DE4241202A1 - Amphibienleitzaun aus selbstnachspannenden Halteelementen und Naturfaser - Gewebe - Google Patents

Amphibienleitzaun aus selbstnachspannenden Halteelementen und Naturfaser - Gewebe

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DE4241202A1
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    • E01F9/658Upright bodies, e.g. marker posts or bollards; Supports for road signs characterised by means for fixing
    • E01F9/673Upright bodies, e.g. marker posts or bollards; Supports for road signs characterised by means for fixing for holding sign posts or the like
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Description

Die Erfindung betrifft einen Schutzzaun zum Leiten von Amphibien bei der jährlichen Wanderung der Amphibien während der Laichzeit, insbesondere entlang den Straßen­ rändern, mit selbstnachspannenden Halteelementen. Die angestrebte hohe Schutzwirkung gegen Über- und Unter­ klettern des Leitzaunes wird dadurch erreicht, daß das als Trennelement vorgesehene Naturfasergewebe durch die spezielle Ausführung der Halteelemente sich einerseits allen Bodenun­ ebenheiten angepaßt und andererseits die obere Kante des Gewebes in einer vorgegebenen Wölbung hält und immerwährend selbst­ tätig nachspannt.
Amphibienleiteinrichtungen zum Schutz der Amphibien vor Über­ fahren durch Fahrzeuge an Straßen sind seit einigen Jahren bekannt. Der überwiegende Teil dieser Leiteinrichtung muß aus Naturschutzgründen mobil sein, d. h. die Einrichtung darf während der Laich- und Wanderzeit der Tiere am Einsatzort auf­ gebaut sein. Der Auf- und Abbau muß schnell, sicher und kosten­ günstig erfolgen, Unterhalt und Pflege dürfen keine zu hohen Kosten verursachen. Solche Leiteinrichtungen sind bekannt aus Holzbrettern, Plastikfolie, Kunststoffnetzen- und Gittern einschl. der unterschiedlichen Befestigungs- und Spannelemente aus Holz, Stahl oder Kunststoff.
Die Nachteile der bisher verwendeten Leiteinrichtungen bestehen darin, daß diese einerseits sehr zeitaufwendig mit unter­ schiedlichen Halte-, Spann- und Befestigungselementen aufge­ stellt werden müssen, andererseits der Ausgleich von Bodenun­ ebenheiten sowie eine dauerhafte Spannung des Zaunes nur mit sehr hohem Zeit- und Materialaufwand zu erreichen sind. Bei Verwendung von Holzbrettern kommt das hohe Gewicht sowie das große Volumen und der damit verbundene hohe Zeit- und Personal­ aufwand bei An- und Abtransport sowie Lagerung erschwerend hinzu. Die teilweise verwendeten Kunststoff-Gitter und Netze leiden sehr stark unter UV-Bestrahlung, so daß die Lebens­ dauer sehr begrenzt ist und sich diese Zäune schon teilweise nach 2 oder 3 Jahren des Gebrauches nicht mehr spannen lassen, da sie zerreißen oder einreißen. Ein weiterer wesentlicher Nachteil der Kunststoff-Zäune ist die schwierige Entsorgung und die damit verbundene Belastung der Umwelt durch Inanspruch­ nahme von Deponieraum.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die vorstehend ge­ nannten Nachteile der bekannten Systeme zu beseitigen und ein Amphibien-Leitsystem zu schaffen, das einfach und zeitsparend aufzustellen ist, in der Lage ist, Bodenunebenheiten weitgehend auszugleichen und das Gewebe selbsttätig nachspannt, um immer eine gleichbleibende Wölbung und Höhe des Trenn- und Leitgewebes zu gewährleisten.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Amphibienleitzaun aus einem Naturfasergewebe, insbesondere aus einem Kokosgewebe als Trenn- und Leitgewebe und aus mehreren Halteelementen besteht, die je für sich hergestellt sind und die Befestigung, Führung, Formhaltung und automatische Nach­ spannung des Trennzaunes bewerkstelligen, zusammengesetzt ist. Ein weiterer Vorteil liegt in der Verwendung des Naturfaser- Kokosgewebes als Trenn- und Leitgewebe. Das Gewebe ist sehr flexibel und dadurch kann der Amphibienleitzaun sowohl auf ebenen Gelände, als auch auf stark bewegten Geländeab­ schnitten, ohne besondere zusätzliche Vorrichtungen, einge­ setzt werden.
Das Naturfasergewebe unterliegt so gut wie keiner Beeinträch­ tigung durch UV-Bestrahlungen und kann somit auch nach vielen Jahren des Gebrauchs, bei sachgemäßer Pflege, gespannt und entsprechend verformt werden, ohne Schaden zu nehmen.
