DE4407A - Neuerungen an Selbstölern oder Schmierbüchsen für Triebwerke, Dampfmaschinen, Cylinder, Radachsen, Spindeln, Riemscheiben und ähnliche Gegenstände - Google Patents
Neuerungen an Selbstölern oder Schmierbüchsen für Triebwerke, Dampfmaschinen, Cylinder, Radachsen, Spindeln, Riemscheiben und ähnliche GegenständeInfo
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Description
PATENTSCHRIFT
1878.
Klasse 47.
JAMES HARDINGE in LONDON.
Neuerungen an Selbstölern oder Schmierbüchsen für Triebwerke, Dampfmaschinen, Cylinder,
Radaxen, Spindeln, Riemscheiben und ähnliche Gegenstände.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 18. Juni 187S ab.
Diese Erfindung hat den Zweck, die Benutzung von schwereren oder gröberen Oelen zum
Schmieren zu ermöglichen und eine Ersparnifs im Gebrauch solcher Fettstoffe zu erzielen.
In der beiliegenden Zeichnung sind drei Arten dieser Vorrichtung veranschaulicht. :
Fig. ι ist ein senkrechter Durchschnitt der
ersten Art; Fig. 1 a Grundrifs, theilweise Durchschnitt
nach der Linie a-b der Fig. 1; Fig. 2 ist senkrechter Durchschnitt einer Abänderung
der ersten Art; Fig. 3 ist Vorderansicht, die arbeitenden Theile im Durchschnitt; Fig. 4 Ansicht
der in Fig. 3 gezeigten Anordnung, von der rechten Seite aus gesehen;. Fig. 5 Durchschnitt
von Fig. 3 in der Richtung c-d\ Fig. 6 und 7 Einzelheiten. Fig. 8 ist ein senkrechter
Durchschnitt der zweiten Art der Vorrichtung; Fig. 9 Ansicht einer Abänderung. Fig. ι ο und 11
sind Vorderansicht und Durchschnitt einer Anordnung der dritten Art; Fig. 12· Durchschnitt
derselben; Fig. 13 ist Durchschnitt einer OeI-kanne,
um OeIe in angemessenen Mengen zuzuführen.
Die erste Art, Fig. 1, ist zum Schmieren der Cylinder von' Dampf- und anderen Maschinen
verwendbar und besteht aus einem Becher oder Behälter A für Talg, Schmiere oder OeI, welcher
fähig ist, denselben inneren Druck auszuhalten wie andere Theile von Dampfmaschinen.
In den unteren Theil dieses Behälters ist ein Leitungsrohr B eingeschraubt, dessen oberer
Theil einen Cylinder bildet und so ausgedreht ist, dafs er den Kolben C, sowie auch die
Schraubenfeder C1 oder ein Gewicht aufnehmen kann, welche um oder auf den Stiel D des
Kolbens gestellt sind. Dieses Leitungsrohr ist an seinem inneren Ende durch die Schraubenkapsel
B1 mit den Durchlässen für das Fett,
die durch Pfeile angedeutet sind, geschlossen. Die Durchlässe führen von dem Behälter in das
Innere des Leitungsrohres B. Das Leitungsrohr hat an seinem inneren Ende B 3 einen Durchlafs
und aufsen ein Schraubengewinde B'', mit welchem es in einem Loch im Dampf- oder
anderen Cylinder angebracht wird, der geschmiert werden soll.
An der Seite des Leitungsrohres befindet sich ein Stutzen aus Metall, welcher eine Kammer E
bildet, die Zuführungskammer, in Verbindung mit dem Leitungsrohr B und gerade über der
Mitte des darin arbeitenden Kolbens C.
