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Die Erfindung betrifft ein Verfahren
zur Herstellung von Isobuten hoher Reinheit und von Propylen ausgehend
von einer C4-Fraktion.
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Das Dampfcracken von Beschickungen,
die aus leichten paraffinischen Fraktionen bestehen, liefert Ethylen
und Propylen, die für
die Petrochemie notwendig sind. Es liefert auch eine gewisse Anzahl
anderer schwerer Produkte und insbesondere eine C4-Kohlenwasserstofffraktion,
die hauptsächlich
1,3-Butadien, Isobuten, n-Butene und Butane, begleitet von acetylenischen
Kohlenwasserstoffspuren enthält.
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Das katalytische Cracken schwerer
Kohlenwasserstoffbeschickungen liefert neben Benzin- und Dieselfraktionen,
die die Hauptprodukte sind, leichtere Produkte, unter ihnen eine
C4-Kohlenwasserstofffraktion, die hauptsächlich Isobutan,
Isobuten, n-Butene
und Butane, begleitet von geringen Mengen von 1,3-Butadien und acetylenischen
Kohlenwasserstoffen enthält.
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Bis vor kurzem fanden einzig das
1,3-Butadien und das Isobutan eine Verwendung in der Polymerindustrie,
insbesondere in der Reifenindustrie. Die Vergrößerung der Reifenlebensdauer
und eine relative Nachfragestagnation führen dazu, dass es jetzt einen
Butadienüberschuss
gibt, welche Überschüsse nicht
oder schlecht verwendet werden. Hingegen gibt es ein wieder erwachendes
Interesse für
Isobuten, das zum Beispiel als Monomer in der Polyisobutensynthese
verwendet werden kann.
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Die vorliegende Erfindung schlägt ein Verfahren
zur Behandlung eines C4-Kohlenwasserstoffschnittes vor, der
hauptsächlich
Isobuten, n-Butene, Butane und 1,3-Butadien in variabler Menge enthält, welches
Verfahren die Trennung von Isobuten mittels einer katalytischen
Destillation einschließt,
in der das 1-Buten, welches unmöglich
von dem Isobuten zu trennen ist, zu 2-Butenen isomerisiert wird
und was es ermöglicht, 1,3-Butadien
und die n-Butene zu Propylen umzuwandeln, das zum Beispiel für die Polymerisierung
verwendbar ist.
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Die relativen Anteile von Ethylen
und von Propylen, die in einem Dampfcrackvorgang erzeugt werden, können in
einem bestimmten Maß unter Änderung
der Beschickungsnatur und unter Modifizierung der Betriebsbedingungen
(der Stringenz) des Crackens moduliert werden. Hingegen bringt die
zu einem größeren Propylenanteil
orientierte Arbeitsweise unvermeidlich eine Erniedrigung der Ausbeute
an Ethylen und eine größere Produktion
von C4-Fraktion und Benzinfraktion mit sich.
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Eine andere Aufgabe der vorliegenden
Erfindung ist es, die Propylenproduktion unter Beibehalten einer
hohen Ausbeute an Ethylen dank der Behandlung der C4-Kohlenwasserstofffraktion
zu vergrößern und
daher ohne dass man gezwungen ist, die Stringenz des Dampfcrackers
zu erniedrigen.
