DE4331994C2 - Zündanlage für Brennkraftmaschinen mit ruhender Hochspannungsverteilung und Mehrfach-Datenübertragung - Google Patents

Zündanlage für Brennkraftmaschinen mit ruhender Hochspannungsverteilung und Mehrfach-Datenübertragung

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Description

Stand der Technik
Bekannte Kfz-Spulenzündsysteme erzeugen durch Unterbre­ chung des Primärzündspulenstromes IPR, etwa durch Steue­ rung eines mit der Primärseite der Zündspule in Reihe ge­ schalteten Zünddarlington in den nichtleitenden Zustand, eine steil ansteigende Induktionsspannung, die proportio­ nal zu der zeitlichen Änderung des Primärstroms dIPR/dt und zu der Primärinduktivität LPR ist. Dieser Induktions­ spannungsstoß auf der Primärseite des Zündtransformators wird mit seinem Übersetzungsverhältnis auf sekundärsei­ tige Werte hochtransformiert, die sicher zu einem Funken­ überschlag in der im Sekundärkreis liegenden Zündkerze führen.
Die Verteilung der Zündhochspannung auf die einzelnen Zündkerzen geschieht über einen rotierenden Verteiler. Die Zuordnung der Hochspannungsverteilung wird über eine mit der Motorkurbelwelle mechanisch fest gekoppelte Ein­ richtung gesteuert, die gewährleistet, daß der Hochspan­ nungsimpuls immer zu der Zündkerze geleitet wird, deren Zylinder für eine Zündung vorbereitet ist, d. h. in dem ein komprimiertes Benzin/Luftgemisch vorliegt.
Nachteilig bei diesen Konzepten ist, daß die beweglichen Teile des rotierenden Verteilers verschleißanfällig sind und daher regelmäßig gewartet werden müssen. Die Anfäl­ ligkeit für Nebenschlüsse bei Feuchtigkeit erhöhen das Risiko von Zündaussetzer. Außerdem geht durch den notwen­ digen Vorfunkenüberschlag innerhalb des Hoch­ spannungsverteilers Zündenergie verloren. Diese Energie steht dann beim Zündkerzenüberschlag nicht mehr zur Ver­ fügung.
Deshalb geht man bei neueren Zündsystemen zu einer ruhen­ den Hochspannungsverteilung über. Hierbei wird jeder Zündkerze bzw. jedem Zylinder eine eigene Spule nebst ei­ gener Ansteuerung zugeordnet. Die teils überlappende d. h. gleichzeitige Ansteuerung der verschiedenen Endstufen ge­ schieht über unabhängige Schaltungen.
Die Fig. 8 zeigt Konzeptbild eines Zündsystems für Vier­ zylindermotoren mit ruhender Hochspannungsverteilung und Doppelfunkenspulen mit paralleler Ansteuerung und mehre­ ren Verbindungsleitungen nach dem Stand der Technik. Eine Ansteuereinheit (1), deren Kern ein Mikrocomputer sein kann, erzeugt die Steuersignale für eine Zündendstufe (2). Diese besteht aus einem Zündtreiber (3) und den zwei Zündleistungsendstufen (4) mit zwei sog. Doppelfunkenspu­ len. Die Anordnung beinhaltet zwei autarke Zündzweige, da jedem Zweig eine separate Treiberstufe, eine separate Zündleistungsendstufe mit separatem Stromshunt RS zuge­ ordnet ist. Dieses redundante System wird über die Eingangsleitungen UH1, UH2 angesteuert. Die Steuerleitun­ gen ZD10 und ZD20 stehen für Signalleitungen, über die ein zusätzlicher Datenaustausch pro Endstufe stattfindet, z. B. Rückmeldungen über den Zustand des Primärzündspulen­ stromes IPR und/oder Steuerungsvorgaben für den maximalen Wert des Primärzündspulenstromes IPR.
Derartige Konzepte mit autarken Zündzweigen, bieten dem Entwickler einen großen Gestaltungsspielraum für die Zündsystemauslegung. Ein solches Konzept ist beispiels­ weise in der DE-OS 41 16 077 beschrieben.
