DE501842C - Verfahren, um Gegenstaende auf kaltem Wege mit einer glasurartigen Schicht zu versehen - Google Patents
Verfahren, um Gegenstaende auf kaltem Wege mit einer glasurartigen Schicht zu versehenInfo
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Description
- Verfahren, um Gegenstände auf kaltem Wege mit einer glasurartigen Schicht zu versehen Um Gegenstände auf kaltem Wege mit einer glasurartigen Schicht zu versehen, hedient man sich einer durch Anreiben von feinst gesiebtem Zement mit Wasser gewonnenen Flüssigkeit, welche zweckmäßig mittels durch" Druckluft betriebener Zerstäuber auf die zu glasierenden Gegenstände aufgetragen wird. Die aufgetragene Schicht zeigt zunächst wie jede Flüssigkeit duf ihrer Oberfläche einen glatten, glänzenden Spiegel, der jedoch, wenn nicht besondere Maßnahmen getroffen werden, beimErstarren und Abbinden des Zements wieder verschwind2t und einem matten, stumpfenAussehen Platz macht. Die Erfahrung hat gezeigt, daß Einflüsse, welche die kolloide Form der Zementteilchen erhöhen oder längere Zeit aufrechterhalten, zu einer Dauererhaltung der Glanzschicht führen.
- Es kommen hierfür wesentlich zwei Wege in Betracht.
- Der eine besteht darin, daß man die eben mit der Zementflüssigkeit überzogenenGegenstände in einer mit Feuchtigkeit stark übersättigten Atmosphäre längere Zeit lagern läßt, gegebenenfalls sogar unter Wasser setzt, hierdurch die Erstarrung und Abbindung des Zements verzögert und durch das Absinken der ungelösten festen Teilchen oberflächlich eine Gelschicht bildet, die porenlos glasurartig erstarrt.
- Die Praxis hat jedoch gezeigt, daß dieses Verfahren unzuverlässig ist und aus bisher noch nicht völlig aufgeklärten Gründen in einem hohen Prozentsatz der Fälle versagt. Der zweite Weg besteht darin, daß man der Glasurflüssigkeit gewisse Stoffe zufügt, die die kolloidale Verteilung der Zementteilchen begünstigen. Es handelt sich hierbei wesentlich um seffenartige Körper, wie sie in der Bauindustrie zum Wasserdichtmachen von aus abbindefähigen Massen hergestellten Baustoffen dienen.
- Dieses zweite Verfahren hat vor dem ersteren den Vorzug, daß bei richtiger Auswahl und Mengenbemessung der fraglichen Stoffe die Glasur fast ausnahmslos erhalten bleibt und im wesentlichen den Erfordernissen der beteiligten Verkehrskreise entspricht.
- Es sind zwar noch weitere Verfahren b#ekannt geworden, die zur Erzielung einer Kalte glasur mittels Zementflüssigkeit führen sollen, jedoch bisher keine praiktische Bedeutung gewonnen haben.
- Die auf kaltem Wege erzeugten Glasuren zeichnen sich vor in der Hitze durch Aufschmelzen von Glasflüssen erzeugten Keramiken durch geringere Sprödigkeit aus und besitzen keine Neigung zur Bildung von Haarrissen. Dagegen stehen sie den gebramten hbrikaten an Härte und Festigkeit nach. Versuche, durch Dampfbehandlung die Härte zu, erhöhen, sind zu kostspielig und umständlicli und verteuern deshalb die Gegenstände.
- Die Erfindung betrifft nun ein Verfahren zur Herstellung kaltglasierter Gegenstände, das in einfachster Weise Glasuren von einer bisher nicht erreichten Härte und Festigkeit liefert, so daß die glasierten Gegenstände auch in dieser Beziehung den in der Hitze erzeugten Keramik-en nur wenig nachstehen-.
- In völliger Abweichung von allen bisherigen Methoden wird dieses Ergebnis nicht durch den eigentlichen Glasierakt oder die Nachbehandlung der frisch überzogenen Gegeinstände erzielt, sondern durch die Art der Zusammensetzung der für die Herstellung der zu glasierenden Gegenstände zu benutzenden Grundmas.,se. Diese setzt sich, bekanntlich, vornehmlich aus Füllkörpern, insbesondere Sand und einem abbindefähigen Stoffe, wie Zement, zusammen, die nach- Art einer Betonmischung mit Wasser angerührt und alsdann in die Form gestampft wird.