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Das Verfahren, das Gegenstand der
Erfindung ist, ist genauer ein Verfahren zur Umwandlung einer olefinischen
C4-Fraktion zu Isobuten hoher Reinheit und
zu Propylen, wobei die Fraktion vor allem Olefine, 1-Buten, 2-Butene,
Isobuten und acetylenische Verunreinigungen enthält, welches Verfahren die folgenden Stufen
umfasst, die aufeinanderfolgend ablaufen:
- 1)
die selektive Hydrierung der Diolefine und der acetylenischen Verunreinigungen
mit Isomerisierung des 1-Butens zu 2-Butenen in Gegenwart eines
Katalysators, derart, dass ein Abstrom erhalten wird, der n-Butene,
deren Verhältnis
dem thermodynamischen Gleichgewicht entspricht und Isobuten enthält und praktisch
weder Diolefine noch acetylenische Verbindungen enthält;
- 2) die Trennung durch Destillation, von einer Kopffraktion,
die Isobuten enthält,
und einer Bodenfraktion, die im wesentlichen 2-Butene und Butan
enthält;
und
- 3) die Metathesis der 2-Butenefraktion aus der vorhergehenden
Stufe mit Ethylen in Gegenwart eines Katalysators, derart, dass
ein Abstrom erhalten wird, der Propylen enthält, wobei die Metathesis von
einer Trennung des Propylens gefolgt ist,
wobei das Verfahren
dadurch gekennzeichnet ist, dass die Stufe 2 in einer Kolonne durchgeführt wird,
die die Hydrierisomerisierung des verbleibenden 1-Butens zu 2-Butenen
integriert.
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Man wird nachfolgend detaillierter
die speziellen Bedingungen der verschiedenen Stufen des Verfahrens
gemäß der Erfindung
beschreiben, dass ausgehend von einer C4-Kohlenwasserstofffraktion
durchgeführt wird,
die hauptsächlich
Isobuten, n-Butene,
Butane sowie Butadien in variabler Menge enthält, wobei die C4-Fraktion
diesen Stufen unterliegt, um Isobuten und Propylen zu erzeugen.
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Die Hauptziel der ersten Stufe ist
es, Butadien und 1-Buten zu 2-Butenen umzuwandeln. Daher sind die
2-Butene die Quelle des in der ersten Stufe zur Metathese in Gegenwart
von Ethylen erzeugten Propylens. Es ist daher wünschenswert, die Ausbeute an
2-Butenen möglichst
anwachsen zu lassen, d.h. sich so weit wie möglich dem Anteil zu nähern, der
durch die Thermodynamik zulässig
ist. Das zweite Ziel dieser Stufe ist es, die acetylenischen Kohlenwasserstoffspuren
zu entfernen, die immer in diesen Fraktionen vorliegen und die Gifte
oder Verunreinigungen für
die späteren
Stufen sind.
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Bei dieser ersten Stufe führt man
daher gleichzeitig die folgenden Reaktionen in Wasserstoffgegenwart
durch:
- – selektive
Hydrierung des Butadiens zu einem Gemisch von n-Butenen bei thermodynamischem
Gleichgewicht,
- – Isomerisierung
des 1-Butens zu 2-Butenen derart, dass eine Verteilung nahe des
thermodynamischen Gleichgewichts der n-Butene erhalten wird, und
- – selektive
Hydrierung der Spuren von acetylenischen Kohlenwasserstoffen zu
Butenen.
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Diese Reaktionen können mittels
verschiedener spezifischer Katalysatoren durchgeführt werden,
die eines oder mehrere Metalle, z.B. der Gruppe 10 des Periodensystems
der Elemente (Ni, Pd oder Pt) abgeschieden auf einen Träger umfassen.
Man setzt vorzugsweise einen Katalysator ein, der wenigstens eine
Palladiumverbindung, fixiert auf einem feuerfesten mineralischen
Träger,
z.B. auf einem Aluminiumoxid umfasst. Der Palladiumgehalt auf dem
Träger
kann von 0,01 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise von 0,5 bis 1 Gew.-% sein. Verschiedene
dem Fachmann bekannte Vorbehandlungsarten können ggf. auf die Katalysatoren
angewandt werden, um davon die Selektivität bei der Hydrierung des Butadiens
zu Butenen auf Kosten der vollständigen Hydrierung
zu Butan zu verbessern, die es zu vermeiden gilt, und die Hydrierisomerisierung
der n-Butene (von 1-Buten zu 2-Butenen) zu begünstigen. Vorzugsweise enthält der Katalysator
0,05 bis 10 Gew.-% Schwefel. Vorteilhaft verwendet man einen Katalysator,
der aus Palladium, abgeschieden auf Aluminiumoxid besteht und Schwefel.
