DE484090C - Verfahren zum Schweissen mittels elektrischen Lichtbogens - Google Patents
Verfahren zum Schweissen mittels elektrischen LichtbogensInfo
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Description
DEUTSCHES REICH
AUSGEGEBEN AM
19. OKTOBER 1929
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
Vr 484090 KLASSE 21 h GRUPPE
Patentiert im Deutschen Reiche vom 26. August 1926 ab
Die Erfindung betrifft das Schmelzen von Metallen mittels elektrischen Lichtbogens und
insbesondere das elektrische Schweißen.
Es ist bekannt, daß Lichtbogenschweißungen,
die in Luft durchgeführt werden, nicht schmiedbar und brüchig sind. Dies hat verschiedene
Ursachen. Es scheint, daß bei der hohen Temperatur des Lichtbogens in Gegenwart gewisser Gase sich Metallverbindüngen
bilden, die die Brüchigkeit der Schweißstelle zur Folge haben. Zum Teil wird diese Erscheinung auf die Bildung von
Oxyden und Nitriden zurückgeführt, doch hat sich gezeigt, daß auch in Kohlendioxyd
oder Leuchtgasatmosphäre durchgeführte Schweißungen den gleichen Mangel aufweisen.
Untersuchungen haben nun ergeben, daß vollkommen schmiedbare und zähe Schweißverbindungen
erzielt werden können, wenn die Schweißung in einer kohlenmonoxydhaltigen Atmosphäre oder in einem Gemisch
von Kohlenmonoxyd und Wasserstoff durchgeführt wird. Dabei ist die Lichtbogenspannung
in Kohlenmonoxydatmosphäre etwas unterhalb der Lichtbogenspannung in Luft. Das Beisein von Wasserstoff erhöht
die Lichtbogenspannung, so daß in einer Atmosphäre von etwa 30°/,, Wasserstoff und
70°/o Kohlenmonoxyd die gleiche Lichtbogenspannung sich ergibt wie in Luft. 3O1
Gemäß der Erfindung wird der Lichtbogen in eine in ihrer Gesamtwirkung reduzierende
Atmosphäre gehüllt, die Kohlenmonoxyd enthält und auch Wasserstoff enthalten kann.
Diese Gase können direkt zugeführt werden, oder es werden solche Stoffe verwendet, die
sich in der Hitze des Lichtbogens spalten und bei der Wiedervereinigung Kohlenmonoxyd
und Kohlenwasserstoff bilden. Wichtig ist, daß dabei freier Sauerstoff ausgeschlossen
bleibt. Wenn z. B. Kohlendioxyd allein zur Anwendung kommt, zerfällt dieses im Lichtbogen
in Kohlenmonoxyd und freien Sauerstoff, der sich, mit dem Metall vereinigt und
Brüchi^keit der Schweißung verursacht. Die zur Verwendung kommende Lichtbogenatmosphäre
soll auch deshalb reduzierend wirken, um am Werkstück bzw. an der in diesem Fall zur Verwendung kommenden Metallelektrode
etwa vorhandene Oxyde zu reduzieren und etwa eindringende Luftteilchen unschädlich zu machen.
Gemäß der Erfindung kann Kohlendioxyd, das allein angewendet, brüchige Sch weiß ungen
ergibt, durch Mischung mit Kohlenwasserstoffen verwandt werden. Es hat "sich er-
Lagerexemplar
geben, daß durch die Lichtbogenhitze das Kohlendioxyd und die Kohlenwasserstoffe,
die jedes für sich, der Schweißung schädlich werden, zerfallen und sich Kohlenmonoxyd
und freier Wasserstoff -bilden, die eine vollkommen zähe und schmiedbare Schweißnaht
gewährleisten. Gute Ergebnisse werden bei Anwendung von Propan und Kohlendioxyd erzielt.
ίο Dieses Verfahren stellt sich billiger als die
Anwendung von reinem Wasserstoff, da die Ausgangsstoffe an sich billiger sind und' in
flüssigem Zustand transportiert werden können.
Als Gemisch von Kohlenmonoxyd und Wasserstoff kann z. B. Wassergas zur Anwendung
gelangen, das entweder in Stahlflaschen an die Verwendungsstelle gebracht werden oder in einem eigenen Generator erzeugt
und direkt der Verbrauchsstelle zugeleitet werden kann. Um einen übermäßigen Gasverbrauch und Gesundheitsgefährdung
durch das giftige Kohlenmonoxyd zu vermeiden, ist es zweckmäßig, ein automatisches
Ventil in die Gaszuleitung einzuschalten, das nur während der Schweißzeit sich öffnet.
