DE551491C - Verfahren zur Herstellung von Sprengkapselhuelsen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von SprengkapselhuelsenInfo
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Classifications
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- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
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- F42B—EXPLOSIVE CHARGES, e.g. FOR BLASTING, FIREWORKS, AMMUNITION
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- F42B3/11—Initiators therefor characterised by the material used, e.g. for initiator case or electric leads
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Description
- Verfahren zur Herstellung von Sprengkapselhülsen Die leichte Reaktionsfähigkeit der Stickstoffwasserstoffsäure mit metallischem Kupfer war die Veranlassung, bei der Herstellung der modernen Sprengkapseln mit Bleiazidladungen von der Verwendung des Kupfers als Material für die Hülsen Abstand zu nehmen.
- Das als Ersatz des Kupfers schon geraume Zeit benutzte Aluminium hat sich in dieser Hinsicht infolge seiner völligen Indifferenz gegen 'Stickstoffwasserstoffsäure bestens bewährt, besitzt aber den nicht zu unterschätzenden Nachteil, bei der Detonation der Sprengkapsel mit starker Wärmeentwicklung und Flammenerscheinung zu verbrennen und dadurch unerwünschte Zündwirkungen auf z. B. explosible Gasgemische zu äußern. Aus diesem Grunde ist die Benutzung derartiger Aluminiumsprengkapseln in schlagwetterführenden Kohlengruben nicht zulässig.
- Nach Erkenntnis dieser unerwünschten Eigenschaft des Aluminiums setzten sofort Bestrebungen ein, dieses leicht verbrennliche Metall durch andere mit Stickstoffwasserstoffsäure nicht reagierende Metalle oder Metalllegierungen zu ersetzen, doch scheiterten alle diesbezüglichen Bemühungen entweder an der Kostspieligkeit dieser Ersatzmetalle oder an deren schwierigen Bearbeitung.
- Auch die verschiedenartigsten Kunststoffe, wie Celluloid, Cellon, Kunstharzmassen usw., sind als Hülsenmaterial herangezogen worden. Ein Erfolg ist jedoch auch diesen Versuchen versagt geblieben, einerseits infolge mangelnder Festigkeit der meisten dieser Stoffe, die der empfindlichen Zündsatzladung keinen genügenden Schutz gegen Quetschung bieten, und anderseits infolge der Unmöglichkeit, derartige @ Hülsen mit der gleichen Sicherheit wie das schmiegsame Metall an die Zündschnüre anwürgen zu können.
- Gemäß vorliegender Erfindung ist nun gefunden worden, daß das unter dem Namen Vulkanfiber bekannte Material, das durch Einwirkung von hohem Drucke und Wärme auf mittels Chlorzink oder anderen Stoffen gequollener und teilweise gelöster Cellulose hergestellt wird, sich in ganz vorzüglicher Weise zur Fertigung von Sprengkapselhülsen eignet.
- Infolge der großen Festigkeit, Zähigkeit und Härte dieser Vulkanfiber sind die daraus hergestellten Hülsen von einer ganz erstaunlichen Widerstandsfähigkeit, die derjenigen von Metall-, insbesonders Aluminiumhülsen kaum nachsteht. Besonders hervorzuheben ist die Tatsache, daß die Deformierbarkeit durch äußere mechanische Einwirkungen keinesfalls größer ist als die der bisherigen Metallhülsen. Es ist dieses hinsichtlich des Sicherheitsmomentes von ausschlaggebender Bedeutung, da eine durch äußere Formveränderung der Sprengkapsel herbeigeführte Satzlockerung nicht nur die Sicherheit der Zündung in Frage stellen kann, sondern auch die Handhabung derartiger Sprengkapseln infolge des herausbröckelnden Zündsatzes außerordentlich gefährlich gestaltet. Die große Festigkeit dieses Materials,1 gewährleistet auch einen genügend starken Einschluß der Ladung, um die Steigerung der Detonationsentwicklung auf den notwendigen maximalen Wert zu ermöglichen. Es tritt somit keinerlei Abnahme des Initiiervermögens ein, soweit dieses nicht durch eine besondere Reaktionsfähigkeit des Hülsenmaterials, wie z. B. beim Aluminium, beeinflußt wird.
