DE4100815C2 - Puppen oder Puppenteile, sowie Verfahren zu deren Herstellung - Google Patents
Puppen oder Puppenteile, sowie Verfahren zu deren HerstellungInfo
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Description
Die Erfindung geht zunächst aus von Puppen oder Puppenteilen
aus Kunststoff, die jeweils als einstückiger Hohlkörper
ausgebildet sind. Solche Puppen oder Puppenteile werden
allgemein aus sogenannten Plastisolen, z. B. PVC, im Gelier
verfahren hergestellt. Hierbei werden unter Rotation ent
sprechender Gießformen Hohlkörper hergestellt, die je für
sich den betreffenden Puppenteil (Kopf, Arm, Bein oder
Körper) bilden. Unter Wärmeeinwirkung erfolgt das vorgenann
te Gelieren und anschließend eine Aushärtung, wobei zwischen
Gelieren und Aushärtung die Entformung zu geschehen hat.
Abgesehen von solchen Puppen, die bewußt für den späteren
Gebrauch elastisch nachgiebig oder plastisch sein sollen,
wird in der Regel angestrebt, daß die Puppen und Puppenteile
für den Gebrauch hart sind. Andererseits stört die Härte
dieser Puppenteile aber sehr bei der weiteren Komplettierung
der Puppe, z. B. dem Zusammensetzen von Puppenteilen zur
Puppe, dem Anbringen von Haaren und dergleichen mehr.
Aus DE-PS 82 52 27 sind Spielzeugpuppen und -tiere bekannt,
bei denen der Körper aus zwei Hälften, nämlich Vorderseite
und Rückseite, besteht, die an ihren Stirnkanten Aussporun
gen aufweisen, in welche Gliedmaßen mit zapfenartigen, am
Ende verdickten Ansätzen als Gelenke hineinragen. Um die
Glieder (Arme, Beine) mit dem Körper zu verbinden, müssen
die beiden Körperhälften so an die Gliedmaßen gelegt werden,
daß die verdickten Ansätze der Gliedmaßen sich innerhalb der
jetzt den Gesamtkörper bildenden Körperhälften befinden. Die
Körperhälften sind an ihren Stirnkanten zu verkleben oder zu
verschweißen. Für den Puppenkörper wird ein hartes Material
(Polystyrol) verwendet. Die Herstellung des Körpers aus zwei
Schalenhälften, insbesondere deren Herumlegen um Einschnü
rungen oder Verdünnungen der Gliedmaßen, und schließlich das
Verkleben oder Verschweißen dieser Hälften ist fertigungs
technisch sehr aufwendig, wobei erschwerend hinzukommt, daß
in einem Arbeitsgang zugleich vier Gliedmaßen von den Kör
perhälften umfaßt werden müssen bei etwas ungenauer Ferti
gung besteht die Gefahr eines Aufreißens der Schweiß- oder
Klebnaht. Dies ist gegenüber den einstückigen Hohlkörpern,
von denen die Erfindung ausgeht, nachteilig. Ähnliche Gedan
ken sind in den DE-GM 17 13 2D9 enthalten, indem dort die Glied
maßen , z. B. Arme , aus zwei schalenartigen Hälften zusammen
gesetzt sind. Über die Verbindung zwischen den Gliedmaßen
und dem Körper einer Puppe wird jedoch in dieser Literatur
stelle nichts gesagt. Schließlich ist es aus der Veröffent
lichung KAINER , Franz : Polyvinylchlorid und Vinylchlorid-
Mischpolymerisate in "Chemische Technologie der Kunststoffe
in Einzeldarstellungen", Seite 631, 1951 Springer Verlag
bekannt, aus weichgestelltem Polyvinylchlorid z. B. Puppen
her zu stellen. Hier zu wird eine Form erhitzt und eine dünn
flüssige Polyvinylchlorid-Paste unter ständigem Drehen und
Schwenken der Form eingefüllt. Die Paste beginnt an der
heißen Formwand sofort zu erstarren und muß rechtzeitig vor
dem endgültigen Erstarren aus der Form herausgezogen werden.
Dies ist aber grundsätzlich anders als die mit der Erfindung
geschaffenen Puppen und das hierzu mit der Erfindung vorge
sehene Verfahren.
Die Aufgaben- bzw. Problemstellung der Erfindung besteht
daher zunächst darin, mit einem möglichst geringen herstel
lungstechnischen Aufwand Puppen oder Puppenteile gemäß dem
Oberbegriff des Anspruches 1 zu erzielen, die im wesentli
chen hart sind und einwandfreie Verbindungen der Teile
miteinander und/oder mit Zubehör aufweisen.
