DE57493C - Geschofs, dessen Flugbahn ganz unter Wasser oder auch zum Theil in der Luft liegt - Google Patents

Geschofs, dessen Flugbahn ganz unter Wasser oder auch zum Theil in der Luft liegt

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DE57493C DENDAT57493D DE57493DA DE57493C DE 57493 C DE57493 C DE 57493C DE NDAT57493 D DENDAT57493 D DE NDAT57493D DE 57493D A DE57493D A DE 57493DA DE 57493 C DE57493 C DE 57493C
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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Vorliegende Erfindung betrifft sowohl diejenige Klasse von Geschossen,-deren Schufsbahn gänzlich unter Wasser liegen soll, als auch solche, deren Schufsbahn theils in der Luft, theils unter Wasser liegt. Die Projectile sind sowohl zum Feuern mittelst Geschütze von Festungswerken als auch von Fahrzeugen aus bestimmt.
Speciell ist vorliegendes Geschofs durch eine derartige selbsttätige Steuerung in verticaler Ebene gekennzeichnet, dafs dasselbe nach seinem Eintritt ins Wasser eine genau horizontale Bahn in einer vorher bestimmten Tiefe befolgt. Was die reinen Unterwassergeschosse anbelangt, welche also von einem Fahrzeug aus mittelst eines unter der Wasseroberfläche angeordneten Geschützes abgefeuert werden, so ist deren selbsttätige Steuerung in verticaler Ebene von der gröfsten Wichtigkeit, da das Stampfen und Schaukeln des Fahrzeuges ein Abschiefsen des Geschosses in dem Moment, in welchem das Schiff horizontal liegt, schwierig macht und eine kleine Neigung der Geschützachse über oder unter die Horizontale im Moment der Feuerung die Tiefe des Eintauchens des Geschosses stark beeinflufst.
Bei Luft-Unterwassergeschossen, welche also von Ueberwassergeschützen abgefeuert werden und ein Fahrzeug oder einen Körper unter Wasser treffen sollen, ist die selbsttätige Steuerung in verticaler Ebene von noch gröfserer Wichtigkeit, da solche Geschosse, trotzdem sie in beträchtlicher Entfernung vom zu treffenden Object eintauchen, letzteres sicher treffen sollen.
Das Projectil ist in den Figuren der zugehörigen Zeichnung veranschaulicht. Speciell zeigen:
Fig. ι eine Draufsicht des Geschosses mit einem Theil der Geschützwand im Schnitt und einem Kolben in Ansicht, durch welches letzteren Vermittelung die Geschützladung auf das Geschofs wirkt;
Fig. 2 und 3 Verticallängsschnitte durch verschiedene Längenstücke des Geschosses in gröfserem Mafsstabe;
Fig. 4 und 5 in noch gröfserem Mafsstabe Verticalschnitte durch die speciell zur Steuerung dienenden Mechanismen;
Fig. 6, 7, 8, 9 und 9* Verticalquerschnitte durch das Geschofs bezw. nach den Linien x-x, y-y-, \-\i *-* und 12-13 der Fig. 2, 3 und 5;
Fig. 10 eine Modification des eigentlichen Regulators;
Fig. 11 den Gebrauch vorliegenden Geschosses beim Angriff eines Schiffes auf das andere.
Mit AA1A2A3AiA\ Fig. 1, ist der Körper des Projectile bezeichnet, welcher in passender Weise construirt werden kann und zur Aufnahme der Sprengladung, des selbsttätigen Steuerungsapparates und von Raketenladungen bestimmt ist, welche letzteren zur Vergröfserung der Unterwasserschufsweite dienen sollen.
In den Figuren ist das Geschofs als aus sechs Abtheilungen bestehend dargestellt, von welchen jede einen Theil der Geschofslänge bildet.
Der vorderste dieser Theile A enthält die Sprengladung, während die hinterste Abthei-
lung A5 den Zünder für die Beschleunigungsladungen aufnimmt.
