DE4308203C2 - Plasmaätzvorrichtung - Google Patents
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Description
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Plasmaätz
vorrichtung, bei der Elektronzyklotronresonanz
verwendet ist.
Fig. 4 zeigt in einer schematischen Ansicht eine Plasmaätz
vorrichtung. In dieser Figur ist ein Träger 3 zum Anordnen
und Halten einer Probe wie beispielsweise einem Halbleiter
wafer 2 dargestellt, der in einer Reaktionskammer 1 angeord
net ist. Auf der oberen Seite der Reaktionskammer 1 ist eine
Gaseinlaßleitung 4 zum Einführen eines reaktiven Gases in
die Reaktionskammer 1 vorgesehen. Außerhalb der Reaktions
kammer 1 ist eine Mikrowellenerzeugungsvorrichtung, z. B.
eine Mikrowellenleistungsquelle 5 zum Erzeugen von Mikrowel
len vorgesehen. Mikrowellen mit einer vorbestimmten Fre
quenz, die durch die Mikrowellenleistungsquelle 5 erzeugt
werden, werden in die Reaktionskammer 1 über einen Wellen
leiter und ein Quarzfenster 7 geführt. Des weiteren ist am
äußeren Rand des auf der Reaktionskammer 1 vorgesehenen
Quarzfensters 7 eine Spule 8 vorgesehen, die als Magnet
felderzeugungsvorrichtung dient. Die Spule 8 bewirkt, daß
ein Magnetfeld mit einer vorbestimmten Magnetfelddichte an
eine Oberfläche des auf dem Träger 3 angeordneten Halblei
terwafers 2 in vertikaler Richtung geführt wird. Die Magnet
felderzeugungsvorrichtung kann entweder eine Spule oder
einen Permanentmagneten aufweisen. Ein Auslaßanschluß 9 ist
desweiteren auf der unteren Seite der Reaktionskammer 1 vor
gesehen, und ferner ist eine (nicht näher dargestellte) Aus
laßvorrichtung wie beispielsweise eine Vakuumpumpe oder der
gleichen mit dem Auslaßanschluß 9 verbunden, so daß die Re
aktionskammer 1 evakuiert werden kann und auf einem vorbe
stimmten Vakuum gehalten werden kann.
Falls bei dieser Plasmaätzvorrichtung der Halbleiterwafer 2
geätzt werden soll, wird die Reaktionskammer 1 zunächst eva
kuiert, und anschließend wird ein Reaktionsgas, wie bei
spielsweise ein Halogengas oder dergleichen, aus der Gasein
laßleitung 4 eingeführt, während die Reaktionskammer 1 zur
Aufrechterhaltung des Inneren der Reaktionskammer 1 auf
einen vorbestimmten Druck evakuiert wird. Daran anschließend
werden durch die Mikrowellenleistungsquelle 5 Mikrowellen
erzeugt und über den Wellenleiter 6 und das Quarzfenster 7
in die Reaktionskammer 1 geführt, wobei in der Reaktionskam
mer 1 durch die Spule 8 ein Magnetfeld angelegt ist. Die Re
sonanz zwischen dem Magnetfeld und den Mikrowellen bewirkt,
daß Elektronen Zyklotronbewegungen durchführen und Energie
absorbieren, so daß ein hochdichtes Plasma durch Kollision
der Elektronen mit dem reaktiven Gas erzeugt wird. Das er
zeugte Plasma wird entlang der durch die Spule 8 erzeugten
Magnetfeldlinien an den Halbleiterwafer 2 zur Ätzung des
Halbleiterwafers 2 geführt.
