DE4200903A1 - Munitionsbunker an einem kampfpanzerturm - Google Patents
Munitionsbunker an einem kampfpanzerturmInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Munitionsbunker an
einem Kampfpanzerturm mit den Merkmalen aus dem Oberbe
griff des Patentanspruchs 1.
Ein derartiger Munitionsbunker ist beispielsweise in
DE-PS 25 52 470 beschrieben.
Bei dem bekannten Munitionsbunker sollte durch Anordnung
von Sollbruchlinien besonderer Ausgestaltung in den
Außenwänden erreicht werden, daß er einerseits die
notwendige Stabilität und von außen die geforderte
Schußsicherheit aufweist, andererseits aber die Be
satzung bei einer eventuellen Explosion der im eigenen
Kampfpanzer mitgeführten Munition nicht gefährdet wird.
Im Falle einer Explosion der im Munitionsbunker enthal
tenen Munition sollen die äußeren Panzerwände infolge
des im Innenraum auftretenden Explosionsdruckes abge
sprengt werden, ohne daß die Besatzung hierdurch gefähr
det wird.
Praktische Untersuchungen haben gezeigt, daß in manchen
Fällen, insbesondere dann, wenn im Innenraum des Muni
tionsbunkers gleichzeitig die Treibladungen mehrerer
Geschosse explodieren, es zu sich sehr schnell aufbauen
den hohen Drucken kommt und die Entlastung der den
Mannschaftsraum vom Munitionsbunker trennenden festen
Wand nicht rechtzeitig genug einsetzt. Es wurde festge
stellt, daß auch, wenn die Seitenwände des Munitionsbun
kers rechtzeitig nach außen abgesprengt sind, die massiv
ausgebildete Deckenplatte des Munitionsbunkers nicht so
schnell abgeworfen wird, daß der hohe Druckaufbau recht
zeitig unterbunden wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Muni
tionsbunker der im Oberbegriff des Patentanspruchs 1
angegebenen Bauart so auszugestalten, daß auch bei
gleichzeitiger Detonation mehrerer Geschosse innerhalb
des Munitionsbunkers der Druckaufbau innerhalb des
Munitionsbunkers so weitgehend verzögert und schließlich
unterbunden wird, daß die Besatzung weiterhin nicht
gefährdet wird. Dabei sollte der Munitionsbunker weiter
hin die geforderten Stabilitätseigenschaften behalten.
Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß mit
den Merkmalen aus dem kennzeichnenden Teil des Patentan
spruchs 1. Vorteilhafte Weiterbildungen des erfindungs
gemäßen Munitionsbunkers sind in den Unteransprüchen
beschrieben.
Der Grundgedanke der Erfindung besteht darin, daß einer
seits der Munitionsbunker im Gegensatz zu den bisherigen
Konstruktionen als selbständiges Gehäuse ausgebildet
ist, das vollständig vom Mannschaftsraum abgetrennt ist,
wobei die dem Mannschaftsraum zugewandte Außenwand des
Munitionsbunkers, die der festen Wand des Mannschafts
raums gegenüberliegt, nach Wandstärke und verwendetem
Material so ausgebildet ist, daß sie in der Art der an
sich bekannten Explosionsformung bei einer Detonation im
Innenraum des Munitionsbunkers unter Verformung auf die
feste Wand aufgepreßt wird, wodurch ein Teil der Explo
sionsenergie verbraucht wird und die Widerstandsfähig
keit der festen Trennwand erhöht wird. Andererseits wird
die Deckelplatte des Munitionsbunkers so ausgebildet,
daß sie bei ausreichender Grundstabilität bei der Deto
nation im Inneren des Munitionsbunkers nicht nur abgeho
ben, sondern gleichzeitig in möglichst kleine und somit
auch schneller wegfliegende Einzelteile zerlegt wird.
