DE4200959A1 - Intermolekulare salze von zwitterionischen farbstoffen - Google Patents
Intermolekulare salze von zwitterionischen farbstoffenInfo
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Description
Gegenstand der Erfindung sind Farbstoffe mit sauren und aliphatisch (auch
cycloaliphatisch) gebundenen basischen Gruppen, die polymere intermolekulare
Salze bilden, welche hervorragende Pigmenteigenschaften aufweisen,
wobei im Molekül gleich viele saure wie basische Gruppen vorhanden sind.
Bevorzugte Pigmente entsprechen als Monomere der Formel I
Am-F-Bn (I)
worin
A einen ein- oder zweibasischen Säurerest,
B eine Gruppe mit einem aliphatisch, cycloaliphatisch oder aliphatisch-heterocyclisch gebundenen Amino- oder Iminostickstoff,
F einen Farbstoffrest,
m 1 oder 2 und
n wenn der Säurerest A einbasisch ist gleich m, bei zweibasischem Säurerest gleich 2 m bedeuten.
A einen ein- oder zweibasischen Säurerest,
B eine Gruppe mit einem aliphatisch, cycloaliphatisch oder aliphatisch-heterocyclisch gebundenen Amino- oder Iminostickstoff,
F einen Farbstoffrest,
m 1 oder 2 und
n wenn der Säurerest A einbasisch ist gleich m, bei zweibasischem Säurerest gleich 2 m bedeuten.
Nachdem die Pigmente in keinem Lösungsmittel ohne Zersetzung löslich
sind, ist anzunehmen, daß sie als Polymerkörper vorliegen, also der
Formel Ia
(Am-F-Bn)p (Ia)
entsprechen, wobei der Polymerisationsgrad p von 2 bis 30 variieren kann.
Als Pigmente besonders bevorzugt sind die Salze aus Verbindungen der
Formel I, worin, unabhängig voneinander
A einen Rest der Formel
A einen Rest der Formel
B einen eine sterisch gehinderte Aminogrupe enthaltenden Rest,
F den Rest eines Mono- oder Bisazofarbstoffs, eines Anthrachinon-, Perinon-, Acetanilid- oder Isoindolinfarbstoffs,
m 1 und
n 1 und wenn A ein Phosphonsäurerest ist, gleich 2 bedeuten.
F den Rest eines Mono- oder Bisazofarbstoffs, eines Anthrachinon-, Perinon-, Acetanilid- oder Isoindolinfarbstoffs,
m 1 und
n 1 und wenn A ein Phosphonsäurerest ist, gleich 2 bedeuten.
Bevorzugte Reste mit sterisch gehinderter Aminogruppe entsprechen
allgemein z. B. den Formeln a bis e
worin
alle R₁ Wasserstoff, C1-4-Alkyl, C1-4-Alkoxy oder C1-3-Alkylcarbonyl, vorzugsweise Wasserstoff oder Methyl, insbesondere Wasserstoff,
alle R₂ C1-4-Alkyl, vorzugsweise Methyl,
beide R₃ unabhängig voneinander Wasserstoff, C1-3-Alkyl, ein R₃ auch Phenyl, oder beide R₃ zusammen eine Gruppe der Formel (CH₂)₁₁ und
Y eine Gruppe der Formel -NCO- oder -CO-N- bedeuten.
alle R₁ Wasserstoff, C1-4-Alkyl, C1-4-Alkoxy oder C1-3-Alkylcarbonyl, vorzugsweise Wasserstoff oder Methyl, insbesondere Wasserstoff,
alle R₂ C1-4-Alkyl, vorzugsweise Methyl,
beide R₃ unabhängig voneinander Wasserstoff, C1-3-Alkyl, ein R₃ auch Phenyl, oder beide R₃ zusammen eine Gruppe der Formel (CH₂)₁₁ und
Y eine Gruppe der Formel -NCO- oder -CO-N- bedeuten.
Die Reste der Formeln a bis e sind häufig (insbesondere bei Azofarbstoffen)
über eine Sulfonamid-, Carbonamid- oder Ester-Brücke an den Farbstoffrest
gebunden.
