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TECHNISCHES
GEBIET DER ERFINDUNG
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Die vorliegende Erfindung betrifft
ein lithografisches Druckverfahren, in dem ein Bilderzeugungsmaterial
von einer Vorratsrolle abgewickelt, um eine Trommel einer Druckpresse
gewickelt, bildmäßig belichtet
und durch Zufuhr von Single-Fluid-Druckfarbe entwickelt wird.
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ALLGEMEINER
STAND DER TECHNIK
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Bei lithografischen Druckmaschinen
verwendet man einen sogenannten Druckmaster wie eine auf eine Trommel
der Druckpresse aufgespannte Druckplatte. Der Masteroberfläche trägt ein lithografisches
Bild und ein Abzug wird erhalten, indem zunächst Druckfarbe auf das Bild
aufgetragen und anschließend
die Farbe vom Master auf ein Empfangsmaterial, in der Regel Papier, übertragen
wird. Bei herkömmlichem
lithografischem Druck werden sowohl Druckfarbe als auch Feuchtwasser
auf Wasserbasis auf das lithografische Bild, das aus oleophilen
(oder hydrophoben, d. h. farbanziehenden, wasserabstoßenden)
Bereichen und hydrophilen (oder oleophoben, d. h. wasseranziehenden,
farbabstoßenden)
Bereichen aufgebaut ist, angebracht. Bei sogenanntem driografischem
Druck besteht das lithografische Bild aus farbanziehenden und farbabhäsiven (d. h.
farbabstoßenden)
Bereichen und wird während
des driografischen Drucks nur Druckfarbe auf den Master angebracht.
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Druckmaster werden in der Regel nach
dem sogenannten Computer-to-Film-Verfahren
erhalten, wo verschiedene Druckvorstufen wie die Wahl der Schrifttype,
Abtasten, Herstellung von Farbauszügen, Auf rastern, Überfüllen, Layout
und Ausschießen
digital erfolgen und jeder Farbauszug über einen Belichter auf einen grafischen
Film aufbelichtet wird. Nach Entwicklung kann der Film als Maske
für die
Belichtung eines bilderzeugenden Materials, als Druckplattenvorstufe
bezeichnet, benutzt werden und nach der Entwicklung der Druckplatte
wird eine Druckplatte erhalten, die als Master einsetzbar ist.
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In den letzten Jahren hat das sogenannte
Computer-to-Plate-Verfahren
(CTP-verfahren) in merklichem Maße an Bedeutung gewonnen. Bei
diesem Verfahren, ebenfalls als direkte digitale Druckplattenbebilderung
(Direct-to-Plate-Verfahren) bezeichnet, wird auf die Herstellung
eines Films verzichtet und zwar weil das digitale Dokument über einen
sogenannten Plattenbelichter direkt auf eine Druckplattenvorstufe übertragen
wird. Bei einem besonderen Typ eines CTP-Verfahrens wird eine auf
eine Plattentrommel einer Druckpresse aufgespannte Druckplattenvorstufe über einen
in der Presse eingebauten Belichter belichtet. Dieses Verfahren
kann als "Computer-to-Press"-Verfahren bezeichnet
werden und Druckpressen mit eingebautem Belichter werden manchmal
Digitalpressen genannt. Ein Überblick
von Digitalpressen findet sich in "Proceedings of the Imaging Science & Technology's 1997 International
Conference on Digital Printing Technologies (Non-Impact Printing
13)". Computerto-Press-Verfahren
sind beschrieben in z. B. EP-A 770 495, EP-A 770 496, WO 94001280,
EP-A 580 394 und EP-A 774 364. In EP-A 640 478 wird eine digitale
Druckpresse mit einem automatischen, eine Zufuhrwalze und eine innerhalb
der Plattentrommel befindliche Aufrollwalze umfassenden Plattenzufuhrsystem
beschrieben.
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Typische in Computer-to-Press-Verfahren
verwendete Plattenmaterialien basieren auf Ablation. Ein mit ablativen
Platten verbundenes Problem ist die Herstellung von Abfall, der
schwierig zu entfernen ist und den Druckvorgang stören oder
die Belichtungsoptik des eingebauten Belichters verschmutzen kann.
Andere Verfahren erfordern eine Naßverarbeitung mit Chemikalien,
die die elektronischen Bestandteile und Optik des integrierten Belichters
und andere Einrichtungen der Presse verschmutzen können. Deshalb
werden lithografische Beschichtungen, die keine Naßverarbeitung
erfordern oder mit Leitungswasser, Druckfarbe oder Feuchtwasser
entwickelbar sind, besonders erwünscht
in Computer-to-Press-Verfahren. In WO 90002044, WO 91008108 und
EP-A 580 394 werden zwar solche Platten beschrieben, dabei handelt
es sich allerdings bei allen um ablative Platten mit einer mehrschichtigen
Struktur, wodurch sie weniger geeignet sind für On-Press-Beschichtung. In
US 6 095 048 wird die Entwicklung
eines ablativen Materials mit einer Single-Fluid-Druckfarbe offenbart.
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Eine nicht-ablative, mit Feuchtwasser
und Druckfarbe entwickelbare Platte wird in EP-B 770 494 beschrieben.
In dieser Patentschrift wird ein Verfahren offenbart, in dem ein
Bilderzeugungsmaterial mit einer Bildaufzeichnungsschicht, die ein
hydrophiles Bindemittel, eine Verbindung, die Licht in Wärme umzuwandeln vermag,
und hydrophobe thermoplastische polymere Teilchen enthält, bildmäßig belichtet
wird, wobei die belichteten Bereiche in eine hydrophobe Phase, die
die druckenden Bereiche des Druckmasters ausbildet, umgewandelt
werden. Der Druckzyklus auf der Presse kann sofort nach Belichtung
ohne zusätzliche
Verarbeitung gestartet werden und zwar weil die Schicht durch Wechselwirkung
mit dem Feuchtwasser und der Druckfarbe, die während des Druckvorgangs der
Trommel zugeführt
werden, entwickelt wird. Auf diese Weise wird die chemische Naßentwicklung
dieser Materialien dem Benutzer "verborgen" und während der
ersten Durchgänge
der Druckpresse vorgenommen.
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Mit letzterem Verfahren ist das Problem
verbunden, daß die
On-Press-Entwicklung
als Schritte umfaßt,
daß der
Druckplatte zunächst
Feuchtwasser und anschließend
ebenfalls Druckfarbe zugeführt
wird, was einfach ausführbar
ist in Druckpressen, bei denen die Farbauftragwalzen und Feuchtwalzen
unabhängig
voneinander betrieben werden können.
Schwieriger erzielbar aber wird eine optimale On-Press-Entwicklung, wenn
Feuchtwasser und Druckfarbe zugleich aufgetragen werden, was die
einzige Möglichkeit
ist bei Druckpressen mit einem integrierten Druckfarbe/Feuchtwasser-Zufuhrsystem.
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Außerdem ist die Entwicklung
von Plattenmaterialien mit Feuchtwasser nicht möglich bei driografischen Druckpressen
und zwar weil der Platte bei solchen Pressen nur Druckfarbe zugeführt wird.
Dadurch, daß es
infolge der Abwesenheit von Feuchtwasser auf Wasserbasis keine abkühlende Wirkung
gibt, erfordern driografische Druckpressen eine sorgfältige Temperatursteuerung.
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Es besteht somit ein Bedarf an einem
Verfahren, in dem die On-Press-Entwicklung
eines Bilderzeugungsmaterials ohne Zufuhr von Feuchtwasser auf Wasserbasis
erzielt werden kann.
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KURZE DARSTELLUNG
DER VORLIEGENDEN ERFINDUNG
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Aufgabe der vorliegenden Erfindung
ist es, ein lithografisches Druckverfahren mit automatischer Plattenzufuhr
und Belichtung auf der Presse, das bei allen lithografischen Druckpressen,
auch bei denen ohne Feuchtwasserzufuhr, eine Entwicklung auf der
Presse erlaubt, bereitzustellen. In dieser Weise wird ein vollautomatisches Druckverfahren,
bei dem die Stufen der Plattenzufuhr, Belichtung und Entwicklung
alle ohne menschlichen Eingriff durchführbar sind, bereitgestellt.
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Gelöst wird diese Aufgabe durch
das in Anspruch 1 definierte Verfahren. Es hat sich herausgestellt, daß hervorragende
Ergebnisse erzielbar sind durch Verwendung von Single-Fluid-Druckfarbe
für die On-Press-Entwicklung
eines Bilderzeugungsmaterials mit einer Bildaufzeichnungsschicht,
die löslich
ist in einer solchen Single-Fluid-Druckfarbe oder im Belichtungsschritt
darin löslich
gemacht werden kann. Unter Single-Fluid-Druckfarbe versteht sich
in der Regel eine Emulsion einer Druckfarbenphase in einer polaren
Phase oder umgekehrt eine Emulsion einer polaren Phase in einer
Druckfarbenphase. Single-Fluid-Druckfarbe
erlaubt den Druck mit einem herkömmlichen
naßen
lithografischen Druckmaster ohne Verwendung eines Feuchtwassers.
Die Druckfarbenphase adsorbiert auf den hydrophoben Bereichen des
Druckmasters, während
die polare Phase die hydrophilen Bereiche anfeuchtet und dadurch
Adsorption der Druckfarbenkomponente auf den nicht-druckenden Bereichen
des lithografischen Bildes verhütet.
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Das erfindungsgemäße Druckverfahren ist ein wie
in Anspruch 1 definierter, die Schritte (i) bis (vi) umfassender
Zyklus, der mehrmals wiederholt werden kann, wobei die präzise Anzahl
von der Länge
der Bahn des Bilderzeugungsmaterials auf der Vorratsspule abhängt. Vorzugsweise
beträgt
die Anzahl der Druckzyklen mehr als 1, besonders bevorzugt mehr
als 10 und ganz besonders bevorzugt mehr als 30. Da das Auswechseln
und Laden der Platte vollautomatisch verläuft, wird die Stillstandszeit
der Druckpresse zwischen Druckzyklen auf ein Minimum reduziert.
