DE4414809C2 - Handbedieneinrichtung für ein Endoskop - Google Patents

Handbedieneinrichtung für ein Endoskop

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Description

Die Erfindung geht aus von einer Handbedieneinrichtung für ein Endoskop gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Bei Endoskopen wird bekanntermaßen über eine flexible oder starre Endoskoprohranordnung eine an einem Griffbereich hand­ bedient ausgeübte Bewegung zum vorderen Endoskopbereich über­ tragen, an dem sich eine oder mehrere Positionierungs- und/oder Arbeitsfunktionselemente befinden, wie z. B. ein elastisch bieg­ barer Abschnitt und ein Arbeitskopf, z. B. eine Schere, wobei das Kopfstück drehbar auf dem biegbaren Abschnitt sitzen kann. Dabei ist es bekannt, die Krümmungsbewegung des biegbaren Ab­ schnitts durch Zugseile zu bewirken, die zum Griffbereich des Endoskops geführt sind. Eine funktionell und aufgrund ihrer weitestgehenden Zerlegbarkeit besonders vorteilhafte Endoskop­ rohranordnung ist in der zeitgleich eingereichten deutschen Patentanmeldung der Anmelderin DE 44 14 810 C1 beschrie­ ben. In einem bevorzugten dortigen Beispiel endet die Endoskoprohranordnung griffseitig in Form dreier, koaxial in­ einanderliegender, starrer Rohre, von denen das äußere den En­ doskopkopfbereich trägt, das mittlere durch Axialbeweglichkeit gegenüber dem äußeren Rohr zum Krümmen eines über Federbänder elastisch biegbaren Abschnitts dient und das zweite, innere Rohr zur Übertragung einer Drehbewegung für ein auf dem ela­ stisch biegbaren Abschnitt sitzendes Arbeitskopfstück drehbe­ weglich angeordnet ist.
Aus der Patentschrift US 4.919.112 ist eine Handbedieneinrichtung der eingangs genannten Art für ein Endoskop bekannt. Am Hand­ griffstück, an dem eine Endoskoprohranordnung endseitig fest­ legbar ist, ist dort ein Stellelement axial beweglich geführt, das aus zwei sich gegenläufig bewegenden Stangen besteht, die an einer Seite gelenkig über einen Verbindungshebel gekoppelt sind, der seinerseits über einen handbedienbaren Schwenkhebel­ mechanismus um eine mittige Achse verschwenkt werden kann. Als Betätigungsorgan ist ein Schwenkhebel aus dem ansonsten ge­ schlossenen Handgriffstückgehäuse herausgeführt. Die gegenläu­ fige Axialbewegung der beiden Stangen wird über ein an ihrem anderen Ende durch Anschrauben der Endoskoprohranordnung am Griffstück anliegenden Kniehebel auf Steuerdrähte der Endoskop­ rohranordnung übertragen.
Der Erfindung liegt als technisches Problem die Bereitstellung einer Handbedieneinrichtung für ein Endoskop zugrunde, mit der Endoskoprohranordnungen, die ein Axialbewegungs-Übertragungs­ element und ggf. weitere Endoskopfunktionsbewegungen übertra­ gende Elemente beinhalten, mit geringem Aufwand, in flexibler Weise sowie zuverlässig und komfortabel bedienbar angeschlossen werden können.
Dieses Problem wird durch eine Handbedieneinrichtung für ein Endoskop mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst. Die axial bewegliche Führung des handbedienbaren Stellelementes am Handgriffstück, an dem das Axialbewegungs-Übertragungselement der Endoskoprohranordnung lösbar befestigt werden kann, erlaubt eine funktionssichere, komfortable, einhändige Bedienung des Endoskops über das direkt am Stellelement starr mit diesem axial beweglich angeordnete Bedienorgan und schafft die Mög­ lichkeit, an das Griffstück verschiedenartige Übertragungsele­ mente unterschiedlicher Endoskoprohranordnungen anzuschließen. Außerdem ist gewährleistet, daß die Endoskoprohranordnung voll­ ständig von der Endoskopbedieneinrichtung abgenommen werden kann, was beispielsweise für Reinigungs- oder Austauschzwecke sehr günstig ist.
