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Gebiet der Erfindung
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Diese
Erfindung bezieht sich allgemein auf Verfahren und Vorrichtungen
zur Beförderung,
Ionisierung und darauf folgenden Analyse von zu bestimmenden Stoffen,
und insbesondere auf Verfahren und Vorrichtungen zum Analysieren
einer Vielzahl von Probenbereichen auf einer Anordnung bzw. einem
Array unter Einsatz von Elektronensprüh-Massenspektrometrie.
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Hintergrund der Erfindung
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Die
Untersuchung von Proteinkomplementen von Zellen, Geweben oder ganzen
Organismen wird als Proteomik bezeichnet. An Proteomik besteht ein
starkes Interesse, und aufgrund von analytischen Verfahren, die
neue Möglichkeiten
erschließen,
hat in den letzten Jahren in weiten Bereichen ein großer Fortschritt
stattgefunden. Ein Thema in der Proteomik ist die Überwachung
der Expression von Proteinen in einem biologischen System, wenn
das System auf einen Reiz antwortet. Gegenwärtig ist die zweidimensionale
Gelelektrophorese (2-DE) das am häufigsten verwendete und leistungsfähigste Mittel
zur Erfassung solcher Proteinkomplemente. Dieser Lösungsansatz
kann die Expressionsdarstellung von mehreren Tausend Proteinen in
einer Vielzahl von Proben unterstützen.
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Bei
2-DE bestehen aber mehrere erhebliche Einschränkungen. Diese Einschränkungen
umfassen beispielsweise die Schwierigkeit bei der Handhabung von
Membranproteinen, eine komplizierte Gelbildanalyse und die manuelle
Herstellung und Verarbeitung der Gele. Außerdem ist bei 2-DE ein sauberes Herausgreifen
und Säubern
von Bereichen notwendig, um die eingesetzten, hochgradig spezifischen und
sehr empfindlichen, auf Massenspektrometrie beruhenden Protein-Bestimmungsverfahren
nutzen zu können.
Deshalb erforscht man gerade alternative Erfassungsverfahren zur
Proteinexpressionsdarstellung an komplexen Proben.
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Protein-"Arrays" oder "-Bausteine" sind eine mögliche Alternative.
Zusätzlich
zur Proteinexpressionsdarstellung hat diese Technologie potenzielle
Einsatzzwecke bei der Bestimmung von Wechselwirkungen zwischen Proteinen,
von Proteinsubstraten oder in Frage kommenden Stoffen bei Entwicklungsverfahren
für Arzneimittel.
Dieser Lösungsansatz
zum Scree nen der Proteinaktivität
genießt
dieselben Vorteile wie die handelsüblichen DNA-Mikroarrays für die mRNA-Expressionsanalyse,
nämlich
eine mit hohem Durchsatz und parallel arbeitende, im Mikromaßstab ablaufende
quantitative Analyse. Sie hat auch Vorteile gegenüber DNA-Mikroarrays.
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Genaue
bzw. getreue Expressionsanalysen müssen auf Proteinebene stattfinden,
weil das sich schließlich
ergebende, aktive Produkt der meisten Gene das Protein ist und die
Proteinexpression und mRNA-Expression nicht notwendigerweise quantitativ
miteinander verbunden sind. Darüber
hinaus können
Proteine sowohl in aktiven als auch inaktiven Formen synthetisiert
werden. Um die biologische Funktion eines Gens zu verstehen, muss
im Allgemeinen der Anteil des aktiven Genprodukts bestimmt werden.
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Die
Analyse von Nukleinsäurebausteinen wird üblicherweise
durchgeführt,
indem ein fluoreszierender Sondenreporter verwendet wird, der sich an
den zu bestimmenden Stoff anhängt.
Mit dem Einsatz dieses Lösungsansatzes
zum Auslesen bzw. zur Bestimmung eines Proteinarrays sind eine ganze Reihe
von Problemen verbunden. Zuallererst ist bei diesem auf Fluoreszenz
beruhenden Lösungsansatz erforderlich,
dass sich nur die zu bestimmenden Stoffe mit dem Einfangmolekül verbinden
und das Zustandekommen von unspezifischen Bindungen minimal ist.
Dies ist bei Proteinen üblicherweise
nicht der Fall, insbesondere wenn die Bindungsbedingungen nicht
für jede
spezifische Wechselwirkung optimiert werden können. Ein zweites Problem besteht
darin, dass die Kennzeichnung der Proteine mit einer fluoreszierenden
Sonde deren Bindungseigenschaften verändern kann und auch Proteinkomplexe,
die sich in Lösung
befinden, zerstören
kann. Schließlich
kann der auf Fluoreszenz basierende Lösungsansatz nicht unter den
verschiedenen Formen eines bestimmten Proteins unterscheiden. Dies
schließt
Situationen ein, wo die aktive und die inaktive Form des Proteins eingefangen
werden und äquivalente
Signale ergeben. Diese beiden Probleme beeinträchtigen den gegenwärtigen parallelen
Standard zur Proteinerfassung und -mengenbestimmung, den Enzym-Immunoassay
(ELISA), der mit einem Einfang/Erfassungs-Schema arbeitet.
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Massenspektrometrieverfahren
(MS-Verfahren) bieten Vorteile sowohl für die Erfassung als auch die
Bestimmung von Proteinen. Zurzeit gibt es keine andere Technologie,
die der Kombination aus Analysegeschwindigkeit, Sensitivität und hochgenauer Messung
der Molekülmasse,
wie sie durch die Massenspektrometrie bei der Proteinanalyse geleistet wird,
gleichkommen kann. Eine genaue Massenbestimmung mit hoher Auflösung ermöglicht die
Erfassung einer posttranslationalen bzw. nach dem Versetzungsvorgang
stattfindenden Modifikation der Proteine, und dies sogar in Proteingemischen,
was mit anderen verfügbaren
Technologien schwierig zu beurteilen ist. Enzymatisch erzeugte Peptidfragmente
von Proteinen, die mittels Massenspektrometrie analysiert werden,
werden nun routinemäßig dazu verwendet,
das Gesamtmolekül über eine
Online-Proteindatenbanksuche zu bestimmen (Peptidabbildung).
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Alternativ
dazu gestatten neue Verfahren die Bestimmung eines Proteins aus
den Fragmenten, die aus intakten Proteinen in der Gasphase mittels
Tandem-Massenspektrometrie erzeugt wurden, womit die Notwendigkeit
enzymatischer Aufschlussvorgänge
aus der Welt geschafft ist. Die Tandem-Massenspektrometrie verwendet
zwei Stufen der Massenanalyse, eine Stufe zur Vorauswahl eines Ions,
und die zweite Stufe zur Analysierung von Fragmenten, die zum Beispiel
durch Kollision mit einem Inertgas wie etwa Argon oder Helium zustande
gekommen sind. Diese Doppelanalyse kann zeitlich gesehen in zwei Stufen
ablaufen, oder, was gebräuchlicher
ist, räumlich
gesehen hintereinander durchgeführt
werden. Eine räumliche
Tandem-Massenspektrometrie läuft mittels
zweier Massenspektrometer ab, die hintereinander geschaltet sind.
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Die
Massenspektrometrie wird jetzt als ein Verfahren angesehen, das
ein großes
Potenzial für das
Auslesen eines Proteinmikroarrays hat. Gegenwärtig gibt es zwei Ionisierungsverfahren,
die häufig zur
Erzeugung von in der Gasphase befindlichen Ionen aus Proteinen verwendet
werden, die zur Analyse durch die Massenspektrometrie bestimmt sind. Diese
Verfahren sind die matrixunterstützte
Laserdesorptionsionisierung (MALDI = matrix-assisted laser desorption
ionization) und die Elektronensprüh-Ionisierung (ES = electrospray). Von
diesen beiden Verfahren wird zum Auslesen eines Proteinarrays sehr häufig die
MALDI-Massenspektrometrie (MALDI-MS) verwendet, was eine Oberflächenanalysetechnik
ist.
