DE4241202A1 - Amphibienleitzaun aus selbstnachspannenden Halteelementen und Naturfaser - Gewebe - Google Patents
Amphibienleitzaun aus selbstnachspannenden Halteelementen und Naturfaser - GewebeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Schutzzaun zum Leiten von
Amphibien bei der jährlichen Wanderung der Amphibien
während der Laichzeit, insbesondere entlang den Straßen
rändern, mit selbstnachspannenden Halteelementen.
Die angestrebte hohe Schutzwirkung gegen Über- und Unter
klettern des Leitzaunes wird dadurch erreicht, daß das als
Trennelement vorgesehene Naturfasergewebe durch die spezielle
Ausführung der Halteelemente sich einerseits allen Bodenun
ebenheiten angepaßt und andererseits die obere Kante des Gewebes
in einer vorgegebenen Wölbung hält und immerwährend selbst
tätig nachspannt.
Amphibienleiteinrichtungen zum Schutz der Amphibien vor Über
fahren durch Fahrzeuge an Straßen sind seit einigen Jahren
bekannt. Der überwiegende Teil dieser Leiteinrichtung muß
aus Naturschutzgründen mobil sein, d. h. die Einrichtung darf
während der Laich- und Wanderzeit der Tiere am Einsatzort auf
gebaut sein. Der Auf- und Abbau muß schnell, sicher und kosten
günstig erfolgen, Unterhalt und Pflege dürfen keine zu hohen
Kosten verursachen. Solche Leiteinrichtungen sind bekannt aus
Holzbrettern, Plastikfolie, Kunststoffnetzen- und Gittern einschl.
der unterschiedlichen Befestigungs- und Spannelemente
aus Holz, Stahl oder Kunststoff.
Die Nachteile der bisher verwendeten Leiteinrichtungen bestehen
darin, daß diese einerseits sehr zeitaufwendig mit unter
schiedlichen Halte-, Spann- und Befestigungselementen aufge
stellt werden müssen, andererseits der Ausgleich von Bodenun
ebenheiten sowie eine dauerhafte Spannung des Zaunes nur mit
sehr hohem Zeit- und Materialaufwand zu erreichen sind. Bei
Verwendung von Holzbrettern kommt das hohe Gewicht sowie das
große Volumen und der damit verbundene hohe Zeit- und Personal
aufwand bei An- und Abtransport sowie Lagerung erschwerend
hinzu. Die teilweise verwendeten Kunststoff-Gitter und Netze
leiden sehr stark unter UV-Bestrahlung, so daß die Lebens
dauer sehr begrenzt ist und sich diese Zäune schon teilweise
nach 2 oder 3 Jahren des Gebrauches nicht mehr spannen lassen,
da sie zerreißen oder einreißen. Ein weiterer wesentlicher
Nachteil der Kunststoff-Zäune ist die schwierige Entsorgung
und die damit verbundene Belastung der Umwelt durch Inanspruch
nahme von Deponieraum.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die vorstehend ge
nannten Nachteile der bekannten Systeme zu beseitigen und ein
Amphibien-Leitsystem zu schaffen, das einfach und zeitsparend
aufzustellen ist, in der Lage ist, Bodenunebenheiten weitgehend
auszugleichen und das Gewebe selbsttätig nachspannt, um
immer eine gleichbleibende Wölbung und Höhe des Trenn- und
Leitgewebes zu gewährleisten.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der
Amphibienleitzaun aus einem Naturfasergewebe, insbesondere aus
einem Kokosgewebe als Trenn- und Leitgewebe und aus mehreren
Halteelementen besteht, die je für sich hergestellt sind und
die Befestigung, Führung, Formhaltung und automatische Nach
spannung des Trennzaunes bewerkstelligen, zusammengesetzt ist.
Ein weiterer Vorteil liegt in der Verwendung des Naturfaser-
Kokosgewebes als Trenn- und Leitgewebe. Das Gewebe ist sehr
flexibel und dadurch kann der Amphibienleitzaun sowohl auf
ebenen Gelände, als auch auf stark bewegten Geländeab
schnitten, ohne besondere zusätzliche Vorrichtungen, einge
setzt werden.
Das Naturfasergewebe unterliegt so gut wie keiner Beeinträch
tigung durch UV-Bestrahlungen und kann somit auch nach vielen
Jahren des Gebrauchs, bei sachgemäßer Pflege, gespannt und
entsprechend verformt werden, ohne Schaden zu nehmen.
Die mit der Erfindung erzielten Vorteile liegen insbesondere
darin, daß statt einer Vielzahl aufwendiger Konstruktionen
aus Haltern, Spanndrähten, Kunststoffgittern- und Netzen,
Folien, Pflöcken und Brettern für verschiedene Geländeformen
oder Bodenverhältnisse nur ein Zaunsystem mit entsprechenden
Haltepfosten erforderlich ist. Durch variable Gestaltung der
Abstände zwischen den Haltepfosten ist jede Geländeunebenheit
"amphibiendicht" und formstabil zu sichern.