Eine Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 2 bewirkt eine problemlose Zugänglichkeit des Stellelementes innerhalb eines offenen Griffstückbereichs, so daß das Stellelement beispiels­ weise mit einem Finger der das Griffstück umfassenden Hand ei­ nes Benutzers betätigbar ist.
Bei einer Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 3 ist es durch die beidseits des offenen Griffstückbereichs angeordneten Hülsenabschnitte möglich, bei Bedarf eine Endoskoprohranordnung wahlweise von der einen oder von der anderen Seite her am Griffstück festzulegen, um jeweils die günstigste Handhaltung für den Benutzer zu ermöglichen.
Eine Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 4 ergibt weitere Handhabungsvorteile. So kann ein unter Zugspannung stehendes Axialbewegungs-Übertragungselement in einer gewünschten Posi­ tion festgestellt werden, wodurch sich beispielsweise eine be­ stimmte Krümmungsstellung eines elastisch biegbaren Endoskop­ rohrabschnitts bleibend einstellen läßt. Alternativ ist das Stellelement auch gemäß einer Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 5 realisierbar, die eine Zwangsjustierung in jeder Stellelementposition zur Folge hat.
Eine besonders vorteilhafte Handhabung der Endoskopbedienein­ richtung ergibt sich bei einer Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 6. Diese Realisierung bedeutet, daß über ein einziges, leicht zugängliches und mit einem Finger betätigbares Organ wenigstens zwei verschiedene Positionierungs- oder Arbeitsfunk­ tionen ausgeführt werden können, z. B. das Biegen der Endoskop­ spitze durch die axiale Zugbewegung und das Drehen der Endos­ kopspitze durch ein Verdrehen des Bedienorgans, wenn die je­ weils verwendete Endoskoprohranordnung diese Funktionen bein­ haltet. Selbstverständlich bleibt es auch in diesem Fall mög­ lich, Endoskoprohranordnungen anzuschließen, die lediglich eine dieser beiden Betätigungsbewegungen übertragen können.
Eine Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 7 ermöglicht einen konstruktiv besonders vorteilhaften, lösbaren Anschluß einer Endoskoprohranordnung, die griffseitig drei koaxial in­ einanderliegende, starre Übertragungsrohre beinhaltet, wie sie in der oben erwähnten, zeitgleich eingereichten Patentanmeldung der Anmelderin beschrieben ist. Die drei Rohre sind sämtlich von der Endoskopbedieneinrichtung abnehmbar und können folglich von dieser getrennt gereinigt, ausgetauscht oder einem anderen Zweck zugeführt werden. Außerdem bleibt das System auch dann funktionsfähig, wenn bei Verzicht auf die volle mögliche Funk­ tionsvielfalt nur eine oder zwei der drei möglichen Befesti­ gungspunkte an der Bedieneinrichtung von entsprechenden Über­ tragungselementen der anschließenden Endoskoprohranordnung be­ legt sind. In für die Montage und Demontage besonders vorteil­ hafter Weise sind in Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 8 Vorkehrungen für ein einfaches Einfügen bzw. Herausziehen von Steckstiften in korrespondierende Aufnahmen am Bedienteil bzw. an den Endoskoprohrenden getroffen, wobei diese Aufnahmen durch axiale Versetzung der Rohrenden auf unterschiedlicher Höhe lie­ gen und dadurch problemlos zugänglich gemacht werden können. Insbesondere können die Steckstiftverbindungen für das Zug­ stellteil und für das Drehstellteil innerhalb des von dem wenigstens einen Griffbügel umspannten, offenen Bedienbereich angeordnet sein.
Eine weitere Bedienfunktion wird durch eine Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 9 zur Verfügung gestellt, indem end­ seitig am Bedienteil ein Betätigungshebel für ein durchgeführ­ tes Zugseil angeordnet ist. Mit einem derartig durchgeführten Zugseil läßt sich beispielsweise eine Arbeitsfunktion eines Endoskopkopfes ausführen, z. B. die Schneidbewegung einer Endo­ skopkopfschere.
Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung sind in den Zeich­ nungen dargestellt und werden nachfolgend beschrieben. Hierbei zeigen:
Fig. 1 eine ausschnittweise, hälftig geschnittene Seitenan­ sicht einer Handbedieneinrichtung für ein Endoskop in ihrem vorderen Bereich,
Fig. 2 eine Perspektivansicht eines für die Endoskopbedien­ einrichtung von Fig. 1 verwendeten Handgriffstücks,
Fig. 3 eine ausschnittweise, hälftig geschnittene Seitenan­ sicht des hinteren Bereichs der Endoskopbedienein­ richtung von Fig. 1 mit einer Feineinstell- und Fest­ stelleinrichtung, und
Fig. 4 einen Längsschnitt durch das hintere Ende einer Vari­ ante der Endoskopbedieneinrichtung von Fig. 1 mit einer Zugseilbedieneinrichtung anstelle der dortigen Feineinstell- und Feststelleinrichtung.
Die in den Fig. 1 bis 3 dargestellte Endoskop-Handbedienein­ richtung beinhaltet als Grundelement ein Handgriffstück (35), das in Fig. 2 separat dargestellt ist. Dieses Handgriffstück (35) beinhaltet eine Griffhülse (12) und einen davon axial be­ abstandeten, kürzeren Hülsenabschnitt (13), der mit der Griff­ hülse (12) über zwei U-förmige, einander in einer Längsebene gegenüberliegenden Bügel (36) verbunden ist. Die Griffhülse (12) ist zum Umgreifen von der Hand des Benutzers vorgesehen und kann je nach speziellem Anwenderwunsch außer der gezeigten, vollständig runden Form jede andere außenseitige Form besitzen. Das Griffstück (35) kann sowohl aus einem einzigen Material als auch zur Erhöhung der Griffsicherheit bzw. der Festigkeit aus mehreren Materialien hergestellt sein. Der von den beiden Bügeln (36) umspannte Bereich bildet einen offenen Bedienbe­ reich, so daß ein dort angeordnetes Bedienorgan für den Benut­ zer leicht mit einem oder mehreren Fingern derselben Hand, welche die Griffhülse (12) umfaßt, betätigt werden können.
In Fig. 1 ist die Endoskopbedieneinrichtung in der Umgebung dieses offenen, bügelüberspannten Bereichs des Handgriffstücks (35) näher dargestellt. Dabei ist zu erkennen, daß die Griff­ hülse (12) unter radialer Erweiterung mit einer stirnseitig eingebrachten Bohrung in diesen offenen Bereich mündet, in welche eine Gleitbuchse (45) paßgenau eingesetzt ist. Je nach verwendetem Material kann die Gleitbuchse (45) alternativ ein­ teilig mit dem Griffstück (35) beispielsweise im Spritz- oder Druckgießverfahren hergestellt sein. In dieser Gleitbuchse (45) ist ein Stellelement (10) mit einem radialen Ringflansch (15) geführt. Das Stellelement (10) ist dabei zweiteilig ausgeführt und besteht aus einer Drehbuchse (11) sowie einer Zugbuchse (38), die axial hintereinander angeordnet sind. Am einen Ende der ein Drehstellteil bildenden Drehbuchse (11) ist der mit seiner radialen Außenseite gegen die Gleitbuchse (45) anlie­ gende Ringflansch (15) angeformt, während das andere, sich im bügelumspannten, offenen Bereich befindende Ende ein kreisför­ miges Bedienorgan (39) für die Endoskopbedieneinrichtung bil­ det, das mit einem Finger der die Griffhülse (12) umgreifenden Hand betätigbar ist. Durch eine am Bedienorgan (39) radial nach innen abkragende Ringnase (40) ist an der Innenseite des Be­ dienorgans (39) eine Aufnahme ausgebildet, in die das zuge­ wandte, einen radialen Ringflansch bildende Ende der ein Zug­ stellteil bildenden Zugbuchse (38) axial mit der Drehbuchse (11) gekoppelt aufgenommen ist, während die Zugbuchse (38) von Drehbewegungen am Bedienorgan (39) und damit an der mit diesem einstückigen Drehbuchse (11) nicht mitgenommen wird. Ist eine lösbare Verbindung von Zugbuchse (38) und Drehbuchse (11) ge­ wünscht, so kann als axial koppelndes Element anstelle der Ringnase (40) ein Gewindering vorgesehen werden.