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Auf
MALDI-MS beruhende Lösungsansätze zum
Auslesen von Proteinbausteinen werden derzeit von zwei verschiedenen
Unternehmen verwertet, und zwar von Ciphergen Biosystems Inc. (Fremont, CA)
und Intrinsic Bioprobes Inc. (Tucson, AZ). Sie bieten jeweils Proteinbausteine
für MALDI-MS
an, die vier bis acht Wechselwirkungsstellen enthalten. Diese handelsüblichen
Produkte lassen sich mit bestimmten allgemeinen Affinitäten bezüglich eines Proteineinfangs/Proteineinbaus
erhalten, z.B. mit hydrophober oder hydrophiler Wechselwirkung,
Anionenaustausch, Kationenaustausch, und mit immobilisierten Substraten
mit einer Affinität
zu Metallen, um metallische Bindungsproteine einzufangen. Alternativ
dazu kann man nach Sonderauftrag angefertigte Bausteine bekommen,
die immobilisierte Rezeptorarten nach Wunsch des Forschers tragen.
Die immobilisierten Substrate können
zum Beispiel in Form eines bestimmten Antikörpers vorliegen. Während die handelsüblichen
Produkte keine wirklichen Arrays sind, haben Labordemonstrationen
auf dem Gebiet der Herstellung und MALDI-MS-Analyse von Protein-Wechselwirkungsarrays
stattgefunden, die eine Größe von zehn
auf zehn hatten (100 Bereiche bzw. Spots).
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Dass
MALDI-MS-Proteinbausteinprodukte nun im Handel erhältlich sind,
ist ein Hinweis für
ihre Nützlichkeit.
Nichtsdestoweniger stellt aber der Einsatz von MALDI-MS zum Auslesen
von Bausteinen erhebliche Beschränkungen
in Bezug auf die Analyse dar. Es besteht eine geringe Dichte des
zu bestimmenden Stoffs an irgendeinem kleinen Punkt auf einem bestimmten
Anordnungs- bzw. Arraybereich, wo der Laserstrahl zur Erzeugung
von Ionen in Wechselwirkung tritt. Dies wirkt sich negativ auf die
Erfassungsgrade aus. Bei Molekülmassen
von über
ca. 15 kDa fallen die Erfassungsgrade bei MALDI-MS steil ab. Dies
kann die Auswahl von Proteinen, die direkt analysiert werden können, stark
einschränken.
Wenn größere Proteine
analysiert werden, sind auch zeitraubende enzymatische Aufschlussverfahren
vonnöten,
um Peptide mit geringerer Masse zu erzeugen, die einer Erfassung
besser zugänglich
sind. Diese Aufschlussvorgänge
sind auch notwendig, um Peptide für die Proteinbestimmung durch
die Peptidabbildung zu erzeugen. Massengenauigkeiten bei MALDI-MS
liegen üblicherweise
unter ca. 0,01% (z.B. +6 Da für
Rinder-Albumin, ca. 66.000 Da). Schließlich erfordert die Analyse
der Arrays das Entfernen des zu bestimmenden Stoffes aus dem ursprünglichen, flüssigen Medium,
in dem die Wechselwirkungen stattfanden, und die Anwendung einer
chemischen Matrix, um die Desorption und Ionisation zu ermöglichen,
gefolgt von einem Trocknungsschritt.
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Ein
Elektronensprühverfahren
ist eine Alternative zu MALDI und beruht allgemein auf dem Einströmen einer
Probenflüssigkeit
in eine Elektronensprühionenquelle,
die ein Röhrchen
oder eine Kapillare umfasst, das/die in Bezug auf eine nahe gelegene
Oberfläche
auf Hochspannung gehalten wird, wobei hier von Absolutwerten gesprochen
wird. Die nahe gelegene Oberfläche
(z.B. 1 cm Abstand) wird häufig
als Gegenelektrode bezeichnet. Bei herkömmlichen ES-Systemen zur Massenspektrometrie
wird die Emitterelektrode mit Hochspannung beaufschlagt (in Bezug
auf ein Massepotenzial), während
die Gegenelektrode auf einer niedrigeren Spannung gehalten wird,
die nahe am Massepotenzial liegt. Für die Betriebsart mit positiven
Ionen ist die Spannung am Emitter stark positiv, während für die Betriebsart
mit negativen Ionen die Emitterspannung stark negativ ist.
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Die
in das Rohr oder die Kapillare eingeführte Flüssigkeit wird verteilt und
in Form von feinen, elektrisch geladenen Tröpfchen (Sprühstrahl) ausgestoßen, und
zwar durch das angelegte elektrische Feld, das zwischen dem bzw.
der auf Hochspannung gehaltenen und als Arbeitselektrode bezeichneten Rohr
oder Kapillare und der nahe gelegenen Oberfläche erzeugt wird.
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Der
Ionisierungsvorgang beruht allgemein auf der bei Atmosphärendruck
stattfindenden Desorption von Ionen aus den feinen, elektrisch geladenen
Partikeln. Die durch den Elektronensprühprozess erzeugten Ionen können dann
für eine
ganze Reihe von Anwendungen hergenommen werden, zum Beispiel als
Masse, die in einem Massenspektrometer analysiert wird.
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In
einem typischen ES-MS-Prozess wird eine Lösung, die relevante, zu bestimmende
Stoffe enthält,
auf den auf Hochspannung gehaltenen ES-Emitter gerichtet, was einen
geladenen Solvens-Tröpfchenstrahl
oder Sprühstrahl
ergibt. Unter dem Einfluss des elektrischen Felds wandern die Tröpfchen zur
Gegenelektrode ab. Bei der Bewegung der Tröpfchen werden aus ihnen Gasphasenionen freigesetzt.
Dieser Prozess bringt einen quasi kontinuierlichen, stationären Strom
hervor, wobei die geladenen Tröpfchen
und Ionen den Strom bilden und die Reihenschaltung vervollständigen.
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Obwohl
ES-MS bekannt ist, ist der Einsatz von ES-MS zum automatischen Auslesen
einer Vielzahl von Spots bzw. Bereichen, wie etwa von einem Proteinbausteinarray,
noch nicht nachgewiesen worden. Dies ist wahrscheinlich auf die
technischen Herausforderungen zurückzuführen, die bei der automatisierten
Probenentnahme von zu bestimmenden Stoffen aus kleinen Bereichen
an einer Probenoberfläche
mit einem Fluidströmungssystem
bestehen. Genauer gesagt arbeitet ein Elektronensprühverfahren
normalerweise so, dass man eine in Lösung befindliche Probe durch
ein Transferrohr zur Ionenquelle des Massenspektrometers strömen lässt. Bei
dem Versuch, eine Oberfläche
mit einem Elektronenstrahl zu analysieren, besteht eine große Herausforderung dahingehend,
eine Sonde herzustellen, die dazu geeignet ist, eine normalerweise
mit einer festen Oberfläche
behaftete Probe in Lösung
zu überführen und diese
dann in die Transferleitung einzubringen. Zusätzlich benötigt man eine technisch ausgefeilte
Konstruktion, um die Ausrichtung der Sonde mit der Oberfläche zu steuern,
wobei durch die Konstruktion allgemein eine feine Auflösung der
Sondenbewegung relativ zur Oberfläche bereitgestellt wird.
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Zhang
B. et al. (Anal. Chem. 2001, 73, 2675–2681) offenbart ein System
für eine
für hohen Durchsatz
gedachte, in Mikrobauweise verwirklichte Kapillarelektrophorese/Elektronensprühmassenspektrometrie
(CE/ESI/MS) mit einer automatischen Probenentnahme aus einer Mikro-Napfplatte. In diesem
System werden eine zwischengeschaltete Mikrovorrichtung mit Kapillarelektrophorese-Separationsfähigkeit,
die eine Probeneinbringungsschleife enthält, ein Separationskanal und
eine Fluidverbindung mit ESI-Schnittstelle und einem Magazin mit Elektrodenbehältern verwendet.
