DE4419941C2 - Verfahren zum Steuern einer Raumheizungsanlage - Google Patents
Verfahren zum Steuern einer RaumheizungsanlageInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Steuern einer
Raumheizungsanlage, die einen Heizkessel, insbesondere
Gasheizkessel, und eine Umwälzpumpe in einem Heizungskreislauf
aufweist, wobei die Leistung der Umwälzpumpe temperaturabhängig
gesteuert wird.
In der DE 30 05 209 A1 ist ein derartiges Verfahren beschrieben. Nach
der DE 30 05 209 A1 soll die Verlustenergie der Umwälzpumpe
verringert werden. Als ideal ist dort eine fortlaufende Anpassung der
Umwälzpumpen-Drehzahl an die Außentemperatur angegeben. Eine
solche Steuerung hat den Nachteil, daß die Pumpe dann schon
unmittelbar bei der tiefsten Außentemperatur mit reduzierter
Förderleistung arbeitet, so daß den Heizkörpern nur eine verringerte
Wärmemenge angeboten wird. Dies kann in der Praxis zu einer
ungenügenden Raumheizung führen, denn es ist in der Praxis nicht
davon auszugehen, daß die Raumheizkörper so ausgelegt sind, daß sie
bei tiefsten Außentemperaturen, also besonders hohem Wärmebedarf,
eine hinreichende Raumheizung gewährleisten, wenn die Förderleistung
der Pumpe herabgesetzt wird.
In der DE 27 31 922 A1 ist eine Schutzschaltung gegen
Niedertemperaturkorrosion eines Heizkessels beschrieben. Es ist
vorgeschlagen, bei kleinen Rücklauftemperaturen die Umwälzpumpe
periodisch abzuschalten, um zu vermeiden, daß im Kessel die
Taupunkttemperatur unterschritten wird.
In der DE-Z Haustechnische Rundschau 7/1988, S. 230-235, ist ein
Verfahren zum Steuern einer Raumheizungsanlage mit einer
Umwälzpumpensteuerung beschrieben, bei der die Pumpendrehzahl und
damit deren Leistung temperaturabhängig gesteuert ist. Eine
temperaturabhängige Drehzahländerung setzt hier bei der Norm-
Außentemperatur ein, die nach DIN 4701 etwa zwischen -12 und -16°C
liegt. Bei Räumen, die schwach dimensionierte Heizkörper aufweisen,
besteht die Gefahr einer nicht hinreichend großen Wärmeversorgung,
etwa dann, wenn bei einer Außentemperatur von -8°C die Umwälzpumpe
nur mit etwa 2/3 ihrer Leistung arbeitet.
In der EP 0 308 848 B1 sind ein Verfahren und eine Vorrichtung zum
Steuern der Temperatur des Heizmediums einer Umlaufheizung mit
Minimaltemperaturbegrenzung beschrieben. Es soll in Abhängigkeit von
der Ist-Temperatur des Heizmediums .und der Außentemperatur sowohl
die Brennerleistung als auch die Umlaufgeschwindigkeit des
Heizmediums gesteuert werden; letzteres jedoch erst bei Erreichen
einer vorgegebenen Minimaltemperatur des Heizmediums. Bei Erreichen
der Minimaltemperatur soll die Drehzahl der Pumpe erniedrigt werden.
Die hier vorgesehene Minimaltemperaturbegrenzung des Heizmediums
dient dazu, Kondensationen im Kessel zu vermeiden.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren der eingangs genannten Art
vorzuschlagen, durch das - trotz wirtschaftlichen Betriebs - im
Temperaturbereich großen Wärmebedarfs ein hohes Wärmeangebot für
den Heizungskreislauf gesichert ist.
Erfindungsgemäß ist obige Aufgabe bei einem Verfahren der eingangs
genannten Art dadurch gelöst, daß die Leistung der Umwälzpumpe
zwischen einer tiefsten Außentemperatur (Norm-Außentemperatur, z. B. -
15°C) und einer mittleren Minus-Außentemperatur (z. B. -5°C)
temperaturunabhängig auf 100% eingestellt wird, und daß erst oberhalb
der mittleren Minus-Außentemperatur die Leistung der Umwälzpumpe
temperaturabhängig gesteuert wird.