Mit dem benachbarten Theil A1 sind die zur Steuerung dienenden Ruder oder Tauchplatten B B, Fig. ι und 6, in Verbindung gebracht.
Die zweite Abtheilung von vorn, A1, enthält den mit Regulator bezeichneten Mechanismus C.
Die folgende Abtheilung A"1 birgt einen flachen, mit Mittel- oder Gewichtsplatte bezeichneten Theil D, Fig. 3 und 7.
Die vierte Abtheilung A3 trägt auf ihrer Aufsenwand dünne Lä'ngsrippen f, deren zwei auf dem Theil A* fortgesetzt sind.
Die Vereinigung dieser sämmtlichen Theile kann in einer passenden Weise geschehen, z. B. wie bei ν in Fig. 5 durch directes Ineinanderschrauben oder, wie bei v1 derselben Figur, durch Ineinanderpassen und Befestigen mittelst Schrauben,, oder wie bei v2 in Fig. 4, wo die Theile glatt an einander gestofsen und durch Laschen vereinigt sind.
Im allgemeinen ist die Construction des Körpers für das reine Unterwassergeschofs die gleiche, wie für das Luft-Unterwasserprojectil; das reine Unterwassergeschofs mufs nur noch mit einer wasserdichten Packung e, Fig. 5, versehen werden, welche das betreffende Geschützrohr dem Wasser gegenüber abdichtet.
Für das Luft-Unterwasserprojectil ist eine derartige Packung unnöthig.
Die Ruder B, von welchen je eines auf jeder Seite des Geschosses angeordnet ist, sind auf einer drehbar gelagerten horizontalen Spindel d, Fig. i, 2 und 6, befestigt, welche quer durch das Geschofs und rechtwinklig zur Achse desselben gelegt ist und von geeigneten Lagern d* getragen wird. Da diese Spindel d nothwendig immer in horizontaler Lage erhalten werden mufs, damit die Ruder B immer nur in verticaler Richtung auf die Lage des Projectils wirken, mufs das letztere, wenn es im Wasser ist, vor jeglicher Drehung um seine Achse gehindert werden. Zu diesem Zwecke ist die Mittelplatte D vorgesehen; dieselbe besteht im wesentlichen aus einer ebenen Metallplatte, deren Mittelebene mit der geometrischen Achse des Geschosses zusammenfällt, zu einer Lä'ngsöffnung d2 desselben heraustreten und in einer zur Ruderspindel d senkrechten Ebene wirken kann. .Diese Mittelplatte D ist bei d1, Fig. 3 und 7, angelenkt und weist einen schwereren unteren Theil auf, damit sie, wenn sie aus der Längsöffnung d2 hat heraustreten können, den Schwerpunkt des Projectils so tief wie möglich legt und dadurch die horizontale Lage der Ruderspindel d sichert.
An der Gewichtsplatte sind ferner Anschläge d3 vorgesehen, durch welche dieselbe an einem die passende Lage überschreitenden Hinabfallen gehindert wird; im Geschofskörper ist für sie ferner ein wasserdichter, entsprechend geformter Kasten a?4 vorgesehen, welcher die Oeffnung d2 vom übrigen Raum im Innern des Geschofskörpers abschliefst und einen Eintritt des Wassers in den letzteren verhindert. Ruht das Geschofs im Geschütz, so ist die Platte D gänzlich im Geschofs geborgen.
Da es nicht nur absolut nothwendig ist, dafs. das Projectil die Ruderspindel d horizontal hält, wenn es im Wasser ist, sondern es auch wünschenswerth ist, dafs dasselbe schon vor Eintritt ins Wasser stattfindet, ist am Theil A2 ein vorstehender Stift v3, Fig. 3, passend angeordnet, welcher in einer geraden Nuth der Geschützbohrung läuft und dadurch eine horizontale Lage der Ruderspindel während des Fluges gewährleistet.
