DE551491C - Verfahren zur Herstellung von Sprengkapselhuelsen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Sprengkapselhuelsen

Info

Publication number
DE551491C
DE551491C DEH126921D DEH0126921D DE551491C DE 551491 C DE551491 C DE 551491C DE H126921 D DEH126921 D DE H126921D DE H0126921 D DEH0126921 D DE H0126921D DE 551491 C DE551491 C DE 551491C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
detonator
production
vulcanized fiber
sleeves
metal
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DEH126921D
Other languages
English (en)
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Individual
Original Assignee
Individual
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Individual filed Critical Individual
Priority to DEH126921D priority Critical patent/DE551491C/de
Application granted granted Critical
Publication of DE551491C publication Critical patent/DE551491C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
    • F42—AMMUNITION; BLASTING
    • F42B—EXPLOSIVE CHARGES, e.g. FOR BLASTING, FIREWORKS, AMMUNITION
    • F42B3/00—Blasting cartridges, i.e. case and explosive
    • F42B3/10—Initiators therefor
    • F42B3/11—Initiators therefor characterised by the material used, e.g. for initiator case or electric leads

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • General Engineering & Computer Science (AREA)
  • Air Bags (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von Sprengkapselhülsen Die leichte Reaktionsfähigkeit der Stickstoffwasserstoffsäure mit metallischem Kupfer war die Veranlassung, bei der Herstellung der modernen Sprengkapseln mit Bleiazidladungen von der Verwendung des Kupfers als Material für die Hülsen Abstand zu nehmen.
  • Das als Ersatz des Kupfers schon geraume Zeit benutzte Aluminium hat sich in dieser Hinsicht infolge seiner völligen Indifferenz gegen 'Stickstoffwasserstoffsäure bestens bewährt, besitzt aber den nicht zu unterschätzenden Nachteil, bei der Detonation der Sprengkapsel mit starker Wärmeentwicklung und Flammenerscheinung zu verbrennen und dadurch unerwünschte Zündwirkungen auf z. B. explosible Gasgemische zu äußern. Aus diesem Grunde ist die Benutzung derartiger Aluminiumsprengkapseln in schlagwetterführenden Kohlengruben nicht zulässig.
  • Nach Erkenntnis dieser unerwünschten Eigenschaft des Aluminiums setzten sofort Bestrebungen ein, dieses leicht verbrennliche Metall durch andere mit Stickstoffwasserstoffsäure nicht reagierende Metalle oder Metalllegierungen zu ersetzen, doch scheiterten alle diesbezüglichen Bemühungen entweder an der Kostspieligkeit dieser Ersatzmetalle oder an deren schwierigen Bearbeitung.
  • Auch die verschiedenartigsten Kunststoffe, wie Celluloid, Cellon, Kunstharzmassen usw., sind als Hülsenmaterial herangezogen worden. Ein Erfolg ist jedoch auch diesen Versuchen versagt geblieben, einerseits infolge mangelnder Festigkeit der meisten dieser Stoffe, die der empfindlichen Zündsatzladung keinen genügenden Schutz gegen Quetschung bieten, und anderseits infolge der Unmöglichkeit, derartige @ Hülsen mit der gleichen Sicherheit wie das schmiegsame Metall an die Zündschnüre anwürgen zu können.
  • Gemäß vorliegender Erfindung ist nun gefunden worden, daß das unter dem Namen Vulkanfiber bekannte Material, das durch Einwirkung von hohem Drucke und Wärme auf mittels Chlorzink oder anderen Stoffen gequollener und teilweise gelöster Cellulose hergestellt wird, sich in ganz vorzüglicher Weise zur Fertigung von Sprengkapselhülsen eignet.
  • Infolge der großen Festigkeit, Zähigkeit und Härte dieser Vulkanfiber sind die daraus hergestellten Hülsen von einer ganz erstaunlichen Widerstandsfähigkeit, die derjenigen von Metall-, insbesonders Aluminiumhülsen kaum nachsteht. Besonders hervorzuheben ist die Tatsache, daß die Deformierbarkeit durch äußere mechanische Einwirkungen keinesfalls größer ist als die der bisherigen Metallhülsen. Es ist dieses hinsichtlich des Sicherheitsmomentes von ausschlaggebender Bedeutung, da eine durch äußere Formveränderung der Sprengkapsel herbeigeführte Satzlockerung nicht nur die Sicherheit der Zündung in Frage stellen kann, sondern auch die Handhabung derartiger Sprengkapseln infolge des herausbröckelnden Zündsatzes außerordentlich gefährlich gestaltet. Die große Festigkeit dieses Materials,1 gewährleistet auch einen genügend starken Einschluß der Ladung, um die Steigerung der Detonationsentwicklung auf den notwendigen maximalen Wert zu ermöglichen. Es tritt somit keinerlei Abnahme des Initiiervermögens ein, soweit dieses nicht durch eine besondere Reaktionsfähigkeit des Hülsenmaterials, wie z. B. beim Aluminium, beeinflußt wird.
  • Die Zündlichkeit und Verbrennlichkeit der Vulkanfiber ist dermaßen gering, daß bei der kurzen Zeitdauer der Detonation die Teilchen der zerstäubten Hülse überhaupt nicht gezündet werden. Eine unerwünschte Zündwirkung durch verbrennendes Hülsenmaterial ist daher bei diesen Sprengkapseln aus Vulkanfiber völlig ausgeschlossen, so daß sie unbedenklich in schlagwetterführenden Kohlengruben Verwendung finden können.
  • Daß keinerlei Reaktionsmöglichkeiten dieses Celluloseerzeugnisses mit den üblichen Zündsatzladungen oder aus diesen entwikkelten Stoffen, z. B. Stickstoffwasserstoffsäure, bestehen, braucht wohl nicht besonders betont zu werden.
  • Als ganz besonderer Vorzug der Vulkanfiber ist der Umstand änzusprechen, daß die Befestigung der damit hergestellten Sprengkapseln an den Zündschnüren in genau gleicher Weise wie bei den Metallhülsen durch Anwürgen mit der Zange. oder den üblichen Apparaten erfolgen kann. Im Gegensatze zu dem Verhalten aller anderen bisher versuchten Kunststoffe, wie Celluloid usw., deren Würgestelle nach dem Ankneifen elastisch zurückgeht und die daher keine feste Verbindung-ermöglichen, behält die Vulkanfiberhülse die ihr durch das Profil der Zange gegebene Form trotz der entgegenwirkenden Elastizität der Zündschnur bei und gewährleistet eine Verbindung, deren Festigkeit und Sicherheit auch nach Monaten keine Veränderung erfährt.
  • Schließlich muß noch auf den Umstand hingewiesen werden, daß die Benutzung dieser Vulkanfiberhülsen die Gefahr von Lade- und Preßexplosionen bei der Herstellung der Sprengkapseln wesentlich vermindert, da die zwischen der Vulkanfiber und den Metallteilen der Apparatur, z. B. den Preßstempeln auftretende Reibung keinesfalls ein so gefährliches Ausmaß erreichen kann als zwischen Metall und Metall. Dieses gilt ganz besonders für den Fall, daß auch die üblichen durchlochten Innenhütchen aus Vulkanfiber hergestellt werden, da bekanntlich gerade die Reibung des Zündsatzes zwischen Hülse und Innenhütchen die Veranlassung von vielen Preßexplosionen bildet.
  • Zusammenfassend kann also gesagt werden, daß die vorgeschlagene Verwendung der Vulkanfiber zur Herstellung von Sprengkapselhülsen eine wesentliche Verbesserung auf dem Sprengkapselgebiete darstellt, wichtig vom Standpunkte der Nutzbarmachung der Bleiazidsprengkapseln in Kohlenbergwerken aus, der Vereinheitlichung der Hülsenfabrikation und der Verringerung des Gefahrenmomentes bei der Sprengkapselherstellung.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Sprengkapselhülsen und Innenhütchen, dadurch gekennzeichnet, daß 'als .Werkstoff das unter dem Sammelbegriff Vulkanfiber bekannte .Celluloseerzeugnis Verwendung findet.
DEH126921D 1931-05-19 1931-05-19 Verfahren zur Herstellung von Sprengkapselhuelsen Expired DE551491C (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEH126921D DE551491C (de) 1931-05-19 1931-05-19 Verfahren zur Herstellung von Sprengkapselhuelsen

