DE4206845C2 - Vorrichtung zum Bestimmen des Anteils einer Gaskomponente in einem Gasgemisch sowie Verwendung der Vorrichtung - Google Patents
Vorrichtung zum Bestimmen des Anteils einer Gaskomponente in einem Gasgemisch sowie Verwendung der VorrichtungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Bestimmen des
Anteils einer Gaskomponente in einem Gasgemisch gemäß dem
Oberbegriff des Anspruches 1. Eine solche Vorrichtung ist
sowohl aus der DE-PS 2 42 704 als auch aus der DE-PS 275
084 bekannt. Die Erfindung betrifft weiterhin die Verwen
dung einer derartigen Vorrichtung.
Üblicherweise wird der Anteil von Gaskomponenten in einem
Gasgemisch mit Hilfe von Sensoren bestimmt, die für die
entsprechenden Gase ausgelegt sind. Allerdings sind diese
Sensoren ausgesprochen empfindlich gegen Verunreinigungen,
zudem erfordern sie oftmals einen hohen Aufwand bei der
Auswertung der Messungen. Wenn zudem in einem Bereich ho
her Temperaturen gemessen werden soll, kommt eine Störan
fälligkeit der Meßanordnung hinzu.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die bekannte
Vorrichtung dahingehend weiterzubilden, daß sie bei Garge
räten der bekannten Art in einfacher Weise eine Dichtebe
stimmung und abhängig hiervon die Ermittlung des Anteils
an Wasserdampf in der Garraumatmosphäre bzw. die Regelung
dieses Anteils ermöglicht.
Diese Aufgabe wird bei einer Vorrichtung der eingangs ge
nannten Gattung mit den Merkmalen des kennzeichnenden Tei
les von Patentanspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestal
tungen der Vorrichtung sind Gegenstand der Unteransprüche.
Eine Verwendung ist in Anspruch 4 angegeben.
Es ist unter anderem vorgesehen, daß in dem Gasgemisch
durch einen Rotor eine Druckdifferenz in einer Strömung
aufgebaut wird, diese Druckdifferenz gemessen und daraus
die Dichte des Gasgemisches abgeleitet wird und die Dichte
zum Bestimmen des Anteils an Wasserdampf verwendet wird.
Der Erfindung liegt die seit langem bekannte Erkenntnis
zugrunde, daß die Schwierigkeiten herkömmlicher Messungen
einfach dadurch überwunden werden können, daß die inter
essierenden Größen nicht direkt, sondern indirekt bestimm
bar sind. Dabei wird ausgenutzt, daß die Druckdifferenz in
einem strömenden Gas direkt proportional zur Dichte des
Gases bzw. des Gasgemisches ist, sofern die übrigen Para
meter der Strömung konstant gehalten werden. Ist einmal
die Dichte des Gasgemisches ermittelt, so kann, wenn die
Parameter des Rest-Gasgemisches bekannt sind, der Anteil
der interessierenden Gaskomponente auf einfache Weise be
stimmt werden.
Dazu sei angenommen, daß die Gaskomponente G1 sowie das
Rest-Gasgemisch G2 jeweils für sich als ein ideales Gas zu
behandeln sind, wobei im Bedarfsfall zur genauen Berech
nung die jeweiligen Realgasfaktoren herangezogen werden
können. Dann gilt jeweils für die einzelnen Partialdrücke
pt, p₂, da beide Bestandteile des Gasgemisches sich in dem
selben Volumen V auf gleicher Temperatur befinden:
p₁ * V = m₁ * R₁ * T, (I)
p₂ * V = m₂ * R₂ * T; (II)
p₂ * V = m₂ * R₂ * T; (II)
wobei m₁, m₂ die Massen der Bestandteile sind. Mit R₁, R₂
werden die jeweiligen Gaskonstanten bezeichnet, d. h., sie
stellen für jede Gassorte bzw. jedes homogene Gasgemisch
einen festen Wert dar. Damit ergibt sich der Gesamtdruck pg
des Gasgemisches zu
pg = p₁ + p₂ (III)
beziehungsweise, unter Verwendung der Gleichung (I) und
(II) und durch Ausnutzen der Definitionsgleichung für die
Dichte ρg des Gasgemisches
ρg = (m₁ + m₂)/V (IV)
und der Definitionsgleichung für den Massenanteil x der
Gaskomponente 1
x = m₁/(M₁ + m₂) (V)
zu
pg = ρg * (x * R₁ * T + (1 - x) * R₂ * T) (VI)
woraus sich x berechnen läßt, nämlich als
Für die Auswertung ist es oftmals ausreichend, wenn der
Gesamtdruck pg und die Temperatur T als konstant angenommen
werden. Dann geht als ein einziger Parameter die Druckdif
ferenz in die Auswertung ein, so daß diese ausgesprochen
schnell vorgenommen werden kann. Bei vielen Anwendungen
wird allerdings zumindest die Temperatur ein sich ändern
der oder schwankender Parameter sein.
Insbesondere um die Meßgenauigkeit einer Meßvorrichtung zu
erhöhen, können der Gesamtdruck des Gasgemisches und/oder
die Temperatur des Gasgemisches erfaßt werden.
