DE4317558C2 - Verfahren und Vorrichtung zur Formung von Gegenständen aus Hohlglas - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Formung von Gegenständen aus HohlglasInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und auf eine Vorrichtung zur
Herstellung von Hohlglasartikeln durch Formgebung. Sie bezieht sich
insbesondere auf die Herstellung von Flaschen oder Flacons mit einem Hals, der
ggf. mit einem Gewinde versehen ist, und auf die Fertigung unter Verwendung
der sogenannten "Doppelblastechnik".
Diese dem Fachmann gut bekannte Technik kann man schematisch in drei
Phasen unterteilen:
Vorformphase,
Übergabephase und
Endfertigungsphase.
Vorformphase,
Übergabephase und
Endfertigungsphase.
Die Vorformphase besteht aus der Bildung eines Rohlings aus einem Vorformling
durch Kompression in einer Vorform in einem mechanischen Arbeitsschritt der
Vorbohrung des Halses, worauf
ein Arbeitsschritt der Ausbildung einer Bohrung durch Einbla
sen in das Innere des Rohlings folgt.
Der Übergabevorgang besteht aus einer Kippbewegung des
Rohlings in die Endform, wobei er durch den Hals gehalten
wird.
Im Endfertigungsschritt nimmt der Rohling seine endgültige
Gestalt in der Endform durch einen zweiten Einblasvorgang
ein.
Diese Technik beinhaltet demzufolge die Formung des Innen
profils von Flaschen im wesentlichen durch pneumatische
Kräfte, die auf die Innenwände der sich bildenden Flasche
einwirken und zwar sowohl während des Vorformschrittes als
auch während des Endfertigungsschrittes im Gegensatz zur sog.
"Pressblastechnik" bei der während des Vorformschrittes letz
tere mit einer Gegenform, auch Stempel genannt, mechanisch
getrieben wird.
D.h., mit der "Doppelblastechnik", die außerdem zahlreiche
Vorteile insbesondere hinsichtlich des Herstellungsablaufes
besitzt, ist es relativ schwierig, das Innenprofil einer Fla
sche mit großer Genauigkeit zu steuern, insbesondere um Wände
mit einer sehr gleichmäßigen und annehmbaren Stärke sicherzu
stellen. Es ist bis jetzt insbesondere unmöglich, mit der
sog. Doppelblastechnik eine Flasche zu formen, deren Innen
profil an einer Stelle modifiziert werden kann, so daß man
einer besonderen Funktionsanforderung entspricht. Daher wäre
es im Fall von Flaschen zur Aufnahme von flüssigen Substanzen
z. B. für Medikamente und/oder Kosmetika sehr vorteilhaft,
das Innenprofil des Halses örtlich zu ändern, insbesondere um
einen Verjüngungsbereich zu schaffen, der die Menge des aus
tretenden Produktes, insbesondere bei Auftragen dieser Sub
stanzen mit einem Pinsel, steuert und der gleichzeitig z. B.
mit dem Verschlußsystem der Flasche zusammenwirken kann.
Aus dem Dokument DE 8 02 997 ist ein Verfahren und eine Vorrichtung zur
Herstellung von Essigsäure- oder Tropfflaschen bekannt, bei dem bildsames Glas
in den Hohlraum zwischen einem Kopfende einer umgekehrt stehenden Form
einerseits und einem die Mündungshöhlung bildenden Kern und einem in dessen
Blasöffnung beweglichen dünnen Dorn andererseits eingesaugt oder eingepreßt
wird. Dabei kommt ein Mündungskern zur Anwendung, dessen Stirnfläche um
die Blasöffnung herum gegen das bildsame Glas spitzkegelig ausmündet. Dies hat
zur Folge, daß bei einer Blasbohrung ein doppelkonischer Tropfkanal entsteht.
