DE566018C - Verfahren zum Herstellen und Nachbehandeln von nach dem Spulen- oder Haspelsystem gesponnenen Kunstseidenfaeden - Google Patents

Verfahren zum Herstellen und Nachbehandeln von nach dem Spulen- oder Haspelsystem gesponnenen Kunstseidenfaeden

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DE566018C
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    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06BTREATING TEXTILE MATERIALS USING LIQUIDS, GASES OR VAPOURS
    • D06B5/00Forcing liquids, gases or vapours through textile materials to effect treatment, e.g. washing, dyeing, bleaching, sizing impregnating
    • D06B5/12Forcing liquids, gases or vapours through textile materials to effect treatment, e.g. washing, dyeing, bleaching, sizing impregnating through materials of definite length
    • D06B5/16Forcing liquids, gases or vapours through textile materials to effect treatment, e.g. washing, dyeing, bleaching, sizing impregnating through materials of definite length through yarns, threads or filaments
    • D06B5/20Forcing liquids, gases or vapours through textile materials to effect treatment, e.g. washing, dyeing, bleaching, sizing impregnating through materials of definite length through yarns, threads or filaments through hanks

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Description

Beim Spinnen von Kunstseidenfäden werden die frisch gesponnenen Fasern, soweit sie nicht in Spinnzentrifugen aufgefangen werden, auf Spulen oder Haspel aufgesponnen. Diese aufgewickelte Kunstseide wird dann einem Waschen und Trocknen unterzogen.
Beim Spinnen auf Spulen ergeben sich folgende Schwierigkeiten:
to ι. kann man, um die Durchdringung des Kunstseidenwickels mit Flüssigkeiten nicht zu erschweren oder unmöglich zu machen, die Spulen nur mit einer dünnen Fadenschicht bespinnen;
2. erfordern derartige Verfahren sehr viel Zeit, sehr viel Flüssigkeiten, weil die Flüssigkeiten nur sehr langsam die ganze Wicklung durchdringen, oder weil infolge nicht gleichmäßiger Berührung aller Teile der Wicklung das Waschen und Nachbehandeln um die mehrfache Zeit verlängert werden muß, als bei einer ganz gleichmäßigen Durchdringung nötig wäre. Es ergibt sich hierdurch ein großer Verbrauch von Wasser und den sonstigen in Frage kommenden Flüssigkeiten;
3. infolge der langen Dauer des Verfahrens ist eine große Anzahl von Spulen erforderlich;
4. bietet die Baustofffrage für die Spulen, besonders wenn es sich um die außer der Wäsche noch erforderlichen Flüssigkeitsbehandlungen handelt, Schwierigkeiten, da es wenige Stoffe gibt, welche von den verschiedenen, in Frage kommenden Flüssigkeiten nicht angegriffen werden und diese wenigen in chemischer Beziehung einwandfreien Stoffe in anderer Beziehung unpraktisch sind, da sie entweder zu schwer, zu zerbrechlich oder zu wenig widerstandsfähig gegen den beim Trocknen durch die sich zusammenziehende Kunstseide entstehenden Druck sind;
5. ein weiterer Nachteil dieses Verfahrens besteht in dem Trocknen auf der Spule, wodurch die inneren und äußeren Lagen der Wicklung verschiedenartig einschrumpfen, da die unteren Lagen auf der Spule einen Widerstand finden, während die oberen infolge Dünnerwerdens der unteren Lagen genügend Spielraum zum Einschrumpfen haben. Die Folge davon ist, daß die Kunstseide in sich ungleichmäßig gespannt wird, ferner daß sie infolge der übergroßen Spannung auf der Spule durch Reißen einzelner Fasern häufig flusig wird, und daß außerdem die Wicklungen sich leicht ineinanderziehen, so daß sich vielfach Fadenbrüche beim Abwickeln ergeben.
Bei einer anderen Ausführungsform des Spinnprozesses wird der Faden auf Haspeln aufgewickelt. Man unterzieht die auf dem Haspel befindliche Kunstseide während des Spinnens in der Maschine oder nach demselben auf getrennten Einrichtungen der erforderlichen Behandlung mit Flüssigkeiten;
außerdem werden die Strähnen entweder auf dem Haspel oder nach dem Herunternehmen von diesem getrocknet. In beiden Fällen ist es nötig, den Wickel, um spätere Verwirrungen zu vermeiden, zu fitzen. Um dieses Fitzen vornehmen zu können, wird die Kunstseide beim Spinnen in offener Kreuzung auf den Haspel gewickelt. Durch die hierbei entstehenden Lücken in der Wicklung werden
ίο die Fitzfäden hindurchgeflochten. Dieses Verfahren bietet ebenfalls mannigfache Nachteile: i. wenn die Dauer des Waschens und Trocknens auf dem Haspel auch nicht so lang ist wie beim Behandeln von auf Spulen gewickelten Fäden, so ist sie, selbst wenn das Trocknen nicht auf dem Haspel vorgenommen wird, doch noch so lang, daß ein erhebliches Kapital zum Beschaffen der benötigten Haspeln angelegt werden muß;
2. bestehen hinsichtlich des für die Haspel zu verwendenden Baustoffes die gleichen oder ähnlichen Schwierigkeiten wie für die Spulen;
3. entstehen beim Fitzen der Fäden, besonders im nassen Zustande, leicht Beschädigungen;
4. spielt der Lohn für das Fitzen bei der Herstellung von Kunstseide eine Rolle.
