DE40659C - Elektrische Bremseinrichtung für Eisenbahnzüge - Google Patents
Elektrische Bremseinrichtung für EisenbahnzügeInfo
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Classifications
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B60—VEHICLES IN GENERAL
- B60L—PROPULSION OF ELECTRICALLY-PROPELLED VEHICLES; SUPPLYING ELECTRIC POWER FOR AUXILIARY EQUIPMENT OF ELECTRICALLY-PROPELLED VEHICLES; ELECTRODYNAMIC BRAKE SYSTEMS FOR VEHICLES IN GENERAL; MAGNETIC SUSPENSION OR LEVITATION FOR VEHICLES; MONITORING OPERATING VARIABLES OF ELECTRICALLY-PROPELLED VEHICLES; ELECTRIC SAFETY DEVICES FOR ELECTRICALLY-PROPELLED VEHICLES
- B60L7/00—Electrodynamic brake systems for vehicles in general
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet eine elektrische Einrichtung zum Bremsen
von Eisenbahnzügen, bei welcher die Bremsen jeden Fahrzeuges durch einen eigenthümlichen
Zwischenmechanismus vermittelst Elektromagnete regiert und diese mittelst einer längs des
ganzen Zuges oder einer gewissen Anzahl von Fahrzeugen hin- und zurückgeführten Leitung
erregt werden, in welche an den entgegengesetzten Enden je ein Accumulator von gleicher
Art und der gleichen Anzahl auf Spannung verbundener Zellen entgegengesetzt zu einander
eingeschaltet sind, so dafs für gewöhnlich in der Leitung elektrisches Gleichgewicht herrscht,
also alle Theile der Bremseinrichtung ruhen und die Bremselektromagnete nur dann erregt
werden, wenn man den Gleichgewichtszustand in der Leitung durch Ausschalten der einen
oder anderen Batterie aus der Leitung stört. Die beiden Accumulatoren sind jeder über
einen Stromregulirapparat mit der Leitung verbunden, deren jeder derartig construirt ist, dafs
er die Bremswirkung willkürlich durch Einschalten von Widerständen zu reguliren gestattet,
als auch ermöglicht, dafs beim Bruche eines Zuges die Bremsen auf dessen beiden Theilen selbstthätig in Function treten und
alsdann diese Bremsung nach Belieben regulirt oder wieder ganz aufgehoben werden kann.
Ein zwischen den Accumulator und diesen Regulator eingeschalteter selbsttätiger Rheostat
wirkt dahin, jeden Ueberschufs an Strom über den zur Betha'tigung der an' die Bremsleitung
angeschlossenen Bremsen nöthigen Strom durch Einschalten von Widerständen zu unterdrücken.
Die Verbindung der Leitung zwischen je zwei Fahrzeugen wird mittelst zweigliedriger Linienkuppelungen
hergestellt, in denen für die Hin- und Rückleitung Contactfedern so angeordnet sind, dafs beim Herstellen der Kuppelung die
Schliefsung der Linie durch Contactmachen der gleichnamigen Federn geschieht; beim Bruch
einer Kuppelung aber machen in jedem Gliede die beiden ungleichnamigen Federn mit einander
Contact und schliefsen so auf jedem abgerissenen Zugtheil den Stromkreis von dessen
Accumulator.
Bei den bekannten elektrischen Bremsen wird der Zweck gewöhnlich durch einen auf ein
System von belasteten Bremshebeln ausgeübten Gegenzug zu erreichen gesucht, welcher durch
directe Einwirkung des Ankers des Elektromagneten erzeugt wird und folglich eine bedeutende
Schwingungsweite mit entsprechendem Aufwand an Strom benöthigt. Bei solchen Einrichtungen
ist der normale Zustand des magnetischen Apparates gewöhnlich der erregte. Bei dieser Einrichtung wirkt dagegen die elektrische
Kraft durch Zwischenmechanismen in solcher Weise, dafs es nur einer sehr schwachen
Bewegung des Ankers bedarf, und wird die magnetische Energie ausschliefslich nur während
der sehr kurzen Perioden der thatsäch-, liehen Bremsung in Anspruch genommen.
Die vorliegende Ausführungsform der Erfindung ist speciell für Lastzüge bestimmt.
In der naqhfolgenden Beschreibung ist mit dem Ausdruck »Endwagen« und »Dienstwagen«
dasjenige Fahrzeug des Zuges bezeichnet, welches die zweite Batterie enthält und nicht nothwendigerweise
das letzte Fahrzeug zu sein braucht.