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEH126921D DE551491C (de) 1931-05-19 1931-05-19 Verfahren zur Herstellung von Sprengkapselhuelsen

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE551491C true DE551491C (de) 1932-06-01

Family

ID=7175246

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DEH126921D Expired DE551491C (de) 1931-05-19 1931-05-19 Verfahren zur Herstellung von Sprengkapselhuelsen

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE551491C (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1047093B (de) * 1956-05-04 1958-12-18 Erich Von Holt Dr Ing Sprengkapsel

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1047093B (de) * 1956-05-04 1958-12-18 Erich Von Holt Dr Ing Sprengkapsel

Similar Documents

Publication Publication Date Title
WO2008148365A1 (de) Patronenmünition,insbesondere übungsmünition
DE2422085B2 (de) Uebungsmunition fuer schusswaffen
DE494289C (de) Verfahren zur Herstellung von Sprengladungen fuer Sprengkapseln, Zuendkapseln, Detonationszuendschnuere u. dgl.
DE564584C (de) Zwischenzuendpulver fuer elektrische Zuendkapseln
DE2808394C3 (de) Tetrazen enthaltendes, anstichempfindliches Zündstoffgemisch und dessen Verwendung
DE3019975A1 (de) Detonator, wie drahtbruecken-, schicht-, spalt-, anstich- und flammempfindlicher detonator
DE186644C (de)
DE1099398B (de) Platzpatrone aus Kunststoff
DE1238824B (de) Zuendsystem zum grossflaechigen Zuenden von Treibsaetzen und/oder Triebladungen
DE372508C (de) Verfahren zur Herstellung von gegen Feuchtigkeit unempfindlichen Sprengkapseln
DE238942C (de)
DE545235C (de) Sprengkapsel
DE196824C (de)
AT91870B (de) Elektrischer Minenzünder.
DE341177C (de) Verfahren zur Herstellung einer detonierenden Zuendschnur
DE571219C (de) Verfahren zur Herstellung von Sprengkapseln
DE1047093B (de) Sprengkapsel
DE505145C (de) Verfahren zur Herstellung von handhabungs- und schlagwettersicheren Sprengstoffen
DE512190C (de) Druckgasentwicklungspatrone fuer Feuerloescher
DE395428C (de) Verfahren zur Herstellung von gegen Feuchtigkeit unempfindlichen Sprengkapseln
DE2522881A1 (de) Zuendung fuer zuendschnuere und verzoegerungssaetze
DE708238C (de) Verfahren zur Herstellung von Sprengzuendsaetzen fuer Sprengnieten
DE2648331B1 (de) Zeitverzoegerungszuendeinrichtung
DE2618706A1 (de) Zuender
DE685077C (de) Sprengkapsel fuer Zeitzuendung