DE521122C - Verfahren zum Beschweren von Fasern - Google Patents

Verfahren zum Beschweren von Fasern

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DE521122C
DE521122C DEB123122D DEB0123122D DE521122C DE 521122 C DE521122 C DE 521122C DE B123122 D DEB123122 D DE B123122D DE B0123122 D DEB0123122 D DE B0123122D DE 521122 C DE521122 C DE 521122C
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06MTREATMENT, NOT PROVIDED FOR ELSEWHERE IN CLASS D06, OF FIBRES, THREADS, YARNS, FABRICS, FEATHERS OR FIBROUS GOODS MADE FROM SUCH MATERIALS
    • D06M11/00Treating fibres, threads, yarns, fabrics or fibrous goods made from such materials, with inorganic substances or complexes thereof; Such treatment combined with mechanical treatment, e.g. mercerising
    • D06M11/07Treating fibres, threads, yarns, fabrics or fibrous goods made from such materials, with inorganic substances or complexes thereof; Such treatment combined with mechanical treatment, e.g. mercerising with halogens; with halogen acids or salts thereof; with oxides or oxyacids of halogens or salts thereof
    • D06M11/11Treating fibres, threads, yarns, fabrics or fibrous goods made from such materials, with inorganic substances or complexes thereof; Such treatment combined with mechanical treatment, e.g. mercerising with halogens; with halogen acids or salts thereof; with oxides or oxyacids of halogens or salts thereof with halogen acids or salts thereof
    • D06M11/20Halides of elements of Groups 4 or 14 of the Periodic Table, e.g. zirconyl chloride

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Treatments For Attaching Organic Compounds To Fibrous Goods (AREA)
  • Chemical Or Physical Treatment Of Fibers (AREA)