Im US-Patent Nr. 2002/0011562 ist eine Vorrichtung und ein Verfahren offenbart,
um einen Beschickungsvorgang einer großen Anzahl von Proben, die
für die
Massenspektrometrieanalyse gedacht sind, automatisch auszuführen, wobei
bei der Analyse eine matrixunterstützte Desorption durch Laserbeschuss
(MALDI) und Ionisierungsverfahren bei Atmosphärendruck (API-Verfahren) wie
zum Beispiel ein Elektronensprühverfahren
verwendet werden. Bei diesem Verfahren werden unter Einsatz von
MALDI zur Lieferung von Ionen an ein Massenspektrometer Ionen über eine
Kapillare automatisiert von einer bei erhöhtem Druck arbeitenden Ionisierungsquelle
zu einem Vakuumbereich eines Massenanalysesystems transportiert.
Die Kapillare besteht aus mindestens zwei Teilstücken, die endseitig miteinander
verbunden sind, so dass Gas und im Gas vorhandenes Probenmaterial
durch die Kapillare durch ein Druckgefälle befördert werden können.
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ZUSAMMENFASSUNG
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Es
wird ein gemäß Anspruch
1 ausgelegtes Verfahren zur Bestimmung von zu bestimmenden Stoffen
bereitgestellt, die sich auf oder in Flächenarrays befinden. Die zu
bestimmenden Stoffe können intakte
Proteine, Proteinfragmente, Arzneimittel und Antikörper umfassen.
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Das
Verfahren umfasst den Schritt, automatisch zu wenigstens einem der
anderen Bereiche vorzurücken
und die Schritte des Einleitens, Ionisierens und Analysierens zu
wiederholen. Die Begriffe "Vorrücken" und "Abtasten" werden hier synonym
verwendet und beziehen sich auf die Bewegung von einem Arraybereich
zum nächsten.
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Der
Schritt des Analysierens kann eine Massenspektrometrie beinhalten.
Die Massenspektrometrie kann eine Massenspektrometrie in Tandemanordnung
sein.
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Der
Schritt des Einleitens kann den Schritt umfassen, vor dem Einleiten
einer Elutionslösung eine
Waschlösung
einzuleiten. Das Verfahren kann auch den Schritt umfassen, vor dem
Einleiten der Elutionslösung
zumindest ein Reagens in den Bereich einzuleiten.
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Die
Sonde kann eine mehrachsige Fluidverbindungssonde sein, die mit
dem Bereich mittels einer Fluidbrücke in Verbindung steht. Die
Sonde kann eine mehrachsige Oberflächenkontaktsonde sein, die
dazu ausgelegt ist, um den Umfang des Bereichs herum eine dichte
Umschließung
zu bilden. Die Oberflächenkontaktsonde
kann zur Bildung der dichten Umschließung eine O-Ring-Dichtung umfassen. Für den Schritt
des Einleitens kann in der Oberflächenkontaktsonde ein Überdruck
verwendet werden, wobei die Elutionslösung und der zu bestimmende Stoff
unter dem Einfluss des aufgebrachten Überdrucks durch die Sonde geleitet
werden.
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In
der Ausführungsform,
die ein erfindungsgemäßes, automatisches
Vorrücken
beinhaltet, kann die Positionierungsvorrichtung an einer im Wesentlichen
flachen Oberfläche
eine Positionssteuerung in der x-, y- und z-Achse bereitstellen,
und zwar mit einer Auflösung
von mindestens 1 nm für
jede der Achsen x, y und z. Bei dem Positionierungssystem kann es
sich um eine piezoelektrische Positionierungsvorrichtung und eine
Steuer einheit eines elektrochemischen Mikroskops mit Tastsonde (SECM
= scanning probe electrochemical microscope) handeln.
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Das
Verfahren ist dazu ausgelegt, an Bereichsflächen von kleiner als ca. 0,04
mm2 Proben zu nehmen. Die flächige Anordnung
bzw. der Flächenarray
kann als Proteinarray, in Form von Dünnschichtchromatographieplatten,
SDS-Polyacrylamid-Gelelektrophorese (SDS-PAGE), isoelektrischen
Fokussierungsgelen oder Feststoffextraktionsmaterialien vorliegen.
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Ein
automatisiertes, erfindungsgemäßes Probenentnahmesystem
dient zum Erhalt von Proben von Flächenarrays mit einer Vielzahl
von zur Analyse vorgesehenen Bereichen bzw. Spots. Wenigstens ein
zu bestimmender Stoff befindet sich auf den Bereichen oder ist in
diesen enthalten. Das System umfasst mindestens eine Sonde. Die
Sonde umfasst einen Einlass zum Einleiten wenigstens einer Elutionslösung in
die Bereiche und umfasst darüber hinaus
einen Auslass, um den zu bestimmenden Stoff von einem Bereich wegzuführen. Es
wird ein automatisches Positionierungssystem vorgesehen, um die
Sonde relativ zu den Bereichen zu versetzen, um eine Probenentnahme
an einem beliebigen Bereich zu gestatten.
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Es
ist eine Elektronensprühionenquelle
mit einem Einlass bereitgestellt, der mit der Sonde in Fluidverbindung
steht, um den zu bestimmenden Stoff aufzunehmen und aus dem zu bestimmenden
Stoff Ionen zu erzeugen. Das System umfasst einen Analyseaufbau
für die
erzeugten Ionen, wobei der Analyseaufbau die Ionen für die Elektronensprühionenquelle
aufnimmt. Der Analyseaufbau kann ein Massenspektrometer oder ein
Tandem-Massenspektrometer beinhalten.
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Die
Sonde kann eine mehrachsige Fluidverbindungssonde sein, die mit
den Bereichen mittels einer Fluidbrücke in Berührung steht. Die Sonde kann auch
eine mehrachsige Oberflächenkontaktsonde sein,
die dazu ausgelegt ist, um einen Umfang der Bereiche herum eine
dichte Umschließung
zu bilden.
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Das
automatische Positionierungssystem kann die Fähigkeit bereitstellen, von
einem Bereich zum nächsten
vorzurücken.
Für diesen
Zweck kann zum Beispiel eine piezoelektrische Positionierungsvorrichtung
und eine Steuereinheit eines elektrochemischen Mikroskops mit Tastsonde
(SECM) verwendet werden.
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KURZE BESCHREIBUNG DER
ZEICHNUNGEN
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Ein
umfassenderes Verständnis
der vorliegenden Erfindung und deren Merkmale und Vorteile ergibt
sich bei Betrachtung der nun folgenden ausführlichen Beschreibung in Zusammenschau
mit den begleitenden Zeichnungen. In diesen zeigen:
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1 eine
Probenentnahmesonde/ES-MS zum Auslesen eines Flächenarrays, gemäß einer Ausführungsform
der Erfindung.
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2(a) eine Oberflächenkontaktsonde gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung.
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2(b) eine Fluidverbindungssonde gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung.
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3 ein
Foto einer als Prototyp gebauten Fluidverbindungssonde und eines
zugehörigen
Systems zum Auslesen eines Mikroarrays über ES-MS.
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4 Signalspitzenverläufe, die
von einem ES-MS-System erzeugt werden, und zwar unter Einsatz der
Probenentnahmesonde und des Probenentnahmesystems von 3,
für 0,5
pmol Apomyoglobin (16.951 Da) pro Bereich, aus 4 aufeinander folgenden
Arraybereichen auf einem Glasobjektträger.
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5 ein
Massenspektrum, das die Erzeugung einer Vielzahl von Aminosäuren-"Sequenzmarkern" aus einem Komplettprotein
unter Verwendung von Tandem-Massenspektrometrie zeigt.