In insbesondere bevorzugten Salzen aus Verbindungen der Formel I
bedeuten, unabhängig voneinander,
A einen Sulfonsäure- oder Carbonsäurerest, vor allem einen Sulfonsäurerest,
B einen 2,2,6,6-Tetramethylpiperidyl-4- oder 1,2,2,6,6-Pentamethylpiperidyl- 4-Rest,
F einen Azofarbstoff- oder Anthrachinonfarbstoffrest und
m und n 1.
A einen Sulfonsäure- oder Carbonsäurerest, vor allem einen Sulfonsäurerest,
B einen 2,2,6,6-Tetramethylpiperidyl-4- oder 1,2,2,6,6-Pentamethylpiperidyl- 4-Rest,
F einen Azofarbstoff- oder Anthrachinonfarbstoffrest und
m und n 1.
Bevorzugte Pigmente auf Basis von Azofarbstoffen entsprechen als Monomere
der Formel II
D-N=N-K (II)
worin
D für den Rest einer Diazokomponente der Benzolreihe und
K für den Rest einer Kupplungskomponente der Benzol-, 1- oder 2-Hydroxynaphthalin-, 5-Hydroxypyrazol- oder 6-Hydroxypyrid-2-on-Reihe stehen,
wobei jede Monomereinheit einen oder zwei Resten der Formel
D für den Rest einer Diazokomponente der Benzolreihe und
K für den Rest einer Kupplungskomponente der Benzol-, 1- oder 2-Hydroxynaphthalin-, 5-Hydroxypyrazol- oder 6-Hydroxypyrid-2-on-Reihe stehen,
wobei jede Monomereinheit einen oder zwei Resten der Formel
(bevorzugt nur einen solchen Rest und vor
allem nur einen Sulfonsäurerest) und eine äquivalente Zahl von
2,2,6,6-Tetramethylpiperidyl-4- oder 1,2,2,6,6-Pentamethylpiperidyl-4-
Resten aufweist.
Der Rest D ist bevorzugt Phenyl oder Phenyl, das durch einen bis drei
Substituenten aus der Gruppe Halogen, C1-4-Alkyl, C1-4-Alkoxy,
-SO₂N(R₄)₂, -COOC1-4-alkyl, -CONHR₅, -SO₂NHR₅, -COOR₅ und die genannten
Säurereste substituiert ist, wobei R₄ für Wasserstoff oder C1-4-Alkyl und
R₅ für einen der Reste (a) bis (e) stehen und dieser Phenylrest höchstens
zwei Säurereste und höchstens zwei Reste, die R₅ enthalten, trägt und
nicht gleichzeitig durch Säurereste und R₅ enthaltenden Gruppen substituiert
ist.
Weiter bevorzugt ist der Rest D ein Phenylrest, der ggf. durch eine oder
zwei Chlor-, Methyl-, Methoxycarbonylgruppen oder durch -SO₃H bzw.
-CONHR₅′ substituiert ist, wobei R₅′ für einen Rest (a) und weiter bevorzugt
einen Rest (a), worin alle R₁ Wasserstoff oder Methyl und alle R₂
Methyl bedeuten, steht und der Rest D nur eine Gruppe -SO₃H oder eine
Gruppe -CONHR₅′ trägt.
Der Rest K entspricht bevorzugt einer der Gruppen mit Formeln (f) bis (k)
worin
R₁₁ einen Säurerest, -CONH R₅, -SO₂NHR₅ oder -COOR₅,
R₁₂ Wasserstoff, C1-4-Alkyl, C1-4-Alkoxy oder Halogen (bevorzugt Chlor oder Brom),
R₁₃ Wasserstoff, C1-4-Alkyl, C1-4-Alkoxy oder Halogen (bevorzugt Chlor oder Brom),
R₁₄ C1-2-Alkyl, -COOH oder -CONH₂,
R₁₅ Hydroxy oder Amino,
R₁₆ Wasserstoff, einen Säurerest, -CONHR₅, -SO₂NHR₅ oder -COOR₅, wobei R₁₆ nur dann Wasserstoff bedeutet, wenn R₁₄ für -COOH steht,
R₁₇ Wasserstoff, Halogen (bevorzugt Chlor oder Brom), C1-4-Alkyl oder C1-4-Alkoxy,
R₁₈ Wasserstoff, Chlor oder Methyl,
R₁₉ einen Säurerest, -CONHR₅, -SO₂NHR₅ oder -COOR₅,
R₂₀ Wasserstoff, Halogen (bevorzugt Chlor oder Brom), C1-4-Alkyl oder C1-4-Alkoxy,
R₂₁ Wasserstoff, Chlor oder Methyl,
R₂₂ R₅,
R₂₃ Wasserstoff oder Cyan,
R₂₄ C1-4-Alkyl, Cyclohexyl oder Phenyl (bevorzugt Methyl),
R₂₅ R₅ bedeuten,
m null oder 1,
n null, 1 oder 2 ist und m+n 1 oder 2.
