DE4429888C2 - Leuchten-Reflektordecken-Einheit - Google Patents

Leuchten-Reflektordecken-Einheit

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Description

Die Erfindung betrifft eine Leuchten-Reflektordecken-Einheit nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.
Aus der DE 41 09 189 A1 ist eine Vorrichtung bekannt, durch die mit Hilfe eines Indi­ rekt-Beleuchtungssystems ein an der Decke befindlicher Reflektor angestrahlt wird. Durch diesen Reflektor wird reflektierte Lichtstrahlung auf einen Arbeitsplatz umgelenkt. Ein oder mehrere Deckenreflektoren sind kardanisch aufgehängt und je nach Anordnung der Arbeitsfläche im Raum zu justieren. Der Nachteil dieser Erfindung ist, daß die Re­ flektoren als im wesentlichen deckenparalleles System nicht genügend gedreht werden können, um zu verhindern, daß ein in einem sehr flachen Bestrahlungswinkel auftreffen­ der Lichtstrahl eines Deckenfluters in einem ausreichend steilen Winkel nach unten ge­ führt wird, so daß eine Blendung vermeidbar wäre.
Aus der EP 0 535 416 A1 ist eine gattungsgemäße Ar­ beitsplatzleuchte bekannt, bei der ein Austrift direkten Lichtes ausschließlich zur Ober­ seite der Leuchte hin erfolgt und mit Abstand oberhalb der Leuchte ein Glasreflektor angeordnet ist, mittels dessen ein Teil des nach oben hin aus der Leuchte austretenden Lichtstroms nach unten in Richtung auf den Arbeitsplatz reflektiert wird. Der Nachteil dieser Leuchte ist, daß der Reflektor nur aus einem einzigen nicht-drehbaren Teil be­ steht. Die Beleuchtungsstärke auf der Arbeitsfläche ist nicht variabel und kann durch den Arbeitsplatznutzer nicht verändert werden.
Die Erfindung hat sich daher zur Aufgabe gestellt, eine gattungsgemäße Leuchte weiter zu entwickeln, bei der die zu beleuchtende Fläche im Raum mit Bereichen unterschiedlich hoher Beleuchtungs­ stärken beaufschlagt werden kann und bei der die geforderte Blendbegrenzung gegen­ über flachen Abstrahlwinkeln von reflektierenden Bauteilen einzuhalten ist.
Die Aufgabe wird gemäß dem kennzeichnenden Teil des Hauptanspruches gelöst.
Der Vorteil der Erfindung ist, daß Lichtstrahlung - z. B. aus einer länglichen Lichtquelle - mit unterschiedlich hoher Beleuchtungsstärke auf eine Arbeitsfläche gelenkt werden kann. Je nach Schreibtischanordnung und Arbeitsplatzorganisation kann der Nutzer durch Drehung der Reflektoren die Lichtstärkeverteilung beeinflussen. Ein weiterer Vorteil ist, daß das primäre Reflektorsystem asymmetrisch ausgebildet sein kann und daß das sekundäre Reflektorsystem zum primären Reflektorsystem symmetrisch oder asym­ metrisch anzuordnen ist. Der Anstellwinkel der Sekundärreflektoren kann so gewählt werden, daß eine Blendung infolge zu hoher vertikaler Beleuchtungsstärken einerseits und zu flacher Abstrahlwinkel andererseits zu vermeiden ist. Durch eine Überkreuzung der Strahlengänge oberhalb der Arbeitsfläche sind die Reflexblendungen auf einer hori­ zontalen Arbeitsfläche reduziert.
Ausführungsbeispiele, die von der Erfindung Gebrauch machen, werden in der nachfol­ genden Zeichnung dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1 eine Raumperspektive mit der Leuchten-Reflektordecken-Einheit an der Decke über einem Schreibtisch.
Fig. 2 einen Vertikalschnitt durch diese Leuchte und die Arbeitsebene.
Fig. 3 die Aufsicht auf die Leuchte und Arbeitsebene.
Fig. 4 den Schnitt durch die Leuchte im Bereich eines fensternahen Arbeits­ platzes.
Fig. 1 zeigt eine Leuchte 10 mit indirektem Lichtaustritt. Oberhalb der Leuchte befinden sich die Reflektoren 11, 12, 13, 14, 15 als abgehängte Deckenbauteile, die das von der Leuchte 10 emittierte Licht auf die Arbeitsfläche 16 reflektieren. Die Leuchte ist in Blickrichtung des Arbeitsplatzbenutzers angeordnet - also quer zum Schreibtisch -. Die Leuchte 10 ist vorzugsweise asymmetrisch unterhalb der Reflektoren angeordnet. Die Reflektoren sind um ihre Längsachse in bestimmten Winkeln angestellt, so daß sie das aus der Leuchte austretenden Licht 17, 18, 19, 20, 21 als Seitenlicht auf die Arbeitsfläche 16 in den nach Güteklasse 1 nach DIN 5035 erforderlichen Winkeln 22, 23, 24, 25, 26 reflektiert. Der Figur ist zu entnehmen, daß die nach DIN 5035 erforderlichen Ausstrahlungswinkel von < 50° leicht einzuhalten sind.
Fig. 2 zeigt den exakten Querschnitt durch die Leuchten-Reflektordecken-Einheit. Die Leuchte 30 ist auf einer Höhe h, z. B. 2 m abgehängt. Sie ist mit einem asymmetrisch re­ flektierenden Reflektor 31 ausgestattet, der die Leuchtstofflampen 32, 33 von unten her umhüllt. Das von der Leuchte abgestrahlte Licht 34, 35, 36, 37, 38, 39, 40, 41 trifft auf die Reflektoren 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49 die um ihre horizontale Längsachse dreh­ bar gelagert sind. Der Vorteil der drehbaren Lagerung liegt in einer Feinjustierung der Lichtverteilung für eine bestimmte Arbeitsplatzanordnung und Tätigkeit am Schreibtisch. Das wesentliche der Erfindung besteht darin, daß das von den Reflektoren abgestrahlte Licht von links oben kommend