Bei großem Wärmebedarf, wie er insbesondere im Bereich
der tiefsten Außentemperaturen vorliegt, wird die
Pumpenleistung bzw. Pumpendrehzahl konstant bei 100%
gehalten. Dadurch ist vermieden, daß in diesem
Temperaturbereich eine verringerte Pumpenleistung
auftritt und so zu einer Verringerung des Wärmeangebots
führt. Auch schwach dimensionierte Heizkörper des
Heizkreises werden also zur notwendigen Raumbeheizung
führen.
Erst ab einer höheren Außentemperatur wird die
Förderleistung der Pumpe herabgesetzt. Dieses Absenken
der Förderleistung der Pumpe führt zu einer Vergrößerung
der Spreizung zwischen der Vorlauftemperatur und der
Rücklauftemperatur. Damit ist ein wirtschaftlicher
Betrieb des Heizkessels erreicht.
Vorzugsweise wird die Leistung der Umwälzpumpe zwischen
einer tiefsten Außentemperatur und einer mittleren Minus-
Außentemperatur außentemperaturunabhängig auf 100%
eingestellt und erst oberhalb der mittleren Minus-
Außentemperatur wird die Leistung der Umwälzpumpe
außentemperaturabhängig gesteuert.
Es ist jedoch auch möglich, die Leistung der Umwälzpumpe
in Abhängigkeit von der Vorlauftemperatur des
Heizungskreises zu steuern.
In Ausgestaltung der Erfindung wird in Abhängigkeit von
der Außentemperatur eine Kennlinie für die mittlere
Kessel-Solltemperatur festgelegt und die Leistung der
Umwälzpumpe wird bis zu einer bestimmten Kessel-
Solltemperatur auf 100% eingestellt und ab der bestimmten
Kessel-Solltemperatur in Abhängigkeit von der Kennlinie
gesteuert.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung
ergeben sich aus den Unteransprüchen und der folgenden
Beschreibung eines Ausführungsbeispiels. In der Zeichnung
zeigen:
Fig. 1 ein Schaltbild einer Heizungsanlage schematisch
und
Fig. 2 ein Diagramm.
Eine Heizungsanlage weist einen Gasheizkessel (1) auf.
Dessen Brenner (2) ist in zwei Stufen (3, 4) steuerbar.
An den Heizkessel (1) sind eine Rücklaufleitung (5) und
eine Vorlaufleitung (6) angeschlossen. In der
Vorlaufleitung (6) liegt eine Umwälzpumpe (7), deren
Förderleistung über eine Steuereinrichtung (8) einstellbar
ist.
Mittels der Steuereinrichtung (8) sind auch die beiden
Stufen (3, 4) schaltbar. An der Steuereinrichtung (8) liegt
ein Außentemperaturfühler (9) und ein weiterer
Temperaturfühler (10), der die mittlere Kesseltemperatur,
also die Temperatur in der Mitte des Kessels zwischen der
Rücklaufleitung (5) und der Vorlaufleitung (6) erfaßt.
Die Funktionsweise wird anhand des Diagramms näher
beschrieben.
Im Diagramm sind die Außentemperaturen Ta zwischen -15°C
und +17,5°C dargestellt. Die Pumpenleistung über der
Außentemperatur zeigt die Linie (a). Aus Fig. 2 ist
ersichtlich, daß die Pumpenleistung im
Außentemperaturbereich zwischen -15°C und -5°C von der
Steuereinrichtung (8) auf 100% eingestellt ist. Zwischen
-5°C und +17,5°C wird die Pumpenleistung in Abhängigkeit
von der Außentemperatur von 100% linear auf 30%
heruntergesteuert.
In Fig. 2 sind ein Vorlauftemperaturverlauf (b) und ein
Rücklauftemperaturverlauf (c) eingetragen. Die
Vorlauftemperatur liegt zwischen 75°C und 40°C. Die
Rücklauftemperatur (c) liegt zwischen 55°C und 20°C.
Außerdem ist eine Kennlinie (d) gezeigt, die die mittlere
Kessel-Solltemperatur darstellt. Diese Kennlinie ist in
der Steuereinrichtung (8) gespeichert. Die mittlere
Kessel-Solltemperatur verläuft zwischen 65°C und 20°C.