Fig. ι der Zeichnung stellt schematisch die Bremsleitung im normalen Zustande dar, d. h.
geschlossen, aber inactiv, indem sich in ihr die elektromotorischen Kräfte der beiden Accumulatoren
das Gleichgewicht halten;
Fig. 2 in demjenigen Zustande, in welchem eine schwache Bremsung stattfindet und welcher
dadurch hervorgebracht worden ist, dafs der Lokomotivführer den Contactarm seines
Regulators nur so weit verstellt hat, dafs sein Accumulator nebst automatischem Rheostat
ausgeschaltet worden ist, in der Leitung aber der benöthigte Widerstand belassen wurde;
Fig. 3 die Zustande, welche .auf den betreffenden
Theilen eines getrennten (entkuppelten oder zerrissenen) Zuges infolge ,der Trennung
eintreten. Die Vergleichung der drei Figuren zeigt, dafs ,nach dem Eintritt der
Trennung der Contactarm der Stromregulirung auf dem rechtsseitigen Zugtheile so ^verstellt
worden ist, dafs hier mehrere Widerstände eingeschaltet wurden, um die Bremswirkung zu
mäfsigen.
Zur Vereinfachung der Darstellung ist in den obigen Figuren der Zug als aus drei Fahrzeugen
zusammengesetzt angenommen. In jedem Schema sind die durch Schwerkraft sich bewegenden
Zahnstangen der selbsttätigen Rheostaten als in eine solche Lage gesunken dargestellt, dafs
sie Widerstände im umgekehrten Verhältnifs zur Wagenzahl in die Leitung eingeschaltet
haben.
Fig. 4 zeigt den Contactarm der Stromregulirung nebst zugehörigen Contactplatten.
Fig. 5 veranschaulicht in Ansicht, zum Theil im Schnitt, einen der beiden identisch construirten
Stromregulirapparate;
Fig. 6 Verticalschnitt durch den oberen Theil desselben mit dem Contactarm in der Bremslage;
Fig. 7 perspectivische Ansicht desselben;
Fig. 8 Schnitt nach 8-8 in Fig. 5;
Fig. 9 Oberansicht, zum Theil im Schnitt, des Mechanismus zum Anziehen der Bremse;
Fig. 10 Oberansicht, zum Theil im Schnitt, dieses Mechanismus mit angezogener Bremskette
;
Fig. 11 Verticalschnitt durch die Elektromagnete
dieses Mechanismus;
Fig. 12 Schnitt nach 4-4, Fig. 9 ;
Fig. 13 Seitenansicht einer Bremse;
Fig. 14 Ansicht der Vorrichtung zum Bewegen der Bremse von Hand;
Fig. ι 5 perspectivische Ansicht eines Gliedes der Linienkuppelung;
Fig. 16 Ansicht dieser Kuppelung im gelösten Zustande, das linksseitige Glied im axialen
Längsschnitt dargestellt;
Fig. 17 axialer Längsschnitt durch die Kuppe-'lung
im geschlossenen Zustande;
Fig. 18 Ansicht der geschlossenen Kuppelung,
die Bremsleitung zwischen zwei sich folgenden Fahrzeugen herstellend, dargestellt.
2 ist eine normal geschlossene metallische, von der Lokomotive aus längs des Zuges hin
und wieder nach derselben zurückgeführte Leitung. An jedem Endpunkte derselben ist
je ein nach Art und Zahl der Elemente identischer Accumulator 1 und bezw. ia eingeschaltet,
so zwar, dafs im normalen Zustande (Fig. i, 5 und 7).die elektromotorischen Kräfte
beider Accumulatoren entgegengesetzt gerichtet sind und folglich in der Leitung elektrisches
Gleichgewicht oder hezw. der Bremsen der Unthätigkeitszustand herrscht. Die die Bremsleitung
zusammensetzenden Drähte sind von Fahrzeug zu Fahrzeug durch, wie angedeutet,
constrüirte Linienkuppelungen verbunden. Die ,mit »Bremsmagnet« bezeichneten Kreise der
Fig. ι bis 3 deuten die Elektromagnete an, durch deren Vermittelung die Bremsen bethätigt
werden, und sind dieselben mit einem der beiden Stränge der Leitung 2 in Verbindung.