primär auf die rechte Hälfte des Schreibtisches fallt und das von rechts oben kommende Licht primär auf die linke Schreibtischhälfte fallt, so daß sich der Strahlengang aus der Leuchte über dem Schreibtisch über Kreuz schneidet. Durch die besondere Anordnung der Reflektoren hinsichtlich ihrer Neigungswinkel, ist es möglich, das konzentrierte, aus einem kleinen, linearen Leuchtmittel kommende Licht, ganz gezielt auf eine Schreibtischebene zu fokussieren, unter Vermeidung von Streu­ lichtverlusten auf die Bodenebene neben dem Schreibtisch. Beispielsweise ist es möglich, in der Mitte eines Schreibtisches einen Beleuchtungsberg mit einer höheren Beleuch­ tungsstärke, z. B. 600 lx, zu erzielen, und die Beleuchtungsstärke an den Stirnseiten eines Arbeitsplatzes, z. B. im Bereich eines Bildschirmes auf 400 lx oder weniger abzusenken. Die Nachjustierbarkeit der Leuchten-Reflektordecken-Einheit ist hierbei von besonderem Vorteil.
Die Leuchte 30 wird vorzugsweise über einer Tischfläche 50 im Bereich der Tischkante angeordnet. Die Reflektor­ decke erstreckt sich z. B. über 3 m oberhalb des Schreibtisches. Die Reflektoren direkt oberhalb der Leuchte sind flacher angeordnet, die Reflektoren in größerer Entfernung l₁ und l₂ werden in einem steileren Winkel β₁ und β₂ angestellt, so daß weit entfernt von­ einander gelegene Reflektoren 48, 49 gegeneinander geneigt sind. Die Reflektoren erin­ nern von ihrem Anordnungsprinzip an einen Fresnelschen Spiegel. Die Distanz der Re­ flektoren untereinander l₃ bis l₈ nimmt mit zunehmender Entfernung von der Leuchte, zu, wobei die Entfernung der Reflektoren so festgelegt wird, daß diese sich gegenseitig nicht beschaffen. Dennoch mag es aus gestalterischen Gründen wünschenswerte sein, die Re­ flektoren auch dichter anzuordnen. Verfolgt man die reflektierten Strahlen 51 bis 57, so fällt wiederum auf daß die nach DIN 5035 geforderten Abstrahlwinkel γ von < 50° und die Abschirmwinkel α von < 40° leicht einzuhalten sind, wenn, wie im vorliegenden Bei­ spiel die Reflektoren 49, 42, 43, 44 das Licht von links oben nach rechts unten reflektie­ ren und die Reflektoren 45, 46, 47, 48 das Licht von rechts oben nach links unten reflek­ tieren.
Die Reflektoren 42 bis 49 sind z. B. aus einem Aluminiummaterial mit spiegelnder oder matt reflektierender Oberfläche hergestellt. Die Reflektoren können, wie dargestellt, in der Art von breiteren Paneelen oder auch aus schmalen Lamellen hergestellt werden. Im Fall von schmalen Lamellen werden jedoch mehr Reflektorteile erforderlich, wobei sich die Entfernung zwischen den Lamellen l₃ bis l₈ reduzieren. Die Reflektoren können eine konkave oder konvexe Wölbung aufweisen.
Die Reflektoren können neben ihrer lichttechnischen Funktion z. B. raumakustische Funktionen übernehmen. Es ist z. B. vorteilhaft, die Reflektoren rückseitig mit einem Akustikmaterial, z. B. einem Vlies oder einer Dämmstoffmatte zu beschichten. Hierfür und aus Stabilitätsgründen mag es erforderlich sein, die Reflektoren seitlich aufzukanten und als Kassetten auszubilden, wie dies in Fig. 1 bei den Einzelreflektoren 11 bis 15 der Fall ist. Aus akustischen Gründen mag es auch sinnvoll sein, die Reflektoren mit einem Loch­ muster zu versehen. Wird die Leuchte, wie in Fig. 4, in der Nähe eines Fensters oder unterhalb eines Glasoberlichtes oder Daches angeordnet, ist es sinnvoll, die Reflektoren auch auf ihrer Rückseite spiegelnd oder weiß reflektierend auszuführen.
Fig. 3 zeigt die Aufsicht auf die Leuchte 60 mit zwei Leuchtstofflampen 61, 62. Unter­ halb der Leuchte befinden sich zwei Schreibtische 63, 64. Oberhalb der Leuchte sind gestrichelt die Reflektoren 65, 66, 67, 68, 69, 70, 71, 72 eingezeichnet. Die Reflektoren sind in den Trägerwangen 73, 74 vorzugsweise drehbar gelagert. Eine Trägerwange 58 ist auch in der Fig. 2 zu erkennen. Die Reflektoren werden über die Trägerwangen an der Decke befestigt. Die Trägerwangen sind trägerförmig ausgebildet oder können auch plastisch ausgestaltet sein. In vorliegendem Beispiel sind die Reflektoren längs einer Achse 59 aufgehängt. Aus ge­ stalterischen Gründen kann die Trägerwange 58 auch gekrümmt ausgebildet sein, so daß die Reflektoren in jeweils unterschiedlicher Distanz d angeordnet sind.
Fig. 4 zeigt die Leuchten-Reflektordecken-Einheit 80 im Bereich ei­ ner fensternahen Arbeitsfläche 81. Das durch die Oberlichtzone 82 eindringende Son­ nenlicht wird an den Reflektoren 83, 84, 85, 86 reflektiert. Die Reflektoren übernehmen hierbei eine Doppelfunktion: einerseits lenken sie das Licht der Leuchte 87 auf die Schreibfläche 81, anderseits lenken sie auch das von außen eindringende Tageslicht ent­ weder wieder nach außen oder wieder an die Decke des Innenraumes. Um diese Doppel­ funktion auszuüben, werden die Reflektoren 83 bis 86 mindestens so eng zusammenge­ rückt, daß die Schattenlinien 88, 89, 90 jeweils eine untere Kante 92, 93 und eine obere Kante der Reflektoren 94, 95 berühren, wobei die Schattenlinie durch die Sturzkante, 91 erzeugt wird.