Auf der Oberfläche des mit dem Plasma in einer senkrechten
Richtung bestrahlten Halbleiterwafers 2 wird ein sogenanntes
elektrisches Ionenabschirmfeld ("sheath") erzeugt auf Grund
eines Potentialunterschiedes zwischen dem Plasmapotential
und dem Schwebepotential ("floating potential"). Kationen
(die im folgenden als "Ionen" bezeichnet werden), die in dem
Plasma vorhanden sind, werden durch das elektrische
Ionenabschirmfeld beschleunigt und dadurch auf die Oberflä
che des Halbleiterwafers 2 mit guter Linearität geführt, so
daß auf der Oberfläche des Halbleiterwafers 2 eine Fein
strukturierung gebildet wird.
Da die in dem Plasma vorhandenen Ionen durch das elektrische
Ionenabschirmfeld wie vorstehend beschrieben beschleunigt
werden, werden die Ionen auf den Halbleiterwafer 2 mit
gleichförmigen Richtungseigenschaften geführt. Im Gegensatz
hierzu werden die Elektronen in dem Plasma durch das elek
trische Ionenabschirmfeld abgebremst und somit an den Wafer
2 ohne Richtungseigenschaften geführt.
Dieser Zustand ist des weiteren in größeren Einzelheiten un
ter Bezugnahme auch auf Fig. 5 und 6 beschrieben. Die
Fig. 5 und 6 zeigen in vergrößerten Schnittansichten
der Oberfläche des Halbleiterwafer 2 das Verhalten der Io
nen und der Elektronen während der Feinstrukturierungsätzung
des Halbleiterwafers 2 unter Verwendung einer Plas
maätzvorrichtung. Gemäß Fig. 5 sind ein SiO₂-Film 10, ein
Si-Film 11 und eine Photolackstrukturierung 12 in dieser
Reihenfolge auf der Oberfläche des Halbleiterwafers 2 gebil
det, so daß die Ätzung unter Verwendung einer Maske der Pho
tolackstrukturierung 12 durchgeführt wird. Da sowohl die Io
nen, als auch die Elektronen zu der Oberfläche der Photo
lackstrukturierung 12 mit der fortschreitenden Ätzung gelie
fert werden, wird die elektrische Neutralität aufrechterhal
ten. Da die Ionen in eine Mikrostrukturierung 13 in vertika
ler Richtung zur Oberfläche des Halbleiterwafers 2 eintre
ten, erreichen die Ionen den Boden 15 der Mikrostrukturie
rung 13, ohne mit der Seitenwand 14 der Mikrostrukturierung
13 zusammenzutreffen. Da die Elektronen auf der anderen
Seite keine Richtungseigenschaften aufweisen, wie vorstehend
beschrieben, werden die Elektronen zur Seitenwand 14 der
Mikrostrukturierung 13 geführt und erreichen somit nicht
ohne weiteres den Boden 15 der Mikrostrukturierung 13.
Wenn in diesem Fall ein leitender Film, wie beispielsweise
Si-Film 11 geätzt wird, wie es in Fig. 5 dargestellt ist,
rekombinieren die an den Boden 15 der Mikrostrukturierung
geführten Ionen und die an die Seitenwand 14 der Mikrostruk
turierung geführten Elektronen in dem Film zur Neutralisie
rung des Filmes, so daß die elektrische Neutralität auf
rechterhalten wird. Wenn jedoch ein isolierender Film wie
beispielsweise der SiO₂-Film 10 mit dem Fortschreiten der
Ätzung freigelegt wird, wie es in Fig. 6 dargestellt wird,
werden die an den Boden 15 der Mikrostrukturierung geführten
Ionen nicht mit den an die Seitenwand 14 der Mikrostruktu
rierung geführten Elektronen neutralisiert, und somit wird
der Boden 15 der Mikrostrukturierung positiv aufgeladen. Auf
der anderen Seite ist die Seitenwand der Mikrostrukturierung
durch die hieran geführten Elektronen negativ aufgeladen.
