DE60009132T2 - Gallensäuren enthaltende zootechnische formulierungen - Google Patents

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Description

  • Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf Formulierungen, welche aus reinen Gallensäuren bestehen, für den zootechnischen Veterinärgebrauch.
  • Die Erfindung bezieht sich weiterhin auf die Verwendung der Formulierungen der Erfindung für eine Reduzierung des Cholesterin-Gehalts in Hühnereiern und für eine Förderung des Wachstums von Säugetieren, wie bsp. Rindern, Schweinen und Schafen.
  • TECHNOLOGISCHER HINTERGRUND
  • Die Verwendung von Antibiotikas, wie bsp. Spiramycin, Tylosin, Virginiamycin, Bacitracin und dergleichen als Wachstumsförderer (auxinische Wirkstoffe) für den Viehbestand ist seit einiger Zeit bekannt, jedoch ist sie gegenwärtig zunehmend strengen Beschränkungen oder selbst gesetzlichen Verboten ausgesetzt.
  • Die Autorisierung zur Verwendung der besagten Substanzen ist insbesondere durch die Europäische Union am 1. Juli 1999 zurückgezogen worden, während diejenige der beiden anderen bekannten Wachstumsförderer, Carbadox und Olaquindox, am 1. September 1999 zurückgezogen wurde.
  • Die zootechnische Industrie fordert daher einen Ersatz für die besagten Wachstumsförderer durch sichere Verbindungen, die nicht als unerwünschte Reste in den zootechnischen Produkten zurückbleiben und die Verbesserung des Wir kungsgrades sowohl bei der Herstellung wie auch bei der Füllmasse-Umwandlung mit niedrigen Kosten garantieren.
  • Die zootechnische Verwendung von Gallensäuren oder sie enthaltenden Fraktionen ist bereits vorgeschlagen worden, jedoch bis jetzt nur für besondere Verwendungen.
  • Bsp. beschreibt die JP 621 43 647 die Verwendung von Gallensäuren für eine Verbesserung der Qualität von Mastrindern, insbesondere für eine Verringerung des Fettgehaltes. Eine das Wachstum fördernde Wirkung ist jedoch nicht beschrieben.
  • Eine das Wachstum fördernde Wirkung ist andererseits jedoch in der JP-A-551 20 756 (Miyata T) beschrieben, jedoch nur in Bezug auf Geflügel.
  • Es ist allgemein bekannt, dass Wachstumsförderer, die für eine bestimmte Tierart geeignet sind, völlig ungeeignet sein können für eine andere Tierart. Insbesondere ist es bekannt, dass die Probleme, die bei der Hühnerhaltung betroffen sind, unterschiedlich von denjenigen sind, die allgemein mit Zuchtsäugetieren verbunden sind.
  • Die Verwendung von Gallensäuren in der Kombination mit Vitaminen für eine Erhöhung des Anteils des Vitamins D3 in Hühnereiern ist in der US 5, 464, 637 beschrieben worden.
  • Andere zootechnische Verwendungen von Gallensäuren sind in Bezug auf Fischkulturen beschrieben worden ( JP 541 30 393 ; JP 611 72 826 ).
  • Die EP-A-0 435 671 beschreibt einen Füllmassezusatz, der aus einem Gallensäurepulver besteht, und seine Verwendung als ein das Wachstum fördernder Füllmasse-Zusatz für Rinder und Schweine. Die EP-A-0 503 959 beschreibt einen Füllmasse-Zusatz, der aus einem Gallensäurepulver besteht, und seine Verwendung als ein das Wachstum fördernder Füllmasse-Zusatz für den Viehbestand, Geflügel und Fische.
  • BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
  • Es wurde nun gefunden, dass die Verabreichung von reinen Gallensäuren sowohl eine merkliche Wirkung zur Förderung des Wachstums bei Säugetieren ergibt wie auch eine Reduzierung des Cholesteringehalts bei den Eiern von Legehühnern.