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AUSFÜHRLICHE BESCHREIBUNG DER BEVORZUGTEN
AUSFÜHRUNGSFORMEN
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Ein
System zum Erfassen wenigstens eines zu bestimmenden Stoffes, der
sich in irgendeinem aus einer Vielzahl von Bereichen in einem Flächenarray
befindet, umfasst wenigstens eine Probenentnahmesonde. Zum Ausrichten
der Probenentnahmesonde relativ zu den Arraybereichen und zum Vorrücken zu
anderen Arraybereichen wird vorzugsweise eine automatische Positionierungsvorrichtung
bereitgestellt, so dass der Erfassungsprozess automatisch wiederholt
werden kann. Die Sonde umfasst einen Einlass zum Einleiten wenigstens
einer Elutionslösung
in einen beliebigen der Arraybereiche, zur Beförderung des zu bestimmenden
Stoffs, und einen Auslass, um den zu bestimmenden Stoff von dem Bereich
ab- und zu einer
Elektronensprühionenquelle hinzuführen, um
den zu bestimmenden Stoff zu ionisieren. Ein Aufbau zum Analysieren
von Ionen, bei dem es sich vorzugsweise um ein Massenspektrometer
handelt, bestimmt den zu bestimmenden Stoff mittels einer Analyse
der von der ES-Quelle erzeugten Ionen. Demzufolge braucht die Erfindung
für die Analyse
keine komplizierten und oftmals unzuverlässigen, von außen wirkenden
Kennzeichnungsverfahren, die bei bisherigen Verfahren zur Probenentnahme
an Arrays allgemein erforderlich waren.
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Die
Erfindung kann dazu verwendet werden, an nahezu jeder relevanten
Oberfläche
Proben zu nehmen. Dementsprechend verfügt die Erfindung über ein
breites Feld potenzieller Anwendungsmöglichkeiten. Eine solche Anwendung
findet sich bei Protein-Mikroarrays. Die Protein-Mikroarraytechnologie
ist ein schnell wachsender Markt mit einer vorhergesagt starken
Zuwachsrate. Einige allgemeine Verwendungszwecke der Erfindung umfassen
die Reinigung von Proteinen, die Darstellung von Proteinexpressionen
und Proteinwechselwirkungen (einschließlich Wechselwirkungen zwischen
Proteinen) und die Entwicklung von Arzneimitteln. Ein Wachstumshindernis
auf diesem Gebiet war bisher die Entwicklung von empfindlichen molekularspezifischen Erfassungsverfahren
für Arrays,
bei denen keine komplizierten und oftmals unzuverlässigen,
von außen
einwirkenden Kennzeichnungsverfahren benötigt wurden. Bezeichnenderweise
bedarf es bei der Erfindung keiner Kennzeichnung zur Erfassung eines zu
bestimmenden Stoffs.
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Mit
Bezug auf Proteinarrays können
Substratoberflächen überzogen
sein, wobei sich auf einem oder mehreren Bereichen ein immobilisiertes
Einfangmaterial befindet. So können
Proteinarrays zum Beispiel Antikörper
enthalten, die kovalent fest an die Arrayoberfläche gebunden sind, um aus einem
komplexen Gemisch entsprechende Antigene einzufangen. Verschiedene
Bereiche können
mit verschiedenem Einfangmaterial versehen sein. An Arraysubstrate
können
viele verschiedene Arten von Ein fangmaterialsubstanzen gebunden
sein, einschließlich Antikörper, Rezeptoren,
Liganden, Nukleinsäuren (z.B.
DNA), Kohlenhydrate, Gele (z.B. isoelektrische Fokussierungsgele),
und chromatographische Oberflächen
wie kationische, anionische, hydrophobe und hydrophile Oberflächen. Als
Einfangmaterial können auch
speziell geprägte
Molekularsubstanzen verwendet werden. Einige Oberflächen können so
ausgelegt sein, dass sie eine breite spezifische Wirksamkeit haben
und ganze Klassen von Proteinen binden, während andere so konzipiert
sein können,
dass sie hochgradig spezifisch wirken und nur ein Protein oder wenige
Proteine aus einer komplexen Probe binden.
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Nach
dem Einfangschritt wird der zu bestimmende Stoff an das Einfangmaterial
gebunden und auf dem Array angeordnet. Zur Reduzierung nichtspezifischer
Bindungen wird der Array dann vorzugsweise mit einer geeigneten
Waschlösung
gewaschen. Im Gegensatz zur Verwendung eines Trocknungsschritts,
gefolgt von kurzen Impulsstößen mit Hochleistungs-Laserlicht, um die
festgehaltenen Proteine von einem Abschnitt der Arrayoberfläche loszulösen, wie
es bei MALDI geschieht, werden bei der Erfindung ein oder mehrere
Lösungsmittel
verwendet, um festgehaltene Proteine oder andere gebundene, zu bestimmende
Stoffe allgemein von der gesamten Bereichsfläche freizusetzen, und zwar
ohne die Notwendigkeit der Anwendung einer Matrix und des dazugehörigen Trocknungsschritts.
Mittels Elektronensprühionisierung
wird der zu bestimmende Stoff dann ionisiert, und die erzeugten
Ionen werden unter Einsatz irgendeines geeigneten Analyseverfahrens,
wie etwa der Massenspektrometrie, analysiert. Obwohl die Massenspektrometrie
allgemein bevorzugt ist, könnte
auch die Ionenmobilität
oder eine Kombination aus Ionenmobilität und Massenspektrometrie hergenommen
werden. Für
die Analyse können
auch Lichtstreuungsdetektoren verwendet werden, wie etwa das Gerät DUSTRAK,
Modell 8520 (ITI-044), das von TSI Incorporated, St. Paul, Minnesota,
zur Verfügung
gestellt wird.
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1 zeigt
ein ES-MS-Probenentnahmesystem 100 zum Auslesen eines Flächenarrays
gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung. Ein Flächenarray 120 ist
an einem Substrat (nicht gezeigt) angeordnet, das sich auf einem
Tisch 105 befindet. Der Flächenarray 120 umfasst
eine Vielzahl von einzelnen Array-Wechselwirkungsbereichen (nicht
gezeigt). Jeder Bereich verfügt über eine
Fläche,
die im Allgemeinen kleiner als ca. 1 mm2 ist.
Das System 100 ist dazu ausgelegt, an Bereichsflächen Proben zu
nehmen, die nur ca. 0,04 mm2 groß sind,
bevorzugter an Bereichsflächen
Proben zu nehmen, die gerade einmal ca. 0,01 mm2 groß sind.
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Der
Array 120 ist vorzugsweise ein Proteinarray mit einem darauf
befindlichen Einfangmaterial, kann aber in Form eines beliebigen
Flächenarrays vorliegen,
wie etwa als Dünnschichtchromatographieplatten,
SDS-Polyacrylamidgelelektrophorese (SDS-PAGE), isoelektrische Fokussierungsgele
und Festphasenextraktionsmaterialien. Die Bereiche können zum
Beispiel eine oder mehrere Zonen enthalten, auf denen sich immobilisiertes
Einfangmaterial wie etwa Nukleinsäuren oder Antikörper befinden.
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Das
Arraysubstrat (nicht gezeigt) ist typischerweise ein inertes, nicht
poröses
Material. So können
beispielsweise Glas, eine Oberflächenschicht
aus SiO2, die auf einem Material wie Silizium abgeschieden
ist, verschiedene Kunststoffe oder Aluminiumoxid allgemein als Substratmaterialien
verwendet werden.
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Obwohl
das System 100 mit einer Probenentnahmesonde 130 gezeigt
ist und allgemein als serielles Auslesesystem beschrieben werden
wird, kann das System als paralleles Multiplexsystem konfiguriert
sein. Mit einem Multiplex-Probenentnahmesystem lässt sich der Probendurchsatz
erhöhen. Handelsübliche ES-Systeme
bieten zum Beispiel bis zu 8 definiert verfahrbare Sprüheinrichtungen.
Die Sprüheinrichtungen
können
parallel arbeiten, indem jede Sprüheinrichtung von ihrer Probenreihe
zyklisch Proben entnimmt. Unter der Annahme, dass ein einzelnes
Massenspektrometrie-Analysesystem verwendet wird, wird der Zeitbetrag,
den der Sprühstrahl aus
irgendeinem Emitter zur Probenentnahme benötigt, um ein Vielfaches des
Kehrwerts der Anzahl der Sprüheinrichtungen
verringert.
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In
einer alternativen Ausführungsform
können
einzelne Arraypositionen des Flächenarrays 120 mit
ihren eigenen zweckbestimmten Sprüheinrichtungen versehen werden.
Dies lässt
sich erzielen mit in Kürze
in den Handel zu bringenden, in Mikrobauweise ausgeführten Arrays
aus ES-Düsen,
die ein schnelleres serielles Auslesen von Flächenarrays mit höherem Automatisierungsgrad
bieten.