Ein Nachteil dieser Konzeption ist die Redundanz in den Zündtreiberschaltungen, die dadurch entsteht, daß für je­ den Zweig jeweils gleichartige Schaltungen eingesetzt werden müssen. Bedenkt man, daß in den Zündtreiberschaltungen neben dem Ein- und Ausschalten des Primärstroms IPR auch noch viele andere Funktionen - wie z. B. Regelkreise für den Primärstrom IPR und die Begren­ zung der Primärspannung UPR und/oder Einrichtungen zum zusätzlichen Datenaustausch mit der Ansteuereinheit - beinhalten, dann multiplizieren sich die durch die Redundanz verursachten Kosten mit der steigender Anzahl von Zylindern.
Zudem werden für den über die bloße Ansteuerung hinausge­ henden zusätzlichen Datenaustausch zwischen Zündendstufe und Ansteuereinheit eigene, zusätzliche Verbindungs­ leitungen benötigt, die insbesondere dann kostenträchtig sind, wenn sie über längere Strecken durch das Fahrzeug geführt werden müssen. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Ansteuerstufe mit dem empfindlichen Mikro­ prozessor in der Fahrgastzelle und die Zündendstufe an der Zündspule im Motorraum verbaut werden.
Handelsübliche Zündspulen für den Einsatz in Zündsystemen mit ruhender Hochspannungsverteilung benötigen keine überlappende Ansteuerung für die verschiedenen Zünd­ zweige. Bei ihnen betragen die Anstiegszeiten des Primär­ stroms nur noch einigen ms bis die gewünschten Endwerte des Primärstroms IPR erreicht sind. So ist für alle Arbeitspunkte zumindest eine Zusammenfassung jeweils zweier Zündzweige möglich. Da die zusammengefaßten Zünd­ zweige seriell angesteuert werden, können die oben be­ schriebenen Regelkreise mehrfach in den Zündzweigen ge­ nutzt werden. Daraus resultieren Einsparungen an Schal­ tungsaufwand und Peripherie.
Bei serieller Ansteuerung zweier Zündendstufen können die Leitungen UH1 und UH2 zu einer Leitung zusammenfaßt wer­ den, etwa gemäß Fig. 2. Eine nicht näher beschriebene Lo­ gik im Schaltkreis IC 4 sorgt dafür, daß vor der Lei­ stungsendstufe das serielle Eingangssignal wieder in eine Ansteuerung für die einzelnen Zündtransistoren aufgesplittet wird. Dieser Umstand ist durch den Umschal­ ter S im Schaltkreis IC 4 angedeutet. Für diese Variante, die keinen zusätzlichen Datenaustausch zuläßt, liegt das Einsparpotential bei einer Verbindungsleitung und der Aufwandsreduzierung im Schaltkreis IC 3, verursacht durch die Redundanzvermeidung in den Schaltkreisen IC 1 und IC 2 gemäß Fig. 8.
Aus der DE-A-41 05 399 ist eine Zündanlage für eine Vierzylinder-Brennkraft­ maschine mit einer ruhenden Hochspannungsverteilung nach dem Oberbe­ griff des Anspruchs 1 bekannt. Die Steuersignale für beide Zündspulen wer­ den über eine einzige Steuerleitung zwischen der Zündendstufe und der An­ steuereinheit übertragen und mit zusätzlichen binären Daten, die für die je­ weils ausgewählte Zündspule gelten, überlagert.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Zündanlage für Brennkraft­ maschinen mit ruhender Hochspannungsverteilung zu be­ schreiben, bei dem der Aufwand an Verbindungsleitungen zwischen der Ansteuereinheit und der Zündendstufe re­ duziert ist. Diese Aufgabe wird durch eine Zündanlage mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Die vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung erfolgt gemäß den Merkmalen der abhängigen Ansprüche.