  • Die Erfindung stellt gemäss einem ersten Aspekt zootechnische und veterinäre Formulierungen bereit, die aus reinen Gallensäuren oder Gemischen davon in Kombination mit einer oder mehreren Komponenten bestehen, ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus: tierische oder pflanzliche Mehle, Aminosäuren, Vitamine, Mineralsalze, Futtermittel, tierische oder pflanzliche Fette.
  • Gemäss einem zweiten Aspekt stellt die Erfindung die zootechnischen und veterinären Formulierungen gemäss dem Anspruch 1 für die Herstellung von das Wachstum fördernden Füllmasse-Zusätzen gemäss dem Anspruch 2 bereit für Zuchtsäugetiere, insbesondere Rinder, Schafe und Schweine.
  • Die Erfindung bezieht sich darüber hinaus auf die betreffenden Verwendungen der vorerwähnten Formulierungen für die Herstellung von Füllmasse-Zusätzen zur Reduzierung der Anwesenheit von somatischen Zellen in Rindermilch und für die Herstellung von Füllmasse-Zusätzen für Legehühner zur Reduzierung des Cholesterin-Gehalts in Eiern.
  • DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
  • Reine Gallensäuren, welche die Hauptkomponente der Formulierungen der Erfindung sind, bestehen vorzugsweise aus cholischen, dehydrocholilschen, deoxycholischen, chenocholischen, chenodeoxycholischen, ursocholischen, ursodeoxycholischen, iocholischen, iodeoxycholischen Säuren und deren ungiftigen oder mit Glycin oder Tarin konjugierten Salzen.
  • Zusätzlich zu den reinen Säuren oder Gemischen davon bestehen die zootechnischen und veterinären Formulierungen aus einer oder mehreren Komponenten, ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus: tierische oder pflanzliche Mehle, Aminosäuren, Vitamine, Mineralsalze, Futtermittel, tierische oder pflanzliche Fette.
  • Die Gallensäuren werden zu Formulierungen formuliert, die für das Füttern von Tieren geeignet sind, wie bsp. einer Füllmasse, einer Vormischung, Zusätzen, wobei herkömmliche Techniken angewandt werden.
  • Der Gehalt der reinen Gallensäuren kann von 70 bis 98% in dem Fall von Zusätzen reichen, während er von etwa 10 bis 30% in dem Fall eines Vorgemisches reichen kann.
  • Die Füllmasse wird gewöhnlich Zusätze in Mengen von etwa 2 bis etwa 50 g je 100 kg der Füllmasse enthalten und ein Vorgemisch in Mengen, die von 70 bis 150 g je 100 kg der Füllmasse reichen.
  • Um das Wachstum von Rindern, Schweinen oder Schafen zu fördern, werden gewöhnlich Tagesmengen der Gallensäuren, die von 1 bis 10 g je Tier reichen, genügen, insbesondere von etwa 4 g täglich für ein Schwein mit einem Gewicht von 100 kg und etwa 7 bis 8 g für ein ausgewachsenes Rind.
  • In dem Fall von Kühen ist weiterhin beobachtet worden, dass die Verabreichung von Gallensäuren eine Reduzierung der somatischen Zellen in der Milch ergibt.
  • Die Verabreichung einer Füllmasse, die etwa 0.01 bis 0.2% von reinen Gallensäuren enthält, für Legehühner über eine Zeitdauer von einer bis neun bis zehn Wochen ergibt eine Reduzierung des Cholesteringehalts in dem Eigelb von Eiern von mehr als 10%.
  • Die vorliegende Erfindung erlaubt daher eine Förderung des Wachstums, eine gesteigerte Produktion, eine Verbesserung des Wirkungsgrades der Füllmasseumwandlung und daher der Produktionskosten und verbessert qualitativ die Produktionen von qualitätstypischen Produkten als Alternative hinsichtlich einer Standardisierung der eigentlichen Produktionen, wodurch das Erfordernis für therapeutische Eingriffe mit allopathischen Medikamenten herabgesetzt wird.
  • Die Erfindung wird nun in größerem Detail mit den folgenden Beispielen beschrieben.
