DE4201667C2 - Verfahren zum Abstützen einer belasteten Stahlbetonpplatte - Google Patents
Verfahren zum Abstützen einer belasteten StahlbetonpplatteInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Abstützen einer belaste
ten Stahlbetonplatte nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Aus der älteren, aber nicht vorveröffentlichten Patentanmeldung
P 41 19 259.9 ist ein Verfahren dieser Art bekannt, bei dem zur
Herstellung von Untergeschossen unter ein bestehendes Gebäude
oder Bauwerk beidseits der bestehenden tragenden Wände des Ge
bäudes Wurzelpfähle niedergebracht, die Wände mindestens im Be
reich dieser Wurzelpfähle horizontal angeschnitten und zu ihrer
Unterfangung über Träger auf den Wurzelpfählen abgestützt wer
den. Anschließend wird ausgehend von einer seitlichen Baugrube
unter der Sohle oder der Sohlplatte des Gebäudes bzw. des Keller
geschosses des Gebäudes streckenartig ein Aushub vorgenommen und
in dem ausgehobenen horizontalen Hohlraum eine das Gebäude unter
fangende Stahlbetondecke eingebaut. Unter dieser stützenden
Stahlbetondecke werden sodann einen Arbeitsraum bildende Stollen
oder Strecken aufgefahren. Ausgehend von dem Arbeitsraum zwi
schen der Stahlbetondecke und der späteren Sohle des untersten
zu erstellenden Geschosses werden Schächte ausgehoben. In diesen
Schächten werden in der späteren Sohle des untersten zu erstel
lenden Geschosses Fundamentsockel eingebaut und auf diese werden
die die Stahlbetondecke abstützenden Säulen errichtet. An
schließend wird der Boden zwischen der Stahlbetonstützdecke und
der Sohle des untersten zu erstellenden Geschosses ausgehoben
und in den Hohlraum werden die Zwischendecken für die Unterge
schosse eingebaut.
Ein besonderes Problem dieses Herstellungsverfahrens nach der
älteren Patentanmeldung besteht darin, daß die Stahlbetonplatte,
die sich auf den als starr anzunehmenden das zu unterfangende
Gebäude einfassenden Schlitzwandungen und den Säulen abgestützte
Stahlbetonplatte Setzungen unterworfen ist, zu denen auch Setzun
gen der Säulen bzw. der Fundamentsockel beitragen. Aufgrund die
ser Setzungen wird die Stahlbetonplatte ungleichmäßig bean
sprucht, so daß sich in dieser Zwängungen und Beanspruchungen
ergeben, die für die Stahlbetonplatte unverträglich sind und zu
Rissen führen können.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Verfahren der eingangs
angegebenen Art zu schaffen, nach dem die Stahlbetonplatte durch
die Stahlbetonsäulen in der Weise abgestützt wird, daß diese im
wesentlichen eben bleibt, also im wesentlichen keinen Verfor
mungen aus ihrer horizontalen Ebene heraus unterworfen ist.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei einem Verfahren der gat
tungsgemäßen Art durch die kennzeichnenden Merkmale des Patent
anspruchs 1 gelöst.
Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren werden also die die Stahlbe
tonplatte abstützenden Säulen mit einem das Stützteil des Funda
mentsockels überragenden Basisteil hergestellt, wobei die über
ragenden Randbereiche des Fußteils der Säulen auf hydraulische
Pressen abgestützt werden, die in die Säulen bis zum Abklingen
der Setzungen etwa konstante Stützkräfte einleiten. Die von den
hydraulischen Pressen aufgebrachten Kräfte werden bis zum zeit
lichen Abklingen der Verformungen bzw. Setzungen konstant gehal
ten. Der sich durch das Anheben der Stahlbetonsäulen durch die
hydraulischen Pressen ausbildende Fugenspalt zwischen der Unter
seite der Säulen und dem Fundamentsockel wird nach dem Abklingen
der Setzungen mit einem hochfesten Beton geeigneter Konsistenz
und mit einem geeigneten Korn vergossen. Nach dem Aushärten kön
nen dann die Pressen ausgebaut werden.