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Um
die Probenentnahmesonde 130 in Bezug auf einen beliebigen
der im Array 120 enthaltenen Arraybereiche auszurichten
und von einem Bereich zum nächsten
vorzurücken,
ist eine Verfahreinrichtung/Steuereinheit 125 vorgesehen,
wobei es sich vorzugsweise um eine piezoelektrische Verfahreinrichtung
und eine Steuereinheit handelt, die in ein elektrochemisches Abtastmikroskop
(SECM) 165 integriert sind. Ein SECM 165 ist eine
Art Tastsondenmikroskop (SPM = scanned probe microscope), das der
Raster-Tunnelmikroskopie und Raster-Kraftmikroskopen zuzuordnen
ist. SPMs arbeiten so, dass die abzubildende Oberfläche mit
einer kleinen Sondenspitze abgetastet oder "abgerastert" wird. Bei einem SECM erfolgt die Bildgebung
in einer Elektrolytlösung
mit einer elektrochemisch aktiven Spitze.
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Im
Handel sind SECM-Systeme erhältlich, die
an einer im Wesentlichen flachen Oberfläche eine reproduzierbare Positionssteuerung
in x-, y- und z-Richtung mit einer Auflösung von unter 1 nm und einem
x- und y-Verfahrweg von 5 cm bieten. Diese Systeme werden von CH
Instruments Inc., Austin, TX, bereitgestellt. Diese Positionsauflösung und
Verfahrwege sind für
nahezu alle derzeit verwendeten Oberflächeneinrichtungen ausreichend
und gestatten eine präzise
und vollständige
Probennahme von großen,
dicht bepackten Flächenarrays
mit Wechselwirkungsstellen mit linearen Abmessungen im Bereich von
hinunter bis zu ca. 100 μm.
Anstelle des SECM könnte
auch eine andere Positionierungsvorrichtung mit ähnlichen Leistungsdaten verwendet werden.
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Das
SECM 165 umfasst vorzugsweise ein Videomikroskop 162 und
einen Videomonitor 160, eine piezoelektrische Verfahreinrichtung/Steuereinheit 125,
und einen SECM-Computer 135. DER SECM-Computer 135 überwacht
die Wechselwirkung zwischen der Probenentnahmesonde 130 und dem
Bausteinarray 120, um die Probenentnahmesonde 130 relativ
zur Arrayoberfläche
räumlich
zu positionieren, um Einfangmaterial zu gewinnen und dieses an die
ES-Ionenquelle 145 zu liefern. Es kann die Probenentnahmesonde 130 relativ
zum Bausteinarray 120 bewegt werden, oder der Bausteinarray 120 kann
relativ zur Probenentnahmesonde 130 bewegt werden, um einen
Kontakt zwischen diesen bereitzustellen.
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Ein
Lösungsmittelzufuhrsystem 115 ist
dazu ausgelegt, Fluide bereitzustellen, die Elutionslösungen umfassen.
Die Fluide werden durch einen Druckunterschied weiterbefördert. In
einer Ausführungsform
kann ein Überdruck
dazu verwendet werden, die Fluide weiterzubefördern. Bei Abwesenheit eines Überdrucks
kann aber auch ein an den Auslass an gelegtes Vakuum verwendet werden.
So wie er hier verwendet wird, bezieht sich der Ausdruck "Überdruck" auf einen Druck über Atmosphärendruck, der notwendig ist,
um die Fluide mit dem gewünschten Durchsatz
durch das System zu befördern.
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Es
können
eine Spritzenpumpe, Gasdruck oder andere Pumpsysteme verwendet werden.
Wie oben angemerkt ist, kann auch ein Vakuum verwendet werden. In
einer ein Vakuum verwendenden Ausführungsform kann die druckinduzierte
Strömung
so angepasst werden, dass sie die Flüssigkeit durch einen Venturi-Vakuumeffekt
ansaugt.
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Durch
das Zufuhrsystem 115 werden Fluide durch einen geeigneten
Fluidkanal einem Einlass der Probenentnahmesonde 130 zugeführt, die
die Elutionslösung
auf Bereiche des Flächenarrays
leitet, um den eingefangenen, zu bestimmenden Stoff freizusetzen.
Durch die Probenentnahmesonde 130 wird dann der zu bestimmende
Stoff zusammen mit der Elutionslösung
von dem Bereich abgezogen, zu einem Auslass der Probe und zu einer
Elektronensprühionenquelle
geleitet, um den zu bestimmenden Stoff zu ionisieren.
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Obwohl
das Substrat (nicht gezeigt) typischerweise aus einem nichtporösen Material
gebildet ist, kann das Arraysubstrat auch aus porösen Materialien
gebildet sein, so dass die Position jedes Wechselwirkungsbereichs
auf einem porösen
Medium liegt. Wenn somit die Oberfläche, wo der Bereich angeordnet
ist, im Wesentlichen von poröser
Natur ist, kann Lösungsmittel
durch das Lösungsmittelzufuhrsystem 115 alternativ
auch durch den Array gedrückt werden,
um den zu bestimmenden Stoff in eine geeignete Sonde zu befördern.
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Die
ES-Ionenquelle 145 erzeugt Ionen und stellt diese dem Massenspektrometer 150 zur
Verfügung,
wobei die Ionen dem zu bestimmenden Stoff entstammen, der von der
Probenentnahmesonde 130 geliefert wird. Das Massenspektrometer
umfasst eine Elektronensprühvorrichtungsschnittstelle 148. Das
Massenspektrometer 150 wird vorzugsweise basierend auf
geforderten Leistungskennzahlen ausgewählt, wie zum Beispiel Abtastgeschwindigkeit,
Massengenauigkeit, und der Ion/Ion-Chemie für den jeweils beabsichtigten
Einsatz. Das Massenspektrometer 150 ist vorzugsweise ein
Tandem-Massenspektrometer.
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Die
ES-Ionenquelle 145 und das Massenspektrometer 150 sind
vorzugsweise computergesteuert, zum Beispiel von einem ES-MS-Computer 155.
Der ES-MS-Computer 155 kann vom SECM-Computer 135 getrennt
sein oder mit diesem eine Einheit bilden.
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Verglichen
mit MALDI-MS bietet die bei der Erfindung verwendete ES-MS-Probenentnahme mehrere
entscheidende Vorteile. Bei ES-MS wird die Probe in das Massenspektrometer 150 in
flüssiger Lösung eingeleitet,
und von daher besteht die Möglichkeit,
an jedem Punkt auf einem Array von den in Wechselwirkung stehenden
Komponenten Proben zu nehmen, während
der Flächenarray 120 in
einer flüssigen
Umgebung verbleibt. Bei MALDI-MS erfordert die Analyse von Arraybereichen
das Herausnehmen aus der nativen flüssigen Umgebung, in welcher die
Wechselwirkungen stattfinden, die Anwendung einer chemischen Matrix,
um die Desorption und Ionisierung zu ermöglichen, gefolgt von einem
Trocknungsschritt.
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Unter
Einsatz der Erfindung lässt
sich potenziell das gesamte, auf dem Wechselwirkungsbereich vorhandene
Material sammeln und zum Massenspektrometer 150 leiten,
und nicht nur der kleine Anteil, der bei MALDI-MS mit dem Laserstrahl
in Wechselwirkung tritt. Bei zunehmenden Molekülmassen findet sich bei ES-MS
außerdem
auch nicht derselbe Abfall des Erfassungsgrads, wie es bei MALDI-MS der
Fall ist. Darüber
hinaus können
bis zu einer Masse von ca. 60 kDa sogar Massenanalysatoren von eher
mittlerer Leistung mit einer nominalen Masseauflösung Massegenauigkeiten von
+0,002% oder darüber
erreichen (z.B. +1,3 Da für
Rinder-Albumin). Noch
bessere Massenbestimmungen können
durch die Auswahl von Massenanalysatoren höherer Leistungsfähigkeit
bereitgestellt werden, zum Beispiel mit einem ES-System, das mit
einem orthogonalen Ioneninjektions-Laufzeit-(O-TOF) oder Fourier-Transformations-Massenspektrometer
(FTMS) ausgestattet ist.