Beim Schweißen verbrennt das Kohlenmonoxyd zu Kohlendioxyd und verliert hierdurch
seine Giftigkeit.
Die Anwendung von Gemischen, wie Kahlendioxyd und Propan, die erst im Lichtbogen
Kohlenmonoxyd und Wasserstoff bilden, hat den Vorzug, daß giftige Gase überhaupt
nicht auftreten, sondern sofort nach ihrer BiI-
t 35 dung im SchweißKchtbogen zu unschädlichen
Verbindungen verbrennen.
Da die Lichtbogenspannung in einem Kohlenmonoxyd-Wasserstoff-Gemisch.
die gleiche ist wie in Luft, können auch die gleichen Schweißaggregate Verwendung finden. Es
genügt z. B. ein Generator von 75 Volt Spannung.
Als Verbindungen, die erst im Lichtbogen
eine Kohlenmonoxyd-Wasserstoff-Atmosphäre
ergeben, kommen gemäß der Erfindung noch
gen in Betracht, z. B. Alkohole, insbesondere Meth.ylalkoh.oL in welchem FaE die
Lichtbogenspannung ungefähr ·% der Lichtbogenspannung
in neiner Wasserstoffatmosphäre beträgt. Auch. Her genügt ein Generator
mit 75 Volt Spannung. Die Verwendung von Alkohol bietet den Vorteil, daß ein
Sehutzstoff zur Anwendung gelangt, der flüssig ist und leicht befördert werfen kann.
Der flüssige Alkohol kann als solcher dem
Lichtbogen zugeführt werden, oder vorher in
einefcn Verdampfer in den gasförmigen Zustand
gebracht werden. Methylalkohol kann
$0 aus der trockenen Destillation des Holzes
oder auf synthetischem Wege außerordentlich billig gewonnen werden. Er hat die
Formel CH8OH und ein Volumen Methylalkohol,
spaltet sich, im elektrischen Lichtbogen in ein Volumen Kohlenmonoxyd und
zwei Volumen Wasserstoff.
Beim Schweißen in den angegebenen Atmosphären gemäß der Erfindung ist die Lichtbogenlänge
innerhalb weiter Grenzen veränderlich. Es ist daher möglich, bedeutend längere Lichtbogen als in Luft zu verwenden,
so daß auch"* ohne Erhöhung der Stromstärke größere' Energiemengen umgesetzt
werden können. Während z. B. die geeignetste Länge für einen in Luft unterhaltenen
Lichtbogen ungefähr dem Durchmesser der zur Anwendung gelangenden Elektrode entspricht, ist die geringst zulässige Lichtbogenspannumgim
Alfcoholdampf ungefähr ebenso groß wie die in Luft, kann aber ganz
erheblich vergrößert werden. Es wurden z. B. erfolgreiche Schweißungen mit 55 Volt
und mehr Spannung durchgeführt. Die kritischen Lichtbogenspannungen hängen auch
von der Art des zur Anwendung gelangenden Alkohols ab. Trotzdem die Lichtbogenspannungen
in den besprochenen Medien verhältnismäßig hoch sind, sind die Zündspannungen vergleichsweise niedrig und erfordern
nur etwa 65 Volt. Ein 7 5-Volt-Gene- go rator kann daher den Lichtbogen zünden und
unterhalten. Selbstverständlich können unter Umständen auch Generatoren mit höheren
Spannungen Verwendung finden, wenn hohe Lichtbogenspannungen erwünscht sind.