Mit jedem Accumulator ,1 :bezw. .1a sind Vorrichtungen
combinirt, welche einen Stromregulator bilden, und ermöglichen, durch Ausschaltung
eines der Accumulatoren das Potential des anderen behufs Bethätigung der Bremsen
herzustellen. Beide diese Regulatoren sind von identischer Construction. Auf .einem Tisch 4
(Fig. 5) sind bezw. in 5, 6 und 7 auf Zapfen drehbar .drei Arme .8, 9 und 10 gelagert. Der
Arm 8 ist der Contactarm und dient zur Regulirung der Bremswirkung. Die Arme ,9 und 10
sind durch ein nichtleitendes Gelenk 12 verbunden;
ihre Schwingungsweite wird durch Anschläge 14 und 14' begrenzt. Der Arm 9
ist mit einem Handgriff versehen und dient zum Ein- und Ausschalten des zugehörigen
Accumulators. Concentrisch zum Zapfen 5 des Armes 8 sind auf dem Tisch 4 im Bogen eine
Reihe isolirter Contacte angeordnet, von denen I (die vorletzte am linken Ende der Reihe) indifferent
ist. Die beiden Endplatten II und III stehen in directer elektrischer Verbindung unter
sich und III mit der Leitung 2; sie sind mit den übrigen Contactplatten IV, V, VI und VII
über die Widerstandsspulen VIII, IX, X und XI verbunden. Zur Vereinfachung der Zeichnung
sind nur sieben Contacte angedeutet; in der Praxis werden ihrer so viele angeordnet, dafs
für alle möglichen Fälle die erforderliche Bremswirkung erzeugt werden kann.
Am Regulatorarm 8 sitzt ein Gleitstück 8', welches von einer Feder 8" in Berührung mit
den Contactplatten gehalten wird. Die Auf-
.gäbe ,der ,Platte I besteht einfach darin, -den
Üebergang des '.Gleitstückes 8' von dem Contact
II auf den Contact VII und umgekehrt über den'Indifferenzpunkt zu erleichtern. Man
kann sie auch fortlassen -und an -ihrer Stelle Zwischen II und VII .so viel leeren Raum
lassen, dafs die iLeitung immer sicher unterbrochen,
<wenn 'der Arm Ί3 die in Fig. 4 dargestellte
:Lage einnimmt.
Die Theile 8'" und ,8IV .des Armes ·:8 bieten
Auflager für von den (Armen 9 -und ι ο ■vorspringende
'Contactfedern 9' ^bezw. ίο'. Ein
drittes, ^schmalesAuflager 8V stützt die Feder ιό',
wenn die lOheile ,die in Fig. 1, 5 und 7 und
auf der linken Seite d:er;Fig. :i und 3 .gezeigten
Relativstellungen ^einnehmen.' Durch einen Contact mit einer .der ^Federn 9' und ,10' schliefst
der Arm '8 die ;Leitung 2.
Der Drehzapfen 6 des Armes 9 steht in leitender Verbindung mit dem positiven Pole
des Accumulators., ,dessen !negativer Pol mit dem Drehzapfen 7 des Armes 10 über einen
automatischen Rheostaten 3 von folgender Construction verbunden ist.
Der vom negativen Pole des Accumulators ausgehende Draht bildet die Bewickelung'eines
Elektromagneten 16 und ist nachdem mit dem Drehzapfen 17 der Armatur 18 verbunden,
welche für gewöhnlich von einer regulirbaren Feder 19 abgezogen gehalten wird. Am unteren
Ende trägt der Anker 18 einen federnden Sperrzahm 18', welcher normal mit einem
Zahne 20' der in Verticalführungen unter ihrem Eigengewichte !beweglichen Zahnstange 20 in
Eingriff steht, so dafs er diese hochhält und gleichzeitig damit in elektrischer Verbindung steht.
Von der Zahnstange 20 springt seitlich eine Contactfeder 20" vor, welche die Stange in
elektrische Verbindung mit der einen ader
anderen einer .Reihe von Contactplatten 21 bringt, die in der durch punktirte Linien (Fig. 5)
angedeuteten Weise über Widerstandsspulen 22 mit einander verbunden sind, von denen die
rechtsseitig obere sowie die oberste Contactplatte 21 direct mit dem Zapfen 7 des Armes no
verbunden sind.
Die elastische Beschaffenheit des Angriffspunktes zwischen Zahnstange 20 und Anker 18,
sowie die Gestalt der Zähne ermöglichen es, die Zahnstange jeden Augenblick wieder nach
oben zu heben, ohne ihren Contact mit dem Anker zu unterbrechen.
Vermittelst des Apparates 3 wird der Widerstand, welchen die Bremselektromagnete in der
Leitung erzeugen, constant erhalten, gleichgültig, wie viel mit solchen versehene Fahrzeuge
ein- oder ausgeschaltet werden. Z. B. bezüglich Fig. 2, welche die Bremselektromagnete
der Lokomotive und zweier Fahrzeuge enthält, ist die Zahnstange 20 gegen die dritte Contactplatte
21, von unten gerechnet, angelegt, so dafs zwei Widerstandsspülen ausgeschaltet sind.