Abgesehen von der Tatsache, daß die vorgenannte Entgegenhaltung ein völlig
anders geartetes Verfahren offenbart, als dasjenige von dem die
Patentanmeldung ausgeht, nämlich ein Einsaugen oder Einpressen von
bildsamer Glasmasse in eine Form im Gegensatz zu der Ausbildung eines
Halsinnenprofils in einem Rohling, besteht bei dem in der Entgegenhaltung
offenbarten Verfahren darüber hinaus der Nachteil, daß eine einfach und schnell
durchzuführende definierte Ausbildung und Beibehaltung des Innenprofiles des
Halses des zu formenden Glasproduktes sowie dessen Mündung deren konkrete
Form maßgeblich für ein gutes Tropfverhalten ist, völlig unberücksichtigt bleibt.
Dies drückt sich insbesondere in der aus vielen Einzelteilen aufgebauten
Einpreß- oder Einsaugform einschließlich des zur Ausbildung des Innenprofiles
eines Flaschenhals es vorgesehenen Kernes aus, der eine definierte Ausbildung
des Mündungsbereiches des zu formenden Glasproduktes nicht ermöglicht.
Es ist somit das Ziel der Erfindung, ein Verfahren und eine Vorrichtung zur
Formung von Flaschen aus Hohlglas mit der "Doppelblastechnik" zur Verfügung
zu stellen, wobei Veränderungen auf der Höhe des Innenprofils des
Flaschenhalses ermöglicht werden, die genau, örtlich begrenzt und
anpassungsfähig sind.
Das Verfahren nach der Erfindung verwendet, wie bereits erwähnt, zur
Herstellung von Gegenständen aus Hohlglas, die mit einem aufgesetzten Hals
versehen sind, die "Doppelblastechnik", die einen Vorformschritt, einen
Übergabeschritt und einen Endfertigungsschritt umfaßt. Aber außerdem ist
während des Vorformschrittes eine mechanische Formung des gesamten
Innenprofils des hergestellten Halses oder eines Teiles davon vorgesehen.
Man kann so sehr vorteilhaft die Formung eines Teils des Innenprofils des
Halses von anderen Teilen des restlichen Produktes oder der Flasche trennen.
Um einen Hals mit einem Innenprofil zu gewinnen, dessen gesamte Länge oder
ein Teil davon modifiziert ist, ist eine mechanische Formgebung am geeignetsten,
da sie sowohl hinsichtlich der Veränderung, die man vornehmen möchte, als
auch hinsichtlich der Position innerhalb dieses Halses sehr genau ist. So kann
man diesen Hals funktionalisieren, insbesondere indem man Verjüngungen
erzeugt, durch die man das Austreten des Fluids, das später in der Flasche
enthalten sein soll, besser beherrschen kann. Währenddessen behält man ohne
Störung die Arbeitsschritte der Formgebung durch Einblasen bei, die bei der
Doppelblastechnik vorgesehen sind, um das Innenprofil der Flasche oberhalb des
Halses zu erzeugen. Durch Anpassung dieser Technik, ohne deren Prinzip
grundlegend zu verändern, behält man so alle Vorteile, ohne eine industrielle
Produktionsanlage stark verändern zu müssen.
Vorzugsweise wird die Vorbohrung des Halses immer während des
Vorformschrittes mit mechanischen Hilfsmitteln auf eine Tiefe
durchgeführt, die tiefer ist als das Innenprofil des Halses,
der durch mechanische Formarbeit modifiziert wurde. Bei
Durchführung der mechanischen Formgebung mit wenigstens einem
mechanischen Werkstück, das mit einer bestimmten Tiefe in das
Innere des Halses eindringt, ist es vorteilhaft, daß die Vor
bohrung, d. h. die Erzeugung eines Hohlraumes in dem Hals des
Rohlings, die den Arbeitsschritt des Bohrens durch Blasen er
leichtert, jenseits des Bereiches der mechanischen Formgebung
durchgeführt wird.