- Die Zündlichkeit und Verbrennlichkeit der Vulkanfiber ist dermaßen gering, daß bei der kurzen Zeitdauer der Detonation die Teilchen der zerstäubten Hülse überhaupt nicht gezündet werden. Eine unerwünschte Zündwirkung durch verbrennendes Hülsenmaterial ist daher bei diesen Sprengkapseln aus Vulkanfiber völlig ausgeschlossen, so daß sie unbedenklich in schlagwetterführenden Kohlengruben Verwendung finden können.
- Daß keinerlei Reaktionsmöglichkeiten dieses Celluloseerzeugnisses mit den üblichen Zündsatzladungen oder aus diesen entwikkelten Stoffen, z. B. Stickstoffwasserstoffsäure, bestehen, braucht wohl nicht besonders betont zu werden.
- Als ganz besonderer Vorzug der Vulkanfiber ist der Umstand änzusprechen, daß die Befestigung der damit hergestellten Sprengkapseln an den Zündschnüren in genau gleicher Weise wie bei den Metallhülsen durch Anwürgen mit der Zange. oder den üblichen Apparaten erfolgen kann. Im Gegensatze zu dem Verhalten aller anderen bisher versuchten Kunststoffe, wie Celluloid usw., deren Würgestelle nach dem Ankneifen elastisch zurückgeht und die daher keine feste Verbindung-ermöglichen, behält die Vulkanfiberhülse die ihr durch das Profil der Zange gegebene Form trotz der entgegenwirkenden Elastizität der Zündschnur bei und gewährleistet eine Verbindung, deren Festigkeit und Sicherheit auch nach Monaten keine Veränderung erfährt.
- Schließlich muß noch auf den Umstand hingewiesen werden, daß die Benutzung dieser Vulkanfiberhülsen die Gefahr von Lade- und Preßexplosionen bei der Herstellung der Sprengkapseln wesentlich vermindert, da die zwischen der Vulkanfiber und den Metallteilen der Apparatur, z. B. den Preßstempeln auftretende Reibung keinesfalls ein so gefährliches Ausmaß erreichen kann als zwischen Metall und Metall. Dieses gilt ganz besonders für den Fall, daß auch die üblichen durchlochten Innenhütchen aus Vulkanfiber hergestellt werden, da bekanntlich gerade die Reibung des Zündsatzes zwischen Hülse und Innenhütchen die Veranlassung von vielen Preßexplosionen bildet.
- Zusammenfassend kann also gesagt werden, daß die vorgeschlagene Verwendung der Vulkanfiber zur Herstellung von Sprengkapselhülsen eine wesentliche Verbesserung auf dem Sprengkapselgebiete darstellt, wichtig vom Standpunkte der Nutzbarmachung der Bleiazidsprengkapseln in Kohlenbergwerken aus, der Vereinheitlichung der Hülsenfabrikation und der Verringerung des Gefahrenmomentes bei der Sprengkapselherstellung.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Sprengkapselhülsen und Innenhütchen, dadurch gekennzeichnet, daß 'als .Werkstoff das unter dem Sammelbegriff Vulkanfiber bekannte .Celluloseerzeugnis Verwendung findet.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEH126921D DE551491C (de) | 1931-05-19 | 1931-05-19 | Verfahren zur Herstellung von Sprengkapselhuelsen |
Applications Claiming Priority (1)
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Publications (1)
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|---|---|
| DE551491C true DE551491C (de) | 1932-06-01 |
Family
ID=7175246
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DEH126921D Expired DE551491C (de) | 1931-05-19 | 1931-05-19 | Verfahren zur Herstellung von Sprengkapselhuelsen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE551491C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1047093B (de) * | 1956-05-04 | 1958-12-18 | Erich Von Holt Dr Ing | Sprengkapsel |
-
1931
- 1931-05-19 DE DEH126921D patent/DE551491C/de not_active Expired
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|---|---|---|---|---|
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