DE552243C - Verfahren zur Herstellung von Kunstleder- und wachstuchartigen Produkten bzw. eines Zwischendinges zwischen Wachstuch und Kunstleder - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Kunstleder- und wachstuchartigen Produkten bzw. eines Zwischendinges zwischen Wachstuch und Kunstleder

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DE552243C
DE552243C DESCH76489D DESC076489D DE552243C DE 552243 C DE552243 C DE 552243C DE SCH76489 D DESCH76489 D DE SCH76489D DE SC076489 D DESC076489 D DE SC076489D DE 552243 C DE552243 C DE 552243C
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linoxyn
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06NWALL, FLOOR, OR LIKE COVERING MATERIALS, e.g. LINOLEUM, OILCLOTH, ARTIFICIAL LEATHER, ROOFING FELT, CONSISTING OF A FIBROUS WEB COATED WITH A LAYER OF MACROMOLECULAR MATERIAL; FLEXIBLE SHEET MATERIAL NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06N1/00Linoleum, e.g. linoxyn, polymerised or oxidised resin

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Treatment And Processing Of Natural Fur Or Leather (AREA)
  • Synthetic Leather, Interior Materials Or Flexible Sheet Materials (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von Kunstleder- und wachstuchartigen Produkten bzw. eines Zwischendinges zwischen Wachstuch und Kunstleder Kunstleder wird hergestellt aus Gewebebahnen, die mit einem Aufstrich von Nitrocellulose oder Celluloid in Verbindung mit Rizinusöl und Farbe bedeckt werden. Die Nitrocellulose (Schießwolle) oder das Celluloid werden etwa i : i in Lösemitteln, wie Aceton, Essigäther usw., angequollen und mit 5 bis 6 Teilen Spiritus verdünnt. Im Rizinusöl wird die gewählte Farbe angerieben, dann wird gemischt und streichgerecht verdünnt. Grundlegend ist die Zusammensetzung der Streichmasse, etwa die, daß auf i o Teile Nitrocellulose 15 Teile Rizinusöl und 10 Teile Farbe kommen. Größere Prozentsätze an Rizinusöl ergeben klebige Ware, oder der ölüberschuß schwitzt beim Trocknen und Kalandrieren aus dem Kunstleder aus. Kunstleder läßt sich fortlaufend fabrizieren. Die Auftragsschicht ist nach Verdunsten des Lösungsmittels sofort fest und trocken. Der Stoff kann in rascher Reihenfolge mehrere Aufstriche übereinander erhalten bis zur gewünschten Qualität des Kunstleders.
  • Wachstuch wird hergestellt aus Gewebebahnen, die mit Firnis und Ruß oder Firnis und Farben gestrichen werden. Man verwendet vorzugsweise Blei- und Manganfirnisse, die etwa im Verhältnis Zoo -2o bis 3o mit Ruß oder ioo :5o bis ioo mit Farbe gemischt und mit Naphtha verdünnt und aufgestrichen werden. Die am Tage hergestellten Aufstriche werden in der Nacht in Trockensälen bei ,1o bis 70° C abgeheizt, wobei der klebige Firnisaufstrich zum Trocknen kommt. jeder weitere Aufstrich (Wachstuch erhält oft 4 bis 12 Striche) muß wieder äbgeheizt werden, und nach dem Abheizen müssen die Fasern abgeschliffen (abgebimst) und die Ware kalandriert werden. Die Wachstuchfabrikation ist also eine zwangsläufig periodische. Wachstuch bricht in der Kälte schon bei o° wie Glas, ist daher nur in. geschlossenen Räumen zu verwenden und muß im Winter vorsichtig verpackt und verschickt werden.
  • Kunstleder dagegen ist sehr kältebeständig und hält Temperaturen bis zu minus 15° C und mehr aus, ohne zu brechen.
  • Die vielfachen Bestrebungen, das Rizinusöl im Kunstleder durch ein anderes Weichhaltungsmittel zu ersetzen, haben keinen technischen Erfolg gehabt, und die Kriegsbehüfsmittel, Phenolester usw., statt Rizinusöl zu verwenden, sind bei Eintritt normaler Wirtschaft schon des Gestankes halber verschwunden.