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Weitere Vorteile der vorliegenden
Erfindung werden aus der nachstehenden Beschreibung ersichtlich. Spezifische
Kennzeichen für
bevorzugte erfindungsgemäße Ausführungsformen
werden in den Unteransprüchen
beschrieben.
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AUSFÜHRLICHE
BESCHREIBUNG DER VORLIEGENDEN ERFINDUNG
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Das erfindungsgemäß verwendete Bilderzeugungsmaterial
enthält
eine biegsame lithografische Unterlage und eine Bildaufzeichnungsschicht.
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Lithografische
Unterlage
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Die lithografische Unterlage enthält einen
Träger
in Bahnform, der genügend
biegsam ist, um auf eine Spule gewickelt werden zu können. Der
Träger
hat eine hydrophile Oberfläche
oder ist mit einer hydrophilen Schicht überzogen. Der biegsame Träger kann
ein Träger
aus Papier, Kunststoff, einem dünnen
Metall wie Aluminium oder einem Verbundwerkstoff oder Laminat davon,
z. B. einem Laminat aus Kunststoff und Metall, bestehen. Ein ganz
besonders bevorzugtes Beispiel ist eine auf Aluminium auflaminierte
PET-Folie, die genügend
dünn ist,
um auf eine Spule gewickelt werden zu können. Bevorzugte Beispiele
für Kunststoffolien
sind eine Polyethylenterephthalatfolie (PET-Folie), eine Polyethylennaphthalatfolie,
eine Celluloseacetatfolie, eine Polystyrolfolie, eine Polycarbonatfolie
usw. Der Kunststoffolienträger
kann lichtundurchlässig
oder lichtdurchlässig
sein.
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Eine besonders bevorzugte lithografische
Unterlage mit einer hydrophilen Oberfläche ist ein elektrochemisch
gekörnter
und eloxierter Aluminiumträger.
Der eloxierte Aluminiumträger
kann einer Verarbeitung zur Verbesserung der hydrophilen Eigenschaften
der Trägeroberfläche unterzogen
werden. So kann der Aluminiumträger
zum Beispiel durch Verarbeitung der Trägeroberfläche mit einer Natriumsilikatlösung bei
erhöhter Temperatur,
z. B. 95°C,
silikatiert werden. Als Alternative kann eine Phosphatverarbeitung
vorgenommen werden, wobei die Aluminiumoxidoberfläche mit
einer wahlweise fernerhin ein anorganisches Fluorid enthaltenden Phosphatlösung verarbeitet
wird. Ferner kann die Aluminiumoxidoberfläche mit einer Zitronensäure- oder
Citratlösung
gespült
werden. Diese Behandlung kann bei Zimmertemperatur oder bei leicht
erhöhter
Temperatur zwischen etwa 30°C
und 50°C
erfolgen. Eine andere interessante Methode besteht in einer Spülung der
Aluminiumoxidoberfläche
mit einer Bicarbonatlösung.
Fernerhin kann die Aluminiumoxidoberfläche mit Polyvinylphosphonsäure, Polyvinylmethylphosphonsäure, Phosphorsäureestern
von Polyvinylalkohol, Polyvinylsulfonsäure, Polyvinylbenzolsulfonsäure, Schwefelsäureestern
von Polyvinylalkohol und Acetalen von Polyvinylalkoholen, die durch
Reaktion mit einem sulfonierten alifatischen Aldehyd gebildet sind,
verarbeitet werden. Ferner liegt es nahe, daß eine oder mehrere dieser
Nachbehandlungen separat oder kombiniert vorgenommen werden können. Genauere
Beschreibungen dieser Behandlungen finden sich in GB-A 1 084 070,
DE-A 4 423 140, DE-A 4 417 907, EP-A 659 909, EP-A 537 633, DE-A
4 001 466, EP-A 292 801, EP-A 291 760 und US-P 4 458 005.
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Ein Träger ohne hydrophile Oberfläche kann
mit einer hydrophilen Schicht, als Grundierschicht bezeichnet, überzogen
werden. Die Grundierschicht ist vorzugsweise eine vernetzte hydrophile
Schicht, die aus einem hydrophilen, mit einem Härter wie Formaldehyd, Glyoxal,
Polyisocyanat oder einem hydrolysierten Tetraalkylorthosilikat vernetzten
Bindemittel erhalten ist. Letzteres Vernetzungsmittel wird besonders
bevorzugt. Die Stärke
der hydrophilen Grundierschicht kann zwischen 0,2 und 25 μm variieren
und liegt vorzugsweise zwischen 1 und 10 μm.
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Das hydrophile Bindemittel zur Verwendung
in der Grundierschicht ist z. B. ein hydrophiles (Co)polymer wie
Homopolymere und Copolymere von Vinylalkohol, Acrylamid, Methylolacrylamid,
Methylolmethacrylamid, Acrylsäure,
Methacrylsäure,
Hydroxyethylacrylat, Hydroxyethylmethacrylat oder Maleinsäureanhydrid-Vinylmethylether-Copolymere.
Die Hydrophilie des benutzten (Co)polymers oder (Co)polymergemisches ist
vorzugsweise höher
oder gleich der Hydrophilie von zu wenigstens 60 Gew.-%, vorzugsweise
zu wenigstens 80 Gew.-% hydrolysiertem Polyvinylacetat.
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Die Menge Härter, insbesondere Tetraalkylorthosilikat,
beträgt
vorzugsweise wenigstens 0,2 Gewichtsteile je Gewichtsteil hydrophiles
Bindemittel, liegt vorzugsweise zwischen 0,5 und 5 Gewichtsteilen,
besonders bevorzugt zwischen 1,0 Gewichtsteil und 3 Gewichtsteilen
je Gewichtsteil hydrophiles Bindemittel.
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Die hydrophile Grundierschicht kann
ebenfalls Substanzen, die die mechanische Festigkeit und Porosität der Schicht
verbessern, enthalten. Zu diesem Zweck kann kolloidale Kieselsäure benutzt
werden. Die kolloidale Kieselsäure
kann in Form einer beliebigen handelsüblichen Wasserdispersion von
kolloidaler Kieselsäure
mit zum Beispiel einer mittleren Teilchengröße bis zu 40 nm, z. B. 20 nm,
benutzt werden. Daneben können
inerte Teilchen mit einer größeren Korngröße als die
kolloidale Kieselsäure
zugesetzt werden, z. B. Kieselsäure,
die wie in J. Colloid and Interface Sci., Band 26, 1968, Seiten
62 bis 69, von Stöber
beschrieben angefertigt ist, oder Tonerdeteilchen oder Teilchen
mit einem mittleren Durchmesser von zumindest 100 nm, wobei es sich
um Teilchen von Titandioxid oder anderen Schwermetalloxiden handelt.
Durch Einbettung dieser Teilchen erhält die Oberfläche der
hydrophilen Grundierschicht eine gleichmäßige rauhe Beschaffenheit mit mikroskopischen
Spitzen und Tälern,
die als Lagerstellen für
Wasser in Hintergrundbereichen dienen.
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Besondere Beispiele für geeignete
hydrophile Grundierschichten zur Verwendung in der vorliegenden Erfindung
sind offenbart in EP-A 601 240, GB-P 1 419 512, FR-P 2 300 354,
US-P 3 971 660 und US-P 4 284 705.
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Besonders bevorzugt wird der Einsatz
eines Filmträgers,
der mit einer haftungsfördernden
Schicht, ebenfalls Haftschicht genannt, überzogen ist. Zur erfindungsgemäßen Verwendung
besonders geeignete haftungsverbessernde Schichten enthalten ein
hydrophiles Bindemittel und kolloidale Kieselsäure, wie in EP-A 619 524, EP-A
620 502 und EP-A 619 525 beschrieben. Die Menge Kieselsäure in der
haftungsfördernden Schicht
liegt vorzugsweise zwischen 200 mg/m2 und
750 mg/m2. Weiterhin liegt das Verhältnis von
Kieselsäure zu
hydrophilem Bindemittel vorzugsweise über 1 und beträgt die spezifische
Oberfläche
der kolloidalen Kieselsäure
vorzugsweise wenigstens 300 m2/g, besonders
bevorzugt wenigstens 500 m2/g.
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Bilderzeugungsmaterial
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Das Bilderzeugungsmaterial enthält zumindest
eine auf die lithografische Unterlage aufgetragene Bildaufzeichnungsschicht.
Vorzugsweise wird nur eine einzelne Schicht auf die Unterlage aufgetragen.
Das Material kann lichtempfindlich oder wärmeempfindlich sein, wobei
letztere Wahl wegen der Tageslichtbeständigkeit bevorzugt wird. Die
Bildaufzeichnungsschicht des erfindungsgemäß verwendeten Materials ist
vorzugsweise nicht-ablativ. Unter dem Begriff "nicht-ablativ" ist zu verstehen, daß die Bildaufzeichnungsschicht
während
des Belichtungsschritts nicht wesentlich entfernt wird. Das Material
kann positivarbeitend sein, d. h. die belichteten Bereiche der Bildaufzeichnungsschicht
können
durch die Single-Fluid-Druckfarbe
entfernt werden, wobei die hydrophile Oberfläche der lithografischen Unterlage,
die die nicht-druckenden Bereiche des Masters bildet, freigelegt
wird, während
die nicht-belichteten Bereiche nicht durch die Single-Fluid-Druckfarbe
entfernbar sind und die hydrophoben druckenden Bereiche des Masters
bilden. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist das Material
negativarbeitend, d. h. die nicht-belichteten Bereiche der Bildaufzeichnungsschicht
werden durch die Single-Fluid-Druckfarbe entfernt, wobei die hydrophile
Oberfläche
der lithografischen Unterlage, die die nichtdruckenden Bereiche
des Masters bildet, freigelegt wird, während die nicht-belichteten
Bereiche nicht durch die Single-Fluid-Druckfarbe entfernt werden
und die hydrophoben druckenden Bereiche des Masters bilden. Unter
dem Begriff „entfernbar
oder entfernt werden" versteht
sich, daß die
Bildaufzeichnungsschicht durch Zufuhr von Single-Fluid-Druckfarbe von der lithografischen
Unterlage entfernt werden kann, z. B. durch Auflösung der Schicht in der Single-Fluid-Druckfarbe oder durch
Bildung einer Dispersion oder Emulsion der Schicht in der Single-Fluid-Druckfarbe.