Die Bahnkurve der an den Boden 15 der Mikrostrukturierung
geführten Ionen ist somit durch die Abstoßung der positiven
Ladung in dem positiv aufgeladenen Boden der Mikrostruktu
rierung und der Anziehung der negativ aufgeladenen Seiten
wand 14 der Mikrostrukturierung gebogen. Als Ergebnis
hiervon treten die Ionen lokal in die Grenzfläche zwischen
dem Si-Film 11 und dem SiO₂-Film 10 ein und bilden eine
sogenannte Nase.
Um das Auftreten einer derartigen Nase zu verhindern, wird
im allgemeinen eine in Fig. 7 dargestellte Plasmaätzvor
richtung verwendet. Bei der in Fig. 7 dargestellten Plas
maätzvorrichtung ist eine HF-(Hochfrequenz)-Leistungsquelle
17 über eine Impendanzanpaßeinheit 16 mit einem Träger 3
verbunden. Die HF-Leistungsquelle 17 ermöglicht die Anlegung
einer HF-Vorspannung an den Halbleiterwafer 2, so daß die
Energie der Ionen durch Beschleunigung vergrößert werden
kann und diese an den Halbleiterwafer 2 geführt werden kön
nen. Da bei dieser Vorrichtung die Bahnkurve der Ionen etwas
durch die Aufladung auf Grund der hohen Ionenenergie gebogen
ist, tritt nicht ohne weiteres eine Nase auf. Jedoch bewirkt
die hohe Ionenenergie ein Ätzen des SiO₂-Filmes 10, der
einen Basisfilm darstellt, wodurch die Ätzselektivität ver
ringert wird.
Wie es in Fig. 4 dargestellt ist, divergieren die Magnet
feldlinien B, welche durch die Spule 8 erzeugt sind, von der
Spule 8 ausgehend zur Mitte und sind somit nicht vertikal in
Richtung des Halbleiterwafers 2 bei dem Randbereich der
Oberfläche des Halbleiterwafers 2. Obwohl Ionen an den Halb
leiterwafer 2 mit guter Linearität auf Grund der Be
schleunigung der Ionen durch das elektrische Ionenabschirm
feld geführt werden, neigen die Ionen dazu, da die Ionen auf
Grund von Zusammenstößen der Elektronen mit dem reaktiven
Gas erzeugt sind, entlang der Linien B des Magnetfeldes be
wegt zu werden, und somit den Elektronen zu folgen. Es be
steht somit der Nachteil, daß die Ionen nicht in vertikaler
Richtung an den Halbleiterwafer 2 im Randbereich des Halb
leiterwafers 2 geführt werden, so daß keine ausreichend an
isotrope Ätzung durchgeführt werden kann.
Des weiteren ist die Verteilung der Magnetfeldlinien B im
Randbereich des Halbleiterwafers 2 im Vergleich zu dem mitt
leren Abschnitt des Halbleiterwafers dünner. Es liegt somit
der Nachteil vor, daß wegen des Unterschiedes in der Plasma
dichte des mittleren Abschnittes und des Randbereiches des
Halbleiterwafers 2 ein Unterschied in den Ätzgeschwindigkei
ten dieser beiden Abschnitte verursacht wird, so daß die
Gleichförmigkeit der Ätzung verschlechtert ist.
Die vorstehend erläuterte Plasmaätzvorrichtung weist somit
den Nachteil auf, eine Nase auf Grund einer lokalen Aufla
dung in der Mikrostrukturierung zu erzeugen und hierdurch
die Anisotropie der Ätzung zu verschlechtern.
Ferner weist diese Vorrichtung den Nachteil auf, daß, falls
die Anisotropie der Ätzung durch Anheben der Ionenenergie
vergrößert wird, die Ätzselektivität verringert wird, und es
somit schwierig ist, eine Ätzung mit sowohl verbesserter An
isotropie, als auch verbesserter Ätzselektivität durchzufüh
ren.
Die Vorrichtung weist ferner wegen der Divergenz der
Magnetfeldlinien von der Mitte der Spule her den Nachteil
auf, daß eine anisotrope Ätzung in dem Randbereich des
Halbleiterwafers 2 nicht ausreichend durchgeführt werden
kann, so daß die Gleichförmigkeit der Ätzung verschlechtert
ist.