  • Das Rizinusöl besitzt durch die große Kältebeständigkeit die absolute Alkohollöslichkeit und glatte Mischbarkeit mit der Schießwolle zur Kunstlederherstellung eben ideale, bisher unersetzliche Eigenschaften.
  • Im Kriege hat man auch versucht, den durch die deutsche Patentschrift 296931, K1. 81, Gruppe 2, vom 6. November 1915 von Dr. Victor S c h o 1 z , Dresden, hergestellten Linoleumextrakt zu Kunstleder zu verwenden, ohne jedoch zu Resultaten zu kommen, da man teilweise klebige und andererseits brechende Ware erhielt.
  • Zahlreiche Versuche, aus geblasenem Leinöl u. dgl. ungesättigten, trocknenden und nichttrocknenden Ölen mit ungesättigten Gruppen brauchbare, kältebeständige und glatt spirituslösliche Produkte zu erhalten, die sich fehlerfrei mit der Schießwollelösung mischen, haben zu negativen Resultaten geführt.
  • Durch das deutsche Patent 489 983, Klasse 81e, wurde zuerst darauf hingewiesen, daß sich aus Walton- und Taylor-Linoxyn mit Celluloid oder Nitrocellulose ebenso kunstlederartige Massen herstellen lassen wie aus Rizinusöl und Nitrocellulose, und wurden durch dieses Patent diese kunstlederartigen Massen zur Imprägnierung und Bedeckung von Textiltreibriemen herangezogen, weil sie gegenüber Balata größere Beständigkeit und Festigkeit aufweisen.
  • Zum Zwecke dieser Imprägnierung und Bedeckung von Textiltreibriemen mit Kunstleder wird Walton- oder Taylor-Linoxyn im Autoklaven unter Druck mit Spiritus gelöst und hinterläßt nach Abdampfen des Lösungsmittels ein öliges, depolymerisiertes Lösungslinoxyn, welches wie Rizinusöl glatt und in allen Verhältnissen in Spiritus löslich ist und sich einer Nitrocellulose- oder Celluloidquellung schwierigkeitslos zumischen läßt, und zwar ist in der Patentschrift q89 983, K1. 81e, bereits darauf hingewiesen, daß ;sich das Lösun,gslinoxyn in bedeutend höherem Maße der Nitrocellulosequellung zufügen läßt als Rizinusöl, was für die Herstellung von Textiltreibriemen insofern von außerordentlicher Wichtigkeit ist, als man dadurch in die Lage kommt, die kunstlederimprägnierten Riemen geschmeidiger herzustellen als wie über Rizinusöl und Nitrocellulose.
  • Bei Arbeiten, dieses Taylor- und Walton-Linoxyn statt Rizinusöl und Firnis in die Kunstleder- und Wachstuchindustrie einzuführen, stellte es sich heraus, daß die im Autoklaven aufgeschlossenen öligen, glatt spritlöslichen Lösungslinoxyne sich in dem vorerwähnten Sinne zwar schwierigkeitslos mit Schießwollquellungen mischen lassen und mit Farbe Kunstlederbedeckungen von großer Festigkeit ergeben, daß jedoch so hergestellte Kunstleder lange nicht so kältebeständig sind wie mittels Rizinusöl hergestellte normale Kunstleder, sondern daß sich diese Linoxynkunstleder, obwohl das Verhältnis von Schießwolle zu Öl (Lösungslinoxyn) teilweise bis 1 : q. an. Stelle 1 : 1,5 bei Rizinus gewählt wurde, eher verhalten wie Wachstuch und schon bei o° oder geringer Kälte brechen.