Gemäß der Erfindung wird die Druckdifferenz durch Erzeugen
eines Wirbels in dem Gasgemisch aufgebaut.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung läßt sich insbesondere
auch dann einsetzen, wenn herkömmliche Bestimmungsmethoden
scheitern. Oftmals stellt sich das Problem, beispielsweise
den Anteil des Wasserdampfes oder seinen Partialdruck zu
ermitteln, wobei das Rest-Gasgemisch dann Luft wäre. Mit
der erfindungsgemäßen Vorrichtung kann dies sogar dann
durchgeführt werden, wenn hohe Umgebungstemperaturen herr
schen. Auch eine Gefahr des Ausfalls der Vorrichtung, bei
spielsweise durch Verschmutzen, ist nahezu ausgeschaltet.
Dabei kann zum Erfassen des Gesamtdruckes des Gasgemisches
ebenfalls ein Druckmesser vorgesehen sein.
Ferner kann es vorteilhaft sein, eine Temperaturerfas
sungseinrichtung vorzusehen.
Die Einrichtung zum Erzeugen einer Strömung in dem Gasge
misch ist ein Rotor. Dieser erzeugt einen Wirbel, wobei
die unterschiedlichen Strömungsverhältnisse in radialer
Richtung für die Ausbildung einer Druckdifferenz verant
wortlich sind. Abgesehen von der Lage der Meßpunkte, die
bevorzugt hinreichend im Inneren des Wirbels liegen sol
len, ist die sich ausbildende Druckdifferenz abhängig von
dem Radius des Wirbels und der Winkelgeschwindigkeit bzw.
der Drehzahl des Rotors, so daß gegebenenfalls auch diese
Größen zu erfassen und für die Auswertung bereitzustellen
sind.
Oftmals sind die sich einstellenden Druckdifferenzen sehr
gering. Daher ist eine geeignete Auswahl des Druckmessers
besonders wichtig. So hat sich gezeigt, daß zweckmäßiger
weise der Druckmesser ein Piezoquarz-Druckmesser bzw.
Differenzdruckmesser ist, mit dem Drücke bis hinab zu we
nigen mbar erfaßt werden können.
Die Vorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung ist zum
Überwachen des Anteils an Wasserdampf in der Atmosphäre
eines Garraums oder als Geber für die Steuerung bzw. Rege
lung des Anteils an Wasserdampf in dem Garraum vorgesehen.
Die Qualität von Koch- und Garprozessen hängt entscheidend
davon ab, ob eine hinsichtlich des Wasserdampfes optimier
te Atmosphäre innerhalb des Garraumes aufrechterhalten
werden kann.
Erfindungsgemäß sind Hilfsschaufeln rückseitig an einer
Scheibe eines ohnehin vorhandenen Gebläserades vorgesehen.
Es kann dann derselbe Antrieb wie für das Gebläserad be
nutzt werden, so daß keine zusätzlichen baulichen Maßnah
men erforderlich sind. Es wird auch durch diese Anordnung
der Hilfsschaufeln vermieden, daß die Messung unerwünsch
ten und zum Teil auch unbeeinflußbaren Störungen aus dem
Garraum ausgesetzt ist.
Im folgenden soll die Erfindung lediglich beispielhaft
anhand der beigefügten Zeichnungen näher beschrieben wer
den. Es zeigt:
Fig. 1 ein schematisches Diagramm des Ablaufes eines
Verfahrens gemäß der vorliegenden Erfindung;
Fig. 2 eine Draufsicht auf einen Rotor zum Erzeugen
eines Wirbels und
Fig. 3 in schematischer Darstellung eine Querschnitts
ansicht eines Gebläserades, bei dem zusätzliche
Hilfsschaufeln an seiner Rückseite vorgesehen
sind.
Gemäß dem Verfahrensablauf nach Fig. 1 wird zunächst der
Druck an zwei Meßpunkten bestimmt, wobei die Meßpunkte
innerhalb einer erzwungenen Strömung des Gasgemisches lie
gen. Im allgemeinen kann davon ausgegangen werden, daß der
sich einstellende Differenzdruck um so größer ist, je wei
ter die Meßpunkte in Richtung der Stromlinien der Strömung
voneinander beabstandet sind. Wenn man das Gasgemisch bei
spielsweise aus einer Düse ausströmen läßt, so wird der
Meßpunkt in der Nähe der Ausströmöffnung angeordnet sein,
der zweite Meßpunkt in Hauptrichtung der Ausströmgeschwin
digkeit davon entfernt. Ist die erzeugte Strömung ein Wir
bel, kann ein Meßpunkt in der Nähe des Wirbelzentrums, der
andere in der Nähe der Wirbelperipherie vorgesehen sein.