Der oben erwähnte Regulator besteht im wesentlichen aus einem hydraulischen Cylinder C, Fig. 5, 9 und 9*, in welchem zwei wasserdichte bewegliche Kolben c cl von ganz gleichem Durchmesser vorgesehen sind. Der Cylinder ist im unteren Theil der Abtheilung A1 des Geschosse.s und parallel mit der Achse desselben angeordnet. Er kann mit A1 aus einem Stück gegossen oder sonstwie dauernd befestigt sein.
Zwischen den Kolben c und c1 ist in den Cylinder ein fester Steg C1 eingepafst, welcher (s. auch Fig. 9) in der Mitte einen rechteckigen Ausschnitt zur Aufnahme zweier Stirnräder g und g1 und der in dieselben greifenden Zahnstangen h h h1 /21 aufweist. Von den letzteren sind die beiden mit h bezeichneten diagonal einander gegenüberstehend angeordnet und mit dem Kolben c verbunden (Fig. 9), während die anderen mit hl bezeichneten, ebenfalls diagonal gegenüberstehenden Zahnstangen vom zweiten Kolben c1 ausgehen. Die Achse g-* der Stirnräder g g ist im Steg C1 fest, die Räder aber auf der Achse lose gelagert.
Die obere Zahnstange h des Kolbens c und die untere hl des Kolbens c1 greifen in das Rad g, während die obere Zahnstange hl des Kolbens c1 und die untere h des Kolbens c mit dem anderen Rad g1 im Eingriff sind; eine Folge dieser Anordnung ist, dafs jeder sich in einer Richtung bewegende Kolben den anderen zwingt, sich in der entgegengesetzten Richtung zu bewegen.
Die Kolben werden durch eine zwischen ihnen zur Wirkung kommende Pressung in Bewegung versetzt, so dafs infolge ihrer eigenthümlichen Verbindung die auf sie ausgeübte Kraft gleich der auf einen einzigen Kolben von doppeltem Querschnitt wirkenden ist, und dafs, was für den Zweck vorliegender Erfindung noch wichtiger ist, das Gewicht und
Moment des einen durch dasjenige des anderen ausbalancirt wird, wie es später weiter auszuführen ist.
Die Zahnstangen h h hl hl sind in den viereckigen Ausschnitt des Steges C eingepafst, dienen den Kolben c c1 zur Führung und sind von solcher Länge, dafs sie die Strecke, um welche die Kolben sich einander nähern können, begrenzen.
Um das Einführen des Steges C1 in den Cylinder C und die Festlegung des ersteren in diesem zu erleichtern, ist der Cylinder C mit zwei verschiedenen Durchmessern gebohrt, und zwar liegt die weitere Bohrung im hinteren, die engere im vorderen Theil, und letztere entspricht dem Durchmesser der Kolben c und c1. Der Steg wird durch die weitere hintere Bohrung eingeführt, bis er gegen den Absatz stöfst, welcher den Beginn der zweiten engeren Bohrung kennzeichnet, worauf er durch ein in die weite Bohrung eingeführtes Futter i, dessen Bohrung nunmehr dem Durchmesser der Kolben entspricht, festgelegt wird. Das Futter i ist mit Flantschen versehen und wird mittelst Schrauben i1 am Cylinder befestigt.
Fig. 5 zeigt den Kolben c1 in die engere Bohrung des Cylinders und den Kolben c in die gleich weite Bohrung des Futters eingepafst.
Der Kolben c trägt auf seiner Aufsenfläche eine Zahnstange c*, . welche in einer in dem Kopfstück' j des Cylinders vorgesehenen Führung wirkt. Derselbe Kopf, welcher durch die erwähnten Schrauben i1 mit dem Futter am Cylinder befestigt ist, trägt auch die Lager für eine kurze Spindel /c1 (s. auch Fig. 8) eines Zahnradsegments k, welches mit der genannten Zahnstange c* im Eingriff ist. Der Cylinder C ist zwischen den beiden Kolben c und c1 sowohl in der oberen als auch unteren Hälfte mit Einströmungsöffnungen für Wasser versehen, welches in einem ringartigen, rings um die Aufsenwand der Abtheilung A1 gebildeten Reservoir a, Fig. 5, 9 und 9*, vorhanden ist. Das letztere entsteht durch Anordnung eines concaven Längsprofils für die betreffende Abtheilung (Fig. 5) und durch Bekleidung des dadurch gebildeten Ringraumes mit einem äufseren Cylindermantel al aus biegsamem wasserdichten Material, wie Kautschuk.