Darüberhinaus wird nach der mechanischen Formgebung und der
Vorbohrung vorzugsweise das Bohren durch Einblasen während
der Vorformung gemäß der Doppelblastechnik so durchgeführt,
daß der Mündungsquerschnitt mit seiner durch mechanische
Formgebung bewirkten Modifizierung beibehalten wird. Tatsäch
lich muß man sicherstellen, daß das so geformte Innenprofil
nicht direkt Gasströmen ausgesetzt wird, um nicht Gefahr zu
laufen, daß sich das Innenprofil durch Kriechen in schlecht
steuerbarer Weise verändert.
Man kann ebenso den Blasschritt während des Endfertigungs
schritts vornehmen, um den geformten unveränderten Quer
schnitt beizubehalten. Dieser letzte Blasschritt ist jedoch
in Bezug auf den Flaschenhals weniger "kritisch" als der
vorhergehende, insoweit sich das Glas auf Höhe des Halses in
der Endform mit einer deutlich geringeren Temperatur als in
der Rohform befindet und daher weniger zum Fließen/Kriechen
neigt.
Die innere Formung des Halses und dessen Vorbohrung werden
vorzugsweise jeweils durchgeführt mit Hilfe eines Gesenks,
dessen Endteil jede geeignete Form aufweisen kann, die erfor
derlich ist, um den Hals das zweckmäßige Innenprofil zu geben
sowie mit Hilfe eines Stempels.
Der Stempel ist insbesondere im Inneren des Gesenks ange
bracht, wobei die beiden Teile koaxial zueinander sind und
sich entlang ihrer gemeinsamen Achse unabhängig verschieben
können.
Das Gesenk kann gleichzeitig das Innere
das Halses und die Mündung des Halses mechanisch formen. Es
ist ebenso an der Formgebung des Außenprofils des Halses in
Verbindung mit einer äußeren Form beteiligt.
In einer bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens gemäß der
Erfindung wird der Vorformschritt in wenigstens drei Stufen
unterteilt:
Zunächst besteht eine Stufe in der mechanischen Formung des Innenprofils des Halses, die man mit Hilfe eines Gesenks mo difizieren möchte, und gleichzeitig aus der Vorbohrung mit Hilfe eines Stempels, wobei der Stempel und das Gesenk ent lang ihrer vertikalen Achse in der oberen Position sind, d. h. daß das Endteil des Gesenks sich in Formstellung im Inneren des Halses befindet und sich der Stempel ebenso, aber tiefer im Inneren des Rohlings befindet.
Zunächst besteht eine Stufe in der mechanischen Formung des Innenprofils des Halses, die man mit Hilfe eines Gesenks mo difizieren möchte, und gleichzeitig aus der Vorbohrung mit Hilfe eines Stempels, wobei der Stempel und das Gesenk ent lang ihrer vertikalen Achse in der oberen Position sind, d. h. daß das Endteil des Gesenks sich in Formstellung im Inneren des Halses befindet und sich der Stempel ebenso, aber tiefer im Inneren des Rohlings befindet.
Im folgenden Schritt des Bohrens durch Blasen durch den Stem
pel hindurch wird das Gesenk in Position "oben" gehalten,
während der Stempel in Position "mittel" zurückgezogen ist.
Wogegen man herkömmlicherweise bei teilweise eingezogenem
Stempel während des Bohrungsblasens mit einer Doppelblastech
nik fortfährt, wird dagegen gemäß der Erfindung ein mechani
sches Teil im Hals gehalten, und darüberhinaus ein Teil in
Formstellung. So stellt man sicher, daß das geformte Innen
profil des Halses keinen direkten Kontakt mit den Gas strömen
während des Blasens hat.
Die Stufe, die die Vorformung abschließt, besteht darin, die
gesamte Formvorrichtung so einzustellen, daß der Rohling in
die Endform übergeführt wird. Insbesondere werden das Gesenk
und der Stempel gemeinsam in Position "unten" zurückgezogen,
um den Rohling abzuführen.
