DE4435255A1 - Verfahren zur Fehlerbehebung in einer Stromrichterschaltungsanordnung - Google Patents
Verfahren zur Fehlerbehebung in einer StromrichterschaltungsanordnungInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf das Gebiet der Leistungs
elektronik.
Sie betrifft ein Verfahren zur Fehlerbehebung in einer
Stromrichterschaltungsanordnung nach dem Oberbegriff des
ersten Anspruchs.
Aus dem Artikel "Moderne Leistungshalbleiter in der
Stromrichtertechnik" von W. Bölsterling et al., etz Bd.
114 (1993) Heft 21, Seiten 1310-1319, sind Stromrichter
schaltungsanordnungen bekannt, welche mehrere ein- und
ausschaltbare Schaltermodule umfassen. Insbesondere han
delt es sich dabei um IGBT-Module (IGBT = Insulated Gate
Bipolar Transistor, Bipolartransistor mit isoliertem
Gate) mit mehreren parallel geschalteten IGBT-Halbleiter
chips pro Modul.
Die Gate-, Anoden und Kathodenanschlüsse der einzelnen
Halbleiterchips werden normalerweise über Anschlußdrähte
parallelgeschaltet und mit entsprechenden Leiterbahnen
verbunden, welche die Modulanschlüsse bilden. Als An
schlußdrähte werden üblicherweise Bonddrähte verwendet.
IGBT-Module höherer Leistung bestehen praktisch immer aus
einer größeren Anzahl solcher parallelgeschalteter Halb
leiterchips, um die geforderte Stromtragfähigkeit errei
chen zu können. Die in einem mehrphasigen Stromrichter
eingebauten IGBT-Module können durch Sperrversagen eines
einzelnen Chips beschädigt werden. Das Halbleitersubstrat
eines solchen Chips legiert durch und stellt anschließend
einen Kurzschluß dar. Um eine Beschädigung der ge
samten Anlage zu vermeiden, sind Schutzeinrichtungen vor
gesehen, die einen Kurzschluß eines Chips detektieren
und den Stromrichter sofort abschalten. Ein Defekt eines
einzelnen Chips legt also die gesamte Anlage lahm. Abge
sehen von den Reparaturkosten können die sich daraus er
gebenden Betriebsunterbrüche dem Anwender unter Umständen
sehr teuer zu stehen kommen.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren
zur Fehlerbehebung in einer Stromrichterschaltungsanord
nung anzugeben, welches eine höhere Verfügbarkeit der An
lage ermöglicht und gewährleistet, daß beim Ausfall ei
nes oder mehrerer Halbleiterschalterchips nicht die ge
samte Anlage außer Betrieb gesetzt wird. Diese Aufgabe
wird durch die Merkmale des ersten Anspruchs gelöst.
Kern der Erfindung ist es also, daß die Anschlußdrähte
derjenigen Schalterchips, welche einen allfälligen Defekt
aufweisen und einen Kurzschluß bilden, gezielt aufge
trennt werden.
Ein Ausführungsbeispiel zeichnet sich dadurch aus, daß
die Stromrichterschaltungsanordnung einen mehrphasigen
Umrichter umfaßt, der von einer Gleichspannungsquelle
gespeist wird. Nachdem ein Defekt, d. h. ein Kurzschluß
eines Chips festgestellt worden ist, werden in einem er
sten Schritt alle Schaltermodule der Phasen ausgeschal
tet. Anschließend wird z. B. das mit dem Pluspol der
Gleichspannungsquelle verbundene Schaltermodul einer er
sten Phase für eine bestimmte Zeitdauer tc eingeschaltet.
Falls sich der Kurzschluß in einem Chip des mit dem Mi
nuspol verbundenen Moduls derselben Phase befindet, so
sorgt der durch dieses Modul fließende Strom dafür, daß
in der Zeitdauer tc die Anschlußdrähte des fehlerhaften
Chips durchgetrennt werden. Denn dieser Chip muß die ge
samte Stromlast tragen, da das Modul selber ausgeschaltet
ist. Im allgemeinen werden dadurch die Anschlußdrähte
durchgebrannt. Befindet sich der Kurzschluß aber im Mo
dul, das mit dem Pluspol verbunden ist, so geschieht
zunächst einmal gar nichts. Wird nun aber das mit dem
Pluspol verbundene Modul wieder ausgeschaltet und das mit
dem Minuspol verbundene für tc eingeschaltet, so werden
die Anschlußdrähte eines defekten Chips in dem mit dem
Pluspol verbundenen Modul durchgetrennt. Falls sich der
Kurzschluß nicht in der ersten Phase befindet, wird mit
den übrigen Phasen in derselben Weise verfahren bis der
Fehler behoben ist. Liegt ein nicht behebbarer Fehler
vor, so wird die Anlage außer Betrieb genommen.