Wird eines der Fahrzeuge bezw. dessen Elektromagnet ausgeschaltet Und dadurch der Widerstand
in der Bremsleitung um den Widerstand des letzteren vermindert, so kreist ein entsprechend
stärkerer Strom Um 'den 'Elektromagneten 16 und überwindet den Zug der
'Feder 19, so dafs der Anker 18 angezogen
wird und die Zahnstange 20 um einen Zahn fallen läfst, welche dabei ihren Contact 20"
■auf den nächst unteren Contact 21 schiebt, so dafs ein Widerstand mehr in die Leitung
eingeschaltet wird. Werden jedoch ein oder mehrere Fahrzeuge dem Züge hinzugefügt,
so mufs man, um den normalen Widerstand herzustellen, die Stange 20 von Hand in
ihre oberste Lage heben und sie darin loslassen, worauf dieselbe in die dem vermehrten
Widerstände entsprechende höhere Stellung zurücksinkt, d. h. entsprechend weniger Widerstände
einschaltet, als zuvor eingeschaltet wären. Sollte ein Zweifel über die gehörige Lage der
Zahnstange 20 bestehen, so hebt man dieselbe in ihre höchste Lage und la'fst sie dann frei
sinken; im Falle sie vorher unrichtig stand, wird sie sich jetzt richtig einstellen.
Ueber die Contacte 21 kann ein Zeiger 24
verschoben werden, um eine Controle zu ermöglichen. Die Contacte 21 sind beziffert.
Man stellt den Zeiger auf den Contact ein, dessen Ziffer der Fahrzeuganzahl entspricht.
Hebt man nun die Stange 20 in ihre höchste Lage und läfst sie dann los, "so gestattet ihr
der den Rheostaten durchfliefsende Strom, so weit zu fallen, bis ihr 'Contact dem Zeiger 24
gegenüber kommt, wenn "sodann der Anker 18 abfällt und die Stange 20 arretirt. Hat nun
im Zuge eine unbeachtet gebliebene Veränderung stattgefunden, so wird bei Anstellung
dieser Probe der Contact der Stange 20 oberhalb des Zeigers stehen bleiben, wenn Fahrzeuge
zugefügt worden sind, dagegen wird er unter den Zeiger sinken, wenn man Fahrzeuge
ausgeschaltet hat. Neben seiner Wirkung als Regulator dient der Apparat 3 also auch als
Indicator für im Zuge vorgenommene Veränderungen.
Die verschiedene Anwendung der im Obigen beschriebenen Einrichtung ist jedem Fachmann
klar. In den Fig. 1, 5 und 7, wo beide Contactarme 8 ihre äüfserste Linksstellung einnehmen,
halten sich die elektrischen Kräfte das Gleichgewicht, sind also den Bremselektromagneten
gegenüber indifferent und findet keine Bremswirkung statt, aber sämmtliche
Bremsen können gleichzeitig Und mit jeder gewollten Kraft entweder von der Lokomotive
oder vom Dienst- bezw. Batteriewagen aus angezogen
werden. In Fig. 2 ist ein solcher Zustand des Apparates dargestellt. Der Contactarm
am rechtsseitigen Endendes Zuges ist auf
den Contact VII verstellt und aufser Berührung mit der Feder io' gebracht worden, so dafs
die zugehörige Batterie ι ausgeschaltet wurde. Dieselbe Verschiebung bringt den Theil 8" des
Armes 8 in Contact mit der Feder 9' des Armes 9. Hierdurch wird der Stromkreis der
anderen Batterie ia geschlossen, und deren
Strom durchkreist das System, wie durch Pfeile angedeutet, unter Erregung der Bremselektromagnete.
Wenn der Arm die in Fig. 2 auf der rechten Seite voll ausgezogene Stellung einnimmt, so ist die ganze Reihe von Widerständen
VIII bis XI in die Leitung eingeschaltet. Durch Einbringen des Armes 8 in dieser
Stellung geschieht wenig mehr, als dafs die Bremskette straff gezogen und die Vorbedingung
für rasches Eingreifen der Bremsen hergestellt wird. Soll jetzt die Zuggeschwindigkeit
einfach nur verlangsamt werden, so schaltet man den Widerstand XI durch Verstellen des
Armes 8 auf den Contact VI aus. Soll der Zug langsam zum Stehen gebrächt werden, so
verschiebt man den Arm weiter nach rechts hin, z. B. auf den Contact V. Mufs der Zug
mit äufserster Schnelligkeit angehalten werden, so wird der Arm in die äufserste Rechtsstellung
geschoben, so dafs alle Widerstände ausgeschaltet sind (Fig. s punktirte Lage auf der
rechten Seite).