Aus Fig. 2 ist ersichtlich, daß die Steigung der
Vorlauftemperatur abnimmt, wenn die Pumpenleistung
abgesenkt wird. Außerdem verkleinert sich auch die
Rücklauftemperatur, wenn die Pumpenleistung reduziert
wird. Dadurch ist die Spreizung zwischen
Vorlauftemperatur und Rücklauftemperatur vergrößert, was
den Wirkungsgrad verbessert. Die Vergrößerung der
Spreizung ist beispielsweise dadurch zu sehen, daß die
Differenz I von Vorlauftemperatur und Rücklauftemperatur
bei einer Außentemperatur von -5°C, wenn die Pumpe noch
mit 100% Leistung arbeitet, wesentlich kleiner ist als
die Differenz II von Vorlauf- und Rücklauftemperatur bei
einer Außentemperatur von 0°C, also wenn die
Pumpenleistung auf 85% zurückgefahren ist.
Die Pumpenleistung kann ersichtlich auch über die
Kennlinie (d) gesteuert werden. Im Temperaturbereich
zwischen 65°C und 50°C der mittleren Kessel-
Solltemperatur wird dann die Pumpenleistung auf 100%
festgelegt. Ab 50°C bis 20°C der Kessel- Isttemperatur
wird die Pumpenleistung in der gezeigten Weise von 100%
auf 30% proportional reduziert.
Der Brenner (2) arbeitet unterhalb einer mittleren
Außentemperatur, beispielsweise 0°C, mit beiden
Stufen (3, 4). Oberhalb dieser Temperatur kann dann eine
der Stufen abgeschaltet werden, wenn sie zur Deckung des
Wärmebedarfs nicht nötig ist. Die Steuergröße hierfür
kann vom Temperaturfühler (10) gegeben sein. Wenn die
mittlere Kessel-Isttemperatur die mittlere Kessel-
Solltemperatur übersteigt, kann dann im Beispielsfalle
bei 0°C Außentemperatur die Stufe (3 oder 4) abschalten.
Beim beschriebenen Ausführungsbeispiel werden weder die
Vorlauftemperatur noch die Rücklauftemperatur als
Steuergröße herangezogen. Es wäre jedoch auch möglich,
die Vorlauftemperatur zur Steuerung der Pumpenleistung
heranzuziehen. In diesem Fall ist die K-Linie (b) als
Kennlinie für die Vorlauf-Solltemperatur betrachtbar.
Zwischen 75°C und 58°C Vorlauftemperatur bleibt dann die
Pumpenleistung bei 100%. Zwischen 58°C und 40°C
Vorlauftemperatur wird dann die Pumpenleistung von 100%
auf 30% Leistung reduziert.
Claims (7)
1. Verfahren zum Steuern einer Raumheizungsanlage, die
einen Heizkessel, insbesondere Gasheizkessel, und eine
Umwälzpumpe in einem Heizungskreislauf aufweist, wobei
die Leistung der Umwälzpumpe temperaturabhängig gesteuert
wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Leistung der Umwälzpumpe (7) zwischen einer tief
sten Außentemperatur (Norm-Außentemperatur, z. B. -15°C)
und einer mittleren Minus-Außentemperatur (z. B. -5°C)
temperaturunabhängig auf 100% eingestellt wird und daß
erstoberhalb der mittleren Minus-Außentemperatur die
Leistung der Umwälzpumpe (7) temperaturabhängig gesteuert
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Leistung der Umwälzpumpe (7) außentemperaturab
hängig gesteuert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die mittlere Minus-Außentemperatur zwischen -8°C und
-2°C, insbesondere bei -5°C, liegt.
4. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Leistung der Umwälzpumpe (7) in Abhängigkeit von
der Vorlauftemperatur gesteuert wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß in Abhängigkeit von der Außentemperatur eine
Kennlinie für die mittlere Kessel-Solltemperatur
festgelegt wird und daß die Leistung der Umwälzpumpe (7)
bis zu einer bestimmten Kessel-Solltemperatur auf 100%
eingestellt wird und ab dieser bestimmten Kessel-
Solltemperatur in Abhängigkeit von der Kennlinie(d)
gesteuert wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Leistung der Umwälzpumpe (7) zwischen 100% und 30%
gesteuert wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Leistung der Umwälzpumpe (7) linear, proportional
gesteuert wird.
Priority Applications (1)
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Publications (2)
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Also Published As
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