Eine Plasmaätzvorrichtung etwa der in Fig. 7
dargestellten Art ist der EP 0 395 415 A2 zu entnehmen. Sie
zeigt innerhalb einer Reaktionskammer einen Träger für die
zu ätzende Probe, wobei der Reaktionskammer über einen
Wellenleiter von einer Mikrowellenerzeugungseinrichtung
Mikrowellenenergie zugeführt wird. Über eine
Auslaßvorrichtung kann die Reaktionskammer evakuiert werden
und über eine Gaseinlaßleitung mit einem reaktiven Gas
beaufschlagt werden. An die Probe ist eine
Impulsvorspannung anlegbar.
Die Veröffentlichung J. Vac. Sci. Technol. Band A9(6),
1991, Seiten 3113-3118 beschreibt eine ECR-Ätzvorrichtung,
bei der das Substrat entweder geerdet oder auf einem
schwebenden Potential gehalten oder mit einer
Gleichspannung beaufschlagt wird oder aber auch an sehr
hochfrequente Spannung angelegt werden kann.
"Dünne Schichten", Heft 4, 1992, Seiten 13-15,
beschreibt die Einflußnahme auf ein Plasma durch Anlegen
von bipolaren Impulsen an eine Probe.
Ausgehend von einer Plasmaätzvorrichtung mit den
Merkmalen des Oberbegriffes von Patentanspruch 1, wie sie
der vorerwähnten EP 0 395 415 A2 entnehmbar ist, liegt der
Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Plasmaätzvorrichtung
zur Verfügung zu stellen, das Auftreten einer Nase durch
Vermeiden einer lokalen Aufladung in einer
Mikrostrukturierung zu verhindern und eine Ätzung mit
sowohl verbesserter Anisotropie als auch verbesserter
Selektivität durchführen zu können und des weiteren eine
ausreichend anisotrope Ätzung auch in dem Randbereich eines
Halbleiterwafers zu ermöglichen.
Diese Aufgabe wird durch eine Plasmaätzvorrichtung mit
den Merkmalen gemäß Anspruch 1 gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindungen ergeben
sich aus den Unteransprüchen.
Weitere Einzelheiten, Aspekte und Vorteile von Ausführungsbeispielen der
vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung unter Bezugnahme auf die Zeichnung.
Es zeigt:
Fig. 1 eine schematische Ansicht einer
Plasmaätzvorrichtung gemäß dem Ausführungsbeispiel der
vorliegenden Erfindung;
Fig. 2 eine Kurve zur Erläuterung des Potentiales des
auf der Oberfläche eines Halbleiterwafers gebildeten
elektrischen Ionenabschirmfeldes;
Fig. 3 eine Kurve zur Erläuterung der Abhängigkeit der
Größe der Nase zum Impulsspannungs-Ein/Aus-Tastverhältnis;
Fig. 4 eine schematische Darstellung einer
Plasmaätzvorrichtung nach dem Stand der Technik;
Fig. 5 eine vergrößerte Schnittansicht einer
Mikrostrukturierung auf der Oberfläche eines
Halbleiterwafers;
Fig. 6 eine weitere vergrößerte Schnittansicht einer
Mikrostrukturierung auf der Oberfläche eines
Halbleiterwafers; und
Fig. 7 eine schematische Darstellung einer weiteren
Plasmaätzvorrichtung, nach dem Stand der Technik.
Fig. 1 zeigt eine schematische Ansicht einer
Plasmaätzvorrichtung entsprechend dem Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung. Gemäß Fig. 1 ist eine
Impulsleistungsquelle 18 mit einem Träger 3 zum hierauf
Anordnen eines Halbleiterwafers 2 verbunden.