Description

DEUTSCHES REICH
AUSGEGEBEN AM
21. MÄRZ 1931
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 8 m GRUPPE
B 123122 IVajSm Tag der Bekanntmachung über die Erteilung des Patents:5. Mät"
Verfahren zum Beschweren von Fasern Patentiert im Deutschen Reiche vom 10. Dezember 1925 ab
Die Erfindung betrifft das Beschweren von Fasern, insbesondere von Seide, zwecks Vergrößerung des Gewichtes und der Stärke der Fasern.
Die Beschwerung der Seide erfolgte bisher hauptsächlich durch Behandlung der Fasern mit Salzen des Zinns und Eisens, vereinzelt wurden auch andere Verbindungen angewendet. So fanden Wismuth und Aluminium in begrenztem Maße Verwendung, auch die Beschwerung mittels Bleisalzen ist vorgeschlagen worden. Bei den bisher bekannten Verfahren, Seide mit Blei zn beschweren, gelang es jedoch nicht, das Blei in der Faser zu fixieren, es konnte sowohl mechanisch bereits durch bloßes Schütteln sowie chemisch durch schwache Essigsäure aus dem Gewebe entfernt werden.
Das neue Verfahren ermöglicht es dagegen, Seide mit Blei derart zu beschweren, daß das Blei äußerst fest mit der Seidenfaser verbunden bleibt und mechanisch und chemisch nicht mehr aus dieser zu entfernen ist. Die neue Methode ermöglicht es auch, der Faser eine viel höhere Beschwerung zu geben, als dies mit bisher bekannten Mitteln möglich war; trotz dieser hohen Beschwerung litt weder Griff noch Glanz der Seide, auch wurden niemals nachteilige physiologische Einwirkungen beim Tragen solcher bleibeschwerten Stoffe beobachtet.
Das Verfahren der Erfindung verbindet in vorteilhafter Weise die bekannten Beschwerungsmethoden von Fasern durch Zinn- und Phosphatbäder mit der Behandlung der Fasern in Bleisalzbädern. Durch eine vorausgehende Behandlung mit Zinn und Phosphatsalzlösungen erhalten die Seidenfasern eine gesteigerte Fähigkeit, Bleisalze in sich aufzunehmen, d. h. die Fasern werden sozusagen mit Stoffen gebeizt, die ihnen eine Affinität für Blei geben.
Die Beschwerung der Faser kann bei bestimmter Anordnung der Behandlungsbäder jede gewünschte Höhe erreichen. Es sind Beschwerungen von Seidenfasern erreicht worden, die bis zu 200 °/0 an Mineralstoffen enthielten.
Das durch dieses Verfahren geschaffene Material besitzt alle Gefügeeigenschaften von Seide, obwohl die Seide nur einen kleinen Bruchteil ausmacht, während der größere Teil des Produktes aus Zinn- und Bleioxyden besteht. Diese Verbindungen bilden mit der Seidenfaser zusammen einen Körper, der zwar seidig, biegsam und fest und unter dem Mikroskop homogen ist, in erheblichem Maße jedoch aus Mineralstoff besteht. Die neue Faser hält das ihr einverleibte Blei außerordentlich fest und gibt auch nichts an kochenden Weinessig (3%ige Essigsäure) oder an andere Lösungsmittel ab, mit denen die Faser beim Färben oder beim Tragen in Berührung kommen kann.
Die beiliegende Zeichnung gibt eine schematiche Darstellung des Verfahrens.
Abb. ι zeigt die Vorbeschwerung und Vorbereitung der Faser nach bekanntem Verfahren.
Abb. 2 zeigt die Nachbeschwerung mittels Bleiverbindungen.
Nach Abb. 1 wird das Fasergut, das, wenn es sich um Seide handelt, gummiert, degummiert oder teilweise degummiert sein kann und in
Form von Fasern oder gewebten oder gewirkten Stoffen vorliegen kann, in ein Bad 6 geführt, das eine Lösung von Zinntetrachlorid (SnCl4) enthält, gelangt dann in ein Wasserbad 7, darauf in ein Fixierbad 8, das Dinatriumphosphat (Na2HPO4 · 12H2O) enthält und dann in ein weiteres Wasserbad 9. Als Fixierbäder können auch Alkalikarbonatlösungen dienen, doch haben sich Phosphatbäder stets als wirkungsvoller erwiesen. Auch einfache Wasserbäder können als Fixierbäder verwendet werden, da auch durch diese die Zinnverbindungen infolge der Hydrolyse des Zinnchlorids in unlöslicher Form auf der Faser niedergeschlagen werden. Durch vorbeschriebene Behandlungsweise wird das Gewicht des Fasergutes um etwa 10 % gesteigert. Diese an sich bekannten Maßnahmen können mehrfach wiederholt werden; sie bilden die erste Verfahrenstufe, in beiliegender Zeichnung Α-Stufe genannt.
Anschließend daran kann eine Behandlung des Gutes mit Aluminiumsulfat oder mit Wasserglaslösungen erfolgen. Dies sindin der Zeichnung Stufe B und Stufe C. Beide Stufen erhöhen das Gewicht der Faser und steigern ihre Aufnahmefähigkeit für Bleisalze, außerdem beeinflussen sie Gewicht und Volumen sowie einige mechanische Eigenschaften der Faser, weshalb sie Verwendung finden. Die Behandlung der Faser mit Bädern dieser Salze kann vorder Behandlung mit Bleisalzen eingeschaltet werden; sie kann beliebig wiederholt werden; sie kann aber auch völlig in Wegfall kommen. Eine nachteilige Einwirkung dieser Bäder, die eine anschließende Beschwerung der Faser verhindern könnte, ist nicht beobachtet worden.
