DE470631C - Rohrschieber fuer eine Brennkraftmaschine - Google Patents

Rohrschieber fuer eine Brennkraftmaschine

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DE470631C
DE470631C DER69277D DER0069277D DE470631C DE 470631 C DE470631 C DE 470631C DE R69277 D DER69277 D DE R69277D DE R0069277 D DER0069277 D DE R0069277D DE 470631 C DE470631 C DE 470631C
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cylinder
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    • FMECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
    • F01MACHINES OR ENGINES IN GENERAL; ENGINE PLANTS IN GENERAL; STEAM ENGINES
    • F01LCYCLICALLY OPERATING VALVES FOR MACHINES OR ENGINES
    • F01L7/00Rotary or oscillatory slide valve-gear or valve arrangements
    • F01L7/02Rotary or oscillatory slide valve-gear or valve arrangements with cylindrical, sleeve, or part-annularly shaped valves

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
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  • Cylinder Crankcases Of Internal Combustion Engines (AREA)
  • Valve-Gear Or Valve Arrangements (AREA)

Description

  • Rohrschieber für eine Brennkraftmaschine Die Erfindung bezieht sich auf Rohrschieber für eine Brennkraftmaschine, bei der der Zylinder aus Aluminium, Magnesium oder aus einer Legierung beider Stoffe besteht.
  • Die Anwendung dieser Stoffe oder Legierungen ist für Zylinder, insbesondere für luftgekühlte Zylinder, wegen des leichten Gewichts und der hohen Wärmeleitfähigkeit sehr vorteilhaft. Mit Rücksicht auf die Weichheit dieser Nichteisenmetalle und ihrer darausfolgenden Ungeeignetheit, der Schleifwirkung der Kolben und Kolbenringe zu widerstehen, namentlich wenn auch nichteiserne und aus ähnlichem Stoff bestehende Kolben Verwendung finden, hat man anderseits vorgeschlagen, den aus Aluminium oder eisenfreiem Stoff bestehenden Zylinder mit einer festen Auskleidung eines normalen Eisenmetalls zu versehen, z. B. Gußeisen oder Stahl. Nun ist jedoch bekannt, daß in der Praxis die verschiedensten Wärmeausdehnungskoeffizienten des Eisenmetalls und des Aluminiums o. dgl. zu Störungen führen, besonders bei luftgekühlten Zylindern infolge der höheren Temperaturen, die bei solchen Zylindern auftreten.
  • Man nahm jedoch an, daß ähnliche Störungen nicht zu befürchten wären, wenn ein Rohrschieberventil aus eisenhaltigem Metall bei einem Zylinder aus Aluminium, Magnesium oder einer Legierung aus diesen verwendet würde, und zwar aus folgenden Gründen: In der Mehrzahl der praktischen Ausführungen von Rohrschieberventilmaschinen ist die Passung des Rohres im Zylinder nicht mit Rücksicht darauf ausgeführt, daß Leckverluste vermieden werden sollen, weil während des Hochdruckteils des Kreisganges die Rohrschieberöffnungen vom Zylinderkopf überdeckt werden, der mit Dichtungsringen zur Verhinderung von Gasundichtigkeitsverlusten versehen ist. Somit konnte eine Expansion des Zylinders im Sinne der Entfernung von dem Rohr theoretisch keine erhöhten Undichtigkeitsverluste hervorrufen. Wenn ein Aluminiumzylinder im Sinne der Abhebung von einer festen Auskleidung expandiert, so sucht sich der Raum zwischen beiden mit Gas oder verkohltem Öl zu füllen, die beide sehr schlechte Wärmeleiter sind, so daß die Auskleidung ihre Wärme nicht auf den Zylinder abgeben kann und infolgedessen zu Überhitzung neigt. Bei einer Rohrschieberventihnaschine dagegen wird der Ölschleier zwischen Zylinder und Rohrschieber durch die Bewegung des Rohrschiebers in Bewegung gehalten und überträgt demnach Wärme von dem Rohrschieber auf den Zylinder durch einen Vorgang, der mechanische Konvektion genannt werden könnte. Es wurde angenommen, daß diese Wirkung, die ausreicht, um einen aus Eisenmetall bestehenden Rohrschieber zu kühlen, der in einem Eiseiunetallzylinder arbeitet, nicht wesentlich durch den anwachsenden Spalt beeinträchtigt werden würde, der sich aus Anwendung eines Metalls starker Wärmeausdehnung für den Zylinder ergibt.