- Die Erfindung besteht nun darin, daß man an Stelle von Sand oder sonstigen massiven Körperchen ganz oder zum Teil hochporöse Stoffe verwendet, die schwammartig Wasser aufsaugen# und längere- Zeit festhalten. Solche Stoffe sind z. B. gebrannte poröse Tone, Bimssteingrus oder andere vulkanische Produkte von zellig-blasigem Gefüge sowie auch deren künstliche Ersatzstoffe. Als besonders geeignet haben sich granulierte, in Wasser abgeschreckte Schlacken von einer Korngröße, von etwa i bis 2mm Durchmesser erwiesen. Es empfiehlt sich, mindestens 25 % der Füllkörper aus derartigen Stoffen. zu wählen; der Rest kann aus anorganischen, oder organischen Stoffen jeder Art bestehen, die mit abbindefähigen Massen zur HersteRung von Baugebilden aller Art benutzt werden., Die großen Wassermengen, welche die Grundmasse infolge ihrer hohen Porosität aufnimmt und längere Zeit festhält und die die für die Abbindung und Erhärtung erforderliche Menge erl-l-eblich übersch.,reiten, verzögern nicht nur die Abbindefähigkeit der Grundmasse selbst, sondern auch diejenige der aufgetragenen Glasur. Dieser praktisch nicht ins Gewicht fallende kleine Nachteil wird jedoch dadurch vollständig ausgeilichen, daß die Gegenstände ohne sonstige umständliche und zeitraubende Maßxiahmen das glänzende Aussehen zuverlässig beibehalten und eine Glasur ergeben, die an H4itc, Festigkeit und Wasserundurchlässigkeit alle bisherigen bei gewöhnlicher Temperatur erzeugten bei weitem übertrifft. Die kostspielige Dampfhärtung wird dadurch vollkommen überflüssig. Die Zufuhr überschüssiger Feuchtigkeit zur Glasurschicht von 'innen, d. i. aus der Grundmasse s#Ibst heraus, stillt das wesentliche Neue des Verfahrens dar uild unterscheidet -es damit von dem in der Einleitung besprochenen Verfahren, bei welchem künstlich eine mit Feuchtigkeit Übersättigte Atmosphare geschaffen werden muß. Die Zuverlässigkeit, Härte und Festigkeit stellen gegenüber dem älteren Verfahren weitere erliebliche Fortschritte dar. Die vollständig selbsttätig von innen heraus vor sich gehende Feuchthaltung der Glasurschicht ist so erheblich und anhaltend, daß selbst im Winter in geheizten Räumen oder im Sommer bei heißem, trockenem Wetter jede künstliche An- feuchtung der Atmosphäre, wie sie bei der Gewinnung von Zementwaren sonst ganz allgemein üblich ist, fortfallen kann.
- Ein weiterer Vorteil des Verfahrens besteht darin, daß die erhaltenen Produkte infolge ihrer großen Porosität ein geringes spezifisches Gewicht besitzen, wodurch nicht nur Ersparnisse an Material, Versandkosten usw. entstehen, sondern auch für viele Zwecke die Belastung des Auflagers, z.B.. der Dachkonstruktion bei Dachsteinen, herabgesetzt wird.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren, um Gegenstände auf kaltem Wege mit einer glasurartigen Schicht zu versehen, bei welchem eine Feuchthaltung der im wesentlichen aus Zementmörtel bestehenden Glasurschicht bis zu ihrer Abbindung stattfindet, dadurch gekennzeichnet, daß man für die in bekannter Weise aus Füllkörpern, abbindefähigen Stoffen und Wasser bestehende Masse für die Herstellung der zu glasierenden Gegenstände als Füllkörper ganz oder zum Teil hochporöse Stoffe, wie z.B. wassergranulierte Schlacken, verwendet, die schwammartig Wasser aufsaugen und längere Zeit festhalten.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEF60474D DE501842C (de) | 1925-12-02 | 1925-12-02 | Verfahren, um Gegenstaende auf kaltem Wege mit einer glasurartigen Schicht zu versehen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEF60474D DE501842C (de) | 1925-12-02 | 1925-12-02 | Verfahren, um Gegenstaende auf kaltem Wege mit einer glasurartigen Schicht zu versehen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE501842C true DE501842C (de) | 1930-08-20 |
Family
ID=7109095
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEF60474D Expired DE501842C (de) | 1925-12-02 | 1925-12-02 | Verfahren, um Gegenstaende auf kaltem Wege mit einer glasurartigen Schicht zu versehen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE501842C (de) |
-
1925
- 1925-12-02 DE DEF60474D patent/DE501842C/de not_active Expired
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