Abb. 2 zeigt nun das eigentlich neue Verfahren, das Gegenstand der Erfindung ist, nämlich die Bleibeschwerung. Das Beschweren des Fasergutes erfolgt durch Bleiverbindungen, mittels irgendeines löslichen Bleisalzes, gewöhnlich jedoch mittels Bleiacetat. Bad 14 enthält eine Lösung von handelsüblichem Bleizucker oder ein höher basisches Acetat von Blei. Dieses Bad zusammen mit dem anschließenden Wasserbad 15 bildet die D-Stufe des Verfahrens. Bei Anwendung dieses Bleibades erhöht sich das Gewicht des Fasergutes gewöhnlich um 20 bis 75 °/o> Je nach der Menge der bereits in der Faser enthaltenen Beschwerungsmittel. Aus dem Bleiacetatbad wird Blei von der Faser aufgenommen und geht mit der Faser und den bereits aufgenommenen Mineralstoffen eine so innige Verbindung ein, daß es aus diesem Komplex nicht mehr herausgelöst werden kann. Die so behandelte Seidenfaser hat auch eine äußerst geringe Leitfähigkeit für Elektrizität. Dieser Arbeitsstufe kann noch die E-Stufe angeschlossen werden, in welcher die Fasern in einem Bade 16, das vorzugsweise Natriumphosphat enthält, und in einem Wasserbade 17 behandelt werden. Die Ε-Stufe verbessert nicht nur das Aussehen und das Knistern der Faser, sondern gibt ihr auch die Fähigkeit, noch mehr Blei bei erneuter Behandlung im Bleiacetatbad 14 aufzunehmen. Man kann daher die D-Stufe nach der Ε-Stufe wiederholen, und zwar so oft wiegewünscht. Die Dauerhaftigkeit, mit welcher das Blei in der Faser festgehalten wird, erhöht sich durch diese Phosphatnachbehandlung.
Indem man so abwechselnd das Gewicht der Faser erhöht und gleichzeitig die Affinität und Aufnahmefähigkeit für eine weitere Beschwerung erzeugt, kann man das Fasergut in steigendem Maße weit über das bisher Erreichte hinaus beschweren. Man kann auch die Behandlungsstufe B und C, gleichviel ob sie in dem Beschwerungsverfahren angewendet wurden oder nicht, als endgültige Beschwerung und Fixierung benutzen. Die Behandlungen in Stufe B und C verleihen der Faser eine gesteigerte Aufnahmefähigkeit für Bleisalze.
Im folgenden werde die Beschwerung von Seidenfasernzahlenmäßigbeschrieben. Nach drei Tränkungen mit Zinnsalz und Phosphatlösungen (Α-Stufe) wiesen 100 kg degummierte Seidenfaser eine Gewichtszunahme von 30 kg auf; nach einer einzigen Behandlung mit Bleiacetat und Natriumphosphat (D- und Ε-Stufe) trat eine weitere Gewichtszunahme von 65 kg ein. Eine zweite Bleiacetatbehandlung (D-Stufe) bewirkte eine Gewichtszunahme von 50 kg. Auf Grund der durch die Natriumphosphatbehandlung (Ε-Stufe) erzeugten Steigerung der Affinität gegenüber Bleisalzen wurden bei einer dritten Behandlung mit Bleiacetat (D-Stufe) 60 kg Gewichtszunahme erreicht. Nach weiterer Behandlung in einem Natriumphosphatbade vermochte die Faser noch weitere 70 kg aus einem Bleiacetatbade aufzunehmen.
Nach dem neuen Verfahren kann das Gewicht des zu beschwerenden Materials nach beliebig häufiger Wiederholung der Stufen D und E durch eine erneute Einwirkung eines Wasserglasbades (C-Stufe) noch weiter gesteigert werden.
Das Verfahren kann so ausgeführt werden, daß praktisch jede gewünschte Gewichtsvermehrung erzeugt werden kann, und zwar ohne Schädigung der äußeren oder mechanischen Eigenschaften des Produktes. So behält die Faser nicht bloß ihre Fähigkeit, Farbstoffe aufzunehmen, sondern die Färbung der beschwerten Produkte fällt gleichmäßiger und besser aus, auch wird die Elastizität der Faser gesteigert. Das beschwerte Seidengut bewährt sich im Tragen, hat Glanz, den gewünschten Griff, das richtige Knistern, ist ungiftig, enthält die ihm einverleibten Mineralbestandteile in unlöslicher Form.
Bezüglich der Zinnsalzbeschwerung (Stufe A) sei erwähnt, daß, wenn Natriumphosphatlösung als Fixierbad benutzt wird, eine beträchtliche
Menge P2O5 von der Faser aufgenommen wird. Die Aufnahme der an sich vorteilhaften P2O5-Menge kann aber auch erst in einem späteren Stadium der Behandlung erfolgen. Man kann beispielsweise die Seide mit einer Zinnlösung behandeln, dann in einem Bade waschen, das nur Wasser oder noch einen anderen Stoff, wie Natriumkarbonat oder -borat enthält, und danach die Behandlung mit Bleiacetatlösung anschließen. Hierauf braucht dann erst die Behandlung im Phosphatbad zu erfolgen.
Ein weiterer wichtiger Vorteil der Erfindung ist, daß dieses neue Beschwerungsverfahren für bereits verarbeitete Ware anwendbar ist. Ein in einer Fabrik hergestelltes Erzeugnis kann dann durch verschiedene Behandlungsweise verschieden stark beschwert werden. Auch wird ein neues und nützliches Produkt durch das neue Verfahren erzeugt.
In den Ansprüchen ist die Wasserbehandlung als selbstverständlich nicht mit aufgeführt.

Claims (3)

Patentansprüche:
1. Verfahren zum Beschweren von Fasern as durch Behandeln erst mit einer Zinn- und dann mit einer Bleiverbindung, dadurch gekennzeichnet, daß die Faser zwischen der Zinn- und Bleibehandlung in der für Zinnbeschwerung an sich bekannten Art mit einem Fixierbade behandelt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß nach der Bleibehandlung das Gut erneut mit einem Fixierbade behandelt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Behandlung mit Zinnverbindungen und Bleiverbindungen und Fixierbädern unter Zwischenschaltung einer oder mehrerer Behandlungen mit Lösungen anderer
wird.
Beschwerungsstoffe durchgeführt
Hierzu ι Blatt Zeichnungen
DEB123122D 1925-12-10 1925-12-10 Verfahren zum Beschweren von Fasern Expired DE521122C (de)

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