  • Die Kälteunbeständigkeit trat auch noch dann ein, wenn dem Lösungslinoxyn .ein Prozentsatz von 25 bis 5o% Rizinusöl mechanisch zugemischt oder chemisch angekuppelt wurde. Diese Arbeiten hatten schon gezeigt, da:ß, während man bei über Rizinusöl hergestelltem Kunstleder an ein prinzipielles Verhältnis io 1\Titrocellul.ose : 15 Rizinusöl : io Farbe gebunden ist, weil sonst klebige Ware entsteht oder der ölüberschuß aus dem Kunst leder beim Trocknen und Kalandrieren ausgeschwitzt wird, man Linoxynkunstleder herstellen kann ohne jede Klebigkeit oder ohne Ausschwitzimg des öles bis zu einem Verhältnis von io Nitrocellulose : 15 bis 2o Lösungslinoxyn und i o bis 25 Farbe bzw. Ruß. Der wirtschaftliche Effekt gegenüber Kunstleder mit solchen Lösungs-Walton- oder -Taylor-Linoxynkunstleder war also schon ein erheblicher, denn das Kilo Schießwolle kostet etwa q. bis 5 RM, während das Kilo Lösungslinoxyn mit i RM herzustellen war. Die Bedeckungsmasse in Gramm pro Quadratmeter Kunstleder war dabei keineswegs größer als die normalerweise mit Rizinusöl und Schießwolle übliche Menge, nämlich je nach der Qualität des Kunstleders i oo bis 2509 pro Quadratmeter.
  • Als Ersatz für Kunstleder kamen jedoch die durch diese Arbeiten gefundenen Linoxynkunstleder nicht in Betracht, da die Kältebeständigkeit, wie schon erwähnt, nicht erreicht wurde. Das Lösungslinoxynkun@stleder verhielt sich sonst aber genau wie Rizinusölkunstleder, d. h. die aufgetragenen Schichten waren nach Verdampfung des Lösungsmittels und Verdünnungsmittels der Schießwolle (Essigäther und Spiritus) trocken und fest, so daß sich auch hier wie bei Kunstleder nicht eine periodische, sondern fortlaufende Fabrikation bewerkstelligen ließ.
  • Diese Tatsache hätte ermutigen können, mittels Walton- und Taylor-Linoxyn ein Produkt von wachstuchartigem Verhalten gegen Kälte herzustellen, denn die= Lösungslinoxynkunstleder waren sogar etwas kälteheständiger als Wachstuch, und die fortlaufende Fabrikation gegenüber der periodischen des Wachstuchs bot technisch und finanziell Vorteile, jedoch stand der Schießwollpreis im Gegensatz zum Firnispreis der Auswirkung entgegen, so lange, als das neue Produkt in Bezug auf Kältebeständigkeit dem Wachstuch nicht wesentlich überlegen war.
  • Versuche, den ölprozentsatz im normalen Rizinusölkunstleder zu erhöhen, und zwar dadurch, daß das Rizinusöl mit warmer oder kalter Luft bei iao° C mehrere Tage geblasen wurde, ergaben, daß das dickflüssige geblasene Rizinusöl sich wie Lösungslinoxyn in bedeutend größeren Mengen mit Schießwolle kombinieren läßt als normales Rizinusöl, nämlich in einem Verhältnis von beispielsweise io Teilen Schießwolle zu 4o Teilen geblasenem Rizinusöl. Jedoch zeigte sich, daß die mit geblasenem Rizinusöl hergestellten Kunstleder nicht mehr kältebeständig waren, sondern bei Temperaturen unter o° C wie Glas brachen. Damit war erkannt, daß beim Rizinusöl, dessen Kältebeständigkeit offenbar an der in ihm .enthaltenen CH (OH)-Gruppe liegt, beim Blasen diese Gruppe offenbar zerstört oder in eine Ketongruppe (CO) übergeführt wird, die die Kältebeständigkeit nicht mehr besitzt, so daß der finanzielle Vorteil, der durch Mehreinbringung von geblasenem Rizinusöl entsteht, durch Verschlechterung der Qualität (Kälteunbeständigkeit) aufgehoben wird.
  • Zwar läßt sich diese Kälteunbeständigkeit durch Zuschnitt von normalem Rizinusöl korrigieren oder durch Zusatz gewisser Katalysatoren beim Blasen des Rizinusöls, wie z..B. Bleiglätte, jedoch entstehen beim Blasen des Rizinusöls 5 bis i o % Verlust, und verliert die Qualität an Kältebeständigkeit beim Blasen so viel, daß von überraschenden wirtschaftlichen Erfolgen hier nicht die Rede sein kann.