Die Ausgestaltung des Munitionsbunkers als selbständiges
Gehäuse hat den zusätzlichen Vorteil, daß der Munitions
bunker als Ganzes vom Kampfpanzerturm abgenommen bzw.
abgeschwenkt werden kann, indem er lediglich über ein
Drehgelenk mit dem Kampfpanzerturm verbunden ist. Dies
führt zu zusätzlichen Nutzungsmöglichkeiten. Durch das
Wegschwenken des Munitionsbunkers wird die zwischen dem
Mannschaftsraum und dem Munitionsbunker im allgemeinen
angeordnete Ladeluke freigegeben und dies eröffnet die
Möglichkeit einer Be- und Entladung des Kampfpanzertur
mes mit zusätzlicher Munition. Weiterhin eröffnet die
Wegschwenkbarkeit die Möglichkeit, diese Ladeluke als
Notausstieg für die Besatzung zu nutzen.
Im folgenden wird anhand der beigefügten Zeichnungen
ein Ausführungsbeispiel für einen Munitionsbunker nach
der Erfindung näher erläutert.
In den Zeichnungen zeigen:
Fig. 1 einen waagerechten Schnitt durch einen Kampf
panzerturm mit Munitionsbunker;
Fig. 2 in einer perspektivischen Teildarstellung den
Munitionsbunker des Kampfpanzerturms nach
Fig. 1 im eingesetzten Zustand mit abgehobener
Deckelplatte;
Fig. 3 in einer gegenüber Fig. 2 leicht vergrößerten
perspektivischen Darstellung die Deckelplatte
des Munitionsbunkers nach Fig. 2;
Fig. 4 einen Schnitt nach der Linie IV-IV in Fig. 3;
Fig. 5 in gegenüber Fig. 4 vergrößerter Darstellung
den in Fig. 4 angegebenen Ausschnitt X;
Fig. 6 in einer Darstellung analog Fig. 2 den Munitions
bunker in einer aus dem Kampfpanzerturm heraus
geschwenkten Stellung bei aufgesetzter Deckel
platte.
In Fig. 1 ist schematisch ein Kampfpanzer 1 angedeutet,
der einen um eine vertikale Achse 3 schwenkbaren Turm 2
aufweist. In den Kampfpanzerturm 2 ist eine schwere
Waffe 4 von vorne hineingeführt. Der Mannschaftsraum 21
des Kampfpanzerturms 2 ist von einer besonders starken
Panzerung umgeben, die aus dem gegen frontalen Beschuß
schützenden Teil B und den gegen Flankenbeschuß schüt
zenden Teil 9 besteht. Hinter dem Mannschaftsraum 21
befindet sich an der in Fig. 1 in Längsrichtung gesehen
linken Hälfte ein Munitionsbunker 5, in dessen Innenraum
22 Geschoße 15 und 16 gelagert sind, die im Munitions
bunker so angeordnet sind, daß die Gefechtsköpfe in eine
vom Mannschaftsraum abgewandte Richtung, nämlich nach
hinten weisen.
Der Munitionsbunker 5 ist als selbständiges allseitig
geschlossenes Gehäuse ausgebildet mit Außenwänden 27, 28
und 29; einer zum Mannschaftsraum 21 hingewandten Innen
wand 12, einer Bodenplatte 31 und einer Deckenplatte 32.
Der Mannschaftsraum 21 ist an seiner Rückseite im Be
reich des Munitionsbunkers 5 durch eine feste Schottwand
23 abgeschlossen, in der eine Öffnung 25 angeordnet ist,
die mit einer Schiebetür 26 verschließbar ist. Zwischen
der Innenwand 12 des Munitionsbunkers und der festen
Schottwand 23 ist ein Zwischenraum vorgegebener Breite
angeordnet, in dem einerseits die Schiebetür 26 angeord
net ist, so daß sie beim Auftreten einer von außen
wirkenden Druckwelle fest gegen die Schottwand 23 ge
drückt wird und dadurch der Mannschaftsraum 21 abgedich
tet wird und die andererseits dazu dient, eine Verfor
mung der Innenwand 12 des Munitionsbunkers 5 nach außen
in Richtung auf die Schottwand 23 hin zu ermöglichen,
wenn der Druck im Innenraum 22 vorgegebene Werte über
schreitet. Die Innenwand 12 besteht aus einem für Explo
sionsformung geeigneten Material, beispielsweise Stahl,
wobei sich ein Stahl mit der Werkstoffbezeichnung ST52
als besonders geeignet erwiesen hat.