Die spezielle Gestaltung der Haltepfosten mit Gewebenieder
halter und Spannvorrichtungen sowie die Verwendung eines
Naturfaser-Kokosgewebes, ermöglicht einerseits einen sehr
schnellen Auf- und Abbau mit nur zwei Personen ohne besondere
Vorkenntnisse und unter Verwendung von einfachem Werkzeug
(1 mittelgroßer Hammer), andererseits kann dadurch das Gewebe
sowohl an der Unterkante wie auch an der Oberkante in der
Länge variabel den Geländeformen angepaßt und fixiert werden.
Die Oberkante wird zudem durch die Doppelspiralfeder an dem
der Spannknebel befestigt ist, immerwährend automatisch nach
gespannt um Material-Längenschwankungen des Naturfasergewebes,
z. B. durch Witterungseinflüsse, auszugleichen.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen
dargestellt und wird im folgenden näher beschrieben.
Es zeigt
Fig. 1 Leitzaun-Befestigungselement, Vorderansicht
Fig. 2 Leitzaun-Befestigungselement, Detail Rück
ansicht
Fig. 3 Leitzaun-Befestigungselement, Seitenansicht
1 Mittelpfosten aus T-Eisen, angespitzt
2 Gewebe-Formbügel mit angewinkelten
2a Tiefenbegrenzer mit Auftrittbügel
3 Gewebeniederhalter mit Erdhaken (Dorn)
4 verstärkte Kopfplatte
5 Spiralfeder-Tragplatte
6 Doppelspiralfeder mit
6a Knebel-Führungsbügel
7a Knebelhandgriff, drehbar
7b Knebelschaft
7c Knebeldruckplatte mit Dorn
8 Gewebe
2 Gewebe-Formbügel mit angewinkelten
2a Tiefenbegrenzer mit Auftrittbügel
3 Gewebeniederhalter mit Erdhaken (Dorn)
4 verstärkte Kopfplatte
5 Spiralfeder-Tragplatte
6 Doppelspiralfeder mit
6a Knebel-Führungsbügel
7a Knebelhandgriff, drehbar
7b Knebelschaft
7c Knebeldruckplatte mit Dorn
8 Gewebe
Fig. 4 Amphibienleitzaun, Gesamtansicht.
Der Amphibienleitzaun aus selbstnachspannenden Halteelementen
und Naturfasergewebe wird folgendermaßen aufgebaut:
Zunächst wird das Gewebe an der Linie ausgerollt, an der der Amphibienleitzaun stehen soll, und zwar mit der Unterseite entlang der späteren Zaunflucht. Jetzt werden die Halteelemente mit dem Mittelpfosten (1) vor der Gewebeunterkante so in die Erde gesteckt, daß der Mittelpfosten dicht am Gewebe steht und der Gewebeniederhalter (3) über dem Gewebe hängt.
Zunächst wird das Gewebe an der Linie ausgerollt, an der der Amphibienleitzaun stehen soll, und zwar mit der Unterseite entlang der späteren Zaunflucht. Jetzt werden die Halteelemente mit dem Mittelpfosten (1) vor der Gewebeunterkante so in die Erde gesteckt, daß der Mittelpfosten dicht am Gewebe steht und der Gewebeniederhalter (3) über dem Gewebe hängt.
Die Halteelemente sind je nach Geländebewegung in ca. 2-3 m
Abstand anzuordnen. Jedes Halteelement wird jetzt, nachdem
alle Halteelemente einer aufzubauenden Zaunstrecke vorgesteckt
sind, mit einem mittelgroßen Hammer durch Schläge auf die ver
stärkte Kopfplatte (4) in die Erde geschlagen. Die zweite
Person sollte dabei das Gewebe stramm vom einzuschlagenden
Element in Aufbaurichtung wegziehen, so daß das Gewebe stramm
zwischen den Halteelementen gespannt ist. Das Halteelement
wird soweit senkrecht in die Erde eingetrieben, bis der Gewebe
niederhalter (3) mit seinen beiden Spitzen ganz durch das
Gewebe (8) gedrungen ist und der Tiefenbegrenzer (2a) das
Gewebe fest an die Erde drückt.