Wird der Zug zufällig getrennt (oder zerrissen) so wird die Bremsleitung jeder der
beiden Theile, d. h. der Stromkreis des zugehörigen Accumulators, infolge der bereits angedeuteten
Construction der sich mitentkuppelnden Linienkuppelung an der Trennungsstelle (α1, Fig. 3) geschlossen, und findet auf jedem
Zugbruchstücke automatisch Bremsung statt, wie sich aus der Betrachtung der Fig. 1 bis 3
ergiebt.
Im Augenblick der Trennung mufs natürlich der Arm 8 auf jedem Bruchstücke des Zuges
die äufserste Linksstellung einnehmen, um schnelle und wirksame Bremsung eintreten
lassen' zu können. Letztere kann dadurch modificirt werden, dafs man den Umschalter
in die äufserste Rechtsstellung und den Arm 8 in eine solche Stellung bringt, dafs er einen
oder mehrere Widerstände in die Leitung einschaltet, z. B. auf den Contact V, so dafs die
Widerstände VIII und IX eingeschaltet werden (Fig. 3 rechts). Bewegung des Armes 8 nach
links, z. B. auf Contact VI oder VII, verstärkt die Bremswirkung. Durch Einstellen des Armes
8 auf die indifferente Platte I (wie in Fig. 4) wird die Leitung sofort geöffnet und die Bremsung
aufgehoben.
In der Praxis werden Züge oft vorsätzlich getheilt, und ist hierbei selbstthätige Bremsung
manchmal nicht erwünscht. In solchem Falle mufs der Arm 8 vor Vornahme der Theilung
auf I eingestellt werden.
Da im Dienstwagen verhältnifsmäfsig viel Raum zur Verfügung steht und die Anwendung
der Bremsen in meinem System gewöhnlich vom Lokomotivführer durch Ausschalten seines Accumulators dem Dienstwagenaccumulator
zugewiesen wird, so ist es wünschenswerth, dafs letzterer eine bedeutend gröfsere
Capacität besitze, um seine Wirkungsfähigkeit zu verlängern, unbeschadet seines verhältnifsmäfsig
häufigen Gebrauches.
Ein mit der beschriebenen Bremsleitung versehener Zug kann auch fremde Wagen aufnehmen.
Hierzu wird der Arm 8 auf der Lokomotive auf die Indifferenzplatte I eingestellt,
dann der Zug getheilt, wobei sich die Leitung jeden Theilzuges an der Theilstelle
schliefst (λ1, Fig. 3), sodann werden zwischen die beiden Zugtheile die fremden Wagen einrangirt
und mechanisch angekuppelt. Wünscht alsdann der Lokomotivführer oder der betreffende
Beamte im Dienstwagen zu bremsen, so giebt er das Bremssignal und bremst jeder der beiden seinen Zugtheil unabhängig vom
anderen.
Die elektrische Verbindung von Fahrzeug zu Fahrzeug behufs Herstellung der Bremsleitung
geschieht sehr zweckmäfsig mittelst der in Fig. 15, 16, 17 und 18 dargestellten Kuppelung.
Dieselbe besteht aus zwei Gliedern identischer Construction, so dafs die Beschreibung
eines derselben genügt.
2P stellt einen Theil. des Bremsleitungsdrahtes
oder Kabels dar, der den ausgehenden, und 2N einen Theil dieses Kabels dar, der den zurückfliefsenden
Strom leitet.