Die Lösung dieser Aufgabe wird bei Puppen oder Puppenteilen
aus Kunststoff gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1 zu
nächst in den Merkmalen des Kennzeichens des Anspruches 1
gesehen. Somit greifen die Hinterschneidungen und die Öff
nungen ineinander und hintereinander und sind durch die
Härtung fest in dieser Position gehalten.
Eine weitere Lösung der Aufgabenstellung wird in den Merkma
len des Anspruches 2 gesehen. Hiermit ist eine sehr feste
Verbindung des Zubehörs mit dem harten Kunststoff gegeben.
Eine weitere Lösung der erfindungsgemäßen Aufgabe ist Gegen
stand des Anspruches 3. Hierbei wird der Effekt ausgenutzt,
daß ein solcher Kunststoff bei seiner Härtung schrumpft und
dadurch die gewünschte Klemmverbindung schafft.
Die vorgenannten drei Lösungsmöglichkeiten der Erfindung
können nicht nur für sich, sondern auch in Kombination
miteinander bei ein und derselben Puppe zur Ausführung
kommen. Diese Kombinationsmöglichkeiten können zum einen aus
der Kombination zweier dieser Ansprüche miteinander oder zum
anderen auch aus der Kombination aller drei Ansprüche mit
einander bestehen eine im Hinblick auf die Aufgaben- bzw.
Problemstellung der Erfindung bevorzugte und besonders
geeignete Ausführungsform der Erfindung ist Gegenstand des
Anspruches 4.
Anspruch 4 beinhaltet eine bevorzugte Ausführungsform der
Erfindung. Derartige Plastisole können beispielsweise aus
PVC bestehen.
Der Erfindung liegt ferner die Aufgaben- bzw. Problemstel
lung der Schaffung eines Verfahrens zugrunde, mit dem Puppen
oder Puppenteile gemäß den vorhergehenden Ansprüchen her
stellbar sind. Ein solches Verfahren ist Inhalt des Anspru
ches 5. Es eignet sich zur Verarbeitung aller Kunststoffe,
die zunächst in die plastisch-elastisch nachgiebige Form
bring bar sind und danach durch entsprechende energetische
Bestrahlung ausgehärtet werden können. Dies können z. B.
polymere Werkstoffe sein, die mit ionisierenden Strahlen
bestrahlt werden. Auch können das kationisch polymerisierba
re Verbindungen, insbesondere Epoxydverbindungen sein, die
zum vorgenannten Zweck mit Elektronenstrahlen oder Röntgen
strahlen bestrahlt werden (siehe hierzu beispielsweise
Offenbarung in der DE-OS 36 29 701). Auch kennt man zur Strah
lenhärtung von Epoxidverbindungen eine Bestrahlung mit
aktinischem Licht von vorzugsweise 200-600 nm, wofür sich
Strahlenquellen mit hohem UV-Anteil besonders eignen. Hierzu
wird auch auf den Gegenstand des Anspruches 4 verwiesen.
Solche Verfahren sind zwar für sich zur Herstellung von
Überzugsmassen, Druckfarben, Platten oder dergleichen be
kannt, die aber weder das Gebiet der Herstellung von Puppen
teilen betreffen, noch in dieser Hinsicht dem Fachmann eine
Anregung geben. Mit der Erfindung wird erreicht, daß man zum
einen das gewünschte harte Puppenteil bzw. die harte Puppe
erhält , andererseits aber bei noch weichen Puppenteilen
problemlos Bereiche dieser Puppenteile ineinanderstecken
kann, die als Hinterschneidungen in Verbindung mit Hinter
greifungen den nicht mehr lösbaren Verbund der Puppenteile
bilden. Auch kann man an den noch weichen Puppenteilen mit
geringem Fertigungsaufwand Kleider annähen, durch einen
Steppvorgang Stepphaare anbringen, vorgefertigte Augen
einsetzen und dergleichen Arbeiten mehr durchführen. Durch
die anschließende Härtung werden die Puppenteile bzw. Berei
che von Puppenteilen, die die vorgenannten Befestigungen
aufweisen, so verfestigt, daß die genannten Hinterschneidun
gen und Anbringungen von Zubehör einwandfrei fest und nicht
mehr lösbar sind. Ein so bestrahlter Puppenkörper weist die
notwendige Härte auf und kann auch nicht mehr nachträglich
verformt werden. Ein gerade für die Puppenfertigung beson
ders wesentlicher Vorteil besteht darin, daß man zwischen
dem ersten Verfahrensschritt der Herstellung der Puppenteile
in plastisch-elastisch nachgiebiger Form und dem späteren
Verfahrensschritt der Erhärtung des Kunststoffes des oder
der Puppenteile durch Bestrahlung einen genügend langen
Zeitraum belassen kann, um die dazwischen erforderlichen
Manipulationen wie Einbringen eines Bereiches eines Puppen
teiles in den anderen Puppenteil, Nähen, Anheften, Einstep
pen usw. durchzuführen, wohingegen beim eingangs genannten
Stand der Technik der Herstellung aus PVC im Gelierverfahren
dieses Material sehr schnell erhärtete und keine Zeit für
die vorgenannten Manipulationen ließ; bzw. eine nochmalige
Erwärmung des PVC-Materials erforderlich war.