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In einer bevorzugten Ausführungsform
ist das Bilderzeugungsmaterial negativarbeitend und enthält eine
Bildaufzeichnungsschicht, die vor der Belichtung durch die Single-Fluid-Druckfarbe
entfernt werden kann und durch die Belichtung weniger einfach entfernbar
gemacht wird. Nachstehend folgt eine Erörterung zweier ganz besonders
bevorzugter Ausführungsformen
einer solchen negativarbeitenden Bildaufzeichnungsschicht.
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In einer ersten ganz besonders bevorzugten
Ausführungsform
beruht der Arbeitsmechanismus der bilderzeugenden schicht auf der
thermisch induzierten Koaleszenz von hydrophoben thermoplastischen
polymeren Teilchen, die vorzugsweise in einem hydrophilen Bindemittel
dispergiert sind, wie beschrieben in z. B.
EP 770 494 ,
EP 770 495 ,
EP 770 497 ,
EP 773 112 ,
EP 774 364 und
EP 849 090 . Die koaleszierten polymeren Teilchen
bilden einen hydrophoben druckenden Bereich, der nicht einfach durch
die Single-Fluid-Druckfarbe entfernt werden kann, während die
nicht-belichtete Schicht einen nicht-druckenden, zügig durch
die Single-Fluid-Druckfarbe entfernbaren Bereich bildet. Die thermische
Koaleszierung kann durch Direktbeaufschlagung mit Wärme, z.
B. mit Hilfe eines Thermokopfes, oder durch die Lichtabsorption
einer oder mehrerer Verbindungen, die zur Umwandlung von Licht,
besonders bevorzugt Infrarotlicht, in Wärme befähigt sind, ausgelöst werden.
Besonders nutzbare Licht in Wärme
umwandelnde Verbindungen sind zum Beispiel Farbstoffe, Pigmente,
Gasruß,
Metallcarbide, Metallboride, Metallnitride, Metallcarbonitride,
Oxide mit einer Bronzestruktur und leitfähige polymere Dispersionen,
wie leitfähige
polymere Dispersionen auf der Basis von Polypyrrol, Polyanilin oder
Polythiophen. Infrarotabsorbierende Farbstoffe und Gasruß werden
ganz besonders bevorzugt.
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Die hydrophoben thermoplastischen
polymeren Teilchen weisen vorzugsweise eine Koagulationstemperatur über 35°C und besonders
bevorzugt über
50°C auf.
Koagulation kann infolge Erweichen oder Schmelzen der thermoplastischen
polymeren Teilchen unter Einwirkung von Wärme eintreten. Die Koagulationstemperatur
der thermoplastischen hydrophoben polymeren Teilchen unterliegt
zwar keiner spezifischen oberen Grenze, soll jedoch genügend unter
der Zersetzungstemperatur der polymeren Teilchen liegen. Die Koagulationstemperatur
liegt vorzugsweise zumindest 10°C
unter der Temperatur, bei der Zersetzung der polymeren Teilchen
eintritt. Als spezifische Beispiele für hydrophobe polymere Teilchen
sind z. B. Polyethylen, Polyvinylchlorid, Polymethyl(meth)acrylat,
Polyethyl(meth)acrylat, Polyvinylidenchlorid, Polyacrylnitril, Polyvinylcarbazol,
Polystyrol oder Copolymere derselben zu nennen. Ganz besonders bevorzugt
wird Polystyrol. Das Gewichtsmittel des Molekulargewichts der Polymere
kann zwischen 5.000 und 1.000.000 g/Mol variieren. Die Teilchengröße der hydrophoben
Teilchen kann zwischen 0,01 μm
und 50 μm,
besonders bevorzugt zwischen 0,05 μm und 10 μm und ganz besonders bevorzugt
zwischen 0,05 μm
und 2 μm
liegen. Die Menge an hydrophoben thermoplastischen polymeren Teilchen
in der bilderzeugenden Schicht liegt vorzugsweise zwischen 20 Gew.-%
und 65 Gew.-%, besonders bevorzugt zwischen 25 Gew.-% und 55 Gew.-%
und ganz besonders bevorzugt zwischen 30 Gew.-% und 45 Gew.-%.
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Geeignete hydrophile Bindemittel
sind zum Beispiel synthetische Homo- oder Copolymere wie ein Polyvinylalkohol,
eine Poly(meth)acrylsäure,
ein Poly(meth)acrylamid, ein Polyhydroxyethyl(meth)acrylat, ein
Polyvinylmethylether oder natürliche
Bindemittel wie Gelatine, ein Polysaccharid wie z. B. Dextran, Pullulan,
Cellulose, Gummiarabicum und Alginsäure.
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In der zweiten ganz besonders bevorzugten
Ausführungsform
enthält
die bilderzeugende Schicht ein Aryldiazosulfonat-Homopolymer oder
-Copolymer, das vor Belichtung hydrophil und löslich in der Single-Fluid-Druckfarbe
ist und durch die Belichtung hydrophob und weniger löslich gemacht
wird. Für
die Belichtung kommen die gleichen Mittel wie oben im Zusammenhang
mit der thermischen Koaleszenz von polymeren Teilchen erörtert in
Frage. Als Alternative kann das Aryldiazosulfonatpolymer ebenfalls
durch Belichtung mit UV-Licht wie z. B. mit einem W-Laser oder einer
W-Lampe geschaltet werden.
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Bevorzugte Beispiele für solche
Aryldiazosulfonatpolymere sind die Verbindungen, die durch Homo- oder
Copolymerisation von Aryldiazosulfonatmonomeren mit anderen Aryldiazosulfonatmonomeren
und/oder mit Vinylmonomeren wie (Meth)acrylsäure oder Estern davon, (Meth)acrylamid,
Acrylnitril, Vinylacetat, Vinylchlorid, Vinylidenchlorid, Styrol, α-Methylstyrol
usw. hergestellt werden können.
Geeignete Aryldiazosulfonatpolymere zur Verwendung in der vorliegenden
Erfindung entsprechen folgender Formel
in der R
0,
R
1 und R
2 unabhängig voneinander
jeweils ein Wasserstoffatom, eine Alkylgruppe, eine Nitrilgruppe oder
ein Halogenatom, z. B. Cl, bedeuten, L eine zweiwertige Verbindungsgruppe
bedeutet, n 0 oder 1 bedeutet, A eine Arylgruppe bedeutet und M
ein Kation bedeutet. L bedeutet vorzugsweise eine zweiwertige Verbindungsgruppe
aus der Gruppe bestehend aus -(X)
t-CONR
3-, -(X)
t-COO-, -X-
und -(X)
t-CO-, wobei t 0 oder 1 bedeutet,
R
3 ein Wasserstoffatom, eine Alkylgruppe
oder eine Arylgruppe bedeutet und X eine Alkylengruppe, eine Arylengruppe,
eine Alkylenoxygruppe, eine Arylenoxygruppe, eine Alkylenthiogruppe,
eine Arylenthiogruppe, eine Alkylenaminogruppe, eine Arylenaminogruppe,
Sauerstoff, Schwefel oder eine Aminogruppe bedeutet. A bedeutet
vorzugsweise eine nicht-substituierte Arylgruppe, z. B, eine nicht-substituierte
Phenylgruppe, oder eine Arylgruppe, z. B. eine Phenylgruppe, die
mit einer oder mehreren Alkylgruppen, Arylgruppen, Alkoxygruppen,
Aryloxygruppen oder Aminogruppen substituiert ist. M bedeutet vorzugsweise
ein Kation wie NH
4
+ oder
ein Metallion wie ein Kation von Al, Cu, Zn, ein Erdalkalimetall
oder ein Alkalimetall.
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Geeignete Aryldiazosulfonatmonomere
zur Herstellung der obigen Polymere sind beschrieben in EP-A 339
393, EP-A 507 008 und EP-A 771 645. Typische Beispiele sind
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Das Bilderzeugungsmaterial kann außer der
Bildaufzeichnungsschicht ebenfalls andere, auf die lithografische
Unterlage aufgetragene Schichten enthalten. Die lichtabsorbierende
Verbindung kann in einer anderen Schicht, die der die anderen obengenannten
Ingredienzien wie die hydrophoben thermoplastischen polymeren Teilchen
und das Aryldiazosulfonatpolymer enthaltenden Schicht nahe liegt,
enthalten sein. Oder das Bilderzeugungsmaterial kann eine Schutzdeckschicht,
die durch die Single-Fluid-Druckfarbe entfernbar ist und Schutz
gegen Handhabung und mechanischen Schaden verleiht, enthalten. Eine
geeignete Schutzdeckschicht enthält
Polyvinylalkohol.
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Single-Fluid-Druckfarbe
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Zur Verwendung im erfindungsgemäßen Verfahren
geeignete Single-Fluid-Druckfarben
sind beschrieben in
US 4 045
232 ,
US 4 981 517 und
US 6 140 392 . Unter Single-Fluid-Druckfarbe
versteht sich in der Regel eine Emulsion einer Druckfarbenphase
in einer polaren Phase oder umgekehrt eine Emulsion einer polaren Phase
in einer Druckfarbenphase. Die Druckfarbenphase wird ebenfalls als
hydrophobe oder oleophile Phase bezeichnet. Die polare Phase enthält vorzugsweise
zumindest 50%, besonders bevorzugt zumindest 70% und ganz besonders
bevorzugt zumindest 90% einer nicht-wäßrigen polaren Flüssigkeit.
In einer ganz besonders bevorzugten Ausführungsform besteht die polare
Phase aus einer organischen polaren Flüssigkeit und ist wesentlich
wasserfrei. Die polare Flüssigkeit
ist vorzugsweise ein Polyol. Eine ganz besonders bevorzugte Single-Fluid-Druckfarbe
ist beschrieben in WO 00/32705, deren relevante Inhalt im folgenden
wiedergegeben wird.