Eine zweckmäfsig an ihrer Mündung wie bei 70 ausgeschnittene Hülse 36 trägt hinter
dem Auschnitt einen Mantel 71 , dessen Schlitze 72 das Eindringen des vorspringenden
Theiles 73 des anderen Gliedes bei der Herstellung der Kuppelung ermöglichen, welcher
alsdann vom besagten Mantelstiick so eng umfafst wird, dafs eine zufällige Trennung durch
eine geringere Kraft,' als zur mechanischen Entkuppelung des Zuges nöthig, nicht eintreten
kann. An die entblöfsten Enden der Drähte (Kabel) 2P und 2N sind Federn 74, 75 durch
Verlöthung oder in sonst gut leitender Weise befestigt, und werden dieselben durch eine
Platte 76 aus nichtleitendem Material von einander isolirt, weiche mittelst Schraube 'j'] an der
Feder 74 befestigt ist. Die Schraube yy dient
gleichzeitig als Contact für die Feder 75 des anderen Gliedes nach dem Schliefsen der
Kuppelung. Die Federn 74 und 75 werden 'am vortheilhaftesten wie dargestellt geformt,
d. h. die Feder 74 ist etwas steil nach aufsen gebogen, dann allmäliger und auf einer gröfseren
Länge nach innen und endigt in eine nach aufsen gebogene Lippe 78. Die Feder 75 ist
zunächst steil nach aufsen, dann allmälig und
darauf steil nach innen gebogen und endigt in eine Zunge 79, welche sich gerade ausstreckt
und sich im getrennten Zustande der Kuppelung gegen die Lippe 78 legt, dabei aber beträchtlich
über dieselbe vorspringt,, um sich nach dem Schliefsen der Kuppelung auf die
Schraube jy des anderen Gliedes. zu legen
(Fig. 17). Das gehörige Contactmachen der Federn wird durch Hülfsfedern 80 und 81
bezw. 74 und Hülfsfedern 83 bezw. 75 unterstützt. Von den Federn 80 und 81 ist die
äufserte, 81, mit einer schrägen Lippe 82 versehen,
welche die lange Zunge 79 des anderen Gliedes in die gehörige Stellung bringen und
in gutem Contact halten hilft und auch selbst einen zusätzlichen Contact abgiebt. Die Hülfsfedern
83 am hinteren Theil der Feder 75 sichert in gleicher Weise deren Contact und
bildet ebenfalls einen zusätzlichen Contact. An den Federn 80 und 83 sichern feste Schildchen
84, 85 die Federn 74, 75 gegen seitliche Verschiebung. Infolge der dargelegten Construction werden beim Lösen der Kuppelung
die Federn 74/75 jeden Gliedes in gute elektrische Verbindung mit einander gebracht,
so dafs sie die Bremsleitung auf dem zugehörigen Zugtheil wieder schliefsen.
Die' Herstellung der Kuppelung wird dadurch erleichtert, dafs man den vorspringenden
Theil 73 wie bei 73s abschrägt und ebenso die Isolirplatte 76 bei 76s.
Die unterhalb des Fahrzeugkastens liegenden Theile der Leitung können aus isolirten Eisenstangen
88, 89 bestehen.
Die Kabel 31 und Eisenstangen 87 gehören
einer besonderen Leitung an, mittelst deren beim Bruch der Leitungskuppelungen Läutewerke
in Thätigkeit gesetzt werden.
Zur Bethä'tigung der Bremsen dient hierbei in Verbindung mit der beschriebenen Bremsstromleitung
die folgende Einrichtung (Fig. 9 bis 14).
Ein auf der Achse B des Laufrades C festes Kettenrad D steht durch eine endlose Kette E
mit einem Rade F in Verbindung, dessen Welle G in einem an der Unterseite des Fahrzeugkastens
A angebolzten cylindrischen Gehäuse H in einem Block 'h (zweckmäfsig aus
vulcanisirtem Kautschuk) und einem Träger ft' gelagert ist, die beide starr an der Kopfplatte h"
von H befestigt sind. Der Träger h' bildet ein Schild von halbkreisförmigem Querschnitt,
welches das Rad F zum Theil umschliefst und die Kette auf demselben hält, während es eine
gewisse axiale Verschiebung der Welle G mit dem Rade F zuläfst.
In der anderen Deckplatte h'" von Hund einem an dieser starr befestigten Bügel hIV ist in
einer Linie mit der Welle G eine kurze Welle I gelagert und auf dieser ein Rad J montirt,
welches durch eine Treibkette K mit einem auf der in den Lappen hv der Platten h" h'"
gelagerten Bremskettenkapsel festen Rade L verbunden ist. N ist die an M befestigte
Bremskette.
Innerhalb des Gehäuses H sind auf den sich zugekehrten Enden der Wellen G und / Frictionskonusse
O und O' befestigt.
Ist der Zug in Bewegung und werden die Konusse durch Verschiebung der Welle G in
Eingriff gebracht, so wird die Rotation der Achse B durch DEFGIJK dem Bremskettenhaspel
M mitgetheilt, welcher infolge dessen die Bremskette JV aufwickelt und dar
durch die Bremsen anzieht.
Die Verschiebung der Welle G findet nach Ausschaltungeines der Accumulatoren 1 oder ia
durch Erregung der Elektromagnete Y in folgender Weise statt:
Eine am Konus O feste gezähnte Nabe ο
wird von den Federn V V im engen Eingriff mit einer entsprechend gezähnten Nabe W gehalten,
welche auf einer Muffe X drehbar frei beweglich ist. Letztere kann sich auf der
Welle G axial verschieben, wird aber durch die Feder g' gezwungen, deren Drehung mitzumachen.