Vorteilhaft ist hierbei:
die Möglichkeit der Mehrfachnutzung vorhandener Schal­ tungsteile wie z. B. Regel- und Steuerkreise, Störschutz­ schaltungen, Diagnoseschaltungen, Ruhestromabschaltung usw., womit Kosten reduziert werden;
die Möglichkeit mehrere Verbindungsleitungen einzusparen, insbesondere wenn neben der notwendigen Steuerung des Zündspulenstromes auch noch ein zusätzlicher Datenaus­ tausch zwischen Ansteuereinheit und Zündendstufe statt­ finden soll;
der Umstand, daß bei Verringerung der Verbindungsleitun­ gen auch deren EMV-Entstörmaßnahmen wegfallen, was die Wirtschaftlichkeit weiter erhöht;
der Umstand, daß bei dem vorgeschlagenen Übertragungspro­ tokoll eine Eigensynchronisation erfolgt, dergestalt, daß Fehlfunktionen vermieden werden;
der Umstand, daß bei serieller Ansteuerung zweier Zünd­ darlington deren Emitter vorteilhafter Weise auf einen gemeinsamen Stromshunt geführt werden können, was neben dem Shuntwiderstand auch einen der beiden üblicherweise vorgenommenen Funktionsabgleiche erspart.
Die Schaltung eignet sich besonders für die monolithische Integration innerhalb eines - in moderneren Zündendstufen bereits vorhandenen - Zündtreiber-IC′s.
Kurze Beschreibung der Figuren:
Fig. 1 Konzeptbild eines Zündsystems für Vierzylinder­ motoren mit ruhender Hochspannungsverteilung und Doppelfunkenspulen mit serieller Ansteuerung auf zwei Verbindungsleitungen mit Mehrfachdatenübertragung nach der Erfindung.
Fig. 2 Konzeptbild eines Zündsystems für Vierzylinder­ motoren mit ruhender Hochspannungsverteilung und Doppelfunkenspulen mit serieller Ansteuerung auf einer Verbindungsleitung.
Fig. 3 Blockschaltbild zur Erzeugung eines Schnittstellenprotokolles zwischen Ansteuereinheit und Zündendstufe nach Fig.
Fig. 4 Strom/Spannungsverläufe nach Fig. 3 ohne Mehrfachdatenübertragung bei UBatt : 12V.
Fig. 5 Strom/Spannungsverläufe nach Fig. 3 mit Mehr­ fachdatenübertragung bei UBatt : 12V.
Fig. 6 Blockschaltbild zur Erzeugung eines zweiten Schnittstellenprotokolles zwischen Ansteuereinheit und Zündendstufe nach Fig. 2b.
Fig. 7 Strom/Spannungsverläufe nach Fig. 6 mit Mehr­ fachdatenübertragung.
Fig. 8 Konzeptbild eines Zündsystems für Vierzylinder­ motoren mit ruhender Hochspannungsverteilung und Doppelfunkenspulen und paralleler Ansteuerung und mehreren Verbindungsleitungen nach dem Stand der Technik.
Ausführungsbeispiel
Die Fig. 1 zeigt das Blockschaltbild einer Zündanlage für Vierzylindermotoren mit ruhender Hochspannungsvertei­ lung und Doppelfunkenspulen mit serieller Ansteuerung auf zwei Verbindungsleitungen mit Mehrfachdatenübertragung. Über die Verbindungsleitungen werden neben der Zündungs­ steuerung der beiden Endstufen auch zusätzliche Informationen übertragen. Dies führt zu einem höheren Einsparpotential gegenüber dem in der Fig. 8 beschriebe­ nen Konzept, da die Anzahl der Verbindungsleitungen zwi­ schen Ansteuereinheit 1 und RHV-Endstufe 2 (RHV = ruhende Hochspannungsverteilung) um die Kontrolleitungen reduziert sind. Durch die mehrfach Nutzung der beiden Verbindungsleitungen ist es möglich neben den Ansteuersignalen für die beiden Leistungsendstufen 4 noch weitere Daten auf den Leitungen zu Übertragen. Vorteil­ haft ist insbesondere, wenn wie weiter unten beschrieben auf der einen Leitung zusätzlich die Rückmeldung des Pri­ märstroms an die Ansteuereinheit 1 für beide Zündspulen und auf der anderen Leitung die maximale Zündenergie ebenfalls für beide Zündspulen von der Ansteuereinheit 1 zur RHV-Endstufe 2 übertragen wird.
Zur Erläuterung der Funktion dienen die Fig. 3, welche ein Ausführungsbeispiel der beiden Schnittstellen zwi­ schen der Ansteuereinheit (1) und dem Eingang des Zünd­ treibers (3) aufzeigt, sowie die in Fig. 4 und Fig. 5 dargestellten Spannungs- und Stromverläufe.