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Die hydrophobe Phase enthält vorzugsweise
ein Vinylharz mit Carboxylfunktionalität. Der Begriff "Vinylharz" umfaßt Polymere,
die durch Kettenreaktionspolymerisation oder Additionspolymerisation über Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindungen
aus Vinylmonomeren und mit Vinylmonomeren copolymerisierbaren Monomeren
hergestellt werden. Typische Vinylmonomere umfassen in nicht-limitativer
Weiser Vinylester, Acryl- und Methacrylmonomere und aromatische
styrolhaltige Vinylmonomere. Die Vinylpolymere können verzweigt werden, indem
in der Polymerisationsreaktion Monomere mit zwei Reaktionsstellen
verwendet werden. Sogar ein verzweigtes Vinylpolymer weist noch
eine nützliche
Löslichkeit
auf. Unter "löslich" versteht sich, daß das Polymer
mit einem oder mehreren Lösungsmitteln
verdünnt
werden kann. (kontradiktorisch können
Polymere zu unlöslichen
dreidimensionalen Netzwerkstrukturen vernetzt werden, die nur durch
Lösungsmittel quellbar
sind). Trotz der wesentlichen Verzweigung bleiben die verzweigten
Vinylharze verdünnbar
mit Lösungsmitteln.
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Die Vinylpolymere mit einer Carboxylfunktion
können
durch Polymerisation eines Monomergemisches, das zumindest ein Monomer
mit einer Säurefunktion
oder zumindest ein Monomer mit einer Gruppe, die infolge der Polymerisation
in eine Säuregruppe
wie eine Anhydrid gruppe umgewandelt wird, enthält, hergestellt werden. Beispiele
für Monomere
mit einer Säurefunktion
oder Anhydridfunktion sind u. a. in nicht-limitativer Weise α,β-ethylenisch
ungesättigte
Monocarbonsäuren
mit 3 bis 5 Kohlenstoffatomen wie Acrylsäure, Methacrylsäure und
Crotonsäure, α,β-ethylenisch
ungesättigte
Dicarbonsäuren
mit 4 bis 6 Kohlenstoffatomen und die Anhydride und Monoester dieser
Säuren
wie Maleinsäureanhydrid
und Fumarsäure
und Derivate von copolymerisierbaren Monomeren mit einer Säurefunktion
wie der Hydroxylethylacrylathalbester von Bernsteinsäure.
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Vorzugsweise wird ein Monomer mit
einer Säurefunktion
wie Acrylsäure,
Methacrylsäure
oder Crotonsäure
oder ein Anhydridmonomer wie Maleinsäureanhydrid oder Itakonsäureanhydrid,
das nach der Polymerisation zur Bildung von Säuregruppen hydratiert werden
kann, eingebettet. Das Vinylpolymer mit einer Säurefunktion hat vorzugsweise
eine Säurezahl
von zumindest etwa 3 mg KOH pro Gramm nicht-flüchtiges Material, vorzugsweise
eine Säurezahl
zwischen etwa 6 und etwa 30 mg KOH pro Gramm nicht-flüchtiges
Material und ganz besonders bevorzugt eine Säurezahl zwischen etwa 8 und
etwa 25 mg KOH pro Gramm nicht-flüchtiges Material, bezogen auf
das nichtflüchtige
Gewicht des Vinylpolymers.
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In einer bevorzugten Ausführungsform
sind die Polymere mit einer Säurefunktion
wesentlich verzweigt. Die erfindungsgemäß verwendeten Druckfarben enthalten
vorzugsweise ein Vinylpolymer, das verzweigt, aber nützlich löslich ist.
Die verzweigten Vinylpolymere können
durch Zugabe eines Lösungsmittels verdünnt, vielmehr
als gequollen, werden. Die Verzweigung kann nach zumindest zwei
Verfahren vorgenommen werden. In einem ersten Verfahren wird ein
Monomer mit zwei oder mehr polymerisierbaren Doppelbindungen in
die Polymerisationsreaktion eingeführt. In einem zweiten Verfahren
wird ein Paar von ethylenisch ungesättigten Monomeren, die jeweils
außer
der polymerisierbaren Doppelbindung zumindest eine zusätzliche Funktionalität, die mit
der zusätzlichen
Funktionalität
auf dem anderen Monomer zu reagieren vermag, enthalten, während der
Polymerisation in das Monomergemisch eingeführt. Zwar tritt die Reaktion
der zusätzlichen funktionellen
Gruppen vorzugsweise während
der Polymerisationsreaktion auf, doch dies gilt nicht als kritische Bedingung
und die Reaktion der zusätzlichen
funktionellen Gruppen kann ganz oder zum Teil vor oder nach der
Polymerisation erfolgen. Eine Verschiedenheit solcher Paare von
gegenseitig reaktiven Gruppen ist möglich. Als erläuternde
Beispiele für
solche Paare von reaktiven Gruppen sind in nicht-limitativer Weise
Epoxid- und Carboxylgruppen, Amin- und Carboxylgruppen, Epoxid-
und Aminogruppen, Epoxid- und Anhydridgruppen, Amino- und Anhydridgruppen,
Hydroxyl- und Carboxyl-
oder Anhydridgruppen, Amino- und Säurechloridgruppen, Alkylenimin-
und Carboxylgruppen, Organoalkoxysilan- und Carboxylgruppen, Isocyanat-
und Hydroxylgruppen, cyclische Carbonatgruppen und Aminogruppen,
Isocyanat- und Aminogruppen usw. zu nennen. Ist eine der eingefügten reaktiven
Gruppen eine Carboxylgruppe oder Anhydridgruppe, so werden sie in einem
ausreichenden Überschuß verwendet,
um die erforderliche Carboxylfunktionalität im Vinylharz zu ergeben.
Zu spezifischen Beispielen für
solche Monomere zählen
in nicht-limitativer Weise Glycidyl(Meth)acrylat mit (Meth)acrylsäure, N-alkoxymethylierte
Acrylamide (die mit sich selbst reagieren) wie N-isobutoxymethyliertes
Acrylamid, γ-Methacryloxytrialkoxysilan
(das mit sich selbst reagiert) und Kombinationen derselben.
-
Vorzugsweise wird das Vinylharz mit
zumindest einem Polymer mit zwei oder mehr polymerisierbaren ethylenisch
ungesättigten
Bindungen polymerisiert und besonders bevorzugt mit zwei bis etwa
vier polymerisierbaren ethylenisch ungesättigten Bindungen. Erläuternde
Beispiele für
Monomere mit zwei oder mehr ethylenisch ungesättigten Gruppen sind in nicht-limitativer
Weise u. a. (Meth)acrylatester von Polyolen wie 1,4-Butandioldi(meth)acrylat,
1,6-Hexandioldi(meth)acrylat, Neopentylglycoldi(meth)acrylat, Trimethylolpropantri(meth)acrylat,
Tetramethylolmethantetra(meth)acrylat, Pentaerythrittetra(meth)acrylat,
Dipentaerythritpenta(meth)acrylat, Dipentaerythrithexa(meth)acrylat,
Alkylenglycoldi(meth)acrylate und Polyalkylenglycoldi(meth)acrylate,
wie Ethylenglycoldi(meth)acrylat, Butylenglycoldi(meth)acrylat,
Diethylenglycoldi(meth)acrylat, Triethylenglycoldi(meth)acrylat
und Polyethylenglycoldi(meth)acrylat, Divinylbenzol, Allylmethacrylat,
Diallylphthalat, Diallylterephthalat und dergleichen, die einzeln
oder in Kombinationen von zwei oder mehr verwendet werden können. Aus
obiger Reihe werden Divinylbenzol, Butylenglycoldimethacrylat, Butandioldimethacrylat,
Trimethylolpropantriacrylat und Pentaerythrittetraacrylat besonders
bevorzugt und wird Divinylbenzol ganz besonders bevorzugt.
-
Das verzweigte Vinylpolymer wird
vorzugsweise polymerisiert mit zumindest etwa 0,008 Äquivalenten von
zumindest einem Monomer mit zumindest zwei ethylenisch ungesättigten
polymerisierbaren Bindungen pro 100 g polymerisiertes Monomer oder
0,004 Äquivalenten
pro 100 g polymerisiertes Monomer von jedem von zwei Monomeren,
die außer
einer ethylenisch ungesättigten
polymerisierbaren Bindung gegenseitig reaktive Gruppen enthalten.
Das verzweigte Vinylpolymer wird vorzugsweise mit etwa 0,012 bis
etwa 0,08 Äquivalenten
und besonders bevorzugt mit etwa 0,016 bis etwa 0,064 Äquivalenten
des bzw. der polyfunktionellen Monomers bzw. Monomere mit zumindest
zwei ethylenisch ungesättigten
polymerisierbaren Bindungen oder des Paars von Monomeren mit einer
Polymerisationsbindung und einer zusätzlichen, damit reaktiven Gruppe pro
100 g polymerisiertes Monomer polymerisiert.
-
Das polyfunktionelle Monomer oder
die polyfunktionellen Monomere haben vorzugsweise zwischen zwei
und vier ethylenisch ungesättigte
polymerisierbare Bindungen und besonders bevorzugt zwei ethylenisch ungesättigte polymerisierbare
Bindungen. In einer Ausführungsform
erfolgt die Herstellung des verzweigten Vinylharzes vorzugsweise
durch Polymerisation eines Gemisches aus Monomeren, das zwischen
etwa 0,5% und etwa 6%, besonders bevorzugt zwischen etwa 1,2% und
etwa 6%, ganz besonders bevorzugt zwischen etwa 1,2% und etwa 4%,
und sogar noch mehr bevorzugt zwischen etwa 1,5% und etwa 3,25%
Divinylbenzol, bezogen auf das Gesamtgewicht der polymerisierten
Monomere, enthält.
(Handelsübliche
Klassen von Divinylbenzol sind u. a. monofunktionelles und/oder
nichtfunktionelles Material. Die zum Erhalten der angegebenen Prozentsätze benötigte Menge
des handelsüblichen
Materials muß berechnet
werden. So würde
zum Beispiel 5 Gew.-% eines Materials, das aus 80 Gew.-% Divinylbenzol
und 20 Gew.-% monofunktionellen Monomeren besteht, 4 Gew.-% des
Divinylbenzolanteils ergeben).