Im Lichtbögen wird nur ein Teil des Alkoholdanipfes
dissoziiert, und zwar an jenen Stellen, wo der Dampf mit dem Kern des
Lichtbogens oder mit dem geschmolzenen Metall' in Berührung kommt. Der Verbrauch
an Methanol ist etwa 21^ 1 bei achtstündiger
normaler Schweißarbeit. Außer natürlichem oder synthetischem Methylalkohol wurden
gute Ergebnisse auch mit reinem oder denaturiertem Äthylalkohol, einer Mischung von Äthylalkohol und Methylalkohol, Pyridin,
Kerosin usw. erzielt. Auch, mit Aceton oder Dimethylketon CH3COGH8 wurden Versuche
durchgeführt, doch ist die Verwendung von Aceton allein weniger befriedigend. Das
Schweißmetall erhält leicht Blasen, und der Kohlengehalt wird höher als im angrenzenden
Teil. Die Schmiedbarkeit wird herabgesetzt. Aceton und ähnliche Kohlenstoff-Wasser-5toff-Sauerstoff-Verb»dungen
sind daher eher in Mischung mit anderen Stoffen zu empfehlen. Auch Alkohole oder deren Isomere
mit so hohem Kohlenstoffgehalt, daß bei der Zersetzung Kohlenstoff frei wird, werden
zweckmäßig in Mischung mit anderen Me-Jien verwendet. Sind die beiden zu mischenden
Bestandteile flüssig und miteinander lös-
bar bzw. emulgierbar, so werden sie in Mischung verwendet und gemeinsam verdampft,
sonst müssen sie getrennt zugeführt und verdampf und die Dämpfe gemischt werden.
Das neue Verfahren eignet sich insbesondere für das Schweißen mit einer Metallelektrode,
z. B. aus Stahl oder Eisen. Die Elektrode braucht dann kein Flußmittel zu erhalten, obwohl
auch Flußmittel gute Ergebnisse liefern.
to Die Verwendung von Kohlenelektroden oder metallischen, aber nicht abschmelzenden
Elektroden ist gleichfalls gut möglich. Wenn der Lichtbogen zwischen der Elektrode und
dem Werkstück unterhalten wird, so ist Gleichstrom vorzuziehen, und das Werkstück
wird an den positiven Pol gelegt.
Außer Alkoholen können noch andere Verbindungen, z. B. Schwefeläther, Holzäther
oder Methyloxyd, das mit Äthylalkohol
ao isomer ist, Anwendung finden. Praktisch kann jede Kohlenstoff-Wasserstoff-Sauerstoff-Verbindung
für diesen Zweck geeignet sein, die im Lichtbogen eine Mischung mit Kohlenmonoxyd und Wasserstoff ergibt;
Das neue Verfahren ist für Handschweißungen, halbautomatische oder vollautomatische
Schweißung geeignet. Das neue Schweißverfahren kann auch mit zwei oder mehreren Elektroden arbeiten, zwischen
denen der Lichtbogen unterhalten wird.
Einrichtungen zur Durchführung des Verfahrens sind in der Zeichnung schematisch
veranschaulicht, und zwar zeigt Abb. ι die Einrichtungen für Handschweißung
mit Kohlendioxyd und Propan,
Abb. 2 halbautomatische Schweißung, und Abb. 3 zeigt eine Einrichtung, durch welche
das Mischungsverhältnis der beiden Medien selbsttätig geregelt wird.
Abb. 4 zeigt schematisch eine Einrichtung für Handschweißung mit Alkohol,
Abb. s eine halbautomatische Schweißung mit tragbarem Behälter für die Schweißflüssigkeit,
Abb. 6 ein Schweißwerkzeug mit elektrischem Erhitzer zum Verdampfen und Dissoziieren
der Schweißflüssigkeit.
Abb. 7 läßt eine Zuführungsvorrichtung für die Dämpfe erkennen.
Die Elektrode 1 kann ein Metall- oder Kohlenstab sein. Sie ist mittels des Elektrodenhalters
6 an die Stromquelle unter Zwischenschaltung einer Reaktanz 2 und eines
C3H8 4- 3 CO2 + 23797° Kalorien — υ ^ -ρ ^.
6C4- 4H2 + 3O2— 87480Kalorien = 4H2 + 6CO
Ohmschen Widerstandes 3 angeschlossen. Die zu verschweißenden Werkstücke 4 und 5 sind
mittels der Leitung 7 mit dem anderen (bei Anwendung von Gleichstrom positiven) Pol
der Stromquelle verbunden. Diese kann eine konstante Spannung haben, dann sind Regulierwiderstände
3 erforderlich. Es kann aber auch ein selbsttätig geregelter Generator mit konstanter Stromstärke Anwendung finden,
in welchem Fall keine Regulierwiderstände 3 erforderlich sind. Über die Schweißstelle ist
eine Haube 8 aus geeignetem Material, z, B. Asbest, gestülpt, die verhältnismäßig klein
ist und nur eine.n Teil des Werkstückes zu bedecken braucht. Die obere Öffnung der
Haube ist nur so groß, als für das Führen der Elektrode erforderlich. Während des Schweißens
brennen die Gase über dieser Öffnung. Die Zuführung der Schweißgase erfolgt durch
die Leitung 9, an die unter Zwischenschaltung von Ventilen 12, 13, 14 die Behälter 10, 11
angeschlossen sind. Durch die Ventile kann das geeignete Mischungsverhältnis und die
richtige Gasmenge eingestellt werden.