Bei dieser Plasmaätzvorrichtung wird bei einer Ätzung
des Halbleiterwafers 2 eine Reaktionskammer 1 zunächst
evakuiert, und es wird ein reaktives Gas in die
Reaktionskammer 1 über eine Gaseinlaßleitung 4 eingeführt,
während die Reaktionskammer 1 zur Aufrechterhaltung des
Inneren der Reaktionskammer 1 auf einen vorbestimmten Druck
evakuiert wird. Durch eine Mikrowellenleistungsquelle 5
werden Mikrowellen erzeugt und in die Reaktionskammer 1
über einen Wellenleiter 6 und ein Quarzfenster 7 geführt,
und es wird ein Magnetfeld an die Reaktionskammer 1 durch
eine Spule 8 zum Erzeugen eines Glasplasmas angelegt.
Gleichzeitig wird eine Impulsspannung durch die mit dem
Träger 3 verbundene Impulsleistungsquelle 18 erzeugt, um
eine positive Impulsvorspannung an den Halbleiterwafer 2
über den Träger 3 anzulegen. Das in der Reaktionskammer 1
erzeugte Gasplasma wird entlang der Linien des durch die
Spule 8 erzeugten Magnetfeldes getragen, zum Ätzen des
Halbleiterwafers 2.
Fig. 2 zeigt eine Kurve zur Erläuterung des auf einer Ober
fläche des Halbleiterwafers 2 erzeugten elektrischen Ionen
abschirmfeldes ("ion sheath field"), wobei der Wafer in dem
Gasplasma, welches durch den vorstehende beschriebenen Vor
gang erzeugt ist, angeordnet ist. Demgemäß wird während ei
ner Zeitdauer (t₂) keine Impulsspannung angelegt, und das
Potential (Substratpotential Vs) des Halbleiterwafers 2 ist
gleich einem Schwebepotential ("floating potential") (Vf),
welches durch den Plasmazustand bestimmt ist. Die Potential
differenz zwischen dem Schwebepotential und dem Plasmapo
tential (Vp) bildet das elektrische Ionenabschirmfeld. Gemäß
dem Ausführungsbeispiel 1 beträgt das elektrische Ionenab
schirmfeld 20 V.
Da eine Impulsspannung von zumindest 20 V an den Halbleiter
wafer 2 durch die Impulsleistungsquelle 18 über den Träger 3
angelegt ist, und während der Zeitdauer t₁ die Impulsspan
nung angelegt ist, verschwindet die Potentialdifferenz zwi
schen dem Plasmapotential und dem Substratpotential auf
Grund eines Anstieges in dem Substratpotential, und das
elektrische Ionenabschirmfeld verschwindet somit. Da als Er
gebnis die Elektronen in dem Plasma frei in den Halbleiter
wafer 2 während der Zeitdauer t₁ eindringen können, errei
chen die Elektronen den Boden 15 der Mikrostrukturierung und
neutralisieren hierdurch die positive Ladung des Bodens 15
der Mikrostrukturierung.
Fig. 3 zeigt in einer Kurve die Abhängigkeit der Größe der
Nase (bezeichnet durch A gemäß Fig. 20), die an der Grenz
fläche zwischen dem SiO₂-Film 10 und dem Si-Film 11 erzeugt
und in den Fig. 19 und 20 dargestellt ist, von dem Impuls
spannungs-Ein/Aus-Tastverhältnis (t₂/t₁), wenn der Si-Film
11 auf dem SiO₂-Film 10 unter Verwendung der Plas
maätzvorrichtung gemäß dem Ausführungsbeispiel 1 geätzt
wird. Die Zyklusdauer (t₁ + t₂) der Anwendung der Impuls
spannung beträgt 0,1 Millisekunden. Obwohl die Zyklusdauer
eine zeitliche Konstante darstellt, die durch die Kapazität
des Halbleiterwafers und des Widerstandes des elektrischen
Abschirmfeldes bestimmt ist, und der Leckzeitdauer des Auf
ladens angepaßt ist, kann die Zyklusdauer auf geeignete
Weise entsprechend dem Typ des verwendeten Halbleiterwafers,
den Ätzbedingungen, der Leckzeitdauer des Aufladens usw.,
geändert sein.
