DE4337415C2 - Kran, insbesondere mobiler Großkran - Google Patents

Kran, insbesondere mobiler Großkran

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Description

Die Erfindung betrifft einen Kran, insbesondere einen mobilen Großkran, mit einem Kranunterrahmen, einem auf diesem drehbar angeordneten Kranoberrahmen, der einen in Leichtbauweise ausgeführten Ausleger aufweist und mit zusätzlichen traglaststeigernden Einrichtungen versehen ist.
Ein derartiger Großkran mit einem Kranunterrahmen, einem Kranoberrahmen, einem ersten Hauptausleger, einem Wippausleger, einer unteren Wippstütze und einer oberen Wippstütze sowie mit einer Superlifteinrichtung ist bekannt und wird im Prinzip mit Erfolg in der Praxis für den Hub von schweren Lasten eingesetzt (vgl. DE-C2-31 08 454).
Großkrane der vorstehend beschriebenen Art können bekannterweise mit der zusätzlichen traglaststeigernden Superlifteinrichtung derart erweitert werden, daß bei gleichen Auslegerlängen die Tragfähigkeit um das Zwei- bis Dreifache ansteigt. Für den Fall, daß für spezielle Einsätze des Krans eine solche Traglaststeigerung nicht ausreicht, z. B. um schwere und großvolumige Bauteile zu heben, ist zumindest ein weiterer Kran für die Hubarbeit notwendig. Der Einsatz von zwei solch aufwendiger Krane ist nicht nur unwirtschaftlich, sondern bedeutet auch eine erheblich vergrößerte Grundfläche, die in vielen Fällen nicht zur Verfügung steht (GB 1,162,405).
Die eingangs bezeichnete Kranvorrichtung geht von der FR 1.408.712 aus. Dort ist eine Wippstütze bekannt, die einseitig auf einer Hilfsstütze gelenkig abgestützt ist und auf der anderen Seite an einem Hauptausleger in einem Gelenk horizontal aufgenommen ist. Die Wippstütze arbeitet somit als Biegeträger, der in dieser Form allgemein üblich ist. Dabei wird die Last unmittelbar über eine Laufkatze auf den Wippträger übertragen. Ein solches System läßt ausschließlich eine vertikale Anordnung von Hauptausleger und Hilfsstütze zu. Außerdem verfügt diese Bauweise weder über traglaststeigernde Einrichtungen noch über einen zweiten Hauptausleger, um sehr große Lasten unter zusätzlichen Bedingungen bei hängend sehr langen bzw. hohen Lasten aufnehmen zu können.
Der im Anspruch 1 angegebenen Erfindung liegt daher das Problem zugrunde, unter Einsparung eines zweiten vollständigen Krans, insbesondere Großkrans, eine Kranvorrichtung zu schaffen, die in ihrer Tragfähigkeit gesteigert wird, ohne einen zweiten Kran zu benötigen, d. h. ohne eine größere Grundfläche zu beanspruchen und daher wirtschaftlicher ist.
Die gestellte Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß an dem ersten Hauptausleger über ein im wesentlichen horizontal angeordnetes Tragwerk, das aus einer Druckstütze besteht, ein zweiter Hauptausleger angelenkt ist, der sich auf einer Plattform abstützt, daß auf der Plattform zumindest zwei Abspannstangen oder -seile angelenkt sind und daß ein kranseitiger Flaschenzug mit Seilen aus den Hubwinden des Kranoberrahmens und ein dem Kran abgewandter Flaschenzug mit Seilen aus Hubwinden der Plattform gemeinsam die Last heben. Der Vorteil dieser Bauweise umfaßt nicht nur eine Tragkraft-Steigerung von nahezu 100%, es wird außerdem kaum zusätzlicher Raum bzw. Grundfläche benötigt, und es können nicht nur sehr schwere Transportgegenstände, sondern auch sehr lange Gegenstände hochgehoben werden.
Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist im Anspruch 2 angegeben. Die Weiterbildung nach Anspruch 2 besteht darin, daß das Tragwerk aus einem ursprünglichen Wippausleger, der als Druckstütze eingesetzt ist, besteht und daß das Tragwerk mittels Abspannstangen oder -seilen gehalten ist, an denen eine Traverse befestigt ist. Der Vorteil dieser Lösung besteht darin, daß ein vorhandener Ausleger übernommen werden kann und daß eine eindeutig mittige Lagerung der Traverse erzielt wird.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß in der Traverse zwei obere Rollensätze zweier Flaschenzüge gelagert sind. Dadurch wird der durch die Traverse gebildete Raum und deren Befestigungsflächen ausgenutzt.
Vorteilhaft ist außerdem, daß für einen stationären Einsatz anstelle des Kranunterrahmens ein Sockel und mehrere Stützträger vorgesehen sind. Für den Fall, daß von Anfang an feststeht, einen stationären Kran zu benötigen, können dadurch Fahrwerke erspart werden. Ein solcher Kran ist dementsprechend wirtschaftlich in seinen Gestehungskosten.
Andererseits ist es vorteilhaft, daß für einen mobilen Einsatz anstelle der stationären Plattform eine mobile Plattform vorgesehen ist, die auf parallelen Bewegungsbahnen parallel mit dem Kranunterrahmen verfahrbar ist. Der Vorteil davon ist, lange Gegenstände nicht nur heben zu können, sondern auch aufrichten zu können.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden im folgenden näher beschrieben. Es zeigen
Fig. 1 einen Aufriß eines Großkrans, der das erfindungsgemäße Hubgerüst bildet,
Fig. 2 eine alternative Ausführung des Großkrans gemäß Fig. 1 im Aufriß, wobei gegenüber Fig. 1 die Lasttragmittel verändert sind,