-
Die optimale Menge im Polymerisationsgemisch
an (1) Divinylbenzol oder einem anderen Monomer mit zumindest zwei
polymerisierbaren ethylenisch ungesättigten Bindungen oder (2)
eines Paars von Monomeren mit einer polymerisierbaren Gruppe und
einer zusätzlichen
damit reaktiven Gruppe hängt
in bestimmtem Maße
von den jeweiligen Reaktionsbedingungen wie der Geschwindigkeit
der Zugabe der Monomere während
der Polymerisation, der Löslichkeit
des gebildeten Polymers im gewählten
Reaktionsmedium, der Menge der Monomere, bezogen auf das Reaktionsmedium,
der Halbwertszeit des gewählten
-Initiators bei Reaktionstemperatur und der Gewichtsmenge des Initiators,
bezogen auf die Monomere, ab und kann durch einfache Prüfung ermittelt
werden.
-
Weitere Monomere, die zusammen mit
den polyfunktionellen Monomeren und den Monomeren mit einer Säurefunktion
(oder Monomeren mit Gruppen, die nachher in Säuregruppen umgewandelt werden
können) polymerisiert
werden können,
sind in nicht-limitativer Weise u. a. Ester von α,β-ethylenisch ungesättigten
Monocarbonsäuren
mit 3 bis 5 Kohlenstoffatomen wie Ester von Acrylsäure, Methacrylsäure und
Crotonsäure, α,β-ethylenisch
ungesättigte
Dicarbonsäuren
mit 4 bis 6 Kohlenstoffatomen und die Anhydride, Monoester und Diester
dieser Säuren,
Vinyletter, Vinylether, Vinylketone und aromatische oder heterocyclische
alifatische Vinylverbindungen. Typische Beispiele für geeignete
Ester von Acrylsäure,
Methacrylsäure
und Crotonsäure sind
in nicht-limitativer weise u. a. die Ester, die durch Reaktion mit
gesättigten
alifatischen und cycloalifatischen Alkoholen mit 1 bis 20 Kohlenstoffatomen
erhalten werden, wie Methyl-, Ethyl-, Propyl-, Isopropyl-, n-Butyl-,
Isobutyl-, tert-Butyl-, 2-Ethylhexyl-, Lauryl-, Stearyl-, Cyclohexyl-,
Trimethylcyclohexyl-, Tetrahydrofurfuryl-, Stearyl-, Sulfoethyl-
und Isobornylacrylate, -methacrylate und -crotonate und Polyalkylenglycolacrylate
und -methacrylate. Zu typischen Beispielen für andere ethylenisch ungesättigte polymerisierbare
Monomere zählen
in nicht-limitativer Weise Verbindungen wie Fumarsäure-, Maleinsäure- und
Itakonsäureanhydride,
Monoester und Diester mit Alkoholen wie Methanol, Ethanol, Propanol,
Isopropanol, Butanol, Isobutanol und tert-Butanol. Zu typischen Beispielen für polymerisierbare
Vinylmonomere zählen
in nicht-limitativer Weise Verbindungen wie Vinylacetat, Vinylpropionat,
Vinylether wie Vinylethylether, Vinyl- und Vinylidenhalogenide und
Vinylethylketon. Zu typischen Beispielen für aromatische oder heterocyclische
alifatische Vinylverbindungen zählen
in nicht-limitativer Weise Verbindungen wie Styrol, α-Methylstyrol, Vinyltoluol,
tert-Butylstyrol und 2-Vinylpyrrolidon.
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Bei der Auswahl der Monomere richtet
man sich nach verschiedenen Faktoren, die in der Regel bei der Herstellung
von Druckfarbenlacken berücksichtigt
werden, wie dem erwünschten
Einfrierpunkt und der erwünschten
Verdünnbarkeit
des erhaltenen Polymers im Lösungsmittel
oder Lösungsmittelsystem
der Druckfarbenzusammensetzung.
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Die bevorzugten Vinylpolymere können nach
herkömmlichen
Techniken wie Radikalpolymerisation in einem Semi-Batch-Verfahren
hergestellt werden. Die Monomere, der (die) Initiator(en) und das
(die) eventuelle(n) Kettenübertragungsmittel
können
bei gesteuerter Geschwindigkeit in einem Semi-Batch-Verfahren in
einen geeigneten beheizten, mit Lösungsmittel beladenen Reaktor
eingegeben werden. Typische Quellen von freien Radikalen sind organische
Peroxide, wie u. a. Dialkylperoxide, wie Di-tert-butylperoxid und
Dicumylperoxid, Peroxyester, wie tert-Butylperoxy-2-ethylhexanoat
und tert-Butylperoxypivalat, Peroxycarbonate und Peroxydicarbonate,
wie tert-Butylperoxyisopropylcarbonat,
Di-2-ethylhexylperoxydicarbonat und Dicyclohexylperoxydicarbonat,
Diacylperoxide, wie Dibenzoylperoxid und Dilauroylperoxid, Hydroperoxide,
wie Cumolhydroperoxid und tert-Butylhydroperoxid,
Ketonperoxide, wie Cyclohexanonperoxid und Methylisobutylketonperoxid,
und Peroxyketale, wie 1,1-bis-(tert-Butylperoxy)-3,5,5-trimethylcyclohexan
und 1,1-bis-(tert-Butylperoxy)-cyclohexan, sowie Azoverbindungen
wie 2,2'-Azobis-(2-methylbutannitril),
2,2'-Azobis-(2-methyl)-propionitril
und 1,1'-Azobis(cyclohexancarbonitril).
Organische Peroxide werden bevorzugt. Besonders bevorzugt wird tert-Butylperoxyisopropylcarbonat.
Es können
ebenfalls Kettenübertragungsmittel
bei der Polymerisation benutzt werden. Typische Kettenübertragungsmittel
sind Mercaptane wie Octylmercaptan, n- oder tert-Dodecylmercaptan,
Thiosalicylsäure,
Mercaptocarbonsäuren
wie Mercaptoessigsäure
und Mercaptopropionsäure
und deren Ester und Mercaptoethanol, halogenierte Verbindungen und
dimeres α-Methylstyrol.
Vorzugsweise wird wegen des Geruches und anderer Nachteile auf die
Einbettung eines Kettenübertragungsmittels
verzichtet. Die Wahl des Initiators und der Initiatormenge hängt von den
Fachleuten bekannten Faktoren wie der Reaktionstemperatur, der Menge
und dem Typ des Lösungsmittels
(im Falle einer Lösungspolymerisation),
der Halbwertszeit des Initiators usw. ab.
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Die Additionspolymerisation wird
in der Regel bei einer Temperatur zwischen etwa 20°C und etwa 300°C, vorzugsweise
zwischen etwa 150°C
und etwa 200°C,
besonders bevorzugt zwischen etwa 160°C und etwa 165°C vorgenommen.
Vorzugsweise erfolgt die Polymerisation bei etwa der gleichen Reaktionstemperatur
und unter Verwendung des (der) gleichen Initiators (Initiatoren).
Der Initiator soll so gewählt
werden, daß dessen
Halbwertszeit bei der Reaktionstemperatur vorzugsweise nicht mehr
als etwa dreißig
Minuten, besonders bevorzugt nicht mehr als etwa fünf Minuten
und ganz besonders bevorzugt nicht mehr als etwa zwei Minuten beträgt. Besonders
bevorzugt werden Initiatoren mit einer Halbwertszeit von weniger
als etwa einer Minute bei einer Temperatur zwischen etwa 150°C und etwa
200°C. In
der Regel kann dann eine größere Menge des
verzweigenden Monomers eingebettet werden, wenn die Halbwertszeit
des Initiators kürzer
und/oder die Initiatormenge höher
ist. Die Bindemittel für
das Vinylpolymer in der Druckfarbe weisen vorzugsweise keinen oder
einen beschränkten
Gehalt an restlichem (nicht-reagiertem) Monomer auf. Die Vinylbindemittel
sind insbesondere wesentlich frei von restlichem Monomer, d. h.
enthalten weniger als etwa 0,5 Gew.-% restliches Monomer, besonders
bevorzugt weniger als etwa 0,1 Gew.-% restliches Monomer, bezogen
auf das Gesamtgewicht der polymerisierten Monomere.
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In einem Semi-Batch-Verfahren werden
das Monomer und der Initiator über
einen bestimmten Zeitraum, vorzugsweise bei konstanter Geschwindigkeit,
in den Polymerisationsreaktor eingegeben. Die Zugabegeschwindigkeit
liegt in der Regel zwischen etwa 1 und etwa 10 h und Zugabegeschwindigkeiten
zwischen etwa 3 und etwa 5 h sind üblich. Längere Zugabegeschwindigkeiten
ergeben in der Regel niedrigere zahlendurchschnittliche Molekulargewichte.
Niedrigere zahlendurchschnittliche Molekulargewichte sind ebenfalls
erhältlich
durch Steigerung des Verhältnisses
von Lösungsmittel
zu Monomer oder durch Verwendung eines stärkeren Lösungsmittels für das erhaltene
Polymer.
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In der Regel weist das in der Druckfarbe
verwendete verzweigte Vinylpolymer ein niedriges Zahlenmittel des
Molekulargewichts und eine breite Polydispersität auf. Das Zahlenmittel des
Molekulargewichts und das Gewichtsmittel des Molekulargewichts eines
in der Druckfarbe verwendeten Vinylharzes können nach allgemein anerkannten
Methoden durch Gelpermeationschromatografie auf der Basis einer
Eichung mit Polystyrol-Standards, die für bis zu 6.000.000 gewichtsdurchschnittliche
Molekulargewichte verfügbar
sind, ermittelt werden. Die Polydispersität wird als das Mw/Mn-Verhältnis
definiert. In einer bevorzugten Ausführungsform weist das Vinylpolymer
ein Zahlenmittel des Molekulargewichts (Mn)
von zumindest etwa 1.000, besonders bevorzugt zumindest etwa 2.000
auf. Das Zahlenmittel des Molekulargewichts beträgt vorzugsweise ebenfalls weniger
als etwa 15.000, besonders bevorzugt weniger als etwa 10.000 und
ganz besonders bevorzugt weniger als etwa 8.500. Vorzugsweise liegt
Mn zwischen etwa 1.000 und etwa 10.000,
besonders bevorzugt zwischen etwa 2.000 und etwa 8.500 und ganz
besonders bevorzugt zwischen etwa 4.000 und etwa 8.000. Das Gewichtsmittel
des Molekulargewichts soll zumindest etwa 30.000, vorzugsweise zumindest
etwa 100.000 betragen. Das Gewichtsmittel des Molekulargewichts
(Mw) beträgt vorzugsweise bis zu etwa
60.000.000, wobei die Bestimmung durch GPC gegen einen verfügbaren Standard
mit 6.000.000 gewichtsdurchschnittlichen Molekulargewichten erfolgt.
