DE4136964A1 - Verfahren zur herstellung einer pigmentsuspension - Google Patents
Verfahren zur herstellung einer pigmentsuspensionInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur
Herstellung einer Pigmentsuspension aus einem oder
mehreren anorganischen Pigmenten und Wasser.
Für die Herstellung anorganischer Pigmentsuspensionen
werden üblicherweise gemahlene Pigmentpulver und Wasser
verwendet. Gegebenenfalls müssen organische oder anor
ganische Dispergierhilfsmittel in kleinen Mengen zuge
setzt werden.
So ist es üblich, bei der Herstellung von TiO₂- oder
Eisenoxidpigmenten Stift-, Schlagkranz-, Pendel- oder
Strahlmühlen zur Mahlung der unfertigen Pigmente zu ver
wenden (Ullmanns Encyclopädie der technischen Chemie,
4. neu bearbeitete und erweiterte Auflage, Band 18, S.
576 und 601).
Die gemahlenen Pigmentpulver werden dann teilweise mit
Hilfe von Dispegierhilfsmitteln in Rührbehältern, die
gegebenenfalls mit intensiv wirkenden Mischorganen be
stückt sind, disergiert. Die fertige Suspension kann je
nach Anwendungsfall als Handelsprodukt weiter vermark
tet, oder durch weitere Wertschöpfung verarbeitet werden
(Winnacker, Küchler - Chemische Technologie, Band 3,
Anorganische Technologie II, 4. Auflage, S. 371, 402).
Nachteile der üblichen Vorgehensweise sind darin zu
sehen, daß die gemahlenen Pigmente, da sie beim
Dispergieren zur Klumpenbildung neigen, teilweise nur
mit hohem Energieaufwand, Einbringen hoher Energie,
dispergierbar sind. Nicht aufgemahlene Agglomerate bzw.
Aggregate müssen durch zusätzliche Maßnahmen beseitigt
werden, z. B. Siebung. Weitere Nachteile sind darin zu
sehen, daß das Pigment als Pulver eingesetzt werden muß
und bei der Einarbeitung sich so hohe Staubbelastungen
ergeben, daß zustäzliche Maßnahmen zur Vermeidung der
Staubbelastung durchgeführt werden müssen.
Aufgabe dieser Erfindung ist es somit, ein Verfahren zur
Herstellung von Pigmentsuspension zur Verfügung zu
stellen, welches die vorgenannten Nachteile nicht auf
weist.
Überraschenderweise ist dies dadurch möglich, daß das
ungemahlene Rohpigment im ersten Schritt auf einem
Walzenverdichter verdichtet und gleichzeitig gemahlen
wird, das dabei anfallende staubarme Kompaktierungs
granulat wird mit Wasser in einer Naßmühle zur Pigment
suspension beabeitet.
Gegenstand dieser Erfindung ist somit ein Verfahren zur
Herstellung einer Pigmentsuspension aus einem oder
mehreren anorganischen Pigmenten und Wasser, welches
dadurch gekennzeichnet ist, daß das ungemahlene Pigment
zunächst auf einem Walzenverdichter verdichtet und ge
mahlen und anschließend das kompaktierte Pigmentpulver
unter Zusatz von Waser in einer Naßmühle zur fertigen
Pigmentsuspension verarbeitet wird.
Die Verdichtung erfolgt vorzugsweise bei Linienkräften
von 1 bis 60 KN/cm. Bevorzugt wird die Naßmahlung in
Kugelschwing- (diskontinuierlich, kontinuierlich) oder
Perlmühlen (stehend, liegend) durchgeführt.
Besonders gute Ergebnisse können erzielt werden, wenn
der Feststoffgehalt der Suspension 5 bis 75 Gew.-%,
vorzugsweise 15 bis 65 Gew.-%, beträgt.
Besonders vorteilhaft wird das erfindungsgemäße
Verfahren in Gegenwart von Dispergierhilfsmitteln in
Mengen von 0,05 bis 5 Gew.-% organischer oder anorganischer
Zusätze, vorzugsweise Phosphate, bezogen auf
den Feststoffgehalt, durchgeführt.
Es kann weiterhin vorteilhaft sein, daß die fertige Pig
mentsuspension durch Filtration und/oder Sedimentation
zu einem höheren Feststoffgehalt als in der Ausgangs
suspension eingedickt wird.
Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erhält man eine
Pigmentsuspension mit sehr geringen Grobanteilen großer
40 µm und verbesserter Teilchenverteilung. Die
Bestimmung der Teilchenverteilung erfolgt nach Ullmanns
Encyclopedia of Industrial Chemistry Fith, Completeley
Revised Edition, Volume B 2 Unit Operations I, Kurt
Leschonski 2. Particle Size Analysis and Characteri
sation of a Classification Process (S. 2-30).
Für die Bestimmung der Siebrückstände wurde jeweils 1 l
der Suspension über ein 40 µm Sieb gegeben, was an
schließend mit 10-15 ml Wasser gespült wurde. Nach
Trocknung des Siebes erfolgt die Wägung. Die Gew.-%
Angaben beziehen sich auf die Gewichtsdifferenz des
Siebes.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist auf alle anorga
nischen Pigmente und Füllstoffe anwendbar. Besonders
bevorzugte anorganische Pigmente sind Eisenoxide,
Titandioxid, Chromoxid und/oder Mischphasenpigmente.
Im weiteren wird die Erfindung beispielsweise erläutert;
ohne daß hierin eine Einschränkung zu sehen ist.