Mit dem Transistor T1 wird über den Pull-up Widerstand R1 durch Ein- und Ausschalten auf der UH1-Leitung ein Spannungsverlauf gemäß Fig. 4a erzeugt. Der Spannungspe­ gel variiert zwischen UBatt und Masse. Der Komparator K1 im Zündtreiber (3) erkennt diesen Spannungssprung und schaltet für die Zeitdauer, für die gilt UH1 < US1, die Endstufe ZD1 aus Fig. 1 leitend. Das hat zur Folge, daß über die Primärinduktivität LPR der Zündspule ein Strom­ fluß möglich wird. Ein nicht näher beschriebener Stromre­ gelbegrenzungskreis im IC 3 des Zündtreibers (3) aus Fig. 1 sorgt dafür, daß für den Fall der Spannungsgleichheit am gemeinsamen Stromshunt RS3 und einer intern vorgegebe­ nen Referenzspannung URef eine Strombegrenzung ein­ geregelt wird. Es ergibt sich ein Verlauf des Primär­ stroms IPR1 an der ersten Zündspule gemäß Fig. 4c.
Mit dem Transistor T3 wird über den Pull-up Widerstand R3 auf der Leitung UH2 ein Spannungsverlauf gemäß Fig. 4b erzeugt d. h. der Pegel variiert ebenfalls zwischen UBatt und Masse. Der Komparator K3 erkennt diesen Spannungs­ sprung und schaltet ähnlich wie K1 den Stromfluß über die Endstufe ZD2 ein. Es ergibt sich ein Primärstromverlauf IPR2 in der zweiten Zündspule gemäß Fig. 4d. Dabei ist es vorteilhaft, daß es eine feste, leitungsgebundene Zuord­ nung zwischen Ansteuerleitung und Zündendstufe bzw. Mo­ torzylinder gibt, die eine störungsarme Übertragung er­ möglicht, bei der die Gefahr, daß aufgrund einer Störung z. B. der falsche Zylinder angesteuert wird, gering ist.
Ein zusätzlicher Datenaustausch kann notwendig oder zweckmäßig sein, wenn die Ansteuereinheit die Zündend­ stufe aufgrund motorspezifischer Belange gezielt für einen bestimmten Zeitraum in einen anderen Betriebszu­ stand umschalten möchte. Erfindungsgemäß wird hierzu, wie in Fig. 3 dargestellt, z. B. auf der Eingangsleitung UH1 mittels eines gesteuerten Spannungsteilers, bestehend aus den Teilen R1, R2 und T2 eine Spannungspegeländerung ver­ ursacht, indem gleichzeitig zu T1 auch T2 leitend ge­ schaltet wird, worauf sich ein abgesenkter Spannungspegel UH1-B auf der UH1-Leitung gemäß Fig. 5a nach der Zeitach­ senaufsplittung ergibt. Varianten zu einer solchen Pegel­ absenkung sind in der DE OS 42 31 954 beschrieben.
Vor der Zeitachsenaufsplittung sind die Verhältnisse wie­ derholt mit T2 im nichtleitenden Zustand gemäß der Fig. 4a. Der abgesenkte Pegel liegt näherungsweise bei
UH1-B = UBatt * 1/(R1/R2))
Die Schwelle US2 des Komparators K2 ist so gewählt, daß diese Pegeländerung zu einem Spannungsverlauf am Ausgang von K2 gemäß Fig. 5c führt. Aus diesem Signal ist nun eine Umschaltinformation innerhalb der Zündendstufe abzu­ leiten, welche die Zündendstufe in einen anderen Zustand bringt z. B. eine abweichende Endwertvorgabe für den Regelkreis zur Begrenzung des Primärstroms verursacht, dergestalt, daß für den ersten Pegel auf der Verbindungs­ leitung UH1 der Primärstrom-Endwert auf z. B. 7A und beim zweiten Pegel z. B. auf 5A begrenzt wird. Mit einer sol­ chen Funktion kann das Zündenergieangebot für die Zünd­ kerze für Kaltstart und Normalbetrieb unterschiedlich be­ einflußt werden. Weiterhin wird damit Einfluß auf die Le­ bensdauer der Zündkerze genommen. Eine solche Umschalt­ auslösung betrifft beide Endstufen gleichermaßen d. h. die Stromabsenkung wird in beiden Endstufen gleichzeitig vorgenommen. Es wird aber nur eine Eingangsleitung mit dieser Pegelabsenkung beaufschlagt und diese Information so zwischengespeichert, daß beide Endstufen von der IPR- Endwertumschaltung betroffen sind.