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Mit
der Erfindung lassen sich Proteine folglich auf zwei grundlegende
Arten bestimmen. Der erste Fall beruht auf hochgenauen Bestimmungen der
Molekülmasse,
was sich sogar dann durchführen lässt, wenn
Proteingemische vorhanden sind. Geeignete Instrumente umfassen die
FTMS- und O-TOF-Spektrometer.
Die Ion/Ion-Chemie und Geräteausstattung
können
auch dazu verwendet werden, relativ komplizierte Proteingemische
zu analysieren. Die Analyse eines Gemischs wird als Vorteil des MALDI-MS-Verfahrens
angesehen. Im zweiten Fall werden Proteine auf der Basis von Sequenzmarkern bestimmt,
die durch Tandem-Massenspektrometrie aus dem Gesamtprotein erzeugt
wurden. Zur Erzeugung der Sequenzmarkern könnten auch die FMTS-, O-TOF-
oder die Ion/Ion-Geräteausstattung
verwendet werden. Dieser "top-down"-Lösungsansatz
zur Proteinbestimmung schafft die Notwendigkeit zeitraubender enzymatischer
Aufschlussverfahren aus der Welt, die zur Proteinbestimmung bei
dem Auslesen von Bausteinen durch MALDI-MS notwendig sind.
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Die
Probenentnahmesonde 130, die den freigesetzten, eingefangenen
und zu bestimmenden Stoff (z.B. ein Protein) vom Flächenarray
zur Bestimmung abführt,
ist vorzugsweise eine Mehrkanalsonde in Miniaturausführung, wie
zum Beispiel eine Koaxialkapillarsonde. Die Sonde umfasst zumindest
einen Fluidkanal, um die Fluidströmung einer Elutionslösung oder
andere Fluide aufzunehmen. Wenigstens ein anderer Fluidkanal stellt
den Fluidauslass aus der Sonde 130 bereit, wobei das austretende Fluid
den zu bestimmenden Stoff und ein oder mehrere andere Fluide umfasst.
Wird zur Weiterbeförderung
von Fluiden Überdruck
verwendet, so hängen die
für einen Überdruck
typischen Bereiche vom Durchsatz und dem Rohrdurchmesser und der
Rohrlänge
ab. Im Allgemeinen ist ein Druck von mindestens einigen psi erforderlich,
und 2000 bis 3000 psi stellen allgemein einen Höchstwert dar (1 psi = 6,895·103 Pa).
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In 2(a) und 2(b) sind
zwei grundlegende Arten von Konstruktionen einer Probenentnahmesonde
gezeigt, die für
ES-MS ausgelegt sind, wobei es sich um eine Oberflächenkontaktsonde bzw.
eine Fluidverbindungssonde handelt. Vorteilhafterweise können bei
der Oberflächenkontaktsonde die
Bereiche in einer flüssigen
Umgebung verbleiben, was für
die meisten biologischen Wechselwirkungen eine bevorzugte, naturgemäße Einstellung ist.
Da bei ES-MS die Probe in flüssiger
Lösung
in das Massenspektrometer gelangt, besteht die Möglichkeit, an jedem Punkt auf
einem Array die in Wechselwirkung stehenden Komponenten abzutasten, während der
Flächenarray 120 in
einer flüssigen
Umgebung bleibt. Durch die Oberflächenkontaktsonde ist auch der
Bereich von Elutionslösungen
erweitert, die im Vergleich zu anderen Sondenkonstruktionen eingesetzt
werden können,
wie etwa verglichen mit der hier beschriebenen Fluidverbindungssonde.
Zum Beispiel erfordert die Fluidverbindungssonde im Allgemeinen
eine Flüssigkeit
mit höherer
Oberflächenspannung,
um den Meniskus an der Oberfläche
aufrecht zu erhalten. Für
die Oberflächenkontaktsonde besteht
keine solche Erfordernis.
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Um
die Fluide zum Auslass der Sonde 200 zu treiben, kann ein
geeigneter Druckunterschied verwendet werden. Der Einlass der Sonde
kann beispielsweise auf Umgebungsdruck gehalten werden, während am
Auslass der Sonde ein Vakuum wirkt. Alternativ dazu kann am Einlass
der Sonde ein Überdruck
verwendet werden.
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In 2(a) ist eine in Position 1 bzw. Position 2 befindliche
Oberflächenkontaktsonde 200 für einen
einzelnen Flächenarraybereich 210 abgebildet, wobei
Position 1 für
eine "obere" Position und Position
2 für eine "untere" Position steht.
Der gezeigte Bereich 210 umfasst eingefangene Proteine 208,
die an immobilisierte Einfangproteine 206 gebunden sind, wobei
die immobilisierten Proteine auf einem Mikroarray-Substratmaterial 215,
wie etwa einem Glassubstrat, angeordnet sind. Das Auslesen wird
durchgeführt,
während
sich die Sonde 200 in Position 2 befindet. Nach dem Auslesen
wird die Sonde 200 vom Bereich 210 getrennt (z.B.
angehoben), um in die Position 1 zu gelangen, dann vollführt eine
geeignete automatische Positioniervorrichtung eine seitliche Versetzung,
um die Probenentnahmesonde 200 mit einem anderen Arraybereich
wieder auszurichten. Die Sonde 200 wird wieder in die Position
2 abgesenkt und dann wird am nächsten
Bereich eine Probe entnommen.
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Die
Sonde 200 ist vorzugsweise so bemessen, dass sie über eine
ausreichend große
Fläche verfügt, um einen
einzelnen Arraybereich vollständig zu
umgeben, ist aber auch klein genug, um zu vermeiden, dass sie bis
zu angrenzenden Bereichen am Flächenarray
reicht. Beim Auslesen (Position 2) isoliert somit die Oberflächenkontaktsonde 200 den
Bereich, an dem gerade eine Probe entnommen wird, von dem Rest der
Arraybereiche am Flächenarray. Es
kann ein O-Ring 222 oder eine ähnliche Dichtungsvorrichtung
verwendet werden, damit die Sonde 200 während der Probenentnahme nur
an einem einzigen Bereich eine Probe entnimmt, indem die Fluidströmung auf
diesen einzigen Bereich begrenzt wird.
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Die
Oberflächenprobenentnahmesonde 200 ist
als Koaxialsonde gezeigt, wobei der äußere Kanal 212 zum
Einströmen
von Fluiden wie zum Beispiel Reagenzien, Waschlösungen und Elutionslösungen dient,
die von einer geeigneten Schaltsystem zur Lösungsmittelzufuhr kommen, wie
zum Beispiel dem System 115 in 1. Es können mehr
als zwei Kanäle
verwendet werden, zum Beispiel drei (3), wobei einer für ein Reagens,
einer für
eine Waschlösung
und einer für
eine Elutionslösung
vorgesehen ist, mit einem (1) oder mehreren Fluidkanälen zum
Ausleiten des Fluids aus der Sonde 200. Die Kanäle können in nahezu
beliebiger Form vorliegen.
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Vorzugsweise
gelangen aus dem Inneren der Probenentnahmesonde eine Waschlösung und dann
eine Elutionslösung
nacheinander auf den Bereich, indem man diese Fluide durch einen äußeren Koaxialkanal 212 fließen lässt. Bei
dieser Ausführung strömt die Elutionslösung auf
und über
die Arraybereichsfläche,
um die Affinität
oder andere Bindungswechselwirkungen aufzulösen, wobei die in Wechselwirkung
stehenden Komponenten durch den inneren Kanal 214 der Probenentnahmesonde 200 herausgespült werden,
um zu einer Elektronensprühionenquelle
(nicht gezeigt) zu gelangen. Die Elektronensprühionenquelle (nicht gezeigt)
steht vorzugsweise über
eine Schnittstelle mit einem Massenspektrometer (nicht gezeigt)
in Verbindung, um den zu bestimmenden Stoff zu bestimmen.