Ein Titandioxidrohprodukt (Ausgangsmaterial für das
Handelsprodukt der Bayer AG, Bayertitan® R-KB-2), d. h.
ohne Nachbehandlungsschicht, wurde ohne Zusatz eines
Mahlhilfsmittels auf einer handelsüblichen Walzmühle
mit einer Linienkraft von 40 kN/cm kompaktiert.
Das staubfreie Kompaktierungsgranulat wurde anschließend
in einer Kugelschwingmühle mit einer 50 : 50 Mischung von
8 mm und 12 mm Steatitkugeln in Form einer Suspension
mit 20 Gew.-% TiO₂ eine Stunde desagglomeriert. Man
erhält eine dünnflüssige Suspension mit einem Rückstand
auf dem 40 µm Sieb von 0,9 Gew.-%.
Bei einer Pigmentsuspension mit 20 Gew.-% TiO₂, die nach
der üblichen Mahlung in einem Rührbehälter hergestellt
wurde, erhält man auf dem 40 µ Sieb einen Rückstand von
1,4 Gew.-%.
Der Vergleich der Teilchenverteilungen zeigt die
Verbesserungen im verminderten Grobanteil (C) und in
einer Verringerung der Verteilungsbreite (C-A/B).
Angaben, bei welcher Teilchengröße in µm 10%, 50% bzw.
90% der Gesamtmenge kleiner sind als der angegebene
Zahlenwert.
Die Kompaktierung des Rohpigmentes TiO2 erfolgte wie in
Beispiel 1, aber bei einer Linienkraft von 25 kN/cm. An
schließend wurde eine Suspension mit 25 Gew.-% TiO2 und
0,2 Gew.-% Natriumhexametaphosphat hergestellt und in
einer kontinuierlich arbeitenden Kugelschwingmühle
(Pallamühle) 2,5-3,5 Steatitkugeln desagglomeriert. Die
Verweilzeit der Suspension in der Mühle betrug 15 Min.
Der Siebrückstand auf dem 40 µm Sieb ist 0,05 Gew.-%.
Bei einer Pigmentsuspension mit 25 Gew.-% TiO2, die nach
der üblichen Mahlung in einem Rührbehälter hergestellt
wurde, erhält man auf dem 40 µm Sieb einen Rückstand von
0,9 Gew.-%. Der Vergleich der Teilchenverteilungen zeigt
die Verbesserung im verminderten Grobanteil (C) und in
einer Verringerung der Verteilungsbreite (C-A/B).
Angaben, bei welcher Teilchengröße in µm 10%, 50%
bzw. 90% der Gesamtmenge kleiner sind als der
angegebene Zahlenwert:
Ein ungemahlenes Eisenoxidrotpigment (Ausgangsmaterial
für das Handelsprodukt der Bayer AG, Bayferrox® 130)
wurde mit einer Linienkraft von 30 kN/cm kompaktiert.
Das staubfreie Kompaktierungsgranulat wurde anschlie
ßend in einer Kugelschwingmühle, wie Beispiel 1, als
Suspension mit 50 Gew.% Feststoff desagglomeriert. Man
erhält eine Pigmentsuspension mit einem Rückstand auf
dem 40 µm Sieb von 0,3 Gew.-%.
Bei einer Pigmentsuspension mit 50 Gew.-% Eisenoxidrot,
die nach der üblichen Mahlung in einem Rührbehälter her
gestellt wurde, erhält man auf dem 40 µm Sieb einen
Rückstand von 0,8 Gew.%. Der Vergleich der Teilchenver
teilungen zeigt die Verbesserung im verminderten Grob
anteil (C) und in einer Verringerung der Verteilungs
breite (C-A/B).
Angaben, bei welcher Teilchengröße in µm 10%, 50% bzw.
90% der Gesamtmenge kleiner sind als der angegebene
Zahlenwert.
Claims (7)
1. Verfahren zur Herstellung einer Pigmentsuspension
aus einem oder mehreren anorganischen Pigmenten und
Wasser, dadurch gekennzeichnet, daß das ungemahlene
Pigment zunächst auf einem Walzenverdichter ver
dichtet und gemahlen und anschließend das
kompaktierte Pigmentpulver unter Zusatz von Wasser
in einer Naßmühle zur fertigen Pigmentsuspension
verarbeitet wird.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Verdichtung bei Linienkräften von 1 bis
60 kN/cm erfolgt.
3. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 und 2, da
durch gekennzeichnet, daß die Naßmahlung in Kugel
schwing- oder Perlmühlen erfolgt.
4. Verfahren gemäß einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Feststoff
gehalt der Suspension 5 bis 75 Gew.-%, vorzugsweise
15 bis 65 Gew.-%, beträgt.
5. Verfahren gemäß einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Verfahren
in Gegenwart von Dispergierhilfsmitteln in Mengen
von 0,05 bis 5 Gew.-% organischer und/oder anor
ganischer Zusätze, vorzugsweise Phosphate, bezogen
auf den Feststoffgehalt, durchgeführt wird.
6. Verfahren gemäß einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die fertige
Pigmentsuspension durch Filtration und/oder Sedi
mentation zu einem höheren Feststoffgehalt als in
der Ausgangssuspension eingedickt wird.
7. Verfahren gemäß einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die anorga
nischen Pigmente Eisenoxide, Titandioxid, Chromoxid
und/oder Mischphasenpigmente sind.
Priority Applications (5)
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