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Der Katalysator kann vorteilhaft
in einem Verfahren eingesetzt werden, das in dem Patent FR-B-2 708 596
beschrieben ist, d.h., dass der Katalysator vorbehandelt worden
ist, vor seiner Beschickung in den Hydrierungsreaktor, durch wenigstens
eine in einem Lösungsmittel
verdünnte
Schwefelverbindung und der erhaltene Katalysator, der 0,05 bis 10
Gew.-% Schwefel enthält,
dann in den Reaktor geladen und unter neutraler oder reduzierender
Atmosphäre
bei einer Temperatur von 20 bis 300°C, einem Druck von 0,1 bis 5
MPa und einer VVH von 50 bis 600 h–1 aktiviert
wird und die Beschickung in Kontakt mit dem aktivierten Katalysator
gebracht wird.
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Der Einsatz des Katalysators, vorzugsweise
mit Palladium, ist nicht kritisch aber man bevorzugt im allgemeinen,
wenigstens einen Reaktor mit entlang eines Katalysatorfestbettes
absteigendem Strom zu verwenden. Wenn der Butadienanteil in der
Fraktion groß ist,
was zum Beispiel der Fall einer Drampfcrackfraktion ist, wenn man
nicht davon das Butadien für
andere spezifische Verwendungen abziehen will, kann es vorteilhaft sein,
die Umwandlung in zwei Reaktoren in Reihe durchzuführen, um
die Hydrierungsselektivität
besser regeln zu können.
Der zweite Reaktor kann mit aufsteigendem Fluss sein und eine Abschlussrolle
haben.
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Die für die Gesamtheit der in dieser
Stufe durchgeführten
Reaktionen notwendige Wasserstoffmenge wird in Abhängigkeit
der Zusammensetzung der Fraktion eingestellt, um vorteilhaft nur
einen leichten Wasserstoffüberschuss
im Verhältnis
zur Stöchiometrie
zu haben.
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Die Betriebsbedingungen werden derart
gewählt,
dass die Reagenzien und die Produkte in flüssiger Phase sind. Es kann
hingegen vorteilhaft sein, einen Arbeitsmodus so zu wählen, dass
die Produkte teilweise am Ausgang des Reaktors verdampft werden,
was die Wärmeregelung
der Reaktion erleichtert. Die Temperatur kann von 20 bis 200°C, vorzugsweise
von 50 bis 150°C
oder besser von 60 bis 100°C
variieren. Der Druck kann bei einem Wert von 0,1 bis 5 MPa, vorzugsweise
von 0,5 bis 4 MPa und vorteilhaft von 0,5 bis 3 MPa derart eingestellt
werden, dass die Reagenzien wenigstens teilweise in flüssiger Phase
sind. Die Raumgeschwindigkeit kann von 0,5 bis 20 h–1 und
vorzugsweise von 1 bis 10 h–1 mit einem Molverhältnis H2/Diolefine von 0,5 bis 5 und vorzugsweise
von 1 bis 3 sein.
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Der oder die Reaktoren, die zum Ausführen der
Stufe 1 zur selektiven Hydrierung und zur Isomerisierung verwendet
werden, können
vorteilhaft von einer Stabilisierungskolonne gefolgt sein, die die
Spuren von gasförmigen
Kohlenwasserstoffen entfernt, welche ggf. im Beschickungswasserstoff
vorliegen.
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Das Ziel der zweiten Stufe ist es,
in einer Kolonne, die die Hydrierisomerisierung der n-Butene (d.h. des
nach der Stufe 1 verbleibenden 1-Butens zu 2-Butenen) integriert,
die C4-Fraktion aus der Stufe 1 zu trennen,
um einerseits am Kopf eine Fraktion zu erhalten, die im Wesentlichen
Isobuten frei von 1-Buten enthält und
andererseits am Fuß eine
Fraktion, die eine geringe Menge an 1-Buten, 2-Butenen und n-Butan
enthält. Das
so konzentrierte Isobutan kann für
verschiedene Verwendungen vorgesehen werden. Die 2-Butenfraktion wird
zur Metathesisstufe geleitet. Im allgemeinen enthält die Bodenfraktion
dieser Stufe wenigstens 1 Gew.-% Isobuten und höchstens 1 Gew.-% 1-Buten.