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Die
Oberflächenprobenentnahmesonde 200 hat
entscheidende Vorteile gegenüber
anderen Sondenkonstruktionen. Weil sich mit der Oberflächenkontaktsonde 200 vor
dem Herausspülen
einzelne Bereiche auf dem Flächenarray
gegenüber
der Außenumgebung
isolieren lassen, kann das Auslesen des Arrays durchgeführt werden,
während
sich der Flächenarray
in der Lösung
befindet. Wegen Vermischungs- und Verdünnungsproblemen ist dieses Merkmal
bei anderen Sondenkonstruktionen im Allgemeinen nicht vorhanden.
Auch ist bei dieser Konstruktion, während ein bestimmter Bereich
auf der Anordnung analysiert wird, der Eintrag von Fremdlösungsmitteln
in benachbarte Arraybereiche so gut wie ausgeschlossen.
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2(b) zeigt eine zweite Sondenausführung, die
als Fluidverbindungssonde 250 bezeichnet wird. Bei dieser
Sonde 250 wird ein ähnliches,
auf Überdruck
basierendes Konzept zur Zufuhr des Lösungsmittels wie bei der Oberflächenkontaktsonde 200 verwendet,
wobei der Kontakt mit einer Bereichsoberfläche 210 wie in 2(b) gezeigt über
eine Flüssigkeitsbrücke 255 bzw.
eine Flüssigkeitsverbindung
erfolgt. Die Bereichsoberfläche 210 umfasst eingefangene
Proteine 208, die an immobilisierte Einfangproteine 206 gebunden
sind, wobei sich die immobilisierten Proteine auf einem Mikroarray-Substratmaterial 215,
wie etwa einem Glassubstrat, befinden.
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Genau
wie die Sonde 200 ist auch die Fluidverbindungssonde 250 vorzugsweise
so bemessen, dass sie eine ausreichende Größe hat (einschließlich der
Flüssigkeitsbrücke 255),
um so positioniert werden zu können,
dass sie einen einzelnen Arraybereich umgibt, aber auch klein genug
ist, um zu vermeiden, dass sie während
der Probenentnahme bis an benachbarte Bereiche auf dem Flächenarray
heranreicht. Der Ausgleich zwischen dem Zustrom des Lösungsmittels
in die Sonde 250 und der pneumatisch erfolgenden Zerstäubung des
Elektronensprühstrahls
ES stellt eine selbstansaugende Sonde bereit, durch die kontinuierlich
Lösungsmittel
strömen kann,
wenn dies gewünscht
ist. Bei Einsatz der Fluidverbindungssonde 250 kann es
erforderlich sein, dass die Analyse durchgeführt wird, wenn sich der Array
außerhalb
der flüssigen
Lösung
befindet, weil der Eintrag von Fremdlösungsmitteln während der Analyse
eines Bereichs die Ergebnisse beeinträchtigen kann, die für die anderen
Bereiche erhalten werden, wenn diese analysiert werden. Außerdem kann bei
der in der Lösung
stattfindenden Analyse die Elutionslösung mit dem Lösungsmittel
verdünnt
werden, in das der Array eingetaucht ist.
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Die
Probenentnahmesonde 250 ist als Koaxialsonde gezeigt, mit
einem äußeren Kanal 262 zum Einleiten
von Fluiden wie zum Beispiel Reagenzien, Waschlösungen und Elutionslösungen,
die von einem geeigneten Schaltsystem zur Lösungsmittelzufuhr kommen, wie
etwa dem in 1 gezeigten System 115.
Die Sonde 250 umfasst einen inneren Kanal 264,
um den zu bestimmenden Stoff einer Elektronensprühionenquelle (nicht gezeigt)
zuzuführen.
Wie bei der Sonde 200 können
mehr als zwei Kanäle
verwendet werden; diese Kanäle
können
nahezu jede Form annehmen. Die Elektronensprühionenquelle (nicht gezeigt)
ist vorzugsweise über
eine Schnittstelle mit einem Massenspektrometer (nicht gezeigt)
zur Bestimmung des zu bestimmenden Stoffs verbunden. Nach dem Auslesen
eines Bereichs (z.B. einer individuellen Wechselwirkung) kann die
Probenentnahmesonde 200 oder 250 von der Arrayfläche gelöst und unter
Steuerung eines Computers (z.B. 135 und 155 in 1)
zum nächsten
Bereich vorrücken, wo
sich der Prozess wiederholt. Bei einer geeigneten Abtastrate kann
die Verbindung zwischen Fluid und Oberfläche aufrechterhalten werden
und mit der Sonde 200 mitwandern. Dies erleichtert das
Auslesen einer Dünnschichtchromatographieplatte
(TLC = thin layer chromatography).
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Bei
jeder Sonde 200 oder 250 können die Wechselwirkungen der
Proteine, die Schritte des Waschens, und die Schritte der Unterbrechung
der Wechselwirkung bzw. der Elution jeweils an einem bestimmten
Arraybereich stattfinden, indem die jeweiligen Reagenzien nacheinander
durch die Probenentnahmesonde zum Bereich befördert werden. So können zum
Beispiel zur Immobilisierung Proteine zuerst auf ein auf dem Array
befindliches Einfangmaterial übertragen
werden, gefolgt von einem Waschzyklus, an den sich der Schritt mit
dem Herausspülen
mittels der Elutionslösung
anschließt.
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Jeder
Bereich könnte
mehr als einmal getestet werden, und zwar mit demselben Agens oder
mit verschiedenen, miteinander in Wechselwirkung stehenden Agenzien.
Außerdem
könnte
die Analyse auch auf einem "trockenen" Array stattfinden,
während
sie aber in einer flüssigen
Umgebung über
dem Baustein leicht zu bewerkstelligen ist.
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Mit
erneutem Bezug zu 1 wird ein Massenspektrometer 150,
das eine Elektronensprühvorrichtungsschnittstelle 148 umfasst,
vorzugsweise dazu verwendet, die interagierenden Arten zu bestimmen,
die es von der ES-Ionenquelle 145 erhält. Dies lässt sich anhand der Molekülmasse allein
bewerkstelligen, oder durch eine Tandem-Massenspektrometrieanalyse.
Die Tandem-Massenspektrometrie von ganzen Proteinen, die durch eine
hohe Auflösung,
genaue Massenbestimmungen oder durch Technologien aus der Ion/Ion-Chemie
begünstigt werden
kann, kann zur Erzeugung von Sequenzmarkern verwendet werden, die
der Proteinbestimmung über
eine online stattfindende Datenbanksuche dient.
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Die
Peptidbestimmung aus einem eiweißspaltenden Aufschlussvorgang
kann in Kombination mit einer nachfolgenden Protein-Datenbanksuche ein
leistungsfähiges
Werkzeug für
die Bestimmung einzelner Proteine aus komplexen Mischungen sein. Dies
ist die typische Vorgehensweise, die für eine positive Proteinbestimmung
mit einem über
MALDI-MS erfolgenden Auslesevorgang eines Bausteins verwendet wird.
Dieser Vorgang kann jedoch eine bis mehrere Stunden in Anspruch
nehmen. Der hier beschriebene Lösungsansatz
bietet schnelle (Analysezeit < 1
sec), über
die Gasphase arbeitende Mittel zur Erlangung der Proteinbestimmungsdaten.
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Eine
Mehrfachladung der Proteine bei ES-MS erleichtert die Dissoziation
von Ionen großer Masse
und gestattet die Bestimmung von Strukturdaten über die Analyse der Dissoziationsprodukte.
Somit werden keine enzymatischen Aufschlussvorgänge benötigt. Produkt-Ionen, die einer
Fragmentierung von intakten Proteinen entstammen und aussagefähig bezüglich der
Sequenz sind, können
in den Produkt-Ionenspektren bestimmt werden, die analog zu den "Sequenzmarkern" sind, die von Mann
et al [1] beschrieben wurden, und aus der kollisionsbedingten Aktivierung
von proteolytischen Aufschlussfragmenten heraus entstehen. Bei MALDI-MS
tragen Protein-Ionen fast ausschließlich eine Einfachladung. Von daher
sind dieselben Verfahrensweisen nicht uneingeschränkt möglich.