Die Befestigung und Sicherung dieses Mantels geschieht vermittelst eines äufseren Schutzmantels A* aus Metall, welcher aus zwei Hälften hergestellt und vermittelst Schrauben α4, Fig. 3, an der betreffenden Geschofsabtheilung Al befestigt ist.
Der Schutzmantel A* weist zahlreiche, beliebig gestaltete Oeffnungen, z. B. Längsausschnitte, auf, welche ihm das aus Fig. 3 ersichtliche rostartige Aussehen verleihen.
Das Ringreservoir a, sowie der Raum im Cylinder C zwischen den beiden Kolben c c1 werden durch eine Oeffnung α2, Fig. 5, 9 und 9*, welche durch ein eingeschraubtes Verschlufsstück verschlossen wird, mit Wasser gefüllt. Damit hierbei die Luft aus dem Cylinder C entweichen kann, ist ein Rohr b vorgesehen , welches zwischen dem Cylinder und dem Ringreservoir nach oben die Communication herstellt.
Ist das Projectil im Wasser, so ist der biegsame Mantel· a1 der Pressung eben dieses umgebenden Wassers ausgesetzt und in gleicher Weise das in dem Reservoir α und Cylinder C enthaltene. Diese Pressung variirt gemäfs der Tiefe, um welche das Geschofs eintaucht. Theils durch diese zwischen den Kolben c und c1 auftretende Pressung und theils durch die Wirkung einer Feder wird, wie aus folgendem erhellt, die Steuerbewegung der Ruder B hervorgebracht und die genaue horizontale Bahn des Geschosses in einer festgesetzten vorherbestimmten Tiefe gesichert.
Mit dem Zahnradsegment k fest verbunden oder auf die Spindel kl desselben aufgekeilt sind zwei gewissermafsen Seilscheibensegmente bildende Hebelarme I und m, Fig. 3, vorgesehen, welche verschiedene Radien haben und die einen Arm eines zweiarmigen Hebels bilden, als dessen anderer Arm das Zahnradsegment k angesehen werden kann.
Am kleineren Seilscheibensegment m ist das eine Ende eines Seiles, vorzugsweise Drahtseiles p, befestigt, welches letztere um eine auf die Ruderspindel B aufgekeilte Seilscheibe η läuft und mit seinem zweiten Ende mit der oben erwähnten Feder t verbunden ist. Diese Feder t ist an einer mit Gewinde versehenen Stange t1 befestigt, welche frei durch ein am Geschofskörper befestigtes Auge i2 hindurchgeht und hinter der letzteren eine Mutter ts trägt, mittelst deren die Stange i1 verstellt und die Spannung der Feder t genau geregelt werden kann.
Das Seil ρ ist vermittelst einer Schraube p1, Fig. 2, 4 und 6, an der Scheibe η befestigt.
Die Feder t wirkt durch Vermittelung des Hebelarmes m und des Zahnradsegments k in der Weise auf die gezahnte Kolbenstange c*, dafs die Kolben c und c1 sich einander zu nähern streben, entgegengesetzt dem durch die zwischen den Kolben auftretende Wasserpressung bedingten Hang, sich von einander zu entfernen, wenn das Projectil im Wasser ist. Die Spannung der Feder ist bestrebt, die Ruder B nach abwärts zu drehen, während im Gegentheil die zwischen den Cylinderkolben auftretende Wasserpressung eine Aufwärtsdrehung der Ruder anstrebt.