Fig. 3 einen Aufriß eines im Prinzip gegenüber Fig. 1 unterschiedlichen Tragwerks,
Fig. 4 einen Aufriß einer weiteren Alternativen für das Tragwerk und eine stationäre Ausführungsform des Großkrans,
Fig. 5 eine mobile Ausführungsform des Großkrans.
Fig. 1 zeigt einen mobilen Gittermastkran, bestehend aus einem Kranunterrahmen 1, einem Kranoberrahmen 2, einem ersten Hauptausleger 3, einem Wippausleger 4, einer unteren Wippstütze 5, einer oberen Wippstütze 6 und einer Superlifteinrichtung 7 zur Steigerung der Tragfähigkeit. Eine solche Baugruppe wird als Grundgerät betrachtet und dient als Ausgangsbasis für die vorliegende Erfindung.
Der auf dem Kranunterrahmen 1 drehbar angeordnete Kranoberrahmen 2 weist den in Leichtbauweise ausgeführten ersten Hauptausleger 3 auf und außer den zusätzlichen traglaststeigernden Einrichtungen, wie z. B. die Superlifteinrichtung 7, ist nunmehr an dem ersten Hauptausleger 3 über ein im wesentlichen horizontal angeordnetes Tragwerk 30 ein zweiter Hauptausleger 8 angelenkt, der sich auf einer Plattform 10 abstützt. Diese beiden beschriebenen Seiten des Großkrans bilden somit ein Hubgerüst, das im Bereich einer Last 41 einen erheblichen Freiraum, d. h. Hubraum aufweist (Fig. 1).
Das Tragwerk 30 ist hierbei aus einem ursprünglichen Wippausleger 4 gebildet, der als Druckstütze 4a eingesetzt ist, und das Tragwerk 30 ist mittels Abspannstangen oder -seilen 11 gehalten, an denen eine Traverse 12 befestigt ist. In der Traverse 12 sind zwei obere Rollensätze 12a und 12b für zwei Flaschenzüge 13 und 15 gelagert. Der kranseitige Flaschenzug 13 ist an Seile 14a und 14b aus den Hubwinden 14 des Kranoberrahmens 2 angeschlossen. Der zur Kranseite abgewandte Flaschenzug 15 ist an Seile 16a und 16b aus auf der stationären Plattform 10 angeordneten Hubwinden 16 angeschlossen.
Der erste Hauptausleger 3 und der zweite Hauptausleger 5 können vollkommen gleich ausgebildet sein, um eine wirtschaftliche Herstellung zu gewährleisten.
Gemäß Fig. 2 sind auf der Traverse 12 zumindest zwei hydraulisch betätigte Seil-Hubeinrichtungen 17 angeordnet, an denen Last-Tragmittel 40 für die Last 41, die aus Seilen bestehen können, befestigt sind. Diese Seil-Hubeinrichtungen 17 können z. B. dann zum Einsatz kommen, wenn für einen speziellen Hub die Seilkapazität der Hubwinden 14 und 16 nicht ausreichen sollte. Die bei Montage von langen Baukolonnen, z. B. in Raffinerien, erforderlichen großen Hubhöhen können hier erreicht werden.
Eine alternative Lösung ist in Fig. 3 dargestellt. Der Kran, insbesondere ein Großkran, ist ebenfalls mit einem Kranunterrahmen 1, einem auf diesem angeordneten (drehbaren) Kranoberrahmen 2 versehen, der einen in Leichtbauweise ausgeführten ersten Hauptausleger 3 aufweist und mit zusätzlichen traglaststeigernden Einrichtungen, wie z. B. der Superlifteinrichtung 7, versehen ist. Mit der nachstehend beschriebenen Gestaltung erhält man ebenfalls die zweite Seite des angestrebten Hubgerüstes. Hierzu ist der erste Hauptausleger 3 und der zweite Hauptausleger 5 mittels eines relativ kurzen Druckstabes 23 gekoppelt, ferner sind auf der stationären Plattform 10 zumindest zwei Abspannstangen oder -seile 9 angelenkt, und ein kranseitiger Flaschenzug 13 mit Seilen 14a und 14b ist aus den Hubwinden 14 des Kranoberrahmens 2 und ein dem Kran abgewandter Flaschenzug 15 ist mit Seilen 16a und 16b aus Hubwinden 16 der Plattform 10 betätigbar. Der kurze Druckstab 23 koppelt den ersten Hauptausleger 3 mit dem zweiten Hauptausleger 5.
Gemäß Fig. 4 sind für einen stationären Einsatz anstelle des Kranunterrahmens 1 ein Sockel 24 und mehrere Stützträger 25 vorgesehen. Bei einem stationären Einsatz des erfindungsgemäßen Hubgerüstes ist es daher möglich, den in den Fig. 1 bis 3 gezeigten Raupenunterwagen durch einen Sockel 24 und die vier Stützträger 25 zu ersetzen.
Gemäß Fig. 5 ist die Last 41 zumindest zeitweise durch einen Koppelrahmen 25 für den Verfahrvorgang mit der Plattform 26 verbindbar. Bei einem mobilen Einsatz des Hubgerüstes wird daher die in den Fig. 1 bis 3 gezeigte stationäre Plattform 10 durch die mobile Plattform 26 ersetzt, die z. B. auf zwei Gleitbahnen (Bewegungsbahnen 27) parallel mit dem Raupenfahrwerk bewegt werden kann. Nach dem Anheben der Last wird diese durch zumindest einen Koppelrahmen 25, jedoch nur für den Verfahrvorgang mit der Plattform 26 verbunden.
Bezugszeichenliste
1 Kranunterrahmen
2 Kranoberrahmen
3 erster Hauptausleger
4 Wippausleger
4a Druckstütze
5 Wippstütze untere
6 Wippstütze obere
7 Superlifteinrichtung
8 zweiter Hauptausleger
9 Abspannstangen bzw. -Seile
10 Plattform
11 Abspannstangen bzw. -Seile
12 Traverse
12a Rollensatz, oberer
12b Rollensatz, oberer
13 Flaschenzug
14 Hubwinden
14a Seil
14b Seil
15 Flaschenzug
16 Hubwinden
16a Seil
16b Seil
17 Seil-Hubeinrichtung
23 kurzer Druckstab
24 Sockel
25 Stützträger
26 Plattform, mobile
27 Bewegungsbahnen
28 Koppelrahmen
30 Tragwerk
40 Lasttragmittel
41 Last

