DE565743C - Verfahren zur induktiven Symmetrierung von mehrfach verketteten Spulensystemen in Fernmeldeanlagen - Google Patents
Verfahren zur induktiven Symmetrierung von mehrfach verketteten Spulensystemen in FernmeldeanlagenInfo
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- H04B3/02—Details
- H04B3/26—Improving frequency characteristic by the use of loading coils
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Description
DEUTSCHES REICH
AUSGEGEBEN AM
6. DEZEMBER 1932
6. DEZEMBER 1932
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 21 c GRUPPE
in Fernmeldeanlagen
Patentiert im Deutschen Reiche vom 29. März 1931 ab
Die Symmetrierung der einzelnen Wicklungszweige in mehrfach verketteten Spulensystemen
für Fernmeldeanlagen, d. h. in Spulensystemen, die gleichzeitig in verschiedene Leitungskreise eingeschaltet sind,
ist ein wichtiges Moment bei der Spulenfabrikation. Die Gleichheit der elektrischen
Werte der einzelnen Spulenwicklungen bestimmt nämlich einerseits die Höhe der
ίο Nebensprechdämpfung zwischen den Leitungskreisen,
zu deren Belastung das Spulensystem dient, andererseits die Freiheit von äußerer Beeinflussung. Beim Vierspulensystem
zur Belastung eines Fernmeldevierers hat man die zur Symmetrierung notwendigen technischen Maßnahmen leicht erkannt, da
die elektrischen Verhältnisse hier ziemlich einfach liegen. Man macht, wenn man von Widerstandsdifferenzen und kapazitiven
Kopplungen absieht, die fabrikationsmäßig ohne weiteres klein genug erhalten werden
können, die Selbstinduktion der Stammhälften einander gleich und ebenso die der Viererwicklungshälften. Das Verschwinden
der Selbstinduktionsdifferenzen in den Stammhälften bedeutet Nebensprechfreiheit
zwischen den Stammkreisen und dem zugeordneten Viererkreis und gleichzeitig Freiheit
von äußerer Beeinflussung in den Stammkreisen: die Svmmetrie der Selbstinduktion
der Viererhälften ist maßgebend für die Geräuschfreiheit des Vierers bei äußerer Beeinflussung.
Beim Dreispulensystem sind die elektrischen Zusammenhänge verwickelter und bisher
nicht genügend erkannt und berücksichtigt worden. Man hat sich damit begnügt, die Nebensprechdämpfung innerhalb des
Spulensystems auszugleichen, in der Annahme, daß ein derartiger Ausgleich alle Symmetrieforderungen erfüllt. Das ist jedoch
nicht der Fall; es soll daher im folgenden ein Verfahren angegeben werden, das erfindungsgemäß
eine Lösung des Symmetrierproblems beim Dreispulensystem bringt und auch auf andere verkettete Spulensysteme
ausgedehnt werden kann.
Bezeichnet man in dem Dreispulensystem entsprechend den Abb. 1 und 2 die Selbstinduktivitäten
der einzelnen Wicklungszweige bei den Stammspulen mit L\, Zn1 Lm, Ziv, bei
den Viererspulen mit L1, L2, L3, Z4 und die
Gegeninduktivitäten mit ./W13, Af23, Mu, M2i,
so ist die für das Übersprechen zwischen Stamm 1
und Stamm 2 maßgebende induktive Impedanz
W1 = M13 — Uf23 — M14 + M24. (1)
Für das Mitsprechen zwischen Vierer und Stamm 1 wird, wenn man allgemein in
Mxy = Myx setzt, die entsprechende Größe
ih.2 = IL1- L11+ Z1- Z2] + [M13-M23
und für das Mitsprechen zwischen Vierer und Stamm 2 erhält man W3 = [Zm — ZIV + Z.,—Z1]+ [M13+ M23- M14-M24].