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Die
Mehrfachladung der Stammprotein-Ionen verkompliziert das durch die
Tandem-Massenspektrometrie erhaltene Produkt-Ionenspektrum, weil sich
Ladungszustände
des Produkt-Ions von eins bis hin zum Zustand des Stammproteins ändern können. Das
Produkt-Ionenspektrum setzt sich deshalb typischerweise aus Ionen
unterschiedlicher Masse und Ladung zusammen. Die Fähigkeit
zur Überwindung dieser
Komplikation liegt in der Messung der Masse-Ladungs-Abstände zwischen
zwei oder mehr Ionen. Dies lässt
sich beispielsweise durch eine bei hoher Auflösung präzise arbeitende Geräteausstattung zur
Feststellung der Masse bewerkstelligen, wie dies bei der FTMS-Instrumentierung
geleistet wird, oder über
eine Ion/Ion-Protonen-Transferchemie. Im letzteren Fall wird die
Gesamtheit der Produkt-Ionen Ion/Ion-Reaktionen unterworfen, was
zu einem Produkt-Ionenspektrum führt,
bei dem einfach geladene Ionen dominieren und sich der m/z-Abstand
zwischen Scheitelwerten leichter messen lässt.
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Es
wurde eine als Prototyp ausgeführte
Probenentnahmesonde gebaut und getestet, bei der das Konzept der
Fluidverbindung 250 verwendet wurde. Bilder des eigentlichen
Versuchsaufbaus sind in 3 gezeigt. Als grundsätzlicher
Beweis für
die Wirksamkeit wurde das Protein Apomyoglobin erfolgreich von der
Oberfläche
eines Glas-Mikroskopobjektträgers
als Probe entnommen. Eine Probe von 0,5 pmol des in Lösung befindlichen
Proteins wurde punktweise auf quadratische Flächen (1 mm × 1 mm) eines Objektträgers aufgetragen,
der mit einem Gitternetz aus Polytetrafluorethylen überzogen
war, worauf man sie trocknen ließ. Die durch Herausspülen zum
Massenspektrometer beförderte
Proteinprobe erzeugte einen Einzelimpuls. Am Ende des Einzelimpulses
wurde die Son de von der Oberfläche
abgehoben, zum nächsten
Bereich verfahren, und der Spül- bzw.
Elutionsvorgang wurde wiederholt.
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4 zeigt
Einzelimpulsverläufe,
die für
das Herausspülen
des Proteins aus 4 verschiedenen Bereichen auf dem Objektträger aufgezeichnet
wurden. Das zur Erzeugung dieses Signals überwachte Signal war dasjenige
des mehrfach geladenen Proteins, das eine Ladung von 15 Protonen
trug, d.h. (M + 15H)+ bei m/z 1131,2.
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Es
ist vorauszuschicken, dass bei Einsatz des beschriebenen Systems 100 das
Auslesen einer einzelnen Arrayposition mit einem typischen Massenspektrometer
ca. 30 sec. benötigt,
oder ca. 50 Minuten für
einen Baustein-Array in der Größe 10 × 10 (100
Bereiche). Dies entspricht ungefähr
dem Zeitrahmen für
die in 4 gezeigte Elution. Im Vergleich zur theoretischen
Zeit zum Auslesen eines Arrays mittels MALDI-MS (8,3 min. oder ca.
5 sec./Bereich) ist diese Auslesezeit relativ lang. Betrachtet man
jedoch die Zeit, die der bei MALDI-MS erforderliche enzymatische
Aufschluss benötigt
und im Bereich von einer bis hin zu mehreren Stunden liegt, dann
ist diese Auslesezeit sehr konkurrenzfähig. Die Auslesezeit variiert
je nach der elektrischen Verschaltung der ES-Ionenquelle. Ein Großteil der
Auslesezeit entsteht aus der Notwendigkeit heraus, die Probe durch
Spülvorgänge durch
die Transportleitungen von der Probenoberfläche zum Massenspektrometer
zu führen,
und die Leitungen zu waschen, um einen Materialübertrag zwischen Analysepositionen auf
dem Array zu verhindern. Der minimale probenbezogene Durchsatz beim
Auslesen liegt wahrscheinlich bei ca. 1,0 μl/min.
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Um
ein Beispiel zu geben, kann zur Optimierung der in 2(b) gezeigten Fluidverbindungssonde 200 eine
10 cm lange Kapillare mit einem Innendurchmesser von 50 μm verwendet
werden, was ein geringes Volumen von ca. 0,2 μl ergibt. Bei 1,0 μl/min braucht
es nur 12 sec., um das Volumen zu spülen. Im Allgemeinen werden
mehrere Elutionsvolumina vonnöten
sein, um die Probe durch Elution vollständig herauszubekommen und die
Probenentnahmekapillare zu säubern.
Die Reinigungszeit und somit auch die Auslesezeit kann verkürzt werden,
indem der Lösungsmitteldurchsatz
erhöht
wird, sobald die Proteine herausgespült sind.
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Wie
zuvor angemerkt, wird bei der Ion/Ion-Protonen-Transferchemie der
Gesamtbestand an Produkt-Ionen Ion/Ion-Reaktionen unterworfen, wobei
ein Produkt-Ionenspektrum entsteht, in dem einzeln gela dene Ionen
allgemein dominieren und die m/z-Abstände zwischen Scheitelwerten leichter
zu messen sind. Der Beweis für
die Machbarkeit des auf der Ion/Ion-Protonen-Transferchemie beruhenden
Lösungsansatzes
zur Proteinbestimmung wurde kürzlich
bei der Bestimmung von Bakteriophagen MS2 in einem Lysat mit Escherichia
coli erbracht [2]. Der Einsatz von Sequenzmarkern, die durch die kollisionsbedingte
Aktivierung der mehrfach geladenen Ionen des intakten, viralen Hüllproteins
in einer komplexen Matrix erzeugt wurden (mit darauf folgenden Ion/Ion-Protonen-Transferreaktionen
zur Erzeugung von leicht zu interpretierenden Massenspektren einfach
geladener Produkt-Ionen), konnte das Vorhandensein des MS2-Virus
leicht über
eine Datenbanksuche bestätigt
werden. Dies ist mittels der Daten in 5 dargestellt.
Wie in 5 zu sehen ist, ist eine Vielzahl von zerlegbaren
Sequenzmarkern in Form von Aminosäurefragmenten mit verschiedenen m/z-Abständen gezeigt.
Mittels der Erfindung lässt sich
dieselbe Datenqualität
mit einem von einem Protein stammenden Signalverlauf erhalten, der
sich aus dem Transport der Proteine von der Bausteinoberfläche zum
Massenspektrometer erzeugen lässt.
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Die
zusammen mit einer Probenentnahmesonde arbeitende ES-MS-Technologie sollte
mit nahezu jeder Art von Protein-Einfangarrays kompatibel sein,
etwa mit denen, die kurze Peptide verwenden, intakte Proteine oder
Proteinfragmente, in Frage kommende Stoffe für Arzneimittel, DNA oder Antikörper. Diese
könnten
auf handelsüblichem
Wege erhalten oder unter Einsatz dieser Probenentnahmetechnologie
unternehmensintern hergestellt werden.
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Während die
bevorzugten Ausführungsformen
der Erfindung dargestellt und beschrieben wurden, sollte klar sein,
dass die Erfindung nicht darauf beschränkt ist. Dem Fachmann werden
sich zahlreiche Modifikationen, Änderungen,
Abweichungen, Ersetzungen und äquivalente
Lösungen
ergeben, ohne vom Umfang der vorliegenden Erfindung abzuweichen,
wie er in den Ansprüchen
beschrieben ist.
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LITERATURHINWEISE:
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- 1. Mann, M.; Wilm, M. "Error-Tolerant Identification of Peptides
in Sequence Databases by Peptide Sequence Tags", Anal. Chem. 1994, 66, 4390–4399.
- 2. Cargile, B. J.; McLuckey, S. A.; Stephenson, Jr. J. L. "Identification of
Bacteriophage MS2 Coat Protein from E. Coli Lysates via Ion Trap
Collisional Activation of Intact Protein Ions", Anal. Chem. 2001, 73, 1277–1285.