Claims (5)

1. Kran, insbesondere mobiler Großkran, mit einem Kranunterrahmen einem auf diesem drehbar angeordneten Kranoberrahmen, der einen in Leichtbauweise ausgeführten Ausleger aufweist und mit zusätzlichen traglaststeigernden Einrichtungen versehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß an dem ersten Hauptausleger (3) über ein im wesentlichen horizontal angeordnetes Tragwerk (30), das aus einer Druckstütze (4a) besteht, ein zweiter Hauptausleger (8) angelenkt ist, der sich auf einer Plattform (10) abstützt, daß auf der Plattform (10) zumindest zwei Abspannstangen oder -seile (9) angelenkt sind und daß ein kranseitiger Flaschenzug (13) mit Seilen (14a, 14b) aus den Hubwinden (14) des Kranoberrahmens (2) und ein dem Kran abgewandter Flaschenzug (15) mit Seilen (16a, 16b) aus Hubwinden (16) der Plattform (10) gemeinsam die Last (41) heben.
2. Kran nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in der Traverse (12) zwei obere Rollensätze (12a, 12b) zweier Flaschenzüge (13, 15) gelagert ist.
3. Kran nach den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß für einen stationären Einsatz anstelle des Kranunterrahmens (1) ein Sockel (24) und mehrere Stützträger (25) vorgesehen sind.
4. Kran nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß für einen mobilen Einsatz anstelle der stationären Plattform (10) eine mobile Plattform (26) vorgesehen ist, die auf parallelen Bewegungsbahnen (27) parallel mit dem Kranunterrahmen (1) verfahrbar ist.
5. Kran nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Last (41) zumindest zeitweise durch einen Koppelrahmen (25) für den Verfahrvorgang mit der Plattform (26) verbindbar ist.
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