Bei der Einrichtung gemäß Abb. 2 wird der Schweißdraht 16 durch eine biegsame Zuleitung
20, die Handhabe 15' und ein gebogenes Rohr 20' der Schweißdüse 15 automatisch
zugeführt. Die Schweißgase werden der Düse 15 durch Rohr 18' und biegsame
Schlauchleitung 18 zugeleitet. In den Weg der Schweißgase ist ein automatisch gesteuertes
Absperrorgan 19 geschaltet. Durch die Feder 21 wird das Absperrorgan 19 in
seiner geschlossenen Lage gehalten und öffnet sich erst, wenn die Spule 22 Strom erhält.
In den Stromkreis dieser Spule sind ein Spannungs- und ein Stromrelais 23 und 24 geschaltet.
So kann die Zuführung des Schweißgases sowohl von der Spannung als auch vom Strom des Lichtbogens abhängig .gemacht
werden. Die Gaszuführung hört auf, wenn der Lichtbogen unterbrochen wird oder ein
Kurzschluß zwischen Elektrode und Werkstück entsteht.
Das gekrümmte Rohr 20' ist zweckmäßig aus Messing und verbürgt einen guten Stromübergang
zur Elektrode. Die Leitung 18' kann starr oder biegsam sein. Im Halter 15' n0
sind entsprechende Schalter untergebracht.
Bei Verwendung 'von Propan und Kohlendioxyd gehen im Lichtbogen Reaktionen nach
folgenden Gleichungen vor sich:
Es entsteht demnach ein Gemisch mit 600/0 Kohlenmonoxyd und 4O°/0 Wasserstoff. Die
Lichtbogenspannung in diesem Falle ist die gleiche wie in Luft.
Wenn zwei oder mehrere Ausgangsgase zur Anwendung kommen, kann eine besondere
Einrichtung gemäß Abb. 3 zur Aufrechterhaitung eines bestimmten Mischungsverhältnisses
benutzt werden. Das eine Gas, z. B. Kohlendioxyd, wird unter Druck aus der Stahlflasche
26 über den Hahn 27 einer Druckgaskraftmaschine 25 zugeführt. Der Auspuff dieser Maschine erfolgt durch die Leitung
28 und Ventil 29, Schlauch 30 zum Elektrodenhalter 31. Der Kolben 34 der Kraftmaschine
arbeitet auf ein Schwungrad 34a,
das durch ein Gestänge 39 mit dem Kolben 40 einer Pumpe 41 verbunden ist. Die Steuerung
des Drehschiebers 35 der Kraftmaschine erfolgt durch den Riemenantrieb 36, 37, 38 vom
Schwungrad aus. Die Pumpe 40 hat eine Speiseleitung 42, Einlaßventil 43, Steuerventile
44, 45, 46 und 47 und eine gleichfalls über das Ventil 29 und den Schlauch 30 zum
Elektrodenhalter führende Auslaßleitung. Auf diese Weise kann ein vorher bestimmtes
Mischungsverhältnis der beiden Gase eingeeo halten werden. Zwecks Änderung dieses
Mischungsverhältnisses ist eine Verstellung des Hubes der Pumpe durch den in einer Führung
49 verschiebbaren und feststellbaren Kurbelzapfen 48 ermöglicht. Um eine möglichst gleichmäßige Speisung
zu erzielen und die Druckschwankungen zu verhindern, können mehrere Pumpen und Kraftmaschinen, 'die unter Umständen auf
dasselbe Schwungrad arbeiten, gekuppelt sein. Für die Versorgung der Schweißstelle mit
Wassergas kann ein beliebiger Wassergasgenerator, zweckmäßig ein solcher mit ununterbrochener
Wassergaslieferung, Verwendung finden, der gegebenenfalls unter Zwischenschaltung
eines Gasometers unmittelbar mit dem Schweißkopf verbunden ist.