Das eingeschraubte Einsatzstück E * dient zur
Vergröfserung oder Verkleinerung des Rauminhaltes der Kammer E und kann in einer Verdichtungskapsel
spielen. Der Kolben C kann mit elastischem Metallband verdichtet sein oder
nicht, je nach Erfordernifs. Das obere Ende des Bechers A ist durchlöchert zur Aufnahme
von Schmiere und als senkrechter Hahn mit umgebender Schale A' ausgebildet. Der Zapfen F
des belasteten Hahns ist quer durchbohrt und mit den Queröffnungen F1 versehen, um den
Becher A durch die Löcher A2 der Kapsel^1
mit Schmiere etc. zu speisen. In der Zeichnung ist der Hahn offen; eine Viertelumdrehung desselben
schliefst den Becher A. Das Mittelloch des Hahnkörpers F dient auch als Führung für
den Kolbenstiel D.
Das Leitungsrohr B ist mit einem Stück Stahlrohr B2 gefüttert. Der Hahn B5 über B3
dient dazu, den Dampf abzusperren, während der Becher wieder gefüllt wird. Der Hahn G
dient dazu, verdichtetes Wasser oder dick gewordenes OeI abzulassen.
H ist ein Rad an einer Mikrometerscala für die Einstellung des Rauminhalts der Kammer E.
Beim Gebrauch dieser Schmiervorrichtung wird der Behälter erst mit der Schmiere gefüllt,
welche dann durch die Durchlässe der Kapsel E'
in das Leitungsrohr B und in die mittlere Höhlung des Kolbens C dringt, wodurch auch
die Zuführungskammer E gefüllt wird.
Das untere Ende E'' des Leitungsrohres wird in den zu schmierenden Dampfcylinder geschraubt.
Tritt nun Dampf in den Cylinder, so entsteht im Leitungsrohr ein Druck auf den Schmierkolben C, und der Kolben wird gegen
die Feder C gedrängt, so dafs derselbe über die Zuführungskammer E kommt und die darin
befindliche Schmiere sofort abwärts nach dem unteren zu schmierenden Theile gelangt. Läfst
nun der Dampfdruck nach, so drückt die Feder oder das Gewicht C1 den Kolben C abwärts,
wodurch die Schmiere nach ihrem Bestimmungsort gedrängt und die Zuführungskammer wieder
gefüllt wird.
Sollte Dampf in den Behälter Ä dringen, so kann der Hahn F theilweise geöffnet werden,
so dafs der Dampf durch die Löcher und Durchlässe A"1 entweicht. Hört die Maschine auf.zu
arbeiten, so endet auch die weitere Zuführung von Schmiere.
Die in Fig. 2 gezeigte Abänderung ist für horizontale Cylinder berechnet. In diesem Falle
spielt der Kolben C in einem waagerechten Cylinder B, und der Schraubeneinsatz Bi wird
in die" Cylinderbüchse eingeschraubt. Das Schraubenstück / dient zur Vereinigung mit
einem Dampfleitungsrohr, welches an dem entgegengesetzten Ende des Maschinencylinders angebracht
ist, so dafs durch die Ab- und Zuführung des Dampfes eine beständig wechselnde Bewegung des Kolbens hervorgebracht wird.
E ist die Zuführungskammer mit Regulireinsatz. Die Schmiere fliefst vom Behälter A in die
Höhlung des Kolbens C, und wenn der Kolben durch den Dampf nach dem Abflufsende des
Cylinders B getrieben wird, füllt sich die Zuführungskammer mit dem Fettstoff, welcher dann
durch den Rückstofs des Kolbens C in die Maschine gedrückt wird.
Fig. 3 bis 7 zeigen fernere Abänderungen der Vorrichtung, welche besonders für solche Maschinentheile
berechnet sind, die hin- und hergehende Bewegung haben. In dieser Anordnung enthält das umlaufende Einsatzstück K die
Zuführungskammer E, deren Rauminhalt durch den Einsatz E' regulirt wird. Auf dem aus dem
Hahngehäuse reichenden Einsatz K ist eine runde geränderte Scheibe L befestigt, Fig. 6,
die von dem mit einer Lücke M1 versehenen Ringstück M umfafst wird. In dem von der
Lücke M1 und dem Umfange der Scheibe L gebildeten Raum liegt ein kleiner Cylinder M2,
der die Mitnahme der Scheibe L seitens des Ringes M veranlafst, wenn letzterer sich im
Sinne des Zeigers der Uhr dreht, Fig. 6, während die Scheibe L und mit ihr das Einsatzstück
nicht mitgenommen wird, wenn sich der Ring M in entgegengesetzter Richtung dreht. Der Ring M
läuft in einen Arm M3 aus, der ein stellbares Gewicht N trägt. Um ein Abrutschen des
Ringes M zu verhüten und den Cylinder M'1 in seiner Lücke festzuhalten, ist auf der Scheibe L
die Deckplatte L' befestigt.