In den Außenwänden, beispielsweise der seitlichen Außen
wand 29, sind senkrechte Nuten 30 vorgesehen, die von
außen eingearbeitet sind und die als Sollbruchstellen
wirken. Die durch die Nuten 30 gebildeten senkrechten
Streifen in der Außenwand 29 stützen sich mit ihren
oberen und unteren Enden gegen die Bodenplatte 31 und
gegen die Deckenplatte 32 ab, so daß bei Beanspruchung
von außen durch Beschuß die erforderliche ballistische
Festigkeit erreicht wird. In kurzem Abstand vor dieser
Panzerung befinden sich zweckmäßig noch dünnere, nicht
durch Nuten unterteilte Panzerplatten 33. Die Wände 27,
28, 29 sind mit der Bodenplatte 31 und der Deckenplatte
32 in nicht eigens dargestellter Weise durch Schweißnäh
te verbunden, die bei einer Belastung von innen durch
eine Druckwelle abreißen.
Die Deckenplatte 32 ist in besonderer Weise ausgestal
tet, so daß sie beim Abreißen nicht nur angehoben,
sondern in Einzelteile zerlegt wird. Hierzu besteht die
Deckenplatte 32 aus einem gitterartigen Rahmen 10 in
dessen Gitterlücken Plattenelemente 11 angeordnet sind,
und zwar so, daß sie unter dem Druck im Innenraum 22 des
Munitionsbunkers nach außen aus dem Rahmen herausge
drückt werden. Der genauere Aufbau der Deckenplatte 32
ist den Fig. 3 bis 5 zu entnehmen.
Hierzu sind in Fig. 4 zwei nebeneinanderliegende Plat
tenelemente 11.1 und 11.2 sowie die zwischen ihnen
liegende Rahmenstrebe 10.1 zu sehen. Der Bereich, in dem
die beiden Plattenelemente 11.1 und 11.2 an die Rahmen
strebe 10.1 angrenzen, ist in Fig. 4 mit einem strich
punktierten Kreis X angedeutet. Dieser Bereich ist in
Fig. 5 vergrößert dargestellt.
Jedes Plattenelement 11.1 und 11.2 besitzt an seinen
Seitenflächen jeweils einen Abschnitt 12.1 bzw. 12.2,
der als in Richtung zum Innenraum 22 des Munitionsbun
kers gesehen von außen nach innen zurückspringende
Schrägfläche ausgebildet ist. Diese Schrägflächen 12.1
und 12.2 sind an jedem Plattenelement 11 an allen vier
Umfangsseiten vorhanden und mit ihnen sitzen die Plat
tenelemente 11.1 und 11.2 auf entsprechend ausgebildeten
Schrägflächen 13.1 bzw. 13.2 an den Seitenflächen der
Rahmenstrebe 10.1 auf. In die äußeren Trennfugen zwi
schen den Seitenflächen der Plattenelemente 11.1 und
11.2 und der Rahmenstrebe 10.1 ist ein Dichtungsmaterial
14, z. B. eine Silikon-Dichtungsmasse, eingebracht, durch
das die Plattenelemente fest im Rahmen gehalten werden.
Es hat sich gezeigt, daß bei einem raschen Druckaufbau
im Innenraum 22 des Munitionsbunkers bei der oben darge
stellten Ausbildung der Deckenplatte 32 die Aufteilung
in kleinere Elemente wesentlich rascher abläuft als wenn
an dieser Stelle mit üblichen Sollbruchstellen gearbei
tet wird.
Bei einer Explosion innerhalb des Munitionsbunkers
treten also folgende Effekte auf:
1. Die den Mannschaftsraum 21 zugewandte Innenwand 12
wird durch Sprengverformung auf die Schottwand 23
aufgepreßt;
2. die Außenwände des Munitionsbunkers, insbesondere die seitliche Außenwand 29, wird infolge der Soll bruchstellen zerlegt und abgesprengt;
3. die Deckenplatte 32 wird nicht nur abgehoben, son dern in die einzelnen Plattenelemente 11 zerlegt, die aus dem Rahmen 10 herausgedrückt werden.
2. die Außenwände des Munitionsbunkers, insbesondere die seitliche Außenwand 29, wird infolge der Soll bruchstellen zerlegt und abgesprengt;
3. die Deckenplatte 32 wird nicht nur abgehoben, son dern in die einzelnen Plattenelemente 11 zerlegt, die aus dem Rahmen 10 herausgedrückt werden.