An die in Fig. 1 gezeigte Endoskopbedieneinrichtung ist eine griffzugewandt aus drei starren, koaxial ineinanderliegenden Rohren (5, 6, 7) bestehende Endoskoprohranordnung angeschlos­ sen, wie sie in der zeitgleich eingereichten Patentanmeldung der Anmelderin DE 44 14 810 C1 angegeben ist. Diese Rohre (5, 6, 7) dienen als Verlängerung zwischen dem Endoskopbedien­ teil und dem vorderen Endoskopfunktionsbereich, der bei dieser Endoskoprohranordnung einen über Zugfederbänder elastisch bieg­ baren Abschnitt und einen darauf aufsetzbaren Endoskopkopf be­ inhaltet, wobei dieser Endoskoparbeitskopf drehbeweglich am elastisch biegbaren Abschnitt gelagert sein kann. Die starren Rohre dienen demgemäß zur Übertragung und Bereitstellung der erforderlichen Funktionsbewegungen. So trägt das Außenrohr (5) den vornliegenden Endoskopfunktionsbereich als solchen, während das mittlere Rohr (6) ein Zugrohr bildet, das gegenüber dem Außenrohr (5) verdrehsicher axial bewegbar ist, wodurch die Funktionsbewegung zum Krümmen des elastisch biegbaren Ab­ schnitts bereitgestellt wird. Das innere Rohr (7) dient als Drehrohr zur Übertragung einer Drehbewegung für einen drehbe­ weglich auf dem elastisch biegbaren Abschnitt sitzenden Endos­ kopkopf und befindet sich daher drehbeweglich innerhalb des Zugrohrs (6). Diesen verschiedenen Endoskopfunktionen entspre­ chend ist das Außenrohr (5) mit dem Griffstück (35), genauer mit dem kürzeren Hülsenabschnitt (13), das Zugrohr (6) mit der Zugbuchse (38) und das Drehrohr (7) mit der Drehbuchse (11) verbunden. Jede dieser Verbindungen ist in lösbarer und be­ wegungsstarrer Weise durch verliersicheres Einfügen eines Steckstiftes (26) in jeweils miteinander korrespondierende, radiale Bohrungsaufnahmen der sich gegenüberstehenden Teile realisiert. Zu diesem Zweck enden die drei Rohre (5, 6, 7) axial zueinander versetzt und weisen in ihrem dadurch frei­ liegenden, äußeren Endbereich jeweils eine ringförmige Befesti­ gungsaufnahme (27a, 27b, 27c) mit radial eingebrachten Bohrun­ gen auf. Die Steckstifte (26) können dann in einfacher Weise eingefügt bzw. herausgenommen werden, wobei neben den gezeig­ ten, paßgenauen Steckstiften (26) kommen beispielsweise auch solche in Betracht kommen, die mit einem Reibring, einem Kegel­ schaft oder einer federnden Kugel bzw. einer Anpreßfeder am Außenumfang versehen sind.
Durch die Anbindung des Außenrohrs (5) an das Griffstück (35) über den in die Bohrung (14) am kurzen Hülsenabschnitt (13) des Griffstücks (35) und die zugehörige Außenrohrbohrung eingefüg­ ten Steckstift (26) ist das Endoskop als ganzes mit dem Griff­ stück (35) bewegbar. Eine Axialbewegung des Bedienorgans (39) nimmt das Drehrohr (7) und über die Zugbuchse (38) synchron dazu das Zugrohr (6) mit, wodurch die Krümmung des elastisch biegbaren Abschnitts im Endoskopfunktionsbereich einstellbar ist. Ein Verdrehen des Bedienorgans (39) hat eine Drehbewegung des Drehrohrs (7) zur Folge, wodurch der am Endoskop vorne aufgesetzte Arbeitskopf gegenüber dem elastisch biegbaren Ab­ schnitt verdreht wird. Hierbei ist anzumerken, daß wegen der verdrehsicheren Lagerung des Zugrohrs (6) im Außenrohr (5) und der in Drehrichtung losen Verbindung zwischen Drehbuchse (11) und Zugbuchse (38) die beiden anderen Rohre (5, 6) von der Drehbewegung des Bedienorgans (39) und des inneren Drehrohrs (7) nicht mitgenommen werden.