Hierzu wird in einfacher Weise ein FF gemäß Fig. 3 vorge­ schlagen, welches mit der Lo/Hi-Flanke des UK2-Signales aus Fig. 5c gesetzt wird und mit der Hi/Lo-Flanke des UK3-Signales aus Fig. 5d zurückgesetzt wird. Der resul­ tierende Verlauf der Spannung UFF am Ausgang des FF ist in Fig. 5e wiedergegeben. Mit einem derart aufbereiteten Signal läßt sich nun die Referenzspannung eines Strombegrenzungsregelkreises, umschalten.
Dieser Sachverhalt ist in Fig. 3 durch den von FF gesteu­ erten Schalter S1 angedeutet, der zwischen den beiden Re­ ferenzspannungen Uref1, Uref2 umschaltet.
Vorteilhaft ist hierbei, daß eine asynchron angeforderte Pegeländerung auf der UH1-Leitung, die zeitlich nach der Set-Flanke auftritt, durch das Flip Flop FF unterdrückt wird, denn mit einer asynchronen IPR-Absenkung - z. B. von einem Momentanwert 6A auf eine IPR-Endwertvorgabe von 5A hin - hätte die damit verbundene dIPR/dt-Änderung eine unerwünschte Fehlzündung zur Folge. Umgeschaltet werden kann frühestens mit der nächsten regulären Periode auf der UH1-Leitung.
Dadurch, daß die zusätzliche Information für die IPR-End­ wertumschaltung nicht auf beiden Eingangsleitungen über­ lagert werden muß, kann ein weiterer Datenaustausch auf der UH2-Leitung stattfinden, ohne daß die Informations­ dichte auf den beiden Leitungen überstrapaziert werden muß.
Die im Spannungspegel der UH2-Leitung vorgeschlagene, eingebettete IPR-Zustandsrückmeldung von der Zündendstufe zur Ansteuereinheit könnte eine solche weitere In­ formation sein. Eine solche Rückmeldeeinrichtung kann - gemäß der DE OS 38 00 932 - zu einer sog. Schließwinkel­ regelung mit Hilfe eines Mikrocomputers in der An­ steuereinheit ausgenutzt werden. Dies ist von Interesse bei den heute üblichen Schließwinkelsteuerungen, bei denen - aus in Kennfeldern abgespeicherten typischen Spulenanstiegszeiten - die erforderliche Einschaltdauer ausgegeben werden. Aufgrund nicht erfaßter Chargenstreu­ ungen und Temperaturdaten der Zündspule, stimmen die Kennfelder nicht optimal, was zu erheblich erhöhten Betriebstemperaturen bis hin zur thermischen Zerstörung führen kann.
Zur Rückmeldung vergleicht der Komparator K4 aus Fig. 3 einen mit einem Spannungsteiler R4 und R5 festgelegten Bruchteil der Referenzspannung URef1 oder URef2 mit der Spannung UF am Stromfühlershunt RS3, welche ein Abbild des aktuellen IPR-Stromwertes darstellt. Die Spannungen URef1 bzw. URef2, welche den jeweils vorgewählten IPR- Endwert festlegen, repräsentieren die weiter oben er­ wähnte Spannungsreferenz eines nicht näher beschriebenen Strombegrenzungsregelkreises. Hat also bei dieser Dimen­ sionierung der aktuelle IPR in der Zündspule z. B. 95% seines jeweils vorgegebenen Endwertes erreicht, schaltet der Komparator K4 einen Stromflußzweig über R3, die Klemmeinrichtung Z und den Schalter S2 ein. Hierbei steht Z exemplarisch für ein spannungspegelveränderndes Bau­ teil, welches in Verbindung mit R3 wirkt. Bei anliegendem Spannungspegel auf der UH2-Leitung wird durch diese Maß­ nahme eine Spannungspegelabsenkung von dem Wert UH2-A auf den IPR-Rückmeldepegel UR eingeleitet, wie dies in der Fig. 5b dargestellt ist. Zur Auswertung dieser Span­ nungspegelabsenkung dient auf der Ansteuerseite der Kom­ parator K5 mit der Schaltreferenz US3 gemäß Fig. 3. Aus den Zeitinformationen, wann 0.95 IPRmax erreicht sind, die aus dem am Ausgang von K5 entstehendem Signal gewon­ nen werden kann und dem für diese Zündperiode in der Ansteuereinheit festgelegten Zündzeitpunkt, kann der Mi­ krocomputer Korrektursignale für die Spulenan­ stiegszeitsteuerung errechnen im Sinne einer Schließwin­ kelregelung.