Claims (4)

1. Leuchten-Reflektordecken-Einheit, bestehend aus
  • a) einem Leuchtmittel (32, 33, 61), das zumindest teilweise von einem primären Re­ flektorsystem (31) umgeben ist
  • b) und durch den die Lichtstrahlung (17-21 und 34-41) im wesentlichen indirekt nach oben geführt wird,
  • c) und einem weiteren, von einer Innenraumdecke abgehängten, sekundären Reflek­ torsystem, bestehend aus einer Vielzahl von länglichen Einzelreflektoren (11-15, 42-49),
  • d) die in einem Winkel β zur Horizontalen angeordnet sind
  • e) und die das auf sie auftreffende Kunstlicht im wesentlichen nach unten reflektie­ ren,
dadurch gekennzeichnet, daß
  • f) die Sekundärreflektoren (11-15, 42-48) um ihre Längsachse verstellbar sind und mit zunehmender Distanz zum Leuchtmittel (32, 33) mit zunehmenden Anstell­ winkeln β zur Horizontalen angeordnet sind
  • g) und daß die Anstellwinkel β der Sekundärreflektoren (11-15, 42-48) so gewählt werden, daß die auf eine zu beleuchtende Fläche (16, 50, 81) reflektierte Strah­ lung (22-26, 51-57) einen Abstrahlwinkel γ von 50° zur Vertikalen nicht wesent­ lich überschreitet,
  • h) und daß das an den einzelnen Sekundärreflektoren (11-15, 42-48) reflektierte Kunstlicht oberhalb der zu beleuchtenden Fläche überkreuzbar ist.
2. Leuchten-Reflektordecken-Einheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die sekundären Einzelreflektoren (11 bis 15, 42 bis 49, 83 bis 86) in Trägerwangen (58, 73, 74) drehbar gelagert sind.
3. Leuchten-Reflektordecken-Einheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das primäre Reflektorsystem asymmetrisch das Leuchtmittel umgibt und daß das sekundäre Reflektorensystem zum primären Reflektorsystem asymmetrisch angeordnet ist.
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