Die zur Betätigung des Bedienorgans (39) aufzuwendende Kraft läßt sich individuell über eine Klemmschraube (44) einstellen, welche radial von außen auf die Gleitbuchse (45) drückt. Dies kann bei Bedarf auch dazu verwendet werden, die Drehbuchse (11) in einer gewünschten Stellung zu fixieren, wodurch auch die Zugbuchse (38) in der dann vorliegenden Stellung verbleibt, so daß eine eingestellte Endoskopfunktionsstellung erhalten bleibt. Bevorzugt wird diese Feststellmöglichkeit jedoch bei der in den Fig. 1 bis 3 wiedergegebenen Endoskopbedieneinrich­ tung mit einer Feineinstellmöglichkeit kombiniert, wie sie ins­ besondere aus Fig. 3 hervorgeht. Zu diesem Zweck ist durch die Griffhülse (12) ein Justierrohr (70) durchgeführt, das am einen Ende über eine Schraubverbindung (72) mit der Drehbuchse (11) lösbar verbunden ist. Dieses Justierrohr reicht mit seinem anderen Ende bis über das rückwärtige Ende der Griffhülse (12) hinaus und bildet dort den Abschluß der Endoskopbedieneinrich­ tung. Mit diesem Justierrohrabschluß ist über eine Schraubver­ bindung eine Stellmutter (71) verbunden, die sich unter Zugein­ wirkung auf das Justierrohr (70) gegen das Ende der Griffhülse (12) abstützt. Da bei der verwendeten Endoskoprohranordnung der biegbare Abschnitt elastisch ist, belastet er das Zugrohr (6) stets auf Zug, was sich auf das Justierrohr (70) und damit auf die Stellmutter (71) überträgt, so daß mit Drehen der Stell­ mutter (71) die Krümmung des elastisch biegbaren Abschnitts sehr fein einstellbar und in einer gewünschten Biegung fixier­ bar ist. Ein weitergehendes Krümmen des biegbaren Abschnitts durch Ziehen am Bedienorgan bleibt hingegen unter rückwärtigem axialem Ausweichen von Justierrohr (70) und Stellmutter (71) möglich.
Bei der in Fig. 4 gezeigten Variante der Endoskopbedieneinrich­ tung der Fig. 1 bis 3 ist anstelle des Justierrohrs (70) und der Stellmutter (71) bei ansonsten gleichem Aufbau am hinteren Ende der Griffhülse (12) eine Zugseilbedienung angeordnet, die aus einer auf das Griffhülsenende aufgesetzten Aufnahmebuchse (41) und einem Arbeitshebel (42) besteht, der über einen Schwenkachsenstift (43) und eine Rückholfeder (48) elastisch rückstellend verschwenkbar an der Aufnahmebuchse (41) gehalten ist. Die Rückstellfeder (48) kann neben der gezeigten festen Verbindung auch lösbar mit dem Arbeitshebel (42) bzw. der Auf­ nahmebuchse (41) verbunden sein. Die Bedienhälfte des Arbeits­ hebels (42) verläuft etwa parallel zur Griffhülse (12), so daß auch dieses Bedienorgan leicht mit einem Finger der die Bedien­ einrichtung haltenden Hand des Benutzers betätigt werden kann. Am anderen Ende besitzt der Arbeitshebel (42) eine Haltezange (64), die sich etwa längsmittig hinter dem Griffhülsenende be­ findet und zur Halterung eines Nippels (32) eines längsmittig durch die Bedieneinrichtung und das innere Drehrohr (7) der Endoskoprohranordnung hindurchgeführten Zugseils (30) dient. Das Zugseil besitzt einen elastisch rückstellenden Federstrang (31), der sich gegen endseitige Anschlagbuchsen (34) abstützt, von denen die griffseitige in eine Anschlagöffnung der Auf­ nahmebuchse (41) eingesetzt ist, wie aus Fig. 4 zu ersehen. Das Zugseil (30) dient beispielsweise dazu, die Schneidbewegung für eine am Endoskopkopf angebrachte Schere bereitzustellen. Bei Bedarf kann der gezeigte, mechanisch wirkende Arbeitshebel (42) durch einen Elektromagneten, einen Druckluftzylinder oder einen Stellmotor ersetzt werden, wobei die jeweils benötigten Einhei­ ten ohne weiteres an die Aufnahmebuchse (41) angeflanscht wer­ den können.