Auf diese Weise wird erreicht, daß die Belastung der
Schottwand 23 zum Besatzungsraum 21 hin innerhalb der
Grenzen bleibt, denen diese Schottwand standhält. Die
Entnahme der Geschosse 15, 16 aus dem Munitionsbunker 5
durch den Ladeschützen 24 erfolgt nach Öffnen der Schie
betür 26 durch die Öffnung 25, der eine entsprechende
Öffnung in der Innenwand 12 des Munitionsbunkers gegen
überliegt.
Wie den Fig. 1, 2 und 6 zu entnehmen, ist der Munitions
bunker 5, der, wie erwähnt, ein selbständiges in sich
stabiles Gehäuse aufweist, über ein Drehgelenk 6 und
Befestigungslaschen 7 am Kampfpanzerturm 2 aufgehängt,
so daß er in azimutaler Richtung nach außen aus der
Kontur des Kampfpanzerturms 2 herausgeschwenkt werden
kann. Eine ausgeschwenkte Position des Munitionsbunkers
5 ist in Fig. 6 dargestellt. Diese Verschwenkbarkeit des
Munitionsbunkers 5 ergibt sich aus seinem Aufbau als
selbständiges Gehäuse und hat zusätzliche Vorteile. Im
herausgeschwenkten Zustand des Munitionsbunkers 5 wird
die Öffnung 25 von außen her zugänglich. Dadurch kann
der Mannschaftsraum 21 von außen her direkt mit Munition
beladen werden, bzw. es kann Munition aus dem Mann
schaftsraum entladen werden. Weiterhin kann die Öffnung
25 in der abgeschwenkten Stellung des Munitionsbunkers 5
auch als Notausstieg für die Besatzung verwendet werden.
Claims (3)
1. Munitionsbunker an einem Kampfpanzerturm, der vom
Mannschaftsraum durch eine feste Wand getrennt ist und
dessen Außenwände durch Sollbruchlinien unterteilt sind
und in dem die Munition derart angeordnet ist, daß die
Gefechtsköpfe in eine vom Mannschaftsraum abgewandte
Richtung weisen, dadurch gekennzeichnet, daß der Muni
tionsbunker als selbständiges allseitig geschlossenes
Gehäuse (5) ausgebildet ist, das in eine in ihrer Form an
das Gehäuse angepaßte Ausnehmung in der Kontur des Kampf
panzerturms (2) eingesetzt ist, wobei die der festen Wand
(23) des Mannschaftsraums (21) zugewandte Gehäusewand (12)
in einem vorgegebenen Abstand von der festen Wand (23)
angeordnet und derart ausgebildet ist, daß sie bei einem
vorgegebenen Druckanstieg im Innenraum (22) des Gehäuses
(5) unter Verformung auf die feste Wand (23) aufgepreßt
wird und daß die Deckenplatte (32) des Gehäuses (5) aus
einer Vielzahl von in Längsrichtung und Querrichtung
nebeneinander in einem festen gitterartigen Rahmen (10)
angeordneten Plattenelementen (11) aufgebaut ist, die in
dem Rahmen (10) nach außen ausblasbar gehaltert sind.
2. Munitionsbunker nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß jedes der im wesentlichen rechteckig ausgebilde
ten Plattenelemente (11, 11.1, 11.2) mindestens über einen
Teil der Plattendicke an den Seitenflächen in Richtung zum
Innenraum (22) des Gehäuses (5) hin von außen nach innen
zurückspringende Schrägflächen (12.1, 12.2) aufweist,
denen entsprechende von innen nach außen vorspringende
Schrägflächen (13.1, 13.2) an den Seitenflächen der Rah
menstreben (10, 10.1) gegenüberliegen und in Trennfugen
zwischen den Seitenflächen der Plattenelemente (11) und
den Seitenflächen der Rahmenstreben (10) ein Dichtungsma
terial (14) eingebracht ist.
3. Munitionsbunker nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Gehäuse (5) um eine an der Außenseite
des Kampfpanzerturms (2) angeordnete vertikale Achse (6)
in einer horizontalen Ebene aus der Kontur des Kampfpan
zerturms (2) herausschwenkbar angeordnet ist.
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