Bei einer weiteren Variante wird nach dem Erkennen des
Fehlers und dem Ausschalten aller Module zunächst einmal
die Gleichspannungsquelle ausgeschaltet bzw. entladen und
anschließend auf eine optimale Brennspannung hochgefah
ren. Mit dieser Brennspannung wird nun weitergefahren wie
oben erläutert.
Weitere Ausführungsbeispiele ergeben sich aus den ent
sprechenden abhängigen Ansprüchen.
Der Vorteil des erfindungsgemäßen Aufbaus besteht darin,
daß durch ein Defekt eines oder mehrerer Chips nicht die
gesamte Anlage außer Betrieb gesetzt wird, sondern daß
diese nach Ablauf des erfindungsgemäßen Verfahrens wei
ter genutzt werden kann. Die Leistungsfähigkeit wird da
bei nicht unbedingt reduziert, wenn dies bereits bei der
Auslegung des Stromrichters berücksichtigt worden ist.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbei
spielen im Zusammenhang mit den Zeichnungen näher erläu
tert.
Es zeigen:
Fig. 1 Eine Stromrichterschaltungsanordnung, für wel
che das Verfahren nach der Erfindung geeignet
ist;
Fig. 2 Das Schaltbild eines Schalters;
Fig. 3 Das Schaltbild eines Schaltermoduls;
Fig. 4 Einen Schnitt durch ein Schaltermodul, das spe
ziell für das Verfahren nach der Erfindung ge
eignet ist.
Die in den Zeichnungen verwendeten Bezugszeichen und de
ren Bedeutung sind in der Bezeichnungsliste zusammenge
faßt aufgelistet. Grundsätzlich sind in den Figuren
gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen.
Fig. 1 zeigt eine Stromrichterschaltungsanordnung 1, bei
welcher das erfindungsgemäße Verfahren mit Vorteil ange
wendet wird. Es handelt sich dabei um einen 3-phasigen
Umrichter, der von einer Gleichspannungsquelle 5 gespeist
wird. Die Gleichspannungsquelle 5 kann beispielsweise
eine Kondensatorbank eines Spannungszwischenkreises sein,
die über einen Gleichrichter von einem Wechselspannungs
netz gespeist wird. Jede Phase 6.1-6.3 des Umrichters um
faßt mindestens zwei Schalter 2. Die Schalter 2, von
denen ein erster zwischen dem Pluspol 7 der Gleichspan
nungsquelle 5 und dem Lastanschluß 9 der Phase angeord
net ist und ein zweiter zwischen dem Lastanschluß 9 und
dem Minuspol 8 der Gleichspannungsquelle 5, umfassen je
mindestens ein steuerbares Schaltelement und eine dazu
antiparallelgeschaltete Freilaufdiode 13. Das steuerbare
Schaltelement umfaßt beispielsweise ein Schaltermodul
14, es können jedoch auch mehrere Schaltermodule 14 pro
Schalter 2 vorgesehen sein. Zur Erhöhung der Stromtragfä
higkeit werden mehrere Module parallelgeschaltet, zur Er
höhung der Spannungsbelastbarkeit werden sie in Serie ge
schaltet. Die Lastanschlüsse 9 jeder Phase 6.1-6.3 sind
mit einer Last verbunden, z. B. mit einem Motor 10. Eine
Steuereinheit 17 schaltet nun die Module 2 jeder Phase
abwechselnd ein- und aus, wobei die Phasen 6.1-6.3 unter
einander phasenverschoben angesteuert werden, so daß an
der Last eine mehrphasige Wechselspannung erzeugt wird,
deren Frequenz eingestellt werden kann. Die Funktion ei
nes derartigen Umrichters ist aus dem Stand der Technik
hinlänglich bekannt und muß an dieser Stelle nicht wei
ter erläutert werden.