Die letzteren sind in einer Stellung auf ihrer Spindel d befestigt, dafs die hinteren Enden
der Ruder, wenn die beiden Kolben c und c1 die am meisten zusammengeschobene Lage haben, sich nach abwärts neigen und also das Wasser, welches auf die unteren Seiten der geneigten Ruderflächen während der Bewegung des Projectile in ihm wirkt, bestrebt sein wird, das Schwanzende des letzteren zu heben. Hierdurch wird die Lage der Achse des Geschosses in der Weise beeinflufst, dafs dasselbe im Wasser nach unten geht.
So lange als die Spannung der Feder t die beiden Kolben mit gröfserer Kraft gegen einander zwingt, als mit welcher die durch den Druck des Meerwassers hervorgebrachte Wasserpressung die Kolben aus einander zu bewegen strebt, wird das Projectil seine Bahn nach abwärts fortsetzen. Hat jedoch das Geschofs eine solche Tiefe im Wasser erreicht, dafs der Druck desselben die von der Feder ausgeübte Kraft übersteigt, so erfolgt eine Auseinanderbewegung der Kolben und dabei eine Reduction der Neigung der Ruder, bis diese schliefslich eine zur Längsachse des Geschosses parallele Lage erreicht haben.
Setzt das Projectil seinen Lauf nach unten fort, so werden die Ruder vom Cylinder C aus weiter bewegt, bis ihre hinteren Enden nach aufwärts geneigt sind und infolge dessen das Schwanzende des Geschosses nach abwärts zwingen; das Geschofs steigt. Hat dasselbe schliefslich eine Tiefe gefunden, in welcher es mit horizontaler Lage seiner Längsachse vorwärts schiefst, so bleiben die Steuerruder stationär. Die der Feder t vermittelst der Adjustirschraube is ertheilte Spannung wird also im Voraus die Tiefe festsetzen, in welcher das Geschofs sich horizontal im Wasser bewegt. Es geschieht das Regeln der Spannung vor dem Einsetzen des Geschosses in das Geschütz.
Zum Zwecke der Ausgleichung der vermehrten Spannung der Feder, welche bei ihrer durch das Auseinandergehen der Kolben gröfser und gröfser werdenden Ausdehnung immer mehr wächst, ist das Seilscheibensegment m excentrisch gemacht, wie es Fig. 5 zeigt, wodurch der Hebelarm, an welchen das Seil ρ angreift, bei dem Auseinandergehen der Kolben immer kleiner, die vom gleichbleibenden Zahnradsegment k auf die Feder t ausgeübte Kraft also immer gröfser wird (entsprechend der wachsenden Spannung der Feder). Die vom Wasser auf die Kolben ausgeübte Pressung wirkt also dann stärker und stärker auf die Ruder, wenn das Projectil nach abwärts geht. Diese beim Hinabgehen des Projectile auftretende Vergröfserung der von den Kolben, ausgeübten Kraft hat für den Fall von Luft-Unterwassergeschossen das Bestreben, ein übermäfsiges Eintauchen des Geschosses beim Eintritt ins Wssser, d. h. am Ende der in der Luft zurückgelegten Bahn, zu verhindern, wie es in Fig. 11 veranschaulicht ist, wo das Projectil bei E als gerade ins Wasser eintretend und bei E1 als bei Annahme der horizontalen Bahn dargestellt ist.
Kommt das Projectil als Luft-Unterwasseroder reines Unterwassergeschofs in Anwendung, so ist es wichtig,. dafs die Ruder B, wenn das Projectil das Geschütz verläfst, parallel mit der Längsachse des Geschosses stehen. Bei einem Luft-Unterwassergeschofs würde irgend welche Neigung der Ruder die Flugbahn bedeutend beeinflussen, während bei reinen Unterwassergeschossen eine solche Neigung insofern gefährlich wäre, als sie einen Abwärtsgang des Projectile zur Folge haben würde, bevor noch der Regulator in Wirkung treten könnte.