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Die Kolonne, welche die Hydrierisomerisierung
der n-Butene integriert, umfasst innen oder außen eine oder mehrere Beschickungen
eines Katalysators des gleichen Typs wie von jenem in Stufe 1 eingesetzten.
Die Kolonne, welche die Hydrierisomerisie rung der n-Butene integriert
und in den Verfahren gemäß der Erfindung eingesetzt
wird, kann von irgendeinem Typ sein. In einer bevorzugten Anordnung
wird wenigstens eine den Katalysator enthaltende Zone angeordnet.
Die mechanische Anordnung des Katalysators in der oder den katalytischen
Zonen muss derart sein, dass er wenigstmöglich die Ströme von Dampf
und Flüssigkeit
zwischen den beiden ihn einrahmenden Trennzonen behindert. Der Katalysator
kann zum Beispiel in einer feinen Lage auf den formierten Böden oder
Gittern oder in suspendierten, oder auf Trägern, die seine mechanische
Beständigkeit
sicherstellen, angeordneten Säcken
oder auf jede andere dem Fachmann bekannte Art angeordnet werden.
Andererseits kann der Katalysator in der Kolonne derart angeordnet
werden, dass er nur durch einen aufsteigenden Fluss einer flüssigen Phase
durchquert wird. Er kann in Form einer katalytischen Auskleidung bzw.
Füllung
gemäß verschiedenen
bekannten Ausführungsformen
angeordnet sein. Die Trennzonen, die die katalytischen Zonen einrahmen,
können
Platten oder Füllkörper umfassen.
Eine der bevorzugten Ausführungen
der Kolonnen kann z.B. dem Patent FR-B-2 755 130 im Namen der Anmelderin
entsprechen.
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Die Fraktion der 2-Butene aus der
Stufe 2 kann direkt in der dritten Stufe des Verfahrens eingesetzt werden.
In dieser Stufe werden die 2-Butene zur Reaktion mit Ethylen gebracht,
um Propylen durch Metathesis zu ergeben. Aufgrund der geringen Menge
von 1-Buten und Isobuten in der Beschickung ist die Bildung von Nebenprodukten
sehr begrenzt.
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Die Metathesisreaktion des Ethylens
mit den 2-Butenen in der Stufe 3 kann durch verschiedene Metalloxide,
abgeschieden auf Trägern
katalysiert werden. Man verwendet vorzugsweise einen Katalysator,
der wenigstens ein Rheniumoxid, abgeschieden auf einem Träger umfasst,
der durch ein feuerfestes Oxid zusammengesetzt ist, das wenigstens
Aluminiumoxid enthält
und einen sauren Charakter aufweist, wie zum Beispiel Aluminiumoxid
selbst, Siliziumaluminiumoxide oder Zeolithe.
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Man kann als bevorzugte Beispiele
die Katalysatoren nennen, die Rheniumheptoxid abgeschieden auf Gamma-Aluminiumoxid
umfassen, analog jenem in den Reformierungskatalysatoren verwendeten,
wie in dem Patent US-A-4 795 734 beschrieben. Der Rheniumgehalt
(ausgedrückt
an metallischem Rhenium) kann von 0,01 bis 20 %, vorzugsweise von
1 bis 15 Gew.-% sein. Die Katalysatoren werden zum Beispiel einer
thermischen Endaktivierung bei 400 bis 1000°C für eine Dauer von 10 Minuten
bis 5 Stunden unter einer nicht reduzierenden Atmosphäre unterzogen.