Wie gesagt ist bei dieser Variante die Feineinstellung mit dem Justierrohr (70) und der Stellmutter (71) nicht realisiert, wo­ bei jedoch die Feststellmöglichkeit über die Klemmschraube (44) erhalten bleibt. Um in Fällen, in denen das Griffhülsenende anderweitig belegt ist, z. B. durch die in Fig. 4 gezeigte Zug­ seilbedienung, dennoch eine Feineinstellung für die Axialbewe­ gung zu erzielen, ist es als weitere Alternative möglich, für das Stellelement anstelle der gezeigten, frei axial gleitenden Lagerung eine Zwangsjustierungsführung vorzusehen, beispiels­ weise durch eine im offenen Bedienbereich drehbeweglich am Griffstück gehaltene Stellmutter mit Innengewinde, mit der dann eine mit Außengewinde versehene Stellbuchse zwecks deren axialer Verschiebung zusammenwirkt.
Es versteht sich, daß in allen Fällen durch geeignete Aus­ schläge eine Hubbegrenzung für die Axialbewegung des Stellele­ mentes vorgesehen sein kann, um ggf. eine unerwünscht starke Krümmung eines durch diese Axialbewegung biegbaren Endoskop­ rohrabschnitts zu verhindern. Im gezeigten Beispiel ergibt sich die Hubbegrenzung aus der Tiefe der Gleitbuchse (45). Durch die besondere Gestaltung insbesondere des Griffstücks (35) bietet die gezeigte Endoskopbedieneinrichtung des weiteren die Mög­ lichkeit, die Endoskoprohranordnung auf Wunsch auch von der anderen Seite der Bedieneinrichtung her an diese anzuschließen, d. h. von der Griffhülse (12) her, so daß dann der offene, bügelumspannte Bereich hinter der die Griffhülse (12) umgrei­ fenden Hand des Benutzers liegt.
Aus der obigen Beschreibung vorteilhafter Ausführungsbeispiele wird deutlich, daß die Erfindung eine besonders komfortable, funktionssichere und eine weitgehende Zerlegbarkeit des Endo­ skops erlaubende Endoskop-Handbedieneinrichtung bereitstellt. Durch den modularen, zerlegbaren Aufbau läßt sich zudem eine Vielzahl möglicher Funktionen ausführen, wobei verschieden­ artige Endoskoprohranordnungen, z. B. auch solche mit Zugseilen zum Krümmen eines biegbaren Abschnitts, an die Bedieneinrich­ tung anschließbar sind. Hervorzuheben ist des weiteren die Mög­ lichkeit einer einhändigen Bedienung sämtlicher Endoskopfunk­ tionen, selbst wenn zwei oder noch mehr Bedienbewegungen zur Positionierung eines Endoskopkopfes und/oder zur Ausführung einer Endoskoparbeitsfunktion gefordert werden. Die bügelum­ spannte, offene Gestaltung eines ein Bedienorgan enthaltenden Bereichs macht dieses für den Benutzer leicht mit einem Finger der das Endoskop umgreifenden Hand betätigbar, wobei über ein einziges Bedienorgan mehrere Endoskopfunktionen angesteuert werden können. Alternativ kann das Stellelement auf eine aus­ zuführende Funktion beschränkt und einteilig gestaltet sein, oder es können mehrere separate Stellelemente für eine jewei­ lige Funktionsbewegung vorzugsweise im offenen Bedienbereich vorgesehen sein.