Der Stempel kann so im Verlauf der Vorformung wenigstens drei
Stellungen einnehmen, während das Gesenk wenigstens zwei
Stellungen einnehmen kann.
Die Erfindung bezieht sich ebenfalls auf eine Vorrichtung zur
Durchführung dieses Verfahrens mit dem gleichen Ziel, wobei
während der Vorformung ein spezifisches Gesenk und ein spezi
fischer Stempel und vorzugsweise während der Endfertigung ge
eignete Blashilfsmittel eingesetzt werden.
Die Vorrichtung und das Verfahren der Erfindung sind insbe
sondere geeignet zur Herstellung von Hohlglasprodukten, die
mit einem hinsichtlich des Innenprofils modifiziertem Hals
versehen sind, und insbesondere eine örtliche Verjüngung be
sitzen. Diese Verjüngung kann z. B. eine zylindrische Form
einnehmen und einen Durchmesser entsprechend ungefähr der
Hälfte des Innendurchmessers der Mündung besitzen.
Wenn das Produkt eine Flasche mit einem Hals mit Außengewinde
ist, wird vorzugsweise diese örtliche Modifikation des In
nenprofils des Halses, insbesondere eine Verjüngung auf Höhe
dieses Gewindes und insbesondere auf Höhe ihres Wulstes ange
bracht, mit dem das Gewinde abschließt. So ergibt die Verjün
gung auf Höhe des Halses eine größere Wandstärke, wodurch
jede mögliche Bruchgefahr des Halses, die bei dieser Verände
rung des Innenprofils auftreten kann, beträchtlich verringert
wird.
Die Erzeugung einer inneren Verjüngung oder Einschnürung ist
wirksam, um den Fluidaustritt aus diesen Flaschen, insbeson
dere von Fluiden zur medikamentösen und/oder kosmetischen
Anwendung zu steuern, wobei man ein pinselartiges Hilfsmittel
zum Auftragen verwendet, das mit dem Verschlußsystem der Fla
schen verbunden ist.
Es handelt sich hierbei um eine nichtbegrenzte Anwendung und man kann sich
im Rahmen der Erfindung eine Modifikation des Innenprofils durch Formgebung
vorstellen, um z. B. mit dem Verschlußsystem zusammenzuwirken.
Die grundlegenden Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachstehenden
genauen Beschreibung einer bevorzugten, nicht eingeschränkten
Ausführungsform mit Bezug auf die folgenden Figuren:
Fig. 1 Die Schritte des "Doppelblasverfahrens" entsprechend dem Stand der
Technik während der Vorformung;
Fig. 2 die Schritte des erfindungsgemäßen Verfahrens während der
Vorformung;
Fig. 3 die Schritte des "Doppelblasverfahrens" entsprechend dem Stand der
Technik während der Endfertigung;
Fig. 4 die Schritte des erfindungsgemäßen Verfahrens während der
Endfertigung;
Fig. 5 Querschnitt der erfindungsgemäß gewonnenen Flaschenmündung.
Zunächst ist festzuhalten, daß in den Fig. 1 bis 4 das Verfahren den Vorzug
gegenüber der Deutlichkeit der Darstellungen hat. Die Darstellungen sind daher
schematisch und stellen im Längsschnitt nur die Teile der Vorrichtung dar, auf
die sich die Erfindung stützt und/oder die ihr Verständnis erleichtern.