Mittelst der Schraube B* wird der Selbstöler
befestigt. Die schwingende Bewegung hat zur Folge, dafs der Arm M3 in seiner Führung P
hin und her schwingt, und bei jeder Schwingung wird die Scheibe L mit dem Einsatz K und
der Zuführungskammer E, die voll Schmiere ist, von dem Ring M um ein kleines Stück mitgenommen,
bis die Zuführungskammer so zu stehen kommt, dafs sich ihr Inhalt in den Kanal B3
ergiefst. Nach einer halben Umdrehung des Einsatzstückes K kommt die Kammer E wieder
nach oben und wird neu gefüllt. Durch die Führung P kann der Hub des Pendelarmes ΛΡ,
somit die Geschwindigkeit, mit welcher die Entleerungen der Kammer E einander folgen, regulirt
werden. Das Pendel kann auch mittelst einer Sperrklinke die gezahnte Scheibe L drehen
und so die Umdrehung des Einsatzes K bewirken.
Die Fig. 8 und 9 zeigen die zweite Art der Vorrichtung, welche zum Schmieren der Büchsen
loser Riemscheiben und Räder bestimmt ist. Dieselbe besteht aus. einem Oelbehälter A, einem
Zuführungsrohr B, einem gefurchten, gerippten, gewundenen oder glatten Stift C, welcher frei
in der Durchbohrung von B spielt. An dem inneren oberen Ende dieses Stiftes über dem
Leitungsrohr B ist ein Gewicht C1 befestigt. Wenn die den Selbstöler tragende Riemscheibe
eine sehr hohe Umdrehungsgeschwindigkeit besitzt, so mufs eine kleine Schraubenfeder zwischen
die Kapsel A' des Behälters einerseits und das
Gewicht C1 andererseits eingeschaltet werden, Fig. 8. Das obere oder innere Ende des
Leitungsrohres ist mehr oder weniger abge^ flacht oder ausgehöhlt, ebenso das dem Leitungsrohr
nächste Ende des Gewichtes C1.
Der Oeler wird mittelst der Schraube B* in
die Büchse der Riemscheibe oder des Rades eingeschraubt, und beim Drehen des Rades bewegt
sich der Stift C hin und her, weil das Gewicht C1 seine Lage . fortwährend ändert,
während bei grofser Schnelligkeit der Umdrehung die Feder der Centrifugalkraft des Gewichtes
entgegenwirkt. ,
Durch die wechselnde Stellung des OeI- oder
Schmierbehälters wird das innere Ende des Zuführungsrohres B abwechselnd in den Fettstoff
getaucht und herausgehoben, was zugleich mit der Vor- und Rückwärtsbewegung des Stiftes
infolge der gewundenen oder gefurchten Form desselben die Vorwärtsbewegung des Fettstoffes
veranlafst, so lange die Umdrehung dauert. Hört die Riemscheibe auf, sich zu drehen, so
befindet sich der Selbstöler in einer senkrechten oder geneigten Stellung und das Zufiiefsen des
Fettes hört auf.
Die dritte Art der Selbstöler zum Oelen von Wellen etc. ist in den Fig. 10, 11 und 12 dargestellt.
Das metallene Leitungsrohr B reicht durch den Pfropfen c in den Behälter A aus
Hartglas. Ueber dem Pfropfen c und dem unteren Ende des Behälters A ist eine Metallkapsel
D befestigt. Im unteren Ende des Leitungsrohres B und concentrisch mit der
Durchbohrung desselben ist ein Füllstückszapfen E angebracht, der den Stift F umgiebt.
Der Stift F reicht bis auf den zu schmierenden
Gegenstand und führt die Schmiere fort, welche durch die Seitenöffnungen B aus dem Behälter A
in das Rohr B dringt.