Fig. 2 zeigt einen Schalter 2 im Detail. Er umfaßt min
destens ein Schaltermodul 14 mit einer antiparallelge
schalteten Freilaufdiode 13. Der Schaltermodul 14 besteht
vorzugsweise aus IGBT-Schaltelementen oder -Chips. Die
Freilaufdiode 13 kann auch im Modul 14 integriert sein
oder als diskretes Bauelement antiparallel zum Schalter
modul 14 geschaltet sein. Das Modul 14 selbst umfaßt
einen Gateanschluß 12, eine Anode 18 und eine Kathode
19. Für Hochleistungsanwendungen ist das Modul 14 seiner
seits aus einer Parallelschaltung von Halbleiterchips 4
zusammengesetzt. Beim dargestellten Ausführungsbeispiel
also aus IGBT-Chips. Dies zeigt Fig. 3.
Wie Fig. 4, die Darstellung eines Schaltermoduls 14 im
Schnitt, zeigt, sind die Chips 4 über Anschlußdrähte 3
z. B. mit Leiterbahnen 15 verbunden. Es handelt sich dabei
im allgemeinen um sog. Bonddrähte. Legiert nun ein Chip 4
durch, so wird das gesamte Modul 14 kurzgeschlossen. Der
Kurzschlußstrom ist gegebenenfalls sehr groß und könnte
das Modul 14 zerstören. Deshalb ist eine Schutzschaltung
vorgesehen, welche den Fehler detektiert und die übrigen
Zweige des Stromrichters sofort abschaltet, um sie vor
Beschädigung zu schützen.
Die Steuereinheit 17 einer realisierten Stromrichter
schaltungsanordnung 1 erzeugt ein geregeltes Zündimpuls
muster zur Ansteuerung der Schaltermodule 14. Dieses Zün
dimpulsmuster wird z. B. in optische Signale umgewandelt
und über Glasfasern den Modulen 14 zugeleitet. Eine opti
sche Übertragung wird aus EMV-Gründen und wegen der Po
tentialtrennung bevorzugt. Die optischen Signale werden
entweder sogenannten Gate-Units, welche die optischen Si
gnale wieder in elektrische umwandeln, oder direkt den
Modulen zugeführt. Im letzteren Fall müssen die Module 14
einen entsprechenden Wandler bereits integriert haben.
Dies ist mit den heute erhältlichen intelligenten Lei
stungsmodulen (IPM = Intelligent Power Module) kein Pro
blem mehr. Die Signalverbindung zwischen der Steuerein
heit und den Modulen ist bidirektional, so daß es mög
lich ist, Informationen über den Zustand der Gate-Unit
bzw. der Module an die Steuereinheit zurückzumelden.
Wird erkannt, daß ein Modul defekt ist, so schaltet die
Steuereinheit bei den bekannten Verfahren die gesamte An
lage aus, um sie vor mechanischer Beschädigung zu schüt
zen. Auf diese Weise wird verhindert, daß sich der Feh
ler eines Moduls ausweitet und die ganze Anlage beschä
digt wird. Es ist besonders wichtig, daß im Falle eines
Fehlers beide Module einer Phase gesperrt werden. Falls
dies nicht gelänge, müßte gegebenenfalls eine Explosion
der Module erwartet werden, da das resultierende Kurz
schlußstrom-Zeitintegral im allgemeinen viel höher ist
als die entsprechenden zulässigen Werte der Module. Bei
einem erfolgreichen Schutzeingriff obiger Art wird zwar
ein Folgefehler vermieden, allerdings besteht dann ein
dauernder Kurzschluß, so daß die Anlage nicht wieder
eingeschaltet werden kann, bevor das entsprechende Module
ausgewechselt worden ist.
Mit dem Fehlerbehebungsverfahren nach der Erfindung wer
den solche, u. U. sehr kostspielige Unterbrüche vermieden.
Dies erreicht man kurz gesagt dadurch, daß die An
schlußdrähte eines defekten Moduls durchgetrennt werden.
Zu diesem Zweck werden in einem ersten Schritt alle
Schaltermodule 14 jeder Phase 6.1-6.3 ausgeschaltet. An
schließend wird z. B. das mit dem Pluspol 7 der Gleich
spannungsquelle 5 verbundene Modul 14 z. B. der Phase 6.1
eingeschaltet. Falls der Kurzschluß in dem mit dem Mi
nuspol 8 verbundenen Modul 14 derselben Phase liegt, so
fließt der gesamte Strom über die Anschlußdrähte 3 des
defekten Chips, denn das betreffende Modul ist ja ausge
schaltet. Man läßt nun den Strom nur für eine Zeitdauer
(Brennzeit) tc fließen, so daß die Anschlußdrähte 3
durchgetrennt werden. Dadurch wird der defekte Chip 4 vom
Rest des Moduls elektrisch abgetrennt und-das entspre
chende Modul 14 ist wieder einsatzfähig. Gegebenenfalls
wird dadurch zwar die Leistungsfähigkeit des Moduls her
abgesetzt, doch kann dies durch entsprechende Auslegung,
bei der ein Teil der Chips als redundanter Anteil vorge
sehen wird, ausgeglichen werden.