Zwar hat man versucht, den vorgenannten Schwierigkeiten dadurch aus dem Wege zu gehen, daß man den Faden in der Spinnmaschine vor dem Aufwickeln den verschiedenen Behandlungen unterzog, doch hat dies andere Nachteile.
Zweck der vorliegenden Erfindung ist, für die Herstellung von Kunstseidenfäden an Stelle der vorbeschriebenen Verfahren ein neues vereinfachtes zu setzen. Dasselbe besteht in folgendem.
Die Kunstseide wird beim Spinnen entweder auf Spülen oder nicht zu groß gewählte rollenartige Haspel mit besonders breiten Auflageflächen α (Abb. 1) in stark gekreuzter, aber dichter Wicklung, ohne Lücken für das Fitzen, aufgebracht. Im Gegensatz dazu zeigt Abb. 2 das übliche Haspeln mit Lücken c in der Wicklung für die Unterbindung d. Das Aufwickeln kann auf Einzelspulen oder Einzelhaspel oder zu mehreren Fäden durch Zwischenräume getrennt auf entsprechend längere Spulen oder Haspel erfolgen. Auf die Spulen oder Haspel kann man in an sich bekannter Weise durchlässige Unterlagen (Filz, Stoff, Drahtgewebe usw.) bringen, welche mit den darauf gesponnenen Garnkörpern abgeinommen werden. Die Verwendung der vorgenannten Unterlagen geschieht teils um die Abnahme der Garnwickel zu erleichtern, teils zur Vermeidung von Verschiebungen und Beschädigungen des Garnkörpers bei dem nachfolgenden Nachbehandlungs-, Trocken- und Abwindeprozeß. Die Aufnahmevorrichtungen werden so eingerichtet, daß z. B. durch Verringerung des Umfanges die Garnkörper leicht abgenommen werden können. Zum Behändem mit den erforderlichen Flüssigkeiten werden die Garnkörper von den Aufnahmevorrichtungen abgenommen, ohne daß sie gefitzt sind. Sie besitzen infolge ihrer dichten Wicklung eine große Widerstandsfähigkeit gegen Verschieben und Beschädigen der Fäden. Die Wicklung kann dabei im Gegensatz zu den bisherigen Verfahren in einer recht dicken Schicht vorgenommen werden, da sich auf diese Weise ein viel widerstandsfähigerer Garnkörper ergibt.
Es ist nun möglich, diese Garnkörper auf verschiedene Weise mit den erforderlichen Flüssigkeiten ohne Nachteil für das Abwinden zu behandeln, wofür nachstehend einige Beispiele gegeben sind.
Gemäß Abb. 3 werden die Garnkörper e flach gedrückt und in einer oder mehreren Schichten in eine Schleuder gelegt, mit der Fläche gegen die Wand, um die Gefahr des Verschiebens der Wicklung beim Schleudern zu vermeiden. In die Schleuder werden nacheinander die verschiedenen Flüssigkeiten eingeführt und gegen die Kunstseidenkörper geleitet. Durch die Schleuderkraft dringt die Flüssigkeit durch die Kunstseide hindurch und ergibt in ganz kurzer Zeit eine einwandfreie, in allen Teilen gleichmäßige Behandlung. Nach Abstellen der letzten Flüssigkeit läuft die Schleuder noch eine Zeitlang weiter, worauf die Garnkörper herausgenommen und getrocknet werden. Man kann natürlich zum besseren Ausnutzen der Schleuder den umlaufenden Behälter ganz oder in mehreren Einzelkammern auswechselbar machen und diese außerhalb der Schleuder beschicken und dann in die Schleuder einsetzen. Man kann auch die Behandlung mit den verschiedenen Flüssigkeiten auf mehrere Schleudern verteilen, von denen jede nur mit einer oder nur mit einem Teil der in Frage kommenden Flüssigkeiten arbeitet. Man muß dann jeweils den Inhalt aus einer Schleuder in die nächstfolgende bringen. Im Anschluß an die für die eigentliche Herstellung der Kunstseide erforderliche Behandlung kann dieselbe auch im selben Arbeitsgang gefärbt werden.
Gemäß Abb. 4 werden die Garnkörper e flach in einer oder mehreren Schichten in Behälter (Körbe, Kästen mit perforiertem Boden usw.) gelegt und nacheinander von den verschiedenen Flüssigkeiten durchströmt. Dies kann durch Berieseln mit Flüssigkeiten oder durch Druck oder Vakuum erfolgen. Bei der Anwendung des Druck- oder Unterdruckverfahrens wird der die Kunstseidenkörper enthaltende Behälter durch gut schließende Kappeng·, welche mit der Druck- oder Va-
kuumleitung h in Verbindung stehen, geschlossen. Nach dem Behandeln bringt man den die Garnkörper enthaltenden Behälter zum Ausschleudern in eine Schleuder.
Nach Abb. 5 werden die einzelnen Garnkörper auf Stäbe/ aufgehängt und in ähnlicher Weise berieselt, wie dies bei der Spulentraufwäsche geschieht. Man kann mehrere Garnkörper untereinanderhängen, so daß ein und dieselbe Flüssigkeitsmenge mehrere Garnkörper nacheinander durchläuft. Das Berieseln geschieht durch Zuleiten der Flüssigkeit mittels einer oder einiger weniger Flüssigkeitsöffnungen k in einer Leitung, indem diese
»5 langsam hin und her bewegt werden, etwa wie die Pfeile I anzeigen. Hierdurch ergibt sich eine gleichmäßige Berieselung und eine bessere Wirkung, weil die Hinundherbewegung ein ununterbrochenes Benetzen bewirkt,
ao wodurch der Flüssigkeit Zeit gelassen wird, in die Fadenschichten einzudringen.
Mit dem Abwinden des Wickelkörpers läßt sich auch in vorteilhafter Weise, falls erforderlich, ein Zwirnen des Fadens verbinden.