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Die Katalysatoren, die Rheniumheptoxid
abgeschieden auf einem Aluminiumoxid umfassen, können auch durch Zugabe eines
Oxids eines anderen Metalls modifiziert werden. Solche modifizierten
Katalysatoren umfassen z.B. Rhenium im Oxidzustand von 0,01 bis
20 Gew.-%, ausgedrückt
in metallischem Rhenium, abgeschieden auf einem Träger, der
wenigstens 75 Gew.-% Aluminiumoxid und 0,01 bis 30 Gew.-% wenigstens eines
Oxids eines Metalls enthält,
das aus der Gruppe gewählt
wird, die gebildet ist durch Niob und Tantal, wie in dem Patent
FR-B-2 709 125 beschrieben.
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Die Metathesisreaktion wird vorzugsweise
in flüssiger
Phase in Sauerstoffabwesenheit und Abwesenheit von sauerstoffhaltigen
Verbindungen und Feuchtigkeit und bei einer Temperatur von 0 bis
200°C, vorzugsweise
von 20 bis 150°C
unter einem Druck wenigstens gleich der Dampfspannung des Reaktionsgemischs
bei der Reaktionstemperatur durchgeführt.
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Der Katalysator kann im Festbett
eingesetzt werden. Da er hingegen häufig regeneriert werden muss, ist
es im allgemeinen notwendig, wenigstens zwei Reaktoren parallel
anzuordnen, wobei der eine in Betrieb ist, während der andere sich in Regenerierung
befindet. Man verwendet vorzugsweise ein System mit beweglichem
katalytischem Bett wie es in dem französischen Patent FR-B-2 608 595
beschrieben ist. Der Katalysator wird in regelmäßigen Zeitintervallen am Boden
des Reaktors abgezogen und zu einem kontinuierlichen Regenerierungssystem überführt, von
wo er oben zum Reaktor zurückgeführt wird.
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In Anbetracht der durch die Thermodynamik
auferlegten Begrenzungen wird das nicht umgewandelte Ethylen in
einer ersten Destillationskolonne fraktioniert und zum Metathesisreaktor
rezykliert. Eine zweite Destillationskolonne trennt das Propylen
und die nicht umgewandelten C4-Kohlenwasserstoffe,
die zum Metathesisreaktor rezykliert werden können. Das Fraktionierungsschema
ist daher einfacher, wenn eine große Menge 1-Buten in der Beschickung
vorlag, da es dann vorteilhaft aus Pente nen und Hexenen gebildet
sein wird, was man vor Rezyklieren der Butene zu entfernen gehabt
hätte.
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Wenn das Verfahren auf eine C4-Dampfcrackfraktion angewandt wird, kann
es vorteilhaft sein, die Metathesiseinheit mit dem Cracker derart
zu integrieren, dass man von dem Fraktionierungsgang von diesem
profitieren kann. Man verwendet so in der Metathesisstufe Ethylen,
das vom Dampfcrackvorgang kommt.
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Die in dem Verfahren gemäß der Erfindung
beibehaltene Behandlungsabfolge zeigt zahlreiche Vorteile. Die reaktivsten
Verbindungen der Fraktion, insbesondere 1,3-Butadien, das in variabler Menge vorliegt,
sowie die acetylenischen Kohlenwasserstoffspuren werden ab der ersten
Stufe umgewandelt und werden daher nicht der Grund von parasitären Reaktionen
in den nachfolgenden Stufen sein. Im übrigen ermöglicht es die selektive Hydrierung
der Diolefine i(1,3- und 1,2-Butadien) zu Butenen und die Hydrierisomerisierung
des 1-Butens, gekoppelt mit der Trennung in einer die Hydrierisomerisierung
der n-Butene integrierenden Kolonne, beträchtlich die Konzentration an
2-Butenen in der Fraktion unter Verminderung der geringen Werte
der Konzentration an 1-Buten zu vergrößern, was ebenso eine erhöhte Ausbeute
von Propylen in der Metathesisstufe begünstigt.