In Sonderfällen, bei denen man zwar den Halt der Puppenteile
aneinander, bzw. die o.g. Befestigungen durch harte Puppen
teile erreichen will, jedoch andere Bereiche der Puppenteile
bzw. der Puppe elastisch nachgiebig bleiben sollen, dienen
hierzu die Verfahrensmerkmale gemäß Anspruch 6.
Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung sind der nach
folgenden Beschreibung und der zugehörigen Zeichnung von
erfindungsgemäßen Ausführungsbeispielen zu entnehmen. In der
Zeichnung zeigt:
Fig. 1 die Schemadarstellung einer Puppe,
Fig. 2 im Schnitt Details einer Verbindung gemäß
Ziffer A in Fig. 1,
Fig. 3 Details einer Verbindung gemäß Ziffer B in
Fig. 1,
Fig. 4 Details einer Verbindung gemäß Ziffer C in
Fig. 1.
Fig. 5 und 6 die Einzelheit D in Fig. 4 im
demgegenüber vergrößerten Maßstab.
Fig. 1 zeigt schematisch eine Puppe, bestehend aus Rumpf
oder Körper 1, Beinen 2 mit hier nicht detailliert darge
stellten Füßen, Armen 3 mit Händen 4 und Kopf 5 mit Haaren
6. Die Teile 1 bis 5 sind aus einem durch Gelieren oder
Spritzen zunächst in eine elastisch nachgiebige Konsistenz
bringbaren und danach durch Bestrahlung härtbaren Kunst
stoff, z. B. ein Plastisol, gefertigt. In diesem Stadium
werden die nachfolgend anhand der Fig. 2 bis 6 erläuter
ten Arbeiten vorgenommen.
Fig. 2 zeigt den Körper 1 und einen Arm 2, wobei der Arm 2
mit einer Hinterschneidung 7 durch eine Öffnung 8 des Kör
pers 1 hindurchgesteckt ist. Die Hinterschneidung 7 greift
dabei hinter den Rand der Öffnung 8. Ähnlich ist in Fig. 3
die Verbindung des Armes 2 mit einer Hand 4 durch eine
Hinterschneidung 9 dargestellt, die in eine Öffnung 10 des
Armes eingreift und dabei ebenfalls den Rand dieser Öffnung
hintergreift. Sobald die zu den Fig. 2 und 3 erläuterten
Öffnungen und Hinterschneidungen die dargestellte Position
eingenommen haben, kann durch die o.g. Bestrahlung die
Erhärtung der dargestellten Kunststoffteile erfolgen, wo
durch die die Öffnungen 8 bzw. 10 hintergreifenden Hinter
schneidungen nicht mehr aus diesen Öffnungen herausgezogen
werden können. Die somit hergestellten Verbindungen können
entweder so fest sein, daß die Teile 2 und 1 bzw. 2 und 4
nicht mehr gegeneinander drehbar sind. Hierzu kann man auch
sich den Schrumpfvorgang solcher Kunststoffe bei ihrer
Bestrahlung zunutze machen. Man kann aber auch die Abmessun
gen so wählen, daß nach der Erhärtung die Teile 2 und 1 bzw.
2 und 4 noch gegeneinander drehbar sind, wie es oft bei der
Verbindung von Puppenteilen gewünscht wird.
Die Fig. 4 bis 6 zeigen das Einsteppen von Haaren 6 in den
Kopf 5. Dabei sind die Haare 6 durch dünne Bohrungen 11 des
Kunststoffes des Kopfes hindurchgeführt, die zur leichteren
zeichnerischen Darstellung in den Fig. 5 und 6 größer darge
stellt sind als an sich in der Praxis vorgesehen. Fig. 5
zeigt das Stadium des noch weichen Kunststoffes des Kopfes
5, in denen die Bohrungen 11 größer sind als in Fig. 6
welche das Stadium nach der Bestrahlung, d. h. mit bereits
erhärtetem und geschrumpften Kunststoff darstellt. Die
Bemessung der Bohrungen 11 kann in Bezug auf den Haardurch
messer so gewählt werden, daß nach erfolgtem Schrumpfen die
Bohrungen 11 die Haare in sich einklemmen.