Mw liegt vorzugsweise zwischen etwa 30.000
und etwa 55.000.000, besonders bevorzugt zwischen etwa 100.000 und
etwa 1.000.000 und ganz besonders bevorzugt zwischen etwa 100.000
und etwa 300.000. Harze mit einer sehr hohen, durch GPC erkennbaren
Schulter des Molekulargewichts in der Kurve (mehr als etwa 45.000.000)
werden aufgrund des Mw-Bereichs zwischen
etwa 100.000 und etwa 300.000 vorzugsweise vermieden. Die Polydispersität – d. h.
das Mw/Mn-Verhältnis – kann bis
zu etwa 10.000, vorzugsweise bis zu etwa 1.000 betragen. Die Polydispersität beträgt vorzugsweise
zumindest etwa 15, besonders bevorzugt zumindest etwa 50. Die Polydispersität liegt vorzugsweise
zwischen etwa 15 und etwa 1.000, besonders bevorzugt zwischen etwa
50 und etwa 800.
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Der theoretische Einfrierpunkt kann
nach den Fachleuten allgemein bekannten Verfahren durch Auswahl
und Aufteilung der üblichen
Faktoren eingestellt werden. In einer bevorzugten Ausführungsform
liegt der theoretische Tg über Zimmertemperatur
und vorzugsweise beträgt
der theoretische Tg zumindest etwa 60°C, besonders
bevorzugt zumindest etwa 70°C.
In den erfindungsgemäßen Verfahren
und Zusammensetzungen verwendet man vorzugsweise Vinylpolymere mit
einem Tg von etwa 50°C bis etwa 125°C, besonders
bevorzugt zwischen etwa 60°C
und etwa 100°C,
ganz besonders bevorzugt zwischen etwa 70°C und etwa 90°C.
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In einer Ausführungsform der Single-Fluid-Druckfarbe
wird das Vinylpolymer mit einer Säurefunktion, das ein verzweigtes
Vinylpolymer sein kann, mit anderen Harzen in der Druckfarbenzusammensetzung
kombiniert. Beispiele für
geeignete andere Harze, die mit dem Vinylpolymer mit einer Säurefunktion
kombiniert werden können,
sind in nicht-limitativer Weise u. a. Polyester- und Alkydharze,
Phenolharze, Kolofoniumharze, Celluloseharze und Derivate dieser
Stoffe wie kolofoniummodifizierte Phenolharze, phenolmodifizierte
Kolofoniumharze, kohlenwasserstoffmodifizierte Kolofoniumharze,
ein maleinsäuremodifiziertes
Kolofoniumharz, fumarsäuremodifizierte
Kolofoniumharze, Kohlenwasserstoffharze, andere Acryl- oder Vinylharze,
Polyamidharze usw. Diese Harze oder Polymere können in einer Menge zwischen
etwa 6 Gewichtsteilen und etwa 1 Gewichtsteil, bezogen auf das Vinylpolymer
mit einer Säurefunktion
und auf der Basis des Gewichts von nicht-flüchtigem Material in den Harzen,
verwendet werden.
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Außer dem Vinylharz mit einer
Säurefunktion
und einem eventuellen zweiten Harz enthalten die Druckfarbenzusammensetzungen
vorzugsweise ein oder mehrere Lösungsmittel.
In einer bevorzugten Ausführungsform
der Single-Fluid-Druckfarbe bildet das verzweigte Vinylharz eine
Lösung
oder Scheinlösung
ohne sichtbare Trübung
im Lösungsmittel
oder den Lösungsmitteln
der Druckfarbenzusammensetzung. Der Lösungsmitteltyp und die Menge
Lösungsmittel
richten sich nach der erwünschten
Viskosität,
Konsistenz und Klebrigkeit der Druck farbe. In der Regel verwendet
man für
Druckfarben, die während
des lithografischen Druckvorgangs in Kontakt mit Gummiteilen wie
Gummiwalzen kommen, nicht-oxygenierte Lösungsmittel oder Lösungsmittel
mit niedrigen Kauri-Butanol-Werten (KB-Werten), die nicht auf das
Gummi einwirken. Zu geeigneten Lösungsmitteln
für in
Kontakt mit Gummiteilen kommende Druckfarben zählen in nicht-limitativer Weise alifatische
Kohlenwasserstoffe wie Erdöldestillatfraktionen
und normale und Isoparaffin-Lösungsmittel
mit beschränktem
aromatischem Charakter. Geeignet sind zum Beispiel Erdölmitteldestillatfraktionen
wie die unter dem Handelsnamen Magie Sol durch Magie Bros. Oil Company,
eine Tochtergesellschaft der Pennsylvania Refining Company, Franklin
Park, Ill., und unter dem Handelsnamen ExxPrint durch Exxon Chemical
Co., Houston, Texas, und Golden Bear Oil Specialties, Oildale, Calif.,
Total Petroleum Inc., Denver, Colo., und Calumet Lubricants Co.,
Indianapolis, Ind. erhältlichen
Erdölmitteldestillatfraktionen.
Zusätzlich
oder als Alternative können
Sojaöl
oder andere pflanzliche Öle
verwendet werden.
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Bei Verwendung von nicht-oxygenierten
Lösungsmitteln
wie den obengenannten muß in
der Regel eine zulängliche
Menge von zumindest einem Monomer mit einer wesentlichen Affinität zu alifatischen
Lösungsmitteln
eingebettet werden, um die erwünschte
Löslichkeit
des bevorzugten verzweigten Vinylpolymers zu erhalten. In der Regel
können
zu diesem Zweck Acrylsäureestermonomere
mit zumindest sechs Kohlenstoffatomen im Alkoholanteil des Esters
oder Styrol oder alkyliertes Styrol wie tert-Butylstyrol in die
polymerisierten Monomere eingebettet werden. In einer bevorzugten
Ausführungsform
enthält
eine Druckfarbenzusammensetzung mit nicht-oxygenierten Lösungsmitteln
ein verzweigtes Vinylharz, das aus einem Monomergemisch, das zumindest
etwa 20%, vorzugsweise zwischen etwa 20% und etwa 40%, und besonders
bevorzugt zwischen etwa 20% und etwa 25% eines die alifatische Löslichkeit
fördernden
Monomers wie Stearylmethacrylat oder t-Butylstyrol und vorzugsweise
Stearylmethacrylat enthält,
polymerisiert ist. Vorzugsweise werden ebenfalls zumindest etwa
55% Styrol, vorzugsweise zwischen etwa 55% und etwa 80% Styrol und
besonders bevorzugt zwischen etwa 60% und etwa 70% Styrol zugegeben.
Wenn verlangt können
auch Methylmethacrylat oder andere Monomere zur Verringerung der Verträglichkeit
des Lösungsmittels
in einem alifatischen Lösungsmittel
verwendet werden. Alle Prozentsätze
verstehen sich in Gewicht, bezogen auf das Gesamtgewicht des polymerisierten
Monomergemisches. Zu bevorzugten Monomerzusammensetzungen für Vinylpolymere
für lithografische
Druckfarben zählen
ein (Meth)acrylsäureester
eines Alkohols mit 8 bis 20 Kohlenstoffatomen wie Stearylmethacrylat,
Styrol, Divinylbenzol und (Meth)acrylsäure. In einer bevorzugten Ausführungsform
wird ein verzweigtes Vinylpolymer für eine lithografische Druckfarbe
hergestellt, das zwischen etwa 15, vorzugsweise etwa 20, und etwa
30, vorzugsweise etwa 25, Gew.-% eines (Meth)acrylsäureesters
eines Alkohols mit 8 bis 20 Kohlenstoffatomen, insbesondere Stearylmethacrylat,
und zwischen etwa 50, vorzugsweise etwa 60, und etwa 80, vorzugsweise
etwa 75, Gew.-% eines Styrolmonomers, insbesondere Styrol selbst,
eine wie oben angegebene Menge Divinylbenzol und zwischen etwa 0,5,
vorzugsweise etwa 2,5, und etwa 5, vorzugsweise etwa 4, Gew.-% einer
Acrylsäure
oder besonders bevorzugt einer Methacrylsäure enthält.
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Das Lösungsmittel oder Lösungsmittelgemisch
weist vorzugsweise einen Siedepunkt von zumindest etwa 100°C und vorzugsweise
nicht mehr als etwa 550°C
auf. Bei Offsetdruckfarben können
Lösungsmittel
mit einem Siedepunkt von mehr als etwa 200°C verwendet werden. Zusammensetzungen
von neuen Druckfarben enthalten in der Regel zwischen etwa 20 und
etwa 85 Gew.-% an Lösungsmitteln
wie Mineralölen,
pflanzlichen Ölen
und hochsiedenden Erdöldestillaten.
Die Menge Lösungsmittel
variiert auch je nach Typ der Zusammensetzung der Druckfarbe (d.
h. dient die Druckfarbe für
Zeitungsdruck, Heatsetdruck, Bogendruck usw.?), Art des benutzten
Lösungsmittels
und anderen den Fachleuten bekannten Faktoren. Der Lösungsmittelgehalt
für lithografische
Druckfarben beträgt
in der Regel bis zu etwa 60%, wobei eventuelle Öle als Teil des Lösungsmittelsystems
betrachtet werden. In der Regel enthält die lithografische Druckfarbe
zumindest etwa 35% Lösungsmittel.
Beim Zusammensetzen der bevorzugten Single-Fluid-Druckfarbe sind diese Lacke oder Bindemittel,
wozu die verzweigten Vinylharze gehören, in der Regel klare Scheinlösungen.