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Der induktive Nebensprechausgleich innerhalb des Spulensystems ist gleichwertig dem
Ausgleich der Größen Wi1, m* und Wi3. Damit
ist jedoch das Symmetrierproblem beim Dreispuiensystem
noch nicht gelöst. Werden nämlich die vier Wicklungen des Spulensystems von Strömen in gleichem Sinne
durchflossen, sei es z. B. dadurch, daß das Fernsprechkabel, das derart pupinisiert ist,
unter äußerer Beeinflussung durch eine benachbarte Starkstromleitung steht, oder dadurch,
daß die dem Vierer übergeordneten Achter für Fernmeldezwecke ausgenutzt werden, so werden die für das Auftreten von
Störungen maßgebenden Impedanzen
in Stamm 1
in Stamm 2
in Stamm 2
und im Vierer
gl = [L1- Ln + L1 —L2]
& = [L111-LiV +L3-L4]
-[M13-M23+M14-M24],
— [M13 + M23 -M14-M24]
— [M13 + M23 -M14-M24]
i — 1A hB'
wenn lA und I1. die Selbstinduktivitäten der
in wirksamer Viererschaltung parallel geschalteten Wicklungen der Stämme ι und 2
sind. Die Beziehung (6) gilt in der gleichen Weise für ein Vierspulensystem, bei dem der
entsprechende Ausgleich von gs notwendig wird, wenn die Leitungen unter Starkstrombeeinflussung
stehen bzw. wenn zwei solcher Vierspulensysteme zur Belastung eines Achters dienen, in dem dann etwa die halbe
Viererinduktivität wirksam wird. Diese Beziehung kann daher als bekannt vorausgesetzt
werden. Zur vollständigen Kennzeichnung des Symmetrierproblems sind jedoch Angaben
hierüber notwendig.
Entsprechend dem Dargelegten wird man nun nicht nur wie bisher die Größen Wi1, Wi2,
ms und gs ausgleichen, sondern man schaltet
erfindungsgemäß jegliche Art gegenseitiger und äußerer Beeinflussung dadurch aus, daß
man außerdem die Selbstinduktionsdifferenzen
"HI -"IV "ι -"--'S •^-rf4 '.^=z /o
und die Gegeninduktivitätsdifferenzen
M18 — M23 + M14 — M24 = μ2,
M13 + M23 — M14 — M24 == μ,
gesondert zum Verschwinden bringt. Damit 4-5 sind nämlich gleichzeitig die Bedingungen
gi = o und g2 = ο erfüllt.
Will man andererseits keinen vollkommenen Ausgleich durchführen, sondern je nach
den Anforderungen an die Freiheit von innerer und äußerer Beeinflussung zur Erleichterung
der Fabrikation bestimmte Toleranzen für Wi1, Wi2, Wi3 und für glt ga, g3 zulassen,
so errechnen sich die notwendigen Ausgleichsgenauigkeiten für die Selbst- bzw. Gegeninduktivitätsdifferenzen aus den Gleichungen
(1) bis (6). Durch systematische Kombination von Stammspulen mit bestimm-(4)
(5) (6)
ten Induktivitätsdifferenzen und Viererspulen mit entsprechenden Selbstinduktivitäts- und
Gegeninduktivitätsdifferenzen ergeben sich unter Glattschaltung oder Kreuzung der
Adern gemäß Abb. 3 weitere Fabrikationserleichterungen, da diese Möglichkeiten bei
Festsetzung der Toleranzgrenze mit berücksichtigt werden können.
Im fertigen Spulensatz sei z. B. zulässig für M1, m2, ms die Unsymmetrie 1, für
St> gs> gs die Unsymmetrie 2.
Bei einer Glattschaltung des Spulensatzes entsprechend der Abb. 3a seien für die durch
die Gleichungen (1) bis (6) definierten Größen !Ti1 bis ov folgende Werte festgestellt worden:
Wi1 < i,o ^= + 4,5
W2==+ 5,5 ga— — 2,3
W3 = 4,3 g3
<2,0
und weiter die Einzelwerte
Li — Ln = + 3,o Lm — LiV = —2,0
L1 — L2 =+2,o L3 —L4 =—1,3
^=+0,5 μ3 = —ΐ,ο.
Durch Kreuzen der Spulenwicklungen entsprechend Abb. 3d werden die Größen Vn1
und gj, nicht beeinflußt. Die anderen Größen
erhalten folgende Werte:
M2 = + 3,0 — 2,0 — 0,5 = + 0,5
nis = — 2,0 + i,3 + 1,0 — + 0,3
g 1 = + 3>o — 2,0 + 0,5 = + i,5
If2 = — 2,0 + 1,3 — i,o = — 1,7.
Damit wurden alle Größen nicht den zulässigen Unsymmetriewert überschreiten.
Aus den Grundgleichungen (1) bis (6) sind die für sämtliche Kombinationsmöglichkeiten
der Spulenwicklungen zu erwartenden Ergebnisse leicht ableitbar. Durch Kreuzen entsprechend
Abb. 3 b werden ms, g2 und g3
nicht beeinflußt, Wi1 erhält umgekehrtes Vorzeichen,
behält aber seine absolute Größe; weiter wird
und
ma = [Li-Lu] — [(L1 — L2) + (M13 -M23 + M14-M24)]
g, = [L1-Ln]-[(L1-L2)-(M13- M23 +M14-M24)].