Befindet sich der Kurzschluß jedoch nicht in dem mit dem
Minuspol 7 verbundenen Modul 14 der Phase 6.1, so ge
schieht überhaupt nichts, da der Stromkreis ja offen ist.
In diesem Fall wird das mit dem Pluspol 7 verbundene Mo
dul 14 wieder ausgeschaltet und dafür das mit dem Minus
pol 8 verbundene Modul 14 für eine Zeitdauer tc einge
schaltet. Analog wie oben werden, falls dieses Modul
einen Kurzschluß aufweist, die Anschlußdrähte durchge
trennt.
Befindet sich das defekte Modul nicht in der Phase 6.1,
so wird mit den übrigen Phasen 6.2-6.3 entsprechend ver
fahren bis der Fehler behoben ist.
Bei der Verwendung von intelligenten Leistungsmodulen,
welche einen Fehler selbsttätig an die Steuereinheit
übermitteln können, kann das Verfahren nach der Erfindung
direkt und gezielt am defekten Modul angewendet werden.
Die ermöglicht eine weitere Verkürzung des Betriebsunter
bruchs.
Wenn die Anschlußdrähte 3 als Sicherung ausgelegt sind,
wird mit Vorteil direkt die Zwischenkreisspannung zum
Auftrennen der Anschlußdrähte eines defekten Moduls ap
pliziert. Wenn die Anschlußdrähte 3, im allgemeinen
Bonddrähte, jedoch nicht als Hochspannungssicherung aus
gelegt sind, ist deren Lichtbogenspannung klein (kleiner
als 1000 V). Aus diesem Grund ist es weiter von Vorteil,
wenn die während der Zeitdauer tc applizierte Brennspan
nung möglichst tief ist. Andernfalls reicht die Lichtbo
genspannung nicht, um den Strom auszuschalten und die Ge
fahr besteht, daß der Fehlerstelle zu viel Energie zuge
führt wird. Dadurch würden nicht nur die Anschlußdrähte 3
durchgetrennt, sondern noch weitere Beschädigungen ver
ursacht.
Dieses Problem kann nun dadurch verhindert werden, daß
die Gleichspannungsquelle 5 bzw. die Zwischenkreiskonden
satorbank nach dem Abschalten aller Module 14 zunächst
entladen und anschließend auf eine optimale Brennspan
nung aufgeladen wird und das Verfahren nach der Erfindung
mit dieser Brennspannung fortgesetzt wird. Die optimale
Brennspannung kann aus den Materialeigenschaften der An
schlußdrähte 3 und der Zeitdauer tc berechnet werden.
Die Zeitdauer tc und damit die Länge des angelegten
Strompulses sowie dessen Höhe (Brennspannung) wird so
festgelegt, daß eine Struktur der unterbrochenen Stelle
entsteht, welche in der Lage ist, die an dieser Stelle
nach Wiederaufnahme des Normalbetriebes anliegende Be
triebsspannung dauerhaft zu sperren.
Eine weitere Maßnahme zur Verhinderung von unkontrol
lierbaren Beschädigungen beim Durchtrennen der An
schlußdrähte 3 besteht darin, daß die Anschlußdrähte 3
mit einem Vergußmittel 11 umgeben werden. Wie Fig. 4
zeigt, ragen die Anschlußdrähte 3 in diesem Fall ein
Stück über das Vergußmittel 11. An dieser Stelle werden
die Anschlußdrähte 3 durchgetrennt. Das Vergußmittel 11
verhindert dabei ein weiteres Abschmelzen der Drähte 3
und damit ein unkontrolliertes Ausbreiten der applizier
ten Brennenergie auf das Modul 14. Als Vergußmittel 11
kann beispielsweise Silicon-Gel verwendet werden.