Claims (10)

1. Handbedieneinrichtung für ein Endoskop, mit
  • - einem Handgriffstück (35), an dem eine Endoskoprohranord­ nung endseitig festlegbar ist, und
  • - einem am Handgriffstück (35) axial beweglich geführten Stellelement (10), an das ein Axialbewegungs­ übertragungselement (6) der Endoskoprohranordnung ankop­ pelbar ist und das über ein zugehöriges Bedienorgan (39) handbedienbar ist,
dadurch gekennzeichnet, daß
  • - das Bedienorgan (39) direkt am Stellelement (10) starr mit diesem axial beweglich angeordnet ist.
2. Handbedieneinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Griffstück (35) einen von wenigstens einem U-förmigen Bü­ gel (36) umspannten offenen Längsbereich aufweist, innerhalb dem das Bedienorgan (39) für das Stellelement (10) angeordnet ist.
3. Handbedieneinrichtung nach Anspruch 2, dadurch ge­ kennzeichnet, daß das Griffstück (35) auf der einen Seite des wenigstens einen Bügels (36) eine Griffhülse (12) und auf der gegenüberliegenden Bügelseite einen weiteren Hülsenabschnitt (13) aufweist, wobei beide Hülsenteile (12, 13) zur Durchfüh­ rung und/oder Festlegung starrer Rohrendbereiche einer Endos­ koprohranordnung (5, 6, 7) geeignet sind.
4. Handbedieneinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Stellelement (10) mit einstellbarer Reibungskraft sowie gegen axialen Zug feststell­ bar in einer Gleitbuchse (45) im Griffstück (35) geführt ist.
5. Handbedieneinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Stellelement eine dreh­ bare Bedienhülse mit Innengewinde und ein darin mit einem Außengewinde verdrehsicher geführtes Schiebeteil beinhaltet, an dem das Axialbewegungs-Übertragungselement (6) der Endoskop­ rohranordnung festlegbar ist.
6. Handbedieneinrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Stellelement (10) ein Zugstellteil (38), an dem das Axialbewegungs-Übertragungsele­ ment (6) der Endoskoprohranordnung festlegbar ist, und ein Drehstellteil (11) beinhaltet, an dem ein Drehbewegungs-Über­ tragungselement (7) der Endoskoprohranordnung festlegbar ist, wobei über dasselbe Bedienorgan (39) das Zugstellteil nur axial und das Drehstellteil axial und in Drehrichtung bewegbar ist.
7. Handbedieneinrichtung nach Anspruch 6, dadurch ge­ kennzeichnet, daß eine aus drei starren, koaxial ineinander­ liegenden Rohren (5, 6, 7) bestehende Endoskoprohranordnung an­ schließbar ist, wobei ein erstes Rohr (5) am Griffstück (35), ein zweites, gegenüber dem ersten axial bewegliches Rohr (6) am Zugstellteil (38) und ein drittes, gegenüber den beiden ersten Rohren drehbares Rohr (7) am Drehstellteil (11) jeweils lösbar befestigbar sind.
8. Handbedieneinrichtung nach Anspruch 7, dadurch ge­ kennzeichnet, daß die Halterung (13) für das erste Rohr (5), das Zugstellteil (38) und das Drehstellteil (11) jeweils als Aufnahmebuchsen ausgebildet sind, die axial hintereinanderlie­ gend angeordnet und mit Querbohrungen zur verliersicheren Auf­ nahme lösbarer Steckstifte (26) versehen sind, wobei die drei Rohre (5, 6, 7) der Endoskoprohranordnung griffseitig passend auf unterschiedlichen axialen Höhen enden und im jeweiligen Endbereich mit korrespondierenden Steckstiftaufnahmen (27a, 27b, 27c) versehen sind.
9. Handbedieneinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß am Endbereich des hohlen Handgriffstücks (35) ein Betätigungshebel (42) für ein axial durch das Griffstück durchführbares Zugseil (30) zur Betätigung eines Arbeitsfunktionselementes des Endoskops angeordnet ist.
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