Aus GB 20 24 283 A ist ein Verfahren zum Abstützen einer belaste
ten Stahlbetonplatte bekannt, bei dem unter der Stahlbetondecke
ein Hohlraum aufgefahren wird, von dem ausgehend die Stahlbeton
decke abstützende Stahlbetonsäulen errichtet werden. Diese mit
einer Spitze versehenen Säulen werden mit gleichbleibender Kraft
durch hydraulische Pressen, die sich einerseits auf der Stahlbe
tonplatte und andererseits auf den Säulen abstützen, in den
Untergrund gedrückt, bis ein tragfähiger Grund oder ausreichende
Mantelreibung erreicht ist.
Die auf den das Bauwerk einfassenden Schlitzwandungen und den
innerhalb von diesen angeordneten Stahlbetonsäulen abgestützte
Stahlbetonplatte stellt ein mehrfach statisch unbestimmtes Sy
stem dar, in dem die einzelnen Säulen entsprechend den auf die
sen ruhenden Belastungen unterschiedlich große Stützkräfte aufzu
nehmen haben. Um Verformungen der Stahlbetonplatte aus der hori
zontalen Ebene heraus zu vermeiden, werden die von den hydrauli
schen Pressen aufzubringenden Kräfte zweckmäßigerweise entspre
chend dem Gewicht und den Belastungen der Stahlbetonplatte sowie
der Verteilung der Säulen unter dieser berechnet.
Die Pressenkräfte könnten auch durch eine Messung evtl. Verfor
mungen der Stahlbetonplatte bestimmt werden. Ein derartiges Fein-
Nivellement ist jedoch sehr schwer durchzuführen, so daß es
zweckmäßiger ist, die von den Pressen aufzubringenden und im
wesentlichen konstant zu haltenden Kräfte rechnerisch zu ermit
teln.
Die hochbelasteten Stahlbetonsäulen werden mit einem hohen Stahl
anteil ihrer Bewehrungen hergestellt, so daß es schwierig ist,
diese dicht an eine Sohlplatte anzuschließen, weil wegen des
hohen Stahlanteils Fugenbänder nicht tief genug in die Stahlbe
tonsäulen eingebracht werden können. Die Stahlbetonsäulen werden
daher mit verbreiterten Fußteilen hergestellt und an diese wird
dann eine die Sohle des Hohlraums bildende Betonplatte ange
schlossen. Die Sohle kann dabei mit der Oberfläche des verbrei
terten Fußteils fluchten. Die verbreiterten Fußteile der Säulen
schaffen weiterhin den Vorteil, daß diese über den Stützteil des
Fundamentsockels für die Säulen überkragende Randbereiche bil
den, unter denen dann ringförmig die die Stützkräfte aufbringen
den Pressen angeordnet werden können.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachstehend anhand
der Zeichnung näher erläutert. In dieser zeigt
Fig. 1 einen Vertikalschnitt durch den Fußteil einer
über hydraulische Pressen auf einem Fundament
sockel abgestützten Stahlbetonsäule,
Fig. 2 einen Horizontalschnitt durch den Fundamentsockel
längs der Linie II-II in Fig. 1 und
Fig. 3 eine vergrößerte Darstellung eines Ausschnitts
aus Fig. 1.
Nachdem in der älteren Patentanmeldung P 41 19 259.1 beschrie
benen Verfahren werden zunächst die tragenden Wände eines Ge
bäudes durch Abstützen auf Wurzelpfählen abgefangen. Diese
Wurzelpfähle werden so tief in den Boden eingebracht, daß eine
sichere Abfangung ohne unerwünschtes Setzen gewährleistet ist.
Das zu unterfangende Gebäude wird mit einer Schlitzwand-
und/oder Bohrpfahleinfassung versehen. Sodann wird ausgehend von
einer vorzugsweise von einer Bohrpfahleinfassung eingefaßten Bau
grube unter der Sohle bzw. Sohlplatte des Gebäudes ein hori
zontal vorgetriebener Aushub vorgenommen, bei dem auch die zuvor
niedergebrachten Wurzelpfähle zum Teil freigelegt werden. In
diesen Aushub wird sodann vorzugsweise abschnittweise eine Stütz
decke aus Stahlbeton eingebracht. Da diese Stützdecke über die
später einzubauenden Stahlbetonsäulen das gesamte Gebäude zu
tragen hat, ist diese in ausreichender Dicke, beispielsweise mit
einer Dicke von 1 bis 3 m, auszuführen. Sobald die die Stütz
decke bildende Stahlbetonplatte unter das Gebäude bzw. einen
wesentlichen Teil des Gebäudes eingebaut ist, muß diese gegen
über der späteren Sohle des untersten zu errichtenden Geschosses
abgestützt werden. Zu diesem Zwecke werden unter der durch die
Stahlbetondecke gebildeten Stützdecke einen Arbeitsraum bilden
den Stollen oder Strecken aufgefahren. Ausgehend von diesem
Arbeitsraum werden dann zwischen der Stahlbetonplatte und der
späteren Sohle Schächte ausgehoben. Dies geschieht in bekannter
Weise durch Bagger oder Greifeinrichtungen, die beispielsweise
an der Unterseite der Stahlbetondecke aufgehängt werden können.