Claims (5)

  1. Patentansprüche:
    i. Verfahren zum Herstellen und Nachbehandeln von nach dem Spulen- oder Haspelsystem gesponnenen Kunstseidenfaden, dadurch gekennzeichnet, daß die auf der Kunstseidenspinnmaschine entstehenden Kunstseidenfäden in dichter gekreuzter Wicklung auf Aufwickelvorrichtungen zu Garnkörpern gewickelt werden, die Garnkörper hierauf von der Aufwickelvorrichtung abgenommen, der Behandlung mit Flüssigkeiten unterzogen und als Einzelfaden abgewunden werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch, gekennzeichnet, daß die Garnkörper in eine Schleuder gelegt und nachbehandelt werden.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Garnkörper in einen Behälter gelegt und in diesem durch Berieselung oder unter Druck oder Vakuum behandelt werden.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Garnkörper auf Stäbe gehängt und mit Flüssigkeiten berieselt werden.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Leitung mit den Zuführungsöffnungen der Behandlungsflüssigkeit über den Garnkörpern hin und her bewegt wird.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
DES84502D 1928-03-06 1928-03-06 Verfahren zum Herstellen und Nachbehandeln von nach dem Spulen- oder Haspelsystem gesponnenen Kunstseidenfaeden Expired DE566018C (de)

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