Zur Vermeidung dieser Mifsstände werden die Ruder, entgegen der Spannung der Feder t, in einer horizontalen Lage festgeschlossen für die Zeit, in welcher das Geschofs im Geschütz steckt und überhaupt der Regulator noch nicht zur Wirkung kommt. Es wird nämlich auf der Ruderspindel d ein Zahn ο in Gestalt eines Sectors angeordnet und zum Eingriff mit einem Arretirhaken o1 bestimmt. Derselbe ist am Geschofs körper drehbar gelagert und wird, wie Fig. 4 zeigt, vermittelst einer Feder o2 im Eingriff mit dem Zahn 0 erhalten. Dieser Haken o1 ist mittelst eines Seiles q mit dem gröfseren Seilscheibensegment oder Hebel / verbunden, welcher ebenfalls fest auf der Spindel des Zahnradsegments k sitzt. Taucht also bei dieser Anordnung das Projectil in das Wasser ein und treten dann die Kolben des Regulators auseinandergehend in Wirkung, so zieht der Arm I durch Vermittelung des Seiles q den Arretirhaken aufser Eingriff mit dem Zahn 0 und übergiebt so die Ruder der freien Beeinflussung des Regulators.
Bevor man also das Geschofs in das Geschütz einsetzt, werden die Ruder in parallele Lage mit der Achse des Projectile gebracht, wobei der Haken o1 sich hinter den Zahn ο legt und die Ruder, entgegen der Spannung der Feder i, welche deren hinteren Enden sonst eine Neigung nach abwärts geben würde, in dieser Lage festhält. Bei einem solchen Aufwärtsdrehen der Ruder wird auch deren Spindel und mit dieser die Seilscheibe η gedreht; eine Folge davon würde sein, dafs das an letzterer befestigte und zum Hebelarm in gehende Seil ρ schlaff würde. Dies wiederum würde eine freie Bewegung der beiden Regulatorkolben zulassen. Um dies zu verhindern, ist das Seil ρ getheilt und zwischen die Theile eine schlaffe Kette r und eine Feder s (s. Fig. 3) eingeschaltet. Sind dann die Ruder in ihrer untersten geneigten Stellung, so ist die Feder s gespannt und die Kette r straff, sind dagegen die Ruder in ihrer horizontalen Lage nach aufwärts gedreht (wie es die Fig. 2 und 4 zeigen),
so zieht sich die Feder zusammen, hält also das Seil ρ straff und hat aufserdem noch genügend Spannung, um auf die Kolben einen hinlänglichen Zug auszuüben und diese gegen einander zu halten. Die Kette r hängt in diesem Falle schlaff herab. Kommt das Projectil unter die Oberfläche des Wassers, so wirkt der Wasserdruck durch Vermittelung des biegsamen Mantels al auf das in der Kammer a und im Cylinder C enthaltene Wasser und zwingt die Kolben c c] aus einander, wodurch der durch Vermitlelung der Zahnstange c* und des Zahnradsegments k geschwungene Hebel I den Haken o1 aufser Eingriff mit der Nase ο der Ruderspindel zieht, letztere freigiebt und der Wirkung des Regulators überläfst. Dabei wird die Feder s gespannt und die bisher schlaffe Kette r straff.
Einer der wichtigsten Punkte vorliegender Erfindung ist der Regulator mit zwei hydraulischen Kolben, welche so mit einander verkuppelt sind, dafs sie sich in entgegengesetzten Richtungen bewegen müssen. Es mufs wohl beachtet werden, dafs ein bewegliches Gewicht in einem mit beträchtlicher Anfangsgeschwindigkeit abgehenden Geschofs infolge seines Beharrungsvermögens bestrebt sein wird, stationär zu bleiben und sich also im vorwärts eilenden Geschofs zu verschieben. Die auf solchen beweglichen Körper- ausgeübte Kraft wird gleich seinem Gewicht multiplicirt mit der Geschwindigkeit sein.
Es ist deshalb die erste Bedingung, dafs alle in solchem Projectil beweglichen Körper ausbalancirt werden, namentlich aber diejenigen, welche zur Steuerung und Regulirung bestimmt sind.