Gemäß Abb. 4 wird ein flüssiges Mittel zur Erzeugung der Schweißatmosphäre benutzt,
das sich in einem Behälter 51 befindet und von hier aus durch seine Schwere über ein
Regelventil 52 zu dem Vergaser 53 fließt. Dieser kann beliebige Bauart haben, z. B. aus
einem geraden oder schraubenförmig gebogenen Rohrstück bestehen, das auf geeignete
Weise erhitzt wird. In der Zeichnung ist ein Bunsenbrenner dargestellt. Der Dampf wird
der Haube 8 zugeführt, die das Werkstück 4, 5
umschließt. Die Elektrode 1 kann auch in diesem Fall aus Metall oder Kohle bestehen
und ist, wie bereits bei Abb. 1 besprochen, gehalten und mit elektrischem Strom versorgt.
Abb. S zeigt die Einrichtung für halbautomatische Schweißung mit einem Druckbehälter
für die Flüssigkeit, die in diesem Falle ohne vorherige Verdampfung dem Schweißbogen
zugeführt wird. Der Behälter 54 besitzt zwei für sich geschlossene Teile 55 und
56; der obere Teil 55 wird durch eine Pumpe 57 unter geeigneten. Druck gesetzt. Die Höhe
βο des Druckes wird von'einem Manometer 58 angezeigt. Der obere Teil 5 5 ist durch ein Druckregelventil
59, Absperrventil 60 und Rohrleitung 61 mit dem unteren Teil 56 verbunden.
In dieses kann Flüssigkeit durch die Leitung 61 zugeführt werden, wenn das Ventil 60 geschlossen
und das Ventil 62 geöffnet ist. Die Zuführung der Flüssigkeit erfolgt durch den Trichter 63. Dann wird Ventil 62 geschlossen,
Ventil 60 geöffnet und das Regelventil 59 für jenen Druck eingestellt, der zur Förderung
der Flüssigkeit aus dem Teil 56 durch die Leitung 64 zum Elektrodenhalter 15 notwendig
ist. Die automatische Speisung des Schweißdrahtes durch die biegsame Leitung
20 erfolgt in bekannter Weise. Die Regelung der Zufuhr von SchweißfLüssigikeit erfolgt
bei dieser Einrichtung durch ein Ventil 65, das nahe der Handhabe angeordnet ist. Das
Druckregel ventil 59 kann auch entfallen, wenn durch Beobachtung des Manometers 58
für Aufrechterhaltung eines gleichmäßigen Druckes im Behälter 55 mittels der Pumpe 57
gesorgt wird. Dann ist auch die Zweiteilung des Behälters nicht erforderlich.
Das Gerät gemäß Abb. 6 weist einen elekirischen Erhitzer 69 auf, in dem das durch
die Leitung 67 zugeführte flüssige Medium erhitzt und verdampft werden kann, bevor es
in die Elektrodendüse 66 gelangt. Die Heizeinrichtung kann aus einer elektrischen Heizwicklung
bestehen, die mittels der Leitungen 70 an eine beliebige-Stromquelle angeschlossen
ist. Auch kann das Heizelement aus Hohlleitern bestehen, durch die das Mittel geführt
wird und die selbst als Heizwiderstamd dienen.
In Abb. 7 ist eine Vorrichtung beschrieben, die zum Ersatz der Haube 8 (Abb. 1 und 4)
dient. Sie besteht aus einem hohlen Ring 71, dem das gasförmige Mittel durch die Leitung
76, TJ zugeführt wird und der an seiner Innenseite zwei Reihen gegeneinander versetzter
Löcher 72, 73 aufweist. Die untere Lochreihe 72 richtet den Dampfstrom nach
abwärts gegen die Schweißstelle, während die obere Lochreihe 73 das Schweißmittel
aufwärts leitet und das Eindringen von Luft verhindert. Der Ring 71 ist mit einer Asbestscheibe
74 abgedeckt, die mittels Schrauben 75 an ihm befestigt ist. Durch eine mittlere
öffnung der Asbestscheibe kann die Elektrode eingeführt werden. Wenn in den Ring eine
Flüssigkeit -eingeführt wird, so verdampft sie infolge der großen Hitze in der Nähe der
Schweißstelle und tritt als Dampf aus, um im Lichtbogen zu dissoziieren, wenn es sich
z. B. um Methanol handelt. Der Ring wird zweckmäßig aus Kupfer gefertigt, damit das
Schweißmetall nicht leicht haftenbleibt.