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Die Zusammensetzungen der Druckfarbe
enthalten in der Regel ein oder mehrere Pigmente. Die Anzahl und
die Art der Pigmente werden durch die Art der zusammenzusetzenden
Druckfarbe bestimmt. Druckfarbenzusammensetzungen für Zeitungsdruck
enthalten in der Regel nur ein oder ein Paar Pigmente wie Gasruß, während Druckfarben
für Tiefdruck
ein mehr kompliziertes Pigmentsystem enthalten können und in vielen Farben,
wie Farben mit Spezialeffekten wie einem Perlglanzeffekt oder Metalleffekt,
zusammengesetzt werden können.
Lithografische Druckfarben werden in der Regel in vier Farben (Magenta,
Gelb, Schwarz und Cyan) verwendet und können so zusammengesetzt werden,
daß ein
Perlglanzeffekt oder Metalleffekt erzielt wird. Für die erfindungsgemäße Druckfarbenzusammensetzung
kommen alle beliebigen handelsüblichen
anorganischen und organischen Pigmente in Frage. Die Zusammensetzungen
können
ebenfalls als Überdrucklacke oder Überdruckfirnisse
benutzt werden. Die Überdrucklacke
(Lufttrocknung) oder Überdruckfirnisse
(Härtung) sollen
klar oder durchsichtig sein. Deshalb kommen undurchsichtige Pigmente
nicht in Frage.
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Erfindungsgemäß verwendete Zusammensetzungen
von lithografischer Druckfarbe werden vorzugsweise als Single-Fluid-Druckfarben mit einem
Dispersionsmittel auf Ölbasis,
das das Vinylbindemittel mit einer Säurefunktion enthält, und
einer dispersen, ein flüssiges
Polyol enthaltenden Polyolphase zusammengesetzt. Die Vinylpolymerphase
ist relativ stabil gegenüber
der Polyolphase. Die Stabilität
reicht, um eine Trennung der zwei Phasen im Feuchtwasser zu verhüten. Während des
Auftrags der Druckfarbe bricht aber die Emulsion und gelangt das
Polyol an die Oberfläche,
wo es die Bereiche der Druckplatte, die keine Druckfarbe anziehen dürfen, benetzt.
Druckfarben, die im Feuchtwasser stabil sind, aber schnell brechen
und daraufhin getrennt auf die Platte gelangen, sichern einen sauberen
Druck ohne Fleckenbildung und gleichmäßige Übertragungseigenschaften. Eine
geeignete Stabilität
kann ebenfalls von der Art des gewählten Vinylpolymers mit einer
Säurefunktion
und des gewählten
Polyols abhängen.
Die Säurezahl
und das Molekulargewicht können
so eingestellt werden, daß die
erwünschte
Stabilität
erzielt wird.
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Vinylharze mit höherer Säurezahl können in niedrigeren Mengen
benutzt werden, allerdings darf die Säurezahl nicht übermäßig hoch
sein, um zu vermeiden, daß das
Vinylpolymer nicht genügend
löslich im
Kohlenwasserstofflösungsmittel
ist. In der Regel wird davon ausgegangen, daß eine Zunahme der Säurezahl
des Vinylharzes mit einer Säurefunktion
mit einer Abnahme der Menge eines solchen Harzes in der hydrophoben Phase
einhergehen soll.
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Polyethylenglycololigomere wie Diethylenglycol,
Triethylenglycol und Tetraethylenglycol sowie Ethylenglycol, Propylenglycol
und Dipropylenglycol sind Beispiele für flüssige Polyole, die für die Polyolphase
der erfindungsgemäß benutzten
Single-Fluid-Druckfarbe bevorzugt werden. Selbstverständlich kann
die Polyolphase aus einem Gemisch aus verschiedenen flüssigen Polyolen
bestehen. In der Regel werden Vinyl- oder Acrylpolymere mit niedrigerer
Säurezahl
in Kombination mit Polyolen mit höherem Molekulargewicht verwendet.
Die Polyolphase kann weitere Materialien enthalten. Eine schwache
Säure wie
Zitronensäure,
Weinsäure oder
Gerbsäure
oder eine schwache Base wie Triethanolamin kann in einer Menge zwischen
etwa 0,01 Gew.-% und etwa 2 Gew.-%, bezogen auf die Zusammensetzung
der Druckfarbe, verwendet werden. Gewisse Salze wie Magnesiumnitrat
können
in einer Menge zwischen etwa 0,01 Gew.-% und etwa 5 Gew.-%, vorzugsweise
in einer Menge zwischen etwa 0,08 Gew.-% und etwa 1,5 Gew.-%, bezogen
auf das Gewicht der Zusammensetzung der Druckfarbe, verwendet werden,
um zu dem Schutz der Platte und der Verlängerung der Lebensdauer der
Platte beizutragen. Zur Unterstützung
der Benetzung der Platte darf ein Netzmittel wie Polyvinylpyrrolidon
zugesetzt werden. Die Menge Polyvinylpyrrolidon, bezogen auf das
Gewicht der Zusammensetzung der Druckfarbe, variiert zwischen etwa
0,5 Gew.-% und etwa 1,5 Gew.-%.
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Es können Single-Fluid-Druckfarben
zusammengesetzt werden, die zwischen etwa 5 Gew.-% und etwa 50 Gew.-%,
vorzugsweise zwischen etwa 10 Gew.-% und etwa 35 Gew.-%, und besonders
bevorzugt zwischen etwa 20 Gew.-% und etwa 30 Gew.-% Polyolphase,
bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung der Druckfarbe,
enthalten. Wenn nicht ein anderes Kühlmittel vorgesehen wird, wird
vorzugsweise eine solche Menge Polyol in der Druckfarbenzusammensetzung
verwendet, daß die
Druckplatte auf einer betriebsmäßig akzeptabel
kühlen
Temperatur gehalten wird. Die erforderliche Menge Polyolphase zum
Erhalten guter Tönungs-
und Druckergebnisse ist abhängig
vom benutzten Plattentyp und kann durch einfache Prüfung ermittelt
werden. Es kann bis zu etwa 4 oder 5 Gew.-% Wasser im Polyolphasegemisch
verwendet werden, um das Lösen
oder Homogenisieren der Ingredienzien der Polyolphase zu unterstützen.
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Fachleute sind sich bewußt, daß andere
den Fachleuten bekannte Additive in den erfindungsgemäß verwendeten
Druckfarbenzusammensetzungen verwendet werden können, solange solche Additive
die Vorteile der vorliegenden Erfindung nicht in wesentlichem Maße beeinträchtigen.
Erläuternde
Beispiele für
Additive sind in nicht-limitativer Weise Stockpunkterniedriger,
Tenside, Netzmittel, Wachse, Emulgatoren und Dispersionsmittel,
Entschäumungsmittel,
Antioxidantien, UV-Absorber, Trocknungsmittel (z. B. für Zusammensetzungen
mit pflanzlichen Ölen),
Fließmittel
und andere Modifikatoren der rheologischen Eigenschaften, Glanzverbesserer
und Antiabsetzmittel. Eventuelle Additive werden in der Regel in
einer Menge von zumindest etwa 0,001 Gew.-%, bezogen auf die Druckfarbenzusammensetzung,
verwendet und können
in einer Menge von etwa 7 Gew.-% oder mehr, bezogen auf die Druckfarbenzusammensetzung,
verwendet werden.
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Zufuhrwalze
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Das Bilderzeugungsmaterial wird automatisch
einer Walze einer Druckpresse zugeführt, indem es von einer Vorratsspule
oder Vorratsrolle, d. h. einer Bahn auf die Vorratsspule gewickelten
Bilderzeugungsmaterials, abgewickelt wird. Das abgewickelte Bilderzeugungsmaterial
wird um eine Walze der Druckpresse, bei der es sich vorzugsweise
um die den Druckmaster während
des Druckvorgangs tragende Plattentrommel handelt, gewickelt. Die
Vorratsrolle befindet sich vorzugsweise in der Plattentrommel, wie
beschrieben in EP-A 640 478. Die Vorratsrolle kann aber ebenfalls
außerhalb
der Plattentrommel angeordnet werden. Diesfalls wird das abgewickelte
Bilderzeugungsmaterial um die Trommel gewickelt und vorzugsweise
automatisch von der Bahn auf der Vorratsrolle abgeschnitten. Nach
dem Druck wird das bedruckte Material vorzugsweise auf eine vorzugsweise
ebenfalls in der Plattentrommel angeordnete Aufwickelrolle oder
Aufwickelspule gewickelt. Technische Einzelheiten über eine
bevorzugte Ausführungsform
einer solchen Einrichtung mit eingebauter Vorratsrolle und Aufwickelrolle
sowie des zugehörigen
Antriebsmechanismus und Spannungssteuermechanismus finden sich in
EP-A 640 478.
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Belichtungsstufe
-
Das erfindungsgemäß verwendete Bilderzeugungsmaterial
wird auf der Presse, d. h. mit auf einer Trommel der Druckpresse,
vorzugsweise auf der den Druckmaster während des Druckvorgangs tragenden Plattentrommel,
befindlichem Material, belichtet oder mit Wärme beaufschlagt. Die Belichtung
oder Beaufschlagung mit Wärme
kann z. B. mit einem Thermokopf, LED-Dioden oder einem Laserkopf
vorgenommen werden. Bevorzugt werden ein oder mehrere Laser wie
ein He/Ne-Laser, ein Ar-Laser oder eine Violettlaserdiode. Ganz
besonders bevorzugt ist das für
die Belichtung verwendete Licht kein sichtbares Licht, so daß tageslichtbeständige Materialien
benutzt werden können,
z. B. UV-Licht (UV-Laserlicht) oder ein nahes Infrarotlicht mit
einer Wellenlänge
zwischen etwa 700 und etwa 1.500 nm emittierender Laser, z. B. eine
Halbleiterlaserdiode, ein Nd:YAG-Laser oder ein Nd:YLF-Laser. Die erforderliche
Laserleistung hängt
von der Empfindlichkeit der Bildaufzeichnungsschicht, der Pixelverweilzeit
des Laserstrahls, die durch die Strahlbreite bestimmt wird (ein
typischer Wert bei 1/e
2 der Höchstintensität liegt
bei modernen Belichtern zwischen 10 und 25 μm), der Abtastgeschwindigkeit
und der Auflösung
des Belichters (d. h. der Anzahl der adressierbaren Pixel pro Längeneinheit,
oft als Punkte pro Zoll oder dpi ausgedrückt – typische Werte liegen zwischen
1.000 und 4.000 dpi) ab. Mehr technische Einzelheiten über On-Press-Belichter finden
sich z. B. in
US 5 174 205 und
US 5 163 368 .