  • Es wurde nun gefunden, daß sich ein überraschend kältebeständiger Körper, der sich in seinen Eigenschaften je nach dem Ölgehalt (Lösungslinoxyngehalt) beliebig zwischen Wachstuchweichheit und Kunstlederzähe variieren läßt, aus einer der Linoxynarten herstellen läßt, die nach der Patentschrift 533 451 erhalten werden.
  • Es hat sich nämlich gezeigt, daß allein die mit Bleiglätte oder anderen Bleiverbindungen als Katalysator hergestellten, geblasenen und gekneteten neuen Linoxyne sich glatt und restlos in Spiritus in jedem Verhältnis lösen lassen, und daß nur diese Produkte eine außerordentliche Kältebeständigkeit des erzeugten Zwischendinges zwischen Wachstuch und Kunstleder ergeben, wenn man das neue Lösungslinoxyn an Stelle von Rizinusöl mit Nitrocellulose mischt.
  • Das Verhältnis zwischen Schießwolle und neuen Lösungslinoxyn läßt sich vom Normalrizinusölkunstlederverhältnis i o Teile Schießwolle zu 15 Teilen Öl zu io Teilen Farbe bis auf ein Verhältnis steigern von i o Teilen Schießwolle zu 5o Teilen neuen Lösungslinoxyn zu 25 bis 5o Teilen Ruß oder Farbe, wodurch man in bezug auf Qualität jedes Mittelding zwischen Wachstuch und Kunstleder fortlaufend zu fabrizieren in der Lage ist und ein wie Kunstleder absolut kältebeständiges Produkt erhält.
  • Das neue Linoxyn wird gemäß dem erwähnten Patent so hergestellt, daß man in zweckmäßig entflocktes und entschleimtes Leinöl bei 25o° C in etwas kaltem Leinöl angerührte i bis 3%. Bleiglätte eingießt und i bis 3 Stunden unter Rühren auf dieser Temperatur hält, bis die Glätte glatt gelöst ist.
  • Der so hergestellte Firnis wird dann zweckmäßig in heiz-, kühl- und kippbaren doppelwandigen Aluminiumgefäßen mit Abzugshauben bei etwa i2o° C mit warmer oder kalter Luft geblasen, wobei nach 4 bis 8 Stunden ein orangebrauner, glänzender, kiebiger, nähfester Körper entsteht. Dieser Körper wird in heiz- und kühlbaren Werner & Pfleidererschen Knetmaschinen bei zweckmäßiger Temperatur von beispielsweise 6o bis i2o° C geknetet, wobei er sich in der Farbe mehr und mehr aufhellt. seine Glänzigkeit verliert und in einen krümlichen bis pulvrigen Zustand übergeht. Die Dauer des Knetens hängt ab von der Temperatur, der durch die Knetschaufeln in das geblasene Öl eingewürgten Menge Luft und der Menge des Katalysators. Sobald die glänzende Farbe des geblasenen Öles beim Kneten stumpf wird, kommt man schon zu dem neuen Linoxyn, welches im Gegensatz zu dem geblasenen Öl glatt und in allen Verhältnissen in Spiritus löslich und absolut kältebeständig ist. Zum Zwecke der Kunstlederbereitung wird das neue Linoxyn etwa im Verhältnis i : i mit Spiritus unter Druck im Autoklaven bei beispielsweise 140° C gelöst. Dieser Lösungsprozeß wird zweckmäßig durch ein Rührwerk beschleunigt- und liefert in i bis 2 Stunden eine glatte Lösung. Treibt man aus dieser Lösung den Spiritus ab, so hinterbleibt ein gelbbraunes Lösungslinoxyn, welches sich in allen Verhältnissen in Spiritus löst und mit demselben mischen läßt.