Fig. 4 zeigt den Aufbau eines Schaltermoduls 14 im
Schnitt. Auf einer Grundplatte 16 ist eine Anzahl Schal
terchips 4 aufgebracht, z. B. aufgelötet. Außerdem sind
Leiterbahnen 15 vorgesehen, welche die Anschlüsse der Mo
dule 14 bilden. In der Figur ist der Einfachheit halber
nur die Kontaktierung einer Seite, z. B. der Kathodenseite,
dargestellt. Die Elektroden der Chips 4 werden über An
schlußdrähte 3, i.a. Bonddrähte mit den Leiterbahnen 15
verbunden. Vorzugsweise werden IGBT-Chips 4 verwendet.
Diese weisen drei Hauptelektroden, eine Anode 18, eine
Kathode 19 und eine Gateelektrode 12 auf. Handelt es sich
um ein intelligentes Leistungsmodul, so sind pro Modul 14
gegebenenfalls noch mehr Steuer- und Kontrollanschlüsse
vorgesehen. Selbstverständlich können aber auch andere
Halbleiterschalter verwendet werden, so z. B. MOS gesteu
erte Thyristoren (MCT).
Optimale Werte für die Zeitdauer tc hängen natürlich von
der angelegten Brennspannung ab. Im allgemeinen beträgt
sie einige Mikrosekunden. Im Rahmen von Versuchen haben
sich Werte zwischen ca. 20 µs und 10 ms bewährt. Beson
ders gute Ergebnisse wurden mit Werten zwischen 100
und 10 ms erreicht. Dies erlaubt, daß ca. alle 1 ms ein
Modul mit der Brennspannung beaufschlagt werden kann. Bei
einer dreiphasigen Anordnung ergeben sich also maximal 6
Durchgänge à 1 ms. Dazu kommen noch zeitliche Verzögerun
gen für das Abschalten der Module und die Unterbrechung
der Energiezufuhr sowie das Hochfahren der Zwischenkreis
spannung. Insgesamt ergibt sich jedoch eine totale Feh
lerbehebungszeit, welche im Bereich von Bruchteilen von
Sekunden bis zu wenigen Sekunden liegt. Wird darüber
hinaus auf die optimale Anpaßung der Brennspannung ver
zichtet und die Anschlußdrähte mit der anlagebedingten
Zwischenkreisspannung durchgetrennt, so dauert der ganze
Fehlerbehebungsvorgang nur einige ms und ist deshalb kaum
festzustellen.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist nicht auf die oben
erläuterte Schaltungsanordnung beschränkt, sondern wird
ganz allgemein bei allen Stromrichterschaltungsanordnung
mit Modulen bestehend aus mehreren parallelgeschalteten
Chips mit Vorteil eingesetzt.
Insgesamt steht also mit der Erfindung ein Verfahren zur
Fehlerbehebung in einer Stromrichterschaltungsanordnung
zur Verfügung, bei welchem allfällige Kurzschlüsse in den
Halbleiterchips der Schaltermodule ohne Ausfall der ge
samten Anlage behoben werden können.
Bezugszeichenliste
1 Stromrichterschaltung
2 Schalter
3 Anschlußdrähte
4 Schalterchip
5 Gleichspannungsquelle
6.1-6.3 Phasen
7 Pluspol
8 Minuspol
9 Lastanschluß
10 Motor
11 Vergußmittel
12 Gateanschluß
13 Freilaufdiode
14 Schaltermodul
15 Leiterbahn
16 Grundplatte
17 Steuereinheit
18 Anode
19 Kathode
KS Kurzschluß
2 Schalter
3 Anschlußdrähte
4 Schalterchip
5 Gleichspannungsquelle
6.1-6.3 Phasen
7 Pluspol
8 Minuspol
9 Lastanschluß
10 Motor
11 Vergußmittel
12 Gateanschluß
13 Freilaufdiode
14 Schaltermodul
15 Leiterbahn
16 Grundplatte
17 Steuereinheit
18 Anode
19 Kathode
KS Kurzschluß
Claims (6)
1. Verfahren zur Fehlerbehebung in einer Stromrichter
schaltungsanordnung (1) mit Schaltern (2) bestehend
aus mehreren ein- und ausschaltbaren Schaltermodulen
(14), welche jeweils mehrere, über Anschlußdrähte
(3) parallelgeschaltete Schalterchips (4) umfassen,
dadurch gekennzeichnet, daß die Anschlußdrähte (3)
derjenigen Schalterchips (4), die aufgrund eines
allfälligen Defekts einen Kurzschluß bilden, ge
zielt durchgetrennt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei welchem die Strom
richterschaltungsanordnung (1) einen mehrphasigen,
von einer Gleichspannungsquelle (5) gespeisten Um
richter umfaßt, wobei pro Phase (6.1-6.3) zwei