-
Entwicklungsstufe
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Nach Belichtung wird die Bildaufzeichnungsschicht
durch Zufuhr von Single-Fluid-Druckfarbe, vorzugsweise mittels der
Farbauftragwalzen der Druckpresse, die der Plattentrommel Druckfarbe
zuführen,
entwickelt. Vorzugsweise verwendet man die gleiche Single-Fluid-Druckfarbe in der
Entwicklungsstufe und der anschließenden Druckstufe. In dieser
Ausführungsform
bilden die Stufen Entwicklung und Druck einen einzelnen Vorgang:
nach Belichtung beginnt der Druckvorgang, indem dem Material Single-Fluid-Druckfarbe
zugeführt
wird. Nach den ersten einigen Umdrehungen der Drucktrommel (in der
Regel weniger als 20, besonders bevorzugt weniger als 10 Umdrehungen)
ist die Bildaufzeichnungsschicht völlig entwickelt und anschließend werden über den
ganzen Druckzyklus hinweg hochqualitative gedruckte Kopien erhalten.
Wie eingangs erläutert
werden die Bereiche der Bildaufzeichnungsschicht, die löslich sind
in der Single-Fluid-Druckfarbe
oder durch die Belichtungsstufe darin löslich gemacht worden sind,
während
der Entwicklungsstufe entfernt. Vorzugsweise werden die entfernten
Komponenten auf das Druckpapier übertragen.
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Der Entwicklung des Bilderzeugungsmaterials
mit Single-Fluid-Druckfarbe
kann eine eventuelle Stufe vorangehen, in der die Bildaufzeichnungsschicht
zunächst
benetzt wird oder in der man sie durch Zufuhr von Wasser oder einer
wäßrigen Flüssigkeit
quellen läßt, ohne
eine wesentliche Entfernung der Bildaufzeichnungsschicht auszulösen.
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BEISPIELE
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1. Herstellung
eines Vinyllacks
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Eine Menge von 44,19 Gewichtsteilen
Ketrul 220 (eine Erdölmitteldestillatfraktion
von Total Petroleum, Inc.) wird in einen mit einem Rührer, einem
Stickstoffeinlaß,
einem Rückflußkühler mit
totalem Rückfluß und einem
Monomereinlaß bestückten Glasreaktor
eingefüllt.
Das Lösungsmittel
wird unter Rühren
unter Stickstoff-Schutzgas
auf 160°C
erhitzt. Ein Monomergemisch aus 36,01 Gewichtsteilen Styrol, 12,27
Gewichtsteilen Stearylmethacrylat, 2,62 Gewichtsteilen Divinylbenzol,
1,89 Gewichtsteilen Methacrylsäure
und 2,79 Gewichtsteilen t-Butylperoxyisopropylcarbonat
(75%ige Lösung
in Lackbenzinen) wird über
3 h hinweg dem Reaktor zugegeben. Nach beendeter Zugabe des Monomers
werden 0,23 Gewichtsteile t-Butyl-peroxyisopropylcarbonat über einen
Zeitraum von 15 Minuten zugesetzt. Die Temperatur wird zusätzliche
2 h auf 160°C
gehalten, um eine vollständige
Umwandlung des Monomers in Polymer zu erhalten.
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Die gemessene Menge nicht-flüssiges Material
(NVM) beträgt
55%. Die %-Umsetzung, gemessen als NVM geteilt durch den Prozentsatz
des Gesamtgewichtes an Monomeren, beträgt 100,1. Die Säurezahl
der Lösung
beträgt
12,0 mg KOH/g. Die Viskosität
beträgt
30 Stoke (Blasenrohr, 54,4°C).
Die Lösungsmitteltoleranz
beträgt
230% und die NVM beim Trübungspunkt
beträgt
16,7%.
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2. Herstellung
von Single-Fluid-Druckfarbe
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58,0 g des folgenden Gemisches A
werden unter Rühren
zu 142,0 g des folgenden Gemisches B gegeben. Die Druckfarbenzusammensetzung
wird 20 Minuten lang bei konstant unter 60°C gehaltener Temperatur in einem
Wirbel auf einem Dispergiergerät
gemischt. Die Druckfarbenzusammensetzung weist eine Laray-Einzelfallzeit
zwischen 14 und 17 s für
500 g bei 30°C
auf.
- Gemisch A: Nach Vermischen von 181,0 g
Diethylenglycol, 8,0 g Wasser, 0,4 g Zitronensäure und 0,4 g Magnesiumnitrat
in einem Glasbecher, bis eine klare Lösung erhalten wird, werden
191,2 g Diethylenglycol zugesetzt und vermischt, bis eine homogene
Lösung
erhalten wird.
- Gemisch B: 46,0 g des obengenannten Vinyllacks, 4,0 g Blue Flush
12-FH-320 (erhältlich
durch CDR Corporation, Elizabethtown, Ky.), 1,0 g technisches Sojaöl (erhältlich durch
Cargill, Chicago, Ill.) und 0,6 g eines Antioxidans werden in einem
Schnellrührer
vermischt. Unter Vermischen werden 34,4 g einer Kohlenwasserstoffharzlösung (60%
LX-2600 in EXX-Print 283D, erhältlich
durch Neville), 27,0 g eines Gasrusses (CSX-156, erhältlich durch
Cabot Corp.) und 1,0 g eines Polytetrafluorethylenwachses (Pinnacle
9500D, erhältlich
durch Carrol Scientific) zugegeben. Das Mischen erfolgt über 30 Minuten
hinweg bei hoher Mischgeschwindigkeit bei 149°C. Danach wird die Mischgeschwindigkeit
verringert und werden 27,0 g EXX-Print 588D (erhältlich durch Exxon) zugegeben.
Das Vorgemisch wird dann in einer Kugelmühle zu einem geeigneten Gemisch
zermahlen.
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Gemisch B weist eine Laray-Viskosität zwischen
180 und 240 Poise und eine Laray-Ausbeute zwischen 800 und 1.200
auf (Messung nach dem ASTM D4040-Testverfahren : Potenzgesetz –3 k, 1,5
k, 0,7 k, 0,3 k). Gemisch B wird 1 Minute bei 1.200 TpM auf dem
Inkometer für
ein gemessenes Ergebnis von 25 bis 29 Einheiten geprüft.
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3. Lithografische
Unterlage
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Auf eine PET-Bahn mit einer Stärke von
0,175 mm wird in einer Naßschichtstärke von
50 μm eine Schicht
aus einer 23,6%igen wäßrigen Gießlösung mit
einem pH von 4 aufgetragen. Nach 30sekündiger Abkühlung bei 10°C wird die
Schicht bei einer Temperatur von 50°C und einem Luftfeuchtigkeitsgehalt
von 4 g/m3 zumindest 3 Minuten lang getrocknet.
Die so erhaltene hydrophile Grundierschicht enthält 8.990 mg/m2 TiO2, 900 mg/m2 SiO2, 990 mg/m2 Polyvinylalkohol,
81,6 mg/m2 SAPONINTM,
36,8 mg/m2 HOSTAPONTM und
605 mg/m2 FT248TM.
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SAPONIN ist ein nicht-ionisches,
aus Estern und Polyglycosiden bestehendes, von Merck vertriebenes
Tensidgemisch. HOSTAPON T ist ein anionisches Tensid, das von Hoechst
AG vertrieben wird. FT248 ist ein anionisches Perfluor-Tensid, das
von Bayer AG vertrieben wird.
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Die obengenannten TiO2 und
SiO2 werden der Gießlösung als Dispersion im Polyvinylalkohol
zugesetzt. Die TiO2-Dispersion weist eine
mittlere Teilchengröße zwischen
0,3 und 0,5 μm
auf. Als Polyvinylalkohol verwendet man hydrolysiertes Polyvinylacetat,
das von Wacker Chemie GmbH, Deutschland, unter dem Warenzeichen
POLYVIOL WXTM vertrieben wird. Das obengenannte
SiO2 wird als Dispersion von hydrolysiertem Tetramethylorthosilikat
zugesetzt.
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4. Bildaufzeichnungsschicht
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Eine 2,61 gew.-%ige wäßrige Lösung wird
durch Vermischen eines Polystyrollatex, einer wärmeabsorbierenden Verbindung
und eines hydrophilen Bindemittels angesetzt. Diese Lösung wird
auf die hydrophile Grundierschicht des oberbeschriebenen PET-Trägers vergossen.
Nach Trocknung weist die Bildaufzeichnungsschicht eine Stärke von
0,83 μm
auf und enthält
75 Gew.-% des Polystyrollatex, 10 Gew.-% des infrarotabsorbierenden
Farbstoffes IR-1 und als hydrophiles Bindemittel 15 Gew.-% Polyacrylsäure (Glascol
E15, das von N. V. Allied Colloids, Belgien, vertrieben wird).
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5. Auswertung
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Eine Farbstation einer Quickmaster
DI 46-4 (Warenzeichen von Heidelberger Druckmaschinen AG, Deutschland),
die eine driografische Digitalpresse mit eingebautem Infrarotlaserdioden-Belichtungssystem und
einer innerhalb der Plattentrommel angeordneten Abwickelspule und
Aufwickelspule ist, wird mit dem obigen Bilderzeugungsmaterial bestückt. Nach
Belichtung startet man die Druckpresse und wird die obenbeschriebene
Single-Fluid-Druckfarbe der Bildaufzeichnungsschicht zugeführt. Nach
10 Umdrehungen ist die Entwicklungsstufe beendet und werden klare
Abzüge
ohne Farbanziehung in den Nicht-Bildbereichen erhalten.