R₁₁ einen Säurerest, -CONH R₅, -SO₂NHR₅ oder -COOR₅,
R₁₂ Wasserstoff, C1-4-Alkyl, C1-4-Alkoxy oder Halogen (bevorzugt Chlor oder Brom),
R₁₃ Wasserstoff, C1-4-Alkyl, C1-4-Alkoxy oder Halogen (bevorzugt Chlor oder Brom),
R₁₄ C1-2-Alkyl, -COOH oder -CONH₂,
R₁₅ Hydroxy oder Amino,
R₁₆ Wasserstoff, einen Säurerest, -CONHR₅, -SO₂NHR₅ oder -COOR₅, wobei R₁₆ nur dann Wasserstoff bedeutet, wenn R₁₄ für -COOH steht,
R₁₇ Wasserstoff, Halogen (bevorzugt Chlor oder Brom), C1-4-Alkyl oder C1-4-Alkoxy,
R₁₈ Wasserstoff, Chlor oder Methyl,
R₁₉ einen Säurerest, -CONHR₅, -SO₂NHR₅ oder -COOR₅,
R₂₀ Wasserstoff, Halogen (bevorzugt Chlor oder Brom), C1-4-Alkyl oder C1-4-Alkoxy,
R₂₁ Wasserstoff, Chlor oder Methyl,
R₂₂ R₅,
R₂₃ Wasserstoff oder Cyan,
R₂₄ C1-4-Alkyl, Cyclohexyl oder Phenyl (bevorzugt Methyl),
R₂₅ R₅ bedeuten,
m null oder 1,
n null, 1 oder 2 ist und m+n 1 oder 2.
Die Herstellung der neuen Pigmente erfolgt auf eine dem Fachmann geläufige
Weise. Generell erfolgt sie durch Umsetzung einer Komponente, die
m Gruppen A enthält, mit einer Komponente, die n Gruppen B enthält, wobei
eine der beiden Komponenten den Rest F oder beide Komponenten je eine
Vorstufe zu F enthalten. Erfindungsgemäße Azofarbstoff-Pigmente werden
so z. B. im allgemeinen durch Kuppeln eines diazotierten Amins mit einer
entsprechenden kuppelbaren Verbindung, wobei eine der beiden Komponenten
die Gruppe(n) A, die andere der beiden Komponente die Gruppe(n) B als
Substituenten enthält, hergestellt. Die übrigen erfindungsgemäßen Farbstoffe
können z. B. durch Kondensation eines einen austauschbaren Substituenten
enthaltenden sauren oder basischen Farbstoffs mit einer reaktionsfähigen,
eine Alkylaminogruppe oder einen Säurerest enthaltenden
Verbindung hergestellt werden. Aber auch Anlagerungsreaktionen (Addition
von z. B. Acryl- oder Methacrylsäure) oder Carboxymethylierung (etc.) an
basische Farbstoffe können zum Erfolg führen. Die intermolekulare Salzbildung,
der Rückgang der Löslichkeit und damit die Bildung des entsprechenden
polymeren Pigmentes erfolgen ohne weiteres Zutun.
Die Eigenschaften der erfindungsgemäßen Pigmente können durch eine Nachbehandlung
in einem hochsiedenden Lösungsmittel wie Dimethylformamid,
Dimethylacetamid oder hochsiedenden Alkoholen, noch verbessert werden.
Die neuen Pigmente, insbesondere jene, die Reste mit sterisch gehinderten
Aminen enthalten, eignen sich hervorragend zum Färben von lösungsmittelfreien
und lösungsmittelhaltigen Kunststoffen. Besonders hervorzuheben
ist, daß ihre Herstellung relativ einfach und damit billig ist und daß
die sterisch gehinderte Aminogruppen enthaltenden Pigmente nicht nur
selbst eine hervorragende Lichtechtheit aufweisen, sondern auch die mit
ihnen gefärbten Substrate vor Schädigung durch (UV-)Licht schützen.
Die erfindungsgemäßen Pigmente sind vor allem geeignet zum Färben von
PVC, allen Polyolefinen wie HDPE oder LDPE (high density polyethylene
bzw. low density polyethylene) oder Polypropylen, Polyisobutylen,
Poly-4-methyl-penten, sowie deren Copolymeren, Polystyrol (und dessen
Copolymeren), ABS, Polyvinylacetat, Polyvinylalkohol, Polyacetaten,
Polyäther (POM), Polyacrylaten, Polyarylonitril, Polyacrylamid,
Polyvinylidenchlorid, Polyester, Polyäther, Polythioäther und
Thioplasten, Polycarbonaten, Polyurethanen, Cellulosederivaten, Maleinsäure-,
Melamin-, Phenol-, Anilin-, Furan-, Carbamid-, Epoxy- und
Silikonharzen.
Die erfindungsgemäßen Pigmente können auch in Lacken oder in Drucktinten
verwendet werden.
Bevorzugte Substrate, die mit den erfindungsgemäßen Pigmenten gefärbt
werden können, sind Polyäthylen, Polypropylen, PVC, Polystyrol, Acrylate,
Polyesteralkyd- und Polyurethanlacke.
Die eingesetzten Mengen an erfindungsgemäßen Pigmenten variieren von 0,1
bis 10%, bezogen auf das Gewicht des zu färbenden Substrats.
In den folgenden Beispielen bedeuten die Teile Gewichtsteile und die
Prozente Gewichtsprozente. Die Temperaturen sind in Celsiusgraden angegeben.
Ein Volumenteil entspricht dem Volumen eines Gewichtsteiles
Wasser bei +4°C.
33,3 Teile 3-Amino-4-carbomethoxybenzoesäure-2′,2′,6′,6′-tetramethyl-
piperidyl-4′-amid werden 1 Stunde in einer Lösung aus 50 Teilen Eisessig
und 50 Teilen Wasser bei Raumtemperatur verrührt, dann mit 40 Teilen HCl
conc. versetzt, eine weitere Stunde bei Raumtemperatur gerührt, sodann
durch Anlegen eines Eis/Wasserbades und Zugabe von 50 Teilen Eis auf 0
bis 5° gekühlt, im Verlauf von 15 bis 20 Minuten unter Rühren mit 26
Volumenteilen 4-N wäßriger Natriumnitritlösung versetzt und eine Stunde
bei 0 bis 5° gerührt. Die erhaltene Diazoniumchloridlösung wird schließlich
klarfiltriert.
25,4 Teile 1-Phenyl-3-methyl-5-pyrazolon-4′-sulfonsäure werden in 100
Teilen Wasser und 20 Volumenteilen Natronlauge (30%) bei Raumtemperatur
gelöst, durch langsames Einbringen in eine Lösung aus 100 Teilen Wasser
und 21 Teilen Eisessig wieder ausgefällt, die Suspension auf 0 bis 5°
gekühlt und im Verlauf von 30 Minuten unter Rühren mit der ebenfalls
gekühlten Diazoniumsalzlösung versetzt. Die entstandene gelbe Suspension
wird 3 Stunden bei 0 bis 5°, 1 Stunde bei 20° und eine Stunde bei 80 bis
85° gerührt, dann filtriert, der Niederschlag mit Wasser salz- und säurefrei
gewaschen bei 80° getrocknet und schließlich gemahlen. Man erhält
so das gelbe Pigment der (monomeren) Formel
das Kunststoffe und Lacke in gelben Tönen mit sehr guten Echtheiten
färbt.
40,4 Teile 1-Amino-4-bromanthrachinon-2-sulfonsaures Natrium werden in
300 Teilen Wasser bei Raumtemperatur mit 2,0 Teilen CuCl (Kupfer-I-
chlorid) und 31,2 Teilen 2,2,6,6-Tetramethyl-4-aminopiperidin eine Stunde
verrührt, dann auf 80° erhitzt, wobei eine dunkelblaue Suspension entsteht.
Diese wird noch 4 Stunden bei 80 bis 85° und 2 Stunden bei 100 bis
105° gerührt, wieder auf ca. 80° gekühlt, der Niederschlag abfiltriert,
mit Wasser salz- und säurefrei gewaschen, bei 100° in einem Vakuum von
ca. 65 mbar getrocknet und schließlich gemahlen. Das so erhaltene Pigment
der (monomeren) Formel
färbt Kunststoffe und Lacke in blauen Tönen mit sehr guten Echtheiten.
Durch eine Nachbehandlung der gemäß Beispiel 1 und 2 hergestellten sowie
der im folgenden angegebenen Pigmente, in höhersiedenden organischen
Lösungsmitteln (in denen die Pigmente jedoch nicht gelöst werden, z. B.
Dimethylformamid), bei Temperaturen zwischen etwa 80 und 180° lassen sich
die Pigmenteigenschaften (Gebrauchsechtheiten, Brillanz) noch verbessern.
Ein Pigment mit praktisch denselben Eigenschaften erhält man, wenn an
Stelle von 3-Amino-4-carbomethoxybenzoesäure-2′,2′,6′,6′-tetramethyl-
piperidyl-4′-amid die äquimolare Menge 3-Amino-4-carbomethoxybenzoesäure-
1′,2′,2′,6′,6′-pentamethyl-4′-amid eingesetzt wird (= Beispiel 1a).
Weitere wertvolle Pigmentfarbstoffe erhält man, wenn man die in Spalte 2
der folgenden Tabelle 1 genannten Amine diazotiert und mit den in Spalte
3 angegebenen Verbindungen kuppelt. Die Herstellung der genannten Amine,
das Diazotieren und Kuppeln werden in Analogie zu den Angaben im Beispiel
1 durchgeführt.
Die Pigmente der folgenden Tabelle 2 werden ebenfalls in Analogie zu den
Angaben im 1. Beispiel hergestellt:
Analog zur Arbeitsweise des 2. Beispiels werden 1 Mol 1-Amino-4-brom-
anthrachinon-2-sulfonsäure und 1 Mol 4-Aminobenzoesäure-2′,2′,6′,6′-
tetramethylpiperidyl-4-amid zu einem blau färbenden Pigment mit ausgezeichneten
Eigenschaften umgesetzt.
Auf bekannte Weise wird 1 Mol 3,4,9,10-Perylentetracarbonsäure-dianhydrid
erst mit 1 Mol 2,2,6,6-Tetramethyl-4-aminopiperidin und darauf mit 1 Mol
Sulfanilsäure zum Pigment der Formel
das Kunststoffe in roten Tönen mit sehr guten Echtheiten färbt, umgesetzt.
Analog zur Arbeitsweise des 1. Beispiels werden 1 Mol 3-Aminobenzolphosphonsäure
diazotiert und mit 1 Mol 1,3-Bis-(2′,2′,6′,6′-tetramethylpiperidyl-
4′)-5-acetoacetylamino-benzimidazolon-2 gekuppelt. Man erhält
so ein gelb färbendes Pigment mit ausgezeichneten Eigenschaften.
Auf eine dem Fachmann geläufige Weise werden auch die Pigmente der Formeln
hergestellt.
Verwendet man an Stelle des 2-Hydroxy-3-[para-(2′,2′,6′,6′-tetramethylpiperidyl-
4-aminocarbonyl)-phenylaminocarbonyl]-naphthalin (Beispiele
20-26) die äquimolare Menge 2-Hydroxy-3-[para-(1′,2′,2′,6′,6′-pentamethylpiperidyl-
4-aminocarbonyl)-phenylaminocarbonyl]-naphthalin, erhält
man Pigmente mit praktisch denselben Eigenschaften.
4 Teile des Pigments gemäß Beispiel 1 werden mit 96 Teilen einer
Mischung aus
50 Teilen einer 60prozentigen Lösung von Kokos-Aldehyd-Melaminharz
mit 32% Fettgehalt in Xylol,
30 Teilen einer 50prozentigen Melaminharzlösung in Butanol,
10 Teilen Xylol und
10 Teilen Äthylenglykolmonoäthyläther
30 Teilen einer 50prozentigen Melaminharzlösung in Butanol,
10 Teilen Xylol und
10 Teilen Äthylenglykolmonoäthyläther
24 Stunden in einer Kugelmühle gemahlen. Die dabei erhaltene Dispersion
wird auf Aluminiumblech gespritzt, 30 Minuten an der Luft trocknen gelassen
und dann 30 Minuten bei 120°C eingebrannt. Man erhält so einen
gelben Film mit sehr guter Licht- und Wetterbeständigkeit.
Beispiel für die Herstellung einer 0,1% gefärbten PVC-Folie (Verschnitt
Buntpigment zu Weißpigment 1 : 5):
16,5 Teile eines Weichmachergemisches, bestehend aus gleichen
Teilen Dioctylphthalat und Dibutylphthalat, werden mit
0,05 Teilen Pigmentfarbstoff gemäß Beispiel 1 und
0,25 Teilen Titandioxyd gemischt. Dann werden
33,5 Teile Polyvinylchlorid zugegeben. Das Gemisch wird 10 Minuten auf einem Zweiwalzenstuhl mit Friktion gewalzt, wobei das sich bildende Fell mit einem Spatel fortlaufend zerschnitten und zusammengerollt wird. Dabei wird die eine Walze auf einer Temperatur von 40°, die andere auf einer Temperatur von 140° gehalten.
0,05 Teilen Pigmentfarbstoff gemäß Beispiel 1 und
0,25 Teilen Titandioxyd gemischt. Dann werden
33,5 Teile Polyvinylchlorid zugegeben. Das Gemisch wird 10 Minuten auf einem Zweiwalzenstuhl mit Friktion gewalzt, wobei das sich bildende Fell mit einem Spatel fortlaufend zerschnitten und zusammengerollt wird. Dabei wird die eine Walze auf einer Temperatur von 40°, die andere auf einer Temperatur von 140° gehalten.
Anschließend wird das Gemisch als Fell abgezogen und 5 Minuten bei 160°C
zwischen zwei polierten Metallplatten gepreßt.
So erhält man eine gelb gefärbte PVC-Folie von hoher Brillanz und sehr
guter Migrations- und Lichtechtheit.
990 Teile handelsübliches UV-stabilisiertes Polypropylen (Spinnfasertype)
werden mit 10 Teilen des gemäß Beispiel 2 hergestellten Pigments nach
der "Dry-Colouring"-Methode während 10 Minuten bei Raumtemperatur gemischt
und anschließend extrudiert. Aus diesem Compound werden Fasern
mit einem Titer von 15 dtex gesponnen.
An diesen blau gefärbten Fasern werden die Reißfestigkeiten nach Belichtungsintervallen
von 200, 400, 600 und 800 Stunden im Vergleich zur
Nullprobe (nicht belichtete, gefärbte Faser) gemessen. Die 400 Stunden
belichteten Fasern weisen gegenüber den unbelichteten Fasern noch eine
Reißfestigkeit von 57% auf.
Im Vergleich wurde dasselbe Polypropylen mit dem Pigment gemäß Beispiel
2 der DE-AS 11 50 165 (unter denselben Bedingungen) gefärbt und zu Fasern
versponnen, die 400 Stunden belichteten Fasern dieser Art weisen gegenüber
der Nullprobe nur mehr eine Reißfestigkeit von 20% auf.
Claims (6)
1. Intermolekulare Salze von Farbstoffen mit sauren und aliphatisch
gebundenen basischen Gruppen, wobei im Molekül gleich viele saure wie
basische Gruppen vorhanden sind.
2. Die Pigmente gemäß Anspruch 1, der in monomerer Form geschriebenen
Formel I
Am-F-Bn (I)worin
A einen Säurerest,
B eine Gruppe mit aliphatisch, cycloaliphatisch oder aliphatisch-heterocyclisch gebundenem Amino- oder Iminostickstoff,
F einen Farbstoffrest,
m 1 oder 2 und
n wenn der Säurerest A einbasisch ist gleich m, bei zweibasischem Säurerest gleich 2 m bedeuten.
A einen Säurerest,
B eine Gruppe mit aliphatisch, cycloaliphatisch oder aliphatisch-heterocyclisch gebundenem Amino- oder Iminostickstoff,
F einen Farbstoffrest,
m 1 oder 2 und
n wenn der Säurerest A einbasisch ist gleich m, bei zweibasischem Säurerest gleich 2 m bedeuten.
3. Die Pigmente der Formel I, gemäß Anspruch 2, worin, unabhängig
voneinander
A einen Rest der Formel B einen eine sterisch gehinderte Aminogruppe enthaltenden Rest,
F den Rest eines Mono- oder Bisazofarbstoffs, eines Anthrachinon-, Perinon- oder Isoindolinfarbstoffs,
m 1 und
n 1 und wenn A ein Phosphonsäurerest ist, gleich 2
bedeuten.
A einen Rest der Formel B einen eine sterisch gehinderte Aminogruppe enthaltenden Rest,
F den Rest eines Mono- oder Bisazofarbstoffs, eines Anthrachinon-, Perinon- oder Isoindolinfarbstoffs,
m 1 und
n 1 und wenn A ein Phosphonsäurerest ist, gleich 2
bedeuten.
4. Die Pigmente der Formel I gemäß Anspruch 2, worin
A einen Sulfonsäure- oder Carbonsäurerest, vor allem einen Sulfonsäurerest,
B einen 2,2,6,6-Tetramethylpiperidyl-4- oder 1,2,2,6,6-Pentamethylpiperidyl- 4-Rest,
F einen Azofarbstoff- oder Anthrachinonfarbstoffrest und
m und n 1
bedeuten.
A einen Sulfonsäure- oder Carbonsäurerest, vor allem einen Sulfonsäurerest,
B einen 2,2,6,6-Tetramethylpiperidyl-4- oder 1,2,2,6,6-Pentamethylpiperidyl- 4-Rest,
F einen Azofarbstoff- oder Anthrachinonfarbstoffrest und
m und n 1
bedeuten.
5. Verfahren zur Herstellung von Pigmenten der Formel I gemäß Anspruch
1, dadurch gekennzeichnet, daß man eine Komponente, die m Gruppen A
enthält, mit einer Komponente, die n Gruppen B enthält, wobei eine der
beiden Komponenten den Rest F oder beide Komponenten je eine Vorstufe
zu F enthalten, umsetzt.
6. Verwendung der Verbindungen gemäß Anspruch 1 bis 4 zum Färben von
lösungsmittelfreien oder lösungsmittelhaltigen Kunststoffmassen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19924200959 DE4200959B4 (de) | 1991-01-26 | 1992-01-16 | Intermolekulare Salze von zwitterionischen Farbstoffen |
Applications Claiming Priority (3)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEP4102333.1 | 1991-01-26 | ||
| DE4102333 | 1991-01-26 | ||
| DE19924200959 DE4200959B4 (de) | 1991-01-26 | 1992-01-16 | Intermolekulare Salze von zwitterionischen Farbstoffen |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4200959A1 true DE4200959A1 (de) | 1992-07-30 |
| DE4200959B4 DE4200959B4 (de) | 2005-07-28 |
Family
ID=34740342
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19924200959 Expired - Fee Related DE4200959B4 (de) | 1991-01-26 | 1992-01-16 | Intermolekulare Salze von zwitterionischen Farbstoffen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4200959B4 (de) |
Family Cites Families (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0273866B1 (de) * | 1986-12-29 | 1992-12-16 | Ciba-Geigy Ag | Neue Stoffzusammensetzungen auf der Basis von C.I. Pigment Rot 177 |
| DE4030520B4 (de) * | 1989-10-03 | 2004-12-23 | Clariant Finance (Bvi) Ltd. | Pigmentfarbstoffe |
-
1992
- 1992-01-16 DE DE19924200959 patent/DE4200959B4/de not_active Expired - Fee Related
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE4200959B4 (de) | 2005-07-28 |
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Owner name: CLARIANT FINANCE (BVI) LTD., TORTOLA, VG |
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| 8110 | Request for examination paragraph 44 | ||
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