  • Auf Grund dieser Annahme hat man Versuche sowohl mit wassergekühlten wie mit luftgekühlten Zylindern aus LeichtIegierungen von Aluminium oder Magnesium u. dgl. gemacht, bei denen Rohrschieber aus Stahl. Oder Eisen normaler Expansion benutzt wurden; dabei fand man aber folgende Störungen: Die Dehnung des Leichtlegierungszylinders im Sinne der Entfernung von dem Rohrschieber beließ diesen ohne genügende Stützung zur Aufnahme der Expansionsdrücke mit dem Ergebnis, daß er sich schneller ausbauchte, als die Kopfpackungsringe zu folgen vermochten, so daß ein Leckverlust von heißen Gasen an diesen Ringen vorbei eintritt, der gleichzeitig zu einem Energieverlust und zu einer Kohlenstoffablagerung in dem Ringraum oberhalb der Packungsringe führte. Ferner fand man, daß mit Zunahme des Freiraumes zwischen Rohrschieber und Zylinder der Wärmeabfluß von dem Rohrschieber zum Zylinder beträchtlich behindert wurde, so daß der Rohrschieber leichter auf beträchtlich höhere Temperaturen auflief als bei Maschinen mit Zylindern von eisenhaltigem Stoff niederer Wärmedehnung. Das führte zu einer weiteren Verkokung und schnellerer Abnutzung.
  • Diese Wirkungen waren naturgemäß am ausgesprochensten bei luftgekühlten Maschinen infolge der höheren Zylindertemperaturen bei diesen, und dadurch wurden sie um so störender, weil gerade bei dieser Maschinengattung die Anwendung von Leichtlegierungszylindern infolge ihrer hohen Wärmeleitfähigkeit besonders erwünscht ist. Aber auch bei wassergekühlten Maschinen waren die Störungen vorhanden, und es zeigte sich, daß die Leistung merklich abfiel, wenn die Wassertemperatur auf einen Punkt anstieg, wie er bei Brennkraftmaschinen im allgemeinen wünschenswert ist, und zwar trotz der unter diesen Umständen verminderten mechanischen Reibung.
  • Um diesen ,erwähnten Schwierigkeiten aus dem Wege zu gehen, fand man es demnach erstrebenswert, Zylinder und Rohrschieber aus Stoffen herzustellen, deren Wärmeausdehnungskoeffizienten sich erheblich weniger unterschieden als die von normaler Aluminium- oder Magnesiumlegierung und normalem Gußeisen oder Stahl, und es wurden Versuche mit Leichtlegierungen angestellt, die so beschaffen sein sollten, daß der Wärmeausdehnungskoeffizient niedrig genug wäre. Es konnte jedoch keine Legierung ermittelt werden, die die geschilderten unerwünschten Wirkungen merklich zu beseitigen'vermochte.
  • Daraufhin richtete sich die Aufmerksamkeit auf ein Material für den Rohrschieber, das einen genügend hohen Wärmeausdehnungskoeffizienten aufwies, jedoch gleichzeitig das notwendige günstige Verhalten in bezug auf Abnutzung zeigte. Bronze wurde ausgeschieden, weil die Erfahrung gezeigt hatte, daß zwischen diesem Metall und den Leichtlegierungen eine sehr rasche Abxiutzung eintritt, weil die Härte dieser beiden Metallklassen nicht sehr verschieden ist. So richtete man das Augenmerk schließlich auf eisenhaltige Metalle, die auch gemäß der Erfindung Anwendung finden. Solche eisenhaltigen Metalle wurden zunächst nicht als geeignet betrachtet, obgleich sie einen verhältnismäßig hohen Wärmeausdehnungskoeffizienten aufwiesen, weil sie von weicher Beschaffenheit, gemessen nach den üblichen Methoden, sind. Versuche zeigten nun aber, daß sie die Eigenschaft der Bearbeitungshärtung (work-hardening) in einem hohen Maße aufwiesen, d. h. daß sie im Gebrauch an den Abnutzungsflächen eine harte Haut entwickelten, die die Abnutzung sehr viel geringer machte, als sie bei sonstigen anderen Stoffen der gleichen Anfangshärte gewesen sein würde.