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Daher reagiert 1-Buten bei der Metathesis
mit den 2-Butenen, um Propylen und Pentene zu ergeben und reagiert
mit sich selbst, um Hexene zu ergeben. Pentene und Hexene sind Nebenprodukte
von geringem Wert, von denen man sich in kostspieliger Weise entledigen
muss. Das Verfahren ermöglicht
daher eine wünschenswerte
Erhöhung
der Ausbeute an Propylen und erleichtert das Rezyklieren der 2-Butene
zum Metathesisreaktor, da es kaum zu entfernende Pentene und Hexene
gibt.
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Die Erfindung betrifft ebenfalls
eine Anlage (veranschaulicht in 1),
die verwendet wird, um das oben beschriebene Verfahren auszuführen.
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Sie umfasst aufeinanderfolgend:
- 1) eine selektive Hydrierungszone 1 mit Isomerisierung
des 1-Butens zu 2-Buten,
wobei die Zone umfasst wenigstens ein Mittel 1 zur Einführung der umzuwandelnden
Fraktion, wenigstens ein Mittel 3 zum Austritt des Abstroms
und wenigstens ein Mittel 2 zur Einführung des Wasserstoffs, wobei
diese Zone auch wenigstens ein Bett eines Katalysators umfasst,
der vorzugsweise wenigstens ein Metall, gewählt aus der Gruppe, die gebildet
wird durch Nickel, Palladium und Platin, abgeschieden auf einen
Träger
umfasst;
- 2) eine Trennzone 2, in einer Kolonne, die die Hydrierisomerisierung
der n-Butene integriert
(des nach der Stufe 1 des verbleibenden 1-Butens zu 2-Butenen), welche
Trennzone wenigstens ein Mittel 3 zur Einführung des
Abstroms aus der Zone 1, wenigstens ein Mittel 5 zum Austritt
des Isobutens, wenigstens ein Mittel 4 zum Austritt der
2-Butene und n-Butans umfasst; und
- 3) eine Metathesiszone 3, die wenigstens einen Katalysator enthält, vorzugsweise
auf Basis von Rheniumoxid, abgeschieden auf einem Träger, und
wenigstens ein Mittel 4 zur Einführung des Abstroms aus der Zone
2, wenigstens ein Mittel 6 zur Einführung des Ethylens und wenigstens
ein Mittel 7 zum austritt des Propylens umfasst;
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In besonders interessanter Weise
kommt die C4-Fraktion von einer Dampfcrackzone
stromaufwärts, wobei
das Mittel zur Einführung
der in der Zone 1 umzuwandelnden Fraktion mit der Dampfcrackzone
verbunden ist und das Mittel zur Einführung des Ethylens in die Zone
4 mit der Dampfcrackzone verbunden ist.
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Die folgenden Beispiele veranschaulichen
die Erfindung ohne deren Tragweite zu begrenzen.
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BEISPIEL 1
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Eine C4-Fraktion
am Ausgang des Dampfcrackers zeigt die in der Tabelle 1 (Strom 1)
angezeigte Zusammensetzung. In dieser Tabelle haben die Abkürzungen
die folgende Bedeutung: MAPD = Methylacetylen + Propadien,
BBV
= 1,2-Butadien + 1-Butyn + Vinylacetylen.