Die Störeinflüsse für die Messung werden geringer, wenn
man die beiden Meßpunkte hinreichend im Inneren des Wir
bels vorsieht. Dann kann man annehmen, daß die Dichte mit
Hilfe eines konstanten Radius berechnet werden kann. Aus
den Drücken an den Meßpunkten wird der Differenzdruck er
mittelt. Diese beiden Verfahrensschritte können auch zu
sammengefaßt werden, wenn ein entsprechend empfindlicher
Differenzdruckmesser, beispielsweise ein Piezoquarz-Diffe
renzdruckmesser verwendet wird. Im nächsten Schritt
erfolgt die Dichtebestimmung, wobei in diese gegebenen
falls die Ausströmgeschwindigkeit aus der Düse, soweit
diese veränderlich sein kann, beziehungsweise die Drehzahl
des Rotors und die Größe des Wirbels, der von dem Rotor
erzeugt wird, eingehen. Der Einschluß dieser Größen ergibt
sich aus strömungstheoretischen Überlegungen, sie können
formelmäßig in ein entsprechendes Kalkulationsprogramm
eingearbeitet werden. Gegebenenfalls werden Gesamtdruck
und Temperatur ermittelt, wobei die Erfassung der Tempera
tur wegen der proportionalen Abhängigkeit zur Gasdichte
wesentlich werden kann.
Aus den zur Verfügung stehenden Größen kann nunmehr der
Masseanteil einer Gaskomponente oder aber auch des Rest-
Gasgemisches bestimmt werden. Es ist bereits aufgezeigt
worden, daß unter Zuhilfenahme dieser gemessenen bzw. be
rechneten Größen auch der Partialdruck der Gaskomponente
bzw. des Rest-Gasgemisches ermittelt werden kann.
Fig. 2 zeigt schematisch ein Beispiel für einen Rotor,
der zur Erzeugung eines Wirbels dienen soll. Auf einer
Platte oder Scheibe 1, die durch die Rückseite eines Ge
bläserades gebildet ist, sind sechs sich von der Scheibe 1
vertikal erstreckende Hilfsschaufeln (Flügel) 2 in regel
mäßigen Winkelabständen angeordnet. Die Scheibe 1 ist um
eine in ihrem Zentrum angepaßte Achse drehbar. Im Bereich
zwischen zwei Hilfsschaufeln (Flügeln) sind Meßpunkte 4, 5
vorgesehen, die radial voneinander beabstandet sind, wobei
der Meßpunkt 4 nahe der Achse 3 und der Meßpunkt 5 nahe
der Peripherie der Scheibe 1 vorgesehen ist.
Fig. 3 zeigt eine Querschnittsansicht, wiederum in sche
matischer Darstellung, eines Gebläserades 6 mit rückwärtig
auf eine Scheibe 1 aufgebrachten Flügeln bzw. Hilfsschau
feln 2, welche einen Rotor wie in Fig. 2 bilden. Die An
ordnung ist gemeinsam um eine Achse 3 drehbar angeordnet.
Es hat sich gezeigt, daß für die praktische Anwendung in
einem Gargerät eine Ausführungsform nach den Fig. 2 und
3 geeignet ist, wobei die Flügel 2 aus einem 7 mm hohen
Winkelstahl bestehen. Die Anordnung dreht sich mit etwa
1470 upm, wobei ein Differenzdruck von 1 bis 2 mbar
erzeugt wird, der mittels eines Piezoquarz-Differenzdruck
messers erfaßt wird. Es kann in allen Temperaturbereichen
gearbeitet werden. Allenfalls ist eine Hochtemperaturgren
ze durch die für den Rotor und dergleichen verwendeten
Materialien vorgegeben. Weitere Grenzen findet die Vor
richtung, wenn der Differenzdruck nicht mehr mit einer
hinreichenden Meßgenauigkeit erfaßt werden kann. Diese ist
von der Rotorgeschwindigkeit abhängig, aber auch von dem
verwendeten Druckmesser.
Claims (4)
1. Vorrichtung zum Bestimmen des Anteils einer Gaskompo
nente in einem Gasgemisch, mit einem Rotor zum Erzeugen
einer Strömung in dem Gasgemisch, wenigstens einem Druck
messer zum Erfassen des Druckes in dem Gasgemisch an zwei
bezüglich der Drehachse des Rotors radial voneinander be
abstandeten Meßpunkten definierter Lage, einer Einrichtung
zum Bestimmen der Dichte des Gasgemisches als der Diffe
renz der an den beiden Meßpunkten gemessenen Druckwerten
sowie der Drehzahl und dem Radius des Rotors, und einer
Auswerteeinrichtung zum Bestimmen des Anteils der Gaskom
ponente aus der Dichte des Gasgemisches, dadurch gekenn
zeichnet, daß zum Bestimmen des Anteils an Wasserdampf in
der Atmosphäre eines Garraums der Rotor durch auf der
Rückseite einer Scheibe (1) eines Garraum-Radialgebläse
rads (6) in regelmäßigen Winkelabständen angeordnete
Hilfsschaufeln (2) gebildet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß ein Druckmesser zum Erfassen des Gesamtdruckes des
Gasgemisches vorgesehen ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß eine Temperaturerfassungseinrichtung vor
gesehen ist.
4. Verwendung der Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1
bis 3 zum Regulieren des Anteils an Wasserdampf in der
Atmosphäre eines Garraums.
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