  • Gemäß der Erfindung wird somit der in einem Zylinder aus Aluminium, Magnesium oder einer Legierung davon mit verhältnismäßig hohem Wärmeausdehnungskoeffizienten arbeitende und in diesem Zylinder bewegliche Rohrschieber aus einer eisenhaltigen Legierung gefertigt, deren Wärmeausdehnungskoeffizient sich im Bereich der auftretenden Betriebstemperaturen dem Wärmeausdehnungskoeffizienten des Stoffes nähert, aus dem der Zylinder besteht.
  • Ein eisenhaltiges Metall, das für die Konstruktion des Rohrschiebers geeignet ist, ist ein solches, das 15 bis 25 0/0, vorzugsweise 2o bis 2 1 % Nickel enthält, z. B. ein 2oprozentiger Nickelstahl oder ein 2oprozentiges Nikkelgußeisenoder auch ein Stahl, der z. B. 18 % Chrom und 8 % Nickel aufweist. Statt dessen kann auch ein eisenhaltiges Metall mit einer Vereinigung von Nickel und Mangan angewendet werden. So kann Gußeisen oder Stähl mit 8 bis 13 0,o Mangan oder von 15 bis 25 Einheiten Nickel und Mangan angewendet werden, wobei i % Nickel als eine Einheit und i % Mangan als 2,15 Einheiten gerechnet ist. Ein anderes Beispiel eines eisenhaltigen Metalles ist Gußeisen oder Stahl mit etwa i q. % Silizium.
  • Der Wärmeausdehnungskoeffizient nichteisenhaltiger Metalle oder ihrer Legierungen, wie sie gewöhnlich bei. der Konstruktion der- Außenteile von Zylindern Anwendung finden, liegt im allgemeinen in den Grenzen von 22 bis 27 X 1o - "`C über dem Arbeitstemperaturbereich, während der Wärmeausdehnungskoeffizient von Gußeisen oder Stahlsorten, wie sie gewöhnlich für Zylinderauskleidungen und Rohrschieberventile benutzt werden, bei io bis 1i x io-''°C liegt. Wenn somit diese Stoffe für den Zylinder bzw. den Rohrschieber gebraucht werden, so entsteht die oben angedeutete Schwierigkeit infolge ungleichmäßiger Dehnung der Teile. Wird aber gemäß der Erfindung der Rohrschieber aus einem eisenhaltigen Material mit einem Wärmeausdehnungskoeffizienten im Arbeitsbereich der Temperatur'gewählt,"der 16 X =o-'' überschreitet, so wird der Unterschied in den Dehnungen der beiden konzentrischen Teile auf ein Maß zurückgebracht, das den Nachteil infolge ungleichmäßiger Dehnung wesentlich vermindert oder sogar gänzlich beseitigt.
  • Wenn 2o 0,'o Nickelstahl oder 2o ()"0 \Tickelgußeisen bei der Herstellung des Ruhrschiebers verwendet werden, so sind beide Metalle, die einen Wärmeausdelinungskoefiizienten von der Dimension 2o x =o - `' - C haben zur Anwendung in einem Zylinder geeignet, der aus normaler Aluminium- oder Magnesiumlegierung mit einem Wärmeausdehnungskoeffizienten von 22 bis a5 X =o- e @ C besteht. 13e- einem Zylinder, der aus Silizium-Aluminium-Legierung mit einem Wärmeausdeh. nungskoeffizienten 18 x io-e°C besteht, ist es :angebracht, !für den Rohrsch:-eber einen 25prozentigen Nickelstahl zu verwenden, der einen Wärmeausdehnungskoeffizienten von 16 bis 17 x =o -`'° C aufweist. Der Temperaturarbeitsbereich des Rohrschiebers im Zylinder kann angenommen werden zwischen o bis i 2o° C bei wassergekühlter und von o bis 2oo° C bei luftgekühlter Maschine.