Bei der geschilderten Anordnung ist es klar, dafs, wenn das Projectil abgeschossen wird, der Kolben c eine Kraft nach rückwärts proportional der Anfangsgeschwindigkeit des Geschosses ausüben wird, und dafs der Kolben c1 eine gleiche Kraft ebenfalls nach rückwärts ausüben wird, wenn sein Gewicht incl. des seiner Verbindungstheile hl hl gleich ist demjenigen vom Kolben c, seinen Verbindungstheilen h h und anderen beweglichen Verbindungen zwischen Zahnstange c* und Rudern, welche sich nicht selbst ausbalanciren.
Da jedoch die Rückwärtsbewegung des Kolbens c durch Vermittelung der Zahnstangen h und h1 und Zahnräder g und g1 den Kolben c1 vorwärts stofsen mufs, wird das Beharrungsvermögen jedes Kolbens das des anderen ausbalanciren und der ausgeübte Zug auf die Spindel g* übertragen werden.
Bei der in Fig. 10 dargestellten Modification des hydraulischen Regulators sind die beiden Kolben c und cl anstatt in nur einem, in zwei getrennten Cylindern c* c* vorgesehen, welche über einander angeordnet sind. Die beiden Kolben sind durch einen doppelarmigen Hebel verbunden, so dafs sie sich nach verschiedenen Richtungen bewegen müssen. Die zugekehrten Enden der Cylinder sind nach der Kammer C3 zu offen, welche letztere eine der Abtheilungen des Projectile bilden und in welche durch Oeffnungen α in der oberen und unteren Wand Meerwasser eindringt.
Die Bodenöffnung α ist mit einem Ventil bl versehen; dasselbe hat folgenden Zweck:
Bei einem Luft-Unterwassergeschofs ist es wünschenswerth, eine kleine Sprengladung zu benutzen und, um die nöthige Schufsweite durch die Luft zu erhalten, mit hoher Neigung zu feuern. Das Geschofs wird infolge dessen" unter einem beträchtlichen Winkel ins Wasser dringen und, obwohl die Steuerruder unmittelbar in Wirkung versetzt werden, zu tief eintauchen. Es ist deshalb vorteilhaft, schon vor dem Feuern den Regulator zwischen seinen Kolben mit Wasser gefüllt zu haben, so dafs die Füllung keinen Zeitverlust erfordert, wenn das Geschofs eintaucht. Der in Fig. io dargestellte Regulator kann also durch Wasserfüllung mit Hülfe der oberen Oeffnungen a vorbereitet werden, wobei das Wasser durch das Ventil bl am Austritt durch die untere Oeffnung α gehindert wird, und zwar so lange, bis das Projectil das Wasser erreicht, worauf sich das Ventil infolge des äufseren Druckes öffnet. Es ist klar, dafs der Kolben, c so grofs ist, dafs er den Kolben c1 und die mitverbundenen und beweglichen Theile ausbalancirt, so dafs das Beharrungsvermögen des einen dem des anderen wirksam entgegenarbeitet.
Dieser Regulator ist in seiner Wirkung gleichwerthig mit dem zuerst beschriebenen; die Form des zuerst behandelten ist jedoch vorzuziehen, als bei diesem der Ausgleichungskolben c1 conaxial mit dem Hauptkolben c angeordnet ist und also mit diesem nahe am Boden des Projectile angebracht werden kann; es ist wünschenswerth, das Gewicht so tief wie möglich zu bringen.
Um die Unterwasserbahn des Projectile zu vergröfsern, werden im hinteren Theil desselben eine Anzahl von Raketenladungen vorgesehen. Da der hintere Theil des Geschosses im Innern die Ruderspindel und deren Verbindungstheile birgt, würde es unbequem sein, eine solche Raketenladung im inneren Achsenraum des Geschofskörpers, d. h. im letzteren selbst anzuordnen.
Vielmehr werden zwei oder mehrere solcher Raketenladungen in Eisenblechlängskammern uu auf der Aufsenseite der Geschofskörper in Gestalt von Längsrippen angeordnet (s. Fig. i, 2 und 6).
In Fig. 6 sind zwei solcher Kammern und Raketenladungen vorgesehen gedacht, und zwar

Claims (3)

  1. bilden diese Kammern den directen geraden Fortsatz der Längsrippen f (s. Fig. i).