Es handelt sich um die Herstellung eines Flacons, also einer kleinen Flasche mit
einer Gesamthöhe von ungefähr 50 mm und einer ungefähr quadratischen
Grundfläche von etwa 25 min Seitenlänge, die zur Aufnahme einer kosmetischen
flüssigen Substanz dient. Sie ist mit ein ein Kragen oder Flaschenhals mit einem
Außengewinde in einer Höhe von ungefähr 13 mm versehen. Das Ziel ist es, das
Verfahren und die Vorrichtung der Erfindung zu verwenden, um eine innere
Einschnürung oder Verengung des Halses auf Höhe des Wulstes zu schaffen,
wobei der Innendurchmesser der Mündung des Flaschenhalses ungefähr 7 mm
beträgt.
Die Fig. 1 und 2 erlauben den Vergleich der Vorformung bzw. Ausformung mit
der Doppelblastechnik nach dem Stand der Technik und nach der Erfindung.
Der Schwerpunkt der Zeichnungen liegt auf der Formung des Halses. Somit
werden weder die Vorformung noch die Vorform dargestellt, die sich oberhalb des
Halses befinden.
Die Fig. 1 ist in drei Teile 1a, 1b und 1c unterteilt, und stellt die aus dem Stand
der Technik bekannte Vorformung in Art der Doppelblastechnik dar. So ist dort
die äußere Form des Halses bzw. der Mündung 11 dargestellt, die in zwei
Halbformen aufgeteilt ist, deren Zentrierung durch einen Ring 12 gesichert ist.
Diese zwei Teile wirken zusammen, um das Außenprofil des Halses 13 und der
Mündung 14 zu formen. Ein Stempel 15 zur Vorbohrung der Mündung bzw.
Halses ist vorgesehen, der verschiebbar in einem gleichfalls längs einer
Vertikalachse verschiebbaren Zentrierstück 16 angebracht ist, wobei die
Bewegungen der beiden Teile gesteuert werden durch mechanische Hilfsmittel
wie etwa Federn und/oder pneumatische Hilfsmittel, die nicht dargestellt, aber
dem Fachmann gut bekannt sind.
In Stufe 1a wird der Vorformling bzw. Külbel von der Roh- bzw. Vorform
aufgenommen, wobei die Halsform 11 und der Ring 12 das Außenprofil des
Halses 13 durch Druck formen, während der koaxial in seinem Zentrierstück 16
angebrachte Stempel 15 in seine obere Position geführt wird, um die Bohrung zu
erzeugen.
Schritt 1b zeigt die Stufe des Bohrens bzw. Lochens durch Blasen, wobei der
Stempel 15 in eine Zwischenstellung geführt wird und sein Zentrierstück 16 in
oberer Position gehalten wird. Gasströme durch den Stempel 15 hindurch
dringen in den Rohling durch die Bohrung ein, die mit dem Stempel 15 vorher
erzeugt wurde.
Der Schritt 1c stellt die Einstellung der Vorrichtung zur Formung des Halses in
Bezug auf die Übergabe in die Endform dar, wobei der Stempel 15 und sein
Zentrierstück 16 gleichzeitig abgesenkt sind, und der (nicht dargestellte)
Übergabearm den Rohling mit dem von der Halsform 11 und dem Ring 12
fixierten Hals 13 in die Endform führt.
Die Fig. 2 stellt die gleiche Schrittfolge dar, jedoch nach dem Verfahren der
Erfindung.
Der Schritt 2a entspricht wie im vorstehenden der Formung des Außenprofils des
Halses 23 durch Druck mit der Halsform 21. Dagegen wird die Mündung 24 nicht
mit Hilfe des Ringes 22 geformt, der sich hier gleichzeitig in der Rolle der
Zentrierung der Halsform 21 und eines Gesenks 26 befindet. Dieses Gesenk 26
dringt in das Innere des Rohlings ein, um das Innenprofil des Halses 23 auf einer
Höhe zu formen, die die einmal bestimmte Gesamthöhe des Flaschenhalses nicht
überschreitet. Hier entspricht dieses Höhe genau der Höhe des Stranges bzw.