Kreuzen gemäß Abb. 3 c ist ohne Einfluß auf «i2, gt und g3 ; für JH1 gilt das gleiche wie
in Abb. 3 b. Die übrigen Größen ändern sich folgendermaßen; es wird
und
m, = [Z111 -Zn-] — [(L-, -L,) + (M13 + M23 -Mn-M24)]
& = [Lm — iiv] — L(L3 — L1) — (M13 + M23 -M14 — M24)].
Die Unsymmetrien der Wicklungen der Yiererspule addieren oder subtrahieren sich
also einfach zu den Unsymmetrien der Wicklungen der Stammspulen, und zwar kann entsprechend
den Abb. 3 ε bis 3 h auch von der Möglichkeit Gebrauch gemacht werden, die
Wicklungen I, II mit den Wicklungen 3, 4 und III, IV mit 1, 2 glatt oder gekreuzt zusammenzuschalten,
wenn dadurch eine bessere Kompensation erreicht wird.
Beim Ausgleich der Größen Ui1, μ», μ3 kann
man so verfahren, daß man jede der drei Größen für sich ohne Beeinflussung der beiden
anderen durch Zuschaltung kleiner Gegeninduktivitäten oder Verlagerung der Wicklungen
in der durch folgendes Beispiel charak-
Xx — λ,
ν-Λ,
-Λ,
Durch Addition der Unsymmetrien in der Stamm- und Viererspule zu dieser Größe erhält
man den endgültigen Wert für das Mitsprechen zwischen Achter und Stamm 1. Die
entsprechenden Beziehungen kann man dann für alle Kombinationen aufstellen.
Claims (3)
- 'Patentansprüche :i. Verfahren zur induktiven Symmetrierung von mehrfach verketteten Spulensystemen in Fernmeldeanlagen, dadurch gekennzeichnet, daß sowohl die in jedem Sprechkreis des verketteten Systems zwischen den Leitern wirksamen Selbstinduktivitätsdifferenzen als auch die Gegeninduktivitätsdifferenzen ermittelt und diese terisiertenWeise ausgleicht: es sei ^2 = + Λ" dann wird dadurch, daß man M23 und M24 Λ"um je ^- vergrößert.: o, währendauf auf derund M3 unverändert bleiben.Das dargelegte Symmetrierverfahren
stattet ohne weiteres eine Ausdehnung
beliebig verkettete Spulensysteme, z. B.
ein Siebenspulensystem, zur Belastung
sieben Sprechkreise eines Achters (s. Abb. 4). In der Achterspule ist, wenn die /!-Werte die Selbstinduktionskoeffizienten und die y-Werte die Gegeninduktivitätskoeffizienten bedeuten, z. B. die für das Mitsprechen zwischen Achter und Stamm 1 maßgebende Größe gleich- *"ü2 + «'ΠDifferenzen jede für sich gesondert abgeglichen werden. - 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Ausgleich nur mit einer gewissen Toleranz erfolgt, die einerseits bestimmt wird durch die Forderung nach einer bestimmten Neben-Sprechdämpfung innerhalb des Spulensystems und andererseits durch die Forderung nach einer bestimmten Freiheit von äußerer Beeinflussung.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man den Ausgleich der Gegeninduktivitätsdifferenzen so vornimmt, daß durch den Ausgleich einer Kombination die Gegeninduktivitätsdifferenzen in den anderen Kombinationen nicht beeinflußt werden.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DED60781D DE565743C (de) | 1931-03-29 | 1931-03-29 | Verfahren zur induktiven Symmetrierung von mehrfach verketteten Spulensystemen in Fernmeldeanlagen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DED60781D DE565743C (de) | 1931-03-29 | 1931-03-29 | Verfahren zur induktiven Symmetrierung von mehrfach verketteten Spulensystemen in Fernmeldeanlagen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE565743C true DE565743C (de) | 1932-12-06 |
Family
ID=7058026
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DED60781D Expired DE565743C (de) | 1931-03-29 | 1931-03-29 | Verfahren zur induktiven Symmetrierung von mehrfach verketteten Spulensystemen in Fernmeldeanlagen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE565743C (de) |
-
1931
- 1931-03-29 DE DED60781D patent/DE565743C/de not_active Expired
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