Schalter (2) vorgesehen sind, von denen je einer
zwischen dem Pluspol (7) der Gleichspannungsquelle
(5) und einem Lastanschluß (9) und der andere zwi
schen dem Lastanschluß (9) und dem Minuspol (8) der
Gleichspannungsquelle (5) geschaltet ist, dadurch
gekennzeichnet, daß nachdem der Defekt erkannt wor
den ist
- a) in einem ersten Schritt alle Schaltermodule (14) jeder Phase (6.1-6.3) ausgeschaltet wer den;
- b) in einem zweiten Schritt das mit dem Pluspol (7) verbundene Schaltermodul (14) einer ersten Phase (z. B. 6.1) für eine Zeitdauer tc einge schaltet wird und falls das mit dem Minuspol (8) verbundene Schaltermodul (14) nicht defekt war, anschließend das mit dem Minuspol (8) verbunden Schaltermodul (14) für die Zeitdauer tc eingeschaltet wird, nachdem das mit dem Pluspol (7) verbundene Schaltermodul (14) wie der ausgeschaltet wurde;
- c) der zweite Schritt für die übrigen Phasen (z. B. 6.2, 6.3) wiederholt wird, falls das defekte Modul (14) nicht in der vorherigen Phase (6.1 bzw. 6.2) enthalten war.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Gleichspannungsquelle (5) nach dem Aus
schalten aller Schaltermodule (14) entladen wird und
anschließend auf eine optimale Brennspannung auf
geladen wird.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Zeitdauer tc zwischen 100 s und
10 ms liegt und die Brennspannung möglichst niedrig
gewählt wird.
5. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß Schaltermodule (14) ver
wendet werden, deren Anschlußdrähte (3) mit einem
Vergußmittel (11), insbesondere aus Silikon-Gel,
umgeben werden, wobei die Anschlußdrähte (3) teil
weise aus dem Vergußmittel (11) herausragen.
6. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß Schaltermodule (14) ver
wendet werden, deren Schalterchips (4) Transistoren
mit isolierten Gate umfassen.
Priority Applications (7)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19944435255 DE4435255A1 (de) | 1994-10-01 | 1994-10-01 | Verfahren zur Fehlerbehebung in einer Stromrichterschaltungsanordnung |
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| US08/520,589 US5663858A (en) | 1994-10-01 | 1995-08-30 | Method for fault correction in a power converter circuit arrangement |
| JP22565095A JPH08116677A (ja) | 1994-10-01 | 1995-09-04 | 電力変換回路の故障修正方法 |
| EP19950810585 EP0706218B1 (de) | 1994-10-01 | 1995-09-20 | Verfahren zur Fehlerbehebung in einer Stromrichterschaltungsanordnung |
| DE59510457T DE59510457D1 (de) | 1994-10-01 | 1995-09-20 | Verfahren zur Fehlerbehebung in einer Stromrichterschaltungsanordnung |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19944435255 DE4435255A1 (de) | 1994-10-01 | 1994-10-01 | Verfahren zur Fehlerbehebung in einer Stromrichterschaltungsanordnung |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4435255A1 true DE4435255A1 (de) | 1996-04-04 |
Family
ID=6529797
Family Applications (2)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19944435255 Ceased DE4435255A1 (de) | 1994-10-01 | 1994-10-01 | Verfahren zur Fehlerbehebung in einer Stromrichterschaltungsanordnung |
| DE59510457T Expired - Fee Related DE59510457D1 (de) | 1994-10-01 | 1995-09-20 | Verfahren zur Fehlerbehebung in einer Stromrichterschaltungsanordnung |
Family Applications After (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE59510457T Expired - Fee Related DE59510457D1 (de) | 1994-10-01 | 1995-09-20 | Verfahren zur Fehlerbehebung in einer Stromrichterschaltungsanordnung |
Country Status (6)
| Country | Link |
|---|---|
| US (1) | US5663858A (de) |
| EP (1) | EP0706218B1 (de) |
| JP (1) | JPH08116677A (de) |
| AU (1) | AU701831B2 (de) |
| DE (2) | DE4435255A1 (de) |
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