  • Zur Kunstlederherstellung kann man entweder dieses abgetriebene Lösungslinoxyn verwenden oder direkt die Autoklavenspirituslösungen desselben, wobei man der Schießwolle entsprechend weniger Verdünnungsspiritus zuzusetzen hat. Macht man über Lösungslinoxyn Kunstleder oder Wachstuch oder das Zwischending zwischen den beiden, so variiert man einfach den Prozentsatz Lösungslinoxyn und Farbe in bezug auf die Wolle je nach der gewünschten Qualität: Kunstlederartige Qualitäten entstehen beispielsweise, wenn man auf i o Teile Nitrocellulose 15 bis 25 Teile Lösungslinoxyn und io Teile Farbe verwendet, während wachstuchweiche, aber im Gegensatz zu Wachstuch absolut kältebeständige und fortlaufend herstellbare Produkte entstehen, wenn man zu io Teilen Schießwolle 25 bis 5o Teile Lösungslinoxyn und i o bis 5o Teile Farbe oder Ruß hinzufügt.
  • Da der Rizinusölpreis heute etwa 5o Pfennig über dem Leinölpreis liegt und die Herstellung des neuen Linoxyns und Lösungslinoxyns den Leinölpreis nicht viel übersteigt, so bietet das neue, wie Kunstleder überraschend kältebeständige Produkt überraschende technische Vorteile für die Fabrikation von hohem wirtschaftlichem Wert und verwischt die beiden Industrien, nämlich aus Leinöl hergestelltes, nicht kältebeständiges Wachstuch und aus Rizinusöl hergestelltes, kältebeständiges Kunstleder ineinander, indem es ermöglicht, aus zu dem neuen Linoxyn umgewandeltem Leinöl ein wie Kunstleder kältebeständiges Produkt von beliebiger Weichheit in fortlaufender Fabrikation herzustellen.
  • Es hat sich gezeigt, daß sich dem Lösungslinoxyn nach Belieben auch Rizinusöl oder geblasenes Rizinusöl zuschneiden läßt, wenn dies für irgendeinen Zweck erwünscht erscheint.
  • Mischungen von Lösungslinoxyn und Rizinusöl lassen sich in bezug auf Weichheit und Kältebeständigkeit bis zu Versuchstemperaturen von minus 2o° und mehr in überraschender Weise noch dadurch verbessern, daß man bei der Lösung des festen neuen Linoxyns mit Sprit im Autoklaven den gewünschten Prozentsatz Rizinusöl, beispielsweise 25%, hinzufügt und der Mischung einen Katalysator in geringen Mengen von i/2 bis 2% zusetzt, welcher auf die ungesättigten Gruppen einwirkt und eine Verkuppelung an denselben herstellt. Als solche Katalysatoren wurden verwendet: pulverförmige Metalle (Zink, Magnesium, Blei, Aluminium usw.), Aluminiumchlorid, Nickel-, Kobalt-, Blei- und Mangansalze, vorzugsweise aber N H- und N HZ-Gruppenenthaltende organische Verbindungen, wie Anilin, Naphthylamin, Harnstoff, Thioharnstoff usw. Solche Kuppelöle aus dem neuen Linoxyn mit Rizinusöl mittels NH- oder NH2-Gruppen enthaltenden organischen Verbindungen in i/2 bis 2% als Katalysator zugefügt, liefern außerordentlich weiche und kältebeständige Kunstleder.
  • Um das Linoxynkunstleder möglichst geruchlos zu machen, kann man i. das neue Linoxyn waschen, und zwar mit Wasser oder zweckentsprechenden Flüssigkeiten, welche die Spuren niederer Zersetzungsfettsäuren absättigen, 2. das Lösungslinoxyn in gleicher Art waschen und abstumpfen oder das abgetriebene ölige Lösungslinoxyn im Vakuum rieseln und entodorisieren wie die Koprafettsäuren bei der Palminherstellung, 3. bei der Herstellung des neuen Linoxyns Zusatzstoffe beifügen, welche die Bildung von Zersetzungsfettsäuren hintansetzen, wie z. B. NH- und NH2-Gruppen führende organische Körper, .