  • Eisenhaltige Metalle der für den Rohschieber angegebenen Art können vielfach durch den Stickstoffprozeß oberflächengehärtet werden. Dieses Verfahren besteht kurz in einer Erhitzung des durch Einsatzhärtung zu härtenden Gegenstandes in einem Gas, das hauptsächlich aus Ammoniak besteht, und zwar bei einer Temperatur, die 58o° C nicht überschreitet und wobei man nach genügender Einsatzhärtungstiefe die Teile mit dem Ofen abkühlen läßt. Die beanspruchte Zeit schwankt zwischen 4.o bis 6o Stunden. Ein solcher Härtevorgang kann z. B. eine Oberflächenhärtungstiefe von etwa o,5 bis o,8 mm herbeiführen, und da sie weiter wenig oder gar kein Verziehen des gehärteten Gegenstandes herbeiführt, so ist das Verfahren besonders anwendbar auf Gegenstände wie Rohrschieber, bei denen es besonders darauf ankommt, ein Verziehen zu vermeiden.
  • Es ist klar, daß gegebenenfalls ein eisenhaltiges Metall hoher Expansion der angegebenen Art für den Bau des ganzen oder eines Teiles des Kolbens verwendet werden kann,- der in einem Rohrschieber gemäß der Erfindung Verwendung findet. -Allgemein gilt, daß es wünschenswert ist, für die Herstellung des Rohrschiebers ein eisenhaltiges Metall zu -wählen, dessen Wärmeausdehnungskoeffizient in dem in Frage kominenden Arbeitstemperaturbereich sich dem Wärmeausdehnungskoeffizienten des nichteisenhaltigen Metalls, aus dem der Zylinder besteht, nähert, jedoch etwas geringer ist. Weiter ist es für den Kolben vorzuziehen,, entweder das gleiche oder ein im wesentlichen gleiches nichteisenhaltiges Metall zu benutzen, wie es für den Zylinder benutzt wird, indem man den notwendigen Freiraute für die Expansion durch die üblichen Kolbenringe aufnehmen läßt. Auch kann man den Kolben ganz oder teilweise entweder aus einem nichteisenhaltigen oder eisenhaltigen Metall herstellen, dessen Wärmeausdehnungskoeffizient in der Nähe des Wärmeausdehnungskoeffizienten des eisenhaltigen Metalls ,los Rohrschiebers ist, jedoch etwas unter diesem Werte liegt, in welchem Falle ein gerin-:;eres Spiel zwischen Kolben und Rohrschieber belassen werden kann.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜC:IIE: i. Rohrschieber für eine Brennkraftmaschine, bei welcher der Zylinder aus Aluminium, Magnesium oder aus einer Legierung beider Stoffe besteht, dadurch gekennzeichnet, daß der im Zylinder bewegliche Rohrschieber aus einer eisenhaltigen Legierung besteht, deren Wärmeausdehnungskoeffizient im Bereich der auftretenden Betriebstemperaturen der des Zylinders entspricht. Rohrschieber nach Anspruch i aus austenitischem Stahl mit etwa 18 % Chrom und 8 % Nickel. 3. Rohrschieber nach Anspruch i aus einer eisenhaltigen Legierung mit 15 bis 2 5 o'0 Nickel oder mit 6 bis I3 % Mangan. :1. Rohrschieber nach Anspruch i aus einer eisenhaltigen Legierung mit 15 bis 25 Einheiten Nickel und Mangan, wobei i % Nickel als eine Einheit und i % Mangan als 2, 15 Einheiten zu werten sind. 5. Rohrschieber nach Anspruch i aus Gußeisen mit annähernd 14 % Siliziumgehalt.
DER69277D 1925-11-10 1926-11-09 Rohrschieber fuer eine Brennkraftmaschine Expired DE470631C (de)

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