DE4332026C2 - Vorrichtung zum Stranggießen - Google Patents
Vorrichtung zum StranggießenInfo
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Description
Die Erfindung geht aus von einer Vorrichtung zum Stranggießen
mit den im Oberbegriff des Anspruchs 1 angegebenen Merkmalen.
Für den Strangguß von Edelmetallen, Edelmetallegierungen
und/oder NE-Metallen sind Vorrichtungen bekannt, die eine
Schmelzkammer aufweisen, in der das zu schmelzende Material
eingebracht wird. Die zum Erschmelzen notwendige Energie wird
durch eine Energiequelle bereitgestellt. Das erschmolzene
Material wird über eine Stranggießkokille mittels einer Abzugs
vorrichtung abgezogen. Die Stranggießkokille weist einen, der
gewünschten Querschnitt des Stranges angepaßten Querschnitt auf.
Beim Strangguß, insbesondere von Edelmetallen und/oder Edel
metallegierung verbleibt ein Rest des Ausgangsmaterials an der
Wandungen der Schmelzkammer und/oder der Stranggießkokille.
Dieser Rest wird im Hinblick auf den relativ hohen Preis des
Materials wiedergewonnen. Hierzu ist es notwendig, die Schmelz
kammer und die Stranggießkokille abzukühlen. Während der
Abkühlzeit ist die Vorrichtung nicht einsatzbereit. Die
minimiert die Einsatzzeit der Vorrichtung, was sich in der
Herstellungskosten des Strangmaterials widerspiegelt.
Die Abkühlung der vorgenannten Teile muß auch dann erfolgen,
wenn ein Wechsel der Gießabmessung, der Dimension, der Form
vorgenommen werden soll. Das gleiche gilt z. B. beim Wechsel
von einer Band- auf eine Doppelbandform, eine Draht- oder
Doppeldrahtform oder auf eine Rohrform.
Die Stranggießkokille und die Schmelzkammer werden auch dann
abgekühlt, wenn ein Wechsel des zu erschmelzenden Materials
vorgenommen werden soll, wie z. B. beim Wechsel von einer 9
Karat ZU einer 14 Karat Goldlegierung. Dies ist notwendig, um
die gewünschte Reinheit des Materials zu gewährleisten.
Um den Herstellungsvorgang zu beschleunigen, hat man bereits
mehrere Vorrichtungen zum Einsatz gebracht. Hierdurch wurde
zwar die Einsatzzeit einer Vorrichtung erhöht, jedoch ist für
mehrere Vorrichtungen der Platzbedarf relativ groß.
Desweiteren sind bei mehreren Vorrichtungen Investitionen
notwendig, die sich wiederum negativ auf die
Herstellungskosten auswirken.
Im Zusammenhang mit Vorrichtungen zum Stranggießen sei
exemplarisch auf die, durch die DE 37 40 530 A1 bekannte
Vorrichtung verwiesen. Aus dieser Druckschrift ist eine
Vorrichtung zum Stranggießen bekannt, welche eine
Schmelzkammer, eine Energiequelle zum Aufschmelzen des
Materials, eine Stranggießkokille und eine unterhalb der
Stranggießkokille angeordnete Abzugsvorrichtung aufweist.
Aus der EP 0 413 303 ist eine Vorrichtung zum Stranggießen
bekannt, die zwei Schmelzkammern mit den jeweils dazugehörigen
Stranggießkokillen, eine Energiequelle zum Aufschmelzen des
Materials und eine unterhalb der Stranggießkokille angeordnete
Abzugsvorrichtung aufweist,
wobei die Schmelzkammern verschwenkbar auf einem gemeinsamen
Träger angeordnet sind.
Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung die
Zielsetzung zu Grunde, die bekannte Vorrichtung so weiter zu
entwickeln, daß die Einsatzzeiten der Vorrichtung erhöht
werden können.
Diese Zielsetzung wird durch eine Vorrichtung zum
Stranggießen, von Edelmetallen und/oder Edelmetallegierungen
und/oder NE-Metallen mit den Merkmalen des Anspruchs 1
erreicht. Vorteilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand der
Unteransprüche.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung zeichnet sich dadurch aus, daß
sie mehrere Schmelzkammern mit der jeweils zu einer Schmelz
kammer gehörigen Stranggießkokille aufweist, die auf einem
gemeinsamen, verschwenkbaren Träger angeordnet sind.
Durch diese Ausbildung wird die Einsatzzeit der Vorrichtung
wesentlich erhöht. Dies verringert die Herstellungskosten des
Strangmaterials. Im Gegensatz zu den bisherigen Vorrichtungen
kann beim Wechsel des Material eine quasi kontinuierliche
Arbeitsweise der Vorrichtung erzielt werden. Während des
Stranggießvorgangs kühlen sich die vorher im Einsatz befundene
Schmelzkammer und Stranggießkokille ab, so daß diese anschließend
entsprechend für den weiteren Einsatz vorbereitet werden können.
Desweiteren benötigt die Vorrichtung nicht mehr Platz als die
bisher verwendeten Vorrichtungen. Da die Vorrichtung mit einem
verschwenkbaren Träger ausgebildet ist, bedarf es bei der
Vorrichtung keiner zusätzlichen Abzugsvorrichtung. Der Träger
wird soweit verschwenkt, bis die Austrittsöffnung der Strang
gießkokille über der Abzugsöffnung positioniert wird. Dies
minimiert auch den konstruktiven Aufwand der Vorrichtung.
Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Vorrichtung kann
darin gesehen werden, daß die bisher sich im Einsatz befindenden
Vorrichtungen entsprechend in erfindungsgemäße Vorrichtungen
umgerüstet werden können.
Um die Vorbereitung der Schmelzkammer und der Stranggießkokille
für einen weiteren Stranggießvorgang zu erleichtern, wird gemäß
einem weiteren Gedanken vorgeschlagen, die Schmelzkammer und die
Stranggießkokille auswechselbar am Träger anzuordnen. Dies
beschleunigt die Arbeitsweise und verringert somit die
Standzeiten der Vorrichtung.
Der Träger kann mittels eines Antriebs oder manuell verschwenkt
werden. Die gewünschte Positionierung der Schmelzkammer und der
Stranggießkokille über der Abzugsvorrichtung wird dabei durch
eine Indexierung sichergestellt. Vorteilhafterweise wird der
Träger durch einen elektromotorischen Antrieb verschwenkt. Bei
dem elektromotorischen Antrieb kann es sich zum Beispiel um
einen Schrittmotor handeln. Der Schrittmotor hat auch den
Vorteil, daß eine exakte Positionierung der Stranggießkokille
über der Abzugsvorrichtung ermöglicht wird.
Zum Erschmelzen des Materials wird vorgeschlagen die erfin
dungsgemäße Vorrichtung mit einer Induktions- oder Widerstands-
Heizung auszubilden.
Gemäß einem weiteren Gedanken wird vorgeschlagen, den Träger mit
zwei, im Abstand zueinander angeordneten Platten auszubilden,
die an einem gemeinsamen Arm befestigt sind. Der Arm ist dabei
um seine vertikale Achse verschwenkbar am Gestell der
Vorrichtung gelagert.
Weitere Vorteile der erfindungsgemäßen Vorrichtung
werden anhand von Ausführungsbeispielen erläutert. Hierbei zeigt
Fig. 1 eine erste Vorrichtung in der Draufsicht,
Fig. 2 die Vorrichtung in einer Seitenansicht,
Fig. 3 die Vorrichtung in der Frontansicht und
Fig. 4 eine zweite Vorrichtung in der Draufsicht.
Die Vorrichtung 1 weist ein Gestell 2 auf, in dem die nicht
dargestellten Nebenaggregate der Vorrichtung angeordnet sind.
Auf dem Gestell 2 ist ein verschwenkbarer Träger 3 angeordnet.
Der Träger 3 umfaßt drei im Abstand zueinander angeordnete
Platten 4; 5; 5a auf. Zwischen den Platten 4; 5; 5a sind
Schmelzkammern 6 und die zu jeder Schmelzkammer 6 dazugehörige
Stranggießkokille 7 angeordnet. Die Platten 4 und 5a dienen
dabei zur Halterung der Schmelzkammer 6. Die Platte 5a ist mit
Öffnungen versehen, durch welche sich die Stranggießkokillen 7
erstrecken. Die Platten 4; 5; 5a sind mit einem Arm 8 drehfest
verbunden. Der Arm 8 ist um seine vertikale Achse 9 verschwenk
bar.
In den Fig. 1; 2 sind Vorrichtungen dargestellt mit mehreren
Stationen, wobei unter einer Station eine Schmelzkammer mit der
dazugehörigen Stranggießkokille verstanden wird. Die Anzahl der
Stationen kann entsprechend dem Einsatzzweck der Vorrichtungen
unterschiedlich hoch sein. Sind mehrere Stationen vorgesehen, so
ist es zweckmäßig, die Stationen symmetrisch bezüglich der Achse
9 anzuordnen, da dann der Verschwenkwinkel gleich groß ist.
Claims (7)
1. Vorrichtung zum Stranggießen von Edelmetallen und/oder
Edelmetallegierungen und/oder NE-Metallen, mit mindestens einer
Schmelzkammer, einer Energiequelle zum Aufschmelzen des
Materials, mit einer Stranggießkokille und mit einer unterhalb
der Stranggießkokille angeordneten Abzugsvorrichtung, dadurch
gekennzeichnet, daß die Vorrichtung mehrere Schmelzkammern (6)
aufweist, daß diese Schmelzkammern (6) mit der jeweils
dazugehörigen Stranggießkokille (7) auf einem gemeinsamen,
verschwenkbaren Träger (3) angeordnet sind, und daß jede
Schmelzkammer (6) mit der dazugehörigen Stranggießkokille (7)
über eine gemeinsame Abzugsvorrichtung verschwenkbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Schmelzkammern (6) und/oder die Stranggießkokillen (7)
auswechselbar sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
eine Antriebsvorrichtung zum Verschwenken des Trägers (3)
vorgesehen ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Antriebsvorrichtung elektromotorisch arbeitet, insbesondere ein
Schrittmotor ist.
5. Vorrichtung nach einem oder mehreren Ansprüchen 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die Energiequelle eine Induktions-
oder Widerstands-Heizung ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Träger (3) wenigstens zwei im Abstand zueinander angeordneten
Platten (4; 5) und einen Arm (8) umfaßt, wobei die Platten
(4; 5) mit dem Arm (8) verbunden sind und zwischen den Platten
(4; 5) die Schmelzkammern (6) und die Stranggießkokillen (7)
angeordnet sind.
7. Vorrichtung nach einem oder mehreren Ansprüchen 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß die Stranggießkokillen (7)
unterschiedliche Querschnitte, Formate und Anzahl von
Gießstangen aufweisen.
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