur für das Brennen von Dolomit, sondern in verstärktem Maße auch für die Herstellung von kaustischer Magnesia aus Magnesit, und zwar insbesondere: aus kristallinischem Magnesit.
  • Da die kurze Zeit, `während ,welcher bereits Bargebrannte temperaturempfindliche Magnesia an der Oberfläche der Schicht in direkter Berührung mit der Flamme steht, genügt, urn sie totzubrennen, ist man beim Drehofenbetrieb zur Erzielung einer hinreichend aktiven Magnesia an die Einhaltung so tiefer Temperaturen der Brenngase gebunden, claß der Kohlensäuregehalt des Brenngutes leicht die äußerste zulässige Grenze übersteigt. Schon eine geringe Erhöhung der Flammentemperatur hat eine empfindliche Einbuße an Aktivität zur Folge. Die Erfindung löst nun die Aufgabe der Herstellung einer gegen Chlormagnesiumlösung aktiven Magnesia aus natürlichem kristallinischen Mägnesit dadurch, claß unter- Annäherung der Temperatur der Brenngase an die tiefste zur Kaustizierung des Magnesiunikarbonates erforderliche Temperatur die Zeit, während welcher die Heizgase bei der Kaustizierungstenaperatur auf die Masse einwirken, verlängert wird. Da ein großer Teil der Ofenlänge zur Anwärmung des Gutes auf die Zersetzungstemperatur dient und nur ein kleiner Teil derselben für die Kaustizierung zur VerfügUng steht, kann dies beim Brennen von kristallinischem Magnesit durch Anwendung eines Drehofens von Tiber d.o ni, zweckmäßig von .f5 bis 5o m Länge und darüber, also durch Verlängerung der Kaustizierungszone geschehen. Demselben Zweck dient die Verkürzung der Anwärmzone durch Aufbringung von vorgewärmtem oder bereits teilweise entsäuertem Brenngut. Auch kann das Brennen durch Verminderung der Umlaufzahl des Ofens oder seine schwächere Beschickung in ' dem gewünschten Sinne beeinflußt «-erden. Schließlich können im Ofen selbst Hebevorrichtungen für das Brenngut, wie Wurfschaufeln u. dgl., angebracht «-erden, um größere .'Mengen des Brenngutes mit der Flamme unmittelbar in Berührung kommen zu lassen. Solche Schaufeln o. dgl. können auch nur in der Anwärmzone angeordnet sein. Diese Maßnahmen können jede für sich oder in beliebigen Kombinationen angewendet «-erden, aber stets unter _ dem Gesichtspunkt, dal gleichzeitig die Temperatur der Brenngase so niedrig gehalten werden muß, wie (lies zur Erzielung einer hinreichenden Aktivität mit Rücksicht auf den Kohlensäuregehalt des Endproduktes möglich ist.
  • Um das Brennprodukt vor der Einwirkung von Stichflammen zu sichern, ist es zweckmäßig, die Flamme in einem dem Ofen vorgeschalteten Raum zu erzeugen und sie durch Zuleitung von Sekundärluft mit oder ohne Wasserdampf auf die nötige Temperatur zu bringen.
  • Was im vorstehenden vom Drehofen im besonderen gesagt wurde, gilt für alle Ofensvstenie, bei welchen sich bewegendes pulverisiertes Brenngut mit der Flamme in Berührung bleibt.
  • Es empfiehlt sich, die aus der erfundenen Regel sich ergebenden Maßnahmen neben Maßnahmen zur Beförderung der Dissoziation im Sinne des Verfahrens nach Patent 291686 anzuwenden. Zur Förderung der Dissoziation dient die Erhöhung des Wassergehaltes der Brenngase durch Einleitung von Wasser-(lampf, durch Verwendung von Wassergas oder von Kohlenwasserstoffen als Brennstoff.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUCH: Verfahren zum Kaustischbrennen von natürlichen kristallinischen 'L#lagriesiten im Drehofen, insbesondere bei dem Verfahren nach Patent 291686, dadurch gekennzeichnet, daß unter Annäherung der Temperatur der Brenngase an die tiefste zur Kaustizierung des Magnesiumkarbonates erforderliche Temperatur die Einwirkungszeit der Brenngase in der Kaustizierungszone verlängert wird.
DEA27870D 1915-06-02 1916-03-14 Verfahren zum Kaustischbrennen von natuerlichen Kristallinischen Magnesiten im Drehofen Expired DE406074C (de)

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