    Die Raketenladungen u (s. Fig. 2) können von der gewöhnlichen Zusammensetzung sein, sind in cylindrischen Umhüllungen «2 untergebracht gedacht und weisen in ihren hinteren Enden konische Bohrungen zum Zwecke ihrer Entzündung auf. Die Raketenhülsen ii2 sind in passender Weise in den Rippenkammern ul befestigt, und letztere haben in ihren hinteren Enden hölzerne Pfropfen u3, welche bei der Explosion der Raketenladung herausgetrieben werden.
    Die Entzündung der Ladungen kann mittelst Zündschnüre ti4 bewirkt werden, welche durch das hintere Ende des Projectils eingeführt und nach den einzelnen Ladungen verzweigt sind.
    In dem Kolben, welcher zum Heraustreiben des Projectils aus dem Geschütz angewendet wird, kann eine kleine Mittelbohrung vorgesehen werden, welche der Pulverladung des Geschützes gestattet, die Schnur w4 zu entzünden.
    Ein Kolben P1, Fig. 1, kann hinter dem Geschofs und vor der Pulverladung des Geschützes vorgesehen werden, welcher Kolben mit einer geeigneten Packung ausgestattet wird, so dafs er dicht in das Geschützrohr W pafst.
    Patenτ-Ansprüche:
    ι. Geschofs, dessen Flugbahn ganz unter Wasser oder zum Theil auch in der Luft liegt, gekennzeichnet durch am hinteren Ende angebrachte, die Tauchtiefe des Geschosses regelnde Steuer (B), welche auf der Spindel'(d) befestigt sind und durch zwei stets entgegengesetzt sich bewegende Kolben (cc1) beeinflufst werden, die den Hebel (k) bewegen, sobald der auf die Kolben (c cl) wirkende Wasserdruck gröfser wird als die Spannung der vermittelst des Seiles (p) auf das Excenter (m) des Hebels (k) wirkenden Feder (t), wogegen das Geschofs durch das aus ihm herausdrehbare Steuer (D) in der Schufsebene gehalten wird. :
  2. 2. Eine Ausführungsform des unter 1. gezeichneten Geschosses, bei welcher der Raum (C3) zwischen den Kolben fc cl) mit durch nach t innen sich öffnenden Ventilen (b1) verschlossenen Oeffnungen (a) versehen ist (Fig. 10), durch welche sich der Wasserdruck auf das in dem Raum (C3) bereits enthaltene Wasser überträgt und ein vorheriges Füllen des letzteren mit Wasser vorgenommen werden kann.
  3. 3. An dem unter 1. bezw. 2. gekennzeichneten Geschofs zur Verhinderung verfrühter Wirkung der Steuer (B) die Anordnung des auf der Steuerspindel (d) befestigten Sperrzahnes (0), welcher die Steuer (B) mittelst der durch die Feder (o2) gehaltenen Sperrklinke (ol), entgegen der Spannung der Feder (t), in axialer Lage erhält und erst durch das an der Klinke (o1) befestigte Seil (q), welches andererseits an der auf der Spindel (k1) sitzenden Scheibe (I) befestigt ist, der Wirkung der sich bewegenden Kolben (c c1) preisgegeben wird, wobei gleichzeitig in das Seil (ρ) zur Verhinderung seines Schlaffwerdens eine Feder (S) eingeschaltet ist.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE3028068A1 (de) * 1979-09-19 1981-04-16 Kombinat Veb Keramische Werke Hermsdorf, Ddr 6530 Hermsdorf Mahlverfahren zur aufbereitung textur- und verunreinigungsempfindlicher keramischer sonderwerkstoffe

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE3028068A1 (de) * 1979-09-19 1981-04-16 Kombinat Veb Keramische Werke Hermsdorf, Ddr 6530 Hermsdorf Mahlverfahren zur aufbereitung textur- und verunreinigungsempfindlicher keramischer sonderwerkstoffe

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