Wulstes, der das Außengewinde des Halses abschließt. Der Stempel 25 mit einer
kleineren Fläche als üblich, beginnt gleichzeitig die Bohrung im Inneren der
Mündung bis zu einer größeren Tiefe als der durch die Formung des Gesenks 26
durchgeführten, also deutlich tiefer als vorher. Das Gesenk 26 und der Stempel
25 sind verschiebbar angebracht, wie vorher der Stempel 15 und sein
Zentrierstück 16. Sie befinden sich beide in Position "oben".
Der Schritt 2b entspricht der Stufe des Bohrens durch Blasen.
Diesmal wird das Gesenk 26 in Formstellung "oben" gehalten,
während der Stempel 25 in die mittlere Position geführt wird,
durch den hindurch die Gasströme geleitet werden, die in kei
nem direkten Kontakt mit den Innenwänden des durch das Gesenk
26 geformten Halses stehen.
Der Schritt 2c entspricht der Positionierung der Vorrichtung
zur Formung des Halses in Bezug auf die Übergabe in die End
form. Das Gesenk 26 und der Stempel 25 werden auf die untere
Position abgesenkt, um die Abnahme des Rohling, wie vorste
hend, zu ermöglichen.
Unter Berücksichtigung dieser beiden Figuren werden die Un
terschiede und Vorteile der Erfindung offensichtlich. Das
Verfahren und die Vorrichtung der Erfindung ändern völlig die
Wirkungsweise des Ringes 12, 22, der keine Formrolle bzw.
Formfunktion mehr besitzt und dessen Aufbau stark vereinfacht
wurde. Dagegen wurde das Zentrierstück 16 des Stempels durch
ein Gesenk 26 ersetzt, wobei letzteres in den Flaschenhals
eindringt, um sein Profil bzw. seine Form mechanisch zu ver
ändern und hier eine Einschnürung auf der Höhe des Wulstes
bzw. Kordons zu erzeugen. So wird der Innenquerschnitt per
fekt beherrscht, der so zum "Schutz" während des Blasens
brauchbar ist, um das Kriechen bzw. Fließen, insbesondere auf
Höhe der max. Verjüngung des Innenquerschnittes bzw. Innen
profils zu verhindern. Der Stempel 25 mit kleinerer Fläche
als der herkömmliche Stempel 15 ist so gebaut, daß er in die
Mündung des Rohlings mit einer deutlich größeren Tiefe ein
dringen kann, was bei Anwesenheit des Gesenks 26 eine notwen
dige Anpassung für diese Mündung ist.
Es ist jedoch festzuhalten, daß man insgesamt die gleiche
Folge von drei Stufen der herkömmlichen "Doppelblastechnik"
wiederfindet. Die Verwendung der Erfindung in einer
Produktionsanlage mit "Doppelblastechnik" bringt keine
größere Umgestaltung mit sich, so daß die Formung der
Flaschenaußenwände ebenso wie der Innenwände außer auf Höhe
der Mündung bzw. des Halses überhaupt nicht beeinflußt wird,
was großtechnisch ein großer Vorteil ist. Dagegen erhält man
eine besonders gleichmäßig Formung des gesamten Innenprofils
des Halses oder eines Teils davon.
In den Fig. 3 und 4 kann man die Phase der Fertigstellung je
weils gemäß eines herkömmlichen "Doppelblasverfahrens" und
des erfindungsgemäßen Verfahrens vergleichen. Hier wird die
Vorrichtung zur Formung des gesamten Vorformlings im Längs
schnitt und sehr schematisch dargestellt.