Der Behälter A hat an seinem oberen Ende eine Oeffhung A', welche mittelst eines Glas-
oder Korkstöpsels C verschlossen ist und zur Ermöglichung des NachfüUens von OeI dient,
ohne dafs der Selbstöler von seinem Platze entfernt zu werden braucht. Der Stift F ist mit
geraden oder gewundenen Furchen oder auch mit Windungen versehen. Sein unteres Ende
Claims (1)
- ist gerade abgeschnitten, so dafs er" auf der Welle oder dem beweglichen Theil im Lager ruht, welcher geschmiert werden soll, und dadurch empfängt der Stift eine zitternde Bewegung, die den Zuflufs des Oeles befördert. Der Selbstöler ist mittelst der Schraube Bx des Leitungsrohres B eingeschraubt.Sollte das Lager dadurch, dafs das OeI sich verdickt oder friert, heifs werden, so wird auch der Stift und das Leitungsrohr heifs, die Wärme dringt in das Innere des Behälters, und das OeI wird flüssiger, die Luft in dem Behälter wird dann ausgedehnt und drückt das OeI in das Rohr hinab, wodurch das Lager geölt und abgekühlt wird. Der Selbstöler arbeitet dann wieder wie gewöhnlich, wodurch die Benutzung von gröberen und dickeren Oelen zulässig wird.Die Anordnung Fig. 1.2 ist leichter und billiger; hier kommt das Rohr B und der Stift F allein zur Verwendung. Statt der Kapsel D jedoch und des Stöpsels C wird der Holzzapfen C1 angewendet.Das untere Ende B~ des Rohres B kann,wenn erforderlich, stärker gemacht werden, damit es in die Lager pafst.■ Die in Fig. 13 abgebildete Oelkanne dientzur Zuführung von OeI in abgemessenen Mengen.Der Hauptbehälter A steht durch die Oefifnung B mit dem Raum E in Verbindung, welcher den Kolben C nebst Feder enthält. Ein Rohr F führt aus dem Raum E zum Auslauf. Soll das OeI herausgegossen werden, so wird die Kanne nach hinten übergebogen, wodurch sich der Raum E füllt. Drückt man mit dem Daumen auf den Knopf G, so öffnet sich die Verbindung zwischen dem Räume E und dem Rohre F.Patεnt-Ansρrüche:Eine Vorrichtung zum Schmieren von Kolben, Dampfmaschinen etc. derart, dafs infolge der Spannungsänderung in Dampfcylindern etc. eine dem Inhalte nach regulirbare Schmierkammer sich mit einer gleichmäfsigen Menge von Schmiermaterial füllt und ihren Inhalt in den Cylinder entleert, während diese Zuführung und Entleerung aufhört, sobald die Maschine steht, wesentlich wie in Fig. 1 und 2 dargestellt.Eine Vorrichtung, um schwingende oder sich absetzend bewegende Maschinen oder Maschinentheile regelmäfsig zu schmieren, in welcher Vorrichtung durch das Hin- und Herschwingen eines Pendels eine Oelzuführungskammer allmälig gedreht wird, so dafs sie sich füllt und entleert, wesentlich wie in Fig. 4 bis 7 dargestellt.
Eine Vorrichtung zum Schmieren von Lagern, Axen, Transmissionen, Riemscheiben und lose laufenden Rädern, wie in Fig. 8 und 9 der Zeichnung dargestellt.
Eine Vorrichtung zum Schmieren von Wellen und Lagern, bestehend aus einem Metallrohr, verbunden mit der Mündung oder der Oeffnung eines Glas- oder anderen Behälters, welcher mit einem Stöpsel versehen ist, in Verbindung. mit einem Stift mit geraden oder gewundenen Furchen oder Windungen, wesentlich wie in Fig. 10, 11 und 12 dargestellt. .Eine Oelkanne, um bestimmte Mengen OeI aufgleisen zu können, wesentlich wie erklärt und in Fig. 13 dargestellt.Hierzu I Blatt Zeichnungen.
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