  • BEISPIEL 1
  • 27.5 g einer deoxycholischen Säure und 2.5 g einer cholischen Säure werden zu 100 kg einer Füllmasse für Legehühner hinzugefügt, welche die folgende prozentuale Zusammensetzung hat:
    Formulierung A prozentualer Anteil
    Maismehl 52.80%
    Sojaextraktmehl 27.45%
    gewöhnlicher Weizen 3.25%
    Alfalfamehl 1.00%
    Rinder- und Schweinefett 3.20%
    Calciumcarbonat 8.50%
    Hydrogenphospat 1.60%
    Melasse 0.50%
    Legehühnerzusatz 0.50%
    gelbes Filogemisch 0.40%
    Methionin MHA 0.20%
    Natriumhydrogencarbonat 0.20%
    L-lysine 0.10%
    Natriumchlorid 0.10%
    Magnesiumoxid 0.10%
    Biotin 0.10%
    100%
    B. reine Gallensäuren
    Deoxycholische Säure 27.5 g pro 100 kg der Formulierung A
    Cholische Säure 2.5 g pro 100 kg der Formulierung A
  • BEISPIEL 2
  • Reine Gallensäuren mit der Wirkung auf eine Herabsetzung der Cholesterinkonzentration in Hühnereiern.
  • 220 Brown Plus Hühner wurden in 5 Gruppen aufgeteilt; 3 Gruppen wurden mit einer Füllmasse behandelt, welche die im Beispiel 1 angegebene Basisformulierung hatte, jedoch mit unterschiedlichen prozentualen Anteilen der Gallensäuren, wie angegeben in der nachfolgenden Tabelle: eine erste Kontrollgruppe wurde mit der gleichen Formulierung behandelt, ohne das Vorhandensein von Gallensäuren, während eine zweite Gruppe mit Lecithin behandelt wurde.
  • Die Eidotter wurden nach einer Behandlung von 0, 14, 28 und 42 Tagen gesammelt. Dabei wurden jeweils 7 Sammlungen von 6 Eiern für jede der vorbeschriebenen 5 Behandlungen zusammengestellt. Der Cholesteringehalt der Eidotter wurde mit HPLC ausgewertet.
  • Die mittleren Prozentangaben der Cholesterinkonzentration sind im Vergleich mit den Blankowerten in der folgenden Tabelle angegeben: TABELLE
    Figure 00070001
    Figure 00080001
    BEISPIEL 3 Schweine-Füllmassevorgemisch Zusammensetzung
    Cholische Säure 7 g
    Deoxycholische Säure 4 g
    Chenodeoxycholische Säure 2.5 g
    Pflanzlicher Träger q. s. auf 100 g
    Gemisch 150 g je 100 kg der Füllmasse; äquivalent zu 4 g je 100 kg Körpergewicht des Schweins/Tag. BEISPIEL 4 Rinder-Füllmassevorgemisch
    Deoxycholische Säure 25 g
    Cholische Säure 10 g
    Pflanzlicher Träger q. s. auf 100 g
    Gemisch 75 g je 100 kg der Füllmasse; äquivalent zu 7.5–8 g je Kopf des ausgewachsenen Rinds/Tag.

Claims (5)

  1. Zootechnische und veterinäre Formulierungen, die aus reinen Gallensäuren oder Gemischen davon bestehen in Kombination mit einer oder mehreren Komponenten, ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus: tierische oder pflanzliche Mehle, Aminosäuren, Vitamine, Mineralsalze, Futtermittel, tierische oder pflanzliche Fette.
  2. Formulierungen nach Anspruch 1 in der Form einer Füllmasse, eines Zusatzes oder einer Vormischung.
  3. Verwendung von reinen Gallensäuren für die Herstellung von Füllmasse-Zusätzen zur Reduzierung der Anwesenheit von somatischen Zellen in Rindermilch.
  4. Verwendung von reinen Gallensäuren für die Herstellung von Füllmasse-Zusätzen für Legehühner zur Reduzierung des Cholesterin-Gehalts in Eiern.
  5. Verwendung von reinen Gallensäuren für die Herstellung von wachstumfördernden Füllmasse-Zusätzen gemäss Anspruch 2 für Zuchtsäugetiere.
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