Die Nabe W liegt gegen einen Flantsch r der Muffe X und diese gegen den
Block h an.
Wird die Nabe W irgendwie in ihrer Rotation arretirt, so wird die fortgesetzte Rotation
des Konus O dessen Zähne zwingen, auf den Zähnen der Nabe W hinaufzulaufen, wodurch der Konus und seine Welle gezwungen
werden, sich axial zu verschieben, so dafs ersterer in Eingriff mit dem Hohlkonus O'
geräth, und zwar mit mehr oder weniger Reibung, je stärker oder schwächer die Verschiebung
von G ist, oder je nachdem W stärker oder schwächer arretirt bezw. verlangsamt wird.
Letztere Aufgabe fällt den Elektromagneten Y zu. Dieselben sind am zweckmäßigsten in
einem zur Welle G concentrischen Kreise auf der Platte h" des Gehäuses H befestigt. Sie
stehen durch Umschalter 4a (Fig. 1) in Verbindung
mit der Leitung 2. Werden die Elektromagnete erregt, so erfüllt ein Eisenring Z die Function des Ankers. Derselbe
fafst mit Stiften \ in Löcher w in dem
Flantsch w' der Nabe W, so dafs also der Ringanker Z mit dieser rotirt, während ihn
gleichzeitig an derselben befestigte schwache Federn w" gleichmäfsig und constant gegen
die Pole von Y drücken, jedoch nur so schwach, dafs, so lange letztere nicht erregt
sind, die Rotation der Nabe W nicht beeinträchtigt wird. Werden nun infolge der Störung
des elektrischen Gleichgewichtes in der Leitung 2 die Elektromagnete Y -erregt, so
ziehen sie den Ringanker entsprechend der Anzahl der in die Bremsleitung eingeschalteten
Widerstände mehr oder minder kräftig an, und
wirkt die resultirende Reibung dahin, die Rotation der Nabe W entsprechend zu verlangsamen.
Infolge hiervon gerathen die Konusse O und O' in reibenden Eingriff; letzterer wird
mitgenommen und theilt nun seine Bewegung dem Bremskettenhaspel mit und dieser wickelt
die Bremskette so lange auf, bis die Reibung zwischen O und O' die Spannung der Kette N
nicht mehr überwinden kann, worauf O nur noch auf O' gleitet und sich die Bremswirkung
constant erhält.
Der Muff X mit Flantsch χ hat die Aufgabe, Berührung der Nabe W mit dem fixirten
Lager h zu verhindern, ohne deren Rotation und axiale Verschiebung zu beeinträchtigen.
Der Rückdruck der in Eingriff befindlichen Konusse O O' würde ohne die Einschaltung
des Flantsches χ eine Verlangsamung der Nabe W durch deren Reibung gegen h veranlassen
und dadurch bewirken, dafs die Zähne von W und O sich so fest gegen einander
klemmen, dafs die Regulirung der Bremsung und die Selbstauslösung der Kuppelung O O'
beeinträchtigt werden würde. Die Nabe W hat also keinen weiteren Widerstand zu überwinden
als den des Ringes Z auf den Polen von F; dieser Ring kann sich indefs axial
verstellen, so dafs diese Reibung durch den Rückdruck der Kuppelung keine Vermehrung
erfährt. .
Der mit dem Hohlkonus O' in Eingriff tretende Theil des Vollkonus O kann aus vulcanisirtem
Faserstoff oder anderem zähen, jedoch nachgiebigen Material bestehen, so dafs eine sanfte Reibung bei dichtem Eingriff stattfindet.
Da die Elektromagnete Y fixirt sind, sind Stromverluste durch gleitende Contacte vermieden,
und da ferner das Gehäuse starr und dicht geschlossen ist, so werden die Kuppelungsglieder
vollkommen in einer Linie gehalten und sammt dem elektromagnetischen Apparat vor Verschmutzung geschützt.
Der Theil des Bremshaspels M, an welchen die Kette N fafst, wird zweckmäfsig verstärkt
und dabei so geformt, dafs eine Art Schnecke m mit rechts und links gewundenen Spiralnuthen
m' und m" entsteht, deren eine oder andere je nach der Drehrichtung von M die
Kette anfangs aufnimmt und führt. Beim Aufwinden der Kette nimmt die Schnecke m zunächst
nur deren Schlaffheit auf, und wenn sich dann die Kette auf der Welle selbst aufwindet,
wird sie zwar langsam, aber mit grofser Kraft angezogen.