Nachdem alle Halteelemente in dieser Art eingeschlagen worden
sind, wird das Gewebe am ersten Halteelement in Pfeilrichtung
hochgeschlagen, über den Gewebe-Formbügel (2) gelegt und mit
dem vorher hochgezogenen Knebel zunächst auf dem Gewebe-Form
bügel mit der quergestellten Knebeldruckplatte (7c) arre
tiert. Dabei legt die erste Person das Gewebe über den Bügel
und bedient den Knebel, während die zweite Person das Gewebe
in Aufstellrichtung spannt. Dieser Vorgang wird an jedem
Halteelement entsprechend wiederholt.
Ist jetzt der Amphibienleitzaun auf diese Art aufgestellt,
wird das Gewebe jeweils unten und oben, je nach Geländebewegung
nachgespannt. An der Gewebeunterkante können entweder
unter den Dornen des Gewebeniederhalters Falten eingelegt
werden, um das Gewebe zu verkürzen, oder in Mulden zusätzlich
Erdhaken zum Befestigen eingeschlagen werden. Die Gewebeober
kante wird dadurch gespannt, indem der Knebel nochmals ange
hoben wird und in die senkrechte Stellung gedreht wird, wo
durch sich das Gewebe zwischen die beiden Gewebe-Formbügel
einlegt und durch die Doppelspiralfeder (6) dauernd straff
gespannt wird. Bei Bedarf kann das Gewebe auch in einer Falte
unter die Knebeldruckplatte (7c) eingeklemmt werden.
Der an der Unterkante der Knebeldruckplatte angebrachte Dorn
verhindert das Abrutschen oder Verlagern des Gewebes.
Durch die besondere Anordnung und Wirkungsweise des Spann
knebels mit der Doppelspiralfeder ist es gewährleistet, daß
das Gewebe, wenn es durch wechselnde Wittungseinflüsse die
Länge verändert, immer automatisch in gespanntem Zustand und
vorgegebener Form gehalten wird.
Claims (6)
1. Amphibienleitzaun aus selbstnachspannenden Halteelementen
und Naturfaser-Gewebe,
dadurch gekennzeichnet, daß der
Amphibienleitzaun aus einem Naturfaser-Trenn- und Leit
gewebe und aus mehreren Halteelementen besteht, die für
sich hergestellt sind, und das Gewebe an der Oberkante
immerwährend, selbsttätig nachspannen und die obere Wölbung
des Trenn- und Leitgewebes in Form und Höhe gewähr
leisten.
2. Amphibienleitzaun aus selbstnachspannenden Halteelementen
und Naturfaser-Gewebezaun, nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das
Trenn- und Leitgewebe aus Kokos-Naturfasergewebe mit einer
bestimmten Anzahl Kett- und Schußfäden je Meßeinheit und
mit einem bestimmten Flächengewicht je m² besteht.
3. Amphibienleitzaun aus selbstnachspannenden Halteelementen
und Naturfaser-Gewebezaun
nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet, daß das
Trenn- und Leitgewebe an der Unterkante durch den Tiefen
begrenzer und den Gewebeniederhalter des Halteelementes je
nach Geländeform beliebig durch Faltenbildung gekürzt und
in dieser Lage sicher fixiert werden kann.
4. Amphibienleitzaun aus selbstnachspannenden Halteelementen
und Naturfaser-Gewebezaun
nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß das
Trenn- und Leitgewebe an der Oberkante durch den an einer
Doppelspiralfeder angebrachten Drehknebel des Halteele
ments je nach Geländeform beliebig durch Faltenbildung
gekürzt und in dieser Lage sicher fixiert werden kann.
5. Amphibienleitzaun aus selbstnachspannenden Halteelementen
und Naturfaser-Gewebezaun
nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß der Amphibienleitzaun ohne be
sondere Vorkenntnisse und mit einfachem Werkzeug von nur
zwei Personen in kürzester Zeit funktionsfähig aufgestellt
und ohne weitere Hilfsmittel den Geländeunebenheiten ange
paßt und sicher fixiert werden kann.
6. Amphibienleitzaun aus selbstnachspannenden Halteelementen
und Naturfaser-Gewebezaun
nach einem oder mehreren der
Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das
Trenn- und Leitgewebe aus einem anderen Naturfasermaterial
als unter Anspruch 2 beschrieben hergestellt ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4241202A DE4241202A1 (de) | 1992-12-08 | 1992-12-08 | Amphibienleitzaun aus selbstnachspannenden Halteelementen und Naturfaser - Gewebe |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4241202A DE4241202A1 (de) | 1992-12-08 | 1992-12-08 | Amphibienleitzaun aus selbstnachspannenden Halteelementen und Naturfaser - Gewebe |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4241202A1 true DE4241202A1 (de) | 1994-06-09 |
Family
ID=6474625
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE4241202A Withdrawn DE4241202A1 (de) | 1992-12-08 | 1992-12-08 | Amphibienleitzaun aus selbstnachspannenden Halteelementen und Naturfaser - Gewebe |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4241202A1 (de) |
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