Die Fig. 3 stellt die Endfertigung nach dem herkömmlichen
Verfahren in zwei verschiedenen Schritten 3a und 3b dar. In
der Zeichnung 3a finden sich die Hals- oder Mündungsform 11
und der Ring 12, der den Hals 13 des Rohlings umspannt. Die
Endform 31 ist ebenso wie der Rohling 32 dargestellt, der
einem Gasstromblasen durch den Hals 13 hindurch ausgesetzt
wird, was in der Zeichnung 3b erläutert wird. Der Blaskopf 33
ist auf Höhe der Mündung 14 des Halses 13 angeordnet und der
Blasvorgang wird fortgesetzt, bis sich die Außenwände des
Rohlings 32 an die Endform 31 angepaßt haben. Die fertige
Flasche besitzt daher Innenwände, die ausschließlich durch
zwei Blasschritte gebildet wurden, der eine während der
Vorformung, der andere während der Endfertigung und zwar
gleichfalls auf Höhe des Halses, wobei das Innenprofil des
Halses leicht konisch zulaufend geformt ist (Zeichnung 3c).
In der Fig. 4 findet sich in der Zeichnung 4a neben dem
Rohling 42 und der Endform 41 der Ring 22 und die Halsform
21, die den Hals 23 genau so wie vorher einfassen. Der
bemerkenswerte Unterschied betrifft die Betriebsart des
Blasens. Die Verwendung eines Blaskopfes 43, der von einem
Schutzrohr 44 mit konisch zulaufendem Profil relativ ähnlich
dem Innenprofil des mit dem Gesenk während der Vorformung
geformten Halses (Zeichnung 4b) umhüllt ist, ist vorteilhaft.
Es ist also möglich, den Blaskopf 43, versehen mit seinem
Schutzrohr 44, in das Innere des Halses 23 mit einer Tiefe
eintreten zu lassen, die der des mit dem Gesenk geformten
Profils gleich ist. Man verringert so jegliche Gefahr be
trächtlich, daß durch das Blasen durch den Blaskopf 43 hin
durch das mit dem Gesenk 26 geformte Profil, insbesondere auf
Höhe seiner max. inneren Einschnürung verschlechtert wird. Im
Rahmen der Erfindung liegt es, daß ein herkömmlicher Blaskopf
33, wie in Fig. 3, auf Kosten einiger Vorsichtsmaßnahmen
und/oder Anpassungen bzgl. der Gebläseleistung verwendet
wird.
Die gemäß der Erfindung endgültig gebildete Flasche ist in
Zeichnung 4c dargestellt. Eine Vergrößerung des Halses im
Längsschnitt ist in Fig. 5 dargestellt. Das Innenprofil P₁
des Halses mit einer Gesamthöhe H wurde auf einer Höhe H₁
durch Einwirkung des Gesenks 26 modifiziert, wobei die
Innenwände des Innenprofils P₁ um einen Winkel α geneigt
sind. Man erzeugt auf Höhe des Gewindewulstes bzw. -stranges
eine Verjüngung, deren Durchmesser D₁ hier ungefähr die
Hälfte des Innendurchmessers D der Mündung 24 des Halses 23
beträgt. Dagegen wurde das Innenprofil P₂ mit Höhe H₂ auf
einzigartige Weise durch die Arbeitsschritte des Einblasens
gewonnen. Genauer gesagt, kann der Ausformungswinkel einige
Grad, insbesondere weniger als 5° betragen. Die örtliche
Begrenzung der Verjüngung auf Höhe des Wulstes, also auf Höhe
einer Überdicke der Wand, stellt eine geringere Bruchgefahr
dar.
Es wird außerdem bemerkt, daß das erfindungsgemäße Verfahren
mit mechanischer Formarbeit des gesamten Innenprofils des
Halses oder eines Teils davon eine ausgezeichnete Kontrolle
der Wandstärke der Flasche auf Höhe dieses Halses mit sehr
großer Reproduzierbarkeit sicherstellt, die man im Fall eines
herkömmlichen "Doppelblasverfahrens", mit dem die Formung des
Innenprofils der Flasche nur mit schlecht beherrschbaren
pneumatischen Kräften gewonnen wird, nicht so leicht er
reicht.