Entsprechend den Verfahrensmaßnahme n der Erfindung ist durch
Nähen, Anheften oder ähnliche in das Material eines Puppen
teiles eindringende Befestigungsarten die Anbringung weite
rer Puppenteile, Puppenkleidung oder dergleichen möglich,
wobei durch das anschließende Bestrahlen und damit Erhärten
des Kunststoffes des oder der Puppenteile eine entsprechende
Verfestigung dieser Verbindung erfolgt.
Claims (6)
1. Puppen oder Puppenteile aus Kunststoff, die jeweils als
einstückiger Hohlkörper ausgebildet sind, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Puppenteile (1 bis 5) ganz oder teil
weise aus einem nach dem Spritzen oder Gelieren härtbaren
Kunststoff bestehen, und daß ein Puppenteil mit einer
Hinterschneidung (7, 9) in eine Öffnung (8, 10) eines
anderen Puppenteiles eingreift und den Rand der betref
fenden Öffnung hintergreifend mit dem anderen Puppenteil
verbunden ist, wobei diese Verbindung durch eine nach
trägliche Härtung des Kunststoffes unlösbar ist.
2. Puppen oder Puppenteile, dadurch gekennzeichnet, daß die
Puppenteile (1 bis 5) aus nach dem Spritzen oder Gelieren
härtbaren Kunststoff bestehen, wobei Zubehör, wie Klei
dung, Haare (6) und dergleichen durch Nähen oder Heften
oder Einsteppen mit dem weichen Kunststoffteil verbunden
und diese Verbindung (11) durch die nachträgliche Härtung
des Kunststoffes verfestigt bzw. unlösbar ist.
3. Puppen oder Puppenteile, dadurch gekennzeichnet, daß die
Puppenteile (1 bis 5) aus nach dem Spritzen oder Gelieren
härtbaren Kunststoff bestehen, wobei Hinterschneidungen
(7, 9) am Puppenteil und/oder Löcher, Aussparungen oder
dergleichen (11) zum Halt von Zubehör, wie Kleidung,
Haare (6) oder dergleichen so dimensioniert sind, daß sie
aufgrund der Schrumpfung des Plastisols bei seiner nach
träglichen Härtung die Hinterschneidung und/oder das
Zubehör klemmend halten.
4. Puppen oder Puppenteile nach einem oder mehreren der
Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß als Kunst
stoff ein gelierfähiges und nach dem Gelieren durch
energetische Bestrahlung härtbares Plastisol, z. B. ein
PVC, vorgesehen ist.
5. Verfahren zur Herstellung von Puppen oder Puppenteilen
aus Kunststoff gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1
bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Puppenteile (1 bis
5) aus einem Kunststoff, z. B. einem Plastisol in einem
ersten Verfahrensschritt in plastisch-elastisch nachgie
biger Form hergestellt werden, daß anschließend der
betreffende Puppenteil mit anderen Puppenteilen in eine
Eingriffsverbindung gebracht wird, die Hinterschneidungen
(7, 9) aufweist, wobei elastisch nachgiebige Bereiche des
einen Puppenteils um oder hinter entsprechende Bereiche
eines anderen Puppenteiles gebracht werden, und/oder daß
an dem betreffenden nachgiebigen Puppenteil durch Nähen,
Anheften, Einsteppen oder ähnlicher in das Material
eindringender Befestigungsarten weitere Puppenteile,
Puppenhaare (6), Puppenkleidung oder dergleichen befe
stig werden und daß anschließend eine Erhärtung des
Kunststoffes des oder der Puppenteile durch Bestrahlung
erfolgt.
6. Verfahren nach Anspruch 5, durch gekennzeichnet, daß
nur die Puppenteile einer Bestrahlung ausgesetzt werden,
welche die Hinterschneidungen (7, 9) und/oder Befesti
gungsstellen für weitere Puppenteile oder Zubehör bilden.
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| DE19914100815 Expired - Lifetime DE4100815C2 (de) | 1991-01-14 | 1991-01-14 | Puppen oder Puppenteile, sowie Verfahren zu deren Herstellung |
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| DE1713209U (de) * | 1955-08-25 | 1955-12-15 | Ma E Maar K G | Puppe. |
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- 1992-01-10 SE SE9200061A patent/SE9200061L/ not_active Application Discontinuation
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