Die mit der Erfindung erzielten Vorteile liegen insbesondere darin, daß statt einer Vielzahl aufwendiger Konstruktionen aus Haltern, Spanndrähten, Kunststoffgittern- und Netzen, Folien, Pflöcken und Brettern für verschiedene Geländeformen oder Bodenverhältnisse nur ein Zaunsystem mit entsprechenden Haltepfosten erforderlich ist. Durch variable Gestaltung der Abstände zwischen den Haltepfosten ist jede Geländeunebenheit "amphibiendicht" und formstabil zu sichern.
Die spezielle Gestaltung der Haltepfosten mit Gewebenieder­ halter und Spannvorrichtungen sowie die Verwendung eines Naturfaser-Kokosgewebes, ermöglicht einerseits einen sehr schnellen Auf- und Abbau mit nur zwei Personen ohne besondere Vorkenntnisse und unter Verwendung von einfachem Werkzeug (1 mittelgroßer Hammer), andererseits kann dadurch das Gewebe sowohl an der Unterkante wie auch an der Oberkante in der Länge variabel den Geländeformen angepaßt und fixiert werden. Die Oberkante wird zudem durch die Doppelspiralfeder an dem der Spannknebel befestigt ist, immerwährend automatisch nach­ gespannt um Material-Längenschwankungen des Naturfasergewebes, z. B. durch Witterungseinflüsse, auszugleichen.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und wird im folgenden näher beschrieben. Es zeigt
Fig. 1 Leitzaun-Befestigungselement, Vorderansicht
Fig. 2 Leitzaun-Befestigungselement, Detail Rück­ ansicht
Fig. 3 Leitzaun-Befestigungselement, Seitenansicht
1 Mittelpfosten aus T-Eisen, angespitzt
2 Gewebe-Formbügel mit angewinkelten
2a Tiefenbegrenzer mit Auftrittbügel
3 Gewebeniederhalter mit Erdhaken (Dorn)
4 verstärkte Kopfplatte
5 Spiralfeder-Tragplatte
6 Doppelspiralfeder mit
6a Knebel-Führungsbügel
7a Knebelhandgriff, drehbar
7b Knebelschaft
7c Knebeldruckplatte mit Dorn
8 Gewebe
Fig. 4 Amphibienleitzaun, Gesamtansicht.
Der Amphibienleitzaun aus selbstnachspannenden Halteelementen und Naturfasergewebe wird folgendermaßen aufgebaut:
Zunächst wird das Gewebe an der Linie ausgerollt, an der der Amphibienleitzaun stehen soll, und zwar mit der Unterseite entlang der späteren Zaunflucht. Jetzt werden die Halteelemente mit dem Mittelpfosten (1) vor der Gewebeunterkante so in die Erde gesteckt, daß der Mittelpfosten dicht am Gewebe steht und der Gewebeniederhalter (3) über dem Gewebe hängt.
Die Halteelemente sind je nach Geländebewegung in ca. 2-3 m Abstand anzuordnen. Jedes Halteelement wird jetzt, nachdem alle Halteelemente einer aufzubauenden Zaunstrecke vorgesteckt sind, mit einem mittelgroßen Hammer durch Schläge auf die ver­ stärkte Kopfplatte (4) in die Erde geschlagen. Die zweite Person sollte dabei das Gewebe stramm vom einzuschlagenden Element in Aufbaurichtung wegziehen, so daß das Gewebe stramm zwischen den Halteelementen gespannt ist. Das Halteelement wird soweit senkrecht in die Erde eingetrieben, bis der Gewebe­ niederhalter (3) mit seinen beiden Spitzen ganz durch das Gewebe (8) gedrungen ist und der Tiefenbegrenzer (2a) das Gewebe fest an die Erde drückt.
Nachdem alle Halteelemente in dieser Art eingeschlagen worden sind, wird das Gewebe am ersten Halteelement in Pfeilrichtung hochgeschlagen, über den Gewebe-Formbügel (2) gelegt und mit dem vorher hochgezogenen Knebel zunächst auf dem Gewebe-Form­ bügel mit der quergestellten Knebeldruckplatte (7c) arre­ tiert. Dabei legt die erste Person das Gewebe über den Bügel und bedient den Knebel, während die zweite Person das Gewebe in Aufstellrichtung spannt. Dieser Vorgang wird an jedem Halteelement entsprechend wiederholt.
Ist jetzt der Amphibienleitzaun auf diese Art aufgestellt, wird das Gewebe jeweils unten und oben, je nach Geländebewegung nachgespannt. An der Gewebeunterkante können entweder unter den Dornen des Gewebeniederhalters Falten eingelegt werden, um das Gewebe zu verkürzen, oder in Mulden zusätzlich Erdhaken zum Befestigen eingeschlagen werden. Die Gewebeober­ kante wird dadurch gespannt, indem der Knebel nochmals ange­ hoben wird und in die senkrechte Stellung gedreht wird, wo­ durch sich das Gewebe zwischen die beiden Gewebe-Formbügel einlegt und durch die Doppelspiralfeder (6) dauernd straff gespannt wird. Bei Bedarf kann das Gewebe auch in einer Falte unter die Knebeldruckplatte (7c) eingeklemmt werden. Der an der Unterkante der Knebeldruckplatte angebrachte Dorn verhindert das Abrutschen oder Verlagern des Gewebes.
Durch die besondere Anordnung und Wirkungsweise des Spann­ knebels mit der Doppelspiralfeder ist es gewährleistet, daß das Gewebe, wenn es durch wechselnde Wittungseinflüsse die Länge verändert, immer automatisch in gespanntem Zustand und vorgegebener Form gehalten wird.