Unabhängig von der elektrischen Bethätigung kann die Bremsung auch von Hand bewirkt
werden. Hierzu fafst in eine Nuth g auf der Welle G mit der Gabel p" an seinem Armep'
ein im Hängelager ρ am Fahrzeugkasten drehbar gelagerter Winkelhebel P. Eine an dessen
anderen Arm ρ'" angreifende Feder Q strebt
immer dahin, ihn in der Stellung Fig. 9 zu erhalten, d. h. den Konus O von dem O' abzuziehen.
Der Arm ρ'" ist durch die Stangen R (Fig. 13) mit zwischengeschalteter Feder
5, den Winkelhebel und die Stange jR' mit einem am Ende des Fahrzeuges in solcher
Höhe festgestellten Hebel T verbunden, dafs er bequem mit der Hand erreicht werden
kann. Der Hebel T läfst sich mittelst eines an ihm festen Kegels f in jeden der Einschnitte
u einer segmentförmigen Zahnstange U (Fig. 14) einhängen. Hängt man ihn in die
erste Kerbe ein, so gerathen die Konusse O und O' in Contact; durch Einhängen in eine
der folgenden Kerben kann die Spannung der Feder S so vergröfsert werden, dafs sich die
beiden Konusse mit gewollter Kraft zusammenpressen.
Claims (2)
- Patent-Ansprüche:ι . Eine elektrische Einrichtung zum Bremsen von Eisenbahnzügen, bestehend aus:a) der durchgehenden Hin- und Rückleitung 2 für die Erregung der Bremselektromagnete;b) den an entgegengesetzten Enden mit gegen einander gerichteten Polen darin eingeschalteten Accumulatoren bezw. Batterien 1 und ia, so dafs erst infolge Ausschaltens des einen oder anderen Accumulators Erregung der Bremselektromagnete eintritt;c) der Regulirvorrichtung für die Bremswirkung, zusammengesetzt aus dem Umschalter 6, 9 und 7, 10, dem Contactarm 8 und der mit der Leitung communicirenden Widerstandsreihe I ... VII...;d) der zwischen dem negativen Pol des Accumulators und dem Umschalter angeordneten Vorrichtung zur Constanterhaltung des Widerstandes durch Einschalten von Widerständen je nach der Zahl der Fahrzeuge, welche Regulirvorrichtung aus dem Elektromagneten 16, dem mit Schaltzahn 18" und Abreifsfeder 19 versehenen Anker 18, der Schaltstange 20 mit dem Contact 21 und der Widerstandsreihe 22 besteht.
- 2. Behufs selbstthätigen Schlusses der unter 1. gekennzeichneten Bremsstromleitung auf beiden Bruchstücken eines zerrissenen Zuges die Linienkuppelungen 36 , deren zwei Glieder je zwei Leiter 2P und 2N enthalten, die mit Contacten 74, 75 verbunden sind, welche beim Schliefsen der Kuppelung die gleichnamigen Federn in Contact bringen, beim Lösen der Kuppelung sich aber aufeinander legen und dadurch auf jedem der beiden Zugbruchstücke die Bremsleitung wieder schliefsen (Fig. 15 bis 18).
In Verbindung mit dem durch Patent-Anspruch i. geschützten Gegenstande eine Vorrichtung zum Anziehen der Bremsen, zusammengesetzt aus der konischen Frictionskuppelung O' 0, welche durch axiale Verschiebung der von der betreffenden Fahrzeugachse mitgedrehten Welle G verkuppelt wird, indem mit der Bremsstromleitung 2 verbundene Elektromagnete Y bei ihrer Erregung durch Ansaugen des ringförmigen Ankers Z die mit dieser verbundene, auf der Welle G mittelst Muffes X lose montirte Nabe W in ihrer Rotation verlangsamen bezw. arretiren, so dafs der Konus O gezwungen ist, mit seinen Zähnen an den Zähnen der Nabe W hinaufzulaufen und sich dadurch in den Hohlkonus O' einzuschieben, und wobei ferner auch die Axialverschiebung eventuell noch von Hand durch den verstellbaren Hebel T mittelst federnden Gestänges R'r R SR und Winkelhebels P erfolgen kann (Fig. 9 und 10, 13 und 14).Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE40659C true DE40659C (de) |
Family
ID=316200
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT40659D Expired - Lifetime DE40659C (de) | Elektrische Bremseinrichtung für Eisenbahnzüge |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE40659C (de) |
-
0
- DE DENDAT40659D patent/DE40659C/de not_active Expired - Lifetime
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