Selbstverständlich können der Schweißatmosphäre auch unschädliche Zumischungen
beigegeben werden, um sie zu verdünnen oder um besondere Wirkungen zu erzielen.
Claims (14)
- Patentansprüche :
ι. Verfahren zum Schweißen mittels elektrischen Lichtbogens, dadurch gekennzeichnet, daß der Lichtbogen und die S Schweißstelle in. eine in ihrer Gesamtwirkung reduzierende Atmosphäre eingehüllt werden, die Kohlenmonoxyd enthält. - 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die redu-xo zierende Atmosphäre Kohlenmonoxyd und Wasserstoff, aber keinen Sauerstoff enthält.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch, gekennzeichnet, daß die reduzierende Atmosphäre aus Wassergas besteht.
- 4. Verfahren "nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die CO-haltige, reduzierende Atmosphäre durchao chemische Umsetzung im elektrischen Lichtbogen selbst erzeugt wird.
- 5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß dem Lichtbogen Kohlenwasserstoffverbindungen und Sauer-Stoffverbindungen in solchen Mischungsverhältnissen zugeführt werden, daß durch chemische Umsetzung im Lichtbogen Kohlenmonoxyd und freier Wasserstoff, aber kein freier Sauerstoff gebildet wird und der Zutritt der atmosphärischen Luft ausgeschlossen bleibt.
- 6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß dem Lichtbogen Kohlendioxyd und Propan zugeführt werden.
- 7. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß zwecks Bildung der CO-haltigen reduzierenden Atmosphäre dem Lichtbogen Verbindungen von Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff zugeführt werden, die sich im Lichtbogen in Kohlenmonoxyd und Wasserstoff umsetzen.
- 8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß dem Lichtbogen ein Alkoholdampf zugeführt wird.
- 9. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß Methylalkohol zur Anwendung kommt.
- 10. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 bis 7, gekennzeichnet durch eine Regelvorrichtung zur Steuerung der Zuführungsorgane für die Schutzstoffe oder deren Ausgangsstoffe, die in Abhängigkeit von elekirischen Größen des Lichtbogens arbeitet.
- 11. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 bis 6, gekennzeichnet durch Zuführungsvorrichtungen für die Ausgangsstoffe, die selbsttätig ein bestimmtes Mengenverhältnis der Ausgangsstoffe fördern.
- 12. Einrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der eine Stoff, z. B. Kohlendioxyd, unter Druck einer Druckgaskraftmaschine zugeführt wird, die eine Pumpe für die Förderung des anderen Stoffes, z. B. Propan, antreibt, so daß die Menge des dem Lichtbogen zugeführten Propans immer in einem bestimmten Verhältnis zur Kohlend,ioxydmenge steht.
- 13. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 7, 8 und 9, dadurch gekennzeichnet, daß in die Zuführungsleitung für die flüchtige Kohlenstoff-Wasserstoff- Sauerstoff-Verbindung ein vorteilhaft elektrisch, beheizter Vorwärmer bzw. Vergaser eingeschaltet ist.
- 14. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß für die Zuleitung der Schutzatmosphäre ein die Schweißstelle umgebendes, auf der· Innenseite siebartig durchlochtes, gebogenes Rohr benutzt wird.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US484090XA | 1925-08-26 | 1925-08-26 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE484090C true DE484090C (de) | 1929-10-19 |
Family
ID=21954406
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEA48599D Expired DE484090C (de) | 1925-08-26 | 1926-08-26 | Verfahren zum Schweissen mittels elektrischen Lichtbogens |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE484090C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1039675B (de) * | 1957-07-20 | 1958-09-25 | Agil Schweissdraht Dr Vaas G M | Schutzgas-Lichtbogenschweissverfahren mit Kohlendioxyd im inneren Ringstrom und mit einem aeusseren Ringstrom |
-
1926
- 1926-08-26 DE DEA48599D patent/DE484090C/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1039675B (de) * | 1957-07-20 | 1958-09-25 | Agil Schweissdraht Dr Vaas G M | Schutzgas-Lichtbogenschweissverfahren mit Kohlendioxyd im inneren Ringstrom und mit einem aeusseren Ringstrom |
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