Claims (6)

1. Amphibienleitzaun aus selbstnachspannenden Halteelementen und Naturfaser-Gewebe, dadurch gekennzeichnet, daß der Amphibienleitzaun aus einem Naturfaser-Trenn- und Leit­ gewebe und aus mehreren Halteelementen besteht, die für sich hergestellt sind, und das Gewebe an der Oberkante immerwährend, selbsttätig nachspannen und die obere Wölbung des Trenn- und Leitgewebes in Form und Höhe gewähr­ leisten.
2. Amphibienleitzaun aus selbstnachspannenden Halteelementen und Naturfaser-Gewebezaun, nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Trenn- und Leitgewebe aus Kokos-Naturfasergewebe mit einer bestimmten Anzahl Kett- und Schußfäden je Meßeinheit und mit einem bestimmten Flächengewicht je m² besteht.
3. Amphibienleitzaun aus selbstnachspannenden Halteelementen und Naturfaser-Gewebezaun nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Trenn- und Leitgewebe an der Unterkante durch den Tiefen­ begrenzer und den Gewebeniederhalter des Halteelementes je nach Geländeform beliebig durch Faltenbildung gekürzt und in dieser Lage sicher fixiert werden kann.
4. Amphibienleitzaun aus selbstnachspannenden Halteelementen und Naturfaser-Gewebezaun nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Trenn- und Leitgewebe an der Oberkante durch den an einer Doppelspiralfeder angebrachten Drehknebel des Halteele­ ments je nach Geländeform beliebig durch Faltenbildung gekürzt und in dieser Lage sicher fixiert werden kann.
5. Amphibienleitzaun aus selbstnachspannenden Halteelementen und Naturfaser-Gewebezaun nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Amphibienleitzaun ohne be­ sondere Vorkenntnisse und mit einfachem Werkzeug von nur zwei Personen in kürzester Zeit funktionsfähig aufgestellt und ohne weitere Hilfsmittel den Geländeunebenheiten ange­ paßt und sicher fixiert werden kann.
6. Amphibienleitzaun aus selbstnachspannenden Halteelementen und Naturfaser-Gewebezaun nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Trenn- und Leitgewebe aus einem anderen Naturfasermaterial als unter Anspruch 2 beschrieben hergestellt ist.
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