Abschließend gesagt können gemäß der Erfindung mit struktu
rellen und funktionellen Veränderungen der Halsform Flaschen
gebildet werden, deren Innenprofil des Halses leicht und ge
nau modifiziert werden kann, wobei eine Produktionsanlage mit
Verwendung einer "Doppelblastechnik" nicht beeinträchtigt
wird und insbesondere ihr Herstellungsablauf nicht aufgegeben
wird.
Claims (8)
1. Formverfahren für einen mit einem Hals (23) versehenen Artikel aus
Hohlglas, unter Verwendung einer Doppelblastechnik, mit einem
Vorformschritt, ein ein Übergabeschritt und einem Endfertigungsschritt:
- - wobei während des Vorformschrittes das gesamte Innenprofil des Halses (23) und dessen Mündung (24) gleichzeitig mit einem Gesenk (26) geformt wird,
- - wobei mit einem koaxial zum Gesenk (26) verschiebbar angeordneten Stempel (25) eine Vorbohrung des Halses (23) auf eine Tiefe durchgeführt wird, die tiefer ist als das durch das Gesenk (26) geformte Innenprofil (P1),
- - wobei während des Vorform- oder Endfertigungsschrittes nach Zurückziehen des Stempels (25) eine Blasbohrung mit Gas im Inneren des Rohlings durchgeführt wird, währenddessen das Gesenk (26) im Innenprofil des Halses (23) verbleibt,
- - und wobei das Verfahren durch Fertigblasen des Glashohlkörpers abgeschlossen wird.
2. Formverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das
Vorblasen während des Vorformschrittes durch den Stempel (25) hindurch
erfolgt, wobei das Gesenk (26) in Position "oben" gehalten wird, während
der Stempel (25) auf die Position "mittel" gesenkt wird; und wobei während
der folgenden Übergabestellung der Stempel (25) und das Gesenk (26)
gemeinsam auf die Position "unten" abgesenkt werden.
3. Formverfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
während des Endfertigungsschrittes im Inneren des Rohlings ein Gasblasen
durchgeführt wird, wobei ein Blaskopf (43), versehen mit einem Schutzrohr (44),
in das Innere des Halses (23) mit einer Tiefe eingeführt wird, die der
des mit dem Gesenk geformten Profiles entspricht.
4. Vorrichtung zur Durchführung des Formverfahrens nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch ein Gesenk (26) zur gleichzeitigen Formung des
Innenprofiles des Halses (23) und dessen Mündung (24), sowie einen
koaxial zum Gesenk (26) verschiebbar angeordneten Stempel (25) für die
Vorbohrung des Halses (23) auf eine Tiefe, die tiefer ist als das durch das
Gesenk (26) geformte Innenprofil (P1).
5. Formvorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das
Gesenk (26) zumindest zwei Positionen entlang einer Vertikalachse
während der Vorformung einnehmen kann, und zwar eine Position "oben"
während der mechanischen Formung des Innenprofiles des Halses (23)
und während des Bohrens durch Blasen im Inneren des Rohlings und eine
Position "unten" während der Übergabe des Rohlings in seine Endform.
6. Formvorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet,
daß der Stempel (25) zumindest drei Positionen entlang einer vertikalen
Achse während der Vorformung einnehmen kann, und zwar mit seinem
Endteil eine Position "oben" während der Vorbohrung des Halses (23), eine
Position "mittel" während des Blasbohrens durch den Stempel hindurch,
und eine Position "unten" während der Übergabe des Rohlings in seine
Endform.
7. Formvorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß die Vorrichtung zur Endformung mit einem
Blaskopf (43) versehen ist, welcher mit einem Schutzrohr (44) ausgestattet
ist, und der in das Innere des Halses (23) mit einer Tiefe einführbar ist, die
der des mit dem Gesenk (26) geformten Profiles entspricht.
8. Formvorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das
Schutzrohr (44) des Blaskopfes (43) einen konisch erweiterten Querschnitt
aufweist.
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