Wie aus Fig. 3 ersichtlich ist, verringert sich die Größe
der Nase mit dem Anstieg der Impulsspannungsanlegezeit t₁
und mit dem Abfall des Verhältnisses t₂/t₁. Insbesondere
wird überhaupt keine Nasenbildung beobachtet, wenn t₂/t₁ <
1000 ist. Der Grund hierfür liegt darin, daß wegen der klei
neren Masse und höheren Beweglichkeit eines Elektrons im
Vergleich zu einem Ion die Ladung vollständig neutralisiert
werden kann, falls die Zeitdauer t₂ nicht mehr als das meh
rere Hundertfache der Zeitdauer t₁ beträgt, welches die
Elektroneneindringzeit darstellt.
In Fig. 3 ist des weiteren die Ätzselektivität zwischen dem
Si-Film 11 und dem SiO₂-Basisfilm 10 dargestellt. Bei der
eingangs beschriebenen Plasmaätzvorrichtung gemäß Fig. 21,
bei der die Größe der Nase durch Anlegen einer RF-Vorspan
nung verringert ist, falls ein Versuch unternommen wird zur
Entfernung der Nase, wird die Ätzselektivität 20 oder gerin
ger auf Grund eines Anstieges der Ionenenergie. Da jedoch
bei der Vorrichtung gemäß dem Ausführungsbeispiel 1 der vor
liegenden Erfindung eine positive Impulsvorspannung angelegt
ist, wird die Ionenenergie nicht vergrößert, so daß die Ätz
selektivität konstant bei 100 liegt, so daß sich im Ergebnis
derselbe Wert ergibt, wie im Falle keiner Vorspannung.
Claims (3)
1. Plasmaätzvorrichtung, mit:
- (1) einem Träger (3), der eine zu ätzende Probe (2) trägt;
- (2) einer Reaktionskammer (1), in der der Träger (3) an geordnet ist;
- (3) einer Mikrowellenerzeugungsvorrichtung (5) zum Er zeugen von Mikrowellen;
- (4) einem Wellenleiter (6), der der Reaktionskammer (1) die erzeugten Mikrowellen zuführt;
- (5) einer Magnetfelderzeugungsvorrichtung (8), die an die Reaktionskammer (1) ein Magnetfeld anlegt;
- (6) einer Gaseinlaßleitung (4), die in die Reaktions kammer (1) ein reaktives Gas einführt;
- (7) einer Auslaßvorrichtung (9) zum Evakuieren der Re aktionskammer (1); und
- (8) einer Impulsleistungsquelle (18), die an die Probe
(2) eine Impulsvorspannung anlegt;
wobei durch Elektronzyklotronresonanz ein Plasma des
reaktiven Gases gebildet wird, das die Probe (2) ätzt;
dadurch gekennzeichnet, daß
(3.1) die Mikrowellenerzeugungsvorrichtung (5) die Mi krowellen kontinuierlich erzeugt; und
(8.1) die von der Impulsleistungsquelle (18) erzeugte Impulsvorspannung ein Tastverhältnis von Einschalt zeitdauer t₂ zu Ausschaltzeitdauer t₁ aufweist, das dem Verhältnis t₂/t₁ < 1000 entspricht.
2. Plasmaätzvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Gesamtzykluszeit (t₁ + t₂) der von der
Impulsleistungsquelle (18) erzeugten Impulsvorspannung 0,1
ms beträgt.
3. Plasmaätzvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Magnetfelderzeugungsvorrichtung (8)
ein Magnetfeld von zumindest 2000 Gauss erzeugt und die von
der Mikrowellenerzeugungsvorrichtung (5) erzeugten Mikrowel
len eine Frequenz von einigen GHz bis einigen tausend GHz
aufweisen.
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