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Die zu behandelnde C4-Fraktion
wird zuerst einer Hydrierungs- und Hydrierisomerisierungsbehandlung
unterzogen. Sie wird kontinuierlich mit einem in der Tabelle 1 angezeigten
Massedurchsatz und unter einem Druck von 2 MPa in einen ersten Reaktor
eingeführt,
der ein Festbett von 2,6 T von einem Katalysator umfasst, der aus
Palladium auf Aluminium besteht und vorgeschwefelt ist. Wasserstoff
(vermischt mit Methan) wird ebenfalls in diesen Reaktor eingespritzt,
wie in der Tabelle 1 (Strom 2) angezeigt. Um die Temperaturerhöhung in
dem katalytischen Bett zu begrenzen, wird die Beschickung mit dem
Abstrom des Reaktors in einem Verhältnis von 1 zu 20 vor der Behandlung
vermischt. Der Abstrom dieses ersten Reaktors wird anschließend in
einem Endreaktor behandelt, der mit 2,5 T des gleichen Katalysators
beladen ist. Am Ausgang (Tabelle 1, Strom 3) wird die Fraktion von
acetylenischen Verbindungen befreit und das Butadien ist im Wesentlichen
zu Butenen umgewandelt worden, die zum größeren Teil 2-Butene sind, wobei
das 1-Buten isomerisiert worden ist. Die Fraktion wird dann in einer
Stabilisierungskolonne behandelt, wo der restliche Wasserstoff und
das Methan getrennt werden. Nach dieser Behandlung hat die Fraktion
die Zusammensetzung des Stroms 4 (Tabelle 1).
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In der zweiten Stufe wird die hydrierisomerisierte
C4-Fraktion einer Fraktionierung in einer
Kolonne unterzogen, die die Hydrierisomerisierung der n-Butene integriert
(des nach der Stufe 1 verbleibenden 1-Butens zu 2-Butenen). Diese
Kolonne umfasst 130 Böden
und wird auf dem Boden 90 gespeist und ist mit drei eingebauten
Reaktoren ausgerüstet,
die mit dem gleichen Katalysator wie jenem der ersten Stufe verwendeten
beladen sind und an deren Ein- und Ausgang direkt die Kolonne jeweils
auf dem Niveau der Böden
10–11,
25–26 und
39–40
verbunden sind. Der Rückflussgrad
und die Temperaturen werden eingestellt, um am Kopf einen quasi
reinen Isobutenstrom zu erhalten.
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In der dritten Stufe wird die Destillationsbodenfraktion,
die hauptsächlich
2-Buten (Zusammensetzung: Strom 6 der Tabelle 1) enthält, zur
Reaktion mit Ethylen (Gesamtzusammensetzung: Ströme 6 + 7 der Tabelle 1) auf
einem Metathesiskatalysator gebracht, der aus einem Rheniumoxid
auf Gamma-Aluminiumoxid besteht (8 Gew.-% an Rheniummetall) und
gemäß den Lehren
des Patents US-A-4 795 734 hergestellt ist. Die C4-Fraktion
wird am Eingang des Metathesisreaktors mit Zusatz ethylen sowie mit
den Rezyklierungsströmen
von Ethylen und von Butenen vermischt. Dieser Reaktor arbeitet bei
beweglichem Bett wie in dem Patent FR-B-2 608 595 beschrieben bei
einer Temperatur von 35°C
und unter einem Druck von 3,5 MPa und er ist mit einem Regenerieren
gekoppelt, der bei 550°C
unter Atmosphärendruck
arbeitet. Der Katalysator wird in regelmäßigen Zeitintervallen am Reaktorboden
abgezogen und zu dem Regenerieren überführt, von wo er oben zum Reaktor
zurückgeführt wird,
wobei die Überführungen
durch dichtende Schleusen geschehen. Am Reaktorausgang wird nicht
umgewandeltes Ethylen in einer ersten Destillationskolonne fraktioniert
und rezykliert. Eine zweite Destillationskolonne trennt das Propylen
und die C4-Kohlenwaserstoffe, die nicht
umgewandelt sind, werden rezykliert. Die Zusammensetzung des Metathesisabstroms
ist in der Tabelle 1, Strom 8 angezeigt.
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Die Gesamtbilanz der Umwandlung etabliert
sich wie folgt. Für
100 Gewichtteile (pp) an Ausgangs-C4-Fraktion
des Dampfcrackers verbraucht man 1,6 pp Wasserstoff und 29,5 pp
Ethylen und man erzeugt 27 pp Isobuten hoher Reinheit und 88,5 pp
Propylen mit "Polymerisations"-Qualität.
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