Die nach Fig. 3 vorgeschlagene Schnittstelle arbeitet mit Pull-up Widerständen R1 und R3, d. h. die Pegel auf den Verbindungsleitungen UH1 und UH2 sind abhängig von UBatt. Dementsprechend wird es, je nach Dimensionierung, notwendig werden, zumindest einige der Referenzschwellen US1, US2, US3 auch abhängig von UBatt auszulegen.
Nach dem erfindungsgemäßen Gedanken läßt sich eine Vari­ ante der Schnittstelle zwischen Ansteuereinheit (1) und Zündendstufe (2) ableiten, welche bei gleichem Funktions­ umfang mit festen Pegeln und Schwellen auskommt. Hierzu werden gemäß Fig. 6 die Spannungspegel UH1-A, UH1-B und UH2-A aus einer stabilisierten Spannung abgeleitet z. B. der bei MC-Systemen üblichen 5V-Versorgung. Die zu Fig. 5 äquivalenten Strom-Spannungsverläufe zeigt Fig. 7. Glei­ che Bezugszeichen in Fig. 6 haben dieselbe Funktion wie in Fig. 3. Die Pull-up Widerstände R1 und R3 aus der Schaltungsanordnung nach der Fig. 3 werden hier ersetzt durch die Pull-down Widerstände R11 und R12. Die Span­ nungspegelabsenkung auf der UH1-Leitung für die IPR-End­ wertvorgabe wird nunmehr über den gesteuerten Spannungs­ teiler R8/R10/T2 gebildet. Die Schwelle US3 des Kompara­ tors K5 wird mittels des Spannungsteilers R6/R7 so ge­ wählt, daß die durch Z ausgelöste Spannungspegeländerung auf der UH2-Leitung bei der IPR-Zustandsrückmeldung er­ kannt wird. Die Schwellen US1 und US2 im Zündtreiber (3) haben von UBatt unabhängige, Schaltschwellen.

Claims (4)

1. Zündanlage für Brennkraftmaschinen mit einer ruhenden Zündspannungsverteilung mit mindestens zwei seriell ange­ steuerten Zündspulen, wobei jede Zündspule in ihrem Pri­ märstromkreis einen Leistungstransistor (ZD1, ZD2) auf­ weist, durch den der Primärstrom (IPR) der entsprechenden Zündspule gemäß eines von einer Ansteuereinheit (1) für jede Zündspule erzeugten Steuersignals (UH1, UH2) gesteu­ ert wird, wobei die Zündanlage einen Zündtreiber (3) auf­ weist, dessen Eingangsstufe (5) die Steuersignale (UH1, UH2) für jede Zündspule zugeführt werden und dessen Aus­ gänge je einen Leistungstransistor ansteuern, dadurch ge­ kennzeichnet, daß den Steuersignalen (UH1, UH2) jeweils ein zusätzli­ ches binäres Datensignal überlagert ist, das jeweils für alle Zündspulen Gültigkeit besitzt.
2. Zündanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß auf dem ersten Steuersignal (UH1), ein zusätzliches Datensignal zur Steuerung des Endwertes des Primärstromes (IPR) aller Zündspulen von der Ansteuereinheit (1) zur Endstufe (2) übertragen wird.
3. Zündanlage nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß auf dem zweiten Steuersignal (UH2) ein zusätzliches Datensignal von der Endstufe (2) zur An­ steuereinheit (1) übertragen wird, das zur Rückmeldung des Pegels des Primärstroms (IPR) dient.
4. Zündanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zur Zwischenspeicherung der aus dem ersten Steuersignalverlauf (UH1) gewonnenen Information ein Flip-Flop (FF) verwendet wird.
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