  • 4. bei der Lösung des neuen Linoxyns mit Spiritus unter Druck im Autoklaven den Geruch beeinträchtigende Stoffe hinzufügen wie z. B. NH- und NH2-Gruppen führende organische Körper oder andere anorganische und organische Säuren, Basen und Salze.
  • Wirtschaftlich liegt das Bild etwa so:
    Normalkunstleder
    Für i kg Summa
    AlfL AX
    xo kg Wolle (Schieß) ...... 4,00 . 40,00
    =5 kg Rizinusöl. . . . . . . . . . . =,2o x8,oo
    zo kg Farbe . . . . . . . . . . . . 0,8o 8,0o
    35 kg trockene Masse . . . . . . . . . . . . . 66,0o
    x kg _ _ . . . . . . . . . . . . . 1,86
    Beispielsweise
    x qm Kunstleder - 250 g Masse .... 0,46
    Neues Linoxynkunstleder
    Für i kg Summa
    Alft aiL
    xo kg Wolle (Schieß) ...... 4,00 40,00
    4o kg neues Linoxyn....... 0,8o 32,00
    2o kg Farbe . . . . . . . . . . . . . 0,8o z6,oo
    7o kg-trockene Masse. . . . . . . . . . . . . . 88,0o
    z kg _ - .............. 1,25
    Beispielsweise
    z qm neues Linoxynkunstleder ..... 0,3x
    Differenz... 0,z5
    Bedenkt man, daß ein einziges großes Werk der vielen deutschen Wachstuchfabriken täglich 3o ooo qm Ware herstellt, so sieht man, daß die geringe Quadratmeterersparnis von nur 15 Pfennigen doch zu bedeutenden wirtschaftlichen Erfolgen führt, indem für diese Zahl von 3o ooo qm täglicher Produktion die Ersparnis sich auf 45oo,oo RM täglich stellt.
  • Die Möglichkeit, Leinöl über das neue Linoxyn und dessen Aufschließung unter Druck im Autoklaven mit Spiritus zu Lösungslinoxyn in ein glatt spirituslösliches und wie Rizinusöl kältebeständiges 01 umzuwandeln, eröffnet in überraschender Weise der Wachstuch- und Kunstlederindustrie neue Wege von großem wirtschaftlichem Wert.

Claims (5)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung von Kunstleder- und wachstuchartigen Produkten bzw. eines Zwischendinges zwischen Wachstuch und Kunstleder, dadurch gekennzeichnet, daß man das gemäß dem Patent 533 45 i hergestellte Linoxyn unter Druck im Autoklaven löst und das erhaltene ölige Lösungslinoxyn an Stelle anderer Weichhalter mit Nitrocellulose kombiniert.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß man dem Linoxyn bei seiner Lösung im Autoklaven unter Druck Rizinusöl zusetzt unter Mitverwendung kleiner Mengen eines Katalysators. 3. Verfahren nach Ansprüchen r und z, dadurch gekennzeichnet, daß man als Katalysatoren r. fein verteilte Metalle, a. Metallsalze, besonders des Bleies, Mangans, Nickels, Kobalts, Zinks, Aluminiums, vorzugsweise solche, welche spirituslöslich sind,
  3. 3. NH- oder NH,-Gruppen enthaltende organische Verbindungen, wie z. B. Anilinöl, Xylidin, Toluidin, Naphthylamin, Harnstoff, Thioharnstoft_. verwendet.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch r, dadurch gekennzeichnet, daß man bei der Lösung des Linoxyns unter Druck im Autoklaven solche Stoffe zusetzt, welche die durch Zersetzung gebildeten Fettsäuren neutralisieren bzw. verestern, wozu sich z. B. Alkali und NH- oder NH.-Gruppen enthaltende organische Verbindungen eignen bzw. Glycerin oder Glykol.
  5. 5. Verfahren nach Ansprüchen r bis dadurch gekennzeichnet, daß man zur Beseitigung des Geruches das Linoxyn evtl. im Vakuum mit Wasser oder geeigneten, die Spuren durch Zersetzung gebildeter freier niedriger Fettsäuren neutralisierenden Flüssigkeiten, wie z. B. Alkalilösungen, wäscht.
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