Der Schacht wird um so viel tiefer als die spätere Sohle ausge
hoben, daß in dieser Fundamentsockel eingebaut werden können,
auf die anschließend die die Stahlbetonplatte abstützenden
Säulen errichtet werden. Sobald die Stützdecke auf den Säulen
abgestützt ist, wird der Boden zwischen der Stützdecke und der
Sohle des untersten zu erstellenden Geschosses ausgehoben. In
den so gebildeten Hohlraum können dann Zwischendecken für Unter
geschosse eingebaut werden.
Anhand der Zeichnung wird nun die Abstützung der nicht darge
stellten Stahlbetonplatte über die Stahlbetonsäulen 1 beschrie
ben. Zum Einbau der Stahlbetonsäulen 1 werden Schächte 2 nieder
gebracht, die mit einer Spritzbetonauskleidung 3 versehen wer
den. Sobald der Schacht 2 bis unter die Sohle 4 des Hohlraumes
ausgehoben worden ist, wird der Fundamentsockel 5 eingebaut. Der
Schacht ist im Bereich des Fundamentsockels 5 konusartig erwei
tert, um einen entsprechend vergrößerten Fudamentsockel ein
bringen zu können.
Auf den Fundamentsockel 5 wird ein Stützteil 6 mit kreisförmigen
Querschnitt betoniert. Auf den derart vorbereiteten Fundament
sockel werden dann die aus Hydro-Flachzylindern bestehenden hy
draulischen Pressen 7 eingebaut und durch ein Blech 8 abgedeckt,
das dann den Schalboden für das Betonieren der Stahlbetonsäulen
bildet. Auf den Blech-Stahlbetonboden wird zunächst ein ver
breitertes Basisteil 9 der Säulen 1 betoniert, das einstückig
mit den Stahlbetonsäulen 1 geringeren Durchmessers verbunden
ist.
Zwischen den hydraulischen Pressen 7 und dem Fundamentsockel 5
ist eine Mörtelausgleichsschicht 10 vorgesehen. Gegenüber dem
das Stützteil 6 überragenden Randbereich des verbreiterten Basis
teils 9 sind die Pressen 7 durch einen Stellring und eine Kugel
platte 11 abgestützt.
Mit dem Blech-Schalboden 8 ist ein Schalring 12 verbunden, der
den sich zwischen dem Stützteil 6 und dem Blech-Schalboden 8 beim
Hochpressen der Säule 1 mit Basisteil 9 ausbildenden Spalt ab
deckt. Das Basisteil ist mit schräg verlaufenden Kanälen 13
versehen, die durch gestrichelte Linien angedeutet
sind und in den sich ausbildenden Spalt münden. Nach Abklingen
der Setzungen kann dann der Spalt über die Kanäle 13 mit einem
hochfesten Beton 14 gefüllt und gleichzeitig entlüftet werden.
In das Basisteil 9 der Säulen 1 wird ein Fugenband 15 und Anker
16 einbetoniert, die dann dem Anschluß der späteren Sohlplatte
dienen. Vor dem Betonieren der Sohlplatte werden die Pressen 7
ausgebaut.
Wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, können aus einer zu dem Stütz
teil 6 konzentrischen Kreislinie 17 in gleichen Abständen die
hydraulischen Pressen 7 angeordnet werden. In dem dargestellten
Ausführungsbeispiel sind 8 hydraulische Pressen vorgesehen.
Claims (3)
1. Verfahren zum Abstützen einer belasteten Stahlbetonplatte,
vorzugsweise einer ein Gebäude unterfangenden Stahlbetondec
ke, unter der ein Hohlraum aufgefahren wird, von dem ausge
hend die Stahlbetonplatte stützende Stahlbetonsäulen errich
tet werden,
bei dem zwischen Säulen und Stahlbetonplatte hydraulische Pressen angeordnet werden, die gewährleisten, daß die Stahl betonplatte im wesentlichen in ihrer horizontalen Ebene ver bleibt,
bei dem nach einer Zeit, in der sämtliche Setzungen abgeklun gen sind, der sich zwischen Stahlbetonplatte und Stahlbeton säule ausgebildete Spalt bzw. Zwischenraum mit einem hoch festen Vergußmaterial verfüllt wird, und
bei dem anschließend die Pressen entfernt werden,
dadurch gekennzeichnet,
daß im Bereich der Sohle des Hohlraums Fundamentsockel ein gebaut und auf diese die die Stahlbetonplatte abstützenden Stahlbetonsäulen errichtet werden,
daß jede Stahlbetonsäule mit einem einen Stützteil des Fun damentsockels überragenden Querschnitt ihres Fußteils herge stellt wird,
daß zwischen dem das Stützteil umgebenden Teil des Fundament sockels und der Unterseite des dieses Stützteil überragenden Randbereichs des Fußteils hydraulische Pressen angeordnet werden, die jede Säule mit Kräften anheben, und
daß der sich zwischen dem Stützteil und der Unterseite des Fußteils der Stahlbetonsäule ausgebildete Spalt verfüllt wird.
bei dem zwischen Säulen und Stahlbetonplatte hydraulische Pressen angeordnet werden, die gewährleisten, daß die Stahl betonplatte im wesentlichen in ihrer horizontalen Ebene ver bleibt,
bei dem nach einer Zeit, in der sämtliche Setzungen abgeklun gen sind, der sich zwischen Stahlbetonplatte und Stahlbeton säule ausgebildete Spalt bzw. Zwischenraum mit einem hoch festen Vergußmaterial verfüllt wird, und
bei dem anschließend die Pressen entfernt werden,
dadurch gekennzeichnet,
daß im Bereich der Sohle des Hohlraums Fundamentsockel ein gebaut und auf diese die die Stahlbetonplatte abstützenden Stahlbetonsäulen errichtet werden,
daß jede Stahlbetonsäule mit einem einen Stützteil des Fun damentsockels überragenden Querschnitt ihres Fußteils herge stellt wird,
daß zwischen dem das Stützteil umgebenden Teil des Fundament sockels und der Unterseite des dieses Stützteil überragenden Randbereichs des Fußteils hydraulische Pressen angeordnet werden, die jede Säule mit Kräften anheben, und
daß der sich zwischen dem Stützteil und der Unterseite des Fußteils der Stahlbetonsäule ausgebildete Spalt verfüllt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
von den Pressen aufzubringenden Kräfte entsprechend dem Ge
wicht und der Belastung der Stahlbetonplatte sowie der Ver
teilung der Säulen unter dieser berechnet werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Säulen mit verbreiterten Fußteilen hergestellt wer
den und an diese eine die Hohlraumsohle bildende Betonplatte
angeschlossen wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4201667A DE4201667C2 (de) | 1992-01-22 | 1992-01-22 | Verfahren zum Abstützen einer belasteten Stahlbetonpplatte |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
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Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4201667A1 DE4201667A1 (de) | 1993-08-05 |
| DE4201667C2 true DE4201667C2 (de) | 1995-06-01 |
Family
ID=6450034
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE4201667A Expired - Fee Related DE4201667C2 (de) | 1992-01-22 | 1992-01-22 | Verfahren zum Abstützen einer belasteten Stahlbetonpplatte |
Country Status (1)
| Country | Link |
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Family Cites Families (4)
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| GB2024283A (en) * | 1978-06-30 | 1980-01-09 | Mctay Eng Co Ltd | Underpinning |
| DE3023892A1 (de) * | 1980-06-26 | 1982-01-28 | A. Möhlenbruch GmbH & Co KG, 4300 Essen | Verfahren und vorrichtung zum heben und/oder senken von gebaeuden oder -teilen, unter verwendung von hydraulischen zylinder-kolben-einheiten, welche einzeln und/oder gruppenweise zusammengefasst steuerbar sind |
| DE4119259A1 (de) * | 1991-06-11 | 1992-12-17 | Kunz Alfred & Co | Verfahren zur herstellung von untergeschossen unter ein bestehendes gebaeude |
-
1992
- 1992-01-22 DE DE4201667A patent/DE4201667C2/de not_active Expired